DJ Download meldet Insolvenz an

  • Wie ich gerade von unserem Distributor Label-Worx erfahren habe, hat der doch recht beliebte Online-Shop DJDownload Insolvenz angemeldet. Juno hat mittlerweile ein paar Anteile gekauft und stellt sicher, dass weiterhin Musik verkauft werden kann.
    Die Juno-Meldung im Wortlaut:


    "As you may be aware, DJdownload Ltd was placed into administration earlier today. Juno believe that the djdownload.com store is an important part of the electronic music industry and are pleased to announce that we have bought the business and assets from the administrator to allow djdownload.com to continue as a web site.


    From a practical perspective, djdownload.com will continue to sell music to their customers but, from today, Juno will be looking after:
    Content ingestion
    Monthly sales reporting to suppliers
    Payments to suppliers
    All of this will be administered through Juno’s existing systems – there is no need for you to change anything on your side apart from no longer delivering content to DJdownload directly. Sales via DJdownload.com from 05 November 2009 onwards will be accounted through Juno, so that monthly sales statements for November 2009 onwards will include these sales as well as those through Juno’s web sites, with all related royalties being paid in December as usual.


    Justin Pearse, who I am sure you know, will continue as Head of Music at djdownload.com but their other senior management will not be joining the new venture.


    We believe that with the combined strength of the Juno and DJdownload brands, we can make the electronic music download market more competitive, improve customer choice and increase your sales volumes"


    Und weiter geht das Sterben... Zwar wird es offenbar weitergehen, aber trotzdem kein gutes Zeichen!

  • Zitat

    Original von Chris Halen
    Wäre ja erschreckend...
    Und regt auch zum Nachdenken an. Nach dem Großen Sterben der Plattenläden & Plattenlabels in physischer Form, jetzt schon der erste Digitale Händler :gruebel:


    Vonyc, DanceRecords, die beiden fallen mir auf Anhieb ein - ist also nicht der erste^^

  • Die Suchfunktion ist wirklich nicht schön (ich brauch sie aber auch nie), aber die Preise sind sehr niedrig, und dass man den ganzen Track anhören kann ist auch sehr fein :)

  • ach du scheisse!!! andy hatte mich erst vor nem halben jahr auf ihn aufmerksam gemachtm und ich habe später fast nur dort gekauft!!!


    der player war genial und ich habe eigentlich auch immer alles gefunden was ich wollte.


    schade! mehr kann man dazu nicht sagen...

  • Zitat

    Original von a'ndY


    Vonyc, DanceRecords, die beiden fallen mir auf Anhieb ein - ist also nicht der erste^^


    + karmadownload


    Schade um djdownload. Habe da eine Zeit lang auch viele Tracks gekauft.
    In letzter Zeit ist der Laden für mich aber obsolet geworden.


    Ein großer Vorteil war natürlich, dass man Tracks vollständig vorhören konnte. Andere Shops bieten teilweise Samples, die einem so gut wie überhaupt nichts über einen Track verraten (weder Break noch Mainpart im Sample enthalten), oder, und das ist das Schlimmste, die genau vor dem Mainpart abbrechen. Das scheint mir besonders bei Audiojelly häufiger vorzukommen. :upset:

  • Wenn DJDownload insolvent gegangen wäre, haben sie was falsch gemacht.
    So einfach ist das...


    Ist nunmal ein Wettbewerbsmarkt und nur die Stärksten gewinnen und es gibt eben immer Verlierer.
    Keine Ahnung, wo die Fehler jetzt genau lagen, aber es wird welche gegeben haben, das ist sicher.

  • Nach der reißerischen Überschrift hatte auch ich mich innerlich schon von meinem favorisierten Download-Laden für elektronische Musik verabschiedet, daher ein Hoch auf Juno, dass sie DJDownload weiter am Leben erhalten! Hoffen wir mal, dass damit nun keine Preiserhöhungen einhergehen und stattdessen vielleicht einmal die immer noch arg in den Kinderschuhen steckende Suchfunktion verbessert wird... :yes:

  • Das ist bitter! Aber das ist eben das Prinzip so einer Insolvenz! Soweit ich weiß muss man in einer Insolvenz 7 Jahre lang (was auch immer) arbeiten, das Einkommen wird direkt zum Großteil gepfändet und dann ist man schuldenfrei. Leider werden bei dieser Rechnung die meisten Labels und Künstler leer ausgehen. Ganz richtig ist das auch nicht. Aber irgendwie müssen die Schulden ja wieder weg und wo kein Geld ist kann man auch keine Rechnungen bezahlen... Für die Betreiber von DJ Download werden diese 7 Jahre schon beschissen genug... komisch nur, dass keiner die Insolvenz hat kommen sehen, oder??? Bzw hätte man den Betrieb ja auch schon eher einstellen können, statt ein Jahr lang noch die Karre an die Wand zu fahren.


    greetz West :D

  • Zitat

    Original von Southern
    Das ist bitter! Aber das ist eben das Prinzip so einer Insolvenz! Soweit ich weiß muss man in einer Insolvenz 7 Jahre lang (was auch immer) arbeiten, das Einkommen wird direkt zum Großteil gepfändet und dann ist man schuldenfrei. Leider werden bei dieser Rechnung die meisten Labels und Künstler leer ausgehen. Ganz richtig ist das auch nicht. Aber irgendwie müssen die Schulden ja wieder weg und wo kein Geld ist kann man auch keine Rechnungen bezahlen... Für die Betreiber von DJ Download werden diese 7 Jahre schon beschissen genug... komisch nur, dass keiner die Insolvenz hat kommen sehen, oder??? Bzw hätte man den Betrieb ja auch schon eher einstellen können, statt ein Jahr lang noch die Karre an die Wand zu fahren.


    greetz West :D



    Öhm, du verwechselt da glaube ich gerade die Privatinsolvenz mit einer Firmeninsolvenz. Firmeninsolvenzen laufen nochmal komplett anders ab. Letzteres lässt sich so adhoc nicht kurz darstellen, vll kann das ja jemand, der irgendwann mal was mit Wirtschaftsrecht zu tun hatte :)

  • Aber ich frag mich, wie das geht, dass jemand ein Jahr lang keine Rechnung bezahlt! Ich schätze doch mal, dass ein Onlineshop normalerweise monatlich Geld an die Labels überweist oder wie läuft das ab? Vielleicht kann Clear Blue dazu was sagen?

  • Bei uns läuft es so ab, dass wir unsere Sachen nicht direkt an den Shop senden, sondern dass das ein Distributor übernimmt (bei uns Label-Worx.com). Die Abrechnungen erfolgen lediglich vierteljährlich.
    Wie die Abrechnungen seitens der Distributoren laufen, kann ich nicht sagen, aber ich denke, dass die mindestens vierteljährlich bezahlt werden, eher sogar monatlich. Warum wir erst zum Ende des letzten Quartals den Hinweis bekommen, dass die keine Rechnungen bezahlt haben, weiß ich auch nicht und das ist natürlich sehr fraglich seitens des Shops und des Distributors.

  • echt mal man braucht doch nicht ein ganzes jahr um pleite zu gehen?!?! bzw. man kann doch so nen shop nicht wenn man pleite ist noch ein jahr weiterführen!?!? es gibt sachen auf der welt die sind einfach zu hoch für mich... ich geh jetzt schlafen ^^

  • Zitat

    Original von Andru
    Das ist echt unschön. Als ehrlicher Käufer fühlt man sich verarscht. Als Label-Betreiber und Künstler umso mehr.


    es gab schon seit 2 Jahren Probleme mit den Abrechnungen von DJ Download. Wir hatte vor kurzem noch drüber nachgedacht, die Auslieferung der Releases dorthin zu stoppen.
    Wenn Juno den Laden schmeisst, braucht man sich aber eigentlich keinen Kopf mehr ums finanzielle zu machen.
    Trotzdem ist es für alle distributer und labels Sch****, wobei wohl die grossen Labels schon ihre Kohle sehen werden, nur die kleinen dürfen wieder in die Röhre gucken......

  • Zitat

    Original von Clear_Blue


    Ganz genau so ist es.


    Das bestiätigt wieder meine Meinung, dass mit Vinyl doch vieles besser war.


    Edit: Ich habe dem Laden schon sehr vertraut, umso eher weil er in der Raveline gut promoted wurde. Unter fast jedem Stück im " Release Bereich " stand der Hinweis, dass man den Track bei DJDownload bekommt. Irgendwann hat die Raveline diesen Hinweis von heute auf morgen nicht mehr gedruckt. Das fand ich irgendwie eigenartig. Ich fand den Aufbau bei DJ Download blöd. Man mußte sich die Tracks von einem Release irgendwie zusammensuchen. Richtig gut hingegen war dieser Player.....

  • Zitat

    Original von Martin F. Lizard
    Das bestiätigt wieder meine Meinung, dass mit Vinyl doch vieles besser war.


    Das zeugt jetzt von meiner Unwissenheit, aber wieso sollte es das Problem nicht auch mit Vinyl gegeben haben? Hat man direkt von den Labels gekauft?

  • Zitat

    Original von Smiling


    Das zeugt jetzt von meiner Unwissenheit, aber wieso sollte es das Problem nicht auch mit Vinyl gegeben haben? Hat man direkt von den Labels gekauft?


    Nein, das Problem wäre dort genau so gewesen. Denn wenn ein Vertrieb bzw ein Onlineshop pleite gegangen wäre dann hätte das Laben, trotz Vinyl, auch nix gesehen. Und ein weiterer im Kreise wäre auch gefährdet gewesen - das Presswerk. Denn bei diesem muss das Label ja erst einmal die Platten kaufen und in Vorleistung gehen. Geht aber der große Onlineshop XY pleite dann sickert das Problem immer weiter nach unten.


    Das gleiche ist ja bei einem anderen Beispiel, der Autoindustrie so. Geht ein Hersteller pleite dann sind ja auch Zulieferfirmen gefährdet, und die kaufen ja auch wieder Teile bei anderen Firmen bis hin zum Händler der die Rohstoffe verkauft.

  • Mal so zur Info:


    Falls ihr die Künstler am meisten unterstützen wollt, bietet sich generell Beatport an.
    Warum?


    1. Die Preise sind höher -> Mehr Geld landet beim Künstler
    2. Meistens machen die Labels die Distribution dort selber (d.H. es gehen keine Prozente an irgendeine Distributionsfirma ab) -> Mehr Geld landet beim Künstler
    3. Wer bei Beatport oben ist, kriegt viel Aufmerksamkeit


  • Naja...


    Beatport ist mittlerweile eine vollkommen in sich geschlossene Gesellschaft. Wir mühen uns seit zwei Jahren immer noch erfolglos ab, auf Beatport zu kommen. Warum kann uns keiner sagen! Jedwede Ablehnung erfolgte ohne Begründung. An der Qualität der Tracks kann es nicht liegen, denn bei Beatport gibt es enorm viel Schrott! Dass vieles von dem, im Vergleich zu uns, höhere Umsätze aufweisen kann, will und kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. In jedem Falle macht es Beatport kleinen Labels enorm schwer.


    zu 1.: Die Preise finde ich eher abschreckend, auch wenn es für Label und Künstler sicherlich schön ist. Aber warum 2,50 € ausgeben, wenn ich den gleichen Track woanders für 0,99 € kaufen kann? Das kann einem keiner erklären. Und die daraus sich ergebenden Preise für Alben/Compilations sind schlichtweg unverschämt. Auch ein Grund, warum ich dort nichts mehr kaufe.
    (Warum stirbt denn die Vinyl immer mehr aus? Weil sie in erster Linie zu teuer ist und sich nicht lohnt.)


    zu 3.: Das ist definitiv richtig. ABER: Es fällt enorm schwer, bei Beatport Sachen zu finden, die mal ein wenig unbekannter sind. Natürlich gibt es sie. Aber über die Menüs landet man immer erst auf den ganzen Empfehlungen. Hier werden also hauptsächlich Tracks von Beatport selber bewusst gepusht, wofür die Labels sicher auch ordentlich blechen müssen. Der Monopolkonzern Beatport festigt so also die Monopole der großen Labels. Ob das so sinnvoll ist? Das ganze geht also nur zu Lasten unbekannter Labels und unbekannter Künstler, die es trotz Qualität gar nicht schaffen können, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, weil sie schlichtweg blockiert werden. Und auch deswegen sieht man in vielen Playlists unterschiedlichster DJs immer wieder nur das gleiche...

  • Ich stimme Clear Blue zu, Beatport wird immer mehr zu einem Monopol.
    Daran sind aber die DJ's selbst Schuld. Anstatt in die Tracks reinzuhören, auch von unbekannteren Künstlern wird auf die bunten Werbebanner geklickt und (ganz schlimm: die Playlisten- Funktion) in den Listen der "großen Namen" herumgewühlt... macht ja weniger Arbeit!
    Und ob tatsächlich mehr Geld bei den Künstlern ankommt... naja schön wäre es... aber die Preise sind auch für einen Support zu überzogen.