• Kann mir mal einer in einfachen Worten erklären, was da gerade abläuft? Es wird geschätzt, dass 1,4 Billionen Dollar "vernichtet" wurden. Was bedeutet "vernichtet"? Ich meine, Geld ist nur der Gegenwert für andere Werte, wie Goldreserven oder Bruttosozialprodukt. Wie kann das "vernichtet" werden?

    So weit ich das verstehe sind Banken ja nichts anderes als Unternehmen. Wenn da jemand Mist baut, warum soll nun die Regierung dafür aufkommen (und mit Regierung ist eher der Steuerzahler gemeint)?
    Außerdem wurde doch immer gesagt, dass jede Bank abgesichert ist, dass es da spezielle Versicherungen im Notfall einspringen. Warum funktioniert das nicht?

    Mir kommt das eher so vor, als wären ein paar Leute zu gierig geworden, und es gibt bestimmt ein paar Leute, die sich die Taschen gefüllt haben.
    Jetzt fehlt nur noch, dass die Bankenchefs, die dafür verantwortlich sind, mit einer dicken Abfindung vor die Tür gesetzt werden.

  • Als grundlage entpuppt sich Wikipedia als gar nicht so übel: http://de.wikipedia.org/wiki/Bankenkrise

    Einen Artikel in der Welt zu dem Thema finde ich nicht schlecht. http://www.welt.de/finanzen/artic…nanzsystem.html

    Letzte Woche lief auch ne sehr informative Talkrunde zu dem Thema bei Maybrit Illner. Evt kann man die Sendung noch im Netz sehen.

    Das Ganze ist sehr komplex. Kurzform: Die Banken haben Kredite vergeben, die eigentlich nicht bezahlt werden konnten (Ursprung: Imobilien in den USA), diese sind dann aber mit anderen Investmentpaketen gebündelt an andere Banken (auch in Deutschland) weitergereicht worden. Durch diese Angebote konnten die Bänker fette Provisionen verdienen, aber an die Langzeitfolgen hat niemand gedacht. Jetzt ist der Knoten geplatzt, und einige Banken stehen vor dem finanziellen Ende. Da sich die Banken gegenseitig Geld leihen, wären von der Insolvenz einer großen Bank wie der Hypo Real Estate auch viele andere Banken betroffen. Das würde die ganze Wirtschat schwächen, da durch das verlorene Vertrauen keine neuen Kredite mehr vergeben werden würden. Diese Kettenreaktion will die Bundesregierung verhindern. Um Panik zu vermeiden hat die Kanzlerin Privatanlegern Sicherheit versprochen. Hätte sie das nicht getan, wären die Menschen in Scharen zu ihren Banken gerannt und hätten ihr Geld abgehoben (hats in England schon gegeben). Das Geld wird in dem Sinne "vernichtet", weil die Bundesregierung -um die Wirtschaft nicht den Bach runter gehen zu lassen- das Übel in Kauf nimmt und (ohne oder nur gegen eine sehr geringe Gegenleistung) den Banken unter die Arme greift. Im Endeffekt zahlt das natürlich der Steuerzahler. Das Thema ist auf jeden Fall heiß!

    greetz West :D

  • Zitat

    Original von GambaJo
    Kann mir mal einer in einfachen Worten erklären, was da gerade abläuft?


    einfach? nein, dafür ist das ganze ein zu weites Feld!

    Zitat

    Original von GambaJo

    Es wird geschätzt, dass 1,4 Billionen Dollar "vernichtet" wurden. Was bedeutet "vernichtet"? Ich meine, Geld ist nur der Gegenwert für andere Werte, wie Goldreserven oder Bruttosozialprodukt. Wie kann das "vernichtet" werden?

    theoretisch hast du recht, praktisch ist das schon lang nicht mehr der fall. beispiel zertifikate: hier werden risiken gehandelt, also genau genommen nix was man anfassen kann
    anderes bsp: optionen
    du erwirbst hier nur die möglichkeit zu einem zeitpunkt x ein produkt y zum preis z zu kaufen. bietet sich dann an, wenn y zum zeitpunkt x billiger ist als der marktpreis zum zeitpunkt x für produkt y.
    auch hier steht hinter der option kein realer gegenwert.


    Zitat

    Original von GambaJo

    So weit ich das verstehe sind Banken ja nichts anderes als Unternehmen. Wenn da jemand Mist baut, warum soll nun die Regierung dafür aufkommen (und mit Regierung ist eher der Steuerzahler gemeint)?
    Außerdem wurde doch immer gesagt, dass jede Bank abgesichert ist, dass es da spezielle Versicherungen im Notfall einspringen. Warum funktioniert das nicht?


    ja sind banken, aber auch nur für bestimmte fälle. und das was gerade abläuft lässt sich nicht versichern. banken haben in ihrer profitgier gezockt. wenn du spielrisikenversichern könntest, dann hätten wir nen paradies für spielsüchtige auf erden. die würden sich gegen z.b. spielverluste beim roulette versichern und falls sie verlieren, dann das verlorene geld von der versicherung bekommen.

    Das was du meinst sind Einlagensicherungsfonds, bei denen die Banken untereinander einspringen, wenn eine andere Bank zahlungsunfähig ist. Das dient dazu, dass Ottonormalanleger wie du und ich sich keine Gedanken darüber machen müssen ob ihr konservativ angelegtes Geld (Girokonto, Sparbuch, Anleihen, Sparbriefe etc.) sicher sind. Aktien etc. sind damit ausdrücklich nicht gemeint, denn Aktien sind, um in der Terminologie von oben zu bleiben, vergleichbar mit Roulettespielen, also Glückspiele.

    Was wir gerade haben ist eine Vertrauenskrise. Banken leihen sich gewöhnlich untereinander kurzfristig (meist nur für einen Tag) Geld,um irgendwo Geschäfte zu machen, ausstehende Zahlungen zu begleichen, Kredite zu vergeben usw. Nun ist es aber gerade so, dass die eine Bank der anderen Bank nicht mehr traut, weil sie nicht sicher gehen kann, dass sie ihr verliehenes Geld irgendwann mal wieder sieht. Folge: Die Banken leihen sich untereinander kein Geld mehr. Das ganze System kommt dann ggf ins Studeln und es kackt alles ab (Weltwirtschaft usw), weil alle irgendwie mit allen vernetzt sind. Das will man verhindern(s. Hypo Real Estate). Wenn man die Hypo nun pleite gehen lässt, wären u.a. andere Banken betroffen(bis zum gewissen Grad verkraftbar) und, was viel schlimmer ist, dein Nachbar, du oder deine Firma könnten betroffen sein, die sich bei der Hypo (oder eine der dazugehörigen Banken) Geld geliehen haben. Wenn die Hypo nun pleite ist, dann sagt der Konkursverwalter/Käufer einzelner Teile (Hedge Fonds bspw): Da sind noch Forderungen und hier und dort usw. ==> du musst sehen wo du das Geld zum begleichen deiner Schuld her bekommst, erst recht wenn du schon mal unpünktlich deine Raten beglichen hast. Summa Summarum: Viele Leute /Firmen/Banken würden ruiniert werden, auch wenn sie eigentlich nicht überschuldet sind, aber sie können halt von eben auf jetzt nicht das Geld herbeischaffen, was sie zum bsp. für eine neue Maschine brauchten, um ihr Produkt herzustellen.


    Zitat

    Original von GambaJo
    Mir kommt das eher so vor, als wären ein paar Leute zu gierig geworden, und es gibt bestimmt ein paar Leute, die sich die Taschen gefüllt haben.
    Jetzt fehlt nur noch, dass die Bankenchefs, die dafür verantwortlich sind, mit einer dicken Abfindung vor die Tür gesetzt werden.

    Word! Die Sache mit der Abfindung kommt auf deren Arbeitsvertäge drauf an. Bei freiwilligem Rücktritt gibs idr nicht so viel/nix. Strafen sind nur möglich, wenn eine Straftat nachweisbar ist, wie Untreue, Pflichten nicht nachkommen usw...

    Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkeln bringen.
    Und für Leute mit VWL/BWL Studium: Plz nicht den Kopf abreißen, ich weiß selbst, dass das so nicht wirklich präzise ist und die ganze Kacke viel komplizierter ist als man sie hier beschreiben kann.

  • die ganze "Kacke" ist ungmein komplizierter ;-)

    zumal das amerikanische Hypothekensystem weit aus anders funktioniert als das dt. HS; im Grunde genommen, wird ja auch seitens der Hypothekenbank kein Geld verliehen - Jeder, der einen Kreidt aufnimmt, beleiht sich ja eigentlich selbst bzw. von seinen zukünftigen Einnahmen; die Bank fungiert lediglich als Vermittler bei der Transaktion einer Immobilie zwischen Käufer und Verkäufer (bei Hauskauf); die Immobilie als Sicherheit wird von der Bank i.d.R. an andere Investoren weiter verkauft (z.Bsp. an einen Fond); um es kurz zu machen - letztlich ist das Problem, dass die Bank gar kein Geld besitzt, sondern lediglich den Wert des Versprechen's des jeweiligen Kreditnehmers hat, irgendwann alles zurückzubezahlen; gehn (und das nicht wenige) Anleger pleite, gehen auch die Banken pleite; sprich, in dem Moment, in dem der Anleger seine Karriere als Hausbesitzer für beendet erklärt, löst sich der Wert der Hypothek in Luft auf und die Sicherheit auf dem Versprechen ist "vernichtet"; das Versprechen von Millionen von zukünftigen Schuldnern ist der Ruin für jede Bank und jeden Investmentfond; und ohne weitere Kreditvergabe kann keine Geldmenge mehr erhöht werden... man könnte jetzt noch mit Inflation und Deflation kommen, aber das würde zu weit führen;

    und gerade bei den Amis sind Immobilien meist in Leichtbauweise aus ein paar Holzlatten erstellt und unterliegen einem Wertverlust, den man in Europa nur von Neuwagen kennt; das ist der Grund, warum in Amerika das Versprechen von Kreditnehmern mehr wert ist, als ihre Hütte; und das ist auch der Grund, warum in Europa eine Hypothek auch noch nach zwanzig Jahren etwas wert ist :D

    die bereits angesprochenen Verpflechtungen der Banken weltweit, macht dies eben zu einem Weltwirtschaftsproblem... leider;

  • :gruebel:

    es gab mal so einen satz den unsere politikergilde jeglicher farbe immer in den
    mund genommen, wenn es um die interessen der bürger ging.

    den geldmarkt darf man nicht regulieren, der regelt sich von selbst.

    wo stehen wir heute, wir als bürger dürfen nun das regeln was die herrschaften verzockt haben mit unseren steuergeldern.

    die regulation des geldmarktes wird von staatsseite verhindert.

    ich könnte kotzen wenn ich so etwas sehe. jeder privatmann wird, wenn er
    seinen privaten haushalt nicht mehr auf der reihe hat, gnadenlos gescholten.

    die herren mit schlips und kragen lassen sich jetzt von papa-staat ihr disaströses
    spekulationsgeschäft bezahlen.

    aus meiner sicht sollen alle banken die es verzockt haben vom boden verschwinden.

    erst dann wird aus meiner sicht eine lehre aus dem desaster gezogen.

    mit dem fangnetz der bürger wird sich der schrott jederzeit wiederholen, weil dann kann man sich ja immrer darauf verlassen das man aufgefangen wird.

    greetz m00n

  • m00n

    Prinzipiell gebe ich dir recht. Wenn ich höre, dass die ganzen Versager jetzt auch noch mit einer Mega-Rente in Pension geschickt werden, bekomme ich das kalte Kotz....

    Aber man kann nicht alle Banken, die sich im Sumpf der Immobilienfonds und Hypothekendarlehen verzockt haben platt machen. Unser System braucht diese Banken, da sie eine Art Regulator der Weltwirtschaft sind. Ohne diese Banken stehen viele Unternehmen vor dem Aus, da laufende Darlehen verfallen und die Unternehmen somit an ihren eigenen Invenstitionen zu Grunde gehen würden. Folge wären tausende Arbeitslose , Inflation/Deflation, Konsumstopp, Pleiten und noch mehr Arbeitslose...Diesen Rattenschwanz kann man jetzt beliebig weit fortühren.

    Banken sind ja prinzipiell nichts schlechtes. Wir müssen nur zusehen, dass wir die großen Banken wieder auf die Beine bekommen und vor allem müssen alle Stümper, die für diese Krise verantwortlich sind, gandenlos zur Rechenschaft gezogen werden. Diese Leute haben aus reiner Profitgier mit dem Geld des kleinen Mannes Finanzakrobatik betrieben und das Geld in Fondmodelle investiert, von denen sie selber keine Ahnung hatten.

    Diese ganzen undurchsichtigen, extrem komplexen Fondmodelle sollten entweder ganz aus unseren Finanzsystemen verschwinden oder wenigstens von einer Art TÜV geprüft und für sicher befunden worden sein, bevor irgendein Juppi unser Geld für sowas benutzt.

  • Zitat

    Original von Skuz
    du erwirbst hier nur die möglichkeit zu einem zeitpunkt x ein produkt y zum preis z zu kaufen. bietet sich dann an, wenn y zum zeitpunkt x billiger ist als der marktpreis zum zeitpunkt x für produkt y.
    auch hier steht hinter der option kein realer gegenwert.

    Wenn man Geld ohne Gegenwert „erschafft“, ist das dann nicht eigentlich Inflation?

    Zitat

    Original von Skuz
    Word! Die Sache mit der Abfindung kommt auf deren Arbeitsvertäge drauf an. Bei freiwilligem Rücktritt gibs idr nicht so viel/nix. Strafen sind nur möglich, wenn eine Straftat nachweisbar ist, wie Untreue, Pflichten nicht nachkommen usw...

    Na ja, mir ist schon klar, dass er kein Verbrechen in eigentlichen Sinne, aber irgendwie ungerecht ist es doch trotzdem.
    Eine so hohe Rente bekommt er doch aber vom ehemaligen Arbeitgeber und nicht vom Staat, oder? Wenn die Bank tatsächlich pleite geht, würde er ja keine Betriebsrente mehr kriegen. Und wenn wir als Steuerzahler die Bank retten, bezahlen wir seine Rente mit.

    Zitat

    Original von m00n
    ich könnte kotzen wenn ich so etwas sehe. jeder privatmann wird, wenn er
    seinen privaten haushalt nicht mehr auf der reihe hat, gnadenlos gescholten.

    die herren mit schlips und kragen lassen sich jetzt von papa-staat ihr disaströses
    spekulationsgeschäft bezahlen.

    erst dann wird aus meiner sicht eine lehre aus dem desaster gezogen.

    mit dem fangnetz der bürger wird sich der schrott jederzeit wiederholen, weil dann kann man sich ja immrer darauf verlassen das man aufgefangen wird.


    Sehe ich genau so.
    So was regt mich so was von auf. Der kleine Mann buckelt und verzichtet um die Wirtschaft langsam wieder in Schwung zu bringen, damit wenigstens seine Kinder es besser haben sollen, und dann kommen solche Heuschrecken und ruinieren alles, wofür der kleine Mann geschuftet hat, und werden dafür auch noch belohnt.
    Und wenn die Jungs jetzt lernen, dass sie im Prinzip kein Risiko haben, weil der Steuerzahler in der Not einspringt, wird das noch ganz andere Formen annehmen.

  • hm. vorige woche stand mal was im videotext, dass die eu bereits an veruntreuungen in milliardenhöhe dran ist (in mehreren eu-staaten im zusammenhang mit der ganzen banken-kacke). will heißen, es gibt schon erste ermittlungen gegen solche "stümper", die jede menge geld von a nach c transferiert, und b einfach weggelassen haben! na mal sehen, ob da wieder einige gelder zurückkommen in die wirtschaft... :gruebel:

  • Zitat

    Original von GambaJo

    Wenn man Geld ohne Gegenwert „erschafft“, ist das dann nicht eigentlich Inflation?

    Das ist die klassische Definition von Inflation, die du da anwendest. Ein Gegenwert muss nicht immer etwas anfassbares, sichtbares sein, wie ein Haus etc. Der Gegenwert dieser Finanzprodukte war das Risiko, dass ein Paket von Krediten an XYZ. Satte Gewinne gabs, wenn alle Kredite einwandfrei und pünktlich abbezahlt wurden. Verluste eben, wenn die Kredite so hätten nie vergeben hätten werden dürfen. Eine Ursache dafür war in den USA die lockere Zinspolitik der FED, die unter Leitung von Alan Greenspan die Zinsen niedrig hielten und damit u.a. die Wirtschaftsmathematiker dazu anregten neue Produkte zu entwerfen, mit denen sich endlich wieder Geld verdienen lies (so oder so ähnlich war gestern der Tenor bei Maybritt Illner)

    Zitat

    Original von GambaJo
    Na ja, mir ist schon klar, dass er kein Verbrechen in eigentlichen Sinne, aber irgendwie ungerecht ist es doch trotzdem.
    Eine so hohe Rente bekommt er doch aber vom ehemaligen Arbeitgeber und nicht vom Staat, oder? Wenn die Bank tatsächlich pleite geht, würde er ja keine Betriebsrente mehr kriegen. Und wenn wir als Steuerzahler die Bank retten, bezahlen wir seine Rente mit.

    Gerecht? Was ist heutzutage noch gerecht? Mit das erste was man als Jurastudent lernt ist, dass Recht und Gerechtigkeit zwei Paar Schuhe sind.
    Ich bezweifel, dass es sich bei den Bänkern um Betriebsrenten handelt. Diese sind nämlich am Aussterben. Die kusierenden Zahlen sollten die staatlichen Renten sein, die die Manager aufgrund ihrer Beiträge zur Rentenversicherung erworben haben (+eventuelle private Vorsorgemaßnahmen)

  • Vor der Inflation habe ich sogar richtig Angst. Wir haben in den vergangenen Jahren doch alle festgestellt, wie alles teurer wurde. Daran war nicht nur die Eröhung der Mehrwertsteuer schuld.
    Daher hats ja auch so viele Streiks bei den Unternehmen gegeben. Alles wurde teurer und die Menschen haben mehr Geld bekommen. => Inflation.

    Wenn man noch Werte besitzt, ist es wahrscheinlich ratsam diese in Sachgüter mit einer geringen Verlustrate zu investieren. Zum Beispiel hält Gold seinen Kurs stabil und es nicht zu erwarten, dass sich das ändert.

    Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass es schnell zu einer Lage kommen kann, bei der plötzlich jeder wieder bei 40 DM startet. Gestern bei Maischberger war ebenfalls die finanzkriese Thema. Dort hat Fritz Vogt (Gründer der kleinsten Raiffeisenbank) es für mich dank seiner Altersweisheit auf den Punkt gebracht. Er sagte er habe nicht Angst davor wieder bei Null anzufangen, sondern er habe Angst vor den politischen Umschwüngen, die so eine Finanzkriese herbeiführen könne!

    greetz West :D

    Einmal editiert, zuletzt von Southern (8. Oktober 2008 um 13:12)

  • Zitat

    Original von Southern
    Vor der Inflation habe ich sogar richtig Angst. Wir haben in den vergangenen Jahren doch alle festgestellt, wie alles teurer wurde. Daran war nicht nur die Eröhung der Mehrwertsteuer schuld.
    Daher hats ja auch so viele Streiks bei den Unternehmen gegeben. Alles wurde teurer und die Menschen haben mehr Geld bekommen. => Inflation.

    Naja das ist nicht ganz richtig. Deutschland hat nach wie vor die geringste Inflationsrate weltweit. Und seit Einführung des Euros hat sich daran auch nix geändert. Klar denkt man, dass man zu D-Mark-Zeiten mehr für sein Geld bekommen hat, das liegt aber daran, dass die Leute meistens nur auf Konsumgüter achten.
    Dass aber z.B. elektronische Geräte wesentlich günstiger geworden sind als zu DM-Zeiten, vergessen die Menschen gerne

    In der Volkswirtschaft bildet man unterschiedliche Warenkörbe mit ähnlichen bzw. substitutionellen Gütern um z.B. das BIP oder Inflationsraten zu messen.
    So kann es vorkommen, das gewisse Warenkörbe eine stärkere Inflation haben als andere. Im Endeffekt war unsere Inflationsrate über die Jahre hinweg aber relativ konstant.

  • Zum eigentlichen Thema hat Skuz schon alles richtig gesagt, dass kann ich alles so unterschreiben; Kompliment, ich sehe Du bist nahe an der Materie dran.


    Zitat

    Original von Southern
    Vor der Inflation habe ich sogar richtig Angst. Wir haben in den vergangenen Jahren doch alle festgestellt, wie alles teurer wurde. Daran war nicht nur die Eröhung der Mehrwertsteuer schuld.
    Daher hats ja auch so viele Streiks bei den Unternehmen gegeben. Alles wurde teurer und die Menschen haben mehr Geld bekommen. => Inflation.

    Wenn man noch Werte besitzt, ist es wahrscheinlich ratsam diese in Sachgüter mit einer geringen Verlustrate zu investieren. Zum Beispiel hält Gold seinen Kurs stabil und es nicht zu erwarten, dass sich das ändert.

    Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass es schnell zu einer Lage kommen kann, bei der plötzlich jeder wieder bei 40 DM startet. Gestern bei Maischberger war ebenfalls die finanzkriese Thema. Dort hat Fritz Vogt (Gründer der kleinsten Raiffeisenbank) es für mich dank seiner Altersweisheit auf den Punkt gebracht. Er sagte er habe nicht Angst davor wieder bei Null anzufangen, sondern er habe Angst vor den politischen Umschwüngen, die so eine Finanzkriese herbeiführen könne!

    greetz West :D

    Zum Thema Inflation kombiniert mit Finanzkrise muß ich aber etwas sagen.

    Viele Leute sind nämlich derzeit der Meinung, dass durch die staatlichen Eingriffe die Verschuldung (und eben Geldmenge) steigen werde, was dann automatisch zu einer höheren Inflation führt. Dem aber ist nicht so. Sämtliche Rettungspakete, wie z. B. das 750Mrd US-Dollar Rettungspaket in den USA, führt aber nicht zu neuen Schulden. Es werden vielmehr private Schulden, vermutlich mit großem Abschlag, eingetauscht gegen staatliche Schulden. Der Gesamtverschuldung der Volkswirtschaft wird dadurch aber nicht erhöht. Zum zweiten haben die Geschäftbanken derzeit Probleme sich selber zu refinanzieren und können deswegen schwerer neue Kredite vergeben. Auch dadurch wird das Anwachsen der Geldmenge verhindert, was wiederum inflationsdämpfend wirkt.

    Die höheren Inflationsraten der letzten Jahre entstanden dadurch, dass die Banken durch die niedrigen Zinsen, die leichte Refinanzierbarkeit durch neuartige Finanzprodukte und sehr liberaler Bankaufsicht immer neue Kredite ausreichen konnten, mit denen etweder Immobilien erworben wurden (Stichwort Immobilienblase) oder manchmal eben auch an den Finanzmärkten (auch Rohstoffmärkte) spekuliert wurde. Ich gehe zwar nicht jetzt von stark fallenden Rohstoffpreisen aus, aber ein seitwärtslaufender Rohstoffmarkt sorgt schon für wieder fallende Inflationsraten. Steht beispielsweise der Benzinpreis in einem Jahr auf dem heutigen Niveau trägt er schon nicht mehr zur Preissteigerung bei.

    Ein gutes Beispiel für eine Volkswirtschaft die unter einer Finanzkrise zu leiden hatte ist Japan in den neunziger Jahre. Dort litten die Banken auch unter faulen Kredite aus Immobiliengeschäfte und konnten nur schwer neue Kredite ausreichen. Die Folge war jahrelange Preisstabilität mit leichten Preisrückgängen. Das Zinsniveau liegt bis heute beim Tagesgeld bei nahe Null Prozent und im Zehnjahresbereich bei 1-2%.

    Die Währungsreformen in den 20er und 40er Jahren waren Folgen der verlorenen Kriege. Bei der ersten Währungsreform lag die Ursache an den Reparationszahlungen. Bei der zweiten Währungsreform war der Kapitalstock, mit welchem die Kredite abgesichert waren, etweder zerbombt oder im Osten enteignet. Das was wir heute erleben ist "nur" eine Finanzkrise.

    Einmal editiert, zuletzt von DoubleUS (8. Oktober 2008 um 15:39)

  • Nun, das stimmt schon.

    Früher gab es eine 128 Mb Speicherkarte für 30€ heute gibt es 2 GB für 5€ Theoretisch müsste man für die 2 GB unmengen mehr ausgeben.

    Aber leider kann man das nicht mehr nachvollziehen. Wir haben den Euro fast 7 Jahre??? Man kann doch nicht davon ausgehen das zu DM-Zeiten die Dose Cola immer noch 80 Pfennig heute kosten würde. Es sind immerhin 7 jahre dazwischen. Das ist so wie mit dem Speicherchip oben genannt. Früher hat man für nen PC mit Windoof 95 2.500 DM bezahlt. Schaut mal heute was ihr für einen PC von 1250€ bekommt.

    Naja, die einzigen die profitieren sind die Sparkasse und Volksbanken hier in DE. habe einen Artikel heute gelesen das sich die Sparkasse KölnBonn in den letzten Wochen um einen Kundenzuwachs von 25% freuen,... Tja die einen profitieren die anderen halt nicht.

    Wird endlich mal Zeit das wir mit unserer Konsumgeilheit mächtig auf die Fresse fliegen.

  • Zitat

    Original von Nils van Bruuk
    Naja, die einzigen die profitieren sind die Sparkasse und Volksbanken hier in DE. habe einen Artikel heute gelesen das sich die Sparkasse KölnBonn in den letzten Wochen um einen Kundenzuwachs von 25% freuen,...

    Warum?

  • Weil sich Sparkassen und Volksbanken größtenteils aus solch dubiosen Geschäften raushalten und eigentlich nur die Banken der "kleinen Leute" sind. Diese Banken haben sich auf Privatkunden spezialisiert und finanzieren in der Regel keine großen Konzerne. Demnach sind sie in erster Linie nur indirekt von der Finanzkrise betroffen.

  • Übrigens ist der DAX heute wieder um 4 % gesunken und in Japan gab es sogar eine Talfahrt von 10%! Die sechs Notenbanken haben nun ihre Zinsen gesenkt, um der Wirtschaftseinbruch durch günstige Kredite wieder entgegenzuwirken. Aber viel hats noch nicht bewirkt. Die Kurse sind trotzdem gefallen.

    greetz West :D

    Einmal editiert, zuletzt von Southern (8. Oktober 2008 um 16:36)

  • Wäre mir voll Latte wenn ich 45.000€ Rente imm Monat bekommen würde, dafür das ich soooo viel Scheiss gebaut habe... Toll, sowas geht nur in den Industrie Staaten. Fürs Scheisse baun auch noch belohnt werden.

    naja wir gucken eh nur dumm und beschweren uns in unseren Stammtisch runden, statt zu demonstrieren. Und ja wir haben es alle verdient mal auf die Fresse zu fallen. Hab ich aber schon erwähnt :D

  • Zitat

    Original von Nils van Bruuk
    Wäre mir voll Latte wenn ich 45.000€ Rente imm Monat bekommen würde, dafür das ich soooo viel Scheiss gebaut habe... Toll, sowas geht nur in den Industrie Staaten. Fürs Scheisse baun auch noch belohnt werden.

    naja wir gucken eh nur dumm und beschweren uns in unseren Stammtisch runden, statt zu demonstrieren. Und ja wir haben es alle verdient mal auf die Fresse zu fallen. Hab ich aber schon erwähnt :D

    Geh demonstrieren! Meld eine an,mach Werbung dafür, arbeite nen Forderungskatalog aus, organier den Kram oder schließ dich einer demokratischen Partei an und versuch dich einzubringen, aber tu was. Dieses ewige Rumgemeckere ohne sich dann im Endeffekt zu engagieren steht mir nämlich bis sonstwo. Egal wo ich hinkomm, sofern über Politik geredet wird, hört man immer dasselbe. Alle meckern, aber keiner will sich engagieren.

  • Zitat

    Original von milhousinho

    Naja das ist nicht ganz richtig. Deutschland hat nach wie vor die geringste Inflationsrate weltweit. Und seit Einführung des Euros hat sich daran auch nix geändert. Klar denkt man, dass man zu D-Mark-Zeiten mehr für sein Geld bekommen hat, das liegt aber daran, dass die Leute meistens nur auf Konsumgüter achten.
    Dass aber z.B. elektronische Geräte wesentlich günstiger geworden sind als zu DM-Zeiten, vergessen die Menschen gerne.

    bei solchen aussagen könnte ich immer wieder auf's klo gehen... :autsch:

    elektronik-geräte können uns aber nicht ernähren! wir brauchen nunmal was zu essen und zu trinken. und wenn ich in den laden gehe und so ne wurst teilweise um 250% im preis gestiegen ist gegenüber "dm-zeiten", dann kaufe ich mir doch nicht ein speichersitck, nur weil der billiger ist!

    überlegt doch mal! :upset:

  • Zitat

    Original von mar she
    bei solchen aussagen könnte ich immer wieder auf's klo gehen... :autsch:

    elektronik-geräte können uns aber nicht ernähren! wir brauchen nunmal was zu essen und zu trinken. und wenn ich in den laden gehe und so ne wurst teilweise um 250% im preis gestiegen ist gegenüber "dm-zeiten", dann kaufe ich mir doch nicht ein speichersitck, nur weil der billiger ist!

    überlegt doch mal! :upset:

    Machen wir ja! Und Fakt ist nunmal, dass zur Inflationsberechnung genauso Non-Food mit berücksichtigt werden muss, wie Food, Mieten, Energie usw.
    Im Übrigen sollten wir langsam mal die Illusion aufgeben, dass Lebensmittel billig sein müssen. Wenn man den Markt die Preisbildung überlassen würde, dann wären die Preise für fast alle Lebensmittel dramatisch höher.
    Wozu dienen denn die ganzen Agrarsubventionen der EU? Wieso ist es manchmal lukrativer Flächen brach liegen zu lassen? Wieso werden überschüssige Lebensmittel nach Afrika weit unter Weltmarktpreis verscherbelt und wieso tötet man damit die dort heimische Agrarwirtschaft? Wieso werden dann auch noch überschüssige Lebensmittel gebunkert, zum Teil vernichtet (Milch in der Vergangenheit)?
    Und wieso tut dann die Mehrheit von uns empört, wenn sie etwas über die Praktiken von Discounter hören, um die Einkaufspreise zu drücken? Ich find sowas scheinheilig! Einerseits soll alles billig sein, andererseits sollen die Erzeuger davon leben können. Das ganze ist ein Tradeoff, bei dem irgendwer draufzahlen muss. Entweder höhere Preise für Lebensmittel oder Lebensmittelerzeuger am wirtschaftlichen Abgrund. Entweder EU Agrarsubventionen, finanziert auch aus unseren Steuergeldern, oder höhere Preise.
    Wieso sieht kaum jemand, dass wir vor knapp einem halben Jahrhundert prozentual wesentlich mehr für Lebensmittel vom Nettoeinkommen aufwenden mussten als heute?(Genaue Zahlen hab ich grad nicht im Kopf aber irgendwas um mindestens 50% Unterschied schwirrt mir im Kopf; Google hilft, das Statistische Bundesamt sicher auch). Wohlstand schön und gut, aber bitte im vernüftigen Rahmen und das ganze bitte auch noch bezahlbar und nicht in einer Sozialutopie wie sie die linken Socken alla Oskar oder Gregor propagieren.

  • Zitat

    Original von GambaJo

    Was im Endeffekt aufs Gleiche raus kommt.

    Nicht ganz, da du hier die Umversteilungsgeschichten innerhalb der EU vergisst. Allein für Deutschland betrachtet wären höhere Lebensmittelpreise bei sinkenden Steuern, für den Bürger wohl günstiger, da Deutschland immer noch mehr in die Töpfe der EU einzahlt, als es rausbekommt.

  • Zitat

    Original von mar she

    bei solchen aussagen könnte ich immer wieder auf's klo gehen... :autsch:

    elektronik-geräte können uns aber nicht ernähren! wir brauchen nunmal was zu essen und zu trinken. und wenn ich in den laden gehe und so ne wurst teilweise um 250% im preis gestiegen ist gegenüber "dm-zeiten", dann kaufe ich mir doch nicht ein speichersitck, nur weil der billiger ist!

    überlegt doch mal! :upset:

    Ich habe lediglich versucht klarzumachen, warum wir trotz gestiegener Lebensmittelpreise, immernoch eine konstante Infaltionsrate haben. Also kein Grund hier auzuflippen.

    Und das in der gesamten Agrarpolitik einiges falsch läuft, ist ja eh kein Geheimnis mehr. Es wird viel zu viel subventioniert. Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Kleines Beispiel:
    Der weltweit größte Produzent von Soja ist Brasilien, obwohl das Klima und der Boden überhaupt nicht für den Anbau von Soja geeignet ist. Folge ist, dass ohne Ende chemischer Dünger verwendet werden muss, damit die Pflanzen überhaupt wachsen. Zudem wird der Regenwald illegal gerodet, damit man dort neue Anbauflächen für Soja schaffen kann.

    Der Wald wird vernichtet, Tiere sterben, Dünger wird versprüht und neben den Soja-Plantagen verhungern Kinder, weil sie nichts zu essen haben.
    Und das ganze bezahlt u.a. die EU.

    Das schlimmste ist aber, dass es weltweit einen Agbotsüberhang an Soja gibt. D.h. es gibt mehr Angebot als Nachfrager. Ergo ist es schwachsinnig soviel Soja anzubauen.

    Kranke Welt.

  • Zitat

    Original von milhousinho

    Aber man kann nicht alle Banken, die sich im Sumpf der Immobilienfonds und Hypothekendarlehen verzockt haben platt machen. Unser System braucht diese Banken, da sie eine Art Regulator der Weltwirtschaft sind. Ohne diese Banken stehen viele Unternehmen vor dem Aus, da laufende Darlehen verfallen und die Unternehmen somit an ihren eigenen Invenstitionen zu Grunde gehen würden. Folge wären tausende Arbeitslose , Inflation/Deflation, Konsumstopp, Pleiten und noch mehr Arbeitslose...Diesen Rattenschwanz kann man jetzt beliebig weit fortühren.

    :p

    vieleicht sollte man den rattenschwanz mal fortführen :huebbel: ....die politik rennt jetzt durch die gegend und vergibt goldenen fallschirme für banken.

    was passiert denn wenn demnächst z.B. die autobauer kollabieren, packen die politiker dann auch die goldene fallschirme aus weil sie kernunternehmen
    unserer gesellschaft sind ?

    das würde doch im resume bedeuten, dass jeder steuerzahler in zukunft geld mitbringen muss um seinen arbeitsplatz zu finanzieren :huebbel:

    irgendwie führt doch der aktuelle kindergarten das kapitalistische wirschaftssystem ad absurdum.

    wenn ich demnächst finazielle probleme haben sollte, bestell ich bei frau merkel eine bürgschaft :D oder ich geh zu meiner bank und sag ich habe eh noch steuerzahleranteile bei dir, sie soll sich mal nicht so haben :D

    das ganze ding ist echt ne riesen witznummer, heute etwas zynisch..aber mehr fällt mir dazu nicht ein :autsch:

    greetz m00n

    Einmal editiert, zuletzt von m00n (12. Oktober 2008 um 23:16)

  • Das Rettungspaket des Bundes ist zwar an sich genommen schon ok, bis auf die Tatsache, dass es mindestens 100Milliarden kostet, aber wenn ich sehe was daraus folgt, dann wird mir schlecht. 100Milliarden sind sicher kein Pappenstil, aber wieso deshalb gleich das Ziel des ausgeglichenen Haushalts quasi ad acta gelegt wird, will mir nicht in den Sinn. Durch die höhere Mwst wurden dem Bund Milliarden zugespült, aber man ist dennoch nicht in der Lage einen ausgeglichenen Haushalt zu erstellen, geschweige denn Schulden abzubauen. Überall wird nur weiter umverteilt, wird Geld für den größten Mist ausgegeben, aber an die Zukunft denken unsere Damen und Herren der Bundesregierung nicht.

  • Zitat

    Original von Skuz
    Überall wird nur weiter umverteilt, wird Geld für den größten Mist ausgegeben, aber an die Zukunft denken unsere Damen und Herren der Bundesregierung nicht.

    Wozu auch. Nach 4 Jahren haben die Jungs und Mädels für sich ausgesorgt. Und fremdes Geld verschwendet es sich leichter.
    Die einzelnen Parteien, egal ob an der Macht oder in der Opposition, denken doch eh nur in 4-Jahres-Schritten. Viele längerfristige Maßnahmen werden nicht durchgezogen, weil man um die nächste Wahl fürchtet.

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    Original von GambaJo
    Wozu auch. Nach 4 Jahren haben die Jungs und Mädels für sich ausgesorgt. Und fremdes Geld verschwendet es sich leichter.
    Die einzelnen Parteien, egal ob an der Macht oder in der Opposition, denken doch eh nur in 4-Jahres-Schritten. Viele längerfristige Maßnahmen werden nicht durchgezogen, weil man um die nächste Wahl fürchtet.

    Das seh ich allerdings etwas anders. Mir als Politikwissenschaftler ist dieses erste Ziel eines Abgeordneten zwar bekannt, jedoch bezweifel ich immer noch die universelle Gültigkeit. Gerade die führenden Persönlichkeiten der Parteien sind sich ihrer Wiederwahl so gut wie sicher, da sie über die Landeslisten abgesichert sind, sofern ihre Partei bundesweit die 5% Hürde schafft. Gleichzeitig sind genannte Personen allerdings die Leader ihrer Parteien und somit Agendasetter! Was mir aktuell fehlt und da stehe ich glaube ich nicht ganz allein im Wald, ist eine Partei, die eine Zukunftsvision hat, die aufzeigt wohin sie dieses Land führen will. Auch wenn ich kein SPD Anhänger bin, so muss ich doch sagen, dass die Agenda 2010 auf so einer Vision beruhte. Unsere Bundeskanzlerin denkt ja angeblich immer alles von hinten durch (Backward Induction, eigentlich ein von mir geliebtes strategisches Element). Wenn ich etwas vom Ende her durchdenke, dann muss ich doch eine Vision haben oder etwa nicht? Leider seh ich hier keine, zumindest wird sie nicht öffentlich kundgetan. Es wird zwar immer wieder mit Phrasen auf die gestrigen ideologischen Grundüberzeugungen hingewiesen, aber Konzepte von gestern nützen nichts für die Probleme von heute, geschweige denn für die Zukunft, wie wir aktuell wieder sehen.

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    Original von Skuz
    Das Rettungspaket des Bundes ist zwar an sich genommen schon ok, bis auf die Tatsache, dass es mindestens 100Milliarden kostet, aber wenn ich sehe was daraus folgt, dann wird mir schlecht. 100Milliarden sind sicher kein Pappenstil, aber wieso deshalb gleich das Ziel des ausgeglichenen Haushalts quasi ad acta gelegt wird, will mir nicht in den Sinn. Durch die höhere Mwst wurden dem Bund Milliarden zugespült, aber man ist dennoch nicht in der Lage einen ausgeglichenen Haushalt zu erstellen, geschweige denn Schulden abzubauen. Überall wird nur weiter umverteilt, wird Geld für den größten Mist ausgegeben, aber an die Zukunft denken unsere Damen und Herren der Bundesregierung nicht.

    Da möchte ich dir widersprechen! Was ist denn wichtiger, das Bewältigen der Finanzkriese oder ein ausgeglichener Haushalt? - Die Finanzkriese könnte die gesamte Wirtschaft runterziehen und die Folgekosten wären sicherlich noch höher als 100 Milliarden Euro. Sicher ist der Haushalt auch wichtig, aber soll man jetzt um den Haushaltsplan einzuhalten, die gesamte deutsche Wirtschaft und das Wachstum völlig lahm legen?!

    greetz West :D

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    Original von Southern


    Da möchte ich dir widersprechen! Was ist denn wichtiger, das Bewältigen der Finanzkriese oder ein ausgeglichener Haushalt? - Die Finanzkriese könnte die gesamte Wirtschaft runterziehen und die Folgekosten wären sicherlich noch höher als 100 Milliarden Euro. Sicher ist der Haushalt auch wichtig, aber soll man jetzt um den Haushaltsplan einzuhalten, die gesamte deutsche Wirtschaft und das Wachstum völlig lahm legen?!

    greetz West :D

    Westi, du hast mich falsch verstanden. Ich befürworte dieses Rettungspaket. Was mich allerdings stört, dass man nicht bereit ist auf der anderen Seite Einschnitte bei anderen Haushaltsposten zu machen, um an dem meiner Meinung nach, laschen Ziel der Haushaltskonsolidierung festzuhalten. Klar belasten 100Mrd den Haushalt, aber wieso kann man dennoch nicht versuchen 2011 einen zumindest ausgeglichen Haushalt zu präsentieren. Geld ist da, es wird nur verschwendet für jede Menge unnützten Kram wie Quersubventionen über alle Bereiche, Entwicklungshilfe für China etc. Wenn die große Koalition gewollt hätte, dann hätte sie mit der Mwst Erhöhung und den gestiegenen Steuereinnahmen sogar schon einen zumindest ausgeglichen Haushalt präsentieren können. Aber was haben die Jungs&Mädels stattdessen gemacht? Die Mehreinnahmen+weiter NEUE Schulden ausgegeben und das war vor der Finanzmarktkrise.

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    Original von m00n

    vieleicht sollte man den rattenschwanz mal fortführen :huebbel: ....die politik rennt jetzt durch die gegend und vergibt goldenen fallschirme für banken.

    was passiert denn wenn demnächst z.B. die autobauer kollabieren, packen die politiker dann auch die goldene fallschirme aus weil sie kernunternehmen
    unserer gesellschaft sind ?

    greetz m00n


    Das mag sich jetzt ungerecht anhören, aber zwischen Banken und der restlichen Industrie besteht ein wichtiger Unterschied: Eine Volkswirtschaft kommt ohne Autoindustrie aus, sie kommt auch ohne Chemie-, Pharma- oder Ölindustrie aus; Stadtstaaten wie Singapur haben keine Agrarindustrie; aber alle Volkswirtschaften brauchen ein funktionierendes Banksystem, sonst landen wir wieder beim Tauschhandel.

  • Dadurch, dass der Staat sich verbürgt, könnten wir im aller aller schlimmsten Falle, wenn alle Banken Pleite gingen auf diese Summe kommen. Die eigentliche Finanzspritze des Staates, um die Peite der Banken zu verhindern beträgt wohl "nur" 100 Milliarden.

    greetz West :D