Dann will ich mal meine Eindrücke wiedergeben. Für mich war es seit der Transmission 2019 das erste Trance Großevent. Einlass ging ruckzuck, Garderobe war bei meinem Eintreffen fast leer, auch hier kein Stress. Schon mal positiver Start. Als nächstes mit dem Bezahlsystem beschäftigt und auch hier war ich richtig begeistert. Online Guthaben wählen, QR Code vom Armband scannen, mit Kreditkarte bezahlen fertig, innerhalb weniger Sekunden. Hier merkte man wieder, wie weit andere Länder uns mit der Digitalisierung voraus sind. Negativ sind mir einzelne Typen aufgefallen, die aggressiver als nötig durch die Masse sind, zum Schluss auch immer mehr mit freien Oberkörper. Das kenne ich von Punkkonzerten anders, wo es klare Ansagen gibt, dass die Klamotten anzubleiben haben. Dass Menschen in Türen stehen bleiben, um sich zu unterhalten, oder an der Bar Gruppen bilden und gar nicht anstehen ist auch so eine Unart, aber das kann man dem Festival nicht ankreiden.
Zur Musik: das erst Set, das ich mitbekommen habe, waren Ebenezer, ehrlich gesagt ist mir davon nix hängen geblieben. Danach bei Digital Culture mehr in die Mitte, hier war an feiern aber nicht zu denken. Ständig schoben sich Menschen vorbei. Der Sound war aber auch bescheiden. Die Bässe hat man kaum mitbekommen, von hinten gab es extremen Hall. In der zweiten Hälfte des Sets fand ich den Klang dann aber besser. Weiß nicht, ob nachgesteuert wurde, oder ob es daran lag, dass weniger Uplifting gespielt wurde.
Danach über viele Ecken zur Noisetalgia Stage, musste Mensch erst einmal finden. Hier war es deutlich entspannter von der Menge her. Indecent Noise hat ein dreistündiges Set gespielt, das ich fast vollständig mitgenommen habe. Gerade die ersten zwei Stunden waren voll mit Trancetiteln aus meiner Jugend, die ich teilweise noch nie so gehört habe, weil ich entweder noch zu jung war, oder in unseren Disco solche Musik einfach nicht lief. Bei zB "Catch" im Ferry Corsten Remix, "DJ Culture" oder auch "Silence" (Tiesto ISOS Remix) hatte ich durchaus auch mal eine Träne im Auge, einfach zu schön. In der dritten Stunde wurde es dann härter, und damit die ideale Einstimmung auf Nifra.
Nifra war für mich die Person, auf die ich mich am meisten gefreut habe und ich wurde nicht enttäuscht. Tatsächlich war ihr Set wie eine Art best of ihrer letzten Sets. Jedes Lied von dem ich gehofft hatte, dass sie es spielt, hat sie auch gespielt. Erwartungen für mich voll erfüllt. Die Laser waren zu dem Zeitpunkt auf vollen Programm. Was da aufgefahren wurde, auch mit den Lasern von den Seiten war schon super. Das Strahlergestell über der Tanzfläche, das abgesenkt und gekippt werden konnte fand ich aber auch stark. Ich hoffe jetzt auf offizielle Videos, um diese Lichtshow im vollen Umfang noch sehen zu können. Kameras gab es ja zahlreich
Die Nacht habe ich schließlich mit DuMonde ausklingen lassen. Mir gefallen die Sachen von den beiden auch heute noch immer gut, aber zu dem Zeitpunkt war bei mir dann langsam die Luft raus. Und ein knapp halbstündiger Weg zum Hotel war ja auch noch vor mir.
Bei der Kleidungsausgabe dann leider noch der größte Kritikpunkt. Das ging so langsam... Die Leute waren entweder total unmotiviert oder, sorry, unfähig. Wenn ich eine Marke mit 0035 abgebe, warum rennt sie dann erst einmal zu der Reihe 101 -... Und das hatte ich auch bei Leuten vor mir beobachtet, dass oft erstmal in eine ganz andere Richtung gelaufen wurde, und das auch nicht unbedingt schnell.
Alles in allem eine super Nacht, an die ich mich noch lange erinnern werde 