[2008-07-18/20] Melt! Festival 2008, Ferropolis (Gräfenhainichen)



  • Zitat

    Original von Hayden (über den non-Trance-Event-Bereich)
    Denke in den nächsten Wochen sollte die Sommer Open Airs dort die dominierende rolle spielen.


    Das war mein Stichwort! :D


    Ich mache mir ja schon seit einiger Zeit Gedanken, welches Festival ich in diesem Sommer präferieren soll. Und die Auswahl ist, vor allem wenn man nicht mehr auf Uplifting Trance steht, sehr groß. Hier ist das bisher bestätigte Line-Up des Melt! Festivals in der Nähe von Dessau.


    * Alter Ego
    * Björk
    * Booka Shade
    * Boys Noize
    * Burger/Voigt (live)
    * Crookers
    * Daniel Haaksman
    * Die Türen
    * Editors
    * Efdemin
    * Ellen Allien
    * Franz Ferdinand
    * Gui Boratto
    * Kissy Sell Out (live)
    * Len Faki
    * Miss Kittin & The Hacker (live)
    * Modeselektor
    * Sascha Funke
    * Supermayer (live)
    * Tobias Thomas
    * The Mitchell Brothers
    * The Teenagers
    * Tomas Andersson
    * Turbostaat
    * Uffie & Feadz


    UPDATE [2.3.08]:
    Battles
    Cobblestone Jazz [SIZE=6]nur für Kollege B =)[/SIZE]
    dEUS**
    Does It Offend You, Yeah?
    Friendly Fires
    Fujia & Miyagi
    GusGus
    Hercules and Love Affair
    Mathew Jonson
    Klee
    Kate Nash
    Renato Ratier
    Róisín Murphy
    Stereo MC’s
    The Whitest Boy Alive
    The Wombats


    UPDATE [9.4.08]:
    The Notwist
    Zoot Woman
    Robyn
    Blood Red Shoes
    Mr. Oizo
    Steve Bug
    PeterLicht
    Get Well Soon
    Operator Please
    Jack Penate
    Henrik Schwarz (live)
    M.A.N.D.Y.
    Why?
    Miss Plattnum
    Lightspeed Champion
    Superpunk
    Navel
    Fotos
    MEN (Le Tigre DJs)
    Late Of The Pier
    Rummelsnuff
    Ladyhawke
    Skream
    Markus Kavka
    Mathias Kaden
    Moenster (Lexy vs. Gunjah)


    Fett habe ich die Acts markiert, die auch hier im Forum desöfteren genannt werden. Weiter stechen Namen wie Björk, Editors oder Franz Ferdinand hervor - eine derartige Mischung (und Qualität!) ist einzigartig in der deutschen Festivallandschaft. Für die Sparte "der letzte Indie-Hype" wurden dann noch Bands wie Die Türen oder The Teenagers verpflichtet. Und man sollte sich in nächster Zeit auf der unten angegebenen Webseite informieren, denn es folgen ja noch einige Acts.


    Vielleicht noch ein paar allgemeine Worte zum Festival: Wenn die Besucherentwicklung der letzten Jahre sich dieses Jahr fortsetzt, dürfte das Melt! an der 20.000 Besucher-Grenze kratzen. Die Tickets kosten 45 (nur Sonntag) bis 85 (Freitag bis Sonntag) Euro plus Gebühren. Björk wird am Sonntag auftreten und macht die Geschichte dadurch ein wenig teurer.


    Insgesamt ein sehr interessantes Festival, bei der ich mir noch den einen oder anderen Hochkaräter erhoffe. Vielleicht heißt es für mich nach vier Nature Ones in Folge dann das erste Mal "ab nach Ferropolis". :huebbel:


    http://www.meltfestival.de/

  • Sehr sehr interessantes Lineup, da muss ich dem Andru schon zum jetzigen Zeitpunkt, wo das Ganze noch längst nicht vollständig ist, absolut zustimmen! Das Konzept des friedlichen Zusammenlebens zwischen elektronischer und Gitarrenmusik macht das Festival wirklich einzigartig - zudem werde ich ganz kribbelig, wenn ich Bandnamen wie Franz Ferdinand, Editors, Björk, Die Türen und Turbostaat neben Größen der elektronischen Musik wie Gui Boratto, Sascha Funke, Booka Shade, Supermayer oder Ellen Alien lese. Einzig der Zeitpunkt Mitte Juli könnte etwas knapp in einer Klausurphase werden... :hmm:


    Tante Edith meint, dass ein ehemaliger Braunkohletagebau als Schauplatz des Melt!-Festivals auch locker mit der Pydna mithalten dürfte. ;)

  • das melt! ist zwar ganz in meiner nähe, leider hab ichs bis jetzt auchnoch nie auf die reihe gekriegt mir das mal aus der nähe anzusehen, dabei ist das line-up fast jedes jahr so hochkarätig besetzt ...


    hab nur gehört, dass es wohl jedes jahr immer sehr geil gewesen sein soll ... auch so von der location her(ist ja gleich nen see daneben)


    naja ich wart mal noch auf das line-up von der SMS, dann seh ich weiter :D

  • So, die Festivalleitung hat sich vor zwei Tagen zu weiteren Neuankündigungen entschlossen. Die genannten Namen (oben bereits editiert) ermutigen mich noch mehr, das Melt! zu favorisieren. Einige interessante Namen wie Kate Nash, The Whitest Boy Alive, Stereo MC's und The Wombats sind jedenfalls dabei. GusGus und Mathew Jonson würde ich mir auch anschauen.


    Insgesamt: :huebbel:

  • Gus Gus auf der Mayday war nicht so pralle, weils einfach nedd dahinpasste. Auf nem Melt Festival sieht das sicher anders aus.


    Cobblestone Jazz ist ja mal cool. Also wirklich Andru, die hätten aber auch besondere Hervorhebung verdient von dir...


    Würde echt gerne dahin, aber Lopa ginge vor, wenn ich überhaupt in Schland sein sollte...

  • Ja das Melt... Ein Freund von mir war letztes Jahr dort und war sehr beigeistert. Seitdem spiele ich auch immer wieder mit dem Gedanken dieses Festival mal zu besuchen. Das Lineup gefällt mir wirklich gut. Der Preis ist allerdings wirklcih happig. Aber man besucht so ein Festival ja auch nicht jeden Tag.

    "Ich finde die meisten nehmen sich für Coldplay nicht die Zeit, die man braucht, um zu merken, dass Coldplay nicht depressiv ist, sondern vielmehr top geeignet, sich seiner selbst bewusst zu werden und über sein Leben zu sinnieren."

  • DAS KOMPLETTE LINE-UP BISHER [Stand 09. April 2008] (Neuzugänge fett)



    Alter Ego | Battles | Björk | Blood Red Shoes | Bonde do Role | Booka Shade | Boys Noize | Burger/Voigt | Cobblestone Jazz | The Cheapers | The Count & Sinden (live) | Crookers | Daniel Haaksmann | David Dorad | dEUS | Die Türen | Does It Offend You, Yeah? | Editors | Edu K | Efdemin | Ellen Allien | Empro | Fabiano | Fotos | Franz Ferdinand | Friendly Fires | Fujiya & Miyagi | Get Well Soon | Gui Boratto | Gus Gus (live) | Henrik Schwarz (live) | Hercules And Love Affair | Jack Penate | Kate Nash | Kissy Sell Out (live) | Klee | Ladyhawke | Late Of The Pier | Len Faki | Lightspeed Champion | Luna City Express | M.A.N.D.Y. | Marcus Meinhardt | Markus Kavka | Markus Welby | Mathias Kaden | Mathew Jonson | MEN (Le Tigre DJs) | The Mitchell Brothers | Miss Platnum | Miss Kittin & The Hacker | Modeselektor | Moenster | MC Gringo | Mr. Oizo | Mutlu | Navel | The Notwist | Oliver Koletzki | Operator Please | PeterLicht | Renato Ratier | Robyn | Sascha Funke | Skream | Stereo MCs | Steve Bug | Supermayer | Róisín Murphy | The Teenagers | Tobias Thomas | Tomas Andersson | Turbostaat | Uffie & Feadz | The Whitest Boy Alive | Why? | The Wombats | Zoot Woman

    Rummelsnuff | Superpunk

    Für mich ist die Wahrscheinlichkeit dorthin zu fahren nach dem letzten Update gestiegen. :yes:

  • Mensch, Mensch ... da haben die Macher des Festivals zum Schluss aber noch einmal ein paar ordentlich heiße Eisen aus dem Feuer geholt. Bei der Indie-Fraktion von Get Well Soon, Peter Licht, Lightspeed Champion, Fotos, The Notwist und Jack Peñate läuft mir in der Tat einmal wieder das Wasser im Munde zusammen - aber auch Robyn, Zoot Woman und M.A.N.D.Y. sind auf keinen Fall zu unterschätzen. Es bleibt mir also nur, dass hier zu bestätigen:


    Zitat

    Original von Andru
    Für mich ist die Wahrscheinlichkeit dorthin zu fahren nach dem letzten Update gestiegen.


    :yes:

  • 11 Namen sind nun da, die mich interessieren. Plus die anscheinend sehr coole Location. Aber gegen Love Parade hat das keine Chance. Und an dem Wochenende ist auch die Extrema Outdoor in Eindhoven, habe ich gerade gesehen. Das Lineup kommt erst in 8 Tagen, aber wenn es nur halb so genial ist wie letztes Jahr, dann würden meine Chancen zum Melt zu fahren wohl noch weiter sinken...

  • Neuster Neuzugang ist Alexander Marcus :yes:
    Schweinegeilo! Den muss ich unbedingt mal sehen, hoffentlich schafft der es irgendwie auch auf die Love Parade...


    Auf nach Papaya!



    Ohohoho, Hot Chip auch noch....
    Damn, das wird ja immer härter :(

    In the forest, there's a monster - and it looks so very much like me

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  • Ehrlich gesagt hab ich mich über Alexander Marcus bisher am wenigsten gefreut, aber schön dass die Geschmäcker verschieden sind. ;) Hot Chip gehört allerdings zu den "Must See"-Acts.


    Ich überlege momentan noch, ob ich wegen Björk und meinen Helden von Get Well Soon das komplette Ticket kaufen soll, oder doch lieber die um 20 € günstigere Variante ohne die Sonntags-Acts... :gruebel:

  • Zitat

    Original von Andru
    So, der Timetable ist jetzt online. Ich freu mich und hole mir sehr wahrscheinlich das "volle Programm"-Ticket. :huebbel:


    Da führt wohl kaum ein Weg dran vorbei, wann hat man schließlich sonst noch einmal die Chance, für 20€ mehr Hot Chip, Battles, Get Well Soon und Björk zu erleben!? Und wenn ich mir den Timetable so anschaue, bekomme ich gleich wieder ein Glänzen in den Augen... In einem Monat ist es ja schließlich auch schon soweit! :yes:

  • Traurigerweise haben die Wombats mittlerweile abgesagt. Nichtsdestotrotz verkünde ich hier mit meinem 2500. Beitrag, dass ich natürlich auch mit am Start sein werde, da ich mir das 3-Tage-Wach-Ticket gerade bestellt habe.


    Tante Edith hat gerade einen Plan für mich erstellt, den ich - ohne Gewähr natürlich - versuchen werde, einzuhalten. Als kleine Anmerkung vorweg sei gesagt, dass sich die Running order aus dem ersten Post schon wieder geändert hat.


    Freitag:
    18 - 18:40 Uhr: Fotos (MS)
    19 - 20:30 Uhr: Gui Boratto (BW)
    (20 - 20:40 Uhr: Blood Red Shoes (MS))
    21 - 21:40 Uhr: The Teenagers (GS)
    22:10 - 23:10 Uhr: Kate Nash (MS)
    23:30 - 1 Uhr: Supermayer (BW) oder dEUS (MS)
    1 - 2:30 Uhr: Editors (MS)
    2:30 - 3:30 Uhr: Zoot Woman (MS)
    3:30 - ? Uhr: Ellen Allien (BW)
    ? - 6 Uhr: Skream (RBMAF)


    Samstag:
    17:30 - 18:40 Uhr: PeterLicht (MS)
    18:40 - 20 Uhr: Møenster (Lexy vs. Gunjah) (BW)
    (19:30 - 20:10 Uhr: Erlend Øye (MK))
    ???
    21 - 22 Uhr: The Notwist (MS)
    22:30 - 23:10 Uhr: Miss Platnum (MK)
    23:30 - 0:10 Uhr: The Whitest Boy Alive (MK)
    0 - 1:30 Uhr: Franz Ferdinand (MS)
    ???


    Bezüglich der Lücken am Samstag muss ich mich wohl noch etwas über die Acts informieren oder hammer nach seiner fachkundigen Meinung fragen.


    Cheers!


    Noch ein Edit: DJ Supermarkt einen sehr steilen Mix zusammengeschraubt, dessen Link und Playlist im MySpace-Blog vom Melt! ersichtlich ist. Ich find ihn sehr ansprechend.

  • Nej nej nej, die Melt!-Leute haben die Running Order am Freitag schon wieder durcheinandergwürfelt und Gui Boratto jetzt um 5 Stunden nach hinten verschoben. Demnach schlage ich also folgenden aktualisierten Plan vor:


    Freitag:
    18:00 - 18:40 Uhr --- Fotos (MS)
    19:00 - 19:40 Uhr --- Lightspeed Champion (MS) oder Dúné (GS)
    20:00 - 20:40 Uhr --- Blood Red Shoes (MS) oder Turbostaat (MK)
    21:00 - 22:00 Uhr --- Blackmail (MK)
    22:20 - 23:20 Uhr --- Kate Nash (MS)
    Rest von Supermayer (BW)
    00:00 - 01:00 Uhr --- Gui Boratto (BW)
    01:00 - 02:10 Uhr --- Editors (MS)
    Rest von Die Türen (MK)
    02:40 - 4:00 Uhr --- Ellen Alien (BW)
    04:00 - schaun mer mal: Sascha Funke (BW) oder Skream (RBMAF)


    Samstag:
    17:30 - 18:40 Uhr --- PeterLicht (MS)
    18:40 - 20:00 Uhr --- Møenster (Lexy vs. Gunjah) (BW)
    (19:00 - 19:40 Uhr --- Superpunk (MS))
    (19:30 - 20:10 Uhr --- Erlend Øye (MK))
    20:00 - 21:00 Uhr --- Cobblestone Jazz (BW)
    21:00 - 22:00 Uhr --- The Notwist (MS)
    22:30 - 23:10 Uhr --- Miss Platnum (MK)
    23:30 - 00:00 Uhr --- The Whitest Boy Alive (MK)
    00:00 - 01:30 Uhr --- Franz Ferdinand (MS)
    02:00 - 03:00 Uhr --- Roisin Murphy (MS)
    03:00 - 04:00 Uhr --- Len Faki (BW)
    04:00 - schaun mer mal --- Matthew Johnson (BW)


    Nur gut, dass wir uns um den Sonntag keine großen Gedanken machen müssen... ;)

  • Oh man, dieses Jahr wäre ich echt zu gerne beim Melt! dabei gewesen, zumal ich definitiv nicht allein hätte hinfahren müssen. Leider stecke ich noch mitten in der Prüfungsphase und das Wochenende ist schon verplant. Ich wünsche aber allen, die am Start sind, ein bombiges Festival - und hoffentlich bessert sich das Wetter noch. :yes:

  • So, ich bin seit ein paar Stunden zurück vom Melt! Festival. Wie ihr ja wisst, habe ich zusammen mit hammer die Feierlokation zwischen den Braunkohlebaggern unsicher gemacht.


    Musikalisch gesehen hat sich das Programm für mich auf jeden Fall gelohnt. Fotos haben wir wegen zu langer Einlasszeiten zwar verpasst, aber die erfrischende dänische Band Dúné hat das ohne Probleme wieder wettgemacht. Blood Red Shoes waren ganz solide, Blackmail haben gut gerockt und zu einem kurzen Abstecher zu den Teenagers und Adam Green hat es für mich auch noch gereicht. Dann setzte der große Regen ein und ich flüchtete auf den überdachten Floor, den Klee bespielen sollten, anstatt Kate Nash auf dem Open Air Floor zu begutachten. Die Gute hatte sich offenbar ohnehin verspätet. Klee war ganz gut und Zoot Woman danach hervorragend. Noch besser wurde es zu Gui Boratto, der seinen atemberaubenden Atmospheric Techno in den (nun wieder) trockenen Nachthimmel schmiegte. Mit diesem Hochgefühl gingen wir zu den Editors, die ebenfalls traumhafte Musik spielten. Ihre Hits durften da nicht fehlen, das versammelte Auditorium war begeistert. Danach ließ Ellen Allien erst mal etwas Luft aus dem Stimmungsreifen. Ihr Sound zeichnete sich durch extreme Basslastigkeit und einen Mangel an (für mich erkennbarem) Konzept aus. Anschließend ließen wir uns von Skreams noch basslastigem Dubstep-Sound massieren, der in seiner rauen Schönheit aber durch nervtötende MCs zerstört wurde, so dass wir um 4:30 Uhr sichtlich mitgenommen den ersten Festivaltag für beendet erklärten.


    Am Samstag kamen wir (fast) pünktlich zu PeterLicht, der - man muss es so sagen - einfach cool ist! Seine Lieder gehen einfach unter die Haut. Moenster (Lexy vs. Gunjah) haben einen gut schiebenden Sound abgeliefert, Kakkmaddafakka erfrischenden Neo-Rock-whatsoever gespielt und Cobblestone Jazz angejazzten Techno performt. Gänsehautmomente bei schier endlosen Soundfrickeleien bestaunten wir bei The Notwist. Leider konnten wir daraufhin nicht Miss Platnum sehen, da die betreffende Location wegen Überfüllung geschlossen wurde. Also vertrieben wir uns die Zeit bei Mathias Kaden und wärmten uns dort für Franz Ferdinand auf. Die Schotten machten mir einfach Spaß und die Laune war trotz der fortgeschrittenen Stunde und sich meldenden Rückens ganz oben. Danach ging es wieder zurück zum Zeltplatz.


    Get Well Soon war am Sonntag unser erster Act - und was für einer! Bei einem Konzert in Dortmund konnten wir uns schon von ihren Qualitäten überzeugen, und mich haben sie nicht enttäuscht. Gerne wieder - und zwar beim Juicy Beats Festival. :yes: Die Battles haben mich dann eher kalt gelassen, aber mangels Alternativen haben wir uns die mal gegeben. Hot Chip war dann aber - neben Dúné - die Überraschung des Wochenendes. Statt bravem Elektropop rotzte uns die von der misablen technischen Situation (Mikrowegwerfen inklusive) angekotzte Band einen knarzenden Elektrorock vor die Füße, der sich gewaschen hatte. Björk konnte da sogar teilweise mithalten, denn ihre Beats hatten es in sich. Ruhige Stücke waren aber auch mit von der Partie. Das Manko an ihrem Auftritt war der extreme Besucherstrom, den sie anlockte. Sich zu bewegen war nahezu ausgeschlossen.


    Kommen wir zum allgemeinen Teil. Positiv waren die entspannte Campingsituation (ohne Ohrenstöpsel schlafen, sich beim Unterhalten nicht anschreien zu müssen, freundliche Ordner auf dem Campingplatz) ließ mein bisheriges Hausfestival, die Nature, in einem ganz schlechten Licht da stehen. Allerdings gehörten auch lange Schlangen vor den Duschen, die obendrein auch noch kalt waren, dazu. Da half es auch nicht viel, dass jeder seine eigene Duschkabine hatte. Auch Dixies gab es sowohl auf dem Campingplatz als auch auf dem Festivalgelände zu wenig. Die Location ist echt ein Hingucker und macht richtig was her. Im Gegensatz zur Nature One ist das Gelände auch für Veranstaltungen konzipiert worden, so dass man nicht etwa matschige Hügel hinaufklettern musste. Trotzdem war es hier und da matschig, was sich aber zum Glück nur auf die kleinen Floors und Teile der Zugangswege beschränkte. Meine Schuhe kann ich jetzt zwar mehr oder weniger Wegschmeißen, aber das war es wert.


    Fazit: Großartige Bands (Editors, Franz Ferdinand, Hot Chip, Dúné, PeterLicht, The Notwist, Get Well Soon, ...), ein paar herausragende DJs (vor allem Gui Boratto) und ein weitgehend entspanntes Camping haben bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Negativ fielen die teilweise schlechte Organisation (sanitäre Anlagen) und überfüllte Floors (Miss Platnum, The Whitest Boy Alive, Björk) auf. Je nach Line-Up werde ich nächstes Jahr wieder zum ehemaligen Braunkohletagebau fahren. :yes:

  • Danke für das ausführliche Review, Andru. Hat Spaß gemacht zu lesen.
    Gui Boratto hätte ich auch so gerne gesehen. Der hat aber bestimmt ziemlich gefroren. Er ist sicher andere Temperaturen gewohnt, doch den Sound den er bringt verbreitet ohnehin so viel Wärme. ;) Ich hoffe, dass ich ihn auch mal erleben darf. :)

  • So, ich lasse es mir natürlich ebenfalls nicht nehmen, einen kleinen Rückblick auf 3 Tage Melt! unter dem Motto "Gitarren, Synthesizer, Gewittergüsse und strapazierte Lendenwirbel" zu ziehen, obschon ich in den meisten Punkten mit dem Andru konform gehe... ;)


    Destination Ferropolis - mit dieser Devise ging es am Freitagmorgen auf die rund 400 km von Westfalen ins äußerste Sachsen-Anhalt, wobei uns auch ein extrem schmaler Betondurchlass am Dreieck Kassel-Süd, einige Landstraßen-Passagen in Thüringen sowie eine Straßensperrung kurz vorm Ziel nicht aufhalten konnten, uns nach 5 Stunden auf dem Asphalt auf einem der mit äußerst lässigen Ordnern ausgestattenen Campingwiesen auszubreiten. Viel Zeit zum Entspannen blieb dann zwar nicht mehr, schließlich waren die Fotos um 18 Uhr bereits fest eingeplant, was allerdings aufgrund eines Bandwurm am Bändchentausch leider doch ins Wasser fiel. Zudem blieb es nicht bei der sprichwörtlichen Bedeutung dieser Redewendung, so machte nach den gut aufgelegten Blackmail (inklusive Massen-Pogo-Choreographie) eine gut gefüllte Regenwolke auf sich aufmerksam, welche einige Teile der grandios illuminierten Schaufelradbagger-Feierlokation in den obligatorischen Festival-Matsch verwandelte. Die Begeisterung für die Auftritte der überragend synthrockenden Dänen von Dúné, der gitarrenflirrenden Große-Gesten-Melancholiker von den Editors sowie Techno-Atmosphäriker Gui Boratto, der u.a. "Mr Decay", "Anunciación" und "Haute Couture" zum Besten gab, konnte das natürlich nicht trüben. Aber auch Zoot Woman und Klee auf der überdachten "Gemini Stage" machten es sehr schwer, sich nicht von ihnen mitreißen zu lassen. Den Abschluss bildete schließlich MC-geschwängerter Dubstep mit Skream, der ordentlich Bässe unter die schlammige Grasnarbe schickte, wobei zur Schonung unserer Lendenwirbel aber gegen 4:30 der Rückweg angepeilt wurde. :yes:


    Der Samstag gestaltete sich tagsüber (also ab 12:30 Uhr) wettertechnisch erneut in einem uneinheitlich wolkigen Bild, wobei sich Petrus natürlich pünktlich fürs Warten auf völlig überfüllte Shuttle-Busse (vom Campingplatz nach Ferropolis) sowie den anschließenden Auftritt von Peter Licht, der um 17:30 den Anfang des zweiten Festivalabends machen sollte, den ersten Gewitterguss des Tages ausgesucht hatte. Das tat der Stimmung allerdings kaum einen Abbruch, sodass der Jubel bei den ersten Sonnenstrahlen gegen Ende seines extrem liebenswürdigen Auftritts groß war. Weitere Highlights waren die groß aufspielenden Franz Ferdinand, welche zudem mit einigen Vorboten zum neuen Album nicht geizten und The Notwist, welche ihren frickeligen Indielectro trotz dreiviertelstündiger Verspätung durch einen zweiten, noch um einiges heftiger augefallenen Gewitterguss, der zeitweise die Hauptbühne unter Wasser setzte, an den Mann bzw. die Frau brachten. Zwischendurch ließen wir uns zudem von den entspannten Klängen von Cobblestone Jazz sowie später Matthias Kaden umschmeicheln - unsere durch und durch mit Wasser vollgesogenen Schuhe konnte zwar auch das nicht mehr trocknen, aber was nimmt man nicht alles in Kauf!? Den hoffnungslos überfüllten Zustand einer zum Klub umfunktionierten Lagerhalle, in der wir Miss Platnum und The Whitest Boy Alive verpassten, würde ich allerdings nicht dazu zählen... :no:


    Glücklicherweise machten sich dann am gestrigen Sonntag einige blaue Lücken am Himmel bemerkbar, die mit einem gut aufgelegten Westwind dann auch unsere Schuhe gut durchfönten. So konnten wir schließlich am letzten Festivalabend in erstaunlich trockenem Ambiente die Auftritte von Get Well Soon (wunderbar indiefolkig), Hot Chip (herrlich druckvoll und noch viel besser als auf Platte) und nicht zuletzt Björk höchstpersönlich genießen. Der verquere Math Rock von Battles ließ uns zwar weitgehend kalt, dafür wurde es in der engsten Menschenmasse des Wochenendes bei Björk trotz der damit einhergehenden Bewegungsarmut umso wärmer. Besser hätte das Melt! 2008 jedenfalls nicht zu Ende gehen können... Und wenn es im nächsten Jahr auch mehr Dixies, einen besser organisierten Bändchentausch und weniger Schleusenöffnungen von oben gibt, dann kann das Ganze nur noch besser werden, als dass es dieses Jahr schon war. Amen! :D