Lange & Andy Moor "Stadium Four"

  • Artist: Lange & Andy Moor
    Titel: Stadium Four
    Label: Ava Recordings
    Release: Oktober 2009






    Der Titel hat einen wunderbaren, leicht sommerlich-verträumten Aufbau und einen schönen Schluss. Allein der Mittelteil, der mit einem knarzigen Break die ganze Harmonie aus dem Track katapultiert, macht den anfangs begeisternden Eindruck wieder kaputt. Ohne diesen zweimaligen krachenden Einschub wär's ein toller Track geworden, aber so finde ich das Potential verschenkt. 4 / 6. (Ein solcher Stilelementemix dürfte ja mindestens seit Eteson und Zirenz' Hymm allgemein bekannt sein, aber ich kann mich da nicht mit anfreunden und hoffe, dass das nicht zum allgemeinen Trend wird.)


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    Edit: Ein paarmal mehr hören erhöht die Bewertung auf 4.75 / 6 :yes:

  • Hört sich für mich genau nach dem an, was man bei einer Zusammenarbeit von Lange und Moor erwartet.


    Am Anfang der melodische Teil von Andy Moor und dann das krachende Gebälk von Lange.


    Solche Stilwechsel sind nichts ungewöhnliches (für den einen oder anderen, insbesondere ASOT-Hörer vielleicht ungewohnt).


    Ich meine kurz vor dem Stilwechsel auch einen Hauch Paul van Dyk zu erkennen, zumindest im Mixing.


    Ich bin auch der Meinung, das der Track zu langweilig wäre (es sei denn es ist nur ein Intro), wenn da nicht das gewisse Etwas käme.


    Trotzdem haut mich das auch nicht von den Socken.


    4/6

  • Mir gefällt der Track auch gut. Und ich würde das nicht unbedingt als Stilwechsel bezeichnen, nur weil es nach dem melodischen Teil mit Geknarze weitergeht. In meinen Augen wird der melodische Teil gerade deswegen aufgewertet, weil sich der "Käse" nicht durch den ganzen Track zieht.

    "Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern." (Jean Cocteau)

  • Mich überzeugt der Track irgendwie gar nicht. Von Gareth Emery gibts noch nen Mashup mit dem Break von Leathal Industry in der Mitte. Das rettet es für mich aber auch nicht.


    3/6

  • Ansprechende Geschichte, die die beiden Inselaffen Andy Moor und Lange hier zusammengeschustert haben, denn gerade aufgrund des markanten Stilwechsels entfernt sich der Track glücklicherweise von plätschernder Durchschnittsware und offenbart beide Produzenten als vollwertige Mitglieder dieser Kollaboration. :yes:


    Den Titel Stadium Four scheinen die beiden zwar auf einer fünftklassigen Flohmarktresterampe geschenkt bekommen zu haben, in musikalischer Hinsicht zeigt sich das Ganze jedoch schnell wesentlich kreativer veranlagt und umgarnt die Gehörgänge nach verhaltenem Beginn bald mit sphärischen Vocalschwaden à la Andy Moor, welche im Hintergrund der herannahenden Bassline für die ersten melodischen Andeutungen in diesem Track verantwortlich sind. Die Bassline wiederum, welche sich im Dreiländereck von progressiven, elektroiden und techigen Gefilden ansiedeln lässt, schwört ihrerseits die ersten Melodieflächen herauf, auf welchen sich die Vocalfragmente nun noch eine gute Ecke galanter in Szene setzen können, während aus dem Untergrund schließlich eine Tonfolge heranschleicht, mit der das Ganze seine Atmosphäre endgültig sommerlichen Klangfarben anvertraut. Im anstehenden Break wird dies im weiteren Verlauf besonders deutlich, wenn sich besagte Melodielinie auf herrlich entspannten Flächen vollends entfalten darf und eine wunderbare Mischpoke aus Euphorie und Zurückgelehntheit zu kreieren weiß. Im Anschluss ist dann allerdings Schluss mit Gefühlsduselei und das Stück stürzt sich in ein angenehm drückendes Tech-Gewand à la Lange aus stakkatierter Bassline und enorm fragmentierten Melodiefetzen, sodass dem gemeinen Hörer die Bedeutung des Wortes "Kontrast" überaus deutlich vor Augen geführt wird. Im Hintergrund tauchen zwar mit zunehmender Dauer wieder flächige Klänge und Vocalschwaden auf, akkurat sphärische Momente erlebt man allerdings erst wieder im zweiten Break, das als Bonsai-Variante seines Vorgänger durchgeht und das Stück somit im Anschluss in techig-progressiver Manier zu Ende läuft. Das hier angewandte Trackprinzip wurde zwar in den letzten Jahren einigermaßen ausgereizt, einzelne Vertreter dieser Gattung (wie auch Stadium Four) schaffen es allerdings immer noch, dass ich meine Fühler ausstrecke und gesunde 5/6 ertaste... ;)

  • Habe mir in der Zwischenzeit ebenfalls einmal den Lost Stories Remix zu Gemüte geführt und festgestellt, dass mir die vom indischen Duo Prayag Metha und Rishab Joshi überarbeitete Version von Stadium Four sogar noch ein kleines Stück mehr zusagt als das Original der beiden gestandenen Briten. Verantwortlich dafür zeigt sich vor allen Dingen die noch etwas progressiver gestaltete Herangehensweise, welche mit einem ansehnlich klickernden Intro beginnt, aus dem sich einige elektroide Alternativtöne auch auf den Beat hinüberretten können und zusammen mit den Vocalschwaden aus dem Original in einem Kurzbreak für den ersten Ausschlag der Spannungskurve nach oben sorgen. Als gelungener Gegenpart darf sich im Anschluss dann erst einmal eine groovende Bassline entfalten, welche allerdings nicht allzu lang vom erneut heranschwebenden Vocalnebel allein gelassen wird. Weitere Alternativtöne hellen zudem die Szenerei auf, bevor das Ganze sich nach einer weiteren kleinen Solofahrt der Bassline dann endgültig in sphärischer Manier aufplustert und mit dezent elegischem Flächeneinsatz intensitätssteigernd in Richtung des Breaks stürmt. Die wunderbare Originalmelodie taucht dabei zunächst nur als subtiler Flächenteppich auf, wobei sie zunächst noch einigen entspannten Arpeggioklängen den Vortritt lassen muss, bevor ihr im Folgenden dann doch noch genug Entfaltungsfreiraum geboten wird und das Stück somit in sphärischer Hinsicht überaus warme Gefilde betritt. Zum Ende des Breaks hat die Hörerschaft dann genug heile Welt in sich hineingezogen, sodass zur passenden Kontrastierung im Untergrund des Ganzen nun wieder die progressive Basslinewand auf den Plan tritt und mit ihren elektroiden Begleittönen auch im weiteren Verlauf erst einmal für groovende Gemüterberuhigung sorgt. Einzig die Vocalschwaden zeugen hierbei noch von der einstigen sphärischen Intensität, ehe in einem letzten Kurzbreak die schwebende Melodie aus dem Original doch noch einmal kurzzeitig den Track beehrt - der Rest setzt sich zusammen aus eiligem Rückbau und der feierlichen Vergabe von verdienten 5,25/6. :D

  • Zitat

    Original von Steffen M.
    Die Melodie ist ein Traauum! Den Stilwechsel finde ich auch nicht so prikelnd, aber ich kann mich damit anfreunden! Er zerstört mir meine Stimmung noch nicht wirklich! Von mir gibts insgesamt 5,25/6 Punkten für dieses Stück! :)


    Sehe ich recht ähnlich. Wirklich tolle eingängige Melodie! Der techige Part geht gut ab, könnte aber besser sein. 5,25/6 ebenfalls, besonders wegen der Traummelodie!