Beiträge von hammer

    Ich klnnte bisher ebenfalls nur die Version von Andain mit den weiblichen Vocals, welche mir 2004 auf einer Bloom betitelten Mix-CD von Gabriel & Dresden zum ersten Mal über den Weg gelaufen ist, allerdings erreicht das Ganze erst mit der Stimmlage von Dave Gahan eine solch sphärische Intensität, die sich auch mit dem Original der von mir nicht erst seit gestern sehr geschätzten Depeche Mode messen lassen kann. Dass auch dieser Remix bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, merkt man ihm für meinen Geschmack auf jeden Fall zu keinem Zeitpunkt an - aber was soll man auch erwarten, wenn sich zwei für ihre produktionstechnische Zeitlosigkeit bekannten Masterminds wie Josh Gabriel und Dave Dresden an Here Is The House wagen. Das Ganze überzeugt dabei nicht nur durch seinen angenehm progressiv groovenden Untergrund, der die düstere Melodielinie aus dem 86er-Original in überzeugender Art und Weise umgarnt, sondern auch durch einen perfekten Spannungsbogen. Ein erstes Break fängt die anwachsende sphärische Dunkelheit auf, bevor aus dem neblig verschleierten Hintergrund schließlich wieder die herrlich subtile Bassline hervorlugt und im Zusammenhang mit dem unaufgeregten Restdrumming dann bald auch Dave Gahan dazu anstiftet, diesem Remix mit seiner markanten Stimme sphärisch zu veredeln. Hierbei entwickelt sich nun zudem eine überaus interessante Symbiose aus 80er-geschwängerten Melodieelementen und Effekten aus dem Original sowie dem dezent groovenden Progressive-House-Gewand der beiden amerikanischen Produzenten, welches in und nach dem zweiten Break schließlich zu Höchstform aufläuft. Im Untergrund wabern dazu stets einige Vocalfragmente, wenn Dave Gahan zwischendurch immer mal wieder für einige Momente aufs Altenteil geschoben wird, sodass die wunderbare Dichte der hiesigen Atmosphäre auch über längere Strecken keinen unnötigen Rückfall erleidet, ehe der Track sich schlussendlich dann doch dem unumgänglichen Rückbau widmet. Alles in allem komme ich jedenfalls endlich einmal wieder nicht drumherum, diesen Remix posthum mit mehr als verdienten 6/6 aus meinem staubigen Rezensions- und Bewertungskeller zu belohnen... ;)

    Irgendwie werde ich beim hiesigen Track den Eindruck nicht los, dass Josh Gabriel seine Kreativität hat baumeln lassen, um damit dem auf Armins ASOT 2009 vorherrschenden, pop-orientierten Vocalformat zu entsprechen. Sicherlich waren auch genügend Stücke von G&D mit Vocals ausgestattet, jedoch bewegten sich diese in den allermeisten Fällen weit entfernt von solch lieblicher Belanglosigkeit wie im Falle von Deep Down... :hmm:

    Der Original Mix weist dabei zwar viele gute Ansätze auf, kommt aber für meinen Geschmack nicht so richtig in Schwung, was vor allen Dingen den immer wieder auftauchenden Vocalpassagen und der dazugehörigen einschläfernden Wirkung geschuldet ist. Anfangs präsentiert sich das Ganze allerdings erst einmal in einem techhousig arrangierten Drumming, zu dem sich nach kurzer Einwirkzeit bereits ein progressives Basslinefragment sowie erste sphärische Flächenanbandlungen gesellen. Letztere sorgen dabei auch gleich für die erste Tempoverschärfung, wenn sie sich zunehmend intensiver aus dem Hintergrund hochschrauben, bevor ein erstes Break auch schon die unausweichlichen Vocals auspackt, welche sogleich einen Pakt mit den dezenten Melodieansätzen schließen. Im Anschluss mündet dies in einer subtilen Melodielinie, welche sich auf dem angenehm groovenden Drumming entfaltet, dann aber wieder von der stimmlichen Schläfrigkeit der Sängerin übertüncht wird. Auch das nächste Break schließt sich leider diesem Trend an und verfrachtet die minimal inspirierten Melodietöne in den Hintergrund der belanglosen Vocalschiene, sodass das Atmosphärenpotenzial, welches die Melodieebene in meinen Ohren zweifelsohne besitzt, nicht richtig augeschöpft werden kann. Erst im weiteren Verlauf, wenneine arpeggierte Tonfolge wie Phönix aus der Asche auf dem groovenden Untergrund Platz nimmt, entsteht endlich genug Raum für die vollendete Entfaltung der leicht mystisch anmutenden Atmosphäre. Leider wird auch diese Melodielinie anschließend wieder von den charakterlosen Vocals überrollt, ehe das Ganze sich bereits wieder langsam zurückbaut, um schließlich in einem schwebenden Outro zu enden. Dass auch hier noch einmal ohne Rücksicht auf Verluste geträllert wird, muss ich wohl nicht extra erwähnen - summa summarum festigt sich dadurch nur der durchschnittliche 4,25/6er-Anstrich. :yes:

    Für mehr Ecken und Kanten sorgt dann der Josh Gabriel Remix, der zwar nicht auf die Vocals verzichtet, diese aber nicht ganz so vehement in den Vordergrund stellt und dafür lieber durch stampfenden Electroprog kontrastiert. So wird der gemeine Hörer von Beginn an mit einem ebensolchen Drumming konfrontiert, aus welchem nach anderthalb Minuten und einiger überaus dezenter Melodieandeutungen im Hintergrund eine Bassline mit nicht zu verachtendem Elektrobratzen-Flair entsteigt und für die nächsten Momente den interessanten Begleiter der nun einsetzenden Vocals aus dem Original bildet. In Kooperation mit schwankendem Effekteinsatz entwickelt das Ganze dabei einen gelungen auf- und absteigenden Spannungsverlauf, wobei die Spielzeit der Vocals für meinen Geschmack zwar erneut kurzzeitig überreizt wird, diese aber immerhin in und nach dem anstehenden Break noch einige Portionen mehr Gegenwehr erhalten, wenn sich aus den Untiefen des Stücks eine (sicherlich meinungsspaltende, weil gewöhnungsbedürftige) Melodiefolge in leicht verschimmelter Elektro-Optik ihren Weg freibahnt und mit Acid-Effekten und Stakkato-Bassline die Gehörgänge der Hörerschaft freispült. Innerhalb eines kleinen Rückzuggebiets der Tonfolge ertönen zwar noch einmal einige Vocals, diese müssen sich allerdings schnell wieder der brachialen Präsenz des vorherrschenden Electroprog geschlagen geben. Alles in allem überzeugt mich dieser Remix zwar etwas mehr als das Original, mehr als 4,5/6 sind allerdings auch hier aufgrund fehlender sphärischer Merkmale nicht drin...

    Habe mir in der Zwischenzeit ebenfalls einmal den Lost Stories Remix zu Gemüte geführt und festgestellt, dass mir die vom indischen Duo Prayag Metha und Rishab Joshi überarbeitete Version von Stadium Four sogar noch ein kleines Stück mehr zusagt als das Original der beiden gestandenen Briten. Verantwortlich dafür zeigt sich vor allen Dingen die noch etwas progressiver gestaltete Herangehensweise, welche mit einem ansehnlich klickernden Intro beginnt, aus dem sich einige elektroide Alternativtöne auch auf den Beat hinüberretten können und zusammen mit den Vocalschwaden aus dem Original in einem Kurzbreak für den ersten Ausschlag der Spannungskurve nach oben sorgen. Als gelungener Gegenpart darf sich im Anschluss dann erst einmal eine groovende Bassline entfalten, welche allerdings nicht allzu lang vom erneut heranschwebenden Vocalnebel allein gelassen wird. Weitere Alternativtöne hellen zudem die Szenerei auf, bevor das Ganze sich nach einer weiteren kleinen Solofahrt der Bassline dann endgültig in sphärischer Manier aufplustert und mit dezent elegischem Flächeneinsatz intensitätssteigernd in Richtung des Breaks stürmt. Die wunderbare Originalmelodie taucht dabei zunächst nur als subtiler Flächenteppich auf, wobei sie zunächst noch einigen entspannten Arpeggioklängen den Vortritt lassen muss, bevor ihr im Folgenden dann doch noch genug Entfaltungsfreiraum geboten wird und das Stück somit in sphärischer Hinsicht überaus warme Gefilde betritt. Zum Ende des Breaks hat die Hörerschaft dann genug heile Welt in sich hineingezogen, sodass zur passenden Kontrastierung im Untergrund des Ganzen nun wieder die progressive Basslinewand auf den Plan tritt und mit ihren elektroiden Begleittönen auch im weiteren Verlauf erst einmal für groovende Gemüterberuhigung sorgt. Einzig die Vocalschwaden zeugen hierbei noch von der einstigen sphärischen Intensität, ehe in einem letzten Kurzbreak die schwebende Melodie aus dem Original doch noch einmal kurzzeitig den Track beehrt - der Rest setzt sich zusammen aus eiligem Rückbau und der feierlichen Vergabe von verdienten 5,25/6. :D

    Zitat

    Original von Skuz
    Eigentlich benötigt diese Nummer zwingend eine blumige Beschreibung von hammer!

    Kein Problem - melde mich soeben zurück aus dem Blumenbeet, wo ich mir noch einige Inspirationen für meine Rezension geholt habe, sodass ich mich nun voll und ganz dem wunderbar spätsommerlichen Silent Drop widmen kann. Im Gegensatz zu meinen Vorrednern hat mir allerdings nicht der große Nick Warren, sondern Henry Saiz in einem seiner stets feinsinnig-neotrancig agierenden Mixe den Weg zu diesem gelungenen Track des spanischen Produzenten Marc Dosem geebnet, der den gemeinen Hörer bereits nach wenigen Momenten mit angenehm zwirbelnden Melodieklängen konfrontiert, welche sich dezent aus der Tiefe des Raums nach vorn arbeiten. Sogleich legt sich ein wunderbar schwebender Schleier über den noch etwas kargen Untergrund, der sich zunehmend von einer subtilen Bassline aus progressiven Gefilden unterstützen lässt und damit zudem weitere Melodietöne aus der Reserve lockt, welche sich in entspannter Art und Weise mit den bisherigen vereinen und in ihrer stakkatierten Instrumentierung dem schimmernden Klangteppich auch etwas mehr Struktur beizubringen vermögen. In dieser Formation bewegt sich das Stück dann schnurstracks auf das erste richtige Break zu, in dem sich die Melodietöne in ihrem bekannten Arpeggio nun weiteren Akkorden öffnen und dadurch einen leicht mystischen Charakterzug in der hiesigen Atmosphäre zu verorten wissen, während im Hintergrund einige kontrastierende Alternativtöne für weitere Abwechslung sorgen. Die melodische Entfaltung scheint auch dem Drumming zu gefallen, auf dessem subtil brummender Basis sich die zwirbelnden Tönen zwar wieder etwas weniger experimentierfreudig zeigen, dafür mutieren die Hintergrundtöne erneut zum entscheidenden Element, das sowohl in sphärischer als auch in groovender Hinsicht überzeugt und im weiteren Verlauf sogar von einigen Streichern umgarnt wird. Selbige legen im anstehenden zweiten Break sogar einen kleinen Solotrip hin, bevor sie sich galant aus dem Hinterausgang verabschieden und den bekannten Melodietönen wieder den sphärischen Vortritt lassen. Das hält sie jedoch nicht davon ab, kurz vor Toreschluss noch einmal kurz ihren Kopf in den hiesigen Track zu stecken, ehe das Ganze schlussendlich mit für meinen Geschmack verdienten 5,5/6 über den Jordan geht. :D

    In der Tat auch eine in meinen Ohren überaus interessante Trackauswahl, mit der John Digweed die elfte Ausgabe seiner labeleigenen Mix-CD-Reihe ausgestattet hat. Da mein Musikbudget in diesem Herbst allerdings bereits jetzt arg auf Krücken geht, muss ich eine etwaige Aneignung der Bedrock 11 schweren Herzens erst einmal auf Eis legen. Gut zu wissen, dass Tracks von solchen Tellerrand-Größen wie Guy J, Marc Marzenit, James Zabiela, Nick Muir, Petar Dundov und Guy Gerber in der Regel solch zeitlose Charakterzüge in sich tragen, dass ich sicherlich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch voll auf meine Kosten kommen werde. Wer den vielfältigen Klangwelten von Progressive House nicht ganz abgeneigt ist, sollte hier auf jeden Fall keine Scheu an den Tag legen! :yes:

    N'Abend zusammen!

    Habe gerade mit großem Bedauern festgestellt, dass ein großartiger Silbermedaillengewinner aus einer der letzten TOTW-Wahlen in der hiesigen Tracksrubrik leider noch keine Erwähnung gefunden hat. Dabei handelt es sich um niemand Geringeren als Josh Gabriel, der nach seinen letzten, im Großen und Ganzen doch überaus techhousig agierenden Tracks nun bei Entanglement wieder mit trancigen Verstrickungen um die Ecke gekreuzt kommt. Das Ganze trägt zudem unverkennbar die Handschrift, mit der Josh Gabriel das Progressive-Märtyrer-Duo Gabriel & Dresden nach vorn trieb und dürfte daher auch für alle diejenigen, die der Auflösung dieses legendären Projekts noch nachweinen und mit den letzten Stücken eher weniger anfangen konnten, mehr als nur einen Hördurchgang wert sein. Erschienen ist der Track natürlich auf Gabriels Armada-Sublabel Different Pieces, das sich angenehm aus dem teilweise etwas breiigen Massengeschmack des niederländischen Labelimperiums heraushebt. :yes:

    Entanglement, für das leider hier nur eine knapp dreiminütige Hörprobe existiert, bringt jedenfalls endlich wieder einmal alle Vorzüge des Gabriel'schen Klangkosmos auf einen Nenner! Das fängt bereits mit dem elektroid inspirierten Untergrund an, der sich nach einer entspannten Aufwärmphase, in dem das Ganze sich noch recht minimal zeigt und erste subtile Melodiefragmente durch den Raum schweben lässt, ab einem ersten Kurzbreak die Unterstützung einer stakkatierten Bassline à ala G&D sichert. Zusammen mit den schimmernden Melodietönen im Hintergrund entwickelt sich dabei eine leicht vibrierend anmutende Atmosphäre, welche im Anschluss allerdings erst einmal durch die Reduzierung auf das trocken groovende Drumming in gelungener Art und Weise kontrastiert wird. Dass hier Abwechslung groß geschrieben wird, wird der Hörerschaft schnell bewusst, wenn sich aus der Tiefe des Raums die bekannten Melodiefragmente erneut herauswirtschaften und auch ihre sphärischen Feinheiten mit im Gepäck haben, während die Bassline sich immer mal wieder in Intensitätsschwankungen probiert und mit einer solchen schließlich auch das nächste Break einleitet. Da diese hier zunächst im Vordergrund einige Kunststückchen vollführt, fühlt man sich umso mehr geschmeichelt, wenn sich aus dem Untergrund dann doch noch eine weitere Melodielinie anschleichen darf - und dieser merkt man an, dass Josh Gabriel wieder einmal all sein Herzblut in die schwelgenden Synthieflächen gesteckt hat, sodass das Stück nun eine überaus trancige Wendung nimmt und dabei einen herrlich untergroovten Schwebecharakter entfaltet. Zwischendurch ist zur Abwechslung sogar noch ein kleines Bassline-Solo drin, bevor die wunderbar sphärischen Melodieflächen dem Ganzen noch ein zweites und letztes Mal die Krone aufsetzen und im Anschluss schon wieder der Rückbau forciert wird. Summa summarum kratzt das Stück mit seinen 5,75/6 daher für meinen Geschmack auch an der Höchstmarke und zeigt wieder einmal, wozu das gewisse Etwas, die alte Tante, noch fähig ist... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    In dieser Woche kann sich Fabio XB ob meiner Stimme glücklich schätzen, da mich das dazugehörige Gesamtpaket - allerdings bitteschön ausschließlich die Dub-Versionen! - am meisten überzeugt und Josh Gabriel leider nur einen durchschnittlichen Vocaltrack ins Rennen schickt... :hmm:

    N'Abend zusammen!

    Nachdem hier in den letzten Wochen doch für meinen Geschmack teilweise etwas zu sehr in den Vergangenheit geschwelgt wird, möchte ich mal wieder die Lanze für eine ganz frische EP aus dem Hause Natura Sonoris, dem Label des aufstrebenden spanischen Produzenten Henry Saiz, brechen. Verantwortlich dafür zeigt sich ein Landsmann unter dem Pseudonym 7th Key, der zwar auch mir bisher noch kein Begriff war, mit seinem Debüt aber in überzeugender Manier in die genregrenzenausgrenzende Kerbe schlägt, der sich das Label verschrieben hat. Als Referenz fungiert dabei am ehesten noch die Beschreibung "progressive elektronische Musik mit der gewissen Portion melodischer Tiefe", womit die EP genau meinen derzeitigen Geschmack trifft. Erschienen ist das Ganze jedenfalls letzte Woche in digitaler Form und kann auf der Myspace-Seite des Künstlers in voller Länge genossen werden. :yes:

    Der Titeltrack West Waves macht dabei seinem Namen zu Beginn alle Ehre und rollt mit wellenartig aufspielenden Effekten an, die sich auf einem überaus monotonen Drumming ausbreiten und dabei zusehends von diesem in die Schranken gewiesen werden, wenn sich die dazugehörige Bassline mehr und mehr zu einer zwielichtigen Gestalt entwickelt. Aus der Tiefe dieses Raums bahnen sich jedoch in wundersamer Weise auch die ersten Melodietöne ihren Weg nach vorn, wobei sie nach einigen Momenten schließlich sogar in der Lage sind, ihre Präsenz deutlich zu verstärken und in unterschiedlichen Intensitäten und Tonlängen die Düsternis des progressiv drückenden Untergrunds zu kontrastieren. Sporadisch eingespielte Alternativmelodieklänge in herrlich subtiler Instrumentierung sorgen in diesem Zusammenhang für die weitere Intensivierung sphärischer Wärme inmitten des dunklen Trackumhangs und leiten im weiteren Verlauf auch das anstehende Break ein, in dem sich zunächst knisternde Spannung breitmacht, wenn sich sämtliche Elemente in den Hintergrund des Stücks verabschieden und dabei nur noch schemenhaft agieren. Hierbei ist es die progressiv-monotone Bassline, die sich schließlich ein Herz fasst und aus ihrer U-Haft entlassen wird, sodass im Folgenden die bekannte melancholische Melodielinie diesem Beispiel folgt, ehe auch das Drumming wieder ausgefahren wird, auf dem sich zunächst wieder nur die tröpfelnden Melodiefragmente in Szene setzen können. Mit ihrem zunehmend intensiver gestalteten Einsatz sowie weiteren unterstützenden Tonfolgen baut sich der Track dabei erneut ein wunderbar wärmendes Nest, das sich stetig in neuen Formationen zusammenstellt und es somit für den Hörer an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken gibt. Mit der Bassline, welche nach dem Break zudem regelmäßig leicht knarzige Ausflüge unternimmt, sowie der melancholischen Melodiefolge begibt sich der Track dann auf seine letzten Meter, um schlussendlich in einem wellenförmigen Outro seine imho überaus verdienten 5,75/6 in Empfang zu nehmen. :D

    Die digitale B-Seite namens Prediction End bewegt sich in meinen Ohren dann insgesamt auf einem etwas geradliniger zu bezeichnenden Klangpfad, welcher sich zudem mehr an klassischen Progressive-House-Strukturen entlanghangelt. Anfangs erwartet die Hörerschaft jedenfalls erst einmal ein sphärisches Intro, indem sich interessante Melodiestrukturen ihren Weg in die Gehörgänge freischaufeln, ehe das Ganze hinterrücks von einem Beat übermannt wird, der sich im weiteren Verlauf durch eine dezent groovende Bassline unterstützen lässt. Die Trackbasis hält sich jedoch zugunsten der Entfaltung der zunehmend gefestigter erscheinenden Melodiekonstukte zurück, sodass das Stück sich vollends auf seine leicht verworrenenen Tonfolgen konzentrieren kann, welche in und nach dem ersten Kurzbreak allerdings von einer fein austarierten Alternativmelodielinie ersetzt werden, ehe in der anschließenden Phase schließlich dem Untergrund eine kleine Solofahrt gegönnt wird. Diese nutzt die Bassline auch sogleich, um sich etwas mehr Druck anzueignen und der alsbald wieder aus dem Hintergrund hervorlugenden Melodieebene etwas mehr Gegenwehr bieten zu können. In progressiver Art und Weise geht der Track dann in sein nächstes Break über, das diesem wiederum neue Melodietöne auf dem Silbertablett serviert und die herbstlich anmutende Atmosphäre damit weiter ausschmückt, denn auch die bisherigen Melodiefolgen scheinen ganz entzückt von ihren neuen Begleitern zu sein. In Zusammenarbeit mit dem Drumming dürfen sich im letzten Drittel dann allmählich auch alle bisherigen Melodieelemente unisono präsentieren und dem Ganzen einen leicht hypnotischen wirkenden Abschluss verleihen, ehe ein letztes Kurzbreak den Rückbau des Ganzen initiiert. Alles in allem nicht ganz so stark wie sein Vorgänger, mit gesunden 5,25/6 jedoch immer noch ziemlich weit vorn dabei! ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mit seinem in diesem Jahr aus der Taufe gehobenen Label Break New Soil scheint Gregor Tresher in meinen Ohren nach einem kleinen Zwischentief wieder eine gute Portion Kreativität inhaliert zu haben. Besonders deutlich wird dies auf seinem vor wenigen Wochen auf den Markt geworfenen Album The Life Wire, aus dem nach dem hervorragenden The Heartbeat Orchestra nun auch der Titeltrack seine verdiente Vinylveröffentlichung bekommt. :yes:

    Der Original Mix tritt dabei in die legitimen Fußstapfen des überragenden A Thousand Nights und besticht ebenso wie sein Vorbild durch eine hypnotische Melodielinie, welche sich in Form einer angenehm sphären Endlosschleife dezent aus dem Hintergrund heranschleicht und zunehmend Gefallen an dem mit fragmentiertem Stimmengewirr angereicherten Techhouse-Untergrund findet. In dieser Phase geistern die flächenartigen Melodieversatzstücken zwar noch etwas orientierungslos durch den Raum, durch die nach einem Kurzbreak einsetzende Bassline in herrlich groovender Eingängigkeit erhalten sie allerdings schließlich eine gelungene Konstante, an der sie sich im weiteren Verlauf entlanghangeln und dabei peu à peu an sphärischer Intensität zunehmen. Die nötige Portion Abwechslung erreicht das Ganze durch die sich stetig auf- und abwindende Instrumentierung der Melodieflächen, was sich zudem besonders in einem weiteren Kurzbreak beobachten lässt, das diesen eine kleine Solofahrt gönnt. Doch auch in Gesellschaft des progressiv groovenden Untergrunds und einigen Alternativtönen lassen es sich die Flächen gut gehen, bevor im weiteren Verlauf dann doch eine Kunstpause ansteht, in der sich kurzzeitig die unaufgeregten alternativen Melodietöne aus dem Hintergrund profilieren können. Allzu lang dauert die Abwesenheit der hypnotisch anmutenden Melodielinie allerdings nicht an, da diese im nächsten Kurzbreak bereits erneut das Feld von hinten aufräumt und im Anschluss noch einmal alle Trackelemente in überzeugender Symbiose auftreten. Alles in allem eine runde Sache in angenehm sphärischer Umrahmung, die ihre 5/6 nicht ohne Stolz entgegennehmen darf. ;)

    Der Petar Dundov Variation gelingt es dann im Anschluss, die Essenz des Originals in einer stilistisch zwar etwas minimaler, sphärischer aber eine gute Portion eindringlicher gestalteten Überarbeitung zu umkreisen und dabei zu verfeinern. Im Großen und Ganzen bewegt sich der Remix dabei in mit Progressive House liebäugelnden Gefilden und zieht den gemeinen Hörer mit seinen filigranen Alternativmelodiefragmenten von Beginn an in seinen Bann. Dabei lässt sich bereits nach wenigen Momenten die Entwicklung einer leicht mystischen Atmosphäre beobachten, welche nun in subtiler Manier mehr und mehr zum melodischen Zugpferd des Ganzen mutiert, während im Untergrund eine monoton hechelnde Bassline stetig zu einem gelungenen Gegenpart der schimmernden Töne heranwächst. Angereichert durch dezentes Klickern und unterschwellige Andeutungen der Originalflächen, welche zunehmend als interessante Synthiewellen auftreten, erreicht das Stück nun das Break, welches sich zunächst dafür entscheidet, sämtliche Elemente auf Sparflamme zu stellen und die Atmosphäre nach der vorangegangenen Intensitätssteigerung wieder auf ein mehr knisterndes Niveau hinabzuschaukeln. In diese zerbrechliche Stimmung trauen sich dann auch erst einmal nur verschwommen flächige Alternativmelodietöne, welche sich im weiteren Verlauf als überaus gelungene Adaption der Originalflächen herausstellen und in Kooperation mit dem kühlen Untergrund und den nun ebenso initiierten Stimmenfragmenten die sphärische Entwicklung des Ganzen wieder befördern und dabei für meinen Geschmack auch die Vorlage von Gregor Tresher an Stimmungs- und Melodievielfalt übertreffen. Dies wird besonders deutlich, wenn sich auch die im ersten Drittel eingeführten Alternativmelodietöne noch dazugesellen und diesen Remix in herrlich filigraner Art und Weise bereichern, bevor das Ganze im Anschluss allmählich seinen Rückbau vorbereitet und schließlich nach der opulenten Laufzeit von knapp 11 Minuten in einem Outro am Horizont - mitsamt überzeugender 5,5/6 im Gepäck - verblasst. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Die Weiterführung ihrer Mix-CD-Reihe The Masters Series kann dem britischen Traditions- und Qualitätslabel Renaissance in letzter Zeit anscheinend nicht schnell genug voranschreiten. Binnen relativ kurzer Zeit durften sich ja zuletzt Satoshi Tomiie, James Zabiela und Hernán Cattáneo in für meinen Geschmack stets sehr überzeugender Manier an neuen Ausgaben versuchen, bevor für die nun anstehende vierzehnte Folge wieder der Veteran Dave Seaman ins Boot geholt wurde. Mit seiner fünften CD in dieser Reihe und elften für das Renaissance-Label beläuft sich seine Mix-CD-Trefferquote damit mittlerweile bereits auf 26 Stück - zur schnöden Routine ist die Arbeit an einer solchen Zusammenstellung für den 41jährigen allerdings glücklicherweise noch nicht geworden, denn anders lässt sich das farbenfrohe Genre-Potpourri, das dem gemeinen Hörer hier wieder geboten wird, nicht erklären. Bei solch klangvollen Namen wie Gui Boratto, Extrawelt, Guy J, Djuma Soundsytem, Radio Slave, Unkle, Quivver, 16 Bit Lolitas oder Gregor Tresher werde ich auf jeden Fall das Gefühl nicht los, dass sich hier für mich ein weiterer Pflichtkauf anbahnt. Einzig die Fülle an Stücken pro CD (17/15) wirkt auf mich leider etwas überambitioniert... Erschienen ist das Ganze auf jeden Fall schon Ende September, sodass es für alle interessierten Tellerrandfetischisten auch kein Problem darstellt, auf dieser Seite mit z.B. einem 25minütigen Höreindruck oder einem Interview mit Dave Seaman alle noch fehlenden Informationen zu ergattern. :D

    :: CD 1 ::
    01. Four Tet – Swimmer
    02. Ben Watt - Guinea Pig (DJ Koze's Vocal Variation Remix)
    03. Culoe de Song - The Bright Forest
    04. Butch feat. Julie - Soultan
    05. Extrawelt - Mit Liese Auf Der Wiese
    06. André Winter – Trauma c/w Unkle - Heaven (King Unique Acapella Remix) [Seaman’s Group Therapy Meeting]
    07. Will Saul & Tam Cooper - Through The Smoke
    08. Ian Pooley - Compact
    09. Sahar Z & Audio Junkies – Beyond Detroit
    10. Quivver - Sludge
    11. Djuma Soundsystem - Bi Polar
    12. Moby - Pale Horses (Gui Boratto's Last Window Remix)
    13. Triangle feat. Joel Xavier - Three
    14. Spooky - Outernebula
    15. The Youngsters - The Phoenix
    16. Fiol Lasse - Svedala
    17. Jon Hopkins - Light Through The Veins (Ewan Pearson's Downtown Lights Remix) [Seaman's Intravenous Remodel]

    :: CD 2 ::
    01. Unkle - Hold My Hand (Innervisions Orchestra Dub Mix) c/w Moderat - Les Grandes Marches
    02. Guy J - Esperanza
    03. Dave Seaman - Gobbledygook (Erphun Remix)
    04. Agoria - Baboul Hair Cuttin (Radio Slave Remix)
    05. Infusion - So Soon (King Unique Remix)
    06. Jay Lumen - Morning Call
    07. Nic Fanciulli & Steve Mac - 10%
    08. Delphic - Counterpoint (Paul Woolford Remix)
    09. Popof - Shades
    10. Nick Muir - Fu Man Chew
    11. Niko Fantin - Fire Games (Venue 44 Edit)
    12. 16 Bit Lolitas – Gig On The Moon
    13. Gregor Tresher - The Life Wire
    14. Freeland - Mancry (Gui Boratto Remix)
    15. Darko Esser - Teardrops

    :huebbel:

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass sich meine Auflistung mit der vom Andru "leicht" überschneidet... ;)

    02.02. -- Slut und Lily Electric, Düsseldorf
    01.04. -- ClickClickDecker und Peer, Bochum
    23.05. -- Eurocityfest (mit Klee und Alphaville), Münster
    04.07. -- Rheinkultur (mit Get Well Soon, Kilians und Olli Schulz), Bonn
    17.-19.07. -- Melt! Festival, Gräfenhainichen
    29.08. -- Hammer Summer (mit Mia.), Hamm

    in Planung:
    01.11. -- dredg, Dortmund

    Da das Original wieder einmal dem klassischen 2Raumwohnung-Sound folgt, der sich zwar angenehm in die Gehörgänge schmiegt, aber für meinen Geschmack einfach zu wenig Ecken und Kanten besitzt, um sich dort längerfristig einzunisten, bevorzuge ich ganz klar die beiden hervorragend gelungenen Remixe von Paul Kalkbrenner und Solomun, die Wir Werden Sehen auf ein ganz anderes Niveau zu hieven wissen. :yes:

    Wie summer.sun schon vollkommen korrekt angemerkt hat, favorisiere ich dabei eindeutig den Paul Kalkbrenner Remix, der mir zum ersten Mal bereits vor knapp 3 Monaten sonntagabends bei Klaus Fiehe untergekommen ist und mir seitdem partout nicht mehr aus dem Kopf will. Als Prunkstück kristallisiert sich hierbei der überaus progressiv gelungene Aufbau des Ganzen heraus, der auf den ersten Blick zwar gewisse Loop-Affinitäten allzu sehr in den Vordergrund zu stellen scheint, dann aber zusehends einen typisch trockenen Kalkbrenner-Groove entfaltet. Basierend auf einem monotonen Gitarrenfragment aus dem Original schleichen sich hier bereits nach wenigen Momenten die ersten durchlöcherten Alternativmelodieandeutungen aus dem Untergrund heran, auf denen sich im weiteren Verlauf dann auch mehr und mehr die unaufgeregt sommerliche Hauptmelodie aus dem Original in Szene setzen kann. Dadurch fühlt sich schließlich auch Inga Humpe angestachelt, sich nicht länger das Geschehen aus dem Hintergrund anzuschauen, sondern aktiv mit ihrer markant säuselnden Stimme in dieses einzugreifen und dem Remix damit endgültig seine spätsommerliche Mischung aus leicht melancholischer Wärme zu verleihen. Nahende Akustikgitarrenverstärkung setzt dem Ganzen dann in sphärischer Hinsicht entspannt die Krone auf, bevor das Stück sich nach einem Kurzbreak mit Vocal-Unterstützung wieder etwas weniger opulent arrangiert zeigt und im Folgenden dann einen gelungenen Pfad, der stetig bergauf und -ab führt, beschreit. Ein weiteres Kurzbreak beschwört schließlich noch einmal die Klasse der Alternativmelodieansätze herauf, ehe man sich ein letztes Mal dem Hörer in voller Montur zeigt, anschließend in entspannter Manier bis zu einem finalen Sommer-Outro zurückbaut und schlussendlich verdiente 5,75/6 absahnt. :D

    Im Solomun Vox Mix bewegt sich Wir Werden Sehen dann im Gegensatz zur Kalkbrenner-Überarbeitung in wesentlich minimaleren Gefilden, was sich bereits am spärlich besetzten Drumming erkennen lässt, auf welches sich nach wenigen Momenten die ersten Originalvocals legen. An der gewissen Portion Groove fehlt es jedoch auch hier nicht, wie sich unschwer an der tänzelnden Stakkato-Bassline feststellen lässt, die ein gelungen konträres Polster für die sich nun in unregelmäßigen Abständen immer wieder einfindenden Streicherklänge in fein austarierter alternativer Melodieführung bildet. Durch deren melancholische Geschmeidigkeit bewegt sich das Ganze damit weg von der Unbeschwertheit des Originals und hin zu mehr Tiefe - einzig die für meinen Geschmack etwas zu aufdringlichen Oldschool-HiHats trüben dabei das Bild. Wenn sich im Break dann die Vocalspuren filigran überlagern und dabei von den schwebenden Streichern im Hintergrund unterstützt werden, schlägt das Intensitätsbarometer allerdings schnell wieder Alarm und ruft zur Beruhigung einige stakkatierte Alternativstreicher auf den Plan, welche sich im Anschluss auch auf dem Mininmal-Groove und zusammen mit Inga Humpe sichtlich wohlfühlen. Im letzten Drittel tauchen zur gelungenen Abrundung dieses Remixes zudem weitere herrliche Alternativtöne in Hammondorgel-Instrumentierung auf, welche den Track herrlich deep zu Ende bringen. Alles in allem fast genauso stark wie sein Vorgänger und mit 5,5/6 sicherlich ebenfalls mehr als zufrieden! ;)

    Mit dem unaufgeregt melancholischen Original von Stranger in Moscow kann der hiesige Jerome Isma-Ae Remix zwar auch für meinen Geschmack nur bedingt mithalten, dennoch gelingt es dem gebürtigen Münchner erstaunlich souverän, die überaus markante Stimme von Michael Jackson mit seiner ganz speziellen Definition von Progressive House zu verschmelzen. Dabei tauchen bereits im Intro die aus trancigen Gefilden geborgten Melodieversatzstücke auf, mit welchen er stets seine Tracks ausschmückt. Diese gehen nun eine entspannte Symbiose mit den Vocals ein, während man zunehmend flächiger agiert und schließlich mit einer mehr als gelungenen Alternativmelodie ein dezentes Drumming aus der Reserve lockt, welches sich zusammen mit einer monoton ausstaffierten Bassline zur dezent groovenden Basis des Remixes formiert. Auf dieser fühlen sich im weiteren Verlauf auch die Vocals sichtlich wohl und verstärken dabei peu à peu die melancholische Ader des Ganzen, welche im anstehenden Break ähnlich der Entwicklung im Intro erneut Besuch von den bereits erwähnten Alternativtönen erhält, da diese in der Zwischenzeit zugunsten von Jacko für einige Momente in den Hintergrund abgewandert waren. Aufbautechnisch setzt sich im Folgenden allerdings die Wiederholung desselben Schemas durch, sodass der Remix zum Ende hin in atmosphärischer Hinsicht dann doch leider etwas ins Straucheln gerät, bevor er im letzten Break noch einmal den Vocals die Ehre erweist und schließlich sanft zu Ende groovt. Alles in allem bahnen sich hier in meinen Ohren auf jeden Fall gesunde 4,75/6 sowie die Hoffnung, dass die MJ-Remixerei alsbald nicht Überhand nimmt, an. :D

    Wer in den letzten Wochen irgendwie das Gefühl nicht loswerden konnte, dass die Anzahl an blumig ausschweifenden Rezensionen im hiesigen Forum ziemlich spärlich ausgefallen ist, darf sich zu einer scharfen Auffasungsgabe gratulieren. Schließlich bin ich erst seit gestern Abend wieder in heimischen Gefilden anzutreffen, nachdem ich 17 Tage lang einige Kilometer weiter südlich unterwegs war - genauer gesagt habe ich mit mit einem Kumpel in diesem Jahr die Ost- und Südküste der bezaubendern Mittelmeerinsel Sardinien mit Rad und Zelt erfahren und dabei die überaus vielfältige Landschaft genossen. Mit dabei war auch der erste 1000m-Pass, den wir mitsamt unseres Gepäcks nur mit unserer eigenen Muskelkraft hochgestrampelt sind! Von den heftigen Unwettern, die in den letzten Wochen im Mittelmeerraum herumgeistertern, wurden wir zwar verschont, doch unter die Sonnentage schlichen sich auch einige wechselhafte; in der zweiten Urlaubshälfte wurden wir dann jedoch mit purem Sommerwetter beglückt. Nun denn, wenn ich mich wieder einigermaßen akklimatisiert habe, werden sicherlich auch wieder die ersten längeren Rezensionstexte aus meiner Feder auftauchen... ;)

    Habe ein sehr zwiegespaltenes Verhältnis zu dieser neuen EP von Arnej Secerkadic, die mich einerseits mit einem herrlich sphärischen Entspannungsbad ködert, andererseits allerdings mit nervtötendem Techtrance-Gebrabbel auf die Palme bringt. Mangelnde Abwechslung kann ich dem Doppeltracker daher auf keinen Fall absprechen... ;)

    Tomorrow Never Comes, welches nicht nur mir bereits von Markus Schulz' Toronto 09 bekannt sein dürfte, repräsentiert hierbei eindeutig die in meinen Ohren positive Seite der EP und gibt sich schon zu Beginn mit seiner schlackernden Drummingbasis betont lässig. Nacht nicht allzu langer Einwirkdauer beschränkt das Ganze sich dann zwar komplett auf den Beat, auf diesem schleichen sich aus dem Hintergrund allerdings die ersten dezenten Anzeichen melodischer Schwebeklänge heraus, wobei diese Entwicklung einhergeht mit sanftem Vocalsäuseln, einem klassischen, aber ab und an auch immer noch gelungen in Szene gesetzen (so wie im hiesigen Falle) Stilmittel für die sphärische Erwärmung. Dass die stakkatierten Melodietöne, welche sich nun mehr und mehr an die Spitze des Tracks setzen, dabei ordentlich bei Deadmau5 über die Schulter geschaut haben, stört erstaunlich wenig und lässt auch das typische Anschwillen der Tonfolge im anstehenden Break nicht zu angestaubt erscheinen. Im weiteren Verlauf erhält die Melodielinie in Kooperation mit dem zurückhaltenden Drumming dann nicht nur wieder die säuselnde Vocalunterstützung, auch einige sommerliche Alternativtöne lassen sich blicken und verstärken den überaus entspannten Charakter des Ganzen. Ein zweites Break macht dann sogar von einer opulenten Streicherbegleitung Gebrauch, welche allerdings im anschwillenden Siegeszug der bekannten Melodielinie schnell wieder untergeht, sodass das Stück sich im Anschluss noch einmal in voller sommerlich-entspannter Montur zeigen darf. Der charmante Rückbau bildet dann die letzte Gewissheit für die in meinen Ohren absolut verdienten 5,25/6. :yes:

    Kommen wir aber nun zum etwas unansehnlicheren Teil dieses Twotrackers, der auf den Namen There Are No Coincidences hört - nicht nur, dass ich mich der Aussage des Titels nicht anschließen mag, auch die musikalische Umsetzung stößt mir teilweise übel auf. Zu Beginn gibt sich das Ganze allerdings erst einmal überaus technoid, ehe unsäglich anmutende Trommelwirbel ein Nebelhorn betätigen und damit aus dem monoton-druckvollen Gewand des Ganzen ausbrechen. Zum Unwohl der geneigten Hörerschaft wiederholt sich dieses Spielchen im Folgenden leider noch einige Male, sodass sie erst im darauffolgenden Break etwas durchatmen kann, wenn sich epische Streicherklänge aus den Tiefen dieses Tracks herauskatapultieren und eine leicht bedrohliche Atmosphäre zu kreieren imstande sind. Mit der Initiierung von sirenenartigen Synthieklängen, welche die Aufgabe der Streicher kurzzeitig übernehmen, begibt sich das Ganze aber bereits in einen unaufhörlichen Abwärtsstrudel, der durch eine stakkatierte Alternativmelodie in überaus nervtötend-trompetenartiger Instrumentierung seinen unrühmlichen Höhepunkt erreicht. Dass dabei für meinen Geschmack auch jeglicher sphärischer Glanz verloren geht, steht außer Frage - zudem weiß das Ganze in den folgenden Minuten irgendwie nicht so recht, wo es mit seiner "Halb-Break-Halb-Abgehphase"-Chose hinmöchte. Als Ergebnis kristallisiert sich schließlich eine zum Gähnen anmutende Techtrance-Bassline heraus, welche sich auf den letzten Metern zu profilieren versucht, dabei kläglich scheitert und das Ganze somit vor enttäuschenden 2,5/6 nicht retten kann... :hmm:

    Tach zusammen!

    Ich bin in den letzten Tagen durch Zufall über ein äußerst filigranes Stückchen Atmospheric Techno gestolpert, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Verantwortlich dafür zeigt sich der kanadische Produzent Mathew Jonson, der dem ein oder anderen vielleicht auch als Mitglied der experimentellen Technotruppe Cobblestone Jazz oder als einer der Labelchefs von Wagon Repair bekannt sein könnte. Wie dem auch sei - wer so wie meine Wenigkeit gerne mal über seinen Tellerrand schaut und minimalen bzw. bisweilen ambienten Strukturen nicht abgeneigt ist, in dessen Gehörgängen dürfte dieser Track sich vielleicht ebenfalls ein hübsches Plätzchen reservieren. Erschienen ist das Ganze jedenfalls im Juni auf der Walking On The Hands That Follow Me EP, dessen Titeltrack aber in seiner monotonen und mit bedrohlich-schrägen Synthies gespickten Art dann auch für meinen Geschmack die Grenzen der hiesigen Tracks-Rubrik sprengt, allerdings für alle Freunde technoider Klangwelten nicht minder empfehlenswert ausfällt... ;)

    When Love Feels Like Crying lässt jedenfalls bereits durch seinen eher weniger freudestrahlend ausgefallenen Titel vermuten, dass für die Hörerschaft hier kein Feuerwerk an lebensbejahender Sommeratmosphäre bereitsteht. Vielmehr beschränkt sich das Stück auf einige markante Melodiefragmente, welche es nach einem überaus verhaltenen Beginn mehr und mehr in gekonnter Manier in seinen Spannungsaufbau einflechtet. Auch das Drumming ist von stampfenden Rhythmen in etwa so weit entfernt wie die Staatsfinanzen von ausgeglichen und zeigt sich in einem angenehm dezenten Rahmen aus schwebender Monotonie und immer mal wieder eingeworfenen Bassline-Tupfern, welche sich immer genau dann aus dem düsteren Untergrund herauskristallisieren, wenn die durch den Raum schwebenden Melodiefäden sich wieder für einige Momente etwas intensiver in Szene setzen können. Der Trackaufbau bewahrt damit nicht nur seine überaus progressiv ausgerichtete Eleganz, sondern ködert den nach Melodiefragmenten lechzenden Hörer mit einer spannenden Mischung aus Drummingphasen und atmosphärisch frühherbstlicher Düsternis. Die in unregelmäßigen Abständen sich dazugesellenden Tonkaskaden ergießen sich zwar ebenfalls in die dunklen Klangschichten dieses Tracks, versprühen durch ihre etwas hellere Instrumentierung allerdings immer wieder einige Hoffnungsschimmer im ansonsten vollständig schattierten Tracktal. Im letzten Drittel verschwindet das Drumming dann schließlich allmählich in den Nebelschwaden des Untergrunds, die herrlich subtilen Melodieelemente sind jedoch auch in diesen Momenten in der Lage, ihre filigran-sphärischen Ansätze über den Äther zu schicken. Mit einem nur halbwegs rehabilitierten Drumming geht das Stück dann seine letzten Meter an, auf welchen sich sämtliche Elemente regelrecht aus dem Blickfeld schleichen. Alles in allem eine in meinen Ohren großartig minimal-ambient-technoide Melange, die mit nicht weniger als 5,75/6 verdient entlohnt werden sollte. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mein Votum haben sich in dieser Woche Josh Gabriel und Dave Seaman erschlichen, die sich mit ihren ansehnlich groovenden Techhouseklängen vor den überaus elektroid inspirierten GNX-Sachen und Tomorrow Never Comes durchsetzen. Hätte Arnej nicht bereits mit diesem Track seine komplette Kreativität für die zur Wahl stehende EP verbraucht, wäre da vielleicht sogar noch etwas mehr drin gewesen... :yes:

    Zitat

    Original von Andru
    Die volle Dröhnung gibt einem nur die über 17-minütige (Voll-)Version. Epischer geht es gar nicht, hier wird die Melodie in drei Mal wunderbar durchdekliniert und das Herz des Atmospheric Techno-Freunds geht auf.

    Das unterschreibe ich ohne Wenn und Aber, denn nur wer die Albumversion von America (so und nicht anders heißt das gute Stück, also bitte einmal den Threadtitel ändern) mit einer Gesamtspieldauer von grandiosen 17 Minuten und 37 Sekunden einmal ohne Unterbrechung in sich aufgesogen hat, kann nachvollziehen, welch ekstatische Wirkung die hiesigen Crossoverklänge aus minimaltechnoidem Drumming, progressivem Aufbau, trance-artigen Melodiebögen und rührseligen Folk-Gitarren nach sich ziehen! Glücklicherweise hat A Raver's Diary, das zugehörige, überaus heterogen geratene Album des italienischen Produzenten Paolo Alberto Lodde alias Dusty Kid, bereits seit geraumer Zeit auch bei mir einen Platz im CD-Regal gefunden, schließlich hält der Silberlling noch zahlreiche weitere Höhepunkt parat. An America beißen sich jedoch alle die Zähne aus, denn was dem gemeinen Hörer hierbei in sphärischer Hinsicht geboten wird, gleicht einer Glanzpartie - bereits im klickernden Intro tauchen im Hintergrund die ersten zaghaften Flächenklänge auf, welche zusammen mit dem sich zurückhaltenden Drumming im weiteren Verlauf den entspannten Gitarrenklängen einen mehr als gelungenen Rückhalt bieten. Wenn sich dann auch noch harmonische Alternativflächen dazugesellen, heißt es einfach nur noch Augen schließen und sich entschweben lassen, denn die hiesige Melodieebene besitzt für meinen Geschmack trotz ihres unaufgeregten Arrangements eine solch immense sphärische Intensität, dass es einen nicht mehr in dieser Welt hält. Mit immer wieder eingestreuten Breaks wird das Stück zudem durch willkommene Ruhepausen aufgelockert, sodass die Spannungskurve einer Achterbahnfahrt gleicht und die Hörerschaft immer genau dann, wenn sie sich am Ende des Tracks erwähnt, wieder von einem erneut Fahrt aufnehmenden Melodiestrang um den Finger gewickelt wird. Nach einem recht trancigen Mittelteil trumpft das Ganze im letzten Drittel zudem mit einem luftig-folkigen Gitarrenintermezzo auf, welches von Dusty Kid nebst Kumpan selbst eingespielt wurde, den melancholischen Schimmer der vorangegangenen Minuten durch pure Sommerfantasien ersetzt und somit schlussendlich auch seine Heimat Sardinien durchscheint. Alles in allem haben wir es hier für meinen Geschmack auf jeden Fall mit einem ganz heißen Anwärter auf den Titel "Track des Jahres 2009" zu tun, dem imho jede Wertung unter 6/6 nicht gerecht wird... ;)

    Schön zu hören, dass Above & Beyond endlich einmal wieder einen großen Bogen um ihren Vocalkeller gemacht und dabei die für ihr Nebenprojekt Tranquility Base so typischen Klangmuster wiederentdeckt haben. Gewidmet dem Namensgeber ihres Labels, dem Anjunabeach im indischen Bundesstaat Goa, kurvt das Ganze daher an der elitären Schnittstelle zwischen Uplifting und Progressive, muss sich allerdings einen beträchtlichen Kritikpunkt gefallen lassen, denn irgendwie klingt das Stück für meinen Geschmack so, als ob die drei Jungs es schon vor einigen Jahren fertiggestellt und jetzt für die bald erscheinende siebte Ausgabe ihrer Mixserie wieder aus ihrer Tiefkühltruhe geholt hätten. Zu Beginn trumpft der Track nichtsdestotrotz mit einem kraftvollen Drumming auf, welches nicht nur eine herrlich druckvolle Bassline aus dem progressiv-elektroiden Grenzgebiet beinhaltet, sondern auf dieser auch mysthische Flächenandeutungen mit ersten (noch subtil) sphärischen Momenten im Gepäck auffährt. Typische Alternativmelodietöne bereichern das Arrangement dann im weiteren Verlauf, ehe im anstehenden Break schließlich der Schalter für die melodische Kompletteinhüllung des Ganzen umgelegt wird. Zunächst entfaltet sich die Hauptmelodie dabei noch in dezent entspannter Instrumentierung, im Hintergrund baut sich jedoch bereits eine monströse Flächenwand auf, welche die Tonfolge sowie die sich immer wieder passend dazugesellenden Pianotupfern am Ende des Breaks schließlich wieder zurückdrängen, sodass im Folgenden dem Zusammenspiel von Flächenwand und druckvollem Untergrund nichts mehr im Wege steht. Bald tauchen auch die bereits bekannten Pianotöne noch einmal auf und versuchen, der Melodieebene in sphärischer Hinsicht unter die Arme zu greifen, alles in allem muss ich allerdings konstatieren, dass das hiesige Konzept in meinen Ohren einfach zu durchschaubar klingt, um eine höhere Bewertung als solide 4,5/6 zu erreichen. :yes:

    Überaus gelungene EP vom spanischen Produzenten Marc Marzenit, der hier gleich drei herrlich sphärische Klangstücke auffährt und mit diesen eine beklemmende Reise durch dir von mir so geschätzten dunklen Gefilde der progressiven elektronischen Musik unternimmt. Zudem hat er sich für einen Track mit seinem Kumpanen Henry Saiz zusammengetan, der sich ja mit seinem ähnlich gestricken Klangspektum seit einiger Zeit ebenfalls mächtig im Aufwind befindet. :yes:

    Soul Fog kristallisiert sich für meinen Geschmack zwar als das ruhigste Stück der Visions EP heraus, beschwört mit seinem exzellent progressiven Aufbau aber dennoch mehr und mehr hypnotische Zustände herauf, welche sich auf einem zu Beginn noch träge heranrollenden Basslinewabern entfalten. Ausgestattet mit dezenten Melodieandeutungen schwappt der monotone Charakter des Untergrunds jedoch zunehmend weitere Tonfolgen aus der leicht zwielichtig anmutenden Atmosphäre heran, welche sich dennoch angenehm zurückhalten und dabei die hypnotischen Klangwellen des Stücks weiter sphärisch befeuern. Im Mittelteil des Ganzen fällt das Melodiegerüst dann für einen kurzen Moment in sich zusammen, nur um im weiteren Verlauf eine nicht minder gelungene weitere Tonfolge zu initiieren, welche in ihrem ebenfalls recht monotonen Aufbau für die kommenden Momente die Aufgabe der Bassline übernimmt, welche allerdings alsbald mit den bekannten Melodieandeutungen wieder aus dem Nebel auftaucht und den Track in bekannt progressiver Eleganz die letzten Meter begleitet, ehe der subtile Rückbau des Ganzen in Angriff genommen wird. Alles in allem eine angenehm unaufgeregte Nummer, welche mit ihren 5/6 auch auf Hernán Cattáneos Masters Series Part 13 eine mehr als nur passable Figur abgibt. :yes:

    Angels Die suhlt sich dann zwar ebenfalls in recht dunklen Klangschichten, in Kooperation mit einer rollenden Bassline stellt sich hierbei jedoch schnell ein wesentlich drückenderes Umfeld ein. Obwohl das Ganze sich zunächst noch zurückhält und ein effektreiches Introgebilde inszeniert, etabliert sich im weiteren Verlauf ganz unscheinbar eine gelungen nach vorne ausgerichtete Bassline, welche im Hintergrund erste sphärische Unterstützung von fernen Melodiefragmenten erhält, die aber noch recht fadenscheinig durch den Raum geistern. Da die Bassline allerdings immer noch das Ziel verfolgt, den Track von hinten auf Vordermann zu bringen, entfaltet sie nun ein zunehmend intensiveres Verhalten, welches mich in seinen herrlichen Akkordsprüngen an Sasha oder Nathan Fake erinnert und vor dessen Charme sich auch die nun wesentlich mehr auf den Punkt gebrachten Melodiesprengsel nicht zurückhalten können und die Entwicklung einer düsteren Atmosphäre somit unaufhörlich voranschreitet. Auf dem Höhepunkt angekommen fallen Melodieelemente und Bassline dann zwar markant in sich zusammen, wobei deren Platz nun von wunderbar beschwipsten Flächenfragmenten eingenommen wird, welche wohl am nächsten an die klangliche Untermalung des Tracktitels herankommen. Allzu lang dürfen sich allerdings auch diese nicht an vordester Front wähnen, schnellen aus dem Hintergrund doch bereits wieder die Melodietöne vom Beginn heran, nur um im weiteren Verlauf noch einmal in überaus gelungener Art und Weise von der drückenden Bassline zum Orgasmus gebracht zu werden. Natürlich kommt dabei auch die sphärische Komponente nicht zu kurz, wenn sich schließlich auch die betrunkenen Flächenklänge dazugesellen und das Ganze mit ihrem flehenden Vorstößen zu Ende und hervorragenden 5,5/6 bringen. ;)

    Second Vision, welches in Zusammenarbeit mit Henry Saiz entstand, teilt sich mit dem ersten Stück dann die Ehre, auf der Masters Series Part 13 von Hernán Cattáneo vertreten zu sein und beweist in unnachahmlicher Manier, wie hervorragend die beiden Spanier mit ihrem Verständnis von elektronischer Musik harmonieren. Anfangs liegt das Hauptaugenmerk hierbei auf einem zwielichtig dreinschauenden Intro, welches wellenartige Flächen- und Effektklänge offenbart, in deren Hintergrund bereits die ersten Melodieandeutungen hervorlugen. Als Gewinner dieses Intros gehen dabei ganz klar die wunderbar sphärischen Flächenwellen hervor, welche zudem nicht nur einige Alternativtöne zur Unterstützung angelockt haben, sondern auch zunehmend intensiver auf einer leicht acid-lastigen Bassline thronen. Ein erstes Kurzbreak schickt die Melodieebene zwar kurzzeitig galant in die Wüste, sodass sich im weiteren Verlauf im Untergrund knackig-knarzige Subbässe entfalten können und die Melodietöne auf einsame Tupfer beschränkt wird - aus dem nebligen Hintergrund des Ganzen schleicht sich dafür in den folgenden Momenten eine weitere Tonfolge heran, welche recht markant die Handschrift von Henry Saiz trägt. Zusammen mit weiteren Melodiefragmenten entsteht somit ein ganz eigener sphärischer Trog, welcher nicht nur recht deep angezogen ist, sondern vor allen Dingen im kommenden, überaus progressiv ausfallenden Kurzbreak sein Stimmungspotenzial noch einmal vollends unter Beweis stellen kann. Im Anschluss sind es dann stakkatierte Alternativtöne, welche das Stück auf den letzten fahrigen Metern begleitet, ehe man sich in einem geheimnisvollen Outro ins Nirwana verabschiedet, ohne vorher seine verdienten 5,5/6 in Empfang zu nehmen. :D

    So, nachdem ich in diesem Thread gleich zweimal namentlich erwähnt wurde, komme ich natürlich nicht drumherum, mich zu Staring At The Sea in gewohnt blumig-schwafelnder Art und Weise zu äußern. ;)

    DJ Eco alias Marcello Pacheco war mir bisher als Produzent einiger ganz passabel gelungener Zwitter-Tracks irgendwo im umkämpften Grenzgebiet zwischen Uplifting und Progressive bekannt, aus denen für meinen Geschmack vor allen Dingen Tonight Is Forever und die Outside The Box EP hervorzuheben sind. Doch auch mit dem hiesigen Stück gelingt es ihm in überzeugender Manier, die beiden erwähnten Trance-Spielarten abseits der mittlerweile ziemlich ausgetretenen Pfade zu einem Team zusammenzuschweißen, sodass die Hörerschaft in den ersten Momenten sowohl mit einer düster rollenden Bassline, welche ihre Dynamik aus progressiven Gefilden schöpft, als auch mit ersten Melodiefragmenten, welche eher einer Uplifting-Fraktion angehören dürften, beglückt wird. Das Ganze würzt der New Yorker dann mit sphärischen Flächenandeutungen sowie angenehm anders klingenden Vocalandeutungen, welche der zunehmend intensiver auftretenden Spätsommeratmosphäre allerdings nichts anhaben können. Vielmehr mutieren sie im anstehenden Break durch ihre interessante Klangmischung sogar kurzzeitig zum Hauptdarsteller des Tracks und lassen sich in ihrem seltsam anmutenden Klagen dabei von den langsam wieder aus dem Hintergrund heraustretenden Melodiestrukturen kontrastreich umschweben. Diese setzen sich zusammen aus subtilen Flächen, sonnigen Gitarreneinwürfen und der bekannten Uplifting-Fraktion, welche den Track nun mehr und mehr auf der Intensitätsskala nach oben schnellen lässt, ehe zusammen mit dem trockenen Beat zudem noch einige herrliche Pianotöne das Parkett betreten und zusammen mit der restlichen Melodieebene eine angenehm schwebende Atmosphäre zu krieren imstande sind. Auch die nun immer mal wieder eingeworfenen Synthiestäbe dürfen dabei nicht unerwähnt bleiben, sorgen sie in ihrem blitzartigen Auftreten doch stets für kontrastreiche Körperzuckungen. Alles in allem ein überaus vielseitiger Track, der sich seine 5/6 in meinen Ohren auf jeden Fall verdient hat. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Der russische Produzent Aleksandr Sergejewitsch Browkin alias Ormatie begeistert mich bereits seit geraumer Zeit mit seinen filigranen Klangwelten irgendwo zwischen progressiver und minimaler Ästhetik, mit welchen er stets wunderbar atmosphärische Gefilde durchschifft. So ist es auch bei seiner aktuellen EP, welche auf den Namen Birthdays hört, kein Wunder, dass hier keineswegs die Untermalung ausschweifender Partynächte im Vordergrund steht, sondern vielmehr das Hauptaugenmerk auf eine nachdenklich-melancholische Afterhour-Stimmung gelegt wird. Der Track ist jedenfalls zusammen mit einem überaus ansehnlichen Remixpaket (Etiket, Davis & May sowie Yvel & Tristan) digital auf Proton Music erschienen. Für Hörproben weise ich euch dabei diesmal ausnahmsweise den Weg zu DJDownload, da bei YouTube leider nur ein Remix zum Eintauchen und Genießen zur Verfügung steht. :hmm:

    Schon in den ersten Momenten des Original Mixes deutet sich an, dass die hiesige Kooperation aus gedämpftem Beat und erster sphärischer Melodieandeutungen in Form von angenehm sirrenden Flächen und subtilen Gitarrentönen sich darauf spezialisiert hat, den gemeinen Hörer behutsam mit auf eine interessante Klangfarbenreise zu nehmen. Mit weiteren Alternativ- und den zu monotonen Begleittönen avancierenden Gitarrenklängen beschwört das Ganze im Anschluss dann ein überaus dezentes Drumming herauf, welches die leicht zwielichtigen Flächen auf eine sanft stakkatierte Bassline bettet, welche mit einigen klickernden Nebeneffekten die minimale Seite dieses Stücks widerspiegelt. Die Melodieebene jedoch erarbeitet sich hier einen nicht minder unaufdringlichen Status, zu dem auch einige im weiteren Verlauf immer wieder passend eingesetzte Melodiefragmente beitragen, welche die melancholische Ader des Ganzen zunehmend auszubauen wissen. Weitere schwebende Flächen intensivieren dabei die frühherbstliche Atmosphäre und erheben sich in einem angedeuteten Break in anmutige Höhen, ehe im weiteren Verlauf zur Abwechslung das fein austarierte Drumming sich für einige Augenblicke fern von jeglicher Melodieausstaffierung bewegt. Dieser Zustand dauert allerdings nicht allzu lang an, da sich aus dem Hintergrund bereits wieder die subtilen Flächen zu Wort melden und zusammen mit den restlichen Elementen die leicht deep angehauchte Atmosphäre intensivieren. Die Mischung aus angedeuteten Breaks, immer wieder unterschiedlichen Zusammensetzungen von Drumming und Melodieebene macht dann auch im letzten Drittel des Tracks seine Faszination aus, bevor das Stück sich auf seinem filigran klickernden Untergrund herrlich subtil zurückbaut und von meiner Seite aus mit mehr als verdienten 5,75/6 belohnt wird. :yes:

    Der Etiket Remix greift zwar einige der vielen gelungenen Melodieelemente aus dem Original auf, verführt diese aber in eine sphärisch noch etwas deeper geratene Umgebung, welche zudem nicht davor zurückscheut, auch den Kontrastreichtum des Ganzen zu verschärfen. Zu Beginn ist davon zwar noch nicht allzu viel zu hören, wenn sich auf einem nur nuancenhaft veränderten Klickerdrumming die ersten Melodiestrukturen aus dem Original aus dem Untergrund herausschälen, im ersten Break dann scheinen die subtilen Originalflächen jedoch zu stolpern, wobei sie in einen monotonen Loop-Rhythmus geraten, mit dem sich auch das Drumming in der nächsten Phase schmückt. Im Untergrund schielt dabei die bisher zurückhaltende Bassline bereits danach, mit knarzenden Klängen auf das Trackbett losgelassen zu werden, im Anschluss wird sie allerdings erneut komplett hinter Schloss und Riegel gebracht, sodass das Hauptaugenmerk nun wieder auf dem monotonen Flächenstück liegt, welches alsbald hervorragende Alternativen zur Seite gestellt bekommt, mit denen das Ganze in sphärischer Hinsicht nun wesentlich dunkler auftritt. Daran können auch die hellen Tonspritzer aus dem Original nichts ändern, welche sich dem nächsten Break in einem gelungenen Ritardando nähern und anschließend eine fast schon gespentische Stille offenbaren, aus denen sich der Track schließlich mit den heranschießenden alternativen Flächenklängen befreit. Diese sorgen auch im Folgenden zusammen mit dem Drumming für die nötige Anspannung, bevor der Remix nach einem kurzen Acid-Trip der Bassline im Nebel verschwindet - natürlich nicht ohne die kurz zuvor erworbenen 5,5/6 dorthin mitzunehmen... ;)

    Die verbleibenden zwei Remixe handle ich jetzt nur noch kurz ab, um eure Geduld nicht allzu sehr zu beanspruchen, wobei der Yvel & Tristan Remix mit seinen monotonen Techhouseklängen auch das schwächste Glied der EP darstellt und damit nicht groß zur Erwähnung kommen muss. Hier wird nicht nur gepflegte Langeweile zelebriert, auch das Original ist fast komplett auf der Strecke geblieben und sämtliches sphärisches Potenzial über Bord geworfen worden. Da macht es der Davis & May Remix für meinen Geschmack auf jeden Fall wesentlich besser, wenn er einige Fragmente der Originalelemente mit einer Vielzahl von Alternativmelodien konfrontiert und diese in einem drückenden sphärischen Neotrance-Gewand verwebt. Dem gemeinen Hörer wird dabei nicht nur die größte Klangvielfalt dieser EP geboten, auch der Kontrast aus trocken groovender Bassline in dunklen Klangfarben und den vielschichtigen Alternativmelodien lässt mein Herz hier höher springen. Alles in allem sicherlich ähnlich stark wie Original und Etiket-Version! :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mit seinen spätsommerlichen Proghouseklängen erfreut mich Russell G in der dieswöchigen Auswahl am nachhaltigsten und weist damit den immens kriselnden tyDi, die diesmal für meinen Geschmack ziemlich uninspiriert geratene Zusammenarbeit von Glenn Morrison und Bruce Aisher und den nicht über das Prädikat "nett" hinauskommenden Push-Track in die Schranken. :yes:

    Meine zehn Favoriten im sich nun gänzlich zu Ende neigenden August reihen sich wie folgt auf:

    _01_ Guy J - Dust --- Bedrock Records
    _02_ Ormatie - Birthdays --- Proton Music
    _03_ deadmau5 - Then We Stood Still --- mau5trap Recordings
    _04_ 2Raumwohnung - Wir Werden Sehen [Paul Kalkbrenner Remix] --- EMI Music
    _05_ Egostereo - Paeonia --- Renaissance
    _06_ Extrawelt - Deine Beine EP --- Traum Schallplatten
    _07_ Shumi - Jump For Joy EP --- Kompakt
    _08_ Purple Haze - Bliksem --- Doorn Records
    _09_ Exoplanet - Sleep Ritual EP --- Proton Particles
    _10_ Stephan Hinz - Thousands Of Thousands --- Material Series Limited

    :huebbel:

    Mal ganz davon abgesehen, dass die melodieverliebten Proghouse-Klänge von Mango es für meinen Geschmack nicht nötig haben, sich mit Vocals zu garnieren, hat es der russische Produzent auch beim Soundgerüst von At The Edge Of This Mountain leider etwas übertrieben. Sicherlich trieben bisher alle seine Tracks im Fahrwasser der typischen Deadmau5-Stakkato-Melodien, jedoch war dabei stets eine gewisse Eigeninterpretation zu erkennen, welche beim hiesigen Stück in meinen Ohren teilweise deutlich verloren gegangen ist. Die dennoch wieder einmal recht gelungenen Melodiebögen versuchen dabei zwar, die sphärischen Kohlen aus dem schwach glimmenden Feuer zu holen, sodass sich mit dezenten Pianotupfern sowie schwebenden Flächenharmonien eine angenehm entspannte Spätsommerstimmung entfalten mag, der uninspiriert dümpelnde Deadmau5-Untergrund stößt jedoch stets unangenehm auf. Es ist dabei nicht nur das mittlerweile bis zum Anschlag ausgelutschte Klangbett mit seinen Offbeat-Melodietönen, von dem sich sogar sein Urheber immer weiter entfernt, auch die Melodiebögen von Mango setzen mal wieder alles daran, sich ein mehr oder weniger gemütliches Plätzchen an der Kitschgrenze zu sichern. Von den Vocals der Italienerin Aqua Diva, die anscheinend ihre komplette Kindheit mit dem Bad in diversen Weichspülern zugebracht haben muss, will ich jetzt lieber erst gar nicht anfangen, da mit einem Instrumental Mix hier bereits Abhilfe geleistet wurde. Alles in allem hätte dem Ganzen also neben einer Drumming-Neubesetzung auch ein wenig mehr Understatement sicherlich gut getan, denn mehr als 3,75/6 kann ich hier beim besten Willen nicht verteilen. :hmm:

    Auch der Dankann Klub Mix kann dann nur einen geringfügig überzeugenderen Eindruck bei mir hinterlassen, denn leider taucht in den hiesigen Breaks ebenfalls die triefende Vocalstafette aus dem Original auf, um sich einen Platz in meinen Gehörgängen zu erkriechen. Der Beginn des Ganzen wirkt im Vergleich allerdings schon einmal etwas gelungener, wenn sich auf einem trockenen Techhouse-Drumming einige interessante Effekte häufen und die Vocals zunächst nur in der Art und Weise integriert werden, wie ich es mir auch für das Original gewünscht hätte: schön verwaschen und zerschlissen, sodass nur noch eine sphärische Hypnosewolke übrigbleibt! Im Übergang zum ersten Break erhebt diese sich jedenfalls zum ersten dezenten Höhepunkt des Remixes, welcher im Folgenden die im Arrangement nun ein gutes Stück subtiler auftretenden Melodieflächen auf den Plan wirft, nur um einige Momente später den unsäglichen Vocals viel zu viel Freiraum zu gewähren, wo doch der Platz einer Legebatterie völlig ausgereicht hätte. Immerhin hält sich der Track im Anschluss nicht mit übermäßiger Gefühlsduselei auf, sondern verpasst der nun wieder durch den Fleischwolf gedrehten Stimme der Wasserdiva ein gehörig monoton groovendes Techhouse-Gewand. Diese kontrastreiche Phase kann ihr Bollwerk jedoch nicht allzu lang verteidigen, schleichen sich im Hintergrund doch bereits wieder die ersten Melodieandeutungen heran, um den Ablauf bis zum Einsetzen des nächsten Breaks zu forcieren. Hierin stellen sich diese nun zunächst als alternative Streicher vor, während aus dem Untergrund schon wirbelnde Töne dazuspringen und im weiteren Verlauf das Stück in Kooperation mit dem alsbald wieder einsetzenden Drumming schließlich überaus monoton zu Ende bringen. Insgesamt zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, doch mit durchschnittlichen 4,25/6 immerhin ein leicht verbesserter Auftritt... ;)

    Sicherlich nicht ganz so herausragend wie seine letzte EP (mit Melo und Reeperbahn), aber auch diese beiden neuen Pryda-Sachen haben es für meinen Geschmack nicht nötig, sich zu verstecken, zumal diesmal auch von unnötigen Pjanoo-Verschnitten Abstand genommen wurde. ;)

    Waves hat es sich vielmehr zur Aufgabe gemacht, das Pryda-Archiv nach Melodieansätzen zu durchwühlen, um diese dann in einem vielfältigen Potpourri zu vermischen. Dass das Ganze dank der Produktionskompetenz von Eric Prydz dann auch so famos harmoniert, bemerkt der gewiefte Hörer dabei bereits nach wenigen Momenten, wenn sich auf einem techhousigen Drumming entspannte Sommertöne entfalten und sich von allerlei Effektarbeit umgarnen lassen, sodass sich nach nicht allzu langer Dauer bereits eine weitere Melodielinie dazugesellt, welche vor allen Dingen im anstehenden ersten Kurzbreak mitsamt dezenten Tonbrisen ihre sphärische Eleganz auszustrahlen vermag. Die nötigen Kontrastpunkte liefert dabei eine alsbald aus dem Hintergrund heraustretende Bassline, welche den Track mit rollenden Druckverhältnissen versorgt, auf denen sich auch der entspannte Melodiereigen sichtlich wohlzufühlen scheint und zudem von spitzfindigen im Hintergrund auftretenden Flächen und weiteren Tonkaskaden interessante Unterstützung erhält. Der wieder einmal herrlich nahtlose Übergang ins nächste Break erfreut im weiteren Verlauf auch die Melodieebene, welche sich in diesem nun vollends der Aufmerksamkeit der Hörerschaft gewahr ist und neben den bisher in Erscheinung getretenen Elementen schließlich eine sympathisch hochgeschossene Synthiemelodie offenbart, welche die restlichen Melodieversatzstücke dann doch regelrecht zu Statisten degradiert und sich auch von der langsam heranrollenden Bassline nicht kirre machen lässt. Schlussendlich geht ihr Konzept jedenfalls voll auf, intensiviert sie doch auch in Kooperation mit dem Drumming die angenehm sommerliche Atmosphäre dieses Tracks, ehe in und nach einem letzten Kurzbreak das Stück sich mit der nun geloopten Synthiemelodie langsam verabschiedet und schlussendlich in meinen Ohren überaus verdiente 5,25/6 die Hauptrolle übernehmen. :D

    Aflon auf der B-Seite nimmt dann Abstand von vielschichtiger Melodiearbeit und legt sein Hauptaugenmerk lieber auf ein angenehm groovendes Trackerlebnis, das allerdings keineswegs mit der Abwesenheit jeglicher melodischer Ansätze gleichzusetzen ist. Schließlich trumpft auch hier im Verlaufe der Zeit eine typische Pryda-Melodie auf, nachdem sich das Ganze zuvor in gelungen progressiver Art und Weise dem Aufbau seines Drummings widmet, welches zunächst durch effektierte Klängen bereichert wird, ehe in einem ersten Kurzbreak eine stakkatierte Bassline auf den Plan tritt, welche zum Frühstück wohl eine große Portion hypnotischen Groove vertilgt haben muss. In dieser Formation beschreitet das Stück dann auch die letzten Momente vor dem Break, in dem das Drumminggerüst anfangs in sich zusammenstürzt und damit den Platz freimacht für eine entspannte Endlosloop-Melodielinie, welche erstaunlich souverän den Spagat zwischen flächig anschwillender Intensitätssteigerung und auf dem Boden gebliebenen Stakkatoklängen hinbekommt. Vorsichtig tastet sich im weiteren Verlauf dann auch das Drumming unter die Melodielinie und mutiert dabei zunehmend zu einem überzeugenden Partner der Tonfolge, da sich die Elemente hier bestens ergänzen und somit mit einfachen Mitteln Progressive House par excellence zelebriert wird. Die letzten Meter gehören dann, nachdem sich die Melodietöne wieder sanft zur Ruhe gelegt haben, ganz dem noch einmal aus sich herausgehenden Drumming, ehe ich weitere überzeugende 5,25/6 vom Stapel lasse. ;)

    Die Hörproben vermitteln auf jeden Fall schon mal einen recht heterogenen Einblick in das erste Album vom durchgeknallten Schweden Marcus Schössow. Beim ein oder anderen Track übertreibt es der Gute zwar für meinen Geschmack etwas mit seiner stets treibenden Mischung aus techigen, elektroiden, progressiven und trancigen Einflüssen, doch eins muss man ihm lassen: Mit seinen erfrischend unkoventionellen Produktionen hat er sich seine ganz eigene Nische aufgebaut, mit der er solche "Größen" wie Tiësto, Paule oder Armin imho schon seit geraumer Zeit in den Schatten zu stellen vermag. Während man andernorts vor lauter massenanbiedernder Vocaleinlagen schnell Reißaus nimmt, haut Marcus Schössow dem Hörer lieber wabernde Elektroklänge, massive Synthieorgien und Tech-Kaskaden um die Ohren. Schaun mer mal, ob sich Outside The Box schlussendlich auch in meinem CD-Regal ein Plätzchen aussuchen darf... ;)

    In der Tat eine interessante EP, bei der man nicht nur aufgrund der kristallinen norwegischen Vocals hängenbleibt, denn The Blizzard haben auch drumherum ein ansprechend progtranciges Ambiente geschaffen. In sphärischer Hinsicht läutet Iselilja dabei zwar schon den skandinavischen Herbst ein, die beiden Finnen von Michael Cassette hat dies dennoch nicht davor zurückgehalten, das Ganze in ein (noch) jahreszeitgemäßes Gewand zu verpacken. :yes:

    Der Vocal Mix macht seinem Namen dabei von Beginn an alle Ehre und lässt die mystischen Vocals bereits im Intro über den Fjorden schweben, ehe zusammen mit ersten sphärischen Flächenandeutungen im Hintergrund ein drückender Beat einsetzt, auf welchem sich auch Sängerin Gåte nicht zu schade ist, in dezenten flehenden Einlagen durch die Gehörgänge zu schweben. Mit der Entfaltung einer in progressiven Gefilden beheimateten Bassline erreicht den Track eine zunehmend deeper anzusiedelnde Atmosphäre, welche auch von den alsbald wieder einsetzenden norwegischen Vocals nicht unterbunden werden kann. Vielmehr festigt sich der Eindruck, dass sich das Stück nun mit seiner groovenden Basis und den immer wieder durch den Raum schwirrenden Flächenfragmenten weitab von durchschnittlicher Trancekost bewegt. Während dem Hörer in und nach einem ersten Kurzbreak einige wirbelnde Tontürme geboten werden, verstärkt sich auch der flehende Charakter der Vocals, bis das Ganze im anstehenden Break in Form von dezenten Pianoklängen auf undurchsichtig deepem Untergrund schließlich das passende melodische Pendant entfaltet. In Kooperation mit dem Drumming und der eindringlichen Stimme offenbart der Track dabei ein immer intensiveres Erlebnis, wenn sich im letzten Drittel Melodiefragmente, Flächen und Pianotöne die Klinke in die Hand geben. Doch auch im Anschluss an diesen Höhepunkt genügt es dem Stück nicht, sich in gewohnter Manier zurückzubauen, sondern konfrontiert den Hörer noch mit einigen folkloristischen Geigenklängen, welche kurzzeitig den freigewordenen Melodiepart übernehmen, ehe hier wirklich der letzte Vorhang fällt und für meinen Geschmack verdiente 5,25/6 verteilt sind. :D

    Der Michael Cassette Remix hat es sich im Gegenzug zur Aufgabe gemacht, die skandinavische Kühle aus dem Original durch angenehme Sommerklänge zu ersetzen, ohne dabei die für die beiden Finnen typischen 80er-Reminiszenzen zu vernachlässigen. Das geht schon mit der stakkatierten Bassline los, welche sich bereits nach wenigen Momenten mit einer entspannten Synthiemelodie paart und in kürzester Zeit eine laue Sommerbrise heraufbeschwört. Mit dieser erreichen auch die ersten Vocals das Trackgerüst, fügen sich aber trotz ihres flehenden Charakters gut in das entspannte Arrangement ein und sorgen dabei für die benötigten Ecken und Kanten im ansonsten einmal mehr recht fluffig dahergroovenden Michael-Cassette-Klangspektrum. Im weiteren Verlauf stehen dann wieder die sommerlichen Melodieklänge im Vordergrund und können sich in leicht alternativer Instrumentierung auch im Break gelungen in Szene setzen und in leicht anschwillender Manier ihre angenehm warme Atmosphäre verbreiten. Zusammen mit dem Stakkato-Untergrund trauen sich dabei auch die Vocals noch einmal aus ihrem Schneckenhäuschen heraus, wobei sie im weiteren Verlauf sogar für einige Augenblicke den aus dem Original übernommenen Geigenklängen beiwohnen dürfen. Im Anschluss groovt sich der Remix dann zurückgelehnt seinem Ende entgegen, wo bereits kaum minder überzeugende 5/6 warten. ;)

    Der Sunn Jellie & The Blizzard Remix gestaltet das Thema dann eine gute Ecke tranciger und fährt bereits im Intro sphärische Alternativflächen auf, welche sich im Anschluss zu einer leicht hypnotischen Melodielinie weiterentwickeln. Nach und nach erkennt der gemeine Hörer darin die Harmonien aus dem Original wieder, welche sich bald von einer entspannt voranschreitenden Bassline untergrooven lassen, welche im weiteren Verlauf zunehmend die für Blizzard-Tracks typischen Klangmerkmale aufweist. Die Vocals treten zunächst nur in fragmentierter Form auf, bis sie sich schließlich auch auf dem melodieseligen Klangteppich entfalten dürfen und von den flehenden Melodietönen in gelungener Art und Weise unterstützt werden. Die drückende Deepness des Originals geht dabei zwar verloren, dennoch entwickelt das Ganze mit seinen gut abgestimmten Melodielinien, zu welchen sich im anstehenden Break zudem noch ein alternativer Synthie gesellt, eine intensive Atmosphäre, welche mit ihrer leicht melancholischen Ader den Übergang vom Sommer in den Herbst skizziert, welcher uns in absehbarer Zeit mal wieder bevorsteht. Nichtsdestotrotz lasse ich anständige 4,5/6 für diesen hauseigenen Remix springen. :D

    Danke für den Tipp, Skuz! Ich für meinen Teil freue mich auf jeden Fall schon auf die im Oktober erscheinende neue Platte von Jody Wisternoff und Nick Warren und ihrem überaus vielseitigen Projekt Way Out West. Sowohl das zum freien Download verfügbar stehende Ultraviolet als auch Only Love als nächste Single versprühen in ihrer wunderbar zurückgelehnten Manier in meinen Ohren große Vorfreude auf das kommende Album. Wer dem angenehm dehnbaren Genremantel Progressive House nicht ganz abgeneigt ist, sollte hier jedenfalls nicht davor zurückschrecken, die entsprechenden Hörproben in Angriff zu nehmen. :yes:

    Ich studiere mittlerweile im 8. Semester Statistik an der TU Dortmund und werde wohl im nächsten Jahr soweit sein, dass ich meine Diplomarbeit beginnen kann. In diesem Semester habe ich zudem endlich mein lästiges Nebenfach BWL abgeschlossen, sodass ich mich nun vollends darauf konzentrieren, die Zielgerade meines Studiums zu beschreiten. Apropos Wahrscheinlichkeitsverteilung: Ich bin nicht der einzige angehende Statistiker, der sich ab und zu im hiesigen Forum bewegt... :D

    "A zünftige Musi", mit der wir es hier zu tun haben und den Namen des beschaulichen Örtchens Ofterschwang im Allgäu nicht ohne Grund in seinem Titel trägt! Auch mir ist sofort Samims Heater durch den Kopf gegangen, wobei die volkstümlichen Anleigen im hiesigen Track von Jürgen Paape für meinen Geschmack noch etwas passender in das Minimalgestampfe integriert sind. Vor allen Dingen die Kuhglocken bilden dabei einen solch unfassbaren Klangteppich, dass meine Mundwinkel einfach nicht mehr nach unten zeigen wollen. Die Zwergenmelodie und das Jägerhorn, welche immer wieder in Kurzbreaks eingespielt werden, setzen dem Ganzen dann die Krone auf und bringen damit mehr als gelungene Abwechslung in das monotone, aber urgemütliche Blasmusik-Bassline-Schunkeln. Alles in allem sowohl wirtshaus- als auch clubtauglich... :D