Mat Zo "Rush / Defined"

  • Stell dir vor, ein Track gewinnt verdientermaßen eine TOTW-Wahl, besitzt aber keinen eigenen Thread in unserer heiligen Tracks-Rubrik... Unvorstellbar!? Keineswegs, ein Blick in die letzte Woche bestätigt bereits den schwelenden Verdacht: Der aufstrebende Londoner Produzent Mat Zo gewinnt dort mit seiner neuen Doppel-A-Seite auf Anjunabeats zwar überlegen unsere wöchentliche Abstimmung, ist aber rezensionstechnisch noch sehr jungfräulich unterwegs. Dieser Lücke werde ich nun allerdings endgültig den Garaus machen, begeistert mich der junge Engländer hier doch erneut mit seiner überaus melodieverliebten Art. Wer sich mit Powerprog, der zeitweise sogar von Uplifting-Gefilden verführt wird, aus dem tristen Novembergrau auf Wolke 7 entschweben lassen möchte, dürfte jedenfalls vollkommen auf seine Kosten kommen und unten folgende Links mit einem Glänzen in den Augen verfolgen. :yes:


    Rush ist dabei eindeutig die Seite der Platte, die sich voll und ganz dem euphorisierenden Rausch hingibt und dabei trotz unverkennbarer Uplifting-Anteile auch mein Herz erwärmt hat. Mit einer ordentlichen Portion Druck ausgerüstet liegt es dabei zu Beginn erst einmal an einem Basslinewand-Fragment, im Zusammenspiel mit immer wieder passend eingeworfenen Melodietönen in echolastig-exotischer Instrumentierung für die ersten kontrastreichen Momente, welche den gemeinen Hörer aus seiner Lethargie rütteln und mitnehmen, in diesem Track zu sorgen. Schwebende Flächenandeutungen im Hintergrund bilden den weiteren melodischen Entwicklungsstrang, an dem auch einige Pianospritzer nicht ganz unbeteiligt wirken möchten. Mit diesen melodischen Speerspitzen legt der Untergrund vor dem Einsetzen eines ersten Breaks zudem noch eine kleine druckvolle Schüppe drauf und entlässt uns in die dortige warmherzige Atmosphäre, welche zuerst noch von den bekannten Melodieelementen gespeist, dann aber zunehmend von einer herrlich euphorischen Uplifting-Melodie abgelöst wird. Diese wiederum trägt zudem einen solch herrlich positiven Charakterzug in sich, dass sie in Windeseile Hörer und Atmosphäre auf ihre Seite zieht und für eine wunderbare Ansammlung von schwebenden Momenten sorgt. Zum Ende des Breaks zieht sie sich zwar wieder in den Hintergrund zurück, sodass das Ganze im Anschluss kurzzeitig eine kleine Druckphase offenbart, doch im Untergrund brennen die melodischen Ausrufezeichen bereits darauf, aus ihren musikalischen Fesseln entlassen zu werden. Langsam, aber stetig, erobert sich so die herrliche Hauptmelodie wieder ihren Stammplatz zurück, der auch zusammen mit dem bassline-wandigen Drumming sphärisch bestens funktioniert. Im Einklang aller Elemente wird dabei natürlich auch der sphärische Höhepunkt des Ganzen erreicht, bis sich das Ganze nach einem Kurzbreak wieder allmählich zurückbaut und insagesamt bei mir einfach nur pure Euphoriegefühle hinterlässt, welche mich zu einer überaus überzeugenden 5,75/6 hinreißen lassen. ;)


    Doch auch Defined ist alles andere als von schlechten Eltern, geht seine Sache im Vergleich mit dem Vorgänger allerdings etwas ruhiger an. Zu Beginn gründet dieser Eindruck vor allen Dingen auf dem angenehm schaukelnden Beat, welcher mit der Unterstützung einiger entspannter Tonschnipsel die Grundlage bildet für die sich bald entfaltende Bassline elektroid beeinflusster Bauart. Sobald diese sich vom Stapel schält, gerät allerdings auch der Track in etwas druckvolleres Wallen, aus dem vor allen Dingen die variable Bassline heraussticht, immer wieder leicht anschwillende Charakterzüge an den Tag legt und sich zudem mit der Entfaltung weiterer flächiger Töne duelliert. Gerät das Drumming nun zunehmend breakbeatlastiger, steht das Ganze auch schon kurz vor dem entscheidenden Break, in welchem sich eine wunderbar entrückte Melodielinie zu entfalten und dem Stück bereits nach kurzer Einwirkdauer eine herrlich schwebende Atmosphäre zu schenken vermag, welche sich mit dem Anschwillen der Melodie und in Kooperation mit harmonischer Flächenarbeit im Hintergrund nun zunehmend intensiviert, zum Ende des Breaks dann aber wie im Vorgängertrack wieder zurückgenommen wird, sodass sich im Anschluss aus der Melodielinie nur eine montone Variante hinüberretten kann. Doch auch hier dauert es nicht allzu lang, bis sich die markante Tonfolge aus dem Break erneut durchsetzt und dem Ganzen in ihrer uplifting'esken Art und Weise auch zusammen mit dem leicht drückenden Untergrund ihren stimmungsvollen Stempel aufdrückt. Mutet dieser schließlich wieder zunehmend monotoner an, bereitet sich der Track bereits angenehm unaufgeregt auf sein bevorstehendes Ende vor, an dem es von meiner Seite zwar mehr als solide 5/6 zu verteilen gibt, an die mitreißende Klasse von Rush reicht das Ganze aber dennoch nicht ganz heran. :yes:



    Greetz,
    :: der hammer ::

  • Zitat

    Original von hammer
    Rush ist dabei eindeutig die Seite der Platte, die sich voll und ganz dem euphorisierenden Rausch hingibt und dabei trotz unverkennbarer Uplifting-Anteile auch mein Herz erwärmt hat. Mit einer ordentlichen Portion Druck ausgerüstet liegt es dabei zu Beginn erst einmal an einem Basslinewand-Fragment, im Zusammenspiel mit immer wieder passend eingeworfenen Melodietönen in echolastig-exotischer Instrumentierung für die ersten kontrastreichen Momente, welche den gemeinen Hörer aus seiner Lethargie rütteln und mitnehmen, in diesem Track zu sorgen. Schwebende Flächenandeutungen im Hintergrund bilden den weiteren melodischen Entwicklungsstrang, an dem auch einige Pianospritzer nicht ganz unbeteiligt wirken möchten. Mit diesen melodischen Speerspitzen legt der Untergrund vor dem Einsetzen eines ersten Breaks zudem noch eine kleine druckvolle Schüppe drauf und entlässt uns in die dortige warmherzige Atmosphäre, welche zuerst noch von den bekannten Melodieelementen gespeist, dann aber zunehmend von einer herrlich euphorischen Uplifting-Melodie abgelöst wird. Diese wiederum trägt zudem einen solch herrlich positiven Charakterzug in sich, dass sie in Windeseile Hörer und Atmosphäre auf ihre Seite zieht und für eine wunderbare Ansammlung von schwebenden Momenten sorgt. Zum Ende des Breaks zieht sie sich zwar wieder in den Hintergrund zurück, sodass das Ganze im Anschluss kurzzeitig eine kleine Druckphase offenbart, doch im Untergrund brennen die melodischen Ausrufezeichen bereits darauf, aus ihren musikalischen Fesseln entlassen zu werden. Langsam, aber stetig, erobert sich so die herrliche Hauptmelodie wieder ihren Stammplatz zurück, der auch zusammen mit dem bassline-wandigen Drumming sphärisch bestens funktioniert. Im Einklang aller Elemente wird dabei natürlich auch der sphärische Höhepunkt des Ganzen erreicht, bis sich das Ganze nach einem Kurzbreak wieder allmählich zurückbaut und insagesamt bei mir einfach nur pure Euphoriegefühle hinterlässt, welche mich zu einer überaus überzeugenden 5,75/6 hinreißen lassen. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::


    Was soll man dem noch hinzufügen???? Deine Reviews sind echt der Hammer.... :D


    Rush ist tatsächlich mit das beste, was ich dieses Jahr gehört habe, der SPagat zwischen Prog- und Uplifting Trance gelingt perfekt, sowohl Uplifting (Le Saux) als auch ehr progressiv angehauchte DJs (AvB) spielen das Ding hoch und runter, und zwar zu Recht!!!


    Rush: 5,5/6
    Defined: 5/6