Kiko "Slave of my mind"

  • Nachdem der bisherige Kiko-Beauftragte hammer sich noch nicht zu einer kleinen Rezi des neuen Tracks des Franzosen aufraffen konnte, muss ich das wohl oder übel in die Hand nehmen. Zu dem neuen Stück gibt es eine ausgiebige Hörprobe und sogar ein Video!


    Laut des belgischen Labels Different, auf dem u.a. schon Kikos letzte Vinyl veröffentlicht wurde, soll dieser Knaller am 24. März erscheinen.


    Dieses Meisterwerk geht ziemlich zwanglos mit ein paar Hihats und Snares los, die schon bald vom gewaltigen Subbass unterwandert werden. Eine ad hoc gemachte Melodie lädt alsbald zum Schwelgen ein. Diverse Soundlandschaften überlagern sich und erschaffen so wunderbar drückenden Tech-House. Wer hier auch einen Hauch Trance verspürt, ist meiner Meinung nach auf der richtigen Fährte. Die bedrohlichen männlichen Vocals treffen daraufhin voll ins Schwarze. "I pray for you / No doubt, no fright / A slave / Of my mind". Diese emotionalen Zeilen - zusammen mit der wunderschönen Flötenmelodie - bilden einen mitreißenden Gegensatz zum technoiden, mit Delay, künstlichem Feedback und Effekten bepackten Hintergrund. Insgesamt fällt es mir schwer, hier etwas anderes als die Höchstwertung zu geben. Also mach ich das einfach - 6/6.

  • So, dann meldet sich hier auch noch der bisherige Kiko-Beauftragte zu Wort, der Slave Of My Mind ebenfalls alles andere als abgeneigt ist. Vielmehr ist dem Franzosen hier mal wieder eine wunderbare Symbiose aus düster drückendem Untergrund und hellen, mysthischen Flächen gelungen. Ersterer macht sich vor allen Dingen durch den bereits nach wenigen Momenten in die Gehörgänge wummernden Subbass bemerkbar, der eine gehörig treibende Basis für die bald einsetzende und in der Tat mit einem guten Schuss Trance versehene Melodie in flächiger Instrumentierung bietet. Verbreitert wird das Ganze mit weiteren Alternativtönen, die sich auf dem rasenden Untergrund ebenfalls sichtlich wohlfühlen, und im kommenden Break zudem mit den von Andru bereits schön beschriebenen Vocals, die mich irgendwie etwas an Dave Gahan bzw. Depeche Mode erinnern. Die düster drückende Atmosphäre wird dadurch jedenfalls nicht weniger intensiv, sodass im Anschluss an das Break die erneute Bekanntschaft mit den wunderbar mysthischen Flächenskulpturen alle sphärischen Register ziehen darf. Nach kurzer Besinnung auf den schiebenden Untergrund entfalten in und nach einem zweiten Kurzbreak dann noch einmal Melodien und Vocals bestens ihr reißerisches Potenzial, um das Ganze gelungen prog-techhousig zu Ende gleiten zu lassen. Alles in allem muss ich jedenfalls mal wieder konstatieren, dass dieser Track erneut alle Elemente des Kiko'schen Klangkosmos in sich vereinbart, die mich schon bei seinen Vorgängertracks so begeistert haben, sodass ich auch hier nichts anderes als mehr als großartige 5,75/6 geben kann. :D

  • Nun noch ein paar Neuigkeiten zu diesem Release.


    Dem Label ist es gelungen, Xenia Beliayeva für einen Remix anzuheuern. Die Frau, die bisher vor allem mit Datapunk in Verbindung gebracht werden konnte - und für die Kiko selbst bereits einen herausragenden Remix (Music) beigesteuert hat - drehte im Studio nicht nur an den Knöpfen, sondern stellte sich auch hinter das Mikrofon. Sie sang die Vocals mit der für sie typischen lasziven Art neu ein und auch das sonstige Trackgerüst mit sehr knüppelnden Abfahrtphasen weiß zu gefallen, doch zu einer genauen Bewertung vermag ich in Anbetracht der kurzen Hörproben bei deejay.de oder astralmusic.com noch nicht zu kommen.

  • Wer zum Teufel singt da beim Original Mix? Im ersten Moment dachte ich wirklich, es wäre Dave Gahan.. :D


    Das Video ist übrigens auch sehr geil. Passt sehr gut zu dem Track.

  • So, dann will ich mich auch noch mal zum nicht minder enttäuschenden Rest der Platte äußern:


    Die Überarbeitung von Slave Of My Mind im Xenia Beliayeva Remix geht das Ganze noch eine bedeutende Ecke drückender und technoider an, sodass man teilweise sicherlich nicht ohne Grund an die typischen Klänge eines Oliver Huntemann erinnert wird. Die überragend sphärischen Flächen aus dem Original tauchen dabei schon nach wenigen Sekunden in fragmentierter sowie loopartig gestalteter Form auf und bringen so die ersten melodischen Ausrufezeichen auf das sich nun zunehmend abgehfertiger präsentierende Drumming-Gewand. Als absolutes Vorzeigeobjekt erweist sich dabei die monoton nach vorne drückende Basslinewand in bester Spiellaune, wobei besonders das an- und abschwillende Spannungsbild für verzückte Mienen auf der Tanzfläche sorgen dürfte. Die von Xenia Beliayeva zusätzlich zum Dave-Gahan-Nacheiferer eingesungenen Vocals lassen im Anschluss schließlich auch diese Ebene des Tracks ebenbürtig mit dem Original erscheinen. Nicht zu vergessen bleibt natürlich auch das Break, welches mit den wunderbar mysthischen Originalflächen sowie einigen monotonen Alternativtönen für die entrückt sphärischen Momente in diesem Mix sorgt. Zusammen mit den Vocals bestärkt sich dieser Eindruck zudem noch, sodass sich der Track im weiteren Verlauf wieder guten Gewissens in schön kontrastreicher Manier auf seine Abgehphase konzentrieren kann. Alles in allem haben wir es hier summa summarum mit einem überzeugenden Remix zu tun, für den es ein Leichtes sein dürfte, seine verdienten 5,25/6 abzuzstauben. :yes:


    Hacke Hacke als dritter Track im Bunde bleibt dann glücklicherweise seinem dämlichen Namen nicht treu und betritt ein im Vergleich mit seinen beiden Vorgängern etwas zurückhaltenderes Terrain. Nichtsdestotrotz lässt das Ganze es sich nicht nehmen, mit einer groovig-wabernden Bassline unterfüttert zu werden, welche einen interessanten Untergrund für die ersten in den Raum geworfenen Tonpartien abgibt. So schreitet das gute Stück nun recht minimal voran, bis sich unvermittelt einige orchestrale Streicher zu Wort melden. Zuerst nur stark fragmentiert erarbeiten sich die düster-romantischen Klänge nun immer stärkere Aufmerksamkeit und verpassen dem Ganzen einen nicht zu verachtenden, sphärischen Charakter. Auch im anstehenden Break stehen eben jene Streicher im Vordergrund und spielen sich dabei loopartig in eine leichte Hypnose. Der weitere Verlauf steht dann wieder ganz im Zeichen des kontrastreichen Trackbetts, welches sich sauber zu Ende groovt. Insgesamt ein spannender Track, der mit 5/6 für meinen Geschmack am sinnvollsten belohnt werden sollte. :D