Beiträge von hammer

    N’Abend zusammen!

    Nach einem kleinen Streifzug durch die hiesige Tracksrubrik ist mir soeben in der Moonbeam-Ecke wieder einmal eine bedenkliche Lücke ins Auge gefallen, welche ich nicht länger ungestopft lassen kann. Es handelt sich dabei um die entzückende letzte Traum-EP der Gebrüder Khvaleyev, welche auf den Namen Tiger hört und - wie könnte es anders sein - erneut die Vielfältigkeit der beiden russischen Produzenten erfolgreich in die Waagschale wirft, denn hier dürfte sowohl der Liebhaber treibender Techhouseklänge als auch der Atmosphärenpurist mitsamt seines Tellerrands auf den Geschmack kommen. Heterogenität wird also groß geschrieben - dies trifft nur leider ebenfalls auf die Veröffentlichungspolitik zu, welche merkwürdigerweise die für meinen Geschmack besten Tracks nur für die digitale Variante der EP vorgesehen hat…

    Der namensgebende Tiger jedenfalls bewegt sich in einem für Moonbeam-Verhältnisse ungewohnt knarzigen Umfeld, welches vor allen Dingen von einem wellenartig nach vorn stierenden Basslinefragment gespeist wird. Angereichert wird die brodelnde Drummingsuppe dabei zudem mit einigen dezenten Klicker- sowie düster dreinschauenden Toneffekten, deren Fortbewegungsart zwar recht schleppend wirkt, aber mit zusätzlichen Acid-Elementen zunehmend hypnotischer agieren kann, ehe trancig verzerrte Melodieandeutungen die kurzzeitige Zurückhaltung der elektroiden Bassline im Mittelteil zu ihrem Gunsten zu nutzen wissen. Insgesamt überwiegt jedoch eine verstörende Atmosphäre, welche nur im Break durch die solistischen Melodietöne leicht durchbrochen werden kann, da im Anschluss wieder fast ohne Unterlass geknarzt, gepluckert und dem gemeinen Hörer intravenös Acid injiziert wird. Summa summarum eine interessante Spielerei der beiden russischen Spezis, welche ich mit mehr als soliden 4,75/6 belohnen möchte. :yes:

    Land Of The Lost hat es meines Erachtens unverständlicherweise nur im Strict Mix aufs Vinyl geschafft, obwohl der Original Mix nicht nur in sphärischer Hinsicht etwas mehr auf dem Kasten hat. Das beginnt bereits im von subtilen Flächen durchschwommenen Intro, welches alsbald von einem minimalistischen Untergrund abgelöst wird, auf dem vor allen Dingen die sporadisch durch den Äther gejagten Arpeggio-Kaskaden die Aufmerksamkeit der Hörerschaft auf sich ziehen, während im Hintergrund die dezente Flächenarbeit vom Beginn für den nötigen sphärischen Unterbau sorgt. Eingebettet in klickernde Effekte nimmt der Track in dieser Formation das anstehende Break ins Visier, in dem sich die Flächen in Kooperation mit einigen spannenden Alternativtönen schließlich endgültig aus ihrer Umklammerung befreien und in herrlich wabernder Manier die Verdichtung der melancholisch angehauchten Stimmung vorantreiben können. Dies führt zusammen mit dem Drumming schließlich sogar so weit, dass die hiesigen Melodieelemente für einige Momente ein überaus tranciges Arrangement annehmen, während im Untergrund eine zwielichtige Basslinewand kontrastreich ihre Runden zieht. Setzt sich die Melodielinie im Anschluss wieder kurzzeitig zur Ruhe, ist die Zeit der arpeggierten Tonfolge vom Beginn gekommen, welche ein abwechslungsreiches Intermezzo hinlegt, bevor im weiteren Verlauf erneut die wabernden Flächen zu sphärisch intensiver Höchstform auflaufen. Weniger als 6/6 kann ich hier auf alle Fälle nicht vergeben - der Strict Mix dagegen ist etwas minimaler veranlagt, legt mehr Wert auf eine beständige Beklickerung und präsentiert sich nicht ganz so verdichtet wie das Original. Für eine eigenständige Bewertung ist das Stück jedoch ansonsten viel zu ähnlich gestrickt. :p

    Zoo als Dritter im Bunde auf der Platte hat sich dann wieder einem recht druckvollen Techhouse-Überbau verschrieben, wobei der Track aber leider ziemlich ausgetretene Pfade betritt und damit in meinen Ohren nicht aus dem grauen Mittelmaß entfleuchen kann. Angetrieben wird das Ganze von fast durchgängig auf der gleichen Tonhöhe verweilenden Stakkato-Morseklängen, welche von dezentem Klickern begleitet werden, während im Untergrund eine grummelnde Bassline von der einen Ecke in die andere schlurft. In dieser Ödnis sind auch einige sporadisch eingesetzte Alternativtöne nicht in der Lage, Akzente zu setzen, sodass erst eine Reduzierung des Stücks auf seinen Unterbau im letzten Drittel kurzzeitig für ein wenig Abwechslung sorgen kann, ehe auf den letzten Metern noch einmal ordentlich gemorst wird - darunter sicherlich auch die wenig erbauliche Nachricht von meinen durchschnittlichen 3,5/6:hmm:

    Die digitale Zugabe Guru dagegen zeigt sich zwar nicht wesentlich sphärischer veranlagt, weiß seine monotone Ader aber in Bahnen zu lenken, welche sich deutlich von solch plätschernden Gewässern wie im Vorgänger distanzieren. Vor allen Dingen das Drumming offenbart dabei einen interessant verspielten Charakter, welcher von dezenten Tonschlenkern umrankt wird und sich alsbald in energetischer Manier auch von einigen nach Entengeschnatter erinnernden Effekten nicht aus der Spur bringen lässt. Schiebt sich im Folgenden aus dem Hintergrund heraus dann eine monotone Basslinewand mehr und mehr in den Vordergrund des Tracks, ist es allerdings vorbei mit der gemütlichen Eingroove-Phase - vielmehr verlegt sich Hauptaugenmerk nun eindeutig auf Peaktime-Beschallung, wobei aber nicht vergessen wird, auch den Mut vereinzelter sphärischer Einwürfe in Form von Piano- und Flächenklängen zu belohnen. In Intensität und Tonhöhe schwankend präsentiert sich die Basslinewand tatsächlich leicht guruhaft, ehe das Stück sich im letzten Drittel wieder eingroovt und verdiente 5/6 von dannen trägt. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Bis etwa 2:20 wird das Mash-Up haupstächlich von den großartigen The xx und ihrem wunderbar melancholischen Shelter geprägt, welches zwar als eines der wenigen Stücke des gleichnamigen Albums nicht den typischen Wechselgesang der blutjungen britischen Durchstarter enthält, dafür aber aufgrund seines überaus minimalistischen Arrangements eine sphärische Dichte erzeugt, bei der bereits das Geräusch einer fallenden Nadel wie ein Gewittersturm wirken kann. Es darf also nicht allzu verwundern, dass mir die hiesige Gegenüberstellung des in meinen Ohren vollkommenen Originals mit einem mir bisher nicht bekannten Track von Alan Fitzpatrick & Reset Robot aus techhousigen Gefilden nicht wirklich zusagt - schon die anschwillenden HiHats sowie ihre sirenenartig agierende Melodiefragmentbegleitung verheißen nichts Gutes und entpuppen sich für meinen Geschmack schnell als Fremdkörper in der schwermütigen Atmosphäre. Viel zu brachial ist auch der Übergang des Ganzen in die vom Techhouse dominierte Phase geraten, wobei die geloopten Gitarren im Untergrund im weiteren Verlauf dennoch etwas versöhnlicher wirken, dann aber unverständlicherweise wieder fluchtartig das Weite suchen müssen. Insgesamt gesehen überwiegen imho jedoch die eindeutigen Hinweise darauf, dass das hiesige Mash-Up eines stumpf nach vorn marschierenden Tracks mit der äußerst filigranen (Pop-)Ästhetik von The xx einem Schuss in den Ofen gleicht... :p

    Vor einigen Tagen ist auch auf meinem Radar diese erfrischende neue EP von Eelke Kleijn aufgetaucht - da im hiesigen Forum aber wieder einmal der Mann hinter der Sommersonne schneller am Thread-Drücker war und bereits ausführliche Trackbeschreibungen über den Äther gejagt hat, werde ich mich ausnahmsweise einmal ein wenig kürzer fassen... ;)

    Nachdem der niederländische Produzent in jüngster Vergangenheit immer öfter in deep- sowie techhousigen Gefilden unterwegs war, erinnert sich der Gute für The Way That You Are noch einmal an seine progressiven Glanztaten, indem er nicht nur einen leicht düster nach vorn schielenden Untergrund mit einer markant groovenden Bassline konfrontiert, sondern auf dieser zudem eine verspielte Melodielinie auftrumpfen lässt. Letztere erinnert zwar in ihrer Instrumentierung entfernt an verzerrte Gitarrenklänge, erstickt diese Assoziation jedoch durch ihren kraftvoll sphärischen Auftritt im Keim, sodass sich in Kooperation mit im Hintergrund gehaltenen Begleitflächen in deephousiger Ausrichtung sowie allerlei kurzweiligen Alternativtönen eine abwechslungreiche Klangreise durch das Kleijn'sche Verständnis von Progressive House (nur echt mit der gewissen trancigen Note) entwickelt. Hervorzuheben ist zudem das im Break als Spannungsmoment vor der Entfaltung der beschriebenen Tonfolge eingesetzte Vocalsample, welches im wesentlich deeper gehaltenen DAVI Remix dann allerdings nur noch in sporadischen Fragmenten seine Auferstehung inmitten eines mehr als gelungen zu bezeichnenden Miteinanders von zerfledderten Original- und subtilen Alternativmelodieeffekten feiert. Für meinen Geschmack wirkt das Zusammenspiel in dieser Form sogar noch stimmiger als beim Vorbild, sodass in Kooperation mit einem monoton schlackernden Untergrund, welcher mit dezenten Bassklängen durchsetzt ist, ein wunderbar entspannter Groovecharakter hervorgerufen werden kann. Dieser lässt sich auch von zwei kleinen Anschwillaktionen kaum aus der Ruhe bringen und ist somit imstande, mit seinen 5/6 dem ebenso bekrönten Original Paroli zu bieten. :D

    Mit leichtem Vorsprung sichert sich jedoch in meiner Gunst Ring The Bells den Titel als stärkstes Stück dieser EP, wobei es mir vor allen Dingen die mehr als überzeugende progressive Abgeklärtheit angetan hat, mit welcher das Ganze in deep-drückender Manier durch seine wunderbar subtil geratenen Melodieandeutungen schippert. Filigrane Effekten gehören dabei ebenso zum Repertoire wie eine monoton grummelnde Bassline, welche mit ihrer recht dunkel gefärbten Fassade den Startschuss zur Verdichtung der hiesigen Atmosphäre abgibt und alsbald von Melodiefragmenten umzingelt wird, dabei jedoch stets die Contenance bewahrt und so zusammen mit flächenhaften Melodietönen eine wunderbar mystische Atmosphäre aus dem Ärmel zaubert, welche in ihrer alles andere als anbiedernden Art nicht nur auf der Sympathieskala Höchstwerte einfährt. Zudem können auch die angedeutete Kurzbreaks den progressiven Fluss des Ganzen nicht vor ernsthafte Schwierigkeiten stellen, sodass ich mich alles in allem nicht vor der Vergabe imho überaus verdienter 5,5/6 drücken werde. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Soeben ist mir per Newsletter die Bestätigung der ersten Namen für das diesjährige Melt! Festival hereingeflattert, welchem der Andru und meine Wenigkeit in den letzten beiden Jahren jeweils einen unvergesslichen dreitägigen Besuch abgestattet haben. Auch in diesem Jahr werden sich Schaufelradbagger und Co. auf der Ferropolis-Halbinsel im Gremminer See a.k.a. vollgelaufener ehemaliger Braunkohletagebau im Herzen von Sachsen-Anhalt wieder in eine in der europäischen Festivallandschaft einzigartige Kulisse verwandeln, welche mittlerweile auch viele Musikfreunde aus dem Ausland anzieht und nicht nur dadurch im letzten Jahr mit etwa 20.000 Besuchern zum ersten Mal vorzeitig komplett ausverkauft war. Die Zeichen stehen sicherlich auch in diesem Jahr nicht schlecht dafür, feiert das Melt! doch stets ein ausgelassen friedliches Beisammensein von elektronischer Musik jeglicher Couleur sowie hochwertiger Indiegitarren-Mucke, welches in diesem Jahr von den hochkarätig einzuschätzenden Jungs von Massive Attack angeführt wird. Zudem sorgen Joris Voorn, Oliver Koletzki, Pantha Du Prince und Four Tet für Zungenschnalzen im elektronischen Bereich, während die Indie-Fahne von solch großartigen Bands wie Tocotronic, Die Sterne, Get Well Soon und Ja!Panik (im nationalen Sinn) sowie den Foals (Entschädigungsgig nach der letztjährigen Absage), WhoMadeWho, Blood Red Shoes und dem Two Door Cinema Club (im internationalen Sinn) hochgehalten wird. Am meisten angetan bin ich jedoch von der Zusage von The xx, welche mit ihrem minimalistischen Popentwurf für meinen Geschmack aus dem Stand das beste Album des 2009er-Jahrgangs abgeliefert haben! Schaun mer mal, wer sich im Laufe der nächsten Wochen noch alles dazugesellen wird - das Triple rückt auf jeden Fall immer mehr in greifbare Nähe... ;)


    Vollständiges Line-Up [Stand: 11.06.2010]:

    1000 Robota | A-Trak | Matias Aguayo & Band | Ellen Allien | Almeida | An Horse | Archie Bronson Outfit | Ata | Autokratz | Beta | The Big Pink | Black Mountain | Black Rose (Henrik Schwarz & Jesse Rose live) | Blood Red Shoes | Booka Shade | Bonaparte | Boris | Bratze | Broken Bells | The Cheapers | Chromeo | Carl Craig | Chris Cunningham | Clues | Crookers | Danger | Darwin Deez | Delphic | Dendemann | Marcel Dettmann | Dirty Disco Youth | Dirty Projectors | dOP | Douster | Edu K | Egotronic | Empro | Fake Blood | Fred Falke live | Marcel Fengler | Fieber-Tanzparty | Roman Flügel | Foals | Four Tet | Frittenbude | Friendly Fires | Fucked Up | Marius Funk | Sascha Funke | The Futureheads | Get Well Soon | Goldfrapp | Groove Armada | Daniel Haaksman | Health | Hemmann & Kaden live | Hercules And Love Affair | Holy Ghost | Nick Höppner | Hurts | Ja, Panik | Jackmaster | Jamie T | Jamie XX | Jamaica | Johnossi | Jónsi | Sven Jozwiak | Karrera Klub | Kele | King Kong Kicks | Kings Of Convenience | Kissy Sell Out vs. Hervé | Ben Klock | Oliver Koletzki | Kode 9 vs. Martyn | Kraushaar & Gradmann | Monika Kruse | Jamie Lidell | Les Yper Sound | Lindstrøm & Christabelle | Luna City Express | Mala | Massive Attack | Markus Meinhard | Melanie Melancholie | Midlake | Miike Snow | Modeselektor feat. Bonaparte live | Moderat feat. Paul St. Hilaire & Dellé | Mutlu | ND Baumecker | Norman Nodge | Pantha Du Prince | Ewan Pearson | DJ Pete | Philipp Poisel | Popof live | Post War Years | Prosumer | Ptterns | Radio & Fernseh | RemmiDemmi DJ Team | Revolver Club | Riton | Saalschutz | Schlachthofbronx | Schulz & Söhne | DJ Shadow | Shed live | Shout Out Louds | Simian Mobile Disco | Sinden | Skate | Slagmålsklubben | Steffi | Christian Steiffen | Die Sterne | Tama Sumo | Team Recorder | Tiefschwarz | Tommie Sunshine | Matthias Tanzmann | Thomalla | Tobias Thomas | Tiga | Tocotronic | Martina Topley Bird | Trashpop | Trip Fontaine | Turbostaat | Two Door Cinema Club | The Very Best | Ricardo Villalobos | Joris Voorn live | Wareika | WhoMadeWho | Yeasayer | The XX

    Ab zur Running Order!

    In preislicher Hinsicht sind die Veranstalter zwar einmal mehr um eine Verteuerung von 4€ nicht herumgekommen, immerhin haben sie jetzt aber endlich den längst überfälligen Müllpfand für sich entdeckt:

    3-Tagetickets gültig für Freitag, Samstag und Sonntag:
    EUR 94 zzgl. VVK-Gebühren und EUR 5 Müllpfand

    2-Tagetickets gültig für Freitag und Samstag:
    EUR 74 zzgl. VVK-Gebühren und EUR 5 Müllpfand

    Im Preis enthalten sind Camping und Parken (ab Donnerstag, 15.07. 13.00 Uhr bis Montag, 19.07. 15.00 Uhr).


    PS: Wer immer noch den Frevel besitzt und die hervorragende Melt!-Doku vom letzten Jahr noch nicht in sich augesogen hat, sollte dies zwecks visueller Vereinnahmung hier unbedingt und schnellstens nachholen!

    :huebbel:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Nach unzähligen imho mehr als gelungenen Tracks in den letzten beiden Jahren tritt Mat Zo mit 24 Hours nun den Beweis an, dass auch er nur ein Mensch ist - sei ihm diese im Vergleich mit ihren Vorgängern etwas schwächere Veröffentlichung also erlaubt und gegönnt! ;)

    Mit seiner leicht altbacken wirkenden Bassline, welche sich in rollender Uplifting-Manier im Untergrund herumschlängelt, fährt der Original Mix dabei bereits von Beginn wenig Bemerkenswertes auf, sodass das Hauptaugenmerk in den ersten vier Minuten fast vollständig auf dem alsbald mit einigen netten Effekten versehenen Drumming liegt. Die plätschernde Fortbewegungsart wird zwar hin und wieder von wenig markanten Tonwellen aufgelockert, welche sich - mal fragmentiert, mal etwas breitwandiger - durch den Drummingsumpf quälen, erste sphärische Ausrufezeichen können allerdings erst einige dezente Klangtupfer setzen, durch welche im Hintergrund des Ganzen schmackhaft melodiebeseelte Appetithäppchen ausgelegt werden. Leider verschwinden diese im weiteren Verlauf aber allzu schnell wieder in der Tiefkühltruhe, sodass dem Untergrund die Chance gegeben wird, sich noch einmal zu sammeln, bevor das zunehmende Erstarken standardisierter Offbeat-Flächenwellen schließlich das anstehende Break heraufbeschwört. Auch die sich hier aus dem Klammergriff der sich allmählich in den Hintergrund zurückziehenden, bekannten Trackelemente lösende Synthiemelodie ist jedoch nicht in der Lage, an das euphorisierende Niveau mit dem gewissen Etwas, welches die Melodien von Mat Zo stets auszeichnete, anzuknüpfen und reiht sich in ihrer leicht verzerrten Art und Weise nahtlos in die Durchschnittlichkeit dieses Stücks sein. Auf sanft schwebenden Streichern gebettet kann die Tonfolge zwar eine angenehm frühlingshafte Atmosphäre entfalten, ihre Bauart wirkt mir jedoch etwas zu aufgedunsen und verspielt damit zusammen mit dem durchgenudelten Leadsound einiges an Intensitätpotenzial. Dies verbessert sich dann leicht, wenn alternative Subbässe die Streicher verscheuchen, doch erst in Kooperation mit dem Drumming sowie einigen noch nicht vernommenen Begleittönen kann der Track endlich für einige Momente Druck und Atmosphäre unter einen Hut bringen, ehe das Ganze auf den letzten Metern erneut in seinen plätschernden Grundrhythmus verfällt. Schlussendlich sind in dieser Konstellation daher auch nicht mehr als 4,5/6 drin... :yes:

    Der Oliver Smith Remix kann dann anschließend weit weniger ausschweifend abgehandelt werden, da es sich der Brite anscheinend zur Aufgabe gemacht hat, das Original nur in homöopathischen Dosen zu verändern, welche das Originalthema noch wesentlich schärfer in Richtung graues Mittelmaß verfrachten. Dazu gehört zum einen eine anfänglich leicht düster agierende Basslinewand, welche allerdings bereits nach wenigen Momenten der Einwirkzeit von einer in der gleichen Art und Weise wie im Original rollenden Bassline aus schnöden Uplifting-Gefilden abgelöst wird, während zum anderen einige fluffige 0815-Alternativmelodietöne den direktesten Weg durch die Gehörgänge nehmen, den es gibt: ins eine Ohr rein und fast im gleichen Augenblick aus dem anderen wieder hinaus! Zudem wurde auch die Geschwindigkeit zu meinem Missfallen angezogen, sodass das Ganze jetzt auch noch mit unbegründeter Hektik ins Break hetzt, in welchem sich die Melodielinie aus dem Original entfalten darf - nur mit dem Unterschied, dass ihr in ihrer neuen Instrumentierung nun sämtliche Ecken und Kanten genommen wurden, sodass ich nun schon fast wieder soweit bin, das Original für seinen verzerrten Tonklang zu loben. Was sich im weiteren Verlauf entwickelt, ist aus dem gähnend langweiligen Uplifting-Baukastenprinzip bereits seit vielen Jahren berühmt und berüchtigt - da können auch die anschmiegsamen Alternativmelodieversatzstücke nicht mehr viel retten. Zusammen mit der Tonfolge aus dem Original sprintet das Ganze dabei nun ohne sphärischen Glanz oder Höhepunkt, dafür aber mit viel Weichspüler versetzt auf sein nahendes Ende zu, an dem schon aus passabler Entfernung vernichtende 2/6 erkennbar werden... :p

    An die Klasse ihres Vorgängers (auf AnjunaDeep) reicht diese schicke neue EP der 16 Bit Lolitas zwar für meinen Geschmack nicht ganz heran, kann sich mit ihren beiden überaus progressiv fokussierten Tracks aber dennoch sehen lassen. :yes:

    Personal Space weiß vor allen Dingen mit seinem fein austarierten Zusammenspiel eines entspannt groovenden Unterbaus mit hallenden Gitarrenklängen zu gefallen - warum meinem Vorredner dabei allerdings ausgerechnet den Vergleich mit den ewig unsäglichen Shah-Sommersaiten sucht, obwohl die hier angespielten Gitarrenklänge eine ziemlich unähnliche Sozilisation aufweisen (und zudem erstere dann auch noch in gewisser Weise positiv hervorhebt) erschließt sich mir in keinster Weise. Schließlich haben wir es hierbei keineswegs mit einer Friede-Freude-Eierkuchen-Dauerrotation zu tun, sondern können den hiesigen sphärischen Schwebezustand in subtilen Happen genießen, wobei sich dafür zunächst einige wabernde Flächenandeutungen im Hintergrund eines angenehm schlendernden Drummings verantwortlich zeigen. Die Spannungskurve wird dabei zwar in bekannt an- und abschwellender Manier befahren, weist aber dennoch insgesamt einen ansteigenden Trend auf, der insbesondere vom sporadischen Anspielen der Gitarrenmelodie in entspannter Echoumrahmung getragen wird, während sich im Untergrund ein eher pluckerndes Pendant etablieren kann. Nach einem angedeuteten Break wird das Ganze zudem von einer überaus dezent agierenden Bassline begleitet, von der sich die immer wieder durch den Raum irrenden Flächenfragmente und nachhallenden Gitarrentöne allerdings nicht aus ihrem progressiven Rhythmus bringen lassen und dem Track stattdessen mit sanfter sphärischer Gewalt für sich vereinnahmen. Diese Entwicklung wird auch im anstehenden Break fortgeführt, aus welchem sich der Track wieder mit der Gitarrenmelodie verabschiedet, bevor im weiteren Verlauf das herrlich unaufgeregte Flächenwabern das Ganze sphärisch dicht hält. Im letzten Drittel zeigt sich das Stück dann nach einem weiteren Kurzbreak zwar wesentlich reduzierter, sodass auch der entspannt groovende Untergrund die nötige Wertschätzung erhält und die Melodieelemente nur noch in schummrigen Schlieren auftreten, das Outro gebührt jedoch noch einmal der entschwindenden Gitarre. Summa summarum Progressive House par excellence, welcher mir nicht unter 5,25/6 davonkommt... ;)

    Smoke Me Away auf der digitalen B-Seite kann da in meinen Ohren nicht ganz mithalten und erblickt folgerichtig nur noch die Rauchschwaden des davonziehenden Vorgängers. Die im Vergleich eher düstere Bauart des Tracks wird hier bereits nach wenigen Momenten ersichtlich, wenn sich der progressive Untergrund des Ganzen mehr und mehr mit jähzornigen Flächenandeutungen, Acid-Effekten und deepen Subbässen beschäftigt, diesen Elementen im weiteren Verlauf aber imho etwas zu viel Freiraum schenkt, sodass das Stück sich zu sehr in seiner Verspultheit gefällt. Helleren Flächenfragmenten fällt es da schon erstaunlich schwer, sich in diesen von Minimalismus und altem Industriehallencharme geprägten Gefilden zurechtzufinden - erst im anstehenden Break gelingt ihnen eine kleine, aber prägnante Stippvisite, welche zwar auf den Hintergrund beschränkt bleibt, dennoch aber die vielschichtigen Drummingelemente kurzzeitig ins Hintertreffen geraten lässt und die eisige Atmosphäre aus ihren deepen Fahrgewässern mit einigen mystischen Klangstrahlen etwas aufzudröseln vermag. Das Ende des Breaks sieht die Flächenandeutungen jedoch rasch im Niemandsland des Trackumfelds verschwinden, während der brodelnde Untergrund wieder die Initiative übernimmt, in Kooperation mit dem Drumming aber nicht wirklich in Gang kommt und seine fade Ausstrahlung erst mit der erneuten Hinzunahme der larmoyanten Flächenelemente übertünchen kann. Allzu lang hält dieser Zustand allerdings leider nicht an, sodass auf den letzten Metern noch einmal die verspulten Acid-Spielereien auf den Plan treten und den hiesigen Düsterminimalprogtech schlussendlich mit ausbaufähigen 4,25/6 verabschieden. :yes:

    Zitat

    Original von Andru
    Wie sagt man so schön: "Ich kanns nicht beschreiben - hammer, übernehmen Sie!"

    Jaja, das ist hier mittlerweile zu einem geflügelten Wort geworden, aber bei solch einem wunderbaren Remix, wie Gui Boratto ihn hier zusammengeschustert hat, bin ich natürlich alles andere als abgeneigt, eine kleine Rezension folgen zu lassen. :D

    Mal ganz davon abgesehen, dass uns die beiden Herrengedecke von Massive Attack geschlagene sieben Jahre auf ein neues Album haben warten lassen und die Geduld bei dem ein oder anderen sicherlich zwischenzeitlich in Resignation umgeschlagen ist, kann ich nur jedem Tellerrandfetischisten empfehlen, in das neue Album der Briten hineinzuhorchen. Die darauf enthaltenen Tracks bewegen sich zwar zumeist in gemächlichen Rhythmen irgendwo zwischen Downbeat, Breakbeat und Triphop, sind aber vor allen Dingen durch ihre vor Ecken und Kanten sprühenden Arrangements, die vielen interessanten Gastvocals sowie ihre ganz eigene psychedelische Ader stets in der Lage, die geneigte Hörerschaft zu fesseln. Nicht anders verhält sich daher auch bei Paradise Circus, dessen düsterer Grundton glücklicherweise auch bei der brasilianischen Überarbeitung nicht verloren gegangen ist, sondern vielmehr in Kooperation mit einem überragendem Bassspiel in überzeugender Art und Weise auf einen geraden Beat übertragen wurde. Anfangs führt das Ganze mit seinen alternativen gebrochenen Drummingelementen, in deren Schatten sich bereits die ersten fahlen Flächenandeutungen aus dem Original heranschleichen, den Hörer zwar etwas an der Nase herum, spätestens mit dem ersten tiefen Griff in die Klaviatur baut der Remix im Untergrund aber nach vorn an. Mittlerweile haben sich auch die mystischen Flächenfragmente aus ihrer Umklammerung gelöst und leiten alsbald die erste Pianopassage der wunderbar melancholischen Tonfolge aus dem Original ein, nehmen jedoch zugunsten der Vocals von Hope Sandoval im weiteren Verlauf wieder Reißaus, um die Entfaltung einer organischen Bassline, für welche Gui Boratto sich wohl wieder einmal selbst die Bassgitarre umgeschlungen hat, aus gesicherter Entfernung zu verfolgen. Dabei ist es vor allen Dingen dessen Vielseitigkeit, welche das bekannte Piano-/Vocal-Zusammenspiel auf eine ganz neue Ebene zu transportieren vermag, die die düstere Atmosphäre nicht mehr ganz so beschwert auftreten lässt. Im anstehenden Kurzbreak fehlt diese Unterstützung dann zwar für einige Momente, eine an ein vorbeirauschendes Flugzeug erinnernde Klangwelle fungiert im weiteren Verlauf dann aber schnell als Startschuss für einen weiteren Auftritt der markanten Bassklänge, welche in Zusammenarbeit mit dem Drumming erneut für eine gesunde Druckverstärkung sorgen. Die nächste Unterbrechung lässt allerdings nicht allzu lang auf sich warten, präsentiert aber zur Abwechslung die gehaltvollen Streicher aus dem Original, welche sich im Folgenden schließlich auch mit den restlichen Elementen des Tracks verbinden und dabei ein für meinen Geschmack überragend sphärisch verdichtetes Finale einläuten dürfen. So lassen sich dann auch meine euphorisch angehauchten 5,75/6 erklären, welche nach dem subtilen Rückbau des Stücks zur feierlichen Übergabe bereitstehen... ;)

    Mit dem Flugzeughangar auf dem Hammer Flugplatz in den schönen Lippewiesen habt ihr euch auf jeden Fall eine ausgefallene Lokation ausgesucht ist, welcher der offiziellen TF-Party in diesem Jahr sicherlich einen mehr als würdigen Rahmen geben wird. Das kann ich mit voller Überzeugung sagen, da ich vor einigen Jahren bereits das Vergnügen hatte, den großen Helge Schneider in diesem Hangar zu erleben, wie er auf einer Lesereise eines seiner sinnfreien Bücher vorgestellt hat. Für den Rahmen unseres Forumstreffens dürfte das Ganze, wie Steffen schon erwähnt hat, definitiv die richtige Größe haben - lässt euch also nicht von der riesigen Halle täuschen, die Westi gepostet hat, wir in Hamm sind da etwas bodenständiger... ;)

    N'Abend zusammen!

    Nachdem der auch im hiesigen Forum nicht unbeliebte brasilianische Produzent Guilherme Boratto im letzten Jahr mit Take My Breath Away ein für meinen Geschmack hervorragendes zweites Album auf die Menschheit losgelassen hat, legt der gelernte Techno-Atmosphäriker nun mit einer weiteren EP auf seinem Kölner Lieblingslabel Kompakt nach. Darauf befinden sich neben dem bekannten, aber leicht veränderten Titelstück auch zwei neue Tracks, mit welchen der Gute einmal mehr seine Ausnahmestellung in Sachen vielfältiger elektronischer Musik, welcher vor allen Dingen konservative Genregrenzen ein Gräuel sind, unter Beweis stellt. Die Einflüsse reichen dabei von Minimal und Techhouse über trancige und progressive Gefilde bis weit in die Vergangenheit zu solchen Synthesizer-Ikonen wie Kraftwerk und Jean-Michel Jarre - wer seinen Tellerrand mal wieder erweitern möchte, ist bei Gui Boratto auf jeden Fall stets in den besten Händen! :D

    Dass es bei dem auch auf dem letzten Album enthaltenen Azzurra auf dieser gleichnamigen EP um die It's Not The Same Version handelt, wird dem gemeinen Hörer allerdings erst deutlich, wenn sich zu den bekannten warmen Melodieklängen einige dezente Vocals gesellen, für welche der Brasilianer wieder einmal (wie bereits bei "No Turning Back" und "Beautiful Life") seine Ehefrau mit ins Studio geschleppt hat. Zunächst überwiegen allerdings entspannte Flächenklänge, welche nach einem kurzen Intro alsbald von einem groovenden Untergrund unterstützt werden, aus welchem besonders die von Boratto selbst eingespielte Bassgitarre hervorsticht und ein wunderbar organisch anmutendes Ambiente zu entfalten weiß. Hinter der nächsten Trackbiegung lauert jedoch bereits eine warmherzige Streichermelodie, welche die Bassline erst einmal in mundgerechte Stücke schneidet und mit ihrer unbeschwerten Art im Folgenden weitere Begleitmelodien aus ihrem Winterschlaf weckt, sodass der Track trotz der recht simpel erscheinenden Melodiestrukturen eine solche Wärme auszustrahlen vermag, dass sich bei der Hörerschaft auch bei Temperaturen weit unter Null ein zurückgelehntes Sommergefühl einstellen sollte. Setzt dann das akzentuierte Bassspiel wieder ein, kann sich das Ganze zudem erneut mit der gewissen Portion Druck schmücken und diese als Initialzündung für das subtile Herantasten der Vocals werten. Letztere verweigern zwar die große Bühne, sind aber auch in ihrer gemütlichen Nische im Hintergrund des Tracks dazu imstande, die entspannende Wirkung der Melodieelemente fortzuführen. Im Anschluss darf dann die Streichertonfolge auf Solopfaden noch einmal den Untergrund zerschneiden, ehe die Bassline sich wieder zunehmend verdichtet und zusammen mit weiteren alternativen Begleitmelodien sowie den dezenten Vocals die Spannungskurve ein letztes Mal nach oben führt. In Outro-Manier verabschiedet sich das Stück anschließend mit fragmentierten Melodietönen und mehr als verdienten 5,25/6. :yes:

    Weniger optimistisch schaut die Gemütslage dann im Vergleich mit dem Vorgängertrack im Telecaster aus, welcher sich vor allen Dingen durch seine herrlich düsteren Melodieversatzstücke auszeichnet, durch die überaus intensive Atmosphärenschichten angesteuert werden. Diese entfalten bereits nach wenigen Momenten ihre Ausdruckskraft, wenn sich ein waberndes Offbeat-Grummeln irgendwo zwischen Bassline und Fläche etabliert und allein durch seine Präsenz eine intensiv aufwühlende Stimmung voller dunkler Fassaden zu entfalten weiß. Kristallieren sich im weiteren Verlauf dann die ersten erkennbaren Flächemelodietöne in verzerrter Optik aus diesem zwielichtigen Untergrund heraus, kann das Ganze in sphärischer Hinsicht sogar noch eine gute Schippe drauflegen. Das Drumming gibt sich derweil stets betont zurückhaltend sowie aufs Wesentliche reduziert, sodass keine nach Aufmerksamkeit heischenden Elemente von der im Folgenden nun durch erste Gitarrenklänge äußerst spannend begleiteten Melodieebene ablenken und die herrlich düstere Stimmung auflockern können. Denn auch im Wechsel mit der grummelnden Flächenmelodie aus dem Untergrund des Tracks und einem kurzzeitigen Drumming-Solo erzeugt das Stück genügend Reibung, um den Hörer stetig tiefer in seinen nebligen Krater voll schaurig-schöner Melodiestrukturen einzuführen. Dabei darf schlussendlich erneut die nicht minder hoffnungslose Tonfolge einer Kastenhalslaute nicht fehlen, welche in meinen Ohren einen mehr als gelungenen Schlusspunkt auf diesen Soundtrack zur Polarnacht setzt. Alles in allem haben wir es hier auf jeden Fall mit einem Gui Boratto in Bestform zu tun, welcher mir nicht unter 6/6 meine Gehörgänge verlässt. :)

    Auch das abschließende The Glam bewegt sich in einem eher düster anmutenden Umfeld, schielt jedoch im Gegensatz zu seinem depressiv veranlagten Vorgänger wesentlich mehr in Richtung Tanzfläche und dürfte insgesamt zudem als inoffizieller Nachfolger des grandiosen Mr Decay vom ersten Album durchgehen. Herausragend agiert vor allen Dingen die hiesige Basslinewand, welche bereits im Intro ihre zwielichtige Ader nach außen kehrt und in Kooperation mit einem techhousig inspirierten Drumming früh die Zügel anschnallt, um dem Ganzen einen angenehm nach vorn ausgerichteten Groove zu vermitteln. Immer mehr in Richtung wabernder Strukturen mutierend ist sich der Untergrund alsbald auch einiger kraftvoller Subbässe sicher, welche ab nun immer mal wieder in berühmt-berüchtigt an- und abschwellender Manier die Spannungskurve bedienen, während im vorderen Bereich des Stücks einige Melodiefragmente für Abwechslung sorgen, im weiteren Verlauf allerdings wieder der omnipräsenten Basslinewand den Vortritt lassen. Diese Gelegenheit lässt sich jene natürlich nicht entgehen und grummelt sich allmählich wieder aus ihrem zwischenzeitlich etwas monotoner geratenen Schema, um ein weiteres Mal mit ihrer bedrohlichen Düsternis die sphärischen Muskeln spielen zu lassen, ehe im Anschluss noch einmal die druckvollen Melodiefragmente auf den Plan treten. Nach nur etwas mehr als 5 Minuten ist das eindringliche Stück dann zwar leider schon wieder Geschichte, meinen überzeugenden 5,5/6 tut das jedoch keinen Abbruch... :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Besten Dank, halcyonzocalo, für die Erinnerung an diese mehr als gelungene EP von Max Cooper, welche im hiesigen Forum bislang zu Unrecht noch keinen Fred ihr Eigen nennen durfte. Schließlich stellt der britische Produzent auch mit seiner dritten Traum-Schallplatte (nach Harmonisch Serie und Symphonica) seine individuelle Klasse in der atmosphärisch dichten Vermählung von minimalen, technoiden und trancigen Gefilden unter Beweis. :yes:

    Mit seinem filigran klickernden Untergrund sowie den wabernden Tonflächen gibt Stochastisch Serie dabei eindeutig das charakteristischste Bild des Cooper’schen Klangkosmos ab, kann aber für meinen Geschmack nicht ganz an seine beiden ähnlich gestrickten Vorgänger heranreichen. Aufgelockert wird die immer wieder an- und abschwellende Düsternis, für welche sich stets das bekannte Laut-Leise-Spiel der zwielichtigen Melodieflächen verantwortlich zeigt, durch einige minimalistische Bassline-Phasen, aus deren groovenden Stakkatoklängen sich das wabernde Soundimperium dann erneut bis in die hintersten Zipfel der Gehörgänge vorarbeitet. Dies gelingt vor allen Dingen während und im Anschluss an zwei Kurzbreaks, wenn die Tonflächen zu einer wahrhaft nach vorn preschenden Wand voller dunkler Gelüste mutieren, bevor im weiteren Verlauf wieder ein klickernd umrahmtes Bassline-Solo kurzzeitig etwas Entspannung verschafft. Für reichlich Abwechslung ist dementsprechend gesorgt, zumal auch die wabernden Melodieversatzstücke sich nicht auf ein bestimmtes Arrangement limitiert haben - ein drittes Mal können sie sich dann allerdings nicht mehr zu einer Wand formieren, da sie ihr Pulver mittlerweile verschossen haben und sich bis zum Schlusspunkt des Tracks in angenehmer Zurückhaltung üben. Summa summarum reicht es für dieses fein austarierte Stück dennoch für mehr als solide 5/6 auf der nach oben beschränkten TF-Skala. :D

    Dischordance dagegen hat sich voll und ganz der Entfaltung einer einzigartig mystischen Atmosphäre verschrieben, welche in Form einer abwechslungs- und spannungsreichen Reise durch äußerst beeindruckende Klangbilder angelegt ist. Die Spanne reicht dabei von herrlich verträumten Flächen im Intro, welche überirdischen Ursprungs zu sein scheinen, über verspielt-stakkatierte Begleittöne bis hin zu leicht verstörender Hintergrunduntermalung, welche besonders im letzten Drittel die sphärische Vielfalt in kontrastreicher Manier zu ergänzen imstande ist. Im Untergrund liegt das Hauptaugenmerk währenddessen auf wunderbar unaufgeregtem Minimalismus, welcher sich nicht nur im überaus subtilen Klickern widerspiegelt, sondern den Track mit seiner vage angedeuteten Basslinewand auch durch wunderbar beruhigende Fahrwasser steuert. In einem Kurzbreak erhält die gediegen mystische Atmosphäre zudem Unterstützung flächig gestreckter Stimmen, welche dem geneigten Hörer besonders im Folgenden, wenn die Melodieelemente sich kurzzeitig an den Rand des imaginären Raums zurückziehen, ihre düster anmutende Botschaft zuflüstern. Allzu lang sind diese auf dem entspannt klickernden Untergrund allerdings nicht auf sich allein gestellt, gesellen sich doch alsbald die vom Beginn bekannten Melodieelemente in ihren stakkatierten sowie flächigen Ausstaffierungen erneut dazu, sodass sich in Zusammenarbeit mit dem düsteren Untergrund aus Basslinewand und Stimmengewirr ein genauso kontrastreich, verwirrend wie verträumt schwebendes Klangschauspiel herauskristallisiert, mit welchem sich das Stück seine 6/6 redlich verdient hat. :huebbel:

    Mnemonic als dritter eigenständiger Track im Bunde schielt dann für Cooper-Verhältnisse recht deutlich in Richtung Club, hat sich jedoch auch eine gewisse sphärische Affinität inmitten der nach vorn ausgerichteten Umgebung bewahrt. Diese dient zunächst als Einstieg in das Stück, wenn sie nach dämonisch inspirierten Effekten sowie der Anschwellaktion eines zurechtgestutzten, elektroiden Basslinefragments in mystischen Dosen mit Hilfe einer subtil im Hintergrund grummelnden Basslinewand an die Hörerschaft verteilt wird. Die atmosphärische Intensität, welche ihre Geheimniskrämerei mit durch den Raum geisternden Tönen und interessantem Klickereinsatz nährt, muss sich allerdings im weiteren Verlauf wieder mehr und mehr dem elektroiden Anschwellen der alternativen Bassline beugen, ehe im Mittelteil eine interessante Loop-Welle den Track überfällt, dabei alles und jeden scheinbar in ihren Schwitzkasten nimmt und nach einigen Hängern (bevorzugt in verzerrten Fragmenten) wieder entlässt. In dieser Formation entwickelt sich eine nicht für möglich gehaltene Eigendynamik mit ordentlich Druck hinter der Düse, welche in Kooperation mit dem grummelnden Untergrund auch die düstere Ader des Ganzen weiterführt. Ein Kurzbreak unterbricht diese Szenerie zwar jäh, kommt aber ebenfalls nicht um eine weitere Anschwellaktion des elektroiden Basslinefragments herum, sodass der Track im Anschluss mit dem Drumming nun sogar noch ein Quäntchen aggressiver nach vorn prescht. Im letzten Drittel tauchen dann auch wieder einige der sphärischen Melodietöne vom Beginn auf, welche schlussendlich die Erholung vom strapaziösen Mittelteil einleiten und in Kooperation mit schwebenden Flächen sowie sich vergeblich aufbäumenden Loop-Resten auf den letzten Metern des Ganzen herrlich mäandern. Mit überaus verdienten 5,5/6 reiht sich dann auch dieser Track in die stetig erweiterte Liste großer Max-Cooper-Momente ein. :yes:

    Meine favorisierten Zehn im schneereichen ersten Monat Jahrgang 2010:

    x01x Liz Cirelli & Minski - Shiver EP --- Natura Sonoris
    x02x Cirez D - Glow --- Mouseville
    x03x dPen - Thalasses --- Jetlag Digital
    x04x Stimming - Melodica --- Green
    x05x Marsbeing - Fantasy --- Moontribal Records
    x06x Yaron Cohen - White Rabbit [7th Key Remix] --- Brandnewvibe Recordings
    x07x 16 Bit Lolitas - Smoke Signals --- AnjunaDeep
    x08x André Sobota - Outside EP --- Proton Music
    x09x Ormatie - Thus & So --- Hope Recordings
    x10x Robsounds - Ligne Bleue --- Aciitone

    :huebbel:

    Wunderbar atmosphärische EP von Glenn Morrison, welcher sich mit den hiesigen beiden neuen Stücken mal wieder daran gewagt hat, Progressive Trance par excellence zusammenzuschustern. :yes:

    Denn trotz der Tatsache, dass Playing With Ivory mir mit seinem Elfenbein-Verweis im Titel Rätsel aufgibt, wird der gemeine Hörer hier mit eindeutig sommerlich angehauchten Reminiszenzen konfrontiert, welche von einem angenehm groovenden Untergrund umrandet sind. Bereits nach wenigen Sekunden der Trackeingewöhnung tauchen zudem die ersten wärmenden Pianomelodiefragmente in den Gehörgängen auf, lassen aber zumeist noch einer dezenten Flächenwand im Hintergrund den Vortritt, aus welcher sie in regelmäßigen Abständen herausbrechen, während sich das Drumming parallel mehr und mehr seine Groove-Zutaten zusammenklaubt und schlussendlich mit einer zurückhaltenden Stakkato-Bassline sowie mehr als passabel sitzenden HiHats sich eine entspannte Fortbewegungsart aneignet. Auf dieser lassen es sich auch die vermehrten Melodieandeutungen sichtlich gut gehen, bevor im weiteren Verlauf in und nach einem ersten Kurzbreak die Pianotöne mit ihrer sonnigen Ader nicht mehr hinter dem Berg halten können und alsbald mit weiteren flächigen Begleittönen eine sphärische Einheit bilden, welche sich bis ins nächste Kurzbreak zieht, an dessen Anschluss wiederum alternative Melodietöne kurzzeitig an vordester Front agieren. Dabei handelt es sich um eine verspielt-arpeggierte Tonfolge, welche die hiesige Stimmungintensität wieder etwas auf den Boden der Tatsachen zurückholt und durch ihre endlosen Loops für meinen Geschmack etwas zu nah am Progressive-Standard agiert. Entschädigt wird die Hörerschaft aber bereits im anstehenden nächsten Break, welches die bisherige Pianomelodie in wahrhaft epischer Manier erweitert und den Schwebefaktor des Ganzen in Kooperation mit den sanft anschwellenden, flächigen Begleittönen signifikant verdichtet. Den Übergang zum Drumming bilden dabei fernöstliche angehauchte Alternativtöne, bevor im Folgenden wieder der groovende Charakter des Tracks in den Vordergrund gerückt wird. Die bald erneut regelmäßig erscheinenden Pianoklänge schwören jedoch die bekannte Melodieelemente wieder herauf, sodass vor dem anstehenden Rückbau des Ganzen kurzzeitig noch einmal die sommerlich-verträumte Entspanntheit genossen werden kann. Insgesamt gesehen bewegt sich das Stück für meinen Geschmack zwar etwas zu sehr in lieblichen Gefilden, für überdurchschnittliche 4,5/6 reicht es aber dennoch ohne Umwege. :D

    Die digitale B-Seite der EP dagegen ist alles andere als Another Suggestion, beherzt sie doch genau die Kritikpunkte, die ich an ihrem Vorgänger anzubringen hatte, und wendet sich der Entfaltung einer etwas tiefgründiger erscheinenden Atmosphäre zu. Zudem wird auch die progressive Trackbauart hier noch entscheidender in die Tat umgesetzt, wenn in stetiger Verdichtung der Elemente anfangs noch überaus subtil durch dem Raum gleitende Melodieversatzstücke schlussendlich in einen doch recht trancig arrangierten Mittelteil voller intensiver Momente münden. Zunächst wird das Ganze jedoch ausschließlich von dezenten Melodieandeutungen getragen, welche sich durch neblige Effektwolken kämpfen und auf dem noch recht unspektakulären Untergrund die Vorarbeit für die anstehende sphärische Verdichtung leisten. Im weiteren Verlauf wird dann fast unbemerkt eine zwielichtig dreinschauende Bassline an das Ganze herangeführt, sodass der Untergrund nun vor allen Dingen in Sachen Deepness einen entscheidenden Schritt nach vorn macht und sich als mehr als gelungene Basis der sich anbahnenden Melodieverstärkungen etablieren kann. Letzte zeigen sich dabei als wabernde Flächenfragmente, welche im anstehenden Break mehr und mehr zu einer herrlich melancholischen Melodiefolge anwachsen und nur Gefühlsneurotiker unbeeindruckt hinterlassen dürften - schließlich kann auch in Zusammenarbeit mit dem Drumming die sphärische Intensität beibehalten werden und der Track sich somit in die Herzen aller Freunde von Progressive Trance in Reinform spielen. Zwischendurch lassen sich die Melodieelemente zwar zwecks einer kurzzeitigen Regenerationspause in spannenden Schlieren wieder in den Hintergrund des Stücks zurückfallen, spätestens im zweiten Break ist diese aber bereits wieder an ihrem Ende angelangt, sodass die flächige Melodieebene mit ihrer zwischen Melancholie und Euphorie schwankenden Atmosphäre noch einmal alle Register zieht und auch zusammen mit dem Drumming noch einige verträumte Augenblicke parat hält. Einzig der Rückzug der Melodieelemente auf den letzten Metern des Ganzen ist für meinen Geschmack viel zu abrupt inszeniert und passt nicht zum ansonsten alles andere als anbiedernden Charakter der Tonfolgen. An der Vergabe überaus verdienter 5,5/6 kann jedoch auch dieser kleine Schwachpunkt nicht mehr rütteln... ;)

    Zitat

    Original von Skuz
    Mit den Remixen macht man es am besten so: "Tonne auf, Remix rein, Tonne zu" Braucht keine Sau.

    Dem kann ich mich vorbehaltlos anschließen und werde daher im Folgenden auch nur das überzeugende Original von Brian Transeau rezensionstechnisch zerlegen. :D

    Denn Every Other Way mag zwar durch die recht eingängigen Vocals der immer wieder gern gehörten Jes Brieden einen unverkennbaren Pop-Einschlag besitzen, bewegt sich durch die wunderbar facettenreiche Instrumentierung, welche von Lagerfeuergitarren bis hin zu leicht von Aphex Twin inspirierten Effekten reicht, aber in meinen Ohren eindeutig auf der guten Seite der (Pop-)Macht. Zu Beginn verbreitet das Ganze dabei mit seinem organischen Zusammenspiel aus Glockenspiel und akustischer Gitarre einen herrlich verträumten Charme, welcher alsbald auch von den schwelgerisch anmutenden Vocals offenbart wird, ehe in einem ersten Überraschungsmoment ein interessantes Drumming mit seinen gebrochenen Beats das Stück rücklings überfällt und der Gitarrenhintergrund zunehmend verzerrter auftritt. Nach diesem Aphex-Twin-Moment schleichen sich dann erneut die Glockenspielklänge in Kooperation mit einigen Alternativtönen an die Oberfläche, sodass das Ganze in sphärischer Hinsicht nicht nur eine weitere Verdichtung erfährt, sondern kurzzeitig sogar in Richtung Sigur Rós schielt, bevor die verführerischen Vocals wieder auf den Plan treten und einige dezente Drummingandeutungen im Gepäck haben. Auf diesen darf auch die vielschichtige Melodieebene mitsamt akustischer sowie elektrischer Gitarren ihre sphärische Klangreise fortführen und den kurzen, aber intensiven Auftritt von spannenden Begleitflächen genießen, bis sie sich zugunsten der nächsten Vocalphase wieder etwas zurückhält. Hinter der kommenden Trackbiegung wartet jedoch bereits der nächste Höhepunkt, welcher mit dem Refrain einhergeht und sämtliche Melodieelemente mit den frühlingsumwehten Vocals sowie dem fragmentiertem Drumming in Einklang bringt und dabei sphärische Ambient-Popklänge vom Feinsten bietet. Auch die Kitschgrenze wird hier glücklicherweise weitläufig umfahren - dafür sorgt vor allen Dingen immer wieder das Innehalten des Stücks, welches im Anschluss an besonders intensive Momente mit Glockenspiel und wabernden Gitarrenklängen zelebriert wird. Auch die Vocals drängen sich trotz ihrer Eingängigkeit dem Hörer nicht auf, sondern ordnen sich der atmosphärisch glänzenden Ader des Tracks unter, sodass sich für meinen Geschmack ein mehr als gelungenes Gesamtbild ergibt. In diese Kerbe schlagen dann auch die verdienten 5,5/6 für dieses akustische Wohlgefühl. :yes:

    Nachdem das Ruhrgebietskind Moguai mich mit seinen letzten Produktionen eher wenig vom Hocker reißen konnte, stellt es mit diesem Two-Tracker auf dem Label der Mau5 endlich mal wieder seine Genregenzen links liegen lassenden Qualitäten unter Beweis. :yes:

    Solch wunderbar sphärische Klänge, wie sie die gemeine Hörerschafft bei Lyve (nur echt mit "y" statt "i") erwarten, habe ich jedenfalls schon seit geraumer Zeit nicht mehr vom zwischenzeitlich in standardisierte Techhouse-Gefilde abgerutschten Moguai vernommen. Zu Beginn blufft das Ganze zwar noch mit stakkatierten Offbeat-Tönen, welche sich in ungelenk stampfender Manier aus dem Hintergrund herausbewegen, diese mutieren im weiteren Verlauf allerdings zunehmend zu einem flächigeren Pendant, um im anstehenden ersten Break sich aber erst einmal zugunsten der Entfaltung einer knarzig eingeseiften Bassline in elektroider Instrumentierung zurückzuhalten. Das Stück erarbeitet sich dadurch in Zusammenarbeit mit dem Drumming einen mehr als gelungenen druckvollen Untergrund, auf welchem sich im Folgenden auch die vom Beginn bekannten Melodietöne wohlzufühlen scheinen, wenn diese zunächst auch nur in einem subtil an- und abschwillenden Schema für einige sphärische Akzente sorgen dürfen. Immer wieder unterbrochen von einigen Kurzbreaks entpuppt der Track zudem einen nicht zu verachtenden progressiven Spannungsaufbau, welcher der Tonfolge nicht nur einige dezente Alternativtöne an die Hand gibt, sondern diese auch immer mal wieder in einer interessant effektierten Umgebung mit der gewissen Portion Echo bzw. Delay unterbringt. Ein weiteres Break unterstreicht dann die Vielschichtigkeit der Melodieebene, indem in Richtung E-Gitarre schielende Alternativtöne auf den Plan geworfen werden und trotz ihres saftigen Auftretens, welches mit der drückenden Knarz-Bassline korreliert, die wärmende Atmosphäre des Ganzen weiter verdichten können. Auch zusammen mit dem Drumming wird dieser rote Faden fortgeführt, sodass sich ein spannendes Klangkonglomerat entfalten kann, bei dem jedes Melodieelement einmal kurzzeitig die Hauptrolle übernehmen darf, bevor ein weiteres Break sogar noch einige Streicher vom Dachboden holt. Diese werden jedoch alsbald wieder von den dominanten Stakkatoklängen der elektroid inspirierten Bassline in ihre Schranken gewiesen, sodass im Anschluss noch einmal der sphärisch gehaltvolle Klangsumpf sein euphorisches Potenzial offenbaren darf. Alles in allem eine für meinen Geschmack mehr als gelungene Kombination aus elektroidem Dauerdruck und melodischer Rafinesse, welche sich ihrer verdienten 5,5/6 sehr sicher sein kann. :D

    Impereal (nur echt mit "e" statt "i") kann im internen Vergleich dann zwar meiner Meinung nach mit seinem Vorgänger nicht mithalten, hat sich jedoch ebenfalls einer Melodieelemente nicht abgeneigten Genremixtur verschrieben. Als Dirigent des Stücks etabliert sich dabei bereits nach wenigen Augenblicken der Eingewöhnung ein klickerndes Klopfen, welches sich nicht nur durch den gesamten Track zieht, sondern auch immer mal wieder einige hektische Ausreißer beinhaltet, welche im Laufe der Zeit eine gewisse Eigendynamik entwickeln, während in einem ersten Kurzbreak bereits helle Synthiemelodietöne im Hintergrund durch den Raum torkeln, im Folgenden aber in Kooperation mit dem noch etwas minimalistischen Drumming wesentlich offensiveren Tonflächen den Vortritt lassen müssen. Auch im nächsten Break gebührt diesen elektroid angehauchten Klängen die Hauptrolle, während die Synthietöne im Hintergrund zusammen mit dem omnipräsenten Klopfen ihrer mystischen Ader dezent Ausdruck verleihen. Im anschließenden Zusammenspiel mit dem Drumming legen sich diese alsbald zudem eine weitere Ebene zu, welche von einigen Vocalsamples flankiert bereits ins nächste Kurzbreak führt, ehe das klickernde Klopfen sich ein Herz fasst und sämtliche Melodieanleihen kurzerhand in die Wüste schickt, um sich mal wieder ohne lästige sphärische Elemente auf dem nun endlich mit einer düsteren Bassline ausgestatteten Drumming selbst in Szene zu setzen. Es vergehen allerdings nur wenige Momente, da platzen bereits die Tonflächen wieder herein und sorgen für eine weitere Druckverstärkung des Ganzen. In Verbindung mit mystischen Synthieschwaden wähnt sich der gemeine Hörer dann zwar im weiteren Verlauf wieder in einem der unzähligen Kurzbreaks, muss aber recht bald eingestehen, dass es sich um das verkappte Outro handelt, welches bereits solide 4,5/6 in Reichweite erkennt. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Das vom aufstrebenden spanischen Produzenten Henry Saiz ins Leben gerufene Label Natura Sonoris führt meines Erachtens zwar leider eher ein Nischendasein, besticht dafür aber umso mehr mit seinem offenen und teilweise experimentierfreudigen Umgang mit atmosphärischer elektronischer Musik. Dabei ist es keineswegs nur der Labelgründer selbst, dessen Tracks sich stets diesem Dogma unterwerfen, auch die Entdeckung und Förderung zahlreicher talentierter Künster und Künstlerinnen wie 7th Key, Cora Novoa, Voltaeric oder Damabiah kann sich der Gute auf seine Fahne schreiben. Für die aktuelle (im Dezember erschienene) EP zeichnet sich nun das mir bis vor einigen Wochen noch vollkommen unbekannte britische Duo Liz Cirelli & Minski verantwortlich - erstere versteht sich vor allen Dingen in der Schaffung melodisch liebäugelnder Tracks mit der gewissen technoiden Note, während letzterer ein klassisch ausgebildeter Konzertviolonist ist. Das äußerst spannende Ergebnis dieser Projektarbeit lässt sich nun in insgesamt 3 Tracks nachhören, welche mit ihrer Streicheraffinität demzufolge nicht geizen... ;)

    Shiver als titelgebender Track der EP legt die Messlatte für meinen Geschmack auf jeden Fall schon einmal sehr hoch und präsentiert sich als überaus intensives Kammerspiel aus technoiden, progressiven und trancigen Gefilden, welches zudem nicht vor der gewissen Portion Teufelsgeige zurückschreckt. Der Beginn des Ganzen ist zwar recht unspektakulär geraten, sobald aber im Hintergrund die ersten geloopten Melodieansätze erkennbar aus dem Schatten treten, beginnt die gemeine Hörerschaft damit, ihre Fühler danach auszustrecken, während parallel dazu ein wunderbar düster grummelndes Basslinewandfragment als klassischer Gegenpart fungiert. Ein erstes Break profitiert besonders von dieser Entwicklung und enthüllt die Melodietöne als aufgeregt zirkulierende Geigenklänge, welche im weiteren Verlauf aber wieder für einige Augenblicke in den Untergrund verbannt werden, ehe sie in erstarkter Form das sphärische Zepter des Tracks an sich reißen und die Melodieebene mit ihrem variantenreichen Arrangement - mal in flehenden Wirbelmelodien, mal in gezupfter Entspanntheit - mehr als bereichern. Begleitet von angespannten Alternativflächen sowie immer mal wieder durch den Effektwolf gezogen entfaltet sich dabei ein äußerst abwechslungsreiches Melodiespektakel in progressiver Vollendung, welches zudem von zahlreichen weiteren Kurzbreaks, in denen in stetiger Regelmäßigkeit interessante Alternativmelodiebögen die zwielichtig anmutende Atmosphäre des Stücks verdichten, durchzogen ist. Nach dem letzten Break darf sich zu guter Letzt dann auch noch einmal die herrlich düstere Basslinewand in Szene setzen, ehe monotone Melodieloops den nahenden Endpunkt des Tracks heraufbeschwören, an dem bereits aus der Ferne großartige 5,75/6 zu erkennen sind. :yes:

    Auch das nachfolgende Quivver weiß seine atmosphärischen Karten auszuspielen und kann in dieser Hinsicht mit seinem Vorgänger mehr als nur passabel mithalten. Von Beginn an wird der Track jedenfalls von mystischen Melodieschleiern in flächiger Instrumentierung umschwärmt, welche bereits frühzeitig das Intensitätspegel anregen und auf dem techhousig anmutenden Untergrund alsbald von einigen orientalisch angehauchten Gitarrenzupfern an vorderster Front abgelöst werden. Ein erstes Quasi-Break traut sich dann sogar, die dazugehörige Flöte aufzuwecken, welche sogleich auch den ihr zur Verfügung stehenden Raum für eine kleine Solofahrt nutzt und die arabische Note des Stücks weiter forciert. In dieser Formation gefällt sich die Melodieebene so sehr, dass der Track im weiteren Verlauf imstande ist, die Atmosphäre eines Streifzugs durch das nächtliche ___ (hier beliebige Großstadt im nahen Osten einfügen) ins verschneite Deutschland zu vermitteln, bis im nächsten Break dann Gitarre und Flöte verschwinden und stattdessen orientalische Geigenklänge in einer berühmt-berüchtigten Mischung aus Verzweiflung und Hoffnungsschimmern in die Gehörgänge gestreut werden. Auf dem Höhepunkt dieser Entwicklung wird dann schließlich ein entscheidender Kontrapunkt gesetzt, welcher der allmählichen Violinen-Überreizung den trockenen Beat entgegensetzt, auf dem fast alle melodischen Elemente komplett ins Hintertreffen geraten. Einzig das mystische Flächenwabern sorgt im Folgenden dafür, dass die sphärische Komponente nicht gänzlich aus dem hiesigen Track entschwindet, und darf in subtiler Manier schließlich sogar das Outro bestreiten. Summa summarum ein alles andere als alltäglicher Track, welcher sich seine 5,75/6 nicht minder verdient hat. :D

    Guruvaara als Dritter im Bunde zeichnet sich dann vor allen Dingen durch seinen herrlich groovenden Proghouse-Rhythmus aus, welcher in Verbindung mit den flehenden Streicherklängen von Minski eine wahrhaft epische Vollkommenheit anstrebt. Nach anfänglichen Effektwellen schickt sich das Ganze hier bereits frühzeitig an, mit seinem klickernden Drumming in Kooperation mit stakkatierten Basslinetönen ein überaus einladendes Trackbett für die anstehenden Geigenklänge zu erschaffen, sodass alsbald auch schon die ersten Melodiefragmente im Hintergrund heranrauschen und zusammen mit einer luftigen Alternativtonfolge eine gewisse sphärische Eleganz zu entfalten wissen. Verspielt und zwielichtig gerät ihr Auftritt dann im ersten Kurzbreak, an den sich im Anschluss auf dem Drumming eine weitere flächige Melodielinie entfalten kann und mit ihrer wunderbar schwebenden Ader einen gelungenen Kontrast zu den eher hochtrabenden Geigen bildet. Letztere tauchen im weiteren Verlauf zwar auch immer mal wieder auf dem angenehm groovenden Untergrund auf, lassen aber zumeist der nun wieder an die Oberfläche geschlichenen luftigen Tonfolge den Vortritt, um sich auf ihren baldigen großen Auftritt zu konzentrieren. Diesen hat das Stück sich für das kommende Break aufgehoben, in dem die Geigenklänge nun zunächst erneut ihr eher zwielichtiges Antlitz offenbaren, um im Folgenden zusammen mit herrlich entspannten Alternativflächen aber wesentlich aufgeräumtere Töne anzuschlagen. In sphärischer Hinsicht gibt der Track dabei kurzzeitg ein nicht mehr für möglich gehaltenes wärmendes Bild ab, bevor der groovende Untergrund wieder die mystische Melodielinie in ihrer flächiger Instrumentierung bezirzt und mit dieser schließlich auch die letzten Meter dieses mit 5,5/6 ebenfalls sehr empfehlenswerten Stücks begeht. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Auch wenn die neue EP des Hamburger Produzenten Martin Stimming anscheinend schon die ersten Frühlingsboten unter dem Schnee entdeckt hat, sind wir derzeit von einer Wiese voller Gänseblümchen doch recht weit entfernt. So erklärt sich dann auch, dass das für meinen Geschmack schwächste Glied dieser auf Green, dem qualitativ hochwertigen Label von Joris Voorn, erschienenen Trackzusammenstellung zwei Stücke auf der Platte und ein zusätzlicher im digitalen Paket) gleich der Titeltrack darstellt. Nichtsdestotrotz gibt es hier dennoch für alle Freunde des musikalischen Tellerrands mal wieder ein überaus facettenreiches Klangspektrum aus minimalen, deephousigen und bisweilen auch trancig anmutenden Versatzstücken zu bewundern, bei der alle Freunde detailverliebter sowie feinsinnig austarierter elektronischer Musik auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen dürften. :yes:

    Den eindeutigen Höhepunkt des Ganzen stellt dabei in meinen Ohren Melodica, das - wie der Name bereits richtig vermuten lässt - am unverkrampftesten mit melodischen Fragmenten umgeht und damit ein überaus spannendes Konglomerat aus sphärischer Gelassenheit und der Lust an herrlich groovender Perkussionsvielfalt erschafft. Das beginnt bereits mit den ersten dezenten Klickereffekten, welche sich auf einem entspannt wankenden Beat niederlassen und zusammen mit rumpelnden Begleittönen nun mehr und mehr einige Melodietöne aus der Reserve locken. Zwischendurch ertappt man den guten Stimming sogar dabei, wie er die Geräuschkulisse einer vielbefahrenen Kreuzung in die Stimmung einflechtet, während im Untergrund die zaghaften Melodieandeutungen sich mehr und mehr zu einer entspannten Tonfolge zusammenschließen, ehe sich ein effektreich arrangiertes Kurzbreak in den Vordergrund schiebt, aus dem sich im Anschluss in Kooperation mit dem Drumming aber die bekannten Melodietöne in herrlich deeper Manier lösen können und im weiteren Verlauf auch ihre sphärische Stärken noch entscheidender demonstrieren können. In dieser Form pluckert das Ganze dann in herrlich zurückgelehnter Haltung durch perkussiv groovende Gefilde, in denen auch der Trackurheber selbst (?) immer mal wieder kurzzeitig eine Pfeifeinlage zum Besten geben darf, durch welche der Track einmal mehr seine Unbekümmertheit offenbart. Einige dezente Alternativtöne in stakkatierter Manier entpuppen sich dabei zudem als Schnörkel der immer wieder das bekannte Laut-und-Leise-Spiel suchenden Melodiefolge, sodass das Intensitätsbarometer mehr oder weniger einer gedämpften Sinuskurve folgt. Hinzu kommt, dass auch der Untergrund sich stets neu zusammenbaut und in einem zweiten Break sogarr ein Akkordeon mit einer kleinen Anschwillaktion aufwartet, ehe anschließend noch einmal die wunderbar deep gehaltene Melodielinie ein mehr als gelungenes Solo hinlegt. Der Track ruft auf jeden Fall nur danach, auf der nächsten Afterhour gespielt zu werden, auf der er sicherlich dann auch die meiner Meinung nach mehr als verdiente Wertung von 5,5/6 bestätigen kann. :D

    An dieser Vorgabe beißen sich die anderen beiden Tracks zwar die Zähne aus, sind aber beim besten Willen deshalb nicht für den musikalischen Schredder prädestiniert. 1000 Dreams, welches nur auf der digitalen Variante der EP erhältlich ist, zeigt sich als herausragend detailverliebtes Minimalgemisch, welches zudem weder vor einigen dezenten Trompeten-, Sitar-, Gitarren- und Xylophonansätzen noch vor allerlei verspielten Klimper- und Rumpeleffekten zurückscheut und damit vor Abwechslungs- und Ideenreichtum nur so sprüht. Wer mal wieder Lust auf eine solch geballte Überdosis verspührt und dabei auch die Abwesenheit sphärischer Vehemenz verschmerzen kann, ist hier auf jeden Fall auf dem richtigen Dampfer. Unter dem Deckmantel eines Gänseblümchens versteckt sich dagegen vielmehr ein Mauerblümchen, welches mit seiner monotonen Ader nie so wirklich in den Gang kommt und wohl nur für Techhouse-Puristen uneingeschränkt zu empfehlen ist. Daran kann auch das wellenartige Basslinefragment, welches sich im weiteren Verlauf zu einem wabernden Klumpatsch entwickelt, nicht viel ändern, da an den meisten anderen (Bau-)Stellen des Tracks nur Entwicklungsansätze aufgezeigt werden, welche das Ganze aber alsbald wieder mit ins Grab nimmt... :hmm:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Bin ebenfalls ziemlich angetan vom Spaio & Sleazy Tek Remix, welcher für meinen Geschmack als einziges Stück der jüngst veröffentlichten Remix-EP imstande ist, durch seine überaus spannend arrangierte Neuinterpretation dem Originalthema frischen Wind einzuhauchen. Dem haben die restlichen Remix-Aufgüsse absolut nichts entgegenzusetzen und klingen in meinen Ohren so, als hätten sie jahrelang in kaltem Kaffee gebadet und wollten dem gemeinen Hörer nur noch einmal unter Beweis stellen, wie unangefochten zeitlos und grandios der Gabriel & Dresden Remix im Vergleich zu ihnen im Vocalprog-Himmel thront. Die Version der mir bisher noch nicht untergekommenen Spaio und Sleazy Tek dagegen trumpft fast von Beginn an vor allen Dingen durch seine mehr als gelungenen alternativen Melodiestränge auf, nachdem sich die ersten zarten Vocalfragmente zunächst durch ein monoton drückendes Drumming kämpfen müssen, dem nach wenigen Momenten aber bereits die ersten entspannten Melodietöne entfleuchen. Parallel zu dieser Entwicklung übt sich die flexible Bassline wieder in Zurückhaltung und mutiert zu einer düster grummelnden Wand, welche ab und zu mittels knarziger Einschübe aber ihre Fangarme in Richtung Oberfläche gekonnt einzusetzen vermag. Die Vocals gönnen sich derweil eine künstlerische Pause, um im weiteren Verlauf in Kooperation einiger schwebender Alternativflächen umso eindringlicher zurückzukehren, bis während des allbekannten Refrains aus dem Hintergrund heraus die bisherigen Melodietöne durch ein nun wesentlich stakkatierteres Arrangement dem Ganzen sphärisch unter die Arme greifen. Von dieser Wandlungsfähigkeit beeindruckt zeigt sich auch die Bassline wieder insgesamt knarziger und stürzt den Track alsbald in ein kurzes Originalgitarrenbreak, welches zudem von alternativen Flächen getragen wird, dann aber abrupt in loopartigen Bewegungen erneut den progressiven Untergrund zu Wort kommen lässt. Die wunderbar entspannten Melodietöne in Flächen und Stakkatos lauern jedoch bereits an der nächsten Trackbiegung, um sich im Folgenden mit dem knarzig ausufernden Drumming sowie den immer wieder gern gehörten Vocals einen kontrastreichen Dreikampf zu liefern. Dieser mündet schließlich in ein weiteres Break, in dem noch einmal die beruhigenden Flächen eine mehr als gelungene Untermalung der Vocals bilden und nach anschließender dezenter Anschwillaktion wieder dem markanten Untergrund sowie den stakkatierten Melodietönen den Vortritt lassen. Alles in allem eine imho hervorragende Neuinterpretation von Beautiful Things, welche das sommerliche Original in eine verschneite Winterlandschaft entführt und damit nicht weniger als verdiente 5,25/6 eintütet. :D

    N'Abend zusammen!

    Gepflegte Neuigkeiten für alle, die auf das erste musikalische Lebenszeichen von Eric Prydz im neuen Jahr warten, denn mit Glow hat der schwedische Workaholic sich mal wieder sein eher technoid geprägtes Pseudonym Cirez D übergestülpt und diesmal auch gleich einen wunderbar progressiven Groove mit in den Einkaufswagen gepackt. Da zudem auch die gewisse sphärische Komponente nicht zu kurz kommt, dürfte der Track sicherlich auch im hiesigen Forum (neben meiner Wenigkeit) seine Fürsprecher finden, zumal das Stück anscheinend sogar dem Armin in seiner allwöchentlichen Vocalhuldigungs-Sendung ausgerutscht ist, wie ich gerade bei der Suche nach einer aussagekräftigen Youtube-Hörprobe feststellen konnte. Nun denn, erschienen ist das Ganze auf jeden Fall (wie alle Sachen von Cirez D) auf Mouseville, wobei sich auf der B-Seite mit dem Sébastian Léger Remix von "On / Off" (Original auf der Vorgängerplatte) ein für meinen Geschmack eher vernachlässigungswürdiger 0815-Electro/Techhouse-Zwitter befindet... :yes:

    Glow dagegen besitzt ganz andere Qualitäten, welche sich bereits im leicht mystisch anmutenden Intro verdeutlichen, wenn sich nach anfänglichen Klangschlieren aus menschlichen Lauten eine Prydz'sche Tonfolge aus dem Hintergrund heranschleicht und im weiteren Verlauf in überaus subtiler Manier mehr und mehr die hypnotische Hauptrolle des Tracks einnimmt. In der Zwischenzeit hat sich zudem ein zunächst noch überaus trocken agierender Beat dazugesellt, auf welchem zeitweise auch die interessanten Lautmalereien vom Beginn das monotone Melodiefragment unterstützen dürfen, ehe ein erstes Break dann die wahre minimalistische Eleganz der Tonfolge offenbart und diese die ersten Schritte in sphärischen Gefilden unternimmt. Dezente Flächenklänge im Hintergrund greifen dieser zwar etwas unter die Arme, das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der angespannten Oldschool-Melodielinie, bei welcher es mir vor allen Dingen die stetig wiederkehrende klimprige Verspieltheit in eindringlicher Manier angetan hat. Im Folgenden darf sich dann auch der Untergrund des Ganzen über Nachwuchs freuen, wenn ab dem Ende des Breaks eine monotone Bassline dem Stück das Grooven lehrt und so im Zusammenspiel eine spannende Mixtur aus technoider Ästhetik, progressivem Trackaufbau und melodischen Ausrufezeichen zusammengebraut wird. Das Ganze mag dem ein oder anderen in seinem Fortlauf sicherlich zu wenig Abwechslung bescheren, für meinen Geschmack zeichnet sich allerdings genau diese Unaufgeregtheit dafür verantwortlich, dass die stakkatierten Melodietöne zusammen mit der beständigen Groove-Monotonie und den immer mal wieder eingesetzten Lautmalereien eine gewissermaßen hypnotisch zu bezeichnende Wirkung entfalten können. Unterbrochen wird der Fluss nur durch ein weiteres Break, welches sich mit der Verflächung der Tonfolge ankündigt, ehe diese zunächst in einer Klangwolke verschwinden, nur um einige Augenblicke später wieder ein gelungenes Solo aufs Parkett zu legen. Die Auflösung des Breaks fungiert diesmal mit einigen Anschwilleffekten noch etwas deutlicher als Höhepunkt, bevor nach dieser ekstatisch anmutenden Aktion im Anschluss ein letztes Mal das eingespielte Team aus druckvoll groovendem Untergrund und mystischen Fata-Morgana-Melodientönen die Regie übernimmt. Alles in allem für meinen Geschmack eines der überzeugendsten Stücke, welches Eric Prydz unter seinem Decknamen Cirez D aus seinem Studio entlassen hat - 5,5/6 sprechen da sicherlich Bände... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mit Thalasses ist dem griechischen Produzenten Yannis Pennas alias dPen auch für meinen Geschmack mal wieder ein mehr als gelungener Schachzug im Bereich anspruchsvoller Progressiveklänge gelungen. :yes:

    Der Original Mix vollführt dabei einen spannenden Spagat zwischen einem minimal arrangierten Untergrund, welcher sich dennoch mit der Zeit als unaufgeregtes Rückgrat des Ganzen etablieren kann, sowie feinsinnig austarierten Melodieelementen, von denen der gemeine Hörer von Beginn an auf eine facettenreiche Reise durch die melancholischen Seiten des Lebens eingeladen wird. Dazu trägt zunächst vor allen Dingen die subtil flehende Flächenwand bei, welche sich in sphärischer Hoffnungslosigkeit suhlt, bevor alsbald mehr und mehr trancig anmutende Begleittöne aus dem Hintergrund hervorschleichen und dabei immer wieder von dezentem weiblichen Hauchen unterstützt werden. Den Kloß im Hals der Atmosphäre können jedoch auch diese glücklicherweise nicht lösen, sodass der Track während dieser Entwicklung seine überaus dunklen Vorlieben noch weiter zu intensivieren imstande ist. Ein gehauchtes Kurzbreak lässt die Melodieebene dann zwar für einige Augenblicke komplett verstummen, kurz nach der Rückkehr des minimalistischen Drummings tauchen jedoch bereits die ersten bekannten Tonfolgen wieder auf, sodass es schließlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die vertraute Melancholie in das hiesige Stück heimkehrt und sich von der monoton drängenden Bassline umschmeicheln lässt. Das nächste Break tritt dann im Gegensatz zu seinem Vorgänger etwas unvermittelter auf den Plan und veredelt die sphärische Schwere durch die Initiierung zartbesaiteter Pianoklänge noch ein gutes Stück, wobei hier besonders das interessant wabernde Echo nicht unerwähnt bleiben darf, bevor der Track sich in einer dezenten Anschwillaktion übt und sich im Anschluss erneut wesentlich reduzierter zeigt. Die tiefhängenden Sphärenwolken der Flächen und iher Alternativtöne dürfen dabei dennoch ein letztes Mal ihre Ausnahmestellung in diesem Stück unter Beweis stellen. Insgesamt sicherlich keine leichte Kost für Nebenbei, in meinen Ohren springen aber gerade aufgrund der wenig optimistischen Gangart, welche in überaus intensiver Manier zelebriert wird, mehr als überzeugende 5,5/6 für dieses Progressive-Schmankerl heraus. :yes:

    Zudem löst sich auch der Loquai Remix nicht von der bedrückenden Stimmung des Originals, sondern vermehrt diese mit seinen mystischen Effekten, welche sich in erhabener Langsamkeit ausbreiten dürfen, zunächst sogar noch. Ein drückendes Basslinefragment in monotoner Ausführung zieht dann jedoch das Tempo deutlich an, wovon sich die düsteren Elemente aber ziemlich unbeeindruckt zeigen und aus der Tiefe des Raums viel lieber allmählich die ersten Melodieversatzstücke aus dem Original heraufbeschwören, ehe im anstehenden Break bereits die leicht durch den Effektwolf gezogenen Pianoklänge im Einklang mit der hier noch etwas flehender gestalteten Flächenwand für eine weitere Verdichtung der melancholischen Atmosphäre sorgen. Zudem dürfen die Pianotöne im Gegensatz zum Original nun auch in Kooperation mit dem mehr und mehr in groovende Gefilde driftenden Untergrund ihre leicht beschwichtigende Ader zum Besten geben, sodass sich mit dem dominanteren Flächeneinsatz eine in sphärischer Hinsicht nicht mehr ganz so aussichtslose Lage entwickelt, da sich vor allen Dingen mit Hilfe einiger heller Alternativtöne Lichtschimmer in der Dunkelheit ausmachen lassen. Auch im zweiten Break setzt sich diese Entwicklung fort, ehe im Anschluss die etablierten Pianotöne kurzzeitig in den Hintergrund verdrängt werden, währenddessen eine weitere alternative Tonfolge in subtilen Stakkatos initiiert wird. Da der Track im letzten Drittel aber noch einmal die Melodieebene in Gänze auf eine Karte setzt, hält sich ihre Abwesenheit in überaus überschaubaren Grenzen, bevor das Ganze sich in wunderbar zurückgelehnter Manier wieder zurückbaut und schlussendlich mit nicht weniger verdienten 5,5/6 davontrabt... :D

    N'Abend zusammen!

    Bis vor wenigen Wochen war mir der Brasilianer André Oliveira Sobota ausschließlich unter seinem Pseudonym Bungle als Produzent melodiegeschwängerter Drum & Bass-Klänge bekannt. Unter seinem richtigen Namen hat er sein Talent für gediegene Atmosphären über gebrochenen Beats nun auch auf einen "Four The The Floor"-Rhythmus übertragen und sich sogleich in einer beschaulichen Nische irgendwo zwischen Progressive Trance und Progressive House niedergelassen. Dieser Schritt hat mich sofort an Mat Zo erinnert, der ja - wie dem ein oder anderen sicherlich bekannt sein dürfte - unter dem Aliasnamen MRSA immer mal wieder respektable Drum & Bass-Tracks unter das gemeine Volk wirft und damit exakt den entgegengesetzten Weg geht. André Sobota darf sich auf jeden Fall nach einer mehr als gelungenen Remixarbeit für ein Stück seines Landsmanns Gui Boratto jetzt über seinen ersten 3-Tracker beim Qualitätslabel Proton Music freuen, den ich euch mit den ansprechenden Hörproben auf der hauseigenen Myspace-Präsenz hiermit wärmstens ans Herz legen möchte. :yes:

    One Day Out zeigt sich dabei als herrlich entspannte Symbiose aus sommerlich anmutender Atmosphäre, welche vor allen Dingen von einer entzückend unaufgeregten Melodielinie gespeist wird, und einem druckvollen groovenden Untergrund, welcher sich aber zunächst noch gegen die aufkeimenden Melodieversatzstücke wehrt. Da diese allerdings im weiteren Verlauf zunehmend vielschichtiger auf den Plan treten und dabei nach anfänglicher Synthie-Orientierung mit zusätzlichen Stakkato- und Flächentönen eine derartige Verträumtheit im Schlepptau mit sich schleifen, ist alsbald auch der nach vorn gerichtete Untergrund mit seiner monoton stapfenden Bassline nicht mehr in der Lage, der Harmoniebedürftigkeit der Melodieklänge seine kalte Schulter zeigen. In diesem Zusammenhang entfaltet sich schließlich trotz - oder vielmehr gerade aufgrund - der konträren Elemente ein spannendes Kräftegleichgewicht, ehe im Folgenden kurzzeitig das Drumming wieder deutlicher an den Reglern sitzt und mit einigen Klickereffekten zudem nicht mit minimalen Anspielungen geizt. Aus dem Untergrund zwirbelt sich in Kooperation mit den entspannten Flächenklängen vom Beginn aber bereits eine trancige Alternativmelodie in die Entscheidungsebene des Tracks, sodass einer weiteren sphärisch überaus dichten Phase, in der das Ganze erneut mit seinen immer wieder unterschiedlich zusammengesetzten Melodieformationen hervorsticht, nichts mehr im Wege steht. Somit unterstreicht das Ganze nicht nur seinen progressiven Charakter, sondern kann sich in einigen Zwischenbreaks zudem mit gitarrenähnlichen Klängen sphärisch in Szene setzen, bevor die zunehmende Rückbesinnung auf das klickernd umgarnte Drumming den nahenden Schlusspunkt anvisiert, an dem bereits euphorische 5,5/6 auf ihren Empfänger warten. ;)

    Red Dust verlässt dann im Gegensatz zu seinem Vorgänger die Gefilde versöhnlicher Atmosphären und konzentriert sich stattdessen auf leicht zwielichtige Klänge, welche sich auf einem elektroid inspirierten Drumming austoben dürfen. Letzteres offenbart dabei nicht nur einige knarzende Anleihen, sondern lässt in seinem für meinen Geschmack überaus spannenden Arrangement auch einige techig anmutende Fragmente durchscheinen, mit welchen der gemeine Hörer ein nicht zu verachtendes Druckelement verorten kann. Durch den ersten Einsatz einiger Vocalandeutungen machen sich jedoch zusehends auch einige Melodieversatzstücke breit, welche sich allerdings nur in sporadischer Manier zu einigen herrlich schwebenden Ausreißern hinreißen lassen. Diese haben es jedoch in sich, sodass sich ingesamt ein spannender Kontrast zwischen dem eher gekühlten Charme des Bassline-Gemischs und den zaghaften Übernahmeversuchen der Melodieebene entwickelt, ehe im anstehenden Break die Tonfolge mit dem gewissen sphärischen Etwas kurzzeitig ein Solo aufs Parkett legt, im weiteren Verlauf aber wieder den groovenden Progressiveklängen den Vortritt lassen muss, auch wenn diese hin und wieder dann doch dem verträumten Melodiefragment die Erlaubnis für ein kurzes Stelldichein erteilen. Alles in allem eine in meinen Ohren ziemlich spannende Mixtur, welche im Vergleich zum Vorgänger noch etwas tiefer in progressiven Gebieten stöbert und damit nicht minder überzeugende 5,5/6 ergattert. :D

    Unreal als Dritter im Bunde fällt im Vergleich mit seinen beiden Vorgängern dann zwar in sphärischer Hinsicht etwas ab, könnte imho in seinem Auftreten aber auch als B-Seite der 16 Bit Lolitas durchgehen. Zu diesem Eindruck trägt nicht nur das eher düster angehauchte Drumming mit seinem deepen Grummeln bei, auch die wieder recht trancig instrumentierten Melodiebögen verstärken mit ihren immer wieder passend auf den Punkt gesetzten Intensitätssteigerungen den progressiven Fluss dieses Tracks, welcher sich im Anschluss dazu aber stets in monoton groovenden Gefilden suhlt, um sich des Gefühls allzu offensichtlicher Höhepunkte zu erwehren. Dennoch sind im Mittelteil einige melancholisch gestimmte Synthieflächen in der Lage, sich aus dem verbissen rollenden Untergrund zu lösen und den Abwechslungsreichtum des Ganzen anzukurbeln. Als weitere positive Folge dieser Entwicklung kristallisiert sich ein Break heraus, welches als interessant wabernder Sumpf aus monotonen Drummingfragmenten und allmählich zu stattlicher Intensität anwachsender Synthiewand für einige Augenblicke die Hörerschaft wahrhaft fesseln kann, ehe im weiteren Verlauf mit der Rückkehr des nun noch etwas bedrohlicher agierenden Untergrunds wieder das progressive Grooven die Oberhand gewinnt. Insgesamt gesehen ein überaus solider Track, der mit seinen 4,75/6 aber im Vergleich mit den restlichen zwei Dritteln dieser EP etwas abfällt. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mensch Werner Westi, dein seltsam dünnhäutiger Beitrag gehört eindeutig in die Kategorie, bei der man sofort losprusten muss, aber gleichzeitig aus dem energischen Kopfschütteln nicht mehr herauskommt! Ich kann deine lächerlich anmutende Rage über meine blumig ausschweifende Rezension jedenfalls beim besten Willen nicht nachvollziehen, zumal ich - wenn ich meinen Schreibstil als Nonplusultra begreifen und als Messlatte in diesem Forum anwenden würde - ja zumeist in purer Verzweiflung versänke (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!). Also stell dich bitte mal nicht so an, deine Gehirnwindungen werden doch an den paar Zeilen, die ich hier immer mal wieder verzapfe, nicht etwa schon an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen sein, oder...!? :p

    PS: Dass ich die Großstadt am Rhein mit den vier Buchstaben als geborener Düsseldorfer nicht unbedingt zu oft in Wort und Schrift benutzen möchte, versteht sich aber doch von selbst, denke ich mal. ;)

    Nachdem der Andru und meine Wenigkeit uns die letzte Nacht für Dusty Kid um die Ohren geschlagen haben, möchte ich euch hiermit gerne ein paar nachträgliche Zeilen zu unserem K**n-Trip an die Hand geben. :yes:

    Gestärkt von einer Geburtstagswintergrillaktion bei Minustemperaturen ging's für mich um kurz nach Neun mit der verspätungsanfälligsten Nahverkehrsverbindung Deutschlands von Hamm aus in Richtung Köln (gestern jedoch ausnahmsweise einmal pünktlich), wobei ich mit dem Zustieg von Andru in Dortmund dann beim Genuss von Hopfen und Malz in guter Gesellschaft war. Draußen gaben sich derweil Regentropfen und Schneeflocken die Klinke in die Hand, ehe wir in der Fast-Millionenstadt südlich von Düsseldorf bei 3cm Neuschnee in seiner nassesten Form (für das Rheinland hochwinterliche Verhältnisse) uns erst einmal im Matschwaten übten, das Gloria aber dennoch recht schnell ausfindig machen konnten. Gegen 23:45 Uhr betraten wir schließlich die Lokation, in der uns in den nächsten zweieinhalb Stunden zunächst überaus techhousige Klänge erwarteten, welche bei einem der beiden Aufwärm-DJs vor allen Dingen mit üppigen Blasinstrument-Melodien (Saxophon, Trompete, Tuba etc.) durchsetzt waren. Leider schossen die beiden aber etwas übers Ziel hinaus, sodass ihr Set für meinen Geschmack zunehmend einer Hinhalte-Taktik gleichkam, ehe der italienische Produzent endlich mit seinem Liveset beginnen konnte. Der recht großzügig angelegte Club mit seiner hohen Decke hatte sich in der Zwischenzeit zudem recht gut gefüllt, doch auch als bei Dusty Kid das komplette Publikum, das entgegen unserer Befürchtungen glücklicherweise keine Schickimicki-Auswüchse offenbarte, dafür aber zu 90% aus Rauchern bestand, auf der Tanzfläche anzutreffen war, gab es im technoiden Klanggewitter von Paolo Alberto Lodde keine Platzangst. Sein Set war vor allen Dingen im Stile der ersten Tracks seines aktuellen Album A Raver's Diary gehalten, sodass sich ein überaus druckvolles Techno-Gefühl entwickeln konnte, dass jedoch durch die vielen Breaks auch seine gewissen sphärischen Momente besaß. Leider geriet der teilweise recht acid-geschwängerte Sound immer wieder in eine für meinen Geschmack eher ungesunde Lautstärke - ein Club-Publikum, das sich in den extremsten Momenten mehrheitlich die Ohren zuhält, sieht man auch sehr selten. Als Höhepunkte des Sets können sich für unseren Geschmack dennoch "Kore", "Klin" und "Lynchesque" bewerben, wobei vor allen Dingen letzterer Track sich als Abräumertrack vor dem Herrn entpuppte. Gegen halb fünf verließen wir dann schließlich das Gloria, in dem der Italiener zwar noch nicht am Ende seiner Kräfte war, aufkommende Müdigkeit und die angepeilte Bahnverbindung trieben uns aber wieder hinaus in den Schneematsch. Summa summarum konnten meine hohen Erwartungen an den Staubfänger zwar nicht ganz erfüllt werden, aber da befinden wir uns bereits beim wohlbekannten Meckern auf hohem Niveau... :D

    Nach kurzer Sezierung der für meinen Geschmack äußerst reizvollen Tracklist bedurfte es nur den Bruchteil eines Augenblicks, meine Wunschliste für Anfang 2010 um eine weitere Mix-CD anwachsen zu sehen. Da spielt es für meinen Geschmack auch keine Rolle, dass der ein oder andere Track sich bereits in meinem Besitz befindet, zumal diese Stücke sich hier in einer solch ansprechenden Gesellschaft befinden, dass ich einfach nicht widerstehen kann. Schließlich hat der brasilianische Tausendsassa Gui Boratto mich bereits mit seinen 2007er-Mix-Silberlingen Addicted Vol.2 auf Platipus derart begeistert, dass ich mir die Mix Collection sicherlich auch ohne seine zahlreichen im Dunstfeld von Atmospheric Techno angesiedelten Tracks, seine beiden hervorragenden Alben sowie das mehr als gelungene Liveset auf dem Melt! '08 zulegen würde. Zudem habe ich sogar zwei neue Tracks ausmachen können, welche hier ihre Feuertaufe feiern dürfen. Dass zu guter Letzt dann auch die Covergestaltung imho einmal wieder sehr ansprechend geraten ist, ist beim "Traditionslabel" Renaissance ja gang und gäbe... :yes:

    Der russische Produzent Ormatie bleibt sich treu und schickt mit dieser EP auf Nick Warren's Qualitätslabel in der Tat mal wieder zwei heiße Eisen für alle Progressive-Liebhaber ins Feuer.

    Das namensgebende Thus & So verzückt dabei von der ersten Sekunde an mit seinem herrlich zurückgelehnten Flair, das von einem dezent tänzelnden Drumming sowie den ersten sich im Hintergrund räkelnden Tonflächen getragen wird. Letztere strecken ihre Fühler allerdings bereits nach wenigen Momenten weiter nach vorn aus, um den gemeinen Hörer mit ihrer leicht deepen Ader zu infizieren, während sich parallel immer mehr verspielte Begleittöne aus ihrer Deckung trauen und die atmosphärische Komponente somit in gelungen progressiver Manier in Richtung winterlich-entspannter Gefilde lotsen. Stakkatierte Basslinefragmente sorgen zudem im Untergrund für eine angenehm groovende Fortbewegungsart, spielen im Vergleich mit der vielschichtigen Melodieebene im hiesigen Stück aber eine eher untergeordnete Rolle, welche auch sogleich durch den Einsatz weiterer zusätzlicher Melodieversatzstücke in tranciger Umrandung bestätigt wird. Fast unmerklich läutet das Ganze im Folgenden sein Break ein, indem sich vor allen Dingen die zuletzt die Flucht nach vorn angetretenen Melodiefragmente in Kooperation mit den zart schwelgenden Flächenklängen durch eine subtile Anschwillaktion in Szene setzen können, welche auch in sphärischer Hinsicht eine angenehme Verdichtung bewirkt. Auf dem Höhepunkt lösen sich jene allerdings wieder in feinste Staubpartikel auf, sodass im Anschluss erneut die omnipräsente Flächenuntermalung das Zepter in die Hand nimmt und zusammen mit dem introvertierten Drumming sowie den zahlreichen verspielten Melodiesprenkeln die sphärische Tiefenentspannung fortführt. Im letzten Drittel verstärkt sich die Melodieebene zusätzlich noch durch einige harmonische Synthieklänge, bevor das Ganze mit einem überaus subtilen Rückbau die finalen Meter einläutet. Summa summarum feinster Deep-Prog, wie er im Buche steht und verdiente 5,75/6 absahnt. :D

    Der zweite Track der EP lässt dann zwar im recht spärlich bemessenen Titel O sein Faible für Minimalismus aus dem Fenster hängen, in musikalischer Hinsicht wird der Hörerschaft jedoch auch hier eine gediegen progressive Architektur geboten, bei welcher zartbesaitete Flächenklänge bereits in einem kleinen Intro für die ersten sphärischen Ausrufezeichen sorgen. Nach der Konfrontation mit einem trockenen Beat bleiben davon jedoch nur noch einige Schlieren übrig, welche fortan erst einmal im Hintergrund ihr Unwesen treiben, während sowohl einige zurückgelehnte Alternativtöne, ein grummelndes Basslinefragment als auch dezente Klickereinsätze zur Belebung des Stücks beitragen. Dennoch sind in diesem Zusammenhang auch die sporadischen Anschwillversuche der Melodieflächen nicht zu vergessen, welche sich immer mal wieder zwischen den Melodieelementen am vorderen Bühnenrand hindurchzudrängeln versuchen. Ein Quasi-Break hinterlässt dem Ganzen zudem einige interessante Vocalfragmente, welche im weiteren Verlauf als Kontrastpunkte in der ansonsten recht angenehm schwebenden Atmosphäre fungieren, bevor sich mit dem weiteren Erstarken des Untergrunds auch die Flächenklänge ein weiteres Mal zurückmelden. Letztere scheinen allerdings in der Zwischenzeit ein ergiebiges Bad in dunklen Sphärenschichten genommen zu haben, sodass sie mit ihrer nun wesentlich düsterer gestimmten Flächenwand auch das Intensitätspendel noch einmal ein gutes Stück stärker ausschlagen lassen. Nach der Zusammenarbeit mit den bekannten Begleittönen sowie -vocals legen sie zudem kurz vor Toreschluss noch ein zwielichtiges Solo hin, ehe der erneute Rückzug in den äußersten Hintergrund sowie die Verteilung von im Vergleich zum Vorgänger kaum minder überzeugenden 5,5/6 ansteht. :yes:

    Hervorragende neue EP der 16 Bit Lolitas, mit der die beiden Niederländer einmal mehr ihre Ausnahmestellung im progressiv orientierten EDM-Nischenbereich, in dem sich House und Trance gute Nacht sagen, unter Beweis stellen. :yes:

    Mit Smoke Signals gelingt ihnen zum einen ein mehr als gelungener Streich im Territorium entspannten Techhouse-Groovens, das natürlich nicht ohne das gewisse melodische Etwas gewürzt wird. Das Ganze wird daher von Beginn an von einem zurückgelehnt schlendernden Untergrund angeführt, der sich nicht nur eine monoton tänzelnde Stakkatobassline gönnt, sondern zudem bereits nach wenigen Augenblicken Einwirkzeit das entscheidende Melodiefragment des Tracks als Initialzündung auf die gemeine Hörerschaft loslässt, die im weiteren Verlauf jeder weiteren Wiederholung dieser kurzen, aber markanten Tonfolge hinterherlechzen dürfte. Schließlich zeigt sich diese nicht nur dafür verantwortlich, dass sich trotz ihres sparsamen Auftretens immer deutlicher die Entfaltung einer leicht mystischen Atmosphäre abzeichnet, denn auch die Initiative für das Anschleichkommando dezent flackernder Begleitflächen geht auf ihr Konto, ehe in einem ersten Break einige versprenkelte Pianotöne das nun etwas weniger öffentlichkeitsscheu auftretende Melodiefragment begleiten und schlussendlich sogar sphärische Streicher auf den Plan zur kurzzeitigen Intensivierung der Melodieebene treten. Mit der Rückkehr des Drummings setzt sich jedoch zur Freude aller Kontrastfanatiker rasch wieder das entspannte Techhouse-Grooven durch, auf welches sich zunächst nur die markante Melodiefolge in Kooperation mit einigen acidlastigen Effekten hinüberretten kann, bevor im Folgenden die sphärische Arbeit dann in Gänze von den erneut ins rechte Licht gerückten Streichern aus dem Break übernommen wird. Die mystische Ader weicht dabei zunächst einer subtilen sphärischen Erwärmung, welche auch im zweiten Break - wieder zusammen mit der markanten Tonfolge sowie den dezenten Pianotönen - beibehalten werden kann, bis sich das Ganze am Ende in eine wabernde Tonmasse verwandelt, aus der auf dem schaukelnden Drumming nur noch das magisch anmutende Melodiefragment einige Male seine Einzigartigkeit unter Beweis stellt. Setzt das Stück dann zum fließenden Übergang in den Trackrückbau an, sind am Horizont bereits recht deutlich meine euphorischen 5,5/6 sichtbar, welche sich dieses progressive Schmankerl für meinen Geschmack aber auch redlich verdient hat. :D

    Desweiteren hat es auch Cold Energy absolut nicht nötig, vor dem höhepunktreichen Backkatalog von Ariaan Olieroock und Peter Kriek in die Knie zu gehen. Vielmehr bekommt der gemeine Hörer es hier mit einem im Vergleich mit seinem Vorgänger noch wesentlich grooviger, melodischer sowie optimistischer angelegten Soundgerüst zu tun, das zudem auch diese wunderbar entspannte Ader in sich trägt, welche die Produktionen der 16 Bit Lolitas schon oft ausgezeichnet hat. Nach gemächlicher Beateinführung sind es hier dann auch die wie Phönix aus der Asche auftauchenden Tonfolgen, welche die ersten melodischen Ausrufezeichen setzen und in Zusammenarbeit mit einigen immer wieder dezent im Hintergrund platzierten Begleittonerscheinungen das sphärische Pendel ins Schwingen bringen. Gesellt sich im weiteren Verlauf dann auch noch eine herrlich groovende Bassline dazu, geraten auch die Melodieelemente mehr und mehr ins Schwärmen, was sich vor allen Dingen in den hinter jeder Ecke neu zusammengesetzten Konstellationen widerspiegelt - mal sind es subtile Vocalfragmente, mal verträumte Synthieflächen und mittendrin darf sich auch das Melodiefragment vom Beginn zu der ein oder anderen Anschwillaktion hinreißen lassen, sodass sich in dieser progressiven Trackentwicklung insgesamt eine wunderbar entspannende Wärme entfalten kann. Im Mittelteil schaltet das Ganze dann allerdings wieder einige Gänge zurück, sodass in einem anstehenden Break die mehr und mehr hypnotisch agierende Tonfolge erneut die Hauptrolle übernimmt, bevor hereinschneiende Vocalfragmente die Rückkehr des Drummings heraufbeschwören und schlussendlich nach einem zwischenzeitlichen Flächenhoch im Hintergrund auch die Bassline wieder aktiv wird. Somit ist der Weg frei für ein letztes progressives Melodiefeuerwerk, das zwar im Vergleich zum vorangegangenen etwas gedämpfter ausfällt, aber für meinen Geschmack dennoch den Track mehr als gelungen abrundet. Summa summarum keinen Deut weniger überzeugend als die anfänglichen Rauchsignale und somit ebenfalls mit erhaben schwebenden 5,5/6 dekoriert... :shy:

    Hatte die Andeutung, dass Carl Cox für die kommende 38. Ausgabe der in meinen Ohren stets spannenden Mix-CD-Reihe des britischen Labels Global Underground verantwortlich sein wird, bereits im letzten GU-Newsletter gelesen. Als großer Freund tellerrandübergreifender Klänge bin ich daher auch von der Tracklist angenehm euphorisch angetan, da die hiesigen beiden Silberlinge bei einer Rundreise über Alan Fitzpatrick, Gui Boratto, Henry Saiz, Tiefschwarz, Umek, James Zabiela, Fergie, Robbie Rivera, Jerome Sydenham usw. sicherlich eine interessante Genrevielfalt aus progressiven, technoiden und teilweise auch trancigen Gefilden auf sich vereinen werden. Ich habe auf jeden Fall schon einmal ein lauschiges Plätzchen in meinem CD-Schrank für die ausnahmsweise einmal keiner Stadt bzw. keinem Land gewidmete GU:38 reserviert... ;)

    PS: Hier gibt's auch einen (leider) viel zu kurz geratener Trailer zur anstehenden Veröffentlichtung!

    Da mich Mike Foyle ja bereits mit den herausstechend intensiven Klängen von Bittersweet Nightshade mehr als überzeugen konnte, bin ich auch der nun endlich offiziell veröffentlichten Fortsetzung Deadly Nightshade alles andere als abgeneigt, wobei über allem aber dennoch die überaus offensichtliche Nähe zum Vorgänger als Wermutstropfen hängt...

    Denn sowohl Trackaufbau, Wahl und Arrangement der Melodie- und Drummingelemente als auch der gesamte Spannungsbögen im Original Mix sind leider im Vergleich zu Bittersweet Nightshade an Ähnlichkeit nicht zu überbieten, sodass ich mich teilweise schon etwas irritiert frage, warum der Engländer in dieser Hinsicht nicht wenigstens ein kleines Maß an Subtilität an den Tag gelegt hat. Andererseits weiß der Track dann aber in seinem progressiv-drückenden Ambiente doch eine so herrlich düster inspirierte Atmosphäre zu kreieren, die meine Vorbehalte wieder in den Hintergrund rückt und mich mit seiner intensiven Klangvielfalt wieder bedingungslos in seinen Bann zieht. Das beginnt bereits mit dem variantenreichen Untergrund des Ganzen, welcher sich mit feinsinnigem Klickerschmuck umgibt, durch seine immer wieder emporschießende Bassline inklusive Groove-Funktion aber auch eine enorm drückende Ader offenbart, mit der sich auch die herrlichen Vocalfragmente bestens verstehen und zusammen mit ersten Melodieandeutungen alsbald die atmosphärische Arbeit des Tracks mehr und mehr in Richtung düsterer Gefilde verschieben. Hierbei ragen für meinen Geschmack vor allen Dingen die manischen Violinenklänge heraus, durch welche die mystischen Vocalfragmente in den letzten Momenten vorm Break geschmackvoll unterstützt werden. Im selbigen tauchen dann im Hintergrund zunehmend trancigere Melodiestrukturen auf, während an der Vorderseite fragile Alternativtöne durch den Raum geistern, bevor die nun noch etwas deutlicher zerstückelten Vocalfragmente in Zusammenarbeit mit den mehr und mehr aus ihren kurzzeitigen Verliesen wieder aufkeimenden Melodieelemente den nächsten Höhepunkt des Stücks heraufbeschwören. Mit Wiedereinsetzen des Drummings entfaltet sich auf den ersten Blick ein einziges Klang-Tohuwabohu, das sich bei näherer Betrachtung allerdings als innovatives Progressive-Spektakel entpuppt, bei der jedes der bisherigen Melodieelemente zur Höchstform aufläuft. Das anschließende zweite Break nimmt dann wieder etwas Wind aus den Segeln, indem die Dichte der Melodieversatzstücke ab diesem Zeitpunkt heruntergeschraubt und der anstehende Trackrückbau vorbereitet wird. Alles in allem aber dennoch ein hervorragendes Kleinod progressiver elektronischer Musik, welches seinem Vorgänger in Sachen sphärischer Intensität in nichts nachsteht und nur aufgrund der offenkundigen bittersüßen Verwandtschaft mit seinen 5,5/6 die Höchstwertung verpasst. :yes:

    Der Phynn Remix wirkt dagegen im direkten Vergleich gar wahrhaft klobig und uninspiriert. Dafür spricht für meinen Geschmack vor allen Dingen die unwürdige Verwandlung der feinsinnigen Melodiestrukturen, welche dem gemeinen Hörer nun breitwandig ins Gesicht springt und dabei auch in atmosphärischer Hinsicht unter ferner liegen agiert. Hinzu kommt, dass auch das Drumming, welches in solchen Fällen immer noch einige Kohlen aus dem Feuer holen könnte, mit seiner Offbeat-Bassline-Aufmachung und den sporadischen Acid-Anleihen nur recht statisch Druck auszuüben vermag. Die anfänglichen Alternativflächen verstehen dennoch etwas von ihrem Handwerk, wobei ihre leicht mystische Ader von der alsbald aus dem Boden gestampften Originalmelodieüberarbeitung übertüncht wird, sodass bis zum Beginn des alsbald anstehenden Breaks auch jegliche düstere Rafinesse aufs Altenteil geschoben wird. Die anfangs dort eingefügten Vocal- und Melodiefragmente aus dem Original entpuppen sich hierbei im weiteren Verlauf als plumpe Staffage der angesprochenen Melodievergewaltigung, welche sich nun aus dem Hintergrund des Ganzen mit ihrer unsäglich aggressiv mutierten Instrumentierung in die Gehörgänge quält. Nach erfolgreichem Anschwillen entblößt der Remix in Kooperation mit seinem gestrigen Untergrund dann sein ganzes sphärisches und drückendes Unvermögen. Ein zweites Break wiederholt die gähnende Prozedur dann im weiteren Verlauf noch einmal, wobei im Anschluss im Hintergrund immerhin die gelungenen Alternativflächen vom Beginn ein weiteres Mal aktiv werden dürfen, insgesamt gesehen aber natürlich ebenfalls nicht mehr dazu imstande sind, hier das Ruder noch herumzureißen. Summa summarum kann ich daher beim besten Willen nicht mehr als 2/6 verteilen... :hmm:

    Irgendwie ist die Veröffentlichtung meiner Dezemberfavoriten mal wieder aufgrund der ganzen Jahresbestenlisten etwas untergegangen...

    :;01;: Cid Inc - Cloudberries --- Replug Records
    :;02;: Moonbeam - Only This Moment --- Proton Music
    :;03;: Rodriguez Jr. - Esperanza --- Giant Wheel
    :;04;: Mat Playford - Moon Prism --- Social Problem
    :;05;: Stimming - Kakusei --- Audiomatique Recordings
    :;06;: Josh Gabriel - Entropy --- Different Pieces
    :;07;: Bedrock - Emerald [Henry Saiz Remix] --- Bedrock Records
    :;08;: Damabiah - Les Forêts Boréales EP --- Natura Sonoris
    :;09;: Dave Seaman & Andy Chatterley - K Conundrum --- Audiotherapy
    :;10;: Paul Kieran - The Flaw EP --- Jetlag Digital

    :huebbel:

    N'Abend zusammen!

    Warum sich der junge Ukrainer Alexander Lugowski unter seinem Aliasnamen Marsbeing als außerterrestrische Lebensform ausgibt, wird sicherlich sein Geheimnis bleiben, dass immer mehr talentierte Nachwuchsproduzenten aus Osteuropa mit ihren elektronischen Klängen auch weiter westlich auf sich aufmerksam machen, ist dagegen für den gewieften Beobachter schon lange keine unbekannte Entwicklung mehr. Der Marsianer versucht sich dabei für meinen Geschmack sehr gekonnt an einer eklektischen Zusammenkunft aus progressiven, minimalen, trancigen und elektroiden Gefilden, welche am ehesten noch an seine östlichen Nachbarn Moonbeam erinnert. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sein im letzten Herbst erschienener Two-Tracker auf Moontribal Records, einem der drei Labels der beiden rusisschen Produzentenbrüder, das Licht der digitalen Welt erblickt hat. :D

    Für die verträumten Wintermomente ist auf dieser EP eindeutig Fantasy zuständig, das mit seinen spannenden Klickereffekten zu Beginn ein noch eher düsteres Szenario aufwirft, auf das dann auch sogleich eine grummelnde Basslinewand aufspringt und in gelungen drückender Manier den Track nach vorn ausrichtet. Im zwielichtigen Sumpf des Untergrunds machen sich jedoch alsbald die ersten zarten Melodiefragmente auf, die Dunkelheit zu überwinden, was ihnen in Zusammenarbeit mit im weiteren Verlauf dazustoßenden Alternativtönen immer entscheidender gelingt, sodass auch das neblige Zischen, mit welchem sich die wärmenden Melodieelemente immer wieder konfrontiert sehen, dieser Entwicklung nichts entgegenzusetzen hat. In sphärischer Hinsicht entfaltet sich dabei ein wunderbar winterlich-entspanntes Gesamtbild, das vor allen Dingen auch im anstehenden Kurzbreak mehr als zu überzeugen weiß, wenn sich zwei weitere subtile Melodielinien als Filigrantechniker in Sachen verträumter Atmosphären etablieren können und auch in Kooperation mit dem mittlerweile mit einigen Subbässen verstärkten Untergrund noch einige Zeit über Wasser halten können, ehe im Folgenden wieder die Melodiefragmente vom Beginn das Ruder übernehmen und mit ihrer bekannt zurückgelehnten Ader die sphärische Intensität etwas von ihrem Höhenflug beruhigen können. Das nächste Kurzbreak steht schließlich bereits in den Startlöchern, um noch ein weiteres Mal seine hervorragend in Szene gesetzte Winterstimmung auf den gemeinen Hörer einwirken zu lassen, der dies auch sogleich mit einem schwelgerischen Blick erwidern dürfte, während er sich mit geschlossenen Augen stetig weiter von der Außenwelt verabschiedet. In der letzten Phase des Stücks dürfen dann noch einmal kurzzeitig die Melodieversatzstücke vom Beginn für sich Werbung machen, ehe das Ganze sich schließlich in dezenter Art und Weise zurückbaut und mit imho verdienten 5,75/6 entlohnt wird. :yes:

    Für Strong Tension konnte ich dann zwar nur eine Hörprobe finden, bei der die letzten anderthalb Minuten fehlen, jedoch wird für meinen Geschmack auch in dieser leicht gestutzen Form deutlich, dass der Track seinem Namen nicht wirklich gerecht wird. Das Ganze entpuppt sich nämlich im Gegensatz zu seinem überaus sphärisch angelegten Vorgänger als nach vorn schiebendes Minimal-/Techhouse-Gemisch, das es sich zunächst einmal zur Aufgabe gemacht hat, mit einer fein austarierten Bassline auch den Groove für sich zu entdecken, während dazu immer wieder einige lose Melodietöne durch den Raum geistern. Diese spielen vor allen Dingen in einigen Kurzbreaks die Hauptrolle, welche allerdings hier mehr als Fluch denn als Segen zu verstehen ist, da es ihnen nicht gelingt, das hiesige Stück in einer Zeit, in der es in der elektronischen Musik hinter jeder Ecke klickert und klackert, aus dem undurchschaubaren Minimaldschungel hervorzuheben. Mit der erstaunlich flexibel angelegten Bassline, welche den Track zwischendurch in meinen Ohren sehr gelungen an die Hand nimmt, sowie den düsteren Effekten besitzt das Ganze zwar zweifellos Potenzial, kann dies aber nicht so recht in Erfolge ummünzen, sodass schlussendlich nur eine Durchschnittswertung von 4,25/6 übrig bleibt... :hmm:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Der Original Mix von Lost & Found ist mir zwar bereits im Sommer über den Weg gelaufen, die sphärische Wärme, die der Track mit seinem überaus flächen Arrangement ausstrahlt, lässt sich aber natürlich zu jeder Jahreszeit genießen. Genretechnisch liebäugelt das Ganze dabei für meinen Geschmack auf jeden Fall deutlich mit Progressive Trance der alten Schule, welcher sich hier zum einen fast von Beginn an durch eine angenehm grummelnde Bassline äußert, auf der sich nun nach und nach mehr Melodiefolgen entfalten können, wobei der Track einen langsam, aber stetig intensivierenden Atmosphärenfluss aufbaut. Zum anderen ist es die simple, aber effektive Gestaltung der Melodieelemente, mit welcher das Stück sich peu à peu die Aufmerksamkeit der Hörerschaft erschleicht, seinen progressiven Charakter unterstreichet und zudem zunehmend in Richtung sommerlich-hypnotischer Gefilde schielt. Unterbrochen wird der zurückgelehnte Rhythmus nur durch einige Kurzbreaks, in denen sich vor allen Dingen die vielschichtige Melodieebene in sphärischer Hinsicht immer wieder einige herrliche Zwischenhochs erarbeiten kann, bevor in Zusammenarbeit mit dem subtil grummelnden Untergrund die Intensität dann wieder etwas zurückgeht, im Gegenzug aber weitere Alternativtöne initiiert werden, mit denen sich der Track in meinen Ohren auch von Plätschervorwürfen nachhaltig distanzieren kann. Denn die Symbiose aus flächiger Basis, loopartig rollenden Tonfolgen und verträumten Alternativtönen beweist im zweiten Break nicht nur, dass sie etwas von wunderbar dezentem Anschwillen versteht, sondern dies zudem mit der gewissen Prise sphärischer Euphorie verbinden kann. Dass auf den letzten Metern auch der Rückbau mehr als fließend verläuft, dürfte dann endgültig nicht mehr verwundern, haben wir es hier doch mit einem Track wie aus einem Guss zu tun, der mit seinem flächig-entspannten Groove auf jeden Fall auch bei Minusgraden zünden dürfte. Zudem schafft das Stück auch ohne Optik-Zusatzpunkte (nie waren wir einer solchen Maßnahme allerdings näher als bei der hübschen Miss Nine) schlussendlich überzeugende 5,25/6. Anscheinend gehe ich da mit Johan Groenewegen alias Ohmna konform, der daher seinen Remix wirklich so nah am Original gehalten hat, dass eine eigenständige Bentrachtung imho nicht mehr möglich ist. Einzig die teilweise nicht mehr ganz vollständige Melodieebene lässt sich hier klar als Unterschied charakterisieren... :hmm:

    Zitat

    Original von toe
    Langweiliger gehts im TV nicht, das wird nur von Billiard und Poker getoppt! Wirklich nicht mein Sport ... :)

    Du sprichst mir aus der Seele... :yes:

    Hervorragend atmosphärische EP eines mir bisher noch nicht bekannten Produzenten namens Robsounds, für dessen Vorstellung ich mich bei summer.sun mit einer kleiner Rezension herzlich bedanken möchte!

    Als Favorit des 3-Trackers hat sich bei mir mittlerweile Ligne Bleu herauskristallisiert, das sich vor allen Dingen durch seinen mehr als gelungenen Spagat zwischen nach vorn schielendem Arrangement und sphärischer Intesität auszeichnet. Zu Beginn noch mit einem monotonen Offbeat-Basslinefragment durch glöckchenartige Klänge mäandernd scheint der Track sich seine Wohnung zunächst eher techhousig einzurichten, ehe aus dem Untergrund allmählich einige stakkatierte Klangwellen (noch in sporadischen Intervallen) auf den Plan treten und das angenehm klickernde Geschehen mehr und mehr beeinflussen sowie das Ganze schließlich in ein Break zwingen. Dort können sich die spannenden Klangwellen dann endlich in voller Eleganz entfalten, wenn sie auf einer flexiblel schiebenden Basslinewand eine herrlich zwielichtige Atmosphäre ausbreiten und dabei buchstäblich über sich hinauswachsen. Denn auch in Kooperation mit dem Drumming und einiger alternativer Klangtupfer büßen diese nichts von ihrer Intensität ein, ganz im Gegenteil bewegt sich der Track mit progressiver Macht mit jeder weiteren Klangwelle ein weiteres Stückchen in Richtung ekstatischer Gefilde, die allerdings in sphärischer Hinsicht von dichten Nebelbänken umrankt werden. Lichtet sich im weiteren Verlauf der Untergrund wieder zusehends, geht das Stück seinen letzten Metern entgegen, auf denen sich nach Lizenzablauf der markanten Tonwellen die glöckchenartigen Klänge vom Beginn noch einmal als gelungener Rahmengeber für den angespannten Mittelteil profilieren können. Alles in allem eine runde Sache aus den besten Ingredienzen progressiver, techhousiger und tranciger Gefilde, welche von meiner Seite aus nicht weniger als 5,75/6 erwarten darf. :yes:

    Morbo schaltet dann im Gegenzug allerdings erst einmal einige Gänge zurück, um es sich von Beginn an in einem wunderbar entspannten Nischenbereichsohrensessel zwischen Progressive House und Progressive Trance bequem zu machen. Dazu tragen nicht nur die stets präsenten Klangflächen, welche durch ihre subtile Erhabenheit eine magische Winterruhe ausstrahlen, sondern auch das unaufgeregt klickernde Drumming mit seinen harmonisch-stakkatierten Alternativtönen bei, sodass sich der gemeine Hörer bereits nach wenigen Momenten in einer wahrhaften Traumwelt wähnt. Ein erstes Kurzbreak schaltet zudem einige dezente Pianotöne bei, welche im Folgenden aber zugunsten der Entfaltung einer entspannt groovenden Bassline wieder im äußersten Trackhintergrund verschwinden. Einzig die stakkatierten Begleittöne brechen zeitweilig aus der besänftigenden Ader des Ganzen heraus, wenn sie sich einige leicht anschwellende Phasen gönnen, bevor im nächsten Kurzbreak dann wieder die bekannten Pianotöne auf den omnipräsenten Klangflächen auftauchen und die Atmosphäre des Tracks noch weiter erwärmen. Dies gelingt ihnen zudem nun auch in Kooperation mit dem flächig angereicherten Drumming des Stücks, auf der sie nun ebenfalls zunehmend flächiger agieren und schlussendlich als auflösende Schneewolke am Horizont vom Track Abschied nehmen. Summa summarum elektronische Musik wie ein wärmendes Kaminfeuer in der Polarnacht, zum Augenschließen, Zurücklehnen, Genießen und 5,5/6-Verteilen! :D

    Hundreds & Thousands strahlt mit seiner verträumten Atmosphäre im Anschluss zwar eine ähnliche erhabene Ruhe aus wie sein Vorgänger, bedient sich aber eines etwas mehr nach vorn ausgerichteten Drummings, welches den Vergleich mit Ligne Bleu aber dennoch scheuen dürfte. Geboten wird der Hörerschaft hier von Beginn an eine angenehm wabernde Klangfläche, welche nach einem kurzen Intro schließlich Bekanntschaft mit einem minimal strukturierten Drumming macht, auf dem sie zunehmend ihre hypnotische Ader zu entfalten weiß, ohne dabei zunächst die Unterstützung einiger Alternativtöne zu benötigen. Wenn diese in post-weihnachtlicher Instrumentierung aber dennoch alsbald zum Umfeld des Tracks gehören, tut dies vor allen Dingen dem Abwechslungsreichtum der Melodieebene gut, welche aus einem anstehenden Kurzbreak mit den nicht minder zurückgelehnten Alternativklängen sphärisch noch eine gute Prise gestärkt hervorgeht. In herrlich progressiver Art und Weise begeht das Stück damit nun seine einsamen Pfade durch die verschneite Winterlandschaft, macht kurzzeitig noch einmal Rast in einem weiteren Kurzbreak, ehe im letzten Drittel die dezenten Begleittöne wieder am Firmament verschwinden, sodass der Weg frei ist für eine letzte Hommage an die wabernde Klangfläche, welche das Stück bis zum letzten Ton des Outros nicht verlassen wird. Mit 5,25/6 auf der nach oben nicht offenen TF-Skala kann somit für meinen Geschmack auch der dritte Track dieser EP das hohe hiesige Qualitätsniveau halten. :yes:

    Wünsche der gesamten Forumsgemeinde ebenfalls ein gutes neues Jahr, aber vor allen Dingen Gesundheit und Glück auch in den letzten 365 Tagen des ausgehenden Jahrzehnts! Hier hat 2010 für meinen Geschmack auf jeden Fall einen mehr als sympathischen Einstand gefeiert, nachdem es kurz vor Mitternacht zu schneien angefangen hat und wir unsere Raketen in den herrlichen Flockenwirbel geschossen haben. :D

    Sicherlich werdet ihr auch im neuen Jahr vor der ein oder anderen, blumig-schwafelnden Rezension mit Überlange nicht gefeit sein (dafür steh ich mich mit meinem Namen) - am heutigen Tage könnt ihr aber noch einmal durchatmen, da gewisse Nachwirkungen des gestrigen Alkoholgenusses mir da gehörig einen Strich durch die Rechnung machen. Insofern verbleibe ich mit prositgeschwängerten Grüßen aus dem verschneiten Westfalen... ;)

    N'Abend zusammen!

    Wie ich vorhin beim Überfliegen der Myspace-Seite des italienischen Produzenten Paolo Alberto Lodde alias Dusty Kid mit großer Freude festgestellt habe, wird der Gute am Samstag, den 16. Januar, im Kölner Gloria ein Liveset zum Besten geben. Als Garant für treibende Klänge irgendwo zwischen Atmospheric Techno, Minimal, Acid und Rave ist er jedenfalls für meinen Geschmack im zu Ende gehenden Jahr mit America (auch live absolut nicht zu verachten!) nicht nur für den Track des Jahres verantwortlich, sondern hat mit A Raver's Diary auch ein mehr als respektables Album abgeliefert, welches das eben genannte Genrespektrum mehr als überzeugend abgedeckt. Als Liveact scheint das von der wunderschönen Insel Sardinien stammende Dusty Kid zudem stets seine seine energetische Ader zu pflegen, ohne dabei auf die gewisse sphärische Note verzichten zu wollen, wie man z.B. hüben wie drüben mit eigenen Augen und Ohren nachvollziehen können sollte. Mir kribbelt es auf jeden Fall schon gehörig in den Fingern, wenn ich daran denke, einen meiner Lieblingsproduzenten der letzten Jahre bald live in NRW erleben zu können, zumal das Ganze sich mit 10€ an der Abendkasse (und ausschließlich dort) auch in einem finanziell akzeptablen Bereich bewegt. Bis dahin empfehle ich allen Interessierten, Körper und Geist mit dem ruhmreichen "BBC Radio 1 Essential Mix", den auch der Sarde vor kurzem in überragender Manier zusammenstellen durfte, zu betören. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Da auch meine Wenigkeit sich stets auf mehreren musikalischen Hochzeiten bewegt, gibt's wie bei Guitar eine zweigeteilte Jahresbestenliste, welche sich jeweils als "15 aus 45" versteht. Wer sich danach noch traut, von meiner Favoritenliste Baujahr 2009 in Gänze überrollt zu werden, sollte dann in den nächsten Tagen auf jeden Fall auf der in meiner Signatur verlinkten Seite vorbeischauen... :yes:


    :: EDM ::

    °01° Dusty Kid - America
    °02° Guy J - Lamur [Henry Saiz Remix]
    °03° Gui Boratto - No Turning Back
    °04° Max Cooper - Harmonisch Serie
    °05° Pryda - Melo
    °06° Guy Gerber - Timing
    °07° Einmusik - Atl Antis
    °08° deadmau5 - Strobe
    °09° Moonbeam - When Tears Are Dropping From The Sky
    °10° Burial & Four Tet - Moth
    °11° Henry Saiz - Madre Noche
    °12° La Roux - In For The Kill [Skream's Let's Get Ravey Remix]
    °13° Baboop - Yes We Can [Luis Junior Remix]
    °14° Ormatie - American Girl
    °15° Jon Hopkins - Light Through The Veins [Ewan Pearson's Downtown Lights Remix]


    :: Non-EDM ::

    °01° Bat For Lashes - Daniel
    °02° Animal Collective - My Girls
    °03° Phoenix - 1901
    °04° Gossip - Heavy Cross
    °05° Patrick Wolf - Hard Times
    °06° The xx - Basic Space
    °07° The Horrors - Sea Within A Sea
    °08° Franz Ferdinand - Ulysses
    °09° Peter, Björn & John - Lay It Down
    °10° dredg - Information
    °11° Yeah Yeah Yeahs - Zero
    °12° White Lies - Farewell To The Fairground
    °13° Kasabian - Underdog
    °14° Grizzly Bear - Two Weeks
    °15° Eels - That Look You Give That Guy


    :huebbel:

    N'Abend zusammen!

    Für alle, die zwischen den Jahren mal wieder etwas Zeit und Muße dafür aufbringen möchten, die Begrenzungsmauern ihres musikalischen Tellerrands eines Besseren zu belehren, gibt es heute von meiner Seite einen Blick hinüber in unser apartes Nachbarland Frankreich. Dort treibt seit geraumer Zeit der Produzent Olivier Mateu alias Rodriguez Jr. mit seinem stetig wachsenden Fundus an neotrancigen Kleinoden sein Unwesen, indem er immer wieder subtile Melodiestränge in herrlich verträumter Manier in minimal arrangierte Klanglandschaften webt und die gemeine Hörerschaft damit in fast schon hypnotische Zustände versetzen kann. Dass hierbei auch sein soeben auf Giant Wheel erschienener Two-Tracker keine Ausnahme darstellt, sollte in den unten folgenden Hörproben hoffentlich mehr als deutlich werden. :D

    Das titelgebende Esperanza entpuppt sich dabei als ein mehr als nur hoffnungsvolles Talent in Sachen sphärischer Eleganz, wobei sich das Ganze in den ersten anderthalb Minuten natürlich erst einmal um die Entfaltung eines angemessenen Drummings irgendwo aus dem Grenzbereich zwischen Minimal und Techhouse bemüht. Angereichert mit dezenten Klickereffekten und einer monoton nach vorn ausgerichteten Bassline bewegt sich dieses mehr und mehr gen groovender Gefilde, von denen sich im weiteren Verlauf dann auch die ersten aus dem Hintergrund zaghaft heranschleichenden Melodieandeutungen angezogen fühlen und nach anfänglichen Flächenwellen in einem ersten Kurzbreak schließlich auch eine wunderbar harmonische Tonfolge offenbaren, dessen verträumt-melancholischem Charme meine Wenigkeit in Nullkommanix erlegen ist. Subtile Tonverdreher sorgen zudem für weitere Abwechslung in der Entwicklung der Melodielinie, welche in Zusammenarbeit mit dem angenehm groovenden Untergrund im Folgenden mehr und mehr aus ihrem Mauerblümchendasein entschwindet und vielmehr den hiesigen Track mit einem traumwandlerisch anmutenden Ambiente ausstattet. Unterstützung erhält sie zudem von den dezenten Flächenwellen vom Beginn sowie einigen verspielten Stakkatotönen, welche sich besonders während der immer wieder eingestreuten Melodiedreher in Szene setzen können und auch im zweiten Kurzbreak wunderbar verwirrt durch den Raum geistern, bevor im Anschluss noch einmal das Hauptaugenmerk auf der unaufgeregt agierenden melancholischen Tonfolge liegt. Während des anschließenden Trackrückbaus können sich dann zwar Flächenwellen sowie Stakkatotöne etwas länger halten als die Hauptdarstellerin des Stücks, der Vergabe mehr als überzeugender 5,75/6 tut das jedoch keinen Abbruch. :yes:

    Was Rodriguez Jr. bei der Betitelung der digitalen B-Seite Chicky Chicky durch den Kopf gegangen ist, mag ich zwar nicht ergründen, vermutlich handelt es sich aber wohl um simple Lautmalerei, die vom Klang des Stücks auch gar nicht so weit entfernt ist. Fest steht für meinen Geschmack dagegen, dass der Track nicht an die sphärische Intensität seines Vorgängers anknüpfen kann und stattdessen lieber sein größtenteils entspanntes Minimalgewand auf monoton-klimprigen Pfaden bewegt. Das Drumming klöppelt dabei in Kombination mit einem elektroiden Basslinefragment in wunderbar groovender Manier in die Richtung einiger angestrengter Vocalsamples, welche alsbald sporadisch auf das techhousig schielende Arrangement losgelassen werden und zunächst einmal die einzigen Ausreißer im gleichförmigen Rhythmus darstellen, ehe im Untergrund ein zwielichtig dreinschauendes Basswummerfragment mehr Tiefe in den Track laden kann. Davon angestachelt tauchen im Folgenden auch sogleich die ersten klimprigen Melodietöne auf, welche mit ihrer stakkatierten Akzentuierung zwar ebenfalls nicht die große Atmosphäre im Sinn haben, in Kooperation mit den dunklen Bassschüben, welche die elektroiden Subbässe vom Beginn mittlerweile komplett auf ein unbedeutendes Nebengleis verfrachtet haben, entwickelt sich dafür ein spannender Kontrast, welcher mit einer schimmernden Tonwand weiter verstärkt wird. In einem anstehenden Kurzbreak gerät das Ganze dabei zu einer Solotournee von Basslinefragmenten und einer wabernden Alternativtonwand, im Anschluss übernimmt aber erneut die klimprige Tonfolge das Geschehen, sodass das Wabern sich darauf beschränkt, nur noch einmal in dezenter Art und Weise etwas aus seinem Schattendasein herauszukriechen. Im lockeren Grooveschritt scheint der Track sich schließlich zu verabschieden, würgt dem gemeinen Hörer aber im Outro doch noch einmal das grummelnde Basswummern rein, sodass mit diesem gelungenen Schlusspunkt für meinen Geschmack mehr als solide 4,5/6 gesichert werden können. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Auch die letzte TOTW-Wahl in diesem Jahr und in dieser Form geizt einmal mehr mit einer dem Anlass adäquaten Auswahl, sodass ich mich schlussendlich für ElSandro, welcher für meinen Geschmack in dieser Woche als einziger nicht allzu sehr an seinen Qualitäten gespart hat, entschieden habe... :hmm:

    Zitat

    Original von reisi1990
    Die ausführliche Beschreibung überlass ich wie üblich dem hammer ( :happy:),

    Schon zur Stelle, wenn auch diesmal mit ein wenig weihnachtlich bedingtem Verzug im Gepäck, schließlich lass ich mir Tracks von Josh Gabriel ganz zur Freude meiner Gehörgänge rezenionstechnisch eigentlich nie durch die Lappen gehen. ;)

    So schüttelt Entropy das schwere Erbe seines Vorgängers Entanglement mit einer schier unmenschlichen Leichtigkeit ab, welche vor allen Dingen im wieder einmal überragend unter Beweis gestellten Abwechslungsreichtum eines Josh Gabriel begründet ist. Handelte es sich beim Vorläufer noch um eine auf den Punkt dressierte Electro-Mischpoke mit überaus eindringlichem Synthieeinschlag, so widmet sich der aktuelle Track einem eher techhousig inspirierten Arrangement, welches irgendwo zwischen treibender Düsternis und neblig-sphärischer Mystik beheimatet zu sein scheint. Zu Beginn wird dabei vor allen Dingen Wert auf eine progressive Drummingeinführung gelegt, welche zunehmend drückender ausfällt, während sich im Untergrund des Ganzen monoton schlackernde Effekte vom Enthusiasmus des Beatgerüsts mitreißen lassen und in Kooperation mit einer im Zeitraffer tänzelnden Bassline in weiter Ferne bereits die ersten vagen Flächenandeutungen von ihrer mystischen Ausdruckskraft Gebrauch machen. Zunächst noch in überaus dezenten Gefilden angesiedelt schmiegen sich die wunderbar schummrigen Flächen in einem ersten Kurzbreak mehr und mehr an das kaum versiegende Effektschlackern, um den Hörer in ihrer herrlich düsteren Spielart zu verzücken, wobei nach vollendeter Intensivierung wie Phönix aus der Asche wieder das überaus treibende Drumming zum Hauptdarsteller avanciert. Dass die mystischen Flächen sich mit diesem Zustand nicht allzu lang zufrieden geben, wird dabei schon nach wenigen weiteren Augenblicken deutlich, wenn sie sich - gestärkt durch einige alternative Klangverwebungen - aus dem neblig-sumpfigen Untergrund in subtiler Weise wieder an die sphärische Spitze des Ganzen arbeiten und nach kurzer Verschnaufpause im nächsten Break auch die monoton schielenden Effekte für einige Moment vollkommen in die Schranken weisen können. Übrig bleibt die pure Essenz der Flächen in Form von aufkommender Hoffnung im atmosphärisch dicht gewandeten Dickicht der Düsternis, mit welcher das Ganze somit kurzzeitig fast schon in meditative Strukturen verfällt, bevor nach einer gelungenen Schwurbelaktion (Josh Gabriel weiß schließlich nicht erst seit gestern, wie man eine solche ohne Fremdschämen zusammenbastelt!) das drückende Drumming den Schlussakkord für sich gewinnen kann, in dem vor allen Dingen der Effektwettbewerb ein spannendes Finale begeht. Alles in allem mal wieder sehr überzeugend, spannend, kontrastreich, unkonventionell, sphärisch, treibend, intensiv... einfach 5,75/6! :yes: