Beiträge von hammer

    N'Abend zusammen!

    Mit dem britischen DJ, Produzenten und "Audio Therapy"-Gründer Dave Seaman hat sich das ebenfalls auf der Insel ansässige Label Global Underground für die mittlerweile neununddreißigste (!) Ausgabe seiner musikalische Scheuklappen stets missachtenden Mix-CD-Reihe mal wieder einen Altbekannten als Verantwortlichen auserkoren. Selbigem wurde schließlich in den letzten 11 Jahren bereits dreimal die Ehre zuteil, die mehr und mehr in Richtung Kultstatus avancierende GU-Compilation zusammenzustellen, wobei auch das nicht minder überzeugendere Pendant des "Renaissance"-Labels, die sogenannte Masters Series, in dieser Zeit etliche hervorragende Mix-CDs nach Seamans Gutdünken kompilieren ließ. Solch imposante sowie respektable Zahlen sind innerhalb der schnelllebigen Welt der elektronischen Musik sicherlich eine Erwähnung wert, zumal auch die am 27. September erscheinende neue GU:39 mir mit ihrer Tracklist irgendwo zwischen Progressive/Techhouse, Atmospheric Techno sowie einigen trancigen Anleihen schon jetzt das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt - mit Hochkarätern wie Gui Boratto, Glenn Morrison, 16 Bit Lolitas, Max Cooper, Stimming, DJ Koze, Christian Smith, Pig & Dan, Quivver und vielen anderen (u.a. auch ein Remix eines wunderbaren Stücks der deutschen Indieband Mikroboy; fragt mich nicht, wie Dave Seaman hierauf gestoßen ist...) stellt das meines Erachtens allerdings auch ein nicht allzu schweres Unterfangen dar. Der geographische Bezug als nicht zu vernachlässigender Bestandteil der GU-Mix-CDs liegt dabei diesmal in Litauen, welches stellvertretend für den Aufschwung elektronischer Musik in den letzten Jahren in Osteuropa ausgewählt wurde und hier in einem schönen Videobericht vom dortigen Seaman-Auftritt inklusive einiger vielversprechender Hörproben gesicht werden sollte. Fehlt eigentlich nur noch die Tracklist in ihrer kompletten Das-Kann-Ich-Mir-Nicht-Entgehen-Lassen-Manier:


    -- CD1 --

    01. DJ Koze - Blume Der Nacht c/w James Teej - B4 Spring
    02. Mikroboy - Vom Leben Und Verstehen [Seelenluft Dub Mix]
    03. Audio Junkies - Deeper
    04. Audio Junkies - Chabad
    05. 16 Bit Lolitas - From The Ground Up
    06. Fiord & Tim Richards - Chatterbox [King Unique Remix]
    07. Javier Logares - El Sueño Español
    08. Georg Levin - Falling Masonry [Stimming Mix]
    09. Jet Project - Understand This Groove c/w Minilogue - Seconds [Max Cooper Remix]
    10. Erol Alkan & Boyze Noise - Avalanche (Loop) c/w Jemmy & Aztec - Annexe (Padapella)
    11. King Unique - 2000000 Dubs
    12. Alexander Kostruba feat. Max Richter - What Had They Done?
    13. Moonbeam - Tiger [Roland M. Dill "Got Him By The Tail" Remix]
    14. Roland M. Dill - Taurine On A Sunday [Egbert Mix]
    15. Glenn Morrison - Triangle & Strings [Tom Middleton Mix Edit]


    -- CD2 --

    01. Yousef - Come Home [Sasha Remix]
    02. Trentemøller - Sycamore Feeling [Gui Boratto Remix]
    03. Fabrice Lig - Digital Forest
    04. James Talk - Polar
    05. Barry Jamieson & Charlie May - Homecoming
    06. Applescal - Welcome To The Woods
    07. Glenn Morrison - Under A Pink Cherry Tree
    08. Dubfire - Rejekt c/w Quivver - Yeah Yeah
    09. Fusion F & Come T - Wonder c/w Bomb The Bass feat.The Battle Of Land & Sea - Up The Mountain
    10. Dave Seaman & Josh Gabriel - Vorahnung
    11. Ajello - Early Sept [Bocca Grand Reprise]
    12. Peter Horrevorts - Bloody Hands c/w Solee - Jule [Pig & Dan Remix]
    13. Boy 8 Bit - Baltic Pine [Run Hide Survive Remix - Seaman Re-Edit]
    14. Carl Craig - At Les [Christian Smith's Tronic Treatment Remix] c/w Spitzer feat. Kid A - Too Hard To Breathe (Acappella)
    15. Steve Ward - The Window Between Us & Them

    :huebbel:

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Sicherlich nicht die stärkste EP vom Immer-Noch-Jungspund Mat Zo von den britischen Inseln, aber mit guten Ansätzen gespickt weiß mich immerhin die Hälfte der hiesigen beiden frischen Tracks mit Abstrichen zu überzeugen. :yes:

    Dass Near The End sicherlich nicht als Zustandsbeschreibung des Zohar'schen Kreativzentrums gedacht ist, versteht sich von selbst, haben wir es hier doch wieder einmal mit einem wunderbar melodieseligen Stück zu tun, welches nicht nur erneut das vielbeschworene gewisse Etwas in sich birgt, sondern durch seine ansteckend euphorische Ader - gewürzt mit einer Prise Melancholie - auch bestens als akustische Spätsommerbereicherung funktioniert. Auf einem druckvollen Drumming aus progressiven Gefilden basierend bewegt sich das Ganze mit seinem nach vorn blickenden, aber dennoch leicht griesgrämig dreinschauenden Basslinefragment allerdings zunächst noch in herzlich wenig euphorisch anmutenden Sphären und lässt sich im weiteren Verlauf auch von einigen techig agierenden Stakkatotönen nicht aus seiner Ruhe bringen, sodass erst die alsbald langsam aus dem Hintergrund heraustretende Hauptmelodielinie ein Umdenken in sphärischer Hinsicht in Bewegung setzt. Die beruhigend auftretenden Synthieklänge der Tonfolge erhalten in diesem Zusammenhang zunehmend Unterstützung von himmelhochjauchzend schwebenden Alternativtönen, mit welchen sich dann kurz vorm Sprung ins Break nun endgültig eine sommerliche, aber leicht wehmütige Atmosphäre entfalten kann, die im Folgenden erst einmal ohne den dunklen Kontrastpunkt des Untergrunds ihre Runden ziehen darf. Abgeschmeckt wird das Ganze hierbei von sporadisch hinzugeschickten Vocalfragmenten der alten Progressive-Schule sowie einigen besänftigenden Pianotupfern, während die bekannte Melodielinie mehr und mehr Druck entwickelt und schließlich sogar in klassisch anschwillender Upliftingmanier euphorisch-schwebende Gemütszustände anpeilt, ehe die techigen Basslinetöne sich wieder aus ihren Fesseln lösen und die melodische Komponente des Tracks auf ihrem Höhepunkt zusammenfalten. Das nach vorn groovende Drumming offenbart jedoch bereits nach wenigen Momenten auf Solofahrt erste Konjunkturschwächen, sodass die sommerlich beschwörende Melodieebene recht schnell wieder auf dem Schirm des geneigten Hörers auftaucht und schlussendlich zusammen mit den Pianotupfern eine gelungene melodische Abrundung konzipiert. Ein Kurzbreak im Anschluss zähmt die sphärischen Elemente dann zwar erneut nachhaltig, kann die Vergabe verdienter 5/6 jedoch zum Glück nicht mehr verhindern. ;)

    Bei Land Of The Free haben wir es für meinen Geschmack mit einem zweischneidigen Schwert zu tun, da hier ein aggressiv auftretender Großraum-Leadsynth auf ein angenehm groovend angelegtes Klickerdrumming trifft und die daraus resultierende Symbiose in meinen Ohren teilweise nicht nur einigermaßen zäh, sondern in seiner Bauart teilweise auch recht einfältig wirkt. Zu Beginn ist davon allerdings noch kein Deut zu spüren, das Hauptaugenmerk liegt hierbei vielmehr auf einer innovativ anmutenden Zusammenstellung des Untergrunds, welcher von leicht sirenenartigen Vocalschwaden begleitet wird, allerhand spannende Effekte und Klickereien bereithält und zudem in sphärischer Hinsicht suggeriert, dass hier etwas Bedrohliches in der Luft liegt, vergleichbar mit dem Auffrischen des Windes sowie der Verdunklung des Himmels vor einem starken Gewitter. Selbiges stellt sich zunächst zwar nur als Andeutung des angesprochenen Leadsynths heraus, welchem die Initiierung einer gelungen tänzelnden Bassline und die damit einhergehende Verstärkung des Groovepotenzials folgt, im weiteren Verlauf mehren sich dann allerdings die Anzeichen dafür, dass diesem im hiesigen Stück sicherlich eine gewichtigere Rolle zustehen wird als nur immer mal wieder flächig anschwillend hereinzuwehen. Dieser Eindruck bestätigt sich in der folgenden Phase, wenn in einem minimalistischen Intermezzo aus Bassline, Kickdrum und düsteren Vocalschwaden das sphärische Potential zugunsten der Entfaltung des erschreckend schwachbrüstigen Leadsynths verschenkt wird, welcher imho nicht nur ungute Assoziationen mit Genres der elektronischen Musik hervorruft, von welchen sich unser Forum erfolgreich abgrenzt, sondern auch wie ein Fremdkörper auf dem groovend-klickernden Untergrund wirkt. Zur Abwechslung dürfen zwischendurch zwar auch einige Alternativmelodiebögen mit weniger aggressiver Grundhaltung mitspielen, die Ellenbogen-Taktik des Leadsynth verhindert jedoch eine vertiefende Auseinandersetzung mit diesen und spült sich lieber in einem letzten Break noch einmal an den vordersten Bühnenrand des Tracks, um die geneigte Hörerschaft in Zusammenarbeit mit der kurzzeitig leicht knarzig agierenden Bassline mit seiner Flüstertüte anzubrüllen. Alles in allem können auf jeden Fall auch die nachfolgenden letzten Meter nichts mehr an der enttäuschenden Bewertung von 3/6 ändern, wenn auch hier der klickernde Groove noch einmal im Vordergrund steht... :no:

    Das ohrenbetäubende Set von Dusty Kid, dem wir in Köln Anfang des Jahres beiwohnen durften, habe ich übrigens absichtlich in meiner Aufzählung nicht erwähnt, da dieser eben nicht anlässlich der Bergwacht-Veranstaltungsreihe im artheater, sondern im Gloria aufgelegt hat. Die beiden Lokationen verfolgen zwar ein ähnliches Konzept aus Theatervorführungen und Clubkonzerten, das artheater scheint jedoch noch ne gute Ecke kleiner, unbekannter und weniger kommerziell ausgerichtet zu sein...

    N'Abend zusammen!

    Habe bei meinem heutigen Netzstreifzug per Zufall herausgefunden, dass der auch im hiesigen Forum bekannte und beliebte britische DJ und Produzent Max Cooper am übernächsten Wochenende Station im Rheinland machen wird. Anlässlich der alle zwei Monate im Club des Kölner artheater stattfindenden Veranstaltungsreihe Bergwacht, welche sich bereits solch illustre Namen wie Davis & May, Ricardo Tobar oder Moonbeam auf ihre Fahnen schreiben darf, wird den geneigten Freund der Nacht dort sicherlich eine hypnotisch anmutende Reise durch die düsteren Gefilde elektronischer Tanzmusik irgendwo zwischen Minimal, Progressive und Atmopheric Techno erwarten. Das Ganze könnte dann beispielsweise so oder so aussehen und lässt bei mir bereits mehr und mehr das Gefühl aufkommen, dass ich mir den Guten eigentlich nicht entgehen lassen sollte, zumal auch live stets mit Exzerpten seiner großartigen Traum-EPs ("Harmonisch/Stochastisch/Chaotisch Serie" sowie "Symphonica") sowie einigen seiner gelungenen Remixen für u.a. Ryan Davis, Hot Chip oder Au Revoir Simone zu rechnen ist. Der dazugehörige Pressetext geizt auf jeden Fall ebenfalls nicht mit Superlativen... ;)

    Zitat

    Qualität in Serie: Seit dem Release seiner „Harmonisch Serie“ bei Traum Schallplatten gilt Mr Cooper als Wunderkind der technoiden Beatbastelei auf höchstem Niveau. Zu Recht, denn keiner beherrscht sie wie er, die Kunst unsere Emotionen zu sezieren und sie scheinbar eins zu eins in magische Sounds zu transformieren. Coopers Tracks erzählen Geschichten aus Beats und Schallwellen, die einen bewegen und nicht los lassen wollen. Zahlreiche Remixe für Masterminds der elektronischen Komposition wie Extrawelt, Dominik Eulberg und Perc sprechen für sich. Die kreative Vielfalt, die Cooper mit „Chaotisch Serie“ und „Stochastisch Serie“ beweist, ebenfalls. Er schafft multidimensionale Klangkonstrukte, die mysteriös, verspielt und tanzbar zugleich sind. Coopers Trademark sind definitiv abgefahrene Harmoniewechsel, die einen von jetzt auf gleich in vollkommen neue Soundsphären katapultieren. Akustische Stimmungswechsel, die mitreißen und euphorisieren – und das vom Feinsten! Also, am besten ihr hört selbst: Max Cooper am 04.09.2010 im artheater. Unterstützung gibt es von Gustav Anders, The Passenger und Liho. Da bleibt eigentlich nur noch eins zu sagen: Gute Reise!

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Tach zusammen

    Nachdem in den letzten Wochen bei dem ein oder anderen möglicherweise bereits Entzugserscheinungen aufgrund fehlender Rezensionsausschweifungen meinerseits aufgetreten sind, möchte ich mich in meinem neuen Lebensjahr nun offiziell mit der Vorstellung des neuen Tracks von Ryan Davis alias Sebastian Waack wieder zurückmelden. Das The Wolve betitelte Werk des Thüringers interpretiere ich jetzt einfach mal als eine Hommage an den in den Osten Deutschlands zurückgekehrten Vierbeiner mit der Lizenz zum Vollmond-Anheulen, welche in ein wunderbar deep anmutendes Konglomerat aus Atmospheric Techno, Minimal und Techhouse gebettet und zudem mit zwei alles andere als unter den Teppich zu kehrenden Remixarbeiten von Max Cooper und Dawad ausgestattet ist. Das Paket ist auf jeden Fall letzte Woche endlich auf dem französischen Label IRM Records erschienen, wo in diesem Jahr bereits auch Davis' hörenswerter Perlentaucher ein passendes Zuhause gefunden hatte. :yes:

    Im Original Mix wird der geneigte Hörer dabei von Beginn an mit tiefergelegten sowie schwermütig nachhallenden Klaviertönen auf die eher düsteren Gefilde, welche das Stück zu durchfahren gedenkt, eingeimpft, während im Untergrund ein minimalistisch klickerndes Drumming das Licht der Welt erblickt und in seiner monotonen Kühle einen gelungenen Kontrastpunkt zu den immer wieder eingeworfenen Melodieansätzen setzt. Selbige sind schließlich in der Lage, trotz ihrer sporadischen Einsätze auf dem alsbald mit einer leicht knarzig geratenen Basslinewand sowie vermehrt auftretender Minimaleffekte verdichteten Untergrund eine feinsinnig geratene Form dunkelheitliebender Sphären zu entfalten, welche im weiteren Verlauf in Zusammenarbeit mit einigen zurückhaltenden Alternativ-Stakkatotönen noch eine kleine Stufe deeper angelegt werden, sodass im anstehenden Break der Hintergrund geradezu bedrohlich brodelnd die Pianotöne einschüchtert. Mit einer weiteren Prise Knarz-Affinität gesegnet spult sich das Drumming im weiteren Verlauf dann zwar wieder in seine monotone Schwere zurück und gibt sich zudem ungeniert einer allmählich anrollenden Effektwelle hin, die hallenden Pianotöne sind jedoch auch in dieser Phase nicht wegzudenken, ehe ein erneutes Kurzbreak das Hauptaugenmerk in Richtung einer weiteren alternativen Tonschwemme verschiebt, welche noch einmal eine gehörige Portion Atmosphäre aus dem Track herauskitzelt, ehe im Anschluss alle Elemente im Einklang eine äußerst subtile Schlussoffensive einläuten. Alles in allem ein für meinen Geschmack mal wieder hervorragender Track aus der umtriebigen Klangschmiede von Ryan Davis, welcher sicherlich nicht ohne 5,25/6 im Gepäck seine Rückreise antreten wird. :D

    Der Max Cooper Remix entfernt sich dann zwar nicht allzu weit vom Original (bei seiner Liebe für düsternisbehaftete Tracks hätte ich mich auch sehr gewundert, wenn seine Überarbeitung mit mehr positiven Gefühlen assoziiert werden könnte…), kann diesem mit seinem im internen Vergleich teilweise noch etwas minimalistischer angelegten Arrangement sowie der Cooper-typischen Detailverliebtheit aber dennoch eine weitere, gehaltvolle Schüppe sphärischer Intensität mitgeben. Anfangs scheint das Ganze zwar noch im Strudel klickernder Avantgarde gefangen, aus dem Hintergrund schwemmen jedoch allmählich die ersten aus dem Original bekannten und nun leicht veränderten Begleittöne heran, welche zwar in einem sonderbar verwirrten Zustand durch den Raum geistern, mit ihrer Anhäufung aber schließlich eine herrlich dezent brummelnde Bassline initiieren. Von dieser inspiriert machen sich im weiteren Verlauf dann auch einige alternative Melodieansätze im Untergrund auf den Weg durch die dunklen Pfade des Remixes, während an der Oberfläche noch verwirrte Tonkaskaden sowie auf der Streckbank gepeinigte Effekttiraden vorherrschen, alsbald jedoch immer öfter auch Originalpianotöne durchschimmern lassen. Nicht nur durch die Kooperation mit selbigen avanciert das Stück in dieser Phase mehr und mehr zu einem überaus intensiven „Höllenritt“, denn auch die Alternativmelodiezüge haben sich in der Zwischenzeit fast unbemerkt in Richtung Hauptbühne gehangelt, von wo aus sie nun die sphärische Verdichtung durch ihr metallenes Klagen befeuern. Und auch wenn das Ganze auf dem Höhepunkt seiner Düsternisverehrung vorgibt, dass seine Batterieleistung sich mittlerweile den Grenzen nähert, so werden auch im letzten Drittel die sphärischen Stilmittel keinesfalls eingestampft, sondern vielmehr wieder eine gehörige Portion subtiler angelegt. So dürfen auf den letzten Metern sowie im Outro sogar noch einmal einige hallende Pianotöne auf dem brummelnden Untergrund ihrer Schwermut nachgehen, ehe imho mehr als verdiente 5,75/6 den Besitzer wechseln. :yes:

    Wie der Name schon eindeutig vermuten lässt, werden im Dawad Drops His Cello Remix zum Abschluss epischere Gefilde ins Visier genommen, wenn der französische Produzent sein im Keller angestaubtes Cello zu neuem Leben erweckt und das düstere Originalthema mit Deine-Lakaien-Gedächtnisklängen gelungen ergänzt. Zu Beginn dominiert zwar noch klickernde Zurückhaltung, mit Einsetzen der saftigen Kickdrum tauchen jedoch bereits die ersten Andeutungen des klassischen Instruments auf, welche sich zunächst noch recht monoton stakkatiert auf dem druckvollen Drumming fortbewegen, während im Hintergrund allerdings mehr und mehr herannahende Melodieschleifen zu erhören sind. In und nach einem ersten Kurzbreak wird dann schließlich endgültig das Eis gebrochen, die vom Cello vollführten Melodieansätze erklingen in voller trauriger Schönheit und erfüllen die hiesige Überarbeitung mit einer gehaltvollen Portion Melancholie. Die nichts für schwache Nerven darstellende Dunkelheit der beiden Vorgänger wird dabei allerdings nicht angestrebt, vielmehr weicht der Totengräber im hiesigen Remix einer etwas süßlicheren Schwere, welche in ein Progressive-House-Gewand gekleidet zudem einen ambitionierten Vorwärtsdrang entfalten kann und dabei nur vor einem Quasi-Break im Mittelteil kurz unterbrochen wird. In dieser Phase ziehen sich auch die Melodieklänge kurzzeitig in den Hintergrund zurück, um der nun sogar knarzig fauchenden Basslinewand ein spannendes Solo zu gönnen, ehe die wiedererstarkten stakkatierten Cellotöne das Ganze in Richtung der zweiten und finalen Melodiehochphase verschicken. Der Rest gehört dann einem druckvollen Abgang, welcher schlussendlich die Vergabe gut bestückter 5/6 unter Dach und Fach bringt. ;)

    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend Leute, ciao ragazzi!

    Melde mich auf diesem Wege nach mehr als zwei Wochen Abwesenheit auch mal wieder standesgemäß im Forum zurück, nachdem ich in den letzten 16 Tagen mit meinem besten Kumpel aus alten Schultagen mit dem Rad von München nach Pisa unterwegs war. Unsere bisher längste Tour (insgesamt 1035 km) führte uns in 11 Etappen nicht nur über die Alpen (Reschenpass), durch vier Länder (Deutschland/Österreich/Schweiz/Italien), sondern beglückte uns auch mit einem der schönsten Radwege Europas an der Etsch in Südtirol entlang durch das herrliche Meran und Bozen zum leider im Hochsommer enorm massentourismusverseuchten Gardasee. Weiter ging's dann durch die schwülheiße Poebene in die mehr als sehenswerten Kulturstädte Bologna und Florenz - nicht zu vergessen die Apennin-Hürde dazwischen - und schließlich zum krönenden Abschluss zum schiefen Turm von Pisa. Garniert mit vielen unvergesslichen Eindrücken und Erlebnissen sowie deutlich in der Überzahl agierenden Sonnentagen wurden wir auf jeden Fall wieder einmal bestätigt, dass diese Art des Reisens einfach eine der intensivsten und ursprünglichsten ist, an welche man sich auch nach zig Jahren noch in äußerst detailreichen Bildern erinnert - wir sprechen da immerhin aus mittlerweile 9 Jahren Erfahrung. ;)

    Bevor ich eure Synapsen mit der nächsten blumigen Rezension in Überlänge strapazieren kann, werde ich mich allerdings erst noch wieder im hiesigen Dauerregen akklimatisieren müssen... X(

    N'Abend zusammen!

    Üblicherweise findet im hiesigen Forum der amerikanische Produzent Francis Harris alias Adultnapper zwar zurecht nicht statt, da sich sein Repertoire zumeist irgendwo zwischen Deep und Tech House bewegt, bei seiner jüngst veröffentlichten Slowly EP, auf welcher sich drei neue Stücke zusammengefunden haben, muss ich da allerdings großzügigerweise eine kleine Ausnahme machen - zumindest was ein Drittel der Trackzusammenstellung angeht. Schließlich peilt der Gute dabei mitsamt einiger melodiebeseelter Rafinessen eine unglaublich intensive Atmosphäre an, welche dem Hörer in bester progressiver Manier in ihren Bann zu ziehen vermag und sicherlich auch vor dem ein oder anderen scheuklappenresistenten Forumsmitglied nicht Halt machen wird. Erschienen ist das Ganze auf jeden Fall vor wenigen Tagen auf dem vielleicht auch in hiesigen Gefilden nicht ganz unbekannten Hamburger Label Poker Flat Recordings von Steve Bug. :yes:

    Mit einigen subtil stakkatierten Melodieandeutungen weiß Gold And Forgetting zwar von Beginn an leicht beklemmende Stimmungsfarben zu kreieren, im minimal orientierten Zusammenspiel mit einem fein austarierten Drumming sowie einem tänzelnden Basslinefragment deutet jedoch noch nichts auf die außerordentlich atmosphärische Dichte hin, welche sich der Track von nun an langsam, aber stetig zurechtlegen wird. Dazu gehört nicht nur die Initiierung klickernder Begleiteffekte, sondern auch die zunächst noch recht dezent im Hintergrund angelegte Entwicklung einer leidenschaftlich leidenden Klangfläche, welche ihre düsteren Gedanken aber allmäglich immer deutlicher zu formulieren imstande ist und zudem etwas an die herrschaftlich düster wabernden Melodiebögen eines Max Cooper erinnert. Auf dem Weg zum tragenden Element des Stücks erhält besagte Klangfläche nun sogar Unterstützung von einigen Streichermelodiefragmenten, welche besonders als opulent instrumentierte Nadelstiche innerhalb der wenig hoffnungsvollen Atmosphäre mehr und mehr nicht mehr wegzudenken sind aus der hiesigen Melodieebene. Wenn sich dann auch noch das Drumming jäh etwas zurücknimmt und eine effektumhangene Klangschicht zu einer dezenten Anschwillaktion ansetzt, ist der Track schließlich in der Lage, seine Klangdichte auf den Höhepunkt hinzubewegen, welcher trotz oder bzw. gerade aufgrund der recht unbehaglich anmutenden Stimmung von einer faszinierenden Aura umweht wird und in dieser Konstellation auch der ursprünglichen Bedeutung von Trance sehr nahe kommt, wie ich finde. Zudem kann sich das Ganze in Kooperation mit dem alsbald wieder zu voller düster-groovender Schönheit erwachsenden Untergrund sowie einer weiteren flehenden Klangschicht im weiteren Verlauf sogar noch einmal in sphärischer Hinsicht steigern, ehe die Melodieebene sich schließlich ganz allmählich wieder zurückbaut, wobei die flehenden Alternativflächen zunächst am standhaftesten wirken, im Folgenden aber um den Gang nach Canossa nicht herumkommen. So bleibt zum Schluss nur noch die im Hintergrund leidende Klangfläche vom Beginn übrig, welche das Stück aber immerhin noch in ein gelungenes Outro schickt, bevor für meinen Geschmack haushoch verdiente 5,75/6 den Besitzer wechseln. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Dass ich bereits seit geraumer Zeit glühender Anhänger der Klangschmiede des spanischen Produzenten Henry Saiz bin, dürfte sich im hiesigen Forum sicherlich mittlerweile herumgesprochen haben, schließlich schafft es der Mann von der iberischen Halbinsel für meinen Geschmack wie derzeit kaum ein anderer in der elektronischen Musikwelt, jegliche Genregrenzen beiseite zu wischen und dem Hörer im Dunstkreis techhousiger, progressiver, tranciger und elektroider Gefilde Tracks mit ungeahnter Nachhaltigkeit vor den Latz zu knallen. In dieser Hinsicht bildet auch die vor wenigen Tagen auf dem renommierten Label Renaissance veröffentlichte The Rider EP keine Ausnahme; die zwei frischen Stücke geben sich zwar im Vergleich mit seinen letzten Veröffentlichungen mit einer etwas gemütlicheren Fortbewegungsart zufrieden, müssen sich in puncto sphärischer Intensität sowie abwechslungsreicher Melodieschemen jedoch keineswegs vor ihren Vorgängern verstecken. Das Motto kann hier also nur heißen: Niedrige-BPM-Zahlen-Komplex ablegen, Tellerrand freundlich begrüßen, reinhören und genießen…! :yes:

    Mit dem Titeltrack The Rider haben wir es dabei erneut mit einem Stück zu tun, das sich Argentiniens Progressive-Aushängeschild Hernán Cattáneo für eine seiner Mix-CDs (The Masters Series Part 16, um genauer zu sein) unter den Nagel gerissen und damit noch vor der offiziellen Veröffentlichung einem größeren Hörerkreis bekannt gemacht hat. Das Ganze kleidet sich zu Beginn zwar noch recht minimal inspiriert, wenn ein surrender Hintergrundton auf ein für meinen Geschmack in Perfektion tänzelndes Klickerdiklacker-Drumming trifft und alsbald auch keine Scheu besitzt, mit einigen subtilen Tonkaskaden sowie den ersten Andeutungen einer Melodiefolge die Trackdichte stetig zu forcieren. In dieser Entwicklung darf sich zudem eine monton wischende Bassline entfalten, welche sich bereits zu diesem Zeitpunkt als wunderbar groovend orientierter Taktgeber des Stücks offenbart und im weiteren Verlauf auch vor einigen elektroid-knarzenden Ausflügen keinen Halt macht. Davon profitiert natürlich nicht nur das Intensitätsbarometer, sondern auch die Verdichtung der Melodieebene, da sich nach einem dieser Bassline-Intermezzi aus den bisherigen Melodietönen eine entspannte Synthie-Tonfolge herauskristallisieren kann und zusammen mit dem hintergründigen Begleitwabern eine leicht melancholisch beeinflusste Atmosphäre heraufbeschwört wird. Ein Kurzbreak gönnt der Melodieseligkeit des Tracks schließlich sogar einen kleinen Sololauf inklusive zitternder Alternativtöne, ehe das jäh einsetzende Knarzen der Bassline das Drumming wieder aus dem Keller holt. Die fortlaufende Entwicklung der Synthiemelodie im Anschluss hin zu barocker Opulenz einerseits bzw. schweißtreibenden Flächenversatzstücken andererseits erstickt zudem jedweden Plätschervorwurf im Keim und vermag die hiesige Atmosphäre noch einmal gehörig mit Intensität zu versorgen, ehe ein weiteres Kurzbreak wieder die ursprüngliche Synthie-Form der Melodiefolge ins Gedächtnis ruft, während die alternativen Instrumentierungen nun im Hintergrund für Aufruhr sorgen. Mit Wiedereinsetzen des Drummings verschiebt sich das Hauptaugenmerk zwar wieder in Richtung des Groove-Potenzials, die Melodieebene mit ihren vielschichtigen Verästelungen lässt dennoch bis fast zum Schluss nicht wirklich locker mit ihren gelungenen Einschüben. Dass sich meine Euphorie dann schlussendlich auch in einer Bewertung von 5,5/6 niederschlägt, versteht sich da von selbst! :D

    Unmei bewegt sich dann in einem ähnlichen Umfeld wie die digitale A-Seite, kann dieser jedoch trotz seiner zeitweise recht trancigen Ader nur teilweise Paroli bieten. Dies ist vor allen Dingen in der im Vergleich etwas weniger zwingend geratenen Melodieebene begründet, welche ihre Runden allerdings auf einem nicht minder bis ins Detail austarierten Drumming ziehen darf, zu Beginn aber erst einmal nur von verhaltenen Fragmenten repräsentiert wird. Selbige setzen sich zusammen aus stakkatierten Begleittönen sowie äußerst dezent geratenen Hintergrundflächen, welche alsbald von einer monoton nach vorn groovenden Bassline noch deutlicher ins Abseits verfrachtet werden, während stattdessen kristallklar klirrende Alternativtöne die freigewordene Position einnehmen und zudem eine kleine mystische Verneblungstaktik im Schilde führen. Angestachelt von einem knarzenden Bassline-Ausflug in einem Kurzbreak verdichtet sich nun zusehends auch die Melodieebene, wobei vor allen Dingen ein leicht verwirrt durch den Raum geisterndes Synthieflächenfragment herauszuheben ist, welches sich stetig zu verfeinern weiß und schließlich sogar kurzzeitig in eine wabernde Allzweckwaffe verwandelt. Im Anschluss konzentriert sich der Track zwar wieder auf seinen groovenden Charakter, die Melodieversatzstücke lassen sich jedoch nicht allzu lang unterkriegen, sondern überfallen das Stück im Folgenden mit tranciger Unterstützung in der Hinterhand farbenprächtiger denn je aus ihrer Lauerstellung heraus. Unterbrochen nur von einigen Kurzbreaks kredenzen die synthielastigen Melodiestränge dem Hörer nun einen spannenden Instrumentierungs- sowie Intensitätsvariationsreichtum, welcher schlussendlich nur durch ein knarziges Machtwort der Bassline davon abgehalten werden kann, die Tracklänge ins Bodenlose zu strecken. Insgesamt gesehen komme ich hier jedenfalls nicht um die Vergabe eines weiteren überaus verdienten 5/6er-Pokals für den Saiz’schen Backkatalog herum… ;)

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Auch wenn sich das russische Produzentenduo Moonbeam seine reizvollsten Stücke in guter Regelmäßigkeit für seine EPs auf Traum Schallplatten aufhebt, haben wir es hier mit einem 3-Tracker zu tun, welcher für meinen Geschmack in seiner Gesamtheit nicht ganz an seine Vorgänger heranreichen kann...

    Dieser Eindruck wird vor allen Dingen vom Titeltrack Distance geprägt, welcher sich irgendwie nicht richtig entscheiden kann, ob er vielleicht in Gänze auf den Minimalzug aufspringen soll oder doch lieber sein Hauptaugenmerk deutlicher in Richtung sphärischer Ausdruckskraft verlegen möchte, sodass auf den gemeinen Hörer im Endeffekt ein für Moonbeam-Verhältnisse recht durchschnittliches Stück losgelassen wird. Einzig die herrlich groovende Bassline, welche sich nach anfänglicher Konzentration auf hektische Hintergrundtonwellen in den spärlich instrumentierten Untergrund hineinbewegt, ist dabei in der Lage, für gelungene Abwechslung von der ansonsten recht plätschernd angelegten Grundstimmung zu sorgen. In Zusammenarbeit mit dezenten Klickereffekten ist man zu diesem Zeitpunkt zwar noch guter Hoffnung auf die Entwicklung des gewissen melodischen Etwas', in Form von verspielt durch den Raum geisternden Melodietönen vermag das Ganze im Mittelteil jedoch die hohen Erwartungen nur in homöopathischen Dosen zu erfüllen, auch die zunehmend druckvoller aufspielende Bassline kann in dieser Formation die vielen Baustellen des Stücks nicht kaschieren und lässt sich im weiteren Verlauf somit erwartungsgemäß leicht frustiert wieder in den Hintergrund zurückfallen. Mit einem Kurzbreak, welches den stetigen Wellenbewegungen der Begleittöne kurzzeitig einen kleinen Sololauf gönnt, sowie der ersten zwingenden Melodieentwicklung im Anschluss (zusammen mit dem immer noch angenehm groovenden Drumming) verabschiedet sich das Ganze immerhin äußerst passabel, kurz vor der 4/6er-Marke ist summa summarum dann jedoch wirklich Endstation... :hmm:

    The Underwater World dagegen weiß nicht nur mit einem sehenswerten Video in düsteren Farben zu überzeugen, sondern dürfte die Hörerschaft auch in voller Länge mit seinen zeitweise fast schon trancig zu bezeichnenden Melodiebögen sicherlich schnell um den Finger wickeln. Bereits zu Beginn tauchen hierbei subtile Klangflächen auf, welche nicht nur unmittelbar Assoziationen zum Tracktitel aufwerfen, sondern in Kooperation mit einer satten Kickdrum meines Erachtens schon nach wenigen Augenblicken mehr sphärische Intensität zu erzeugen imstande sind als im kompletten Vorgänger zu erhaschen war. Die neblige Grundstimmung wird dabei zudem von einer überaus düster grummelnden Bassline gespeist, welche sich alle Mühe gibt, jegliches Sonnenlicht aus ihrem Umfeld ins Nirwana zu verbannen, während das Ganze trotz bzw. gerade aufgrund der reduzierten Anzahl der Trackelemente stetig stärker in den Untiefen der menschlichen Seele bohrt und sich hierbei auch von den im weiteren Verlauf leicht versöhnlicher gestalteten Klangflächen kaum aus seiner düsteren Ruhe bringen lässt. Dennoch begeben sich die Melodieklänge im Folgenden - unterstützt von immer wieder passend eingesetzten Klickereien - immer deutlicher auf den Weg in den Vordergrund des Tracks, ehe in einem anstehenden Quasi-Break schließlich sogar äußerst trancige Unterstützung bereitsteht, die verdunkelten Atmosphärenschichten des Tracks noch eine gute Ecke intensiver fortzuführen. Und auch wenn diese Entwicklung am Ende des Breaks wieder in sich zusammenfällt, so überlebt in Zusammenarbeit mit dem druckvollen Drumming doch immerhin eine fragmentierte Tonfolge, welche im Anschluss auch die bekannten Melodiebögen noch einmal ins Boot holt, bevor das Hauptaugenmerk im letzten Drittel erneut auf den subtilen Klangflächen vom Beginn liegt, mit welchen die wunderbar düstere Atmosphäre bis zur letzten Sekunde aufrechterhalten werden kann. Alles in allem Moonbeam par excellence und jedes Zehntel seiner 5,5/6 wert! :D

    Run For Me als Dritter im Bunde geht es dann wiederum etwas techhousiger inspiriert an und schickt im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern zunächst einmal ein sphärisches Intro durch den Äther, welches nicht nur mit sakralen Stimmenflächen kokettiert, sondern auch eine wunderbar schwebende Melodiefolge ins Rennen schickt. In dieser Formation gönnt sich das Ganze somit bereits zu Beginn eine äußerst ansprechende Klangdichte, welche zudem mit einigen klackernden Drummingandeutungen angereichert wird, ehe die melodischen Elemente schließlich durch die Übernahme eines treibend angelegten Drummings in Gänze aus dem Stück verscheucht werden und stattdessen vermehrt die Aufmerksamkeit des Hörers auf die knarzig durchzogene Bassline sowie spannende sowie fein austarierte Klickereffekte gelenkt wird. Alsbald einsetzende Begleittöne in einem stakkatiert-monotonen Gewand sorgen zudem zunächst für eine weitere Verstärkung der hiesigen Druckfracktion, zugunsten der allmählich wieder aus dem äußersten Hintergrund hervorschielenden Melodieflächen in ihrer sakralen Instrumentierung baut sich im Anschluss das Drumming jedoch stetig zurück, bis der Track schlussendlich in ein Kurzbreak mündet, in welchem die bekannten Klangelemente einen Besuch von acid-lastigen Alternativtönen abgestattet bekommen. Mit Wiedereinsetzen des Untergrunds stehen dann zwar wieder die Stakkato-Monotöne sowie die nach vorn drückenden Basslinefetzen im Mittelpunkt, durch den sporadischen Einsatz glöckchenartiger Begleittöne kann sich das Ganze alsbald jedoch erneut in Richtung sphärischer Verdichtung verschieben. Die düstere Ader des Stücks wird dabei vor allen Dingen in einem weiteren Kurzbreak noch einmal von den mystischen Stimmenflächen sowie der schwebenden Melodiefolge aus dem Intro überaus effektvoll kontrastiert, ehe im Anschluss erneut für einige Momente die acid-lastigen Elemente das Kommando übernehmen. Die letzten Meter des Tracks sind in dieser Situation allerdings schon gut auszumachen, sodass nun ein subtiler Rückbau einsetzt, welcher trotzdem noch einmal die morbiden Glöckchenklänge durch die Gehörgänge jagt und damit endgültig sein Revier in der Nähe verdienter 5,25/6 markiert. :yes:

    Auch für meinen Geschmack eine gelungene Kollaboration der englisch-finnisch-deutschen Fünfer-Kombo aus Above & Beyond und Kyau & Albert, welche mit ihrer Labelverquickung Anphonic zwar sicherlich keine Innovationspreise einheimsen wird, aber durch das überzeugende Zusammenspiel aus druckvoll-elektroidem Untergrund und tranciger Sorglosmelodie auch meine Wenigkeit hinter dem Ofen hervorlocken kann. Bereits das klickernd anmutende Intro mit seinen hölzernen (in diesem Zusammenhang ausnahmsweise einmal nicht negativ gemeint) Stakkatotönen sowie den dezenten Bassline-Andeutungen weiß mit seinem Mut zum Minimalismus die Aufmerksamkeit der gemeinen Hörerschaft auf seine Seite zu bringen, ehe im weiteren Verlauf schließlich auch die bisher noch Unentschlossenen dem unwiderstehlichen Charme der subtil knarzenden Bassline erliegen werden. Zusammen mit einer satten Kickdrum sowie den mehr und mehr aus ihrer Zurückhaltung heraustretenden Basslineklängen wirken die Anfangstöne zunehmend techiger, lassen sich allerdings alsbald von den ersten flächigen Melodieanbahnungen um den Finger wickeln, sodass stattdessen die Bassline hier dafür zuständig ist, Zähne zu zeigen sowie dabei einen gelungenen Kontrastpunkt zu den unbeschwerten Melodietönen zu setzen. Auch im anstehenden Break wird zunächst nicht auf das bewährte Druckmittel verzichtet, erst im Übergang zur Entwicklung einer recht typisch agierenden K&A-Tonfolge lässt sich selbiges kurzzeitig in den Hintergrund abdrängen, ehe im Folgenden im Beisein der stetig wachsenden sphärischen Wärme ein brummendes Pendant aus seinem Schönheitsschlaf erwacht und die sommerlich tänzelnden Melodieklänge mit einer gesunden Portion Druck untergräbt. Da sich in den Rücken jener gegen Ende des Breaks zudem eine flächig-treibende Alternativmelodie schleicht, ist es in Kooperation mit dem Drumming im Anschluss allerdings schnell vorbei mit der atmosphärischen Hängematte, vielmehr schiebt sich die flächige Melodielinie in den Vordergrund und sorgt zusammen mit der knarzigen Bassline sowie alsbald auch mit der schwebenden K&A-Klischeemelodie für ein adrettes Zusammenspiel, welches nur durch ein Quasi-Break im letzten Drittel des Stücks wieder getrennt werden kann. An ein kurzes akustisches Strandintermezzo schließt sich auf den letzten Metern dann noch eine letzte Bassline-Phase an, ehe das Ganze sich dezent zurückbaut und schlussendlich um imho absolut verdiente 5/6 reicher ist... ;)

    That was number 13, baby!

    Auch wenn die Nachwehen von 3 Tagen Festival in der in diesem Jahr fast durchgehend sonnenverwöhnten Pampa Sachsen-Anhalts noch mehr als deutlich in Körper und Geist stecken, will ich mich doch mal an eine hoffentlich nicht zu ausschweifend geratende Rezension des Melt! 2010 begeben. Denn auch wenn ich erst seit wenigen Stunden wieder in der westfälischen Heimat mein Unwesen treibe, möchte ich euch doch meine/unsere (Andru wird sich da sicherlich anschließen können) Höhepunkte des vergangenen Wochenendes nicht vorenthalten - dass unsere Auswahl von Jahr zu Jahr weniger elektronisch ausfällt, wie mir scheint, soll da nur eine Randnotiz bleiben, zumal wir uns hier ja hier im Subforum der Non-Trance-Events befinden. Der erste besteht in der profanen Tatsache, dass Ferropolis diesmal im Vergleich mit den letzten beiden Jahren endlich einmal von Petrus zur unwetterfreien Zone erklärt wurde und stattdessen eine Witterung vorherrschte, die auch des Nachtens das Tragen von T-Shirt und kurzer Hose erlaubte. So gab es auf dem Festivalgelände stets ein Schaulaufen der unterschiedlichsten Arten von Sonnenbränden, bei dem wir uns natürlich ebenfalls nicht die Blöße gaben… ;)

    Der Freitag als traditionell der Tag mit dem größten Konditionspotenzial in der Wirbelsäule sollte uns in diesem Jahr ein Mammutprogramm bescheren, das es in sich hatte und zudem bereits anderthalb Stunden nach Ankunft am Gremminer See mit den indiefolkigen Schwerenötern von Midlake begann, deren melancholische Stücke bei gleißender Sonne und etwa 34 Grad im Schatten um 16:30 Uhr auf der Main Stage leider nicht ihr volles Ausmaß entfalten konnten, aber dennoch einen gelungenen Kontrast zum anschließenden, hyperventilierenden Punkzirkus von Bonaparte bildeten. Die bestens aufgelegten, schwedischen Indielieblinge der Shout Out Louds (überragend: „Impossible“) sorgten dann für den ersten Höhepunkt des Abends, doch auch der schweißtreibend tanzbare Auftritt des Two Door Cinema Club auf der intimeren Gemini Stage sorgte für allseits entzückte Gesichter. Dass im Anschluss an die nie enttäuschenden Tocotronic Sigur-Rós-Frontmann Jónsi (die schönste Falsettstimme auf diesem Planeten) und The xx (minimal gestalteter Darkroom-Electropop mit faszinierendem Boy/Girl-Gesang) im weiteren Verlauf auf der Main Stage eine Klasse für sich darstellen würden, war dagegen fast schon vorauszusehen, hier hätte sich imho nur noch das Publikum bei den fragilen Songmomenten etwas mehr aufs Zuhören konzentrieren sollen, dann wäre die Atmosphäre womöglich noch intensiver ausgefallen. Nicht zu vergessen, dass wir uns in der Umbaupause zudem noch etwas Yeasayer in der gemischten Massensauna des Intro-Zelts gönnten. Da Kele Okereke ohne seine Band Bloc Party allerdings leider fast nur noch in der Lage ist, dem gemeinen Hörer B- als A-Seiten vorzumachen (Ausnahme: „Tenderoni“), gab es für uns im Anschluss endlich Zeit zum Luftschnappen bzw. Lendenwirbeln-im-Sitzen-Entspannen, bevor die Indie/Mathrock-Kombo Foals einen würdigen Schlusspunkt des ersten Melt!-Tags bildete.

    Trotz Unwettervorhersage sowie einiger bedrohlich wirkender Wolkenwände gegen Abend herrschte auch am Samstag vielfach eitel Sonnenschein und beglückte uns mit einer weiteren regenfreien Melt!-Nacht (kann man nie oft genug erwähnen nach den Erfahrungen der letzten Jahre). Den Anfang machten dabei die äußerst tanzbaren Franzosen von Jamaica auf der Gemini Stage, welche uns nicht nur mit ihrem wunderbaren Akzent, sondern auch mit Indiedisse-Krachern wie beispielweise „I Think I Like U 2“ zu überzeugen wussten, ehe wir uns im Anschluss zur „Entspannung“ die Blood Red Shoes auf der Main Stage gönnten. Wieder zurück in Gemini-Gefilden folgte im Anschluss schließlich ein Höhepunkt dem nächsten: zuerst die stilecht gekleideten Hurts aus Manchester, welche mit ihren eindeutigen New-Wave-Reminiszenzen und aparten Deutschkenntnissen („So viele Mädchen hier…!“) sicherlich bald über ihren bisherigen Geheimtipp-Status hinauswachsen, anschließend der großartige Kuhglocken-Postpunk der Friendly Fires inklusive fast hoffnungsloser Überfüllung des Floors und danach wiederum Miike Snow mit ihrem hittigen Electro/Indie/Pop-Konglomerat. Zum Abschluss ging es dann in das im Vergleich zum Vortag nicht ganz so aufgeheizte Intro-Zelt, wo wir zunächst der kraftvollen Indie-Ballermann-Sause der äußerst sympathischen Futureheads aus Nordengland beiwohnten und anschließend die Sterne ihrem Status als Institution der deutschen Musiklandschaft gerecht wurden. Hier gab es zwar viel Neo-Disco-Soul vom aktuellen Album zu hören, doch auch solch schöne Klassiker wie „Was hat dich bloß so ruiniert?“, „Universal Tellerwäscher“ oder „Aber andererseits“ waren mit von der Partie und zu allem Überfluss lief uns dann auch noch der Aiiwa hier über den Weg… ;)

    Nach dem Stehplatzmarathon der vergangenen beiden Nächte wurde der Sonntag dann größtenteils auf den Treppen an Gemini und Main Stage - garniert mit dem unentwegt vorgetragenen Hinweis vom Andru, dass wir ja nicht mehr die jüngsten sind - im Sitzen verbracht. Bereits um 16 Uhr bildeten dabei die norwegischen Kings of Convenience um den sympathischen Vorzeige-Nerd Erlend Øye mit ihrem sommerlichen Singer/Songwriter-Akustikpop die perfekte akustische Kulisse für das nachmittägliche Sonnenbad und lieferten nebenbei auch gleich noch die Rezeptur dafür ab, wie man eine Menschenmenge trotz eher bedächtig anmutender Klänge ohne Wenn und Aber zum Tanzen bewegen kann. Da das Schwedenduo Johnossi für unseren Geschmack zumeist nur durchschnittliche Rock-Kost ablieferte, freuten wir uns im Anschluss umso mehr auf die stets überzeugenden Indie-Pathosfreunde von Get Well Soon sowie die Broken Bells (Danger Mouse und James Mercer von den Shins), welche zusammen mit einigen Gastmusikern nicht nur mit einem nicht enden wollenden Wechselspiel an den Instrumenten, sondern auch mit höchst groovebetonten Stücken auf sich aufmerksam machten. Erwartungsgemäß außerordentlich synthielastig fiel dann im Anschluss der Auftritt von Alison Goldfrapp aus, sodass dem Publikum die klebrigen Melodiebögen nur so um die Ohren geflogen kamen, ehe Massive Attack für einen furiosen Ausklang des Festivals sorgten. Die Trip-Hop-Vorreiter bauten hierbei auf eine gehörige Portion Gitarren- und Schlagzeugverstärkung, mit welcher ihr düsternisbehangener Klangkosmos noch wesentlich intensiver ausfiel als auf Platte und zudem durch gesellschaftskritische Visuals (u.a. abstruse Bild-Schlagzeilen und Großkonzern-Memory) ergänzt wurde - da bildeten auch solch großartige Klassiker wie „Teardrop“, „Inertia Creeps“ oder „Unfinished Sympathy“ natürlich alles andere als Ausnahmen. :yes:

    Dank geht raus an: den reinen Weltklasse-Corsafahrer Andru, unsere Sonnenschirme und -brillen, natürlich alle großartigen Künstler und Künstlerinnen, die uns mit ihrer Leidenschaft angesteckt haben, die noch einmal verbesserte Organisation des Festivals (Umzäunung des Campinggeländes, Shuttlebusse fast im Minutentakt, Müllpfand - aber warum nur Duschen mit gefühlt 3°C kaltem Wasser!?), unsere Stamm-Imbissbude in Niedergebra im Landkreis Nordhausen, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (A38 jetzt endlich lückenlos befahrbar!) und - last but not least - die wie immer großartig illuminierte Schaufelradbagger-Landschaft. Peace!

    :huebbel:

    Auch ich möchte mich artig bei summer.sun für den Wink mit diesem herrlich zurückgelehnten Sis Remix bedanken, welcher mit seiner epischen Gesamtspieldauer von 15 Minuten sicherlich nicht ohne Grund für Leute, die bereits im Namen mit der Unendlichkeit anbandeln, einen ungeliebten Konkurrenten darstellt... ;)

    Während Orale des mexikanischen Produzenten Hector im Original mit seinen aufdringlichen Vocalfetzen und ausgelaugten HiHats meines Erachtens nicht über den Status eines 0815-House-Tracks, bei welchem auch ein gelooptes Melodiesample in keinem Moment in der Lage ist, das Ganze etwas aufzulockern, hinauskommt, dürfte der gemeine Hörer ob der wunderbar gediegenen sphärischen Entwicklung in der Überarbeitung von Sis (alias Burak Sar aus Berlin) sowie der damit einhergehenden, nur sehr spärlich gesäten Ähnlichkeit mit dem Original glatt vom Schemel fallen. Schließlich erzeugt hier bereits das Intro mit seiner zirkuliernden Melodiefolge, monotonen Begleitklängen sowie immer mal wieder eingeworfenen Vocalfetzen, welche hier in passender Weise durch den Fleischwolf gedreht wurden und nunmehr eher als Raubkatzenfauchen durchgehen, eine solch sommerlich anmutende Atmosphäre, dass sich Hector möglicherweise schon seit längerer Zeit Nacht für Nacht nur noch schlaflos hin- und herwälzt. Langsam, aber stetig dem Untergrund entsteigende, blubbernde Effekte kündigen die Mitarbeit eines techhousigen Drummings an, auf welchem sich die beschriebenen Trackelemente im weiteren Verlauf erst einmal gemütlich einrichten und der Hörerschaft dabei unentwegt ihr Lied vom Laissez-faire entgegenschmettern. In dieses stimmen desweiteren - immer wieder unterbrochen von Quasi-Breaks mit unverkennbarer Vocalfetzenaffinität - alsbald einige weitere dezente Alternativtöne ein und können die sphärische Hängematte ständig ausbauen. Das erste etwas längere Break setzt dann zunächst auf Reduzierung der Elemente, sodass die monotonen Begleittöne vom Beginn auf dem blubbernden Untergrund ein kleines Solo aufs Parkett legen dürfen, ehe die zirkulierende Tonfolge erneut aus ihrem Sekundenschlaf erwacht und mitsamt flächiger Unterstützung das Entspannungsbarometer dieses Remixes noch ein wenig befeuern kann. Auch in Kooperation mit dem techhousigen Drumming wird diese Entwicklung nahtlos fortgeführt und zudem mittels stetig verschiedener Zusammensetzungen der Klangelemente vom 15-Minuten-Loop-Vorwurf entkräftet, ehe ein weiteres längeres Break noch einmal etwas Fahrt herausnimmt und stattdessen auf Vermehrung der akustischen Sonneneinstrahlung setzt. Im Anschluss dürfen dann sogar die mit der mäandernden Tonfolge liebäugelnden Flächenklänge kurzzeitig an der großen Bühne schnuppern, bis nach zehneinhalb Minuten das dann doch etwas zu sehr in die Länge gezogene Outro seine Arbeit aufnimmt und es dabei vor allen Dingen mit seiner Liebe zum zirkulierenden Melodiebogen übertreibt. Alles in allem verdiente 5,5/6 sind dem Stück, welches die Bedeutung des Wörtchens "Remix" mehr als ernst genommen hat, dennoch auf jeden Fall nicht mehr zu nehmen... :yes:

    So langsam kommt nun endlich Bewegung in die Veröffentlichung dieses Tracks, welcher Teil einer 3 Stücke umfassenden EP sein wird, die es wiederum seit heute (leider nur) exklusiv bei den überteuerten Flash-Oberfläche-Fetischisten von Beatport, in Bälde aber glücklicherweise auch noch auf Vinyl sowie in allen übrigen Downloadläden zu erwerben gibt. Zudem wird Remote Kiss anscheinend hier sogar für umme auf die Festplatte angeboten, allerdings erhält man dabei fälschlicherweise nicht den Link zu besagtem Track, sondern zu einer (trotzdem sehr spannenden) Mix Session von Robert Babicz...

    Kümmern wir uns aber lieber mal um die Vervollständigung der hiesigen Rezension und widmen uns zunächst dem recht plakativ betitelten The Sun, welches in musikalischer Hinsicht allerdings mit seinem herrlich entspannten Deep Progressive House keinesfalls unter ferner liefen behandelt werden sollte. Ausgestattet mit einem groove-infizierten Basslinefragment, subtilen Begleittönen im Hintergrund sowie einigen sporadisch in den Raum geworfenen Flächenstücken und Vocalandeutungen kann sich hier schließlich bereits nach wenigen Momenten eine angenehm zurückgelehnte Atmosphäre entfalten, welche vor allen Dingen durch die progressiv angelegte Verdichtung der Melodieelemente im weiteren Verlauf auf sich aufmerksam macht. Da sich auf halbem Weg zum Break zudem die Bassline dafür entscheidet, der gemeinen Hörerschaft nicht nur ihre dezenten Groove-Auswüchse zu offenbaren, sondern noch eine gute Ecke entscheidender in die Fortbewegung des Ganzen einzugreifen, fühlt sich alsbald auch ein weiteres Tonfolgenfragment dazu angestachelt, seine in hellen Klangfarben vermittelte, sphärische Entspanntheit mehr und mehr im hiesigen Stück gewinnbringend einzusetzen. Fast unbemerkt geht der Track in dieser Formation nun in ein Break über, in welchem zwar zunächst noch die bekannten Melodietöne das Regiment in der Hand halten, im weiteren Verlauf allerdings von interessant schwurbelnden Alternativtönen abgelöst werden, welche mit ihrer Zerfahrenheit einen gelungenen Kontrastpunkt setzen können. Mehren sich die Umwege durch den Fleischwolf, erhebt sich das Melodiefragment vom Beginn jedoch wieder aus dem Untergrund und initiiert schließlich die Rückkehr des groovenden Untergrunds, auf welchem das im Break eingeführte Melodieelemente zwar nicht allzu lang Fuß fassen kann, immerhin aber noch einmal in einem weiteren Quasi-Break im letzten Drittel des Ganzen ein kurzweiliges Revival feiert. Auf den Wegen dazwischen dominiert ein munteres Wechselspiel der unterschiedlichen Klangfragmente, welche - in ein zurückgelehntes Ambiente gebettet - in verschiedenster Couleur die progressive Fahne sowie schlussendlich auch verdiente 5/6 hochhalten. :yes:

    Leicht deeper anmutende Gefilde durchstreift dagegen Simple Feeling, welches mit seinem monoton grummelnden Basslinefragment, dezentem Minimalklickern und einer Art Autobahnrastplatz-Stimmenaufnahme von der ersten Sekunde an dafür sorgt, dass allzu euphorisch beeinflusste Stimmungswerte einen großen Bogen um dieses Stück machen wollen. Stattdessen schleichen sich in Zeitlupenmanier deephousig liebäugelnde Melodieflächenstücke in den Untergrund des Tracks, um in Zusammenarbeit mit einigen verspielten Alternativtönen ein angenehm heimeliges Gefühl zu kreieren, welches im weiteren Verlauf zwar auch vor einigen etwas breitwandiger inszenierten Flächenandeutungen nicht zurückschreckt, dennoch in keinem Augenblick seine für meinen Geschmack wunderbar zurückgelehnte Post-Sonnenuntergangs-Atmosphäre allzu sehr verschreckt. Vielmehr steckt hier gerade trotz der sparsamen Instrumentierung ein solches Hängemattenpotenzial drin, dass auch ein im Mittelteil zur Abwechslung herbeigerufenes Bassline-Solo nur äußerst spartanisches Wissen zu Beschleunigungsstreifen vorweist, ehe der nächste Einwurf des entzückenden Flächenfragments im Anschluss erneut die bekannten Melodieversatzstücke langsam aus ihren Verstecken lockt, bis das Ganz sich wieder komplett in seiner verträumten Atmosphäre verlieren kann. An dieser Ausstrahlung können im letzten Drittel auch einige knarzige Subbässe sowie acid-lastige Toneffekte nicht mehr rütteln, sodass ich dieses Schmuckstück nicht nur als Bereicherung für jeden lauen Sommerabend empfehle, sondern mitunter nicht weniger als 5/6 verteilen möchte. :D

    N'Abend zusammen!

    Da auch nach einem verlorenen WM-Halbfinale ein Spanien-Boykott in jeglicher Hinsicht nur das kindische Niveau seiner Erlasser offenlegt, komme ich heute - trotz der schmerzlichen Niederlage - nicht drumherum, euch frisches Vinyl aus dem Hause des iberischen Produzenten Luis Vaquero Garcia alias Luis Junior vorzustellen. Selbiger erschien vor etwa einem Jahr zum ersten Mal auf meiner Bildfläche und hat sich seitdem durch eine überschaubare, aber für meinen Geschmack qualitativ herausragende Anzahl von Tracks und Remixen ausgezeichnet, mit welchen der Gute stets als Lückenschließer zwischen Progressive House, Tech House und Progressive Trance fungiert. Wie auch seine Colache betitelte, vorherige EP erscheint BG (die Ähnlichkeit mit dieser längst vergessenen Gestalt ist nicht gewollt) nun auf dem renommierten Label Bedrock Records, wo es zudem zwei kaum minder überzeugende Remixe verpasst bekommen hat. Aber ich warne euch, Freunde des Tellerrands, dieser Track hat Suchtpotenzial! :D

    Dies wird im Original Mix beispielsweise von der ersten Sekunde an alles andere als unter den Teppich gekehrt, wenn von Beginn an eine äußerst druckvolle angelegte Bassline für Unruhe im Tanzbein sorgt und in ihrer monoton nach vorn stierenden Bauart sowie den ersten Andeutungen einer Laut-Leise-Dynamik die Aufmerksamkeit der Hörerschaft auf sich fokussiert. So müssen auch einige Begleiteffekte mit der Rolle als dezentes Füllmaterial im Hintergrund vorlieb nehmen und zuschauen, wie sich die Bassline mit zunehmender Dauer in einen regelrechten Rausch spielt, welcher immer mal wieder in herrlich trocken gehaltenen Knarzphase mündet, mit denen das Ganze nun mehr und mehr in Richtung düsternisbehafteter Gefilde abschweift, ehe einige interessant instrumentierte Melodietupfer (irgendwo steckt da auch ein Glockenspiel mit drin...) wie Phönix aus der Asche emporschnellen und mit ihrer hellen Klangbeschichtung den zwielichtig treibenden Untergrund hervorragend kontrastieren. Zerhackstückelte Flächen sowie stetig dazwischengeworfene Alternativtöne lassen die Melodieebene in dieser Phase immer dichter auftreten, ehe einer dieser Tonstränge im Mittelteil des Stücks ein Break einleitet, welches ganz im Zeichen der zunächst noch recht undurchsichtigen Melodiebögen steht. Im weiteren Verlauf arbeitet sich aus dem Fragmentesumpf dann allerdings eine leicht episch anmutende Tonfolge heraus, lässt sich von den Anfängen einer Basslinewand begleiten, bevor auch das restliche Drumming dazustößt und mit seiner monotonen Ader die hypnotische Wirkung der verschwommenen Melodiestücke noch verstärkt. Im Anschluss kündigt sich zwar eine etwas längere Solofahrt der mittlerweile ausschließlich als Wand auftretenden Bassline an, im letzten Drittel erinnert sie sich jedoch wieder an ihre Knarzqualitäten und lässt sich auch teilweise noch einmal von den vielseitigen Melodieelementen begleiten, ehe das Stück schließlich nach knapp 10 Minuten mit Druck und 5,5/6 in der Tasche von dannen schwebt. ;)

    Auch dem Jimmy van M vs. Baboop Remix blieb die enorm treibende Durchschlagskraft des Originals nicht verborgen, sodass dieser erst gar nicht versucht, mit irgendwelchen unsauberen Mitteln die Handbremse anzuziehen, sondern stattdessen seine Konzentration mehr auf technoide Strukturen als auf sphärische Schmankerl legt. Bereits nach wenigen Momenten taucht daher auch hier eine stakkatierte Bassline auf, welche ohne Rücksicht, dafür aber mit herrlich trockenerer Haltung wie eine Nähmaschine nach vorn rattert und dabei zudem nicht vor einigen Lautstärkespielereien sowie Klangfarbenwechseln halt macht. Kurzum ein im Vergleich zum Vorgänger kaum weniger fesselnder Untergrund, welcher im weiteren Verlauf sogar einige Bumerang-artige Flächenandeutungen anlockt, mit welchen der Remix seine Vorliebe für düstere Klanggemälde überaus souverän zelebriert, ehe im Mittelteil dann doch noch einige aus dem Original bekannte, melodische Ausrufezeichen aus dem Ärmel geschüttelt werden. Die subtil schwebenden Flächenstücke sind jedoch trotz des dominant auftretenden Drummings erstaunlich nachwirkend in der Lage, ein spannendes Kontrastklima zwischen ihrer hellen Instrumentierung sowie der monotonen Rastlosigkeit des Untergrunds zu erzeugen. Erwartungsgemäß endet diese Phase in einem Kurzbreak, in welchem sogar die glockenspielaffinen Melodietöne aus dem Original für einige Augenblicke ihre geheimnisvolle Aura ausbreiten dürfen, bevor im nächsten Moment wieder das treibende Drumming das Ruder übernimmt und dieses auch auf den letzten Metern nicht mehr wirklich loslässt. Alles in allem eine gelungene Remixarbeit, welche sich ihre 5,25/6 redlich verdient hat! :yes:

    Als Dritter im Bunde erreicht uns dann noch der Richie G Remix, welcher sich doch ein Herz nimmt und den subtilen Melodieklängen des Originals den forschen Untergrund klaubt und sein Hauptaugenmerk stattdessen auf die Weiterentwicklung der sphärischen Intensität hin zu fast schon morbide wirkenden Klängen legt. Dieser Eindruck wird hierbei von der ersten Sekunde an genährt, wenn neblige Flächenschwaden durch den Raum geistern und von einem Drumming begleitet werden, welches seine Bassline auf ein subtiles Hintergrundwabern gestutzt hat, in dieser Formation aber durch die sich bald mit den wohlbekannten Glockenspielklängen vermischenden Flächenstücke eine nicht minder vereinnahmende Atmosphäre zu kreieren imstande ist. Mit weiterem, aus Minimalgefilden entstammenden Effektklickern sowie zurückhaltenden Alternativmelodiefragmenten entwickelt der Remixe dabei eine Entrücktheit, welche zum einen nicht von dieser Welt scheint und zum anderen in seiner filigranen Vollkommenheit auch ein Max Cooper meines Erachtens nicht hätte besser zusammenbasteln können. Unterbrochen wird dieser Fluss nur von einem Break, in welchem die Originalmelodie - unterstützt von einigen düsteren Basslinetupfern - noch einmal ihre ganze Klasse unter Beweis stellt, ehe nach einer äußerst dezenten Anschwillaktion die Flächenstücke vom Beginn wieder das packende Regiment übernehmen und auf der monoton wabernden Bassline einen kleinen Höllenritt hinlegen. Summa summarum für meinen Geschmack in allen Belangen mit dem Original von Luis Junior gleichauf, sodass ich erneut überdurchschnittliche 5,5/6 für sich sprechen lassen muss. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Et voilà!

    x01. Marc Romboy & Rodriguez Jr. - Lac De Nivelles --- Systematic Recordings
    x02. Basti Grub & Komaton - Sick --- Cocoon Recordings
    x03. Cristian Varela - Colmedream --- Bedrock Records
    x04. TJ Kong & Nuno dos Santos - Where Were You [Techno Dub] --- Compost Records
    x05. Extrawelt - NeverEverDiskoTricks EP --- Ideal Audio
    x06. Hector - Orale [Sis Remix] --- Phonica Records
    x07. Spieltape - Lonely Places I've Never Been [Ormathie Neither Here Nor There Remix] --- Proton Music
    x08. DJ Koze - Blume Der Nacht --- Pampa Records
    x09. Astronivo - Just A Feeling [Luis Junior Remix] --- eVapour8
    x10. Sis - Break Down --- Cocoon Recordings

    :huebbel:

    Der Name Mike Foyle steht nicht erst seit gestern für qualitativ hochwertige sowie aus der grauen Masse herausragende Tranceklänge irgendwo im Nischenbereich zwischen Uplifting und Progressive, von welchen sich meine Wenigkeit auch in Zweitausendzehn noch phasenweise begeistern lässt. Dass Blossom dabei ebenfalls alles andere aus der Reihe tanzt und einmal mehr das Händchen des erneut unter seinem Pseudonym Statica veröffentlichenden, britischen Produzenten für auf den ersten Blick unscheinbar schwebende Melodiebögen, welche mit zunehmender Tracklaufzeit mehr und mehr das gewisse sphärische Etwas offenbaren, unter Beweis stellt, scheint da nur folgerichtig... ;)

    Mit dezent elektroid beeinflusstem Hintergrundwabern präsentiert sich der Original Mix auf jeden Fall bereits zu Beginn alles andere als standardisiert, wenn sich auf einer tänzelnden Kickdrum eine angenehm akzentuierte Effektdichte ein- und den gemeinen Hörer hinsichtlich der sphärischen Entwicklung durch die ersten dunklen Schwaden ein eher wenig sommerliches Gefühl beschleicht. Die sich alsbald dazugesellende Bassline ist in diesem Szenario dann nicht nur für die nötige Druckentfaltung zuständig, sondern unterstützt in ihrer progressiven Verspieltheit auch die düstere Ader des Stücks, welche im weiteren Verlauf durch erste vage Andeutungen einer Melodielinie im äußersten Hintergrund weitere feinsinnige Gesellschaft erhält. Auch im darauffolgenden Break hält sich die subtile Tonfolge trotz einer Steilvorlage für eine Solofahrt noch deutlich reserviert hinter der Bühne versteckt, auch wenn der düster brummende Untergrund für meinen Geschmack eine mehr als passende Grundlage für jene darstellt; der sphärischen Intensität des Ganzen kommt dieser Umstand jedoch nicht ganz ungelegen, kann sich doch in dieser Phase, in der man eine Stecknadel fallen hören könnte, gerade aufgrund der zurückhaltenden Klangelemente eine ungemeine vereinnahmende Stimmung voller Melancholie in Reinform entwickeln. Dies setzt sich in ähnlicher Weise auch in Kooperation mit dem Untergrund fort, aus welchem die überaus geschmackvolle Melodielinie fortan in einem gelungenen Laut-Leise-Schema in stetigen Schüben herausschnellt, während im Untergrund einige dezente Vocalfragmente sowie Acideffekte für Abwechslung sorgen. Ein weiteres Break lässt die bekannte Tonfolge in leicht abgeänderter Melodieführung dann zwar kurzzeitig zu flächiger Vollkommenheit erwachsen, zusammen mit dem Drumming überwiegt jedoch wieder die wellenartige Fortbewegung, in welcher die verträumten Melodieklänge dem Track mit einigen Pianosprenkeln noch einmal ihren sehnsuchtsvoll-sphärischen Stempel aufdrücken, bevor das Stück durch ein herrlich subtil angelegtes Outro in der von 5,5/6 Vollmonden beschienen Nacht entschwindet. ;)

    Der Arty Remix dagegen verfracht das Melodieschema in wesentlich clubaffinere Gefilde, erreicht meines Erachtens jedoch in keinem Moment die sphärische Intensität, mit welcher das Original seine Hörerschaft zu ködern wusste. Den Anfang macht dabei ein äußerst druckvoll angelegtes Drumming, welches zwar ungestraft mit Progressive House schäkern darf, dabei aber keineswegs die Dominanz einer aus techigen Gefilden stammenden Stakkato-Bassline vermissen lässt und damit trotz erster im Hintergrund erstickter Originalvocalfragmente ungeniert in Richtung Tanzfläche schielt. Nach einigen Momenten der Einwirkzeit stolpert dann auch die Foyle'sche Melodiefolge durch den Hintergrund der hiesigen Überarbeitung, muss sich allerdings vorläufig den monotonen Klangeinwürfen geschlagen geben, welche anscheinend einen Mantel des Schweigens über jegliche sphärische Affinität legen wollen. Dies gelingt ihnen im weiteren Verlauf jedoch immer weniger effizient, sodass sich in einem anstehenden Break schließlich auch die nun wesentlich stärker auf Uplifting getrimmte Melodielinie aus dem Original entfalten kann und in Kooperation mit einer unterstützenden Flächenwand im Großformat die Hauptbühne betritt. Leider geht durch diese Verwandlung der Melodieklänge für meinen Geschmack aber ein Großteil des wunderbar melancholischen Charmes der Melodieklänge, welche im Original noch für Furore (in einer subtiler Art und Weise) sorgten, verloren - in Kooperation mit dem treibenden Drumming nistet sich bei mir somit eher der Eindruck ein, dass hier die verbliebenen Melodietöne auf Teufel komm raus in den Club geprügelt werden sollen. Daran kann auch ein zweites Kurzbreak nichts mehr ändern, welches noch einmal krampfhaft versucht, die sphärischen Vorzüge in ein helleres Licht zu befördern, ehe der Track sich auf seinen fälligen Rückbau vorbereitet. Alles in allem ein leider nur in Ansätzen überzeugender Remix, der dementsprechend auf nicht mehr als 4,25/6 hoffen darf... :hmm:

    Ich kann's immer noch nicht richtig glauben, was da eben mehr als 8000 km südlich von uns passiert ist - noch einmal eine Steigerung im Vergleich zum Duell gegen England, ein absolut verdienter Sieg gegen ein zumeist erstaunlich zahmes Argentinien, Arne Friedrich schießt sein allererstes Länderspieltor (für ihn habe ich mich am meisten gefreut), Miro trifft in seinem hundersten Länderspiel gleich doppelt und holt endlich den Salto wieder raus, da lasse ich doch gern alle Ressentiments über Bord und zitiere mich einfach mal selbst:

    Zitat

    Original von hammer (gestern Abend)
    ...vielleicht bucht morgen um diese Uhrzeit ja bereits die nächste Fußballgroßmacht aus Südamerika ihr Ticket gen Heimat... :p

    Heureka! :huebbel:

    Nur gut, dass ich diesmal nicht wieder beim Rudelgucken auf dem Hammer Marktplatz zugegen war: Die müssen da in der zweiten Halbzeit regelrecht abgesoffen sein bei den Wassermassen, die heute Nachmittag innerhalb kürzester Zeit bei einem der heftigsten Unwetter der letzten Jahre (ich übertreibe nicht) vom Himmel gekommen sind: Sichtweite unter 20 Meter, zwischen dem dritten und vierten Tor etwa zehn Minuten komplett ohne Fernsehsignale, Garten kurzzeitig unter Wasser, mehrere Naheinschläge... Das war die Rache von Maradona, für irgendetwas müssen seine ständigen Stoßgebete gen Himmel ja nützlich sein... ;)

    Habe absolut kein Mitleid mit Dunga und seinen Brasilianern, welche zwar nach der ersten Halbzeit eigentlich wie der klare Sieger aussahen, aber dort eben komplett versäumt haben, das knappe Ergebnis etwas klarer zu ihrem Gunsten zu gestalten. Natürlich fällt der Ausgleich dann glücklich und gibt den Oranjes die gewisse Portion Sicherheit in ihrem Spiel, die ihnen vorher gefehlt hat, aber mir schien es in den letzten zwanzig Minuten so, als ob die heutigen Weltmeister im Reklamieren (Trainer miteingeschlossen) nach dem verdienten roten Karton für Nachtreter Melo auch gar nicht mehr richtig wollten. Ein Aufbäumen gegen ein Viertelfinalaus sieht für meinen Geschmack auf jeden Fall anders aus - daher auf diesem Wege Glückwunsch an unsere nordwestlichen Nachbarn, vielleicht bucht morgen um diese Uhrzeit ja bereits die nächste Fußballgroßmacht aus Südamerika ihr Ticket gen Heimat... :p

    Nej nej nej, erst verschreckt reisi die potenzielle Hörerschaft mit seinem unpassenden "Techno-Gekloppe"-Hinweis, jetzt wird sie unter einer meiner verschwurbelten Rezensionen in Überlänge begraben und ich würde mich nicht wundern, wenn nachher auch noch der Westi dahergekrochen kommt und den hiesigen Track als "Schlafwagenmusik" o.ä. tituliert... ;)

    Lassen wir also lieber die Musik für sich sprechen bzw. ich übernehme diesen Part als ihr Repräsentant und empfehle in diesem Sinne allen Sympathisanten sommerlich beeinflusster Klangmuster, dem Schweizer Produzenten Deetron mit seinem wunderbar beschwingten Collide (am besten nicht nur) einmal ihr uneingeschränktes Gehör zu schenken. Das Ganze ist zwar eingebettet in eine progressive Trackentwicklung mit einem gesunden Hang zum Loop, entfaltet aber besonders durch seine repetitive Melodieführung einen für meinen Geschmack mehr als reizvollen, hypnotischen Charakter, welcher bereits im Intro mit der Einführung einiger beschwipster und verspielter Tonfolgen in dezenter Xylophon-Optik in Ansätzen zu erkennen ist. Auf dem sich alsbald dazugesellenden Minimaldrumming lässt es sich dann sogleich noch viel besser atmosphärisch torkeln, sodass im Folgenden auch einige monotone Flächenfragmente dem Track immer mal wieder einen kurzen Besuch abstatten, um gemeinsam auf der subtil groovende Bassline zu segeln und dabei fast unbemerkt zur stetig voranschreitenden Verdichtung des hiesigen Hängemattenambientes beizutragen. In dieser Hinsicht zeigt sich zudem die Entwicklung der Melodieelemente vom Beginn aus ihrem subtilen Hintergrundklimpern heraus zur kraftvoll verflechteten Antriebsfeder des Tracks nicht ganz unverantwortlich dafür, dass die Melodieebene nun regelrecht einem Bergfest entgegensieht, an dessen Anschluss das Stück allerdings bis auf die Kickdrum sämtliche Elemente in den Abgrund stürzen sieht. Glücklicherweise werden aus der Hinterhand einige Fallschirme hervorgezaubert, sodass der erneuten Übernahme der Melodieebene durch die samtene Looptonfolge in ihrer verspielten Art nichts mehr im Wege steht und das Ganze somit nach einer kurzen Verschnaufpause wieder an seiner progressiven Ader herumschraubt, welche zudem nun von einigen leicht knarzend agierenden Subbässen begleitet wird. Die wunderbar entspannten Melodietöne sind auf jeden Fall mehr als erfreut über diese kleinen Kontrastpunkte und lassen sich in einem weiteren Break sogar noch einmal zu einer spannenden (Achtung: Wortneuschöpfung!) Versynthesizierung hinreißen, mit der das Stück im letzten Drittel in Kooperation mit dem subtil groovenden Untergrund eine weitere Gelegenheit nutzt, seine ganze sphärische Intensität als Soundtrack für alle Hitzegeplagten zu zelebrieren. Zurückgelehnt geht es dann wieder auf den letzten Metern zu, ehe imho mehr als verdiente 5,25/6 auf ihren Besitzer warten... :D

    N'Abend zusammen!

    Meine blumigen Ausführungen möchten euch heute mal wieder in die vielseitige Welt atmosphärisch wertvoller Klanggebilde auf dem vielzitierten Tellerand des hiesigen Forums entführen, wobei ich mir diesmal als Repräsentant den Berliner Produzenten Burak Sar alias Sis ausgesucht habe. Vom Äußerlichen her (siehe z.B. hier) könnte man zwar vermuten, dass man es beim Deutschtürken wohl eher mit dem Türsteher einer Berliner Szenelokalität als mit einem feinsinnigen Soundfrickler zu tun hat, aber seine Tracks sprechen in ihrer techhousigen Entspanntheit mit dem gewissen melodischen Etwas für sich und haben auch meine Wenigkeit vor wenigen Monaten verdientermaßen in ihren Bann gezogen. Seine komplette Diskographie für die TF-Rezensionseignung durchzuwinken, wäre dann zwar doch etwas zu viel des Guten, mindestens eine Hälfte seines jüngst auf Cocoon Recordings erschienen Two-Trackers will ich euch jedoch keineswegs vorenthalten (nur wer gegenüber Techhouse der traditionellen Art mit fragmentierten Loopvocals als Hauptdarsteller nicht abgeneigt ist, sollte sich auch die andere Hälfte geben). Also: Scheuklappen ablegen, Astralkörper auf die Sonnenliege verfrachten und einfach nur genießen... :D

    Schließlich offenbart Break Down bereits im Intro einen für meinen Geschmack mehr als ansprechenden, zurückgelehnten Charakter, wenn nach einem nachhallenden Eingangston erste Melodie- und Basslinefragmente durch den Raum grooven, bevor diese sich im Anschluss mit einem techhousig agierenden Drumming zusammenschließen und weiter an der Perfektionierung ihrer sommerlichen Lässigkeit arbeiten. Als behiflich erweisen sich in dieser Phase zudem ein im Hintergrund nuschelndes Vocalfragment sowie der alsbald nicht mehr nur sporadisch eingeworfene Eingangston in seiner bezaubernd abgehangenen Ästhetik, sodass sich das Ganze mehr und mehr in der akustischen Untermalung eines sonnenverwöhnten Urlaubsszenarios gefällt, ohne dass dabei glücklicherweise auch nur ein Moment daran gedacht wird, die Klischeeklassiker der sommerlich-balearischen Gitarrenzunft anzurühren. Das Stück setzt vielmehr auf eine angenehm unaufdringliche Soundwahl, welche von einer progressiven Trackentfaltung inklusive einiger passend eingesetzter Kurzbreaks ergänzt wird und gerade dadurch in der Lage ist, sein Ambiente in Richtung solch herrlich entspannter Pfade zu lenken. Im Break des Mittelteils erobert zwar nach und nach ein weiteres Vocalfragment, welches dem Hörer in loopartiger Manier ständig etwas von einem "Breakdown" erzählen möchte, die vorderen Ränge des Tracks und darf sich sogar kurzzeitig in der elitären Lage sonnen, auf Solopfaden zu wandern, ehe im Folgenden nicht nur der bekannte Groove des schwofenden Untergrund wieder aus der U-Haft entlassen wird, sondern sogleich auch einige herrlisch schwebende Alternativmelodieklänge in der Hinterhand bereitgehalten werden. Dass sich in Folge der wunderbar verträumten Ader dieser hellen Tonfolge die sphärische Komponente des Ganzen ein weiteres Mal die Hände reibt, versteht sich fast von selbst - daran kann auch ein weiteres Kurzbreak nichts ändern, welches noch einmal versucht, das ohne Atempause galoppierende Vocalfragment in eine aussichtsreiche Position zu schicken. Die entspannt groovende Sommerausstattung des Ganzen ist jedoch im richtigen Moment zur Stelle und frönt im weiteren Verlauf ein letztes Mal in kompletter Besatzung ihrer Muse, bevor im letzten Viertel die Melodieebene auf den nachhallenden Eingangston sowie einige dezente Alternativspritzer reduziert wird und zum Abschluss auch das umtriebige Vocalfragment noch einmal in einem Outro zum Zuge kommen lässt. Summa summarum ein Track, der die derzeitige Wetterlage musikalisch auf den Punkt bringt und nicht nur deshalb auf eine 5,5/6er-Auszeichnung von meiner Seite hoffen darf... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N’Abend zusammen!

    Düster, minimalistisch und treibend - auch wenn ich den Produktionen von Arne Schaffhausen und Wayan Raabe unter ihrem Pseudonym Extrawelt mit der Reduzierung ihres Klangkosmos' auf diese drei Schlagwörter mitunter ihrer vielfältigen Auswüchse beraube, so sind es doch vor allen Dingen diese drei Konstanten, auf welchen die vielen herausragenden Tracks der beiden Soundtüftler stets aufbauen. Auch in 2010 ist das Produzentenduo schließlich weit davon entfernt, seine Hörerschaft mit balearischer Entspannungsuntermalung zu berieseln, sondern fördert mit seinen teilweise abgründigen Klängen vielmehr die subtile Konfrontation. Binnen weniger Wochen sind dabei nun insgesamt drei EPs auf den Markt geworfen worden, wobei Darkroom Dubs, Ideal Audio und Traum Schallplatten sich als Labels dahinter glücklich schätzen dürfen – ich werde mich im Folgenden jedoch ausschließlich mit der für meinen Geschmack überzeugendsten Trackzusammenstellung, der NeverEverDiskoTricks EP (nur echt mit den fehlenden Leerzeichen) befassen, welche Ende Mai das Licht der Welt auf dem Label von Oliver Huntemann (Ideal Audio) erblickte. Zur Verteidigung der übrigen beiden sei jedoch erwähnt, dass diese ebenso wenig von schlechten Eltern sind… ;)

    Mit verwirrt durch den Raum geisternden Klangfragmenten zeigt sich Confuzzled bereits im Intro äußerst spendabel mit sphärischen Andeutungen in Richtung düsterer Landschaftsmalerei und setzt dabei formidabel Nadelstiche in einen zurückhaltenden Flächenhintergrund. Mit zunehmender Dauer entwickelt dieser sich allerdings in wesentlich brodelndere Gefilde, sodass sich alsbald auch eine saftige Kickdrum nicht davon abhalten lässt, ins Geschehen einzugreifen und den schimmernden Klangfragmenten eine solide Portion Druck für ihr weiteres Vorgehen zur Verfügung zu stellen. Nach anfänglicher „Euphorie“ lassen sich selbige im weiteren Verlauf jedoch immer weiter in den Hintergrund abdrängen, während eine Supermayer-Bassline sowie eine klimprige Melodielinie à la Dominik Eulberg in der Halbzeit dieses düsteren Akts als Hauptdarsteller engagiert werden. Kurzzeitig initiierte Acidfetzen lassen jedoch auch dieses Szenario wieder erblassen, sodass der Track sich nun eine überaus minimal geprägte Phase gönnt, ehe bisher nicht in Erscheinung getretene Melodieversatzstücke die Supermayer-Bassline wieder auf den Plan bringen und im Anschluss nicht nur der Druck, sondern auch die Klangfragmentdichte noch einmal deutlich erhöht wird. In dieser Weise zelebriert das Ganze schließlich einen mehr als gelungenen, sphärischen Schlusspunkt, welcher vor allen Dingen von der Eulberg’schen Melodielinie geprägt wird und inmitten der düsteren Dauerbeneblung sogar einige Hoffnungsschimmer sowie verdiente 5,25/6 aufstrahlen lässt. :D

    Auch der nicht minder energiegeladene Titeltrack NeverEverDiskoTricks arbeitet zunächst mit einem aus dezent agierenden Melodieandeutungen zusammengezimmerten Intro, welches allerdings im Vergleich zu seinem Vorgänger weniger fahrig wirkt und mit monotoner Pianounterstützung eher klassisch unterwegs ist. In Verbindung mit zartbesaiteten Synthietönen erarbeitet sich das Ganze dabei eine ganz eigene Mauerblümchen-Atmosphäre voller subtiler Melancholie, welche auch in Kooperation mit einer alsbald heranschleichenden Kickdrum nichts von ihrer Faszination einbüßt, wobei es mir besonders die auf einem monotonen Klangteppich zwirbelnden, entzückenden Melodiefragmente angetan haben, mit welchen der Track die Gehörgänge seiner Hörerschaft in dieser Phase mehr als versüßt. Die verträumte Ader des Ganzen, welche allerdings stets in ein dunkles Gewand gekleidet auftritt, muss sich im weiteren Verlauf jedoch einer drummingorientierten Umbildung beugen, in der nicht nur eine elektroid grummelnde Bassline, sondern auch allerhand knisternde Effekte auf den bisher noch überaus minimalistischen Untergrund losgelassen werden. Sporadische Melodieversatzstücke melden im Folgenden jedoch schnell wieder Ansprüche der hiesigen Melodieebene, sodass alsbald nicht nur der monotone Klangteppich, sondern auch die versprenkelten Pianotöne aus ihrer Starre gelöst werden, um dem Track seine – nun auch mit einer gesunden Portion düsternisbehafteten Drucks versehene – melodische Feinsinnigkeit zurückzugeben. Alles in allem kann und will ich mich hier auf jeden Fall nicht vor der Vergabe überdurchschnittlicher 5,5/6 drücken… ;)

    Die digitale Zugabe der EP hört dann auf den Namen Too Confuzzled, weist zwar einige unverkennbare Parallelen mit dem erstrezensierten Track auf, muss deswegen meines Erachtens jedoch keineswegs ihr Licht unter den Scheffel stellen. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger liegt die atmosphärische Gestaltung hier auf jeden Fall wieder in wesentlich düsterer Hand, was sich bereits im Intro durch druckvolle Basslinefetzen sowie orientierungslos durch den Raum geisternde Melodieschnipsel bemerkbar macht. Dieses sphärisch sehr gehaltvolle Spiel wird auch im Zusammenspiel mit einem saftigen Beat beibehalten und von Zeit zu Zeit nun in gelungener Weise ergänzt – als Nutznießer dieser progressiven Entwicklung geht dabei aber nicht nur die durch elektroides Wabern monotoner Bauart umrankte Bassline hervor, auch die Melodieebene kann sich mit dem immer wieder passend eingesetzten Auftritt einiger Eulberg’scher Klimpertöne in Szene setzen und die immens düstere Atmosphäre teilweise etwas auflockern. Im Mittelteil des Tracks gewinnt zwar das Drumming zunehmend an Oberhand, doch ein wie Phönix aus der Asche initiiertes Kurzbreak lässt auch die verwirrten Klangfragmente wieder aus dem Hintergrund heraus erstarken, ehe auch die Bassline sich wieder an ihre Durchschlagskraft erinnert und breitwandig mäandernd den düsteren Groove um den Finger wickelt. In Zusammenarbeit mit dem Untergrund etablieren sich im weiteren Verlauf dann sogar wesentlich optimistischer gestimmte Melodieelemente, welche in Form von einigen herrlich durchdrogten Synthieflächen sowie einer zurückhaltenden Tonrolle in eindruckender Weise die Hauptrolle übernehmen. Dabei ist es natürlich vor allen Dingen das überaus kontrastreiche Zusammenspiel der Trackelemente, welches bis zum letzten Ton beibehalten wird und dieses Stück in der zweiten Hälfte für meinen Geschmack noch gehaltvoller anwachsen lässt als seine beiden Vinyl-Vorbilder, sodass ich schlussendlich nicht weniger als äußerst überzeugende 5,75/6 verteilen mag. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Arrivederci Italia! Und damit ist nun tatsächlich sogar das komplette WM-Finale von 2006 in der Vorrunde ausgeschieden... :p Habe das Spiel zwar nur in der zweiten Hälfte verfolgt, aber besonders in den letzten Minuten hat sich solch eine herrlich dramatische Eigendynamik entwickelt, dass ich bedigungslos mit den Slowaken mitgefiebert habe. Aber wer erst in dem Moment, in dem er mit dem Rücken zur Wand steht, aus seiner Lethargie aufwacht, hat es für meinen Geschmack auch wirklich nicht anders verdient!

    Zitat

    Original von Pieter Baton
    Aber was da eben im Schweiz Spiel wieder abging......nee, also so viele schlechte Schiris kanns ja gar nicht geben.

    In der Tat, langsam nehmen die klaren Fehlentscheidungen der Schiedsrichterzunft bei dieser Weltmeisterschaft auch für meinen Geschmack ein Maß an, das nicht mehr zu entschuldigen ist. Dabei sind es ja nicht nur die Exoten unter den Unparteiischen aus Ländern wie Saudi-Arabien, Guatemala oder den Seychellen, sondern auch Schiedsrichter aus europäischen Ligen (Lannoy aus Frankreich gestern beim Brasilien-Spiel sowie der unsägliche Spanier Undiano), welche in guter Regelmäßigkeit für Kopfschütteln allerorten sorgen. Da tat ein äußerst verärgerter Ottmar Hitzfeld heute nach dem verlorenen Duell mit Chile mit seiner Forderung nach einem Ausschluss von Schiedsrichtern, welche ihre Erfahrung ausschließlich am Strand gesammelt haben, diesen Männern zwar Unrecht, doch sei ihm diese Aussage im Eifer des Gefechts verziehen, betrachtet man die Situation, durch welche seine Mannschaft zuvor insgesamt 60 Minuten in Unterzahl spielen musste. Denn wenn ich hinsichtlich einer Sache beim Fußball stets absolut allergisch reagiere, dann sind es solche dreisten schauspielerischen Einlagen, wie Gockel Arturo Vidal sie im Zweikampf mit dem Schweizer Behrami walten ließ - warum arbeitet Ersterer eigentlich nicht schon längst beim Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel...!?

    :no:

    N'Abend zusammen!

    Auch wenn der spanische Produzent und DJ Cristian Varela anscheinend seit fast zwanzig Jahren im Geschäft ist, wie mir seine Diskographie bei Discogs verraten hat, ist der Gute erst vor einigen Wochen zum ersten Mal auf meiner Bildfläche aufgetaucht. Verantwortlich dafür zeigt sich zwar "nur" ein Drittel seiner im vergangenen Mai auf dem renommierten britischen Label Bedrock Records erschienenen Col Me EP, dieses hat es mir auf der ansonsten recht zahnlos-techhousig agierenden Trackzusammenstellung jedoch besonders aufgrund seiner wunderbar sphärischen Eleganz, welche sich gekonnt irgendwo im progressiv-minimalen Grenzstreifen bewegt, so nachhaltig angetan, dass ich ihm dem Wunsch nach einem eigenen Thread im hiesigen Forum einfach nicht abstreiten konnte. Alle Freunde entspannt groovender Klänge mit dem gewissen trancigen Etwas sind auf jeden Fall herzlich dazu eingeladen, ihre Gehörgänge mal wieder in den Genuss einer akustischen Massage kommen zu lassen... ;)

    Das Colmedream betitelte Machwerk ist dabei von Beginn an in der Lage, seine sphärischen Vorzüge auszuspielen, auch wenn dies mit einer unaufgeregt im Untergrund tänzelnden Bassline voller Warmherzigkeit zunächst noch überaus subtil auf die Bühne gebracht wird. Effektive Unterstützung in dieser noch recht minimalistischen gehaltenen Phase des Tracks naht jedoch schon bald in Form einiger verspielter Melodieansätze, welche sich charmant aus dem Hintergrund herausschälen können und den Wellenritt auf der groovenden Bassline sichtlich genießen, während sie sich im weiteren Verlauf schließlich sogar dazu entschließen, langsam aber stetig eine herrlich verträumte Tonfolge aus ihrem Repertoire herauszulösen, mit der sich auch die Intensität der angenehm entspannt schwebenden Atmosphäre mehr und mehr in Richtung verdichteter Gefilde zu verschieben weiß. Die Obhut der ursprünglichen Melodiekreisel erweist sich hierbei als fein austarierter Rückhalt, sodass die beschriebene Tonfolge nun mehr und mehr Eigeninitiative übernimmt und somit nicht nur einen volleren Klang in sich vereinen, sondern auch die nötige Überzeugungskraft für den Auftritt harmonischer Flächen aufbringen kann. In dieser Formation begeht das Ganze im Mittelteil zudem ein Quasi-Break, welches noch einmal die wunderbar zurückgelehnte Ader der Melodieelemente bestens zum Ausdruck bringt, ehe diese im Anschluss zugunsten einiger mystischer Effekte wieder von Bord geschickt werden bzw. nur noch in Form eines schleierwolkenartigen Restschwurbelns dem Stück erhalten bleiben, während die groovende Art der Fortbewegung parallel durch die Ausstaffierung des minimalistischen Drummings leicht angezogen wird. Das Melodie-Embargo ist im hiesigen Track allerdings nur von kurzer Dauer, schließlich ebnet die voranwandernde Hauptmelodiefolge im Folgenden bereits schnell wieder den Einmarsch der schwebenden Melodieebene, welche im letzten Drittel zudem noch durch einige dezente Alternativtöne begleiten werden, welche dem Ganzen eine kleine Schaufel mehr Tiefe verleihen. Die restlichen Augenblicke gehören dann einem gelungenen Rückbau, bei dem sich der Untergrund überraschenderweise sogar noch durch luftige Acid-Spielereien wuselt, ehe das Ganze schlussendlich auf den letzten Metern erneut auf seine groovende Bassline reduziert wird, welche dann auch die für meinen Geschmack mehr als verdienten 5,5/6 in Empfang nehmen darf. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Für meine heutige Trackvorstellung möchte ich euch weit in den Nordosten Russlands entführen, genauer gesagt führt die Reise nach Archangelsk, wo ein junger Produzent namens Alexander Maljutin sein Faible für melancholische Klanglandschaften pflegt und unter seinem Pseudonym Spieltape wunderbar deep mäandernde Stücke veröffentlicht. Ein Hauch Progressive, eine Prise Techhouse und subtile, trancig anmutende Melodieansätze - diese zu einem feinsinnigen Ganzen zusammengebrauten Zutaten brachten in diesem Jahr auch das renommierte Label Proton Music auf die Fährte des talentierten Russen, welcher mit dem nachdenklichen Lonely Places I've Never Been nun Ende Mai seine dortige Debütveröffentlichung feiern durfte. Zudem stellte man dem Guten noch eine nicht minder überzeugende Remixer-Riege (insgesamt vier an der Zahl) an die Seite, welche ich aufgrund von teilweise nicht in voller Länge zur Verfügung stehenden Hörproben sowie zur Vorbeugung eines komplett ausufernden, blumigen Textmonsters allerdings nur in Kurzrezensionen behandeln werde. :p

    Kommen wir jedoch zunächst zum Original Mix, welcher mit einem angenehm träufelnden Drumming von Beginn an einen entspannten Groove zu entfalten weiß und in dieser Phase auch von einigen dezent heranrauschenden Melodietönen noch keine allzu positive Meinung besitzt. So liegt das Hauptaugenmerk vielmehr auf der Entwicklung einer düster brummenden Bassline, welche sich mehr und mehr aus ihrem Schneckenhäuschen befreien kann und sowohl das Drumminggerüst als auch die alsbald initiierten Tonwischer in ein großes Gefäß voll dunkler Farbe tüncht, sodass der Hörer nun fast sekündlich mit einer stärker inszenierten Atmosphäre voller schwermütiger Gedankengänge konfrontiert wird. Als einzige Lichtblicke taugen dabei einige Fragmente einer hellen, glockenspielähnlichen Melodiefolge, welche das Ganze im Anschluss ebenso wie die hoffnungslos düster agierende Bassline sowie die zaghaften Tonwischer ins anstehende Break mitnimmt. Dennoch sind die Melodieelemente hierbei imstande, die sphärische Gestaltung etwas deutlicher an sich zu reißen, da im Untergrund einige Stolperfallen aufgestellt werden; wenn sich das Stück allerdings im weiteren Verlauf in bekannter Manier wieder zusammenstellt, übernimmt die nordische Melancholie erneut das Ruder und lässt das Ganze in seiner unaufgeregt progressiv groovenden Fortbewegungsart sogar eine dezente hypnotische Ader an sich entdecken. Unterbrochen wird diese Entwicklung nur von einer dem deepen Untergrund gewidmeten Solofahrt, ehe der Track sich nach einem letzten Stelldichein der subtilen Melodieansätze langsam, aber stetig zurückbaut. Alles in allem ein Track, der die Jahreszeiten Frühling und Sommer zwar stets geflissentlich missachtet, mit seiner ungemein beruhigenden Tiefe sowie imho verdienten 5/6 aber auch im Juni keinesfalls als Kanonenfutter abgestempelt werden sollte... :yes:

    Für die im Original fehlende Portion Wärme sorgt dafür im Anschluss der Ormatie Neither Here Nor There Remix, welcher an die hellen Klänge des bekannten, glockenspielähnlichen Melodiefragments anknüpft, dieses mit einer Vielzahl von ätherischen Alternativtönen sowie -effekten sphärisch ergänzt und das düstere Thema damit in ein herrlich entspanntes Sommerklima verwandelt. Vor allen Dingen im Break macht sich der Hang zum Optimismus ordentlich Luft, wenn aus allen Himmelsrichtungen die schwerelos schwebenden Melodieansätze nur so herbeiströmen und auf der von der Sonne erwärmten Liegedecke in Form sanftmütiger Flächen alle Viere von sich strecken. Doch auch die sporadisch auftretende Bassline in ihrer minimalistisch groovenden Schönheit soll hier nicht unerwähnt bleiben, sodass sich dieser Remix seine 5,5/6 insgesamt mehr als verdient hat und damit für meinen Geschmack auch das Original noch zu überflügeln weiß. Der Evren Ulusoy Remix dagegen geht es - auch wenn es der deephousige Anfang nicht nahelegen möchte - eine gute Runde druckvoller an, behält im Gegensatz zu Ormatie aber die melancholische Grundstimmung größtenteils bei. Angereichert mit einigen Vocalsamples und tiefergelegter Flächenarbeit steht allerdings auch hier zumeist die helle Melodiefolge aus dem Original im Vordergrund der Melodieebene, während sich im Untergrund die gelungenen Alternativflächen in progressiver Manier die Klinke in die Hand geben. Für mehr als überaus solide 4,75/6 reicht es im Endeffekt dann aber doch nicht...

    Schwungvoller als das Original lässt es auch der Arthur Deep Remix angehen, welcher das helle Originalmelodiefragment im Break mit stakkatierten Elektroflächen à la Deadmau5 vereinigt, im Anschluss an eine erwartbare Anschwillaktion allerdings nur recht durchschnittliche Progressive-Kost zu bieten hat, welche trotz eines vielschichtigeren Klangbilds in keinem Moment in solch sphärisch intensiv anmutende Schichten vordringen kann wie seine Vorgänger. Dafür entfalten sich einige Alternativmelodietöne aus dem Trance-Baukasten, mit welchen allerdings für meinen Geschmack die vorhandenen, subtilen Melodieandeutungen im Untergrund des Ganzen viel zu deutlich zu Nebenschauplätzen degradiert werden - summa summarum komme ich hier nicht über wenig euphorische 4/6 hinaus. Den Abschluss bildet dann schließlich der Alexander Daf Remix, welcher sich zur Abwechslung in ein Breakbeat-Gewand gekleidet hat, mit dem Original allerdings nur noch so wenig zu tun hat wie die bisherigen WM-Spiele mit glanzvollen Auftritten von Weltklassemannschaften (mit einer Ausnahme, wohl angemerkt). Blendet man diese Tatsache aus, hat man es immerhin mit einem angenehm düster angehauchter Track inklusive Gameboy-Sample und Sinuskurven-Bassline zu tun, welcher seine gewissen Momente besitzt, um meine Wertungsskala erst bei 4,5/6 zum Stillstand zu nötigen. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Das Konzept scheint irgendwie eine gewisse Ansteckungsgefahr zu bergen: Nachdem James Zabiela für seine letzten beiden Ausgaben der renommierten Masters Series (Nummer 12 und 15, um genau zu sein) des britischen Labels Renaissance den geneigten Hörer auf der ersten CD zunächst mit gedrosselter Geschwindigkeit im Nischenbereich zwischen Ambient, Downbeat und Drum & Bass zu ködern wusste, um anschließend auf der zweiten CD in gewohnt clubbigere Gefilde unter dem facettenreichen Dach von Progressive House abzudriften, wagt sich nun auch Hernán Cattáneo für die nächste Folge (Nummer 16) an diese Herangehensweise. Dem Aushängeschild der argentinischen EDM-Szene wurde dabei zwar nur eine recht kurzlebige Verschnaufpause gegönnt, da er erst im letzten Jahr in gewohnt hervorragender Manier die dreizehnte Ausgabe der Mix-CD-Reihe prägen durfte, der Gute zeigt sich neuerdings allerdings erneut in erstaunlich umtriebigen Manier, sodass er für das Parallel unterbetitelte Doppel-CD-Paket mal wieder eine Unzahl (in Worten: elf!) von exklusiven Tracks aus dem Ärmel geschüttelt hat. Zwei dieser Stücke befinden sich zudem passenderweise sogar auf beiden Silberlingen - auf der einen Seite im sicherlich entspannten Day Mix und auf der anderen Seite im druckvolleren Night Mix, womit wir dann auch die unvermeidliche Tag/Nacht-Assoziation des hiesigen Konzepts abgehandelt hätten. Bleibt mit eigentlich nur noch zu erwähnen, dass ich bei einer solch bunt gemischten Auswahl an Künstlern wie Guy J, Henry Saiz, Marc Marzenit, Manuel Sofia, Quivver und Way Out West sowie der Islandfraktion um Sigur Rós und Múm (s.u.) auf jeden Fall nicht allzu lang um eine Kaufentscheidung werde ringen müssen... ;)

    Voraussichtliches VÖ-Datum: 05. Juli 2010


    Disc One – Day

    01. Hernán Cattáneo & Soundexile – Indian Son / Slacker – See The World [Hernan's Dawn Reboot]
    02. Marc Marzenit pres. Divine Elements - Saint Two
    03. Hernán Cattáneo & John Tonks - One 0 Five
    04. Martin Garcia - Galileo Was Right
    05. Martin Garcia - Specific Impulse
    06. Hernán Cattáneo & Soundexile - Blacklight [Day Mix]
    07. Múm - The Ballad Of The Broken Birdie Records [Hernán Cattáneo & Soundexile Edit]
    08. Mercurio – Acoustic
    09. Jean F. Cochois - Like A Poison Snake
    10. Hernán Cattáneo & Soundexile feat. Tomomi Ukumori - Cripsis [Day Mix]
    11. Guy J - Dust [Into Dust Mix]
    12. Henry Saiz - We are All [Henry Saiz Earth's Pulse Version]
    13. Idioma - Landscape [Hernán Cattáneo & Soundexile Rework]
    14. Mercurio – Beautiful
    15. Sigur Rós - Svefn-G-Englar


    Disc Two – Night

    01. Hernán Cattáneo & Soundexile - Blacklight [Night Mix]
    02. Hernán Cattáneo & John Tonks - July [Manuel Sofia Remix]
    03. Way Out West – Ultra Violet [Guy J Remix]
    04. Tone Depth – Rumblefish [Diyo Remix]
    05. Henry Saiz –The Rider
    06. Tonnsaied - Seven Seventy
    07. Alex.47 - Eggsperience [Hernán Cattáneo & Soundexile Mix 1]
    08. Alex.47 - Eggsperience [Hernán Cattáneo & Soundexile Mix 2]
    09. Hernán Cattáneo & Soundexile - Cripsis [Night Mix]
    10. Fefo & Dario Arcas - Take Me Away
    11. Billy Dalessandro - Your Touch [Alexander Kowalski Remix]
    12. Future Beat Alliance - Crying Sine
    13. Quivver - Boom Boom
    14. Hernán Cattáneo & Soundexile – Teleport
    15. Manuel Sofia - An Endless Forest
    16. Diyo – Underlight

    :huebbel:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Laut offiziellem Newsletter gibt es insgesamt noch etwa 3000 3-Tagetickets, wohingegen 2-Tagetickets (für Freitag und Samstag) schon seit geraumer Zeit komplett ausverkauft sind. Schaun mer mal, ob es in diesem Jahr wirklich wieder für eine lukrative Ausverkauft-Meldung reicht, die Chancen stehen sicherlich nicht schlecht, auch wenn die Headliner diesmal nicht ganz so "groß" ausgefallen sind wie in den letzten beiden Jahren (allerletzte Bestätigungen: Moderat feat. Paul St. Hilaire & Dellé (Seeed), Simian Mobile Disco und Dendemann). Würde mich auf jeden Fall freuen, wenn wir auch die Osterwieck-Fraktion auf dem Melt! begrüßen dürften! :yes:

    Allzu viele Trance-Produzenten, in deren Veröffentlichungen ich immer noch gelegentlich hineinhorche, finden sich zwar nicht mehr auf meiner imaginären Liste, der Balkanamerikaner Arnej Secerkadic erweist sich in diesem Zusammenhang jedoch als Bank und weiß mich auch mit seinem äußerst passend The Strings That Bind Us betitelten neuen Track hinter dem Ofen hervorzulocken. Meine Sympathie beschränkt sich hierbei dennoch ausschließlich auf den Intro Mix, welcher das hiesige Flächenthema schlichtweg am eindrücklichsten aufstellt und die vorhandenen, epischen Auswüchse bereits - wie könnte es anders sein - im Intro in Form einer regelrechten Klangkathedrale auf den geneigten Hörer bestens einwirken lässt. Die ersten Momente werden dabei zwar von einem düster brodelnden Untergrund bestritten, aus dem nur zaghaft einige dezente Vocalschwaden entweichen, hinter der nächsten Ecke lauern jedoch schon majestätische Flächen, welche mit ihrer eindeutig cineastischen Ader nun auch die Vocalschwaden zu sphärischer Höchstform auflaufen lassen, ehe eine sich im Hintergrund andeutende Kickdrum alsbald mehr und mehr das Zepter in die Hand nimmt. Der folgende fließende Übergang wirkt zudem nicht nur sehr souverän gemeistert, sondern konfrontiert den in den Hintergrund verschobenen Flächeneinsatz auch gleich mit einem fragmentierten Pendant, welches das Stück in seiner verhuschten Optik wieder in etwas nebligere Gefilde lotst. In Kooperation mit einer monoton rollenden Bassline, welche im nächsten Kurzbreak auf die Melodieelemente losgelassen wird und sogleich eine sphärisch intensive, aber leicht überladene Anschwillaktion anzettelt, erhält das Ganze nun auch die nötige Portion Druck unterm Allerwertesten, sodass sich die epischen Flächenmelodiestücke im Folgenden in für meinen Geschmack gelungener Art und Weise immer wieder ihrem Sinuskurven-Aufbau widmen dürfen, bevor ein weiteres Break die sphärisch gehaltvolle Szenerie jäh unterbricht. Mitsamt der Vocalschwaden vom Beginn tauchen jedoch auch hier bald wieder die bekannten Flächenmonumente auf, um den Track erneut kurzzeitig in eine Kapelle zu verwandeln, die weitere Entwicklung sieht allerdings eine überfällige, trancige Alternativmelodie vor, welche sich nicht minder intensiv in die Höhe schraubt und im weiteren Verlauf zusammen mit dem treibenden Untergrund sowie den schwebenden Flächen die sphärischen Bälle zupasst. Ein letztes Kurzbreak lässt dann noch ein weiteres Mal die düster anmutende Ausdruckskraft der hiesigen Melodieelemente erblühen, bevor die folgende Anschwillaktion herrlich abgewürgt wird und die restlichen Momente dem facettenreichen Drumming gehören. Summa summarum ein Track, mit dem Arnej sich mal wieder sehen lassen kann und mir nebenbei noch überdurchschnittliche 5/6 abluchst... ;)

    N'Abend zusammen!

    Zur Feier des Tages möchte ich euch heute eine für meinen Geschmack sehr spannende Kollaboration, welche ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft steht, vorstellen. Verantwortlich dafür zeigen sich die beiden, bereits seit geraumer Zeit nicht mehr aus dem Zirkus der elektronischen Musik wegzudenkenden Herrschaften Marc Romboy (Mönchengladbachs ganzer Stolz) und Olivier Mateu alias Rodriguez Jr. als einer der Minimal-/Neotrance-Lichtgestalten aus Frankreich, welche zudem für das Vinylcover der insgesamt zwei frische Tracks enthaltenden Veröffentlichung - aus welchem Grund auch immer - die Hüllen (zumindest obenrum) fallengelassen haben, wie man beispielsweise hier unschwer erkennen kann. Der Qualität der Tracks tut das natürlich glücklicherweise keinen Abbruch, sodass sich der geneigte Hörer bei den beiden französisch betitelten Stücken auf eine angenehm druckvolle Mischung irgendwo zwischen Deep, Tech und Progressive House, welche einem Techtelmechtel mit der gewissen sphärischen Note nicht abgeneigt erscheint, freuen kann... ;)

    Die Hommage an den Lac De Nivelles, ein mir bisher nicht untergekommenes stehendes Gewässer, spiegelt in diesem Zusammenhang auf jeden Fall die etwas entspanntere Ader der EP wider und zeigt sich daher auch im Intro zunächst von seiner zurückgelehntesten Seite, wenn sommerlich anmutende Xylophonklänge mit dezenten Flächenansätzen eine wunderbar sphärische Symbiose eingehen. Die unbeschwerte Stimmung, welche desweiteren von groovenden HiHats und sporadisch auf den Plan tretenden Bongos begleitet wird, erfährt zwar auch in Kooperation mit einer wattigen Kickdrum ihre Fortsetzung, sieht sich allerdings zusehends mit einer düster schielenden Bassline konfrontiert, welche dem Ganzen alsbald das "Sommer-Sonne-Strand"-Klischeedenken austreibt und diesem vielmehr die entscheidende Portion Tiefe mit auf den Weg gibt. Trotz ihrer recht unterschiedlichen Auffassungen von atmosphärischer Aufbauarbeit gelingt es dem Track, seinen melodiebeseelten sowie seinen nach Dunkelheit lechzenden Pol in mehr als gelungener Art und Weise zueinander zu führen, ohne dass die jeweilige Seite ihre Herkunft allzu sehr vernachlässigt. Besonders die schimmernden Flächenwellen vom Beginn können sich in dieser Formation mehr und mehr als tragendes Element herauskristallieren, während sie - mal fragmentiert, mal ausufernd - auf dem grummelnden Untergrund ihre Runden drehen und sich dabei auch von verwirrten Kamikazetönen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Kurze Intensitätssteigerungen, in welchen sich die Bassline immer mal wieder in Richtung knarziger Gefilde begibt, unterstreichen den progressiven Charakter des Tracks, welcher sich zwischendurch auch eine Verschnaufpause vom düsteren Untergrund gönnt und in dieser Phase vereinzelte Alternativ-Stakkatotöne aus der Reserve lockt. Allzu lang hält dieser Zustand jedoch nicht an, sodass sich im weiteren Verlauf schnell wieder der bekannte deepe Groove einstellt, um die melodischen Versatzstücke noch einmal mit der gewissen Portion Druck zu subtiler Hochform anlaufen zu lassen. Die restlichen Momente gehören dann einem sanften Rückbau, welcher schließlich in einem nicht minder entspannten Outro mitsamt wieder zum Vorschein gekommenem Xylophoneinsatz gipfelt und die Vergabe imho verdienter 5,5/6 eindrucksvoll untermauert. :yes:

    Couleur De l'Espoir als Zweiter im Bunde versteht sich augenscheinlich als "Farbe der Hoffnung", welche insbesondere durch die hiesigen Melodiestränge verdeutlicht wird, welche mit einem Korb voller organischer Wärme das im direkten Vergleich noch einen guten Tick druckvoller gestaltete Drumming in seinem grummelnden Ozean überzeugend kontrastieren können. Dabei sind die sphärischen Elemente zunächst sogar noch deutlich in der Überzahl, wenn sie in Form von wellenartigen Flächenstücken sowie wasserfallartigen Tongruppen ein wundersam beruhigendes Afterhour-Gemälde auf die akustische Leinwand zirkeln, ehe der Untergrund seine Scheu über Bord wirft und mit einer elektroid beeinflussten Stakkatobassline die Melodieelemente mit düster anmutender Monotonie bekannt macht, woraufhin diese sich erst einmal in den Hintergrund verkriechen. Der Schockzustand ist jedoch nur von kurzer Dauer, sodass im weiteren Verlauf ein interessantes Zusammenspiel aus nunmehr sogar auf mehreren Tonhöhen agierender Bassline sowie kaskadenartigen Melodieversatzstücken das Licht der Welt erblickt und damit irgendwo im Niemandsland zwischen treibender Techno-Düsternis und deephousigen Melodie-Wattestäbchen seine hörenswerte Nische findet. Im Mittelteil bahnt sich schließlich ein Kurzbreak an, welches zunächst die stakkatierten Basslineklänge, im weiteren Verlauf dann auch die Flächenwellen auf die stille Treppe verbannt, bevor nach einem Stimmen-Intermezzo der Untergrund deutlich anzieht und in knarziger Manier die intensivste Phase des Tracks forciert. Die in diesem Zusammenhang initiierten acidlastigen Alternativtöne wirken dagegen für meinen Geschmack leider etwas atonal und trüben das Gesamtbild im letzten Drittel, welches sich schließlich mit einem Stimmengewirr-Outro ins Nirwana verabschiedet. Alles in allem erreicht das Stück trotz der leichten Abzüge aber immer noch überdurchschnittliche 5/6 auf der nach oben nicht offenen TF-Skala. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Still und unheimlich serviert der russische Produzent Denis Alentiew auf seinem Label DAR eine hörenswerte Platte nach der nächsten, mit der er stets seine treue, aber sicherlich (in absoluten Zahlen) ausbaubare Anhängerschaft mit deep-sphärischen Stücken irgendwo zwischen Tech und Progressive House zu beglücken weiß. Zudem muss man dem Guten ein überaus passables Händchen für die passende Auswahl an Remixern sowie eine gehörige Portion Understatement attestieren, schließlich scheint es ihm nichts ausmachen, in guter Regelmäßigkeit von den Überarbeitungen auf hohem Niveau in den Schatten gestellt zu werden - man erinnere sich in diesem Zusammenhang nur an den herausragenden Robert Babicz Remix von Cuba. Auch seine vorletzte, bereits im Februar veröffentlichte Zwölfer namens Ocean, welche sich völlig zu Unrecht erst im vergangenen Mai in meinen Gehörgängen gepflegt niederlassen konnte, macht da keine Ausnahme und lässt sich vom dazugehörigen Monaque Remix einfach mal gepflegt die Butter vom Brot nehmen... ;)

    Bezeichnend, dass die Weiten des Internet für den Original Mix daher auch keine Hörprobe in Gänze vorweisen können!? Ohne mir an Verschwörungstheorien die Finger verbrennen zu wollen, verweise ich lieber mal auf die einschlägig bekannten, digitalen Download-Warenhäuser, welche mir mit ihren Hörproben den Eindruck vermitteln, dass es sich bei besagtem Track um unaufgeregt groovenden Progressive House mit der gewissen düsteren Note handelt, welche vor allen Dingen durch die sich wohl wie ein roter Faden durch das gesamte Stück ziehenden, trancigen Melodieversatzstücke evoziert wird. Selbige scheinen sich hierbei in überzeugender Manier in eher zwielichtigen Gefilden mit sphärischer Ausdruckskraft vollgesogen zu haben lassen sich immer mal wieder von dezent hoffnungsvoll anmutenden Kontrastklängen in Form von schüchtern im Hintergrund wehenden Melodiefahnen sowie passendem Echoeinsatz anreichern, während das Ganze sich in guter alter Progressive-Manier durch sein düster geschichtetes Klanggemälde, welches von einem minimalistisch agierenden Untergrund getragen wird, hangelt. Letzterer scheint zwar nach dem Motto "Bloß nicht zuviel Druck!" monoton in die Welt hinein zu leben, gibt mit seinem gepflegtem Hang zur Entschleunigung dem Ganzen aber dennoch eine interessante Note, zumal er nicht ganz unverantwortlich für die Verdichtung der nebligen Stimmung im hiesigen Track zu sein scheint. Unter Vorbehalt schicke ich mal gesunde 4,75/6 in den Ring der Bewertungen... :D

    Der Monaque Remix, hinter welchem sich die russischen Landsmänner Alexej Monakhov (früher im Coldharbour-Umfeld unterwegs) und Sergej Ljubarskij alias Serge Que verstecken, nimmt diese Steilvorlage dann beim Wort und verpasst dem Originalthema ein äußerst druckvolles Gewand voller progressiver Durchschlagskraft, ohne dabei die sphärische Ader zu vernachlässigen. Sicherlich nicht ohne Grund erinnert mich das Ganze etwas an die Trackbauart eines Henry Saiz, welcher es für meinen Geschmack derzeit wie kein anderer versteht, die Hörerschaft mit seinen Tracks unweigerlich in Hypnose zu versetzen. Zunächst bändelt der Remix zwar noch mit einigem minimalen Geklicker, im Hintergrund sind jedoch schon die ersten düsteren Effektschwaden auf ihrer Einführungsrunde, ehe im weiteren Verlauf eine rollende Bassline ihr erstes vages Stelldichein gibt, mit zunehmender Dauer mehr und mehr zum unumstrittenen Vorwärtstrieb des Stücks avanciert und schlussendlich in leicht elektroid knarzender Instrumentierung endgültig den druckvollen Groove-Schulter umlegt (für mich jetzt schon DIE Bassline der ersten Jahreshälfte). Langsam, aber stetig schälen sich nun auch die ersten Originalmelodieandeutungen aus dem effektumschwirrten Untergrund des Ganzen und offenbaren in Zusammenarbeit mit dem gehaltvollen Drumming auf einmal ungeahnte Offensivkraft, während sich die Bassline zugunsten der passend zurechtgeschnittenen Melodiefragmente wieder leicht zurückzieht und damit den Weg freimacht für ein kleines Break. In selbigem mutieren letztere nun langsam, aber stetig zu flächigen Allzweckwaffen, welche insbesondere in sphärischer Hinsicht im Folgenden die Speerspitze des Remixes bilden werden, wenn sie zusammen mit dem wieder einsetzenden Drumming nicht nur das Intensitätspegel weiter nach oben treiben, sondern mit einigen Nadelstich-Alternativtönen dem Ganzen die sphärische Krone aufsetzen. In dieser Phase sollte das Ganze nicht nur die Tanzfläche im Sturm nehmen, sondern mit seiner kontrastreichen Kooperation zwischen dem düster-treibenden Untergrund und den immer flehender auftretenden Melodiespritzern mit der gewissen trancigen Note auch im hiesigen Forum über den Geheimtipp-Status hoffentlich bald hinauskommen. Abgerundet wird das Ganze schließlich durch eine weitere Drummingphase, in welcher die Bassline genüßlich ihre Ehrenrunde dreht und dabei nicht weniger als 5,5/6 von meiner Seite aus einstreicht. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Meine elitären Zehn im unterkühlten Wonnemonat Null Zehn:

    <01< Pryda - Emos --- Pryda Recordings
    >02> Ricky Ryan - Le Mystic --- BozBoz
    <03< Robert Babicz - Remote Kiss - Babiczstyle
    >04> Thomas Bjerring - Stratus EP --- Traum Schallplatten
    <05< 16 Bit Lolitas - 4v2 --- AnjunaDeep
    >06> Max Cavalerra - Resize Your Mind --- Broque
    <07< Faithless - Not Going Home [Eric Prydz Remix] --- [PIAS]
    >08> King Roc & Dimitri Nakov - Sao Paolo Nights --- Bedrock Records
    <09< Denis A - Ocean [Monaque Remix] --- DAR
    >10> Mat Zo - The Lost --- Anjunabeats

    :huebbel:

    Bin mit diesem gelungenen Track erst vor einigen Tagen auf der offiziellen TFP zum ersten Mal in Berührung gekommen, als der sich hinter dem Pseudonym Agulo versteckende Steve Brian das gute Stück in seinem vor stilsicheren Powerprog nur so berstenden Set an passender Stelle unterbrachte und dabei die mittlerweile sehr selten gewordene Gelegenheit am Schopfe packte, meine Wenigkeit für ein Vocalstück aus der frequentierten Nische zwischen Uplifting und Progressive zu begeistern. Da dieses Schema für meinen Geschmack in letzter Zeit in äußerst uninspirierter Manier mit vielen gehaltlosen Nullachtfuffzehn-Tracks ausgeschlachtet wurde, sticht Fire Sign mit den wunderbar verträumten Vocals von David Berkeley aus diesem Sumpf noch viel deutlicher hervor und weiß vor allen Dingen mit seiner kontrastreichen Mischung aus schwelgerischer Atmosphäre und druckvoll nach vorn stierendem Untergrund gehörig zu punkten. Ausgestattet mit einer effektvoll treibenden Stakkato-Bassline mit elektroidem Einschlag groovt sich das Ganze bereits nach wenigen Augenblicken in einen hypnotisierenden Fluss, welcher auch für einige aus Hintergrund hinausschwebende Melodieflächen nicht wirklich zu bändigen ist, sodass diese Mammutaufgabe im weiteren Verlauf daher kulanterweise an die Vocals weitergeben wird, in deren Gegenwart sich der enorm spielfreudige Untergrund in der Tat dann doch leicht zurücknimmt. In dieser Formation trauen sich schließlich auch die Melodieflächen wieder, ins Geschehen einzugreifen, um die Entwicklung der unbeschwerten Atmosphäre in Zusammenarbeit mit alsbald beginnender Pianountermalung weiter zu forcieren, ehe in der nächsten Phase erneut die Vocals einen Soloritt auf der kantigen Bassline wagen. Die nächsten sommerlichen Versatzstücke lassen allerdings nicht allzu lang auf sich warten, sodass das Ganze nun mit weiterer Flächenunterstützung gekonnt ins melodieselige Break hinübersegelt, in welchem David Berkeley in Kooperation mit den bekannten Melodieelementen nicht nur zunächst eine herrlich verträumte Stimmung heraufbeschwört, sondern auch die Pianotöne zu nicht geahnter Opulenz anwachsen. Das Ganze endet schlussendlich in einer Bilderbuch-Anschwillaktion, bevor im Anschluss die zu gewaltiger Größte angewachsenen Flächen auf der nach vorn donnernden Bassline reiten und zusammen mit sich alsbald dazugesellenden Vocals und Pianoklängen das Stück weiter sphärisch verdichten. Abgerundet wird diese Entwicklung dann von einem nicht minder sommerlichen Kurzbreak, ehe auf den letzten Metern noch einmal der druckvolle Untergrund kontrastreich auftrumpfen darf. Summa summarum Vocalpowerprog in Perfektion, der mir nicht weniger als 5/6 abluchst... :D

    Nachdem das Original von Not Going Home sich für meinen Geschmack dann doch etwas zu sehr an diesen gewissen einen Track, mit dem Faithless vor 14 Jahren ihren Durchbruch geschafft haben, anlehnt und der niederländische Vocalfanatiker mit seinem Remix Pfade einschlägt, die in der hiesigen Szene in letzter Zeit ausschließlich für Tiesto reserviert waren, beschränke ich mich im Folgenden einfach mal auf die Bewertung des als mehr als gelungen zu bezeichnenden Remix von Eric Prydz, welcher den guten Armin im direkten Vergleich äußerst bedröppelt dastehen lässt. Schließlich vereint die Überarbeitung des schwedischen Produzenten all das, was Letzterem fehlt, und präsentiert eine stimmige Mischung aus einem nach vorn treibenden Unterbau aus techhousigen und progressiven Versatzstücken, der charakteristischen Stimme von Maxi Jazz und den trancigen Melodiewellen aus dem Original, welche in den entscheidenden Momenten die sphärische Komponente des Ganzen in intensiver Manier in nicht geahnte Höhen verschickt. Zunächst liegt das Hauptaugenmerk jedoch auf der Entwicklung eines minimalistischen Drummings, welches anfangs noch mit horrorfilmartig verzerrten Vocalloops garniert ist, welche sich erst ganz allmählich in Richtung ihrer wahren Tonhöhe bewegen, während eine tänzelnde Stakkato-Bassline sich fast unmerklich aus der Unterwelt des Remixes hinausbewegt und alsbald als überaus potentes Druckmittel nicht mehr wegzudenken ist. Auch in einem ersten Break lässt diese nicht locker, wenn die Vocals erstmalig nicht in zerstückelter oder verzerrter Form auftreten und sich dabei von der unablässig groovenden Bassline den Bauch pinseln lassen. Aufgelockert wird das Ganze ab nun immer mal wieder von dezent eingefügten Anschwillmomenten, welche im weiteren Verlauf zusammen mit dem komplettierten Untergrund zudem eine sirrende Alternativfläche heraufbeschwören, mit welcher die bisherigen Elemente einen ersten verdichteten Höhepunkt feiern dürfen, ehe im Anschluss in kontrastreicher Manier wieder auf den minimalistisch tänzelnden Untergrund verwiesen wird. In Kooperation mit einer weiteren Vocalschwade wiederholt sich dieses beschriebene Aufbau-Spielchen jetzt noch einmal, bis im nächsten Break nicht nur die sirrende Fläche für Aufruhr sorgt, sondern mehr und mehr die trancig anmutenden Originalmelodietöne aus dem Hintergrund herausgefischt werden, sodass der Remix in dieser nach vorn effektierten Formation einem weiteren Verdichtungshöhepunkt entgegensieht. Zudem mischen sich einige gelunge Alternativtöne unter die intensitätsreiche Melodieebene, welche im Anschluss insbesondere zusammen mit dem Untergrund noch einmal ihre Peaktime-Affinität bestens unter Beweis stellen kann. Dem Track verleiht diese Entwicklung einen äußerst gelungenen Schlussakkord, ehe auf den letzten Metern die tänzelnde Bassline noch einmal eine kleine Soloeinlage aufs Parkett legt. Summa summarum ein Remix, der meines Erachtens das Optimum aus dem Original herausholt und sicherlich nicht ohne verdiente 5,25/6 die Heimreise antreten wird. :D

    N'Abend zusammen!

    Meine ausufernden Ausführungen möchten euch heute nach Argentinien entführen, welches hinsichtlich elektronischer Musik bereits seit längerer Zeit seinen Status als Entwicklungsland abgelegt hat - das bekannteste musikalische Aushängeschild stellt dabei sicherlich der Progressive-Liebhaber Hernán Cattáneo dar, wobei aus der zweiten Reihe stetig weitere interessante Produzenten dazustoßen. Ricardo Perez Costa mit seinem semi-innovativen Alliterations-Pseudonym Ricky Ryan gehört auf jeden Fall zu Letzteren, ist zudem, was Aussehen und Frisur betrifft, leicht mit Cattáneo zu verwechseln und scheint eine ähnliche Vorliebe für progressive Gefilde, welche sowohl mit minimalen und techhousigen als auch mit trancigen Versatzstücken keine Berührungsängste besitzen, in sich zu spüren. Nachzuhören gibt es diese feine Genremischung schon seit März in Form eines Two-Trackers auf BozBoz, dem immer wieder aus der Masse herausragenden Label des Prog-Altmeisters John Graham alias Quivver, welches für die beiden Stücke als Veröffentlichungsplattform imho geradezu prädestiniert erscheint. :yes:

    Äußerst minimalistisch gehalten deutet Suicide Hot zu Beginn zwar noch nicht wirklich daraufhin, dass wir es hier mit der optimistischeren Seite der digitalen EP zu tun haben, doch bereits die ersten wie ein Gebirgsbach durch das klickernde Drumming rauschenden Klangkaskaden deuten alsbald das sphärische Potenzial dieses Tracks an. Angereichert mit einigen sporadischen Effekten etabliert sich in dieser Phase zudem im Hintergrund eine wankende Fläche, welche immer mal wieder einige Ausrufezeichen in Form von subtilen Melodiefragmenten nach vorn schickt, während der Untergrund zunehmend groovender ausgeschmückt wird, ehe eine Stakkato-Bassline min ihrem monoton Arrangement etwas mehr Schwung in das Ambiente schubst. Diese Initialzündung nimmt auch sogleich eine Melange aus verzerrten Flächen und Effekten beim Wort und schickt nach einigen verwirrten Takten schließlich eine trancig tänzelnde Melodielinie in die Manege, welche nicht nur den zaghaften Flächen im Hintergrund in die Karten spielt, sondern auch in atmosphärischer Hinsicht einiges auf dem Kasten hat. Dies wird nicht nur im kommenden Kurzbreak deutlich, denn auch im Anschluss zusammen mit der nun weniger monoton agierenden Bassline sowie einigen zusätzlichen hektischen Tonhappen offenbart das Ganze nun mehr und mehr seine trancig anmutende Ader, welche schlussendlich in einem vielschichtigen Finale zu Höchstform aufläuft, bevor ein weiteres Kurzbreak die Szenerie zu einem Beruhigungsmoment einlädt und die stakkatierten Melodietöne im Anschluss die letzte melodische Runde in wieder minimalerer Umgebung einläuten. Alles in allem ein geschmackvoll progressiv austarierter Track, welcher sich mir nicht ohne verdiente 5/6 davonstiehlt. ;)

    Im Gegensatz dazu stürzt sich Le Mystic (nicht nur aufgrund des eindeutig voranmarschierenden Titels) wesentlich stärker in deep/progressive Gefilde voll mystischer Ausrankungen, wenn auch die Referenzen an minimale Gepflogenheiten der elektronischen Musik hier sicherlich nicht minder zum Vorschein kommen. Dies fängt bereits mit einem auf das Nötigste reduzierten Untergrund an, welcher allerdings dennoch mit Hilfe eines alsbald auf die Hörerschaft losgelassenen, mechanischen Klackerfragements in der Lage ist, das gewisse Etwas an Land zu ziehen. Daran rüttelt auch der Loop-Charakter dieses Elements vergebens und gibt sich im weiteren Verlauf somit lieber einem munteren Stelldichein mit einer düster rollenden Bassline sowie gespenstischem Hauchen im äußersten Hintergrund hin, während langsam aber stetig die ersten melodischen Andeutungen aus selbigem sich in dezenter Weise mehr und mehr Gehör schaffen. Dass mit wabernden Flächenextrakten in Zusammenarbeit mit stakkatierten Begleittönen auch eine sphärische Verdichtung in Richtung recht zwielichtiger Gefilde einhergeht, versteht sich dabei fast von selbst, sodass das Stück nun voll düsterem Elan ein Kurzbreak ansteuert, in welchem allerdings nicht die bekannten Melodieelemente im Fokus stehen, sondern glöckchenartige Alternativklänge die sphärische Regentschaft übernehmen und mit ihrer melancholischen Bauart im Anschluss auch das minimalistische Drumming zu betören wissen. Der gemeine Hörer erlebt das Stück in dieser Phase womöglich in seinem fragilsten und intimsten Gewand, ehe die restlichen Melodieversatzstücke sich im Folgenden in dezenter Manier wieder aus dem Untergrund herausschälen. Ein recht ähnliches Prozedere ist dann auch für ein weiteres Kurzbreak, in welchem das fast schon zur Gewohnheit mutierte, mechanische Klangfragment noch einmal auf sich aufmerksam macht, angedacht, bevor die komplettierte Melodieebene im Anschluss eine letzte Ehrenrunde in Sachen deeper Verzückung drehen darf. Ich sehe diesen Track im internen Vergleich auf jeden Fall noch ein Stück weiter vorn und komme daher nicht drumherum, saubere 5,25/6 aus meinem Bewertungskeller herauszufischen. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Auch von meiner Seite erstmal ein großes Lob an Steffen M. und sein Team für die Organisation der diesjährigen offiziellen TFP, welche mit dem Hangar am Hammer Flugplatz eine außergewöhnliche und für meinen Geschmack trotz Wellblechdach und Betonuntergrund äußerst charmante Veranstaltungslokation an Land gezogen hatten - wann finden sich direkt hinter dem DJ-Pult denn schon einmal stattliche Kleinflugzeuge als stille Beobachter der Szenerie ein!? Für die Anzahl der anwesenden Gäste, welche sich allerdings leider nicht wirklich als der erwartete "Ansturm" herausstellte (zu viele kurzfristig über den Jordan gegangene Autos, verstrahlte Datumsdreher usw.), wirkte das Ganze dann aber leider doch leicht überdimensioniert, zumal die Hälfte der Leute sich zumeist auch noch vor der Halle aufhielt (und das nicht nur während der schmackhaften Grillphase). Der Stimmung im Hangar, welche durch eine passende Lichtanlage und im Verlaufe des Abends immer häufigeres Betätigen der Nebelmaschine angeheizt wurde, tat dies jedoch keinen Abbruch, sodass sowohl zu lang nicht mehr gehörten Classics (Sandstorm von Darude, The Nightfly von Bimmel & Bommel und Airwave von Rank1) bei Martin F. Lizard als auch bei gepflegtem Powerprog bei Steve Brian das Tanzbein geschwungen wurde. Letzter lieferte dabei mit seinem Set in meinen Ohren (und auch in denen vom Andru, wie ich aus sicherer Quelle weiß) eindeutig den musikalischen Höhepunkt der TFP und brillierte mit druckvoll-elektroiden Basslines en masse sowie dem gewissen sphärischen Etwas - am besten verdeutlicht durch mehrere Tracks von Mat Zo sowie der Faces-Kollaboration zwischen Andy Moor und Ashley Wallbridge. Nicht vergessen werden soll hier jedoch auch das vor Eigenproduktionen nur so wimmelnde Set von Pieter Baton inklusive dem wunderbaren Gui Boratto Remix von Massive Attack's Paradise Circus, der enorm nach vorn gehende Vasaris mit seinem Mini-Synthie und die Live-Vocals mit Kopfhörereinsatz als Mikrofonersatz bei Dennis Scheppert, welcher imho aber später für meinen Geschmack sich zu sehr in vocallastigen Gefilden aufhielt und (aus den bereits erwähnten Gründen) dann auch enorm an Lautstärke einbüßen müsste. Alles in allem ein gelungener Abend, der natürlich nicht minder von der Begegnung mit neuen und alten Gesichtern wie Aiiwa, toe, Westi, OceanGreen, Cileos, Pieter Baton, Martin F. Lizard, Brede etc. (ein dickes Sorry an alle, die sich hier wahrscheinlich zu Unrecht nicht aufgelistet sehen) profitierte und für den Andru und meine Wenigkeit eine wunderbare Gelegenheit darstelllte, nach langer Zeit mal wieder "in Trance" zu schwelgen - zur Gewohnheit wird das aber dennoch nicht mehr bzw. wieder werden, da bin ich mir ziemlich sicher... ;)

    Da nur leider anscheinend irgendwelche Deppen während der Party mein Rad mit ordentlicher Wucht in eine Hecke gekickt haben, musste ich die Heimfahrt leider ohne Vorderlicht (sprichwörtlich total im Eimer) antreten und zur Krönung hat der Andru dann auch noch seinen Zug nach Dortmund verpasst - wir scheinen also nicht die einzigen gewesen zu sein, die ein Ende mit Schrecken erlebten...

    Muss mich hier auch noch einmal ausdrücklich für die Vorstellung von Diana Beach bedanken, ansonsten wäre dieses wunderbar sphärische Kleinod aus einem druckvoll techhousigen Unterbau, sommerlichem Ambiente und melancholischen Pianospritzern wohl völlig zu Unrecht an mir vorbeigezogen - schließlich ist es eine wahre Wonne, sich den Klängen dieses Tracks des mir bisher unbekannten Andrewboy hinzugeben! Zunächst liegt das Hauptaugenmerk des Ganzen dabei auf der progressiven Entfaltung eines geschmackvollen Grooves, welcher melodische Elemente zwar nur in Form von stakkatierten Hintergrundtönen in seiner Nähe duldet, zusammen mit einem alsbald initiierten Basslinestottern aber zunehmend clubaffiner auftritt und das Schielen in Richtung Tanzfläche zudem mit diversen interessanten Effekten garniert. Glücklicherweise stellen die mal mehr, mal weniger offensiv auftretenden Tonsprengsel allerdings nicht das Ende der melodischen Fahnestange dar, sondern dürfen sich im weiteren Verlauf auf die vermehrte Unterstützung warmherziger Flächenextrakte freuen, wodurch das Stück vor allen Dingen in sphärischer Hinsicht einen entscheidenden Schritt in Richtung sonnenverwöhnter Gefilde macht. In der nächsten Phase werden zwar auch die flächigen Melodieklänge in den omnipräsenten Häcksler getrieben, dies hält die nun wieder wesentlich monotoner arrangierten Elemente aber dennoch keineswegs davon ab, mit einem Break das sphärische Herzstück des Tracks einzuläuten. Selbiges profitiert hierbei vor allen Dingen von heranwehenden Flächen sirrender Bauart, welche die stakkatierten Elemente für sich vereinnahmen, somit den Weg freimachen für die Verdichtung der verträumt agierenden Atmosphäre und schlussendlich in Kooperation mit der erneut einsetzenden Kickdrum auch vor einigen sehnsuchtsvoll aufgeladenen Pianotönen nicht zurückschrecken. Nach so viel ansteckender Gefühlsduselei darf dann im weiteren Verlauf nach einer dezenten Anschwillaktion der beteiligten Flächen auch das druckvolle Techhouse-Schippern mit seinen monotonen Stakkatoklängen ruhig zurückkehren, zumal das Stück in dieser Phase immer noch einige subtile Reminiszenzen an das Break mit sich herumträgt. Alles in allem kommt meine Wenigkeit auf jeden Fall nicht drumherum, diesem vor Fernweh nur so strotzenden Track nicht weniger als euphorisch ummantelte 5,5/6 zu widmen und die Hörempfehlung an alle Tellerrandinteressierten im hiesigen Forum weiterzugeben. Cheers! :D

    Irgendwie stimmen da die Verhältnisse nicht so richtig: Ribéry wird für ein nicht wirklich absichtlich begangenes Foulspiel, welches im Nachhinein sogar vom betroffenen Lisandro Lopez entdramatisiert wird, mit Rot und drei CL-Spielen Sperre belegt, wobei anschließend sämtliche Instanzen vom Wörtchen Strafmilderung anscheinend noch nie etwas gehört haben und "Prügelprinz" Boateng erhält für sein (in meinen Augen zweifelsohne absichtliches) brutales Foul, durch das für Michael Ballack nun endgültig der WM-Zug komplett abgefahren ist, nur den gelben Karton. Wie sieht's in solch einem Fall eigentlich mit einer Anzeige wegen Körperverletzung aus...!? ;)

    Das Motto kann ab nun auf jeden Fall nur noch heißen "Jetzt erst recht!" - und das gilt sowohl für meine Bayern als auch für die Nationalmannschaft... :yes:

    N'Abend zusammen!

    Es existieren für meinen Geschmack nicht allzu viele Labels, von denen mit breiter Brust behauptet werden kann, dass sie seit vielen Jahren unermüdlich eine qualitativ hochwertige Veröffentlichung nach der anderen auf das gemeine Volk loslassen und dabei zudem bestens ohne irgendwelche obskuren Genre-Scheuklappen auf den Ohren auskommen. Die Kölner Traum Schallplatten gehören auf jeden Fall eindeutig zu dieser seltenen Spezies und werden zudem nicht müde, auch in 2010 die sphärische Fahne innerhalb der von Minimalismus und techhousiger Attitüde geprägten elektronischen Welt hochzuhalten - aktuelles Beispiel gefällig!? Mit der vor einigen Wochen veröffentlichten Stratus EP, dem Debüt des mir bisher nicht untergekommenen dänischen Produzenten Thomas Bjerring, dürften sicherlich nicht nur alle Freunde des gewissen subtilen, melodischen Etwas auf ihre Kosten kommen, denn irgendwann sind auch die härtesten BPM-gesteuerten Jungs reif für die gepflegte Afterhour, in der sie schließlich von nur vermeintlich biederen Melodiefragmenten in die Regeneration geschickt werden... :p

    Stratus als Titeltrack entpuppt sich in dieser Hinsicht jedenfalls als überaus passendes Entspannungswerkzeug, welches von Beginn keinen Hehl aus seiner Intention macht, wenn in einem Intro leicht düster geratene Schummertöne auf eklektisches Tonwabern in hellen Klangvariationen sowie ein äußerst spannendes Vocalsample treffen und damit sogleich einer wunderbar verträumten Atmosphärenschwade Tür und Tor öffnen. Im weiteren Verlauf schleicht sich zwar ein betont zurückhaltend klickerndes Drumming unter die Melodieelemente, ist aber zunächst nicht so recht in der Lage, eigene Akzente zu setzen, sodass die Hörerschaft schnell im ersten Break landet, in welchem die verschwommene Tonfolge vom Beginn erneut auf sich aufmerksam macht, ehe zusammen mit einer herangeisternden Bassline monotoner Bauart schließlich doch noch die gewisse Portion Druck ausfindig gemacht werden kann. In dieser Phase geraten die sphärischen Ausrufezeichen zwar kurzzeitig in eine Warteschleife, mit einem sich alsbald andeutenden, weiteren Break rückt jedoch das stets aufs Neue begeisternde Vocalsample, welches mich vor allen Dingen mit seinem unwiderstehlichen Charme stets um den Finger zu wickeln weiß, wieder in den Blickpunkt, um in Kooperation mit dezenter, aber vielseitiger Flächenarbeit die verträumte Ader des Ganzen mehr und mehr herauszuarbeiten. Und auch wenn sich zusammen mit dem Drumming "nur" das melancholische Pendant dieser Flächen etablieren kann, so sind es doch die immer wieder hervorragend platzierten Vocalsamples und Kurzbreaks, welche den Track weiter in seiner progressiven Bauweise unterstützen. Dies bedeutet allerdings, dass auch im letzten Trackdrittel einige drummingorientierte Momente eingelagert sind, welche ihrem Ruf als kontrastreiche, auf das in Moll gehaltene Outro vorbereitende Phase jedoch bestens nachkommen. So führt schlussendlich kein Weg an imho verdienten 5,25/6 vorbei. :yes:

    Dass auch Republique mit dieser besonderen Mischung aus minimal-techhousigem Untergrund und feinsinnig austarierten Melodiesprenkeln aufwartet, wird allerdings zunächst nur recht zaghaft demonstriert, da das durch Basswabern eingeleitete Intro vor allen Dingen auf der Entfaltung eines monotonen Klangelements besteht, welches sich in seiner verschwommenen Bauart alsbald mit einem äußerst trockenen Drumming arrangiert. Hat sich hierbei allerdings erst einmal eine verschmitzt torkelnde Bassline im Untergrund etabliert, so wirkt auch die Einflugscheine für verwirrte Melodieversatzstücke zunehmend ungefährlicher, ehe im weiteren Verlauf sogar eine leicht zwielichtig auftretende Melodiefolge mehr und mehr Gefallen an der sphärischen Verdichtung des Stücks findet und das Ganze nun in abwechslungsreichen Tonhöhen mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung Break stapfen lässt. Hier erwartet den gemeinen Hörer zudem verschachtelt-effektiertes Hintergrundtröpfeln, welches sich alsbald mit einer surrenden Basslinewand vereint und damit die brodelnde Basis für die bekannten Melodietöne, welche hierbei desweiteren einen kleinen Spaziergang in flächige Landschaften unternehmen, bildet. Das Drumming will sich allerdings nicht in dieser Form abspeisen lassen und präsentiert im Anschluss erst einmal eine perkussiv orientierte Phase, welchen ihren Reiz insbesondere als Kontrastpunkt zum sphärischen Break erhält, ehe im Folgenden schließlich die große Versöhnungsgeste dieser beiden Hauptkontrahenten des hiesigen Tracks ansteht. Bei dieser muss die Bassline zwar aus der Distanz zuschauen, darf sich allerdings recht bald wieder einmischen, wenn alternative Melodieelemente (in Form einer subtil tänzelnden Melodielinie im Untergrund sowie kaskadenartigen Einwürfen) an die Stelle der etablierten treten und einmal mehr die Wandlungsfähigkeit des Stücks untermauern. Schließlich geben sich in dieser Phase zwielichtige, verträumte und positiv aufblühende Melodieelemente die Klinke in die Hand, bevor das Ganze in einem flächigen Outro mit Genugtuung seine 5,5/6 entgegennimmt. :D

    Beim dritten Repräsentanten der EP, welcher auf die vorgerückte Uhrzeit 2:45 hört, handelt es sich schließlich im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern vielmehr um ziemlich gelungene dreieinhalb Minuten elektronischer Popmusik, welche für meinen Geschmack ebenfalls ihre Reize besitzt. Dies dürfte vor allen Dingen an den bestens sitzenden Melodiestrukturen liegen, welche auf einem angenehm groovend arrangierten Untergrund inklusive immer wieder in verschieden stark ausgeprägten Facetten auftrumpfender Basslinewand fußen und zudem eine am passendsten als beseelt zu bezeichnende Zusammenarbeit mit den sphärischen (männlichen) Vocals von David Skog eingehen. Vereinzelte Streichereinsätze runden dabei die hoffnungsvollen Klänge der hiesigen Atmosphäre ab und sorgen dafür, dass schnell auch die letzten Zweifel an der Rechtmäßigkeit verdienter 5/6 in Staub zerbröseln... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    [Räusper-Modus]

    Ich glaube, ich habe euch nun bezüglich meines Erscheinens bei der offiziellen Tranceforum-Flugzeughangar-Offensive wirklich lang genug auf die Folter gespannt. Mit sofortiger Wirkung verkünde ich daher vollmundig, dass auch der hammer sich am Freitagabend auf die beschwerliche Reise durch das halbe Stadtgebiet zum Flugplatz in den Lippewiesen begibt (werde natürlich stilecht mit dem Fahrrad bei euch vorbeischauen), um sich der ein Bild unserer illustren Gemeinde zu machen. Wir sehen uns!

    [/Räusper-Modus]

    :p