Kuffdam "Network"

  • Der schottische Metallicafan Kuffdam hat am letzten Freitag sein Debütalbum auf Vandit (Vandit090) releast. Neben schon bekannten Tracks in einem neuen Gewand, bietet dieses Album eine Handvoll neuer clubbiger uplifting Tracks. Das Album ist ungemixt und es befinden sich ausschließlich clubfähige Versionen drauf, als DJ muss man also nicht auf gesonderte Releases warten.


    Tracklist
    1. Summer Dream (Sunset On The Beach Mix)
    2. Turn Your Hand To This
    3. The Last Time (feat. Lo-Fi Sugar)
    4. Shagadelic
    5. Burning Up
    6. Network Jam
    7. No Way Out
    8. Heroes
    9. The Ones We Loved (feat. Terry Ferminal)
    10. Dream Makers (The Album Mix)



    Mit Summer Dream (Sunset On The Beach Mix) wir einem eine der Meldodien der Jahre 2004/2005 wieder in Erinnerung gerufen. Der neue Sunset On The Beach Mix führt dabei vertäumt in das Album ein. Von den urspünglichen Flächenteppich bleiben nur Andeutungen, welche jedoch ausreichen, um fast schon melanchonisch an die Party der oben genannten Jahre zurück zu denken, wo dieser Track quasi schon tot gespielt wurde.


    Turn Your Hand To This lässt es dann schon etwas schneller angehen und es wird schnell klar, dass dieser Track als Verbindung zwischen dem sanften Opener und den dann folgenden Clubtracks zu verstehen ist. Die Nummer wird dominiert von einem simplen, aber mindestens so eingängigen Electrogroove.


    The Last Time (feat. Lo-Fi Sugar) ist ein solider Trancetrack mit einfachen, allerdings nicht wirklich prägnanten Vocals von Lo-Fi Sugar. Erinnert mich irgendwie an die typischen Tranceproduktionen der Jahre 2000-2005. Gerade das macht den Track wieder sympatisch. Im Gegensatz zu den heutzutage aktuellen Trancetracks, welche oftmals mit Vocals geradezu überladen sind und daher eher an Pop als an Tranceproduktionen erinnern, bietet dieser Track eine gelungene Abwechslung. Gleichzeitig erzeugt die Scheibe eine ziemlich verträumte Stimmung.


    Ab Shagadelic ist es nun endgültig vorbei mit der Schmuserei. Gleich zum Anfang wird man pumpend und knarzend begrüßt. Dies zieht sich über den gesamten Track durch und wechselt sich teilweise mit sphärischen Pads ab. Kein Track für die Primetime, eher für den frühen Abend.


    Mit Burning Up folgt nun die bereits veröffentliche Vorabsingle und ab jetzt gehts kompromisslos nach vorne, welcher hier im Forum bisher nicht allzu große Aufmerksamkeit erntete. Der Track ist Kuffdam typisch eher dunkel als frohlich und die Vocals von Terry Ferminal kreieren eine wundervolle Atmosphäre.


    Mit Network Jam nähert man sich immer mehr dem Höhepunkt des Albums. Das Tempo wurde wieder angezogen, die Breaks sind uplifitng par excellence.


    No Way Out ist ein sehr durchdachter, bis ins Detail perfekt ausgefrickelter Trancetrack für die großen Arenen. Es knallt, es rumpst, es wird mit Effekten gespielt und das Break ist auch wunderschön. Ein absolut sphärischer voller Synthieklangteppich runden das Bild dieser Scheibe ab. Einfach nur fantastisch.


    Heroes ist nicht ganz so stark wie No Way Out, aber immer noch ganz nett.


    Zum Abschluss präsentiert Kuffdam die bereits bekannten Tracks The Ones We Loved und Dream Makers in einem neuen Gewand. TOWL gefällt mir dabei besser, es ist leicht breakig ohne dabei sein Trancegewand aufzugeben oder etwas an seiner Clubtauglichkeit zu verlieren. Die düstere pumpende Bassline bleibt erhalten, das Arrangement wurde fast komplett umgeworfen, man wird länger auf die Folter gespannt bis es dann endlich final losballert.
    Dream Makers war mir als Single schon nicht sonderlich sympathisch und wird es durch diesen Albummix auch nicht.


    Wer sich nun fragt, weshalb das ein Soloalbum von Kuffdam ist und dennoch die bekannten Tracks an der Seite vom Plant beinhaltet, dem sei das Interview auf trance.nu ans Herz gelegt.




    Überaus gelungen finde ich auch das Artwork des Covers.

  • Also ich bin hellauf begeistert. Schon der chillige Mix von Summer Dream ist ein wahrer Hörgenuss ! Bei Turn Your Hand This habe ich bereits das Gefühl, dass man hier an Trance der guten alten Zeiten anknüpft und überhaupt ist das gesamte Album herrlich zurückhaltend. Viele Stücke wirken sehr melancholisch ( siehe Heroes ) und manchmal sogar etwas düster melancholisch. Die wenigen Vocal-Tracks sind äußerst gelungen: Last Time , Burning Up und der Oberburner " The Ones We Loved " sind das beste Bespiel wie man dem Trance Vocals verpassen kann ohne das es billig und nach 08/ 15 -Musik klingt. Alles ebnet sich perfekt ein und erzeugt eine emotionale Stimmung, die so manches Mal fast zum heulen schön ist.


    Für mich in eines der besten Alben der letzten Zeit. Denn hier wird man nicht von Tralala genervt und bekommt innovativen , echten Trancesound ohne belanglosem Elektrogedudel zu hören. Man merkt, dass dieses Album vom Herzen kommt und nicht für einen Major zurecht gemacht wurde.


    EDIT: Tja schon erschreckend, dass so ein Album nur mit zwei Beiträgen gewürdigt wird. Entweder ist es an vielen Leuten spurlos vorbeigegangen oder es liegt tatsächlich an seiner großen Eigenständigkeit, denn von diesen typischen Armada-Tracks ist es doch sehr weit entfernt. Für mich immer noch 6 Punkte wert.