Myon & Shane 54 "Not a lot left / The beach"

  • Artist: Myon & Shane 54
    Titel: Not A Lot Left / At The Beach
    Label: Anjunabeats (Okt. 2008)
    Format: Vinyl, CD, mp3



    Die erste eigene Produktion von Myon & Shane54, die in den letzten Wochen besonders zu zahlreiche Remixe von sich hören gemacht haben. Die Remixe gelingen den Ungarn dabei mMn deutlich besser als die Titel auf dieser Platte. Keine schlechte Musik, aber es begeistert mich nicht übermässig.


    Not A Lot Left: 3.5 / 6
    At The Beach: 4 / 6

  • Auch wenn die letzten Remixarbeiten des ungarischen Duos Mÿon & Shane 54 wirklich ausnahmslos gelungen waren, dümpeln diese beiden neuen Eigenproduktion nun eher im gesunden Mittelfeld durch die Gehörgänge, ohne dabei einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. :hmm:


    Der pragmatische Titel Not A Lot Left bringt es dabei knallhart auf den Punkt, denn allzu viel bleibt hier auch nach mehreren Hördurchgängen in der Tat nicht im Gedächtnis hängen. Zudem orientiert sich das Ganze recht unverfroren an Deadmau5' Jaded, einem meiner Lieblingsstücke des Kanadiers, wobei bisweilen sogar das Gefühl aufkommt, dass hier nur das Drumming nuancenhaft verändert und einige alternative Melodieschnipsel in Form von fluffigen Sommertönen dazuaddiert wurden. Als wäre das nicht bereits genug an suboptimalen Startvoraussetzungen, tauchen in der Anwesenheit von einigen kleinen Breaks immer wieder für meinen Geschmack völlig deplatziert wirkende Vocalsamples auf, welche auf den ersten Blick wie Jingles eines (Internet-)Radiosenders um die Ecke kurven, sich aber zum Grauen des Hörers wirklich als aktive Bestandteile dieses Tracks herausstellen. Dass sich dennoch insgesamt so etwas wie eine entspannt sommerliche Atmosphäre breitmachen kann, dürfte allein an der herrlichen Vorarbeit der hiesigen "Inspiration" liegen, welche sich erhobenen Hauptes qualitativ einige Etagen über der Version von Mÿon und Shane 54 erhebt, welcher ich daher auch nur wenig euphorisierende 3/6 gönnen mag. :shy:


    Mit At The Beach tappen die beiden Ungarn dann ein weiteres Mal ins Fettnäpfchen - allerdings nur aufgrund der Wahl des Titels, welcher gut und gerne den Preis für den abgedroschensten Tracknamen entgegennehmen könnte. Inhaltlich gibt sich das Ganze hier nämlich glücklicherweise eine gutes Pfund eigenständiger, auch wenn hie und da wie schon bei einigen ihrer Remixe eindeutige Anleihen von Michael Cassette auszumachen sind. Hier ist es dabei vor allen Dingen die gelungene Retro-Affinität, welche das Trackbett aus flexibel groovender Bassline, einer arpeggierten Tonfolge im Hintergrund sowie einzelner klarer Synthie-Einwürfe umgarnt und in Zusammenarbeit mit einigen balearischen Vocalschnipseln für ein unbeschwert sonnig durchwehtes Flair sorgt. Ein passend eingesetztes Break setzt zudem eine weitere sommerliche Tonfolge frei, welche entfernt an Joonas Hahmo erinnert, aber dennoch genug Klasse besitzt, um diesem Track den letzten Feinschliff zu verpassen. Ein weiteres Kurzbreak sieht dann im weiteren Verlauf die Intensität der Melodieelemente wieder schwinden, sodass sich das Stück auf seinem Schlussspurt voll und ganz auf seine eindeutigen Ansagen von Geschlechtsverkehr am Badestrand, untermalt vom locker ausgroovenden Untergrund, konzentrieren kann. Alles in allem wesentlich ansprechender als sein Vorgänger und mit überaus soliden 4,5/6 sicherlich recht überzeugend dekoriert. :yes: