Beiträge von hammer

    N'Abend zusammen!

    Ich möchte heute die Gelegenheit beim Schopfe packen, euch ein bisher leider noch unveröffentlichtes Stück des Kölner Produzenten Robert Babicz näherzubringen, welches für meinen Geschmack auch bestens auf seinem vor einigen Wochen auf Systematic Recordings veröffentlichten Album Immortal Changes aufgehoben gewesen wäre. Dort hätte dieses auf den Namen Remote Kiss getaufte, wunderbare Kleinod aus progressiven, techhousigen und trancigen Gefilden sogar der inoffizielle Höhepunkt der doch recht ambient gehaltenen Trackansammlung werden können, stattdessen hat sich der Gute das Stück aber für sein neues Label Babiczstyle, dessen Geburtstermin in absehbarer Zeit bevorsteht, aufgehoben, sodass dieses dann eine mehr als würdige Debütveröffentlichung aufweisen kann. Ein VÖ-Datum steht zwar zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, doch so lang können sich sowohl alle Freunde des Babicz'schen Klangkosmos als auch all diejenigen, die es noch werden wollen, an dieser (geschmackvoll auch in visueller Hinsicht) oder jener Stelle an den herrlich subtil-sphärischen Klängen laben. :yes:

    Dass Remote Kiss sich allerdings nicht nur auf die Ausarbeitung gehörgangsumscheichelnder Melodieversatzstücke konzentriert, wird bereits beim einleitenden Knarzbassfragment à la Babicz deutlich, mit welchem von Beginn an deutlich gemacht wird, dass der hiesige Track sich keinesfalls als akustische Kaffeefahrt versteht. Dezente Klickereffekte und ein weiteres markantes Basslinefragment, welches mit seinem seltsam wippenden Charakter für eine ganz eigene Definition von Groove sorgt, stehen dann im Anschluss im Vordergrund, während im äußersten Hintergrund monotone Stakkatotöne den Blick nach vorn richten und dabei in steter Regelmäßigkeit vom immer wieder aus den Untiefen des Tracks auftauchenden Knarzbassgrollen angestachelt werden. Zudem trauen sich nun mehr und mehr perkussive Elemente in den minimalistisch arrangierten Untergrund, welcher sich damit in gebührender Weise auf die baldig erwartete Ankunft eines wundervoll verträumten Melodiefragments vorbereitet, das sich trotz bzw. gerade besonders aufgrund seiner herrlich unaufgeregten Instrumentierung zunehmend in die Herzen der Hörerschaft spielt und nebenbei das Ganze auch in sphärischer Hinsicht mehr als beglückt. Schließlich macht sich im weiteren Verlauf auch eine subtile Alternativmelodiefolge auf den Weg hinaus aus dem leicht düster agierenden Hintergrund, wobei ihr stetig Steine in Form von knarzenden Bassfragmente in den Weg gelegt werden; selbige präsentiert sich allerdings erstaunlich zäh und kann sich damit alsbald in zweiter Reihe hinter den immer wieder passend eingeworfenen und herrlich schwebenden Melodietönen etablieren. Mit weiteren stakkatierten Begleittöne setzt sich die progressive Melodieentfaltung dann fort, ehe ein äußerst fließender Übergang ins anstehende Break inszeniert wird, in welchem die Melodieebene schließlich ihre intensivste und vielfältigste Phase erlebt, wenn die bisherigen Elemente von harmonischen Flächen und allerlei flackernden Versatzstücken beseelt werden. Die knarzigen Nadelstiche lassen sich zwar auch in dieser Formation nicht wirklich abschütteln, sorgen aber für markante Kontrastpunkte in der verträumten Atmosphäre, welche in Kooperation mit dem Drumming im letzten Trackdrittel aber wieder auf die bekannten Tonfolgen aus der zweiten Reihe reduziert werden, ehe das Ganze sich fast unbemerkt in ein Outro verwandelt und von meiner Seite aus mit überaus gehaltvollen 5,75/6 verabschiedet wird. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Wenn sich schnörkellos tickende Techhouse-Rhythmen mit zurückgelehnten Melodiefragmenten verbrüdern und zudem Gevatter Deep House beizeiten nicht wirklich abgeneigt gegenübertreten, handelt es sich nur noch um einen Katzensprung, bis die durch die Kollaboration zwischen King Roc und Dimitri Nakov entstandene Sao Paolo Nights EP in den Gehörgängen erschallt...

    Die entspannten Gefilde dieses Two-Tracker werden auf jeden Fall von Jardin Nights bedient, welches hierbei vor allen Dingen durch seine irgendwo zwischen mediterranem und südamerikanischem Laissez-Faire angesiedelten Melodiestrukturen punkten kann. Zunächst liegt das Hauptaugenmerk jedoch auf der Entfaltung eines wunderbar groovenden Untergrunds, wenn es sich dort ein monotones Basslinefragment zunehmend bequem macht und zusammen mit sporadisch hinzugefeuerten Rasseltrommeln schließlich mit den ersten unaufgeregten Melodietöne, welche sich im Folgenden mehr und mehr als ruhende Stütze der Melodieebene etablieren, angebandelt wird. Im Schlepptau geraten dann auch einige verlaufene Alternativtöne sowie eine langsam, aber stetig heranschleichende Fläche, welche in einen sirrenden Farbton getunkt wurde, in den Fokus des gemeinen Hörers, ehe nach einem ersten Quasi-Break die melodischen Elemente wieder auf die leicht stoisch wirkende Tonfolge vom Beginn reduziert werden. Wie zu erwarten zeigt sich die Haltbarkeit dieses Zustands jedoch nur äußerst begrenzt, sodass schon nach wenigen Momenten die nun sprichwörtlich immer mehr auf den Punkt schielenden Alternativtöne sowie die sirrende Klangfläche erneut mit ins Boot genommen und in dieser Formation gemütlich-groovend die letzten Takte vor einem herannahenden Break begangen werden. In Letzterem scheint die bekannte Tonfläche zwar zunächst nur eine unbedeutende Nebenrolle zu spielen, wenn sie sich zugunsten der nun eine gute Ecke exotischer inszenierten Alternativtöne in ihr Refugium zurückzieht, die sphärische Intensivierung zum Ende des Break wäre dann allerdings ohne das alsbald von vorn beginnende Anschwillen der sirrenden Fläche nicht vorstellbar. In Kooperation mit dem Drumming avanciert schließlich die beruhigende Melodiestützte erneut zum kurzzeitigen Alleinunterhalter, ehe sich nach dieser Deeskalationsphase auch wieder einige verträumte Fragmente der Alternativtöne in den Raum trauen und diesen trotz ihres subtilen Auftretens sogleich mit ihrem sphärischen Charme befüllen. Ein flächiges Kurzbreak rundet den Track dann im Anschluss in gelungener Manier ab, sodass der Vergabe hochtrabender 5,25/6 für meinen Geschmack nichts mehr im Wege stehen sollte. ;)

    Alameda Jau versteht sich im internen Ränkespiel dagegen als druckvolle Alternative zur akustischen Hängematte seines Vorgängers und trägt dabei vor allen Dingen ihr techhousig arrangiertes Tanzflächen-Gen voller Stolz zur Schau. Um der Zuhörerschaft dieses Gefühl glaubhaft zu übermitteln, benötigt das Ganze daher auch nur wenige Augenblicke, wenn im Intro eine gefilterte Kickdrum auf technoid verzerrte Vocals und ein leicht zwielichtig anschwillende Klangfläche trifft, bevor im Anschluss mit der Konzentration auf das Drumming endgültig Nägel mit Köpfen gemacht werden. Einzig ein in Loop-Manier auftretender, verschwommener Effekt sowie die baldige Entwicklung einer im Hintergrund tänzelnden Melodieandeutung besitzen das Privileg, den angenehm nach vorn drückenden Techhouse-Untergrund, welcher vor allen Dingen durch eine herrlich groovende Bassline die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, zunächst zu begleiten. Abwechslung stellt für den Track im weiteren Verlauf jedoch keineswegs ein Fremdwort dar, dürfen doch beispielweise in einem Kurzbreak eine etwas markanter auf den Plan tretende Zweitonmelodie sowie der leicht matschig wirkende Sog der Klangfläche vom Beginn für ein sphärisch verdichtetes Intermezzo sorgen. Erstere scheint dem Drumming dabei so gut gemundet zu haben, dass es schließlich sogar mit in die nächste Phase übernommen wird, im Folgenden dann ihrer Berufung alle Ehre macht und aus der matschigen Hintergrundfläche druckvolles Tonwabern herauskitzelt. Mit diesem im Gepäck wird dann schließlich das nächste Break angesteuert, in welchem das Ganze sein interessantes Faible für progressive Effekt- und Melodiesteuerung perfektioniert und in einer druckvoll anschwillenden Klangfläche pyrotechnisch gekonnt ins Trackfinale übersetzt. In selbigem regiert zwar zunächst wieder das wunderbar groovende Drumming, wabernde Tonflächen sowie die markante Zweitonmelodie haben sich jedoch nicht allzu weit vom Track entfernt, sodass nach diesem letzten Zusammenspiel aller Elemente dann auch mit dem Rückbau begonnen werden darf. Die verdienten 5/6 sind in dieser Phase schließlich schon längst unter Dach und Fach gebracht... :D

    Sicherlich nicht die stärkste EP der beiden niederländischen Progressive-Lichtgestalten Peter Kriek und Ariaan Olieroock unter ihrem Projektnamen 16 Bit Lolitas - andere Genrevertreter wären jedoch glücklich und froh, dieses Niveau in ihren besten Produktionen wenigstens einmal zu erreichen... :p

    Für die digitale A-Seite Singularity scheinen die beiden ihr charakteristisches Klangspektrum auf jeden Fall etwas zu lang in der Uplifting-Waschstraße geparkt zu haben, sodass das Ganze nun einen gehörigen Schuss äußerst trancig-offensiver Melodiestrukturen intus hat, welche sich zu Beginn allerdings noch als vage Andeutungen bedächtig im Hintergrund halten. Stattdessen liegt das Hauptaugenmerk zunächst einmal auf der Entfaltung eines angenehm groovenden Untergrunds, welcher nicht nur von einigen klickernden Effekten passend umflankt wird, sondern alsbald auch eine wunderbar deep schimmernde Basslinewand auf dem Silbertablett serviert, während parallel dazu die Melodietöne eine erste Laut/Leise-Kombination aus dem Ärmel schütteln. Nach dieser kurzzeitigen Intensitätssteigerung steht im weiteren Verlauf jedoch wieder das groovende Trackgerüst im Vordergrund, welches die Melodiestücke zwar in den grummelnden Hintergrund verbannt und einigen fluffigen Alternativtönen die große Bühne überlässt, weitere Anschwellaktion können jedoch auch in dieser Formation (glücklcherweise) nicht vollständig unterbunden werden, ehe der Track in einer solchen schließlich in sein Break überläuft. Dieses konfrontiert die bekannten Tonfolgen nun mit entspannten Alternativtönen in verträumter Glockenspieloptik, welche der Atmosphäre eine interessante Note zu verleihen wissen, von der sich im Folgenden auch die trancige Hauptmelodie inspiriert zeigt und in Kooperation mit dem bestens groovenden Untergrund mehr und mehr Initiative übernimmt, die sphärischen Gefilde des hiesigen Stücks markanter zu beeinflussen. Die in diesem Zusammenhang inszenierte Verwandlung in eine trancig-flächige Melodiefolge geschieht wiederum in schön fließend-progressiver Manier, welche ihren Höhepunkt dann in einem Kurzbreak erreicht, wenn zusätzliches Effektanschwilllen angeheuert wird, ehe der Toncharakter im Anschluss wieder erheblich stakkatierter auftritt und das Ganze zusammen mit einer sirrenden Fläche sowie den knisternden Effekten einen kaum minder spannenden Endspurt hinlegt. Alles in allem eine interessante Mischung aus Uplifting-Versatzstücken in einem progressiven Umfeld, welche schlussendlich mit einer Punktlandung auf imho verdienten 5/6 ins Ziel gelangt. :D

    Im direkten Vergleich stürzt 4v2 sich dann wesentlich intensiver in ein von mystisch orientiertem Deep Progressive House aufgeworfenes Labyrinth, ohne dass dabei das Händchen der 16 Bit Lolitas für die gewisse Portion melodischer Rafinesse außer Acht gelassen wird. Zu Beginn ist die gemeine Hörerschaft dennoch zusammen mit einem überaus zwielichtig wirkenden Drumming auf sich allein gestellt, während vermehrt auftretende Effekte, welche allem Anschein nach in einer abgründigen Höhle aufgenommen wurden, das düstere Potenzial des Tracks weiter anheizen. Auch die markante Stakkato-Bassline, welche gleichzeitig eine groovende sowie eine treibende Ader in sich vereint, sorgt in diesem lichtscheuen Ambiente keinesfalls für sphärische Erhellung und hält vielmehr einige zaghafte Tonansammlungen im äußersten Hintergrund unter rigider Kontrolle. Erst ein wasserfallartig aus dem Untergrund heranschießendes Klangelement kann sich diesem Embargo zum ersten Mal ernsthaft widersetzen, woraufhin das Ganze sich im anschließenden Break dazu entscheidet, das Melodieverbot etwas zu lockern, sodass im weiteren Verlauf nicht nur die bisher im Hintergrund plätschernden Melodietöne deutlicher auf den Plan treten, sondern auch verzerrte Alternativtöne den Pakt mit der düsteren Bassline eingehen. Zusammen mit dem komplettierten Untergrund dürfen jedoch zunächst einzig Erstere die Fortführung der spannungsumwehten Atmosphäre, welche sich irgendwo in den Untiefen der menschlichen Seele am ehesten wohlzufühlen scheint, zelebrieren, wobei im Folgenden dann auch die Alternativtöne in Gefolgschaft einer dezent kontrastreich erhellten Melodiefläche noch einmal an die Oberfläche gelangen. In Gestalt der Höhleneffekte werden jedoch stetig überaus düstere Nadelstiche gesetzt, ehe das Drumming die Melodieelemente schließlich wieder zur Hölle schickt, grummelnd seine letzten Meter bestreitet und mir noch schnell die 5,5/6 aus der Hand schlägt. ;)

    Da habe ich doch glatt die Auflistung meiner elitären Zehn aus dem vergangenen Monat vernachlässigt... ;)

    }01{ Kiko & Gino's - The Beautiful People --- Break New Soil
    }02{ Trentemøller - Sycamore Feeling --- In My Room
    }03{ Max Cooper - Stochastisch Serie --- Traum Schallplatten
    }04{ Francis Preve - Marina --- Different Pieces
    }05{ Steve Moore - Bayern-Kurve --- Kompakt Extra
    }06{ Way Out West - The Gift [Gui Boratto's Fallopian Remix] --- Deconstruction
    }07{ Schadenfreude - The Road Leads East --- Yoshitoshi
    }08{ Ben Watt, Stimming & Julia Biel - Bright Star [Sunset Mix] --- Buzzin' Fly
    }09{ Radio Slave - I Don't Need A Cure For This --- Rekids
    }10{ Andrew Bayer & Boom Jinx - So It Goes --- AnjunaDeep

    :huebbel:

    Mit Milky Way, dem für meinen Geschmack besten Stück seines kürzlich erschienenen Albums, beweist der technoide Haudegen Christian Smith, dass er ab und an auch ein kleines Faible für wunderbar zurückgelehnten Progressive House zu haben scheint. Nicht anders ist es zu erklären, dass besagtes Stück sein Glück in mäandernden Melodielinien sucht, mit welchen es den geneigten Hörer trotz seiner herrlich unaufgeregten Bauart mehr und mehr um den Finger zu wickeln weiß - auch Gui Boratto schien dem Charme des Stücks nicht widerstehen zu können und sicherte ihm sogleich einen mehr als passablen Startplatz auf seiner jüngst veröffentlichten Mix-CD Renaissance - The Mix Collection zu. Bereits zu Beginn nistet sich dabei in den Gehörgängen eine herrlich entspannte Hintergrundfläche ein, welche sich in einem Intro zunächst lässig im Spiegel bewundert, ehe aus dem Untergrund langsam, aber stetig eine Melodielinie herausgekrochen kommt, welche in dieser Form den Inbegriff der akustischen Untermalung für das Ende einer durchzechten Nacht darstellt. Alsbald gesellt sich dann schließlich auch eine druckvoll akzentuierte Kickdrum hinzu, auf welcher sich die in vermehrtem Echoeinsatz ausfransenden Melodiestrukturen im Gegensatz zu ihrem flächigen Pendant sichtlich wohlzufühlen scheinen und trotz ihres Loop-Charakters mit immer mal wieder eingestreuten Laut-und-Leise-Spielereien die Late-Night-Atmosphäre zunehmend verdichten können. Das Ganze entpuppt sich dabei als großer Anhänger des für progressive Gefilde typischen Understatements und verwundert im weiteren Verlauf auch keineswegs die Hörerschaft, wenn es der mittlerweile ziemlich untergegangenen Melodiefläche vom Beginn wieder etwas mehr Raum zum Atmen schenkt, indem es der entspannten Melodielinie kurzzeitig leichte Fesseln auferlegt. Erstere bedankt sich mit einigen düster anmutenden Anschwellaktionen, welche den Track schlussendlich in ein Kurzbreak leiten, aus welchem allerdings die dominante Tonfolge gestärkter bzw. flächiger denn je hervorgeht, sodass es im Anschluss zusammen mit dem Drumming für einige Augenblicke sogar ein vage ekstatisches Moment zu beobachten gibt, ehe die involvierten Melodietöne sich allmählich von diesem Arrangement distanzieren können. Stattdessen tritt zusätzliches Flächenwabern in monoton-flirrender Manier auf den Plan, sodass das Intensitätspegel zunächst noch keinerlei Anstalten macht, sich auf den baldigen Rückbau zu konzentrieren, bevor auf den letzten Metern auch diesem Element schließlich die Puste ausgeht und der Track in einem Outro, welches eklatante Ähnlichkeiten zum Intro aufweist, zu Ende geht. Alles in allem eine runde progressive Sache, für welche ich tief in die 5,25/6er-Kiste greifen muss... :yes:

    N'Abend zusammen!

    Der schwedische Produzent Eric Prydz bedarf im hiesigen Forum sicherlich keiner großen Vorstellungsrunde mehr, beliefert er den geneigten Hörer doch schon seit etlichen Jahren in guter Regelmäßigkeit mit für meinen Geschmack mehr als gelungenen Tracks, welche sich zumeist im hörenswerten Vierländereck von progressiven, techhousigen, trancigen und elektroiden Gefilden zu spontanen Gemeinsinnsfeiern treffen. Bisweilen wird dabei so resolut auf den Trancegedanken in den melodischen Ausuferungen der Stücke angestoßen, dass am Ende solch sphärische Glanzstücke wie Melo, Muranyi oder F12 das Licht der Welt erblicken, welche mit einem seit vergangener Woche in digitaler Form erhältlichen, frischen Two-Tracker (Vinyl folgt!) nun einen weiteren Mitstreiter in ihrer elitären Riege begrüßen dürfen. Unter dem Pseudonym Pryda als Nummer Siebzehn auf dem gleichnamigen, hauseigenen Label veröffentlicht geht das Ganze im Vergleich mit seinem zurückgelehnter auftretenden Vorgänger auf jeden Fall wesentlich stärker in den Offensive... ;)

    Viro versteht sich in diesem Zusammenhang als angenehm nach vorn groovendes Warm-Up für das, was da noch kommen mag - bereits im Intro bevölkern hierbei in stakkatierter Manier gehaltene Melodietöne die Gehörgänge, welche mit ihrem bodenständigen Charme nach wenigen Minuten nicht nur den dazugehörigen EDM-Freund, sondern auch eine monoton wabernde Bassline von sich zu überzeugen wissen. Nicht anders ist es zu erklären, dass sich selbige nun mehr und mehr aus dem Hintergrund schält, nebenbei noch eine satte Kickdrum und flächige Alternativtöne zur harmonischen Begleitung aus dem Nichts heraufbeschwört und schlussendlich nach einem ersten Kurzbreak, in dem sich die Melodielinie für einige Augenblicke auf ein leicht euphorisches Niveau hievt, zu einem äußerst lässig tänzelnden Pendant mutiert. Die Melodieelemente beantragen in dieser Formation zwar kurzzeitig Asyl im Untergrund des Stücks, verzagen jedoch nicht allzu lang in dieser Position, sondern schmeißen sich alsbald in dezenter Manier wieder an die herrlich groovende Bassline heran, während als positiver Nebeneffekt auch die sphärische Ader wieder Gefallen am hiesigen Track bekundet. Das Arrangement wirkt dabei meines Erachtens zwar immer wieder etwas streicherlastig, sodass die Stakkatotöne zusehends durch die Verdichtung der flächigen Klänge in eine Außenseiterposition gedrängt werden, jedoch steht ihnen auch das anmutige Durchschimmern, auf dem die Strings aufbauen, gut zu Gesicht. Ein weiteres Break erlaubt der Melodieebene dann sogar eine kleine Anschwellaktion, an dessen Anschluss sich alle Trackelemente wieder in trauter Einheit präsentieren, wobei besonders der erstaunliche Gleichschritt von Bassline und Melodiestrukturen, der diese (intensivste) Phase des Stücks auszeichnet, hervorgehoben werden muss. Setzt sich im weiteren Verlauf dann der Trend zum Fragment durch, ist es schließlich nicht mehr allzu weit, bis dass der letzte Ton erklingt und gesunde 4,5/6 für seine groovend-melodische Darbietung mitnimmt. :yes:

    Mit Emos offenbart die EP im Anschluss dann die ganze sphärische Durchschlagskraft, mit der Eric Prydz seine Tracks bisweilen kräftig zu würzen weiß. Das verwirrend inszenierte Intro, in dem sich atonal wirkende Melodieandeutungen die Klinke in die Hand geben, fungiert dabei zunächst ganz hervorragend als gemeiner Bluff, da das dort vorherrschende Abbild von ungut schwelender Düsternis mit der alsbald folgenden Entwicklung praktisch nichts mehr am Hut haben wird - einzig die sich nach knapp einer Minute herauskristallisierende Bassline überlebt das Klanginferno und entpuppt sich im weiteren Verlauf mehr und mehr als hervorragender Groovegeber des hiesigen Stücks. Von der monoton nach vorn wiegenden Bauart derselben fühlen sich nämlich alsbald nicht nur effektierte Hauch-, sondern auch einige helle Flächenklänge angezogen, welche in einem ersten Kurzbreak dann endgültig den Schalter in Richtung einer positiv gestimmten Atmosphäre umlegen und zusammen mit der anschwillenden Bassline sowie stakkatierten Alternativtönen das Intensitätspegel ausschlagen lassen. Zusammen mit dem komplettierten Untergrund etablieren sich dann zwar zunächst die verzückten Begleitklänge, es dauert allerdings nicht allzu lang, bis die bekannten Flächen ihrer kurzzeitigen U-Haft entfliehen können und mit Siebenmeilensteifeln die ersten Gipfel der atmosphärischen Alpen anpeilen. In Kooperation mit nun aus dem Untergrund herauseilenden Synthietönen erstrahlen diese dabei mehr und mehr in einem überaus sommerlichen Ambiente, welches nicht nur von immer wieder eingesäten Bonsaibreaks angestachelt wird, sondern auch von der euphorischen Gabe der zunehmenden Verdichtung der Melodieebene angesteckt wird. Stimmungsvoll verträumt, aber zugleich durch die druckvolle Bassline äußerst tanzbeinanregend spielt sich der Track in dieser Phase in einen hingebungsvoll trancigen Rausch, der sich auch von einem weiteren Break, in dem die Melodieebene sich vom entspannten Grund auf stetig zusammenschichtet, nicht von seinem Pfad abbringen lässt. Der Rest gehört dann unweigerlich dem Trackfinale, für das sich alle Elemente noch einmal in herrlich intensiver Manier zum Kollektiv formieren und die warmherzigen Synthietöne dabei zum i-Tüpfelchen krönen, ehe das Ganze sich erstaunlich rasant zurückbaut. Der nächste Sommer kommt dennoch bestimmt - und mit einem weiteren Hördurchgang dieses 5,75er-Tracks eher, als man denkt! :D

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mein Vorredner hat bereits die Labelfamilie korrekt erkannt, denn bei besagtem Track handelt es sich um das wunderbar frühlingstrunkene So It Goes von Andrew Bayer & Boom Jinx, wobei Ersterer in der Tat sogar eine Hälfte der Signalrunners bildet... :D

    Das Melt! hat übrigens vor ein paar Tagen weiteren Zuwachs erhalten, der sich wieder einmal mehr als sehen lassen kann, das Line-Up aber immer noch nicht ganz vervollständigt, sofern ich die Pressemitteilung richtig interpretiert habe. Derweil freue ich mich aber erst einmal über die Zusage von Sigur-Rós-Sänger Jónsi, welcher mit seinem ausladenden Soloalbum im Gepäck sicherlich lautstark demonstrieren wird, dass Island nicht nur mit Vulkanasche und einem Staatsbankrott für Furore sorgen kann. Groove Armada (die mittlerweile mit richtigem Bandequipment auftreten) und Autokratz dürften sicherlich jedes Tanzbein in Ekstase versetzen, während für die gitarrenlastigeren Momente die Futureheads, Turbostaat und Archie Bronson Outfit alles andere als eine schlechte Wahl darstellen. Doch auch die nötige Portion musikalischer Entspannung darf natürlich nicht fehlen und wird repräsentiert von der Kollaboration zwischen Shins-Sänger James Mercer und Brian Burton alias Danger Mouse unter ihrem Projektnamen Broken Bells und ihrem zurückgelehnten Südstaaten-Funk/Folk. :yes:

    Alle neuen Bestätigungen im Überblick:

    Archie Bronson Outfit | Autokratz | Beta | Black Mountain | Broken Bells | Dirty Disco Youth | Empro | Fucked Up | The Futureheads | Groove Armada | Jónsi | Kissy Sell Out | Philipp Poisel | Slagmålsklubben | Sweat.X | Trip Fontaine | Turbostaat

    :huebbel:

    Schön zu sehen, dass mit The Lost nun ein mehr als nur ebenbürtiger Mitstreiter für die neue EP von Mat Zo gefunden wurde, mit welcher der britische Nachwuchsproduzent einmal mehr seine musikalische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt - seien es diverse Trance-Präfixe (Progressive-, Uplifting-, Electro-) oder melodieseliger Drum & Bass, der Junge scheint den alten Hasen der Branche mehr und mehr den Rang abzulaufen... ;)

    Im Gegensatz zu The Found dürfte das hiesige Stück auf jeden Fall in wesentlich unaufgeregten Gefilden ein gefundenes Fressen gefunden haben, sodass sich bereits nach wenigen Momenten Türen und Tore für die ersten zaghaften Melodieandeutungen, welche sich im Hintergrund zu verträumten Fragmenten zusammenschließen, öffnen. In Kooperation mit einem schlackernden Begleitrhythmus dauert es dabei nicht allzu lang, bis wesentlich flächiger arrangierte Melodieversatzstücke die sphärische Ader des Ganzen ein gutes Stück intensiver gestalten können und sich dabei auch von einer alsbald im Untergrund initiierten Bassline, welche anscheinend gerade einen inspirierenden Kurzbesuch in elektroiden Territorien hinter sich hat, nicht wesentlich aus der Ruhe bringen lässt. Vielmehr bedeutet dies den Beginn eines angenehm kontrastreichen Zusammenspiels von entspannten Melodieansammlungen und einer soliden Portion Druck innerhalb des Drumming, bei welchem allerdings durch den Eintritt ätherischer Vocalschwaden sowie stakkatierter Alternativtöne die Melodieebene zunehmend dominanter auftritt und somit den Weg freimacht für den illustren und abwechslungreichen Einsatz der vielen sphärischen Elemente. Der Übergang in das anstehende Break gerät dadurch äußerst fließend und lässt den von der verträumten Atmosphäre umschwebten Hörer erst durch das allmähliche Verschwinden der elektroid beeinflussten Bassline aufmerken, ehe sich nun mehr und mehr eine Hauptmelodielinie herauskristallisieren kann und zusammen mit den Vocalschwaden sowie zurückhaltenden Begleittönen irgendwo zwischen frühlingshafter Euphorie und leichter Melancholie eine gemütliche Nische ausmacht. Damit der gemeine Hörer dabei nicht vollends in seine Phantasie entschwindet, taucht jedoch bereits eine grummelnde Basslinewand auf, welche im Folgenden kurzen Prozess mit den Tonfolgen macht und - nur noch begleitet von den exotischen Vocalspuren - eine geschmackvolle Anschwellaktion antreibt, ehe im Anschluss die frisch geschlüpfte Melodielinie sich schließlich auch mit dem groovenden Untergrund messen darf. Dass auch dieses Unterfangen sich als Selbstläufer entpuppt, dürfte bei einem Track von Mat Zo keine Überraschung mehr sein, sodass nach diesem wunderbar sphärischen Finale auch überdurchschnittliche 5,25/6 auf ihren Abnehmer warten. :yes:

    Auch für meine Ohren hat Different Pieces einen Sonderstatus innerhalb des Armada-Imperiums inne, stellt es doch das einzig verbliebene Label dar, welches noch regelmäßig unter meiner Beobachtung steht. Verantwortung dafür trägt vor allem die von Josh Gabriel vorgetragene Vorliebe für eine gesunde Genrevielfalt, welche er bei der Auswahl der Tracks stets sorgfältig walten lässt und auch bei der insgesamt dritten Veröffentlichung des texanischen Produzenten Francis Prève (nach Caboose und der Hasown EP) zu beobachten ist. :yes:

    An die Qualität der Prève'schen Vorgängerstücke reicht Marina meines Erachtens dennoch nicht ganz heran, hat sich das Ganze bei der Wahl seines Drummings doch viel zu sehr von der Offbeat-Bassline-Mafia (keinesfalls zu verwechseln mit Tiëstos neuen Buddys, der Three-6-Mafia) beeinflussen lassen, mit welcher der Untergrund im internen Vergleich leider überaus träge agiert. Dieser Missstand wird bereits nach wenigen Momenten Einwirkzeit deutlich und kann auch von den ersten dezenten Flächenandeutungen, welche sich in entspannter Manier von einer lauen Sommerbrise tragen lassen, nicht unter den Teppich gekehrt werden. Das anstehende Kurzbreak, in welchem besagte Flächenansätze eine warmherzige Verbindung mit glockenspielartigen Tönen eingehen, etabliert sich dann zwar mit seiner sphärischen Subtilität vom stampfenden Grundrhythmus, muss jedoch im Anschluss mitansehen, wie der Offbeat-Untergrund erneut die zartbesaiteten Melodiefragmente unter seine Fittiche nimmt. Glücklicherweise lassen sich Letztere davon nicht wirklich beeindrucken, vielmehr steht sogar eine mehr als gelungene Vermehrung der sphärischen Elemente an, an der im weiteren Verlauf nicht nur filigran umherirrende Melodiezerschnippelungen, sondern auch zunehmend flächiger auftretende Synthieflächen teilnehmen und den Track damit in eine Richtung voller sphärischer Eleganz schicken, welche im kompletten Gegensatz zum steif marschierenden Untergrund konzipiert ist. Immer mal wieder eingelagerte Subbässe in knarziger Ausrichtung sorgen zudem für weitere Abwechslung, während die Melodieelemente in herrlich progressiver Manier der stetigen Rotation frönen, ehe ein weiteres Kurzbreak der Melodieebene noch einmal eine solistische Einlage gönnt. Diese ist zunächst verbunden mit der sphärischen Verträumtheit der sanftmütigen Synthietöne, ehe selbige sich zugunsten ihrer mystischen Begleiter langsam wieder in ihr Schneckenhäuschen zurückziehen und der Übergang zum stampfenden Drumming antizipiert wird. Die kontrastreichen Klänge rundet schließlich eine letzte Kollaboration mit den heranschwebenden Melodieversatzstücken sowie dem knarzigen Zusatzbässen ab, in welcher das Stück kurzzeitig erstaunlicherweise sogar im Untergrund druckvoll ausgelegt wirkt. Trotz einiger zwiespältiger Szenen reicht es summa summarum aber für meinen Geschmack dennoch für verdiente 5/6. :yes:

    Von den Überarbeitungen kann mich dann leider nur der William A Remix überzeugen, welcher das Originalthema in ein wesentlich groovigeres Umfeld lotst, in sphärischer Hinsicht aber im direkten Vergleich weit weniger intensive Gefilde ansteuert. Stattdessen wird der geneigte Hörer zunächst mit einem perkussiv ausgerichteten Techhouse-Drumming konfrontiert und durch die geschmeidige Fortbewegungsart desselben bezirzt, während im äußersten Hintergrund die ersten vagen Flächenandeutungen auftauchen, welche das Ganze nach dezentem Anschwellen schließlich in ein Kurzbreak schicken. Die Melodielinien aus dem Original treten hierbei zwar nur in verschachtelter bzw. fragmentierter Form auf, sind jedoch in der Lage, das Stück kurzzeitig mit einem geheimnisvollen Ambiente auszustatten, bevor ein alternativer (Mono-)Ton die Führung übernimmt und alsbald wieder vom groovenden Untergrund begleitet wird. Melodieandeutungen halten sich in dieser Phase des Tracks dann zwar wieder in Grenzen, insbesondere die nuancenhaft veränderten Synthietöne aus dem Original wollen sich dieses Schauspiel allerdings nicht bieten lassen und können nun mehr und mehr sphärische "Nadelstiche" setzen, von denen sich auch die restlichen Melodieelemente im weiteren Verlauf mehr und mehr angestachelt fühlen, die Groove-Herrschaft dieses Remixes nicht allzu lang tatenlos zu tolerieren. So ist es auch zu erklären, dass das Ganze sich zu einem weiteren sphärischen Break überreden lässt, in dem sich Synthie- und Alternativtöne zu einem kleinen, interessant anzuschauenden Duell hinreißen lassen, ehe das Drumming wieder an Oberwasser gewinnt und mit nur noch vereinzelt auftretenden Melodiespuren zu Ende schippert. Insgesamt gesehen überwiegen aber auf jeden Fall die Stimmen für die Vergabe mehr als solider 4,5/6. ;)

    Kann mich den zahlreichen positiven Worten meiner Vorgänger ob der herrlich frühlingsumwehten Charmeoffensive dieser transatlantischen Zusammenarbeit von Øistein Johan Eide alias Boom Jinx (Norwegen) und Andrew Bayer (USA) nur anschließen. Der frische Two-Tracker bewegt sich dabei insgesamt gesehen im charakteristischen AnjunaDeep-Dunstkreis irgendwo zwischen den progressiven Gefilden von House und Trance und knüpft damit an das für meinen Geschmack ebenfalls gelungene Kooperationsendprodukt To The Six an - Innovationspuristen müssen dennoch draußen bleiben... ;)

    Dafür sorgen allein schon die mittlerweile ziemlich etablierten Stakkatoklänge der Melodielinie, für deren Auswüchse auch in By All Means dereinst die Mau5-Invasion aus Kanada Pate stand. Es wirkt also nicht allzu verwunderlich, wenn im ersten Kurzbreak bereits der Startschuss für die Saison der obligatorischen Anschwellaktionen ansteht, durch welche die Melodietöne kurzzeitig nicht nur stets zunehmend flächiger agieren, sondern auch das Intensitätspegel anzustoßen wissen, auch wenn die zusätzlichen sphärischen Ingredienzen in Form von überaus entspannten Flächenversatzstücken in dieser Entwicklung immer den Kürzeren ziehen müssen. Nachdem die wieder zurückstakkatierten Melodietöne im Anschluss zunächst ihre Solofahrt auf dem unaufgeregt groovenden Untergrund zelebrieren, machen sich im Hintergrund bereits beruhigend einsilbige Vocalsamples zusammen mit weiteren verspielten Alternativtönen auf den Weg in das vordere Aktionsfeld des Stücks, um in einem mehr und mehr verdichteten Umfeld die sommerliche Ader nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die vergnügliche Entspanntheit kommt dem Track dabei glücklicherweise auch in dieser etwas druckvolleren Phase in keinem Moment abhanden, vielmehr kann sich der Hörer bereits auf den äußerst sanften Flug ins nächste Break vorbereiten, in dem vor allen Dingen die vor wenigen Augenblicken erst initiierten Alternativtöne sich anschicken, die Melodieebene anzuführen. Dass diese die Rechnung ohne die alsbald aus dem Untergrund erneut heranschwebenden Melodielinie in memoriam Joel Zimmerman gemacht haben, wird dann spätestens deutlich, wenn die nächste Anschwellaktion im vollem Gang ist, bevor der Track sich im Anschluss wieder behutsam von der (Melodie-)Pike auf zusammenflickt. Ein letztes Break, in welches das Ganze nach erneuter erfolgreicher sphärischer Verdichtung gebettet wird, bildet schließlich den Beginn vom Rückbau - einzig die mehr als soliden 4,5/6 scheinen hierbei wie ein Fels in der Brandung zu stehen... :yes:

    Dass die digitale B-Seite ihren wohl in Richtung Vorgänger gerichteten und leicht hochnäsig wirkenden Ausspruch So It Goes absolut nicht nötig hat, zeigt die kommende Ode an die Unbeschwertheit insbesondere mit ihrer bis ins letzte Detail auf genussvolle Sommerklänge eingeschworenen Kombination aus verträumt-trancigen Melodiestrukturen und angenehm druckvoll agierendem Drumming. Letztes lässt sich zwar zunächst noch in äußerst zurückhaltender Pose beobachten, während sich im Hintergrund in subtiler Manier die ersten Melodiefragmente die Klinke in die Hand geben, dies soll sich jedoch mit einer effektvoll stakkatierten Bassline alsbald gehörig ändern. Zuvor aalen sich jedoch noch verzückte Flächenversatzstücke jeglicher sonnendurchfluteter Couleur, auf Harmonie getrimmte Vocalsamples sowie an der Angel zappelnde Melodieansätze in der entspannten Grundstimmung, um nach einer ersten kleinen Anschwellaktion schließlich erst einmal vollständig ins Abseits katapultiert zu werden. Dafür trägt vor allen Dingen der nun in gekonnt reduzierter Manier aufspielende, aber mit der nötigen Portion Druck ausgestattete Untergrund Sorge, während innerhalb der Melodieebene zunächst nur einige nach vorn schielende Alternativtöne die Aufmerksamkeit auf sich lenken können, im Anschluss an das nächste Anschwellen aber mehr und mehr Unterstützung durch die bisherigen Elemente erfahren. In dieser Formation gelangt somit auch die sphärische Entwicklung wieder in den Blickwinkel des geneigten Hörers, welcher vor allen Dingen von im weiteren Verlauf wie aus dem Nichts auftauchenden Pianoklängen entzückt sein dürfte, sofern er keine Berührungsängste vor einer vor sommerlichem Optimismus nur so berstenden Stimmungslage sein Eigen nennt. Ansonsten dürfte er sich sicherlich über das Anbahnen von knarzigen Subbässen freuen, welche in Kooperation mit den zahlreichen Melodieelementen für die Entfaltung von etwas Tiefgang bereitstehen und diesen Auftrag auch im anstehenden Break nicht aufgeben. Im Anschluss zeigt sich das Ganze dann wieder reduzierter, sodass einigen Alternativtönen die Chance auf eine dezente Soloeinlage erhalten, ehe die Pianotöne die Schlussoffensive einläuten, in welcher das Stück mit wabernden Begleiteffekten ein intensives und farbenfrohes Finale feiert. Summa summarum ein Track, dem die Sonne sprichwörtlich aus dem Arsch scheint und damit mit imho nicht weniger als verdienten 5,5/6 entlassen werden darf. :D

    N'Abend zusammen!

    Seitdem der französische Produzent Christophe Dallaca alias Kiko mit seinem für meinen Geschmack äußerst gelungenen 2008er-Album Slave Of My Mind die effektvolle Vermengung von druckvoll-technoiden Arrangements und sphärisch beeindruckender Intensität perfektioniert hat, scheint der Gute sich in letzter Zeit vermehrt seinen techhousigen Neigungen zu widmen. Nicht anders ist es zu erklären, dass die Anzahl perkussiv veranlagter Veröffentlichungen, welche auch vorher bereits zu seinem Repertoire gehörten, mittlerweile die Mehrheit an sich gerissen hat, was sich auf der seit Januar auf Gregor Treshers Label Break New Soil vertriebenen The Beautiful People EP ebenfalls deutlich in der Trackverteilung widerspiegelt. Zwei der drei in Kooperation mit dem französischen Landsmann Stéphane Deschezeaux alias Gino's entstandenen Stücke fungieren dabei wieder einmal als unspektakuläre Penthouse-Beschallung, indem sie sich mittels kurzer, ständig wiederholter Vocalfragmenten sowie einigen 0815-Anschwellaktionen dem bedingungslosen Groove verschrieben haben. Das mag zwar handwerklich gut produziert sein, der Funke springt bei mir jedoch erst beim Titeltrack über, an welchem auch im hiesigen Forum sicherlich der ein oder andere Tellerrand-Aufgeschlossene Gefallen finden dürfte. :yes:

    The Beautiful People zeigt zwar zunächst eine ähnliche Entwicklung wie seine beiden Mitstreiter, wenn es sich auf einem mehr als ansehnlich groovenden Untergrund alsbald die ersten Bonsai-Vocalfragmente gemütlich machen und dabei von dezenten Klickereffekten sowie einem zunehmend perkussiver agierenden Untergrund begleitet werden. Diese Elemente sollen jedoch im Laufe des Tracks noch in entscheidender Manier beeinflusst werden, sodass dem Ganzen die Tür zum gewissen Etwas weit aufgestoßen wird, auch wenn während der techhousigen Einstimmung nur wenig wirklich darauf hindeutet. Nach etwa zweieinhalb Minuten rundum vergnüglicher Einstimmung schimmern durch die wunderbar monoton schippernde Bassline sowie die verspielten Drummingeffekte im Hintergrund allerdings bereits die ersten vagen Flächenmelodiestücke, welche in ihrer düsteren Bauart eindeutig die Handschrift von Kiko tragen, im weiteren Verlauf aber erst einmal wieder in ihre behagliche Behausung zurückbeordert werden, sodass in der anstehenden Phase erneut die groovende Komponente des Tracks überwiegt. Die erhabenen Flächen lassen sich jedoch glücklicherweise nicht allzu lang unter Vormundschaft halten, sodass es schließlich nur noch eine Frage von Sekunden ist, bis sie sich in dezenter Art und Weise wieder aus dem Hintergrund schälen und in Kooperation mit einigen gelungenen Alternativtönen mehr und mehr ihre sphärische Ader im hiesigen Stück unterzubringen wissen. Zusammen mit dem druckvoll schlenkernden Unterbau sowie der techhousigen Instrumentierung entsteht somit ein ganz eigenes Atmosphärengemisch, welches irgendwo zwischen angespannter Düsternis und leichtem Optimismus changiert und auch in einem Kurzbreak im letzten Drittel nicht von der geheimnisvollen Ausstrahlung der monotonen Bassline kaum lassen kann. Dem dortigen Intensitätshöhepunkt wohnt zudem in Verbindung mit einem Kinderspielplatz-Sample eine seltsam zwielichtige Wolke inne, ehe das Ganze sich dann im Anschluss - sporadisch angereichert mit Fragmenten der Melodieebene - angenehm zu Ende groovt und die letzten Zweifel an der verdienten Übergabe stolzer 5,5/6 ausräumt. ;)

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Sowohl Mark Knight als auch Funkagenda konnten mich bereits seit geraumer Zeit mit ihren Produktionen nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken, da für meinen Geschmack einfach zu viele belanglose Techhouse-Produktionen hintereinander den Anschein erweckten, dass hier eher am Fließband statt in filigraner Handarbeit produziert wurde. Da die beiden Briten mit Antidote nun allerdings (kurzzeitig) das Bedürfnis anmelden, sich in sphärischen, teilweise schon fast trancig anmutenden Territorien austoben zu wollen, muss auch meine Wenigkeit zugeben, dass sie dem Track eine gewisse Zuneigung nicht verwehren kann. Dabei kann das Ganze es sich sogar leisten, seine ersten zwei Minuten komplett ohne Kickdrum auszukommen, und ist dabei dennoch in der Lage, mit seiner erhaben nach vorn ausgerichteten Bassline ein mächtiges Druckpotenzial zu entfalten, auf welchem sich nicht nur ein progressiv heranschwebendes Flächensegement, sondern auch geheimnisvolles Flüstern wohlzufühlen scheint. Ganz unscheinbar kann sich hierbei zudem aus der sirrenden Fläche eine monotone Stakkatomelodie herauskristallisieren, welche im weiteren Verlauf zunehmend harmonischer verlaufende Züge verpasst bekommt - das Drumming zeigt sich davon zwar zunächst noch unbeeindruckt, spürt dann aber alsbald, dass es nun schnellstens nachlegen muss, sodass die Tonfolge nun auch auf dem vervollständigten Untergrund stolzieren darf. Bis zum Break passiert dann - abgesehen von einigen dezenten An- und Anschwillaktionen begleitender Effekte - nicht viel, sodass sich die Bassline mehr und mehr darin gefällt, in ihrem äußerst druckerzeugungsbegabten Arrangement die Hauptrolle des Stücks auszufüllen. Dieser Eindruck mag zwar zunächst auch im angedeuteten Break seine Fortsetzung finden, in Kooperation mit alternativen Flächenklängen, welche sich langsam, aber stetig aus dem Hintergrund hinaus in Richtung großer Bühne bewegen, erarbeitet sich die bekannte Stakkatomelodie hier allerdings mehr und mehr sphärische Präsenz, welche im Anschluss auch zusammen mit dem herrlich treibenden Untergrund glücklicherweise nicht verloren geht. Vielmehr erheben nun weitere flächige, operettenhafte Alternativtöne das Ganze zu einem fast schon epischen anmutenden Finale, ehe ein schneller Rückbau kurzen Prozess mit den Trackelementen macht - einzig die imho verdienten 5/6 sind davon ausgenommen und beweisen, dass hier trotz eines relativ einfach gestrickten Themas der Durchschnittlichkeit keine Chance gelassen wurde. :D

    Ein oder zwei Tore mehr wären natürlich das i-Tüpfelchen auf diesem Halbfinalhinspiel gewesen, hätte man etwas konsequenter seine vielen Chancen gegen vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit erstaunlich schwache Lyonnais genutzt. Die Zuversicht, dass der Einzug ins Finale im Rückspiel in trockene Tücher gebettet werden kann, hat heute Abend auf jeden Fall einen gehörigen Schub in Richtung recht optimistischer Gefilde bekommen - einzig die auch für meinen Geschmack "nur" dunkelgelbe Karte für Franck und die hoffentlich im Rahmen nur eines Spiels folgende Sperre trüben das Gesamtbild leicht. Dass dagegen die Mentalität der Truppe wieder einmal herausragend war, taugt dabei ja schon gar nicht mehr als Neuigkeit... ;)

    Auch wenn es fast schier unmöglich erscheint, nur annähernd ernsthaft in Konkurrenz mit der überragenden Überarbeitung von Joris Voorn zu treten, ist Robert Babicz als Urheber von Dark Flower nun nichtsdestotrotz mit dem Fever Mix für sein just auf Systematic Recordings erschienenes, neues Album Immortal Changes in der Tat eine mehr als gelungene Alternativversion gelungen. Selbige bewegt sich dann auch passenderweise irgendwo in der Nische zwischen den zurückhaltend-sphärischen Klängen des Originals und dem immer wieder gern gehörten Voorn'schen Peaktime-Schrubber, wobei das Ganze sich in der einleitenden Phase zunächst auf ein breakbeat-inspiriertes Drumming à la Way Out West stützt und zudem mit einigen fragmentiert auftretenden Andeutungen auf das markante Melodiethema schon nach wenigen Augenblicken dafür Sorge trägt, dass hier nicht um den heißen Brei herumgeredet wird. Nägel mit Köpfen macht dann auch eine sich alsbald dazugesellende Bassline, welche mich vor allen Dingen mit ihrem wunderbar geschmeidigem Groove auf den ersten Blick zu fesseln vermag, ohne dass dabei der Blick für die gewisse Portion Druck auf verlorenem Posten sein Dasein fristet. Bassgetrieben zeigt sich das Stück dann ebenfalls im weiteren Verlauf, wenn es allmählich aus seinen Breakbeats hinausschlüpft und mehr und mehr Bekanntschaft mit der allseits bekannten "Four to the floor"-Fortbewegung macht, ehe ein Kurzbreak wieder für Entschleunigung Werbung macht. Dass dies jedoch nicht die sphärische Intensität des Tracks betrifft, beweisen hierin insbesondere die messerscharf aus dem Untergrund hinausschnellenden Fragmente der Melodielinie, ehe im Anschluss in Kooperation mit dem druckvoll-progressiven Untergrund alternative Gitarreneinwürfe das Ganze wieder in Richtung entspannterer Gefilde entführen. Unterbrochen wird diese Entwicklung nur von einem weiteren Kurzbreak mit tröpfchenartigen Toneffekten, welche die Bassline im Anschluss dazu veranlasst, noch eine gute Kleinlasterladung an der örtlichen Groove-Tankstelle abzugreifen, sodass Ähnlichkeiten zur Voorn-Überarbeitung im Drumming nicht von der Hand zu weisen sind. Prompt erreicht uns im nächsten Break im Hintergrund auch schon die Melodielinie aus besagtem Remix, wobei selbige hier zugunsten alternativer Melodiestrukturen allerdings recht verhalten im Dunstkreis des Mixes agiert und den restlichen Melodieelementen in altruistischer Manier den Vortritt lässt. Nach angenehm subtiler Rückbauaktion auf der groovenden Basis sind insgesamt gesehen verdiente 5,25/6 daher auf jeden Fall in Reichweite! :yes:

    Doch, das Line-Up der Juicy Beats liest sich in diesem Jahr auch für meinen Geschmack wieder mehr als geschmackvoll, nachdem der sprichwörtliche Funke beim letztjährigen Sammelsurium an Bands, Künstlern und DJs nicht so recht über seinen Schatten springen wollte. Da ich allerdings aller Voraussicht nach an diesem Termin bereits im mehr oder minder verdienten Urlaub weilen werde, muss die Beschallung des Dortmunder Westfalenparks wohl leider erneut ohne mich stattfinden. Auf die Sterne und Tocotronic muss (bzw. musste) ich aber dennoch nicht verzichten, schließlich durfte ich zum einen Letztere im März dieses Jahres eindrücklich im Dortmunder FZW erleben und zum anderen treten die beiden Säulen der deutschen Indie-Landschaft auch zwei Wochen vorher unter den Baggern des Melt!-Festivals auf. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Der britische Produzent Max Cooper hat einfach einen Lauf - und das mittlerweile nun schon seit über einem Jahr! Angefangen mit harmonisch und stochastisch betitelten „Serien“ legt der für seine filigranen Soundlandschaften irgendwo zwischen minimalistischer Herangehensweise, sphärischen Schwaden intensiver Düsternis und techhousiger Umgebung bekannte Klangfrickler nun mit Chaotisch Serie seine dritte deutsch betitelte EP auf dem immer wieder herausragenden Kölner Label Traum Schallplatten vor, mit welcher er nicht nur erneut die Vielfalt seiner schubladendenkenverachtenden Tracks unter Beweis stellt, sondern sicherlich auch die Sympathisanten seines Klangkosmos’ im hiesigen Forum aus ihren Löchern hervorlocken dürfte. :yes:

    Mit dem Titeltrack Chaotisch Serie liefert der Gute dann auch sogleich das für meinen Geschmack eindringlichste Stück der EP ab, das die sphärischen Vorzüge seiner Vorgänger mit der Verspultheit eines Stephan Bodzin paart und damit auf seine ganz eigene Weise dem geneigten Hörer eine Gänsehaut verpasst. Das beginnt bereits beim schmerzverzerrt wirkenden Stimmengewirr, welches zunächst die Bekanntschaft mit einer überaus trockenen Kickdrum macht, dann aber von elektrisierenden Effektwolken wieder in den äußersten Untergrund verfrachtet wird, sodass in einem ersten Kurzbreak stattdessen zwielichtig agierende Flächen auf sich aufmerksam machen und mit Hilfe Cooper’schem Alternativwabern druckvoll anschwellen. Wieder verdrängt vom noch recht reduziert auftretenden Drumming treten im weiteren Verlauf fragmentierte Tonfolgenkaskaden an diese freigewordenen Posten, um in Kooperation mit klickernden Begleiteffekten die bekannten Flächenstücke allmählich wieder aus ihrer kurzzeitigen Schockstarre zu lösen. Die Atmosphäre des Tracks bedankt sich in diesem Zusammenhang mit zunehmender Verdichtung und zwirbelt sich zu einem unfassbar verspulten Höhepunkt hinauf, auf den das anstehende Break in seiner vollkommenen Losgelöstheit von Raum und Zeit schließlich eine pathetische Hymne auf das Fragment an sich vorträgt. In seinem Endstadium erinnert das Ganze zwar eher an eine Maschine, die gerade ihren Geist aufgibt, mittels der Durchschlagkraft sirenenartiger Tonschwaden kann der Exitus jedoch in allerletzter Minute abgewendet werden, sodass im Folgenden nicht nur das Drumming, sondern auch die interessanten Melodielinien-Wasserfälle zu neuem Leben erweckt werden. Die Verspultheit geht dem Track dadurch allerdings keinesfalls verloren, vielmehr steht der Hörerschaft noch eine letzte sphärische Intensivierung inklusive charakteristischem Wabern ins Haus, ehe das Stück sich - garniert mit herausragenden 5,75/6 - genüsslich zu Ende schlackert. :D

    Minertia setzt dagegen lieber auf techhousige Wertarbeit ohne viel sphärisches Beiwerk, muss sich dadurch allerdings in meinen Ohren in jeglicher Hinsicht seinem gelungenen Vorgänger geschlagen geben. Anfangs angereichert mit sporadischem Tonblubbern macht sich mehr und mehr die Behäbigkeit dieses Tracks bemerkbar, welcher auch von einer im weiteren Verlauf initiierten Bassline monotoner Bauart nicht wirklich ausgemerzt werden kann. Subtile Klangschalen ergänzen die alsbald wieder aus ihrem Verlies kriechenden, kurzen Toneinwürfe, müssen sich im Folgenden allerdings neu hinzugewonnenen, klopfenden Effekten beugen, ehe sie sich in beschwerlicher Art und Weise wieder aus dem Untergrund des Stücks lösen können. Die sphärischen Andeutungen bewegen sich - verglichen mit der chaotischen Serie - zwar in einem nicht minder düsteren Umfeld, beherbergen jedoch in keinem Moment eine Intensität in sich, welche den Track aus seiner Nische herauszubefördern imstande wäre. Für dieses Ziel meldet sich dagegen eine zunehmend markanter auftretende, knarzende Basslinewand an, welche auch im anstehenden Break ihr druckvolles Potenzial entfalten kann, im Folgenden aber wieder durch das bekannte Techhouse-Spielchen ersetzt wird. Dank seiner subtilen Melodieversatzstücke und den immer wieder kurzzeitig heranrauschenden Klangwellen reicht es dennoch insgesamt für mehr als solide 4,5/6.

    River Of Gold als Dritter im Bunde setzt hingegen wieder vermehrt auf markante melodische Raffinessen, welche bereits nach wenigen Momenten als zartseidene Fäden im Hintergrund auftauchen, dann aber zunächst von verschwommenen Tonfragmenten abgelöst werden, ehe ein erstes Kurzbreak die ganze organische Schönheit der Melodieebene zu Tage befördert. Insbesondere die in Form von verträumten Wassertropfen auftretenden Melodietöne, welche im Hintergrund von leicht finster dreinblickenden Flächen Unterstützung erhalten, entwickeln sich dabei für meinen Geschmack zu einem regelrechten Ohrenschmaus sphärischer Natur. In Zusammenarbeit mit dem entspannt groovenden Drumming wird diese Melodielinie zwar kurzzeitig wieder in den Hintergrund verbannt, kann sich jedoch alsbald wieder aus der Umklammerung lösen und eine ganz neue, weniger höfliche Seite von sich aufzeigen, welche in der kommenden, nur von einem Kurzbreak inklusive dezentem Alternativwabern à la Max Cooper unterbrochenen Phase im Vordergrund steht. Der Track erntet dabei nicht nur eine gesunde Portion Druck, sondern zeigt sich zudem als Sympathisant eines progressiven Trackaufbaus, sodass in und im Anschluss an ein weiteres Kurzbreak auch die typischen Waberflächen noch einmal zum leicht bedrohlichen Melodieklimpern hinzugezogen werden. Auf der Zielgeraden zersetzen sich die alternativen Klänge dann in subtiler Manier, ehe die restlichen Melodieelemente zaghaft diesem Vorbild nacheifern und schließlich Platz für die Vergabe verdienter 5,25/6 freiräumen. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit meinen auserwählten Zehn viel zu vielen anderen hervorragenden Evergreens vor den Kopf stoße... ;)

    - Motorcycle - As The Rush Comes [Gabriel & Dresden's Sweeping Strings Remix]
    - Solar Stone - Seven Cities [Atlantis Mix]
    - Rio Addicts - Crossroads
    - Albert Vorne - Formentera What [Gareth Emery Remix]
    - Benz & MD - Turning The Curves
    - Jonas Steur - Silent Waves
    - David West - Welsh Morphology
    - DJ Tiësto - In My Memory [Gabriel & Dresden Elephant Vocal Mix]
    - Humate - Love Stimulation [Paul van Dyk's Lovemix]
    - Robert Miles - Children [Dream Version]

    :huebbel:

    Das Original von The Gift ist und bleibt ein Traum in sommerlich-verzückten Breakbeats, mit welchem Jody Wisternoff und Nick Warren, die ja nach mehreren Jahren der Abstinenz ihr Projekt Way Out West vor einigen Monaten mit einem neuen Album erfolgreich wiederbelebt haben, mich auch heute noch begeistern können. Die zeitlose Produktion aus sanften Drum & Bass-Anleihen, ätherischem Vocaleinsatz und feinsinnigen Pianospritzern weiß schließlich wie kaum ein anderer Track mit ihrer entspannten Wohlfühlatmosphäre, wie es den geneigten Hörer in nur wenigen Sekunden in sehnsuchtsvolle Urlaubsstimmung versetzt. Für mich führt daher auch kein Weg an der angepeilten Höchstwertung vorbei. :D

    Von den jetzt erschienenen Überarbeitungen kann mich allerdings nur Gui Boratto's Fallopian Remix (mit kleinen Abstrichen) wirklich überzeugen und an die Klasse des Originals heranreichen. Das Ganze zeigt dabei von Beginn an nur wenig Berührungsängste mit den bekannten, überaus sphärischen Elementen der Vorlage, benutzt diese aber zunächst nur als gelungen in Szene gesetzte Reminiszenzen an sein Vorbild, sodass sowohl Vocals als auch Pianotupfer nur in fragmentierter Art und Weise auf einem trockenen Beat auftreten dürfen, ehe sich alsbald aus dem Untergrund alternative Offbeat-Waberklänge zu den sporadischen Melodieerinnerungen gesellen. In Zusammenarbeit mit einer monotonen Bassline sowie weiterer flächiger Unterstützung in wabernder Ausgestaltung erarbeitet sich der Track mit zunehmendem Einsatz der Originalversatzstücke nun mehr und mehr sphärische Aussdrucksstärke, wobei auch die gewisse Portion druckvoller Fortbewegung in Form eines nach vorn gerichteten Basslinewaberns nicht zu vergessen ist. In dieser Formation erreicht der Track ein angenehm volles Klangbild, welches durch das stetiges Akkordwechselspiel eine interessante Alternative zur Untermalung der Pianospengsel, Gitarrentöne und mittlerweile auch weniger fragmentierten Vocalschwaden bildet, zudem durch den geloopten Wabercharakter wesentlich deutlicher auf die Tanzfläche schielt und dabei die sommerliche Ader des Originals in Richtung leicht hypnotischer Gefilde entführt. Vor allen Dingen eine im Mittelteil des Remixes initiierte Alternativmelodie unterstreicht diese Ausrichtung recht deutlich, bevor der Track im weiteren Verlauf abrupt ein wieder äußerst verträumt gehaltenes Break begeht, in welchem nach dem anfänglichen Stelldichein der bekannten Melodie- und Vocalelemente im Hintergrund wieder die wabernde Drummingumgebung wahrgenommen werden kann, welche im Folgenden dann auch gleich mitsamt der Boratto'schen Alternativmelodielinie einen weiteren (aber leider schon letzten) druckvoll-sphärischen Höhepunkt dieser Überarbeitung zelebriert. Alles in allem haben wir es hier für meinen Geschmack mit einem überzeugenden Remix zu tun, welcher sich seine überdurchschnittlichen 5,5/6 redlich verdient hat. :yes:

    Fehlen nur noch einige Wort zu den restlichen Remakes, welche von einer überflüssigen 2010er-Version von Way Out West selbst über recht seelenlosen, progtechigen Schwurbelfirlefanz von Michael Woods bis hin zu standardisiertem Liquid Drum & Bass von Logistics sowie einem anständigem Bassinferno in der Dubstep-Überarbeitung von Tek-One reichen. Letzterer lässt dabei zwar am wenigsten von der sommerlichen Grundstimmung über, kann sich aber mit seiner Mischung aus den sanftmütigen Klängen der Originalpianotöne und -vocals und der druckvollen Sägezahndröhnung aber imho immerhin einen beachtlichen Platz im ersten Tabellendrittel der TF-Bewertungsskala ergattern. ;)

    Finde das Konzept der wechselnden Verantwortlichen für die Fortführung der ruhmreichen ISOS-Reihe nach dem Abgang des immer seniler (oder war's doch debiler!?) wirkenden Tiësto eigentlich gar nicht so schlecht, auch wenn sich dadurch natürlich ein Strukturbruch in die Suche des Sonnenaufgangs schleicht. Auf die Frage, ob aber Black Hole mit Richard Durand, der mir mit seiner bevorzugt techig gestalteten Trance-Spielart bisher nicht mehr als ein müdes Gähnen abgewinnen konnte, den passenden Mann für die Weiterführung des Projekts ausgesucht hat, kann es meines Erachtens - voreingenommen wie ich bin - nur eine Antwort geben. Dennoch will ich versuchen, dem Ganzen eine Chance zu geben und die baldige Veröffentlichung der Tracklists abwarten, bevor ich mich zu sehr auf eine Position einschieße. Was die ISOS-Reihe dagegen wirklich nur in homöopathischen Dosen verträgt, sind Shah-Gitarren... :p

    Nach längerer Zeit hat sich Nic Chagall nun zwar endlich einmal wieder dazu durchgerungen, einen Track mit striktem Einreiseverbot für sämtliche Vokalisten dieser Welt zu versehen, das unter dem recht klischeebehafteten Namen Morning Light fungierende Endresultat kann sich jedoch für meinen Geschmack nicht mit den bisherigen, oftmals mehr als gelungenen Instrumentalstücken der einen Hälfte von Cosmic Gate messen. Verantwortung in dieser Sache übernimmt dabei vor allen Dingen das stets sehr ähnliche gelagerte Konzept der Chagall-Tracks, welche sich zumeist in Sachen Spannungsaufbau, Arrangement und Instrumentierung nur in Nuancen unterscheiden, sodass mit dem Fehlen einer entschieden druchgreifenden Melodiestruktur (im Optimalfall mit dem gewissen Etwas versehen) - wie beim hiesigen Stück - der Vorwurf der Selbstkopie leider nicht mehr gänzlich von der Hand zu weisen ist. Unter einer zigfach durchdeklinierten Melodiefolge leidet dann konsequenterweise auch die sphärische Komponente, welche zunächst nur in Form von stakkatierten Toneinwürfen, welche von einem überaus repräsentativen Chagall-Drumming inklusiver knarziger Basslinefetzen sowie klickernder Effektumrandung vorangetrieben werden, auf sich aufmerksam macht, in einem ersten Kurzbreak aber bereits von im Hintergrund dezent schwelenden Flächenstücken begleitet werden. Letztere lassen sich dann auch während und nach der ersten Anschwellaktion im Übergang zum Drumming nicht mehr abschütteln, können sich aber bis zum nächsten Break nicht ihrer Intensität steigern, sodass das Ganze in dieser Formation nun in die zu erwartende, anstehende Unterbrechung des Spielflusses mit der eingebauten Überlänge stolziert. An die Stelle der bekannten Melodieelemente, welche sich in den äußersten Hintergrund verabschieden, tritt hier eine zunächst noch vielversprechend anmutende, alternative Melodielinie, in dessen Flanke sich allerdings im weiteren Verlauf des Breaks zunehmend standardisierte Begleittöne schleichen, ehe auch die Hauptmelodie sich schließlich auf flächiges Allerweltsniveau begibt und dabei das berühmt-berüchtigte Laut-Leise-Spiel initiiert. Nach einer weiteren Anschwellaktion darf dann auch der druckvolle Untergrund an die Möchtegern-Epik der Flächen Hand anlegen, kann diese aber trotz einer kurzzeitigen Melodieweiterführung ebenfalls nicht mehr in die sphärischen Gefilde transportieren, in welchen diese sich fälschlich wähnen. So bleibt nur noch der Griff zum Trackrückbau, die Verteilung durchschnittlicher 4/6 und die Hoffnung darauf, dass Nic Chagall sich bald wieder auf das gewisse Etwas verlassen kann... ;)

    N'Abend zusammen!

    Im Mai hat das Warten auf ein neues Album des dänischen Ausnahme-Soundkünstlers Anders Trentemøller ein Ende, erscheint dann doch endlich der (sicherlich nicht nur von mir) langersehnte Nachfolger des 2006er-Opus "The Last Resort", welcher auf den Namen Into The Great Wide Yonder hört. Ein erster Appetithappen erfreut allerdings bereits jetzt die Gehörgänge seiner Anhängerschaft, wurde vor wenigen Tagen doch die erste Single-Auskopplung namens Sycamore Feeling enthüllt, auf welcher der Gute seinem sphärisch eher düster veranlagten Klangkosmos zwar treu bleibt, in musikalischer Hinsicht aber um einiges organischer erscheint als auf seinen bisherigen Werken und mich bisweilen sogar an Massive Attack erinnert. Zudem wird der Track durch ein überaus stimmiges Video sowie einige Remixe von solch namhaften Gestalten wie Gui Boratto und Thomas Schumacher ergänzt, sodass der Vorfreude auf das neue Album keine Grenzen gesetzt werden. :D

    Der Original Mix beginnt seine Reise jedenfals in morbiden Flächenschwaden, welche alsbald von einer dezenten Akustikgitarre begleitet werden, während immer wieder einige akustische Messerstiche gesetzt werden und bereits nach wenigen Momenten deutlich werden lassen, dass sich das Stück in dunklen Kellergewölben wesentlich wohler fühlt als in einer von Aufbruchsstimmung gesäumten Frühlingslandschaft. Melancholische Melodieversatzstücke, welche zeitweise in Form von recht trancig agierenden Flächensträngen anschwellen und auf ihrem Höhepunkt wieder in sich zusammenfallen, bestärken diesen Eindruck, ehe auf dem zeitlosen Downtempo/Triphop-Drumming die ersten Vocals einer gewissen Maria Frisker hineinschneien, welche ihren Klagegesang zunächst nur haucht, dann aber zunehmend kraftvoller den ihr zur Verfügung stehenden Raum ausfüllt und im kommenden Refrain schließlich ein Fass voller intensiver Düsternis aufmacht, zudem aber nicht davor zurückschreckt, einige Hoffnungsschimmer miteinzubeziehen. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung ist auch die variationsreiche Gitarrenbegleitung, welche vor allen Dingen in der Phase nach dem Refrain kurzzeitig ihre Deckung aufgibt und zusammen mit den druckvollen Melodieversatzstücken die geneigte Hörerschaft zu fesseln vermag. Im Anschluss zeigt sich das Arrangement dann wesentlich reduzierter, sodass die Vocals wieder im Vordergrund stehen und sich von den Westerngitarren umgarnen lassen. Dieser Zustand hält allerdings nicht allzu lang an, steht doch alsbald eine weitere intensitätsreiche Instrumentalphase an, welche von verdeckten Sägezähnen angeführt wird und den Weg schließlich für einen weiteren Anlauf des Refrains ebnet. Auch hierauf fällt der Track wieder in sich zusammen - im anstehenden letzten Drittel können sich sämtliche Elemente jedoch noch ein weiteres Mal aufbäumen und das Ganze mit einem mehr als würdigen Schlussakord versehen. Insgesamt gesehen haben wir es hier mit einem facettenreichen Querschnitt durch das Œuvre von Trentemøller zu tun, welcher imho nicht nur die Spannung auf das kommende Album noch einmal zu steigern weiß, sondern schlussendlich auch mehr als verdiente 5,75/6 ergattert. :yes:

    In gewohnt hervorragender Manier zerlegt der Gui Boratto Remix dann die Originalklänge, um das Ganze in Richtung wesentlich techhousiger inspirierter Gefilde zu schicken, ohne dabei die sphärische Komponente allzu grob zu behandeln. Dies zeigt sich schon zu Beginn, wenn einige dezente Überbleibsel der vielschichtigen Melodieebene im Hintergrund in subtiler Art und Weise ihr sphärisches "Unwesen" treiben, im Folgenden aber durch ordentlich durch den Fleischwolf gedrehte Vocalfragmente ersetzt werden, welche fortan erst einmal die Melodieführung übernehmen und nur sporadisch von alternativen Toneffekten ergänzt werden. Können sich Letztere dann allerdings aus ihren Fesseln befreien, erlebt der Remix durch den Einsatz einer angenehm drückenden Basslinewand sowie die Initiative einer herrlich melancholisch gepolten Alternativmelodie seinen ersten atmosphärischen Glanzpunkt, welcher im Vergleich zum Original nicht nur etwas optimistischer wirkt, sondern auch viel zu schnell von den stakkatierten Vocalfragmenten erneut abgelöst wird. So erreichen melodische Elemente diese Überarbeitung zunächst wieder nur durch die äußerste Hintertür, ehe die nach vorn gerichtete Basslinewand die zerhäckselten Vocals auf dem falschen Fuß erwischt und diese durch eine flächig-wabernde Melodieschicht ersetzt, welche den Track nun in ein Kurzbreak überführt, in dem sich dann auch die trancig anmutende Tonfolge aus dem Original dazugesellen darf und anschließend in Kooperation mit dem Untergrund eine interessante Anschwellaktion heraufbeschwört. Nutznießer dieser Entwicklung sind im Folgenden dann nicht nur die immer schwärmerischer agierende Bassline, sondern auch die zahlreichen sphärischen Melodiestränge und -fragmente, welche im letzten Drittel sogar verspultes Synthieklagen und den Originalrefrain auf den Plan werfen. Nach dieser höhepunktreichen Phase lasse ich mich dann auch liebend gern wieder von den stakkatierten Vocalfragmenten zum Ausgang, über den in großen schwarzen Lettern 5,5/6 prangt, führen... ;)

    Nur wer es dagegen wesentlich deeper, unaufgeregter und leider auch signifikant plätschernder mag, sollte sich im Anschluss unbedingt noch den Thomas Schumacher Remix zu Gemüte führen. Abgesehen von den Vocalspuren bleibt hier jedenfalls kaum noch etwas von der Intensität des Originals übrig, vielmehr blubbert das Endprodukt in repetitiver Manier um den heißen Brei herum, ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen.


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mit diesem wunderbar frühlingsumwehten Track zieht der mir bisher nicht bekannte Italiener Luigi Lusini in der Tat alle Register in Sachen schamanischer Sonnenanbetung, sodass auch meine Wenigkeit sich dem wärmenden Glanz dieses Stücks schwer entziehen kann. Bereits zu Beginn hält Who We Are dabei nicht allzu lang mit seiner akustischen Wohlfühlmassage hinter den Berg und schickt in einem entspannten Intro die ersten dezenten Pianotupfer ins Feld, während im Untergrund ein zunächst noch in Watte gebadetes Drumming allmählich den Fortbewegungsmechanismus des Ganzen in Schwung bringt und alsbald von einer satten Kickdrum abgelöst wird. Unterkriegen lassen sich die sanftmütigen Melodietöne von dieser Entwicklung jedoch nicht, vielmehr fühlen sie sich von der angenehm groovenden Bassline nun immer mehr dazu angestachelt, ihre überaus sommerliche Ader aus dem Schatten herauszuführen, sodass sie im anstehenden Break schließlich in Kooperation mit harmonischen Flächen zu epischer Größe heranwachsen und die geneigte Hörerschaft schnurstracks auf Wolke 7 katapultieren. Die Kitschgrenze wird dabei zwar für meinen Geschmack nur ganz knapp umschifft, trancige Arpeggios sorgen aber zum Ende des Breaks für eine erneute Intensitätsberuhigung und auch zusammen mit dem wieder einsetzenden Drumming für die nötige Intensitätsberuhigung. In dieser Formation tauchen die Pianoklänge dann im äußersten Hintergrund ab, sind dabei jedoch nicht zu faul, um den Auftritt einiger zurückgelehnter Alternativtöne zu initiieren, welche zusammen mit den im weiteren Verlauf erneut erstarkenden Flächen ein zweites Break heraufbeschwören, welches meines Erachtens mit den balearischen Shah-Gedächtnisgitarren dann allerdings doch das Maß überspannt und kurzzeitig auf Telenovela-Niveau fällt, bevor die bekannten Arpeggios glücklicherweise die Oberhand gewinnen und die Akustische ins Nirwana schicken. Der Rest gehört dann wieder dem verträumten Wohlklang aus episch anmutenden Flächen und proghousigem Unterbau, ehe der Track auf seine letzten Meter abbiegt und sich schlussendlich mit 5/6 in einem überaus ambient gehaltenen Outro verabschiedet. :yes:

    Das Favoritenresümée des dritten Nullzehner-Monats bittet zu Tisch:

    |01| Pantha Du Prince feat. Panda Bear - Stick To My Side [Four Tet Version] --- Rough Trade
    |02| King Unique - 2000000 Suns --- Bedrock Records
    |03| Pryda - Inspiration --- Pryda Recordings
    |04| Ryan Davis - Perlentaucher --- IRM Records
    |05| Henry Saiz - They Came From The Light --- Natura Sonoris
    |06| Guy Gerber - My Invisible Romance --- Supplement Facts
    |07| Ripperton - Random Violence --- Green
    |08| Solee - Ice --- Renaissance
    |09| Jody Wisternoff - No Longer Strangers --- AnjunaDeep
    |10| Luis Junior - Colache --- Bedrock Records

    :huebbel:

    N'Abend zusammen!

    Bei der Live-Verfolgung eines wieder einmal hervorragenden Sets von Sasha und John Digweed im Rahmen der Winter Music Conference in Miami am vergangenen Wochenende ist mir ein weiteres Mal überdeutlich die kraftvolle Mixtur aus den besten Zutaten progressiver und technoider Gefilde, welche die aktuelle EP des britischen Produzenten King Unique alias Matt Thomas stolz ihr Eigen nennt, in die Gehörgänge gekrochen, sodass ich mich mittlerweile nicht mehr zurückhalten kann, dem Two-Tracker einen eigenen Fred zu gönnen. Schließlich gehört dem Ganzen auch ein nicht zu verachtender Strahl Atmosphäre an, welcher in seiner herrlich psychedelischer Machart sicherlich auch den ein oder anderen im hiesigen Forum hinterm Ofen hervorlocken könnte. Erschienen ist das Ganze jedenfalls Anfang März auf Bedrock Records, welches sich schon seit geraumer Zeit auf der weiträumig gefassten Liste meiner favorisierten Labels ein lauschiges Plätzchen eingerichtet hat. :D

    Vor allen Dingen 2000000 Suns (in Worten: zwei Millionen) zeigt sich für einen Großteil meiner Euphorie verantwortlich, auch wenn das gute Stück in meinen Ohren (immer noch) als klassischer Grower fungiert, der seine Qualitäten erst mit einer gesunden Portion von Hördurchgängen zu Tage fördert, dann aber seine Klangcollagen sowie den überaus druckvoll geratenen Unterbau immer eindringlicher zu entfalten imstande ist. Ausgestattet mit einer wunderbar satten Kickdrum wanken dabei von Beginn an im Hintergrund einige verschleierte Basslineversatzstücke durch den verdunkelten Raum, welche zunächst noch recht unscheinbar ihre düstere Laune an die geneigte Hörerschaft vermitteln, mit zunehmender Dauer aber mehr und mehr einen unverzichtbaren progressiven Groove entwickeln, an dessen Flanke sich alsbald auch die erste sirrende Synthiefläche anschmiegen darf. In dezent anschwellender Manier wird hierbei das erste sphärische Ausrufezeichen gesetzt, welches auf dem Höhepunkt in einem Kurzbreak von klackernden Effekten unterstützt wird, im weiteren Verlauf aber erst einmal wieder in seine Einzelteile zerfällt. In Kooperation mit auf den ersten Blick womöglich leicht irritierenden Vocalsamples sowie besagten Effekten raffen sich die Flächenfragmente aber recht bald schon wieder auf, sodass sich der Track nun stetig vereinnahmender zeigt und schließlich mit einer herrlich psychedelischen Synthieflächenfolge seine bisher intensivsten Momente durchläuft. Der nach vorn ausgerichtete Untergrund mit seiner düsteren Ader lässt sich davon allerdings nicht wirklich unterkriegen und startet sogleich eine Gegenoffensive, welche die hypnotische Ausstrahlung des Tracks aber nur noch entscheidender unterstützt. Im Mittelteil ziehen sich die sphärischen Elemente dann dann zwar zugunsten einer dezent im Hintergrund sirrenden Synthiefläche zurück, auf einem kurzzeitig entschlackten Drumming wird aber bereits die nächste, in ein weiteres Kurzbreak mündende Anschwellaktion initiiert, sodass das Ganze im Folgenden nach einer erneuten kleinen Verschnaufpause noch ein letztes Mal seine mystische Ader im Zusammenspiel von Flächen, Vocalsamples und Klackereffekten zelebrieren kann. Unter mehr als verdienten 5,75/6 entkommt mir dieser auf die Prog-Peaktime schielende Track daher auf keinen Fall... ;)

    Dass Feniksas dagegen wie ein Relikt aus den 90ern wirkt, hat seinen guten Grund, schließlich fristete dieses Stück in halbfertigem Zustand seit zig Jahren ein äußerst unscheinbares Dasein auf einer Festplatte von King Unique, bis es bis vor ein paar Monaten von Matt Thomas wiederentdeckt wurde und schließlich doch noch den letzten Schliff bekam. Und dieser Schritt hat sich meines Erachtens mehr als gelohnt, entpuppt sich das Ganze doch in seinem charmanten Retrolook doch als technoid-pittoreskes Kleinod mit der gewissen sphärischen Note, welche zu Beginn allerdings noch in einem dunklen Verlies gefangengehalten wird, während auf der Hauptbühne eine gesunde Portion Druck ausgepackt und mit allerlei groovenden Subbässen angerichtet wird. Mutieren diese dann fast unbemerkt zu einer gehaltvollen Basslinewand, werden auch die Fesseln der sphärischen Entwicklung allmählich mehr und mehr gelockert, sodass nun in herrlich progressiver Manier eine episch anmutende Melodiefläche aus dem Hintergrund heraustritt und im anstehenden Break schließlich den Hörer ausladend umarmt und wärmt. Dieser Zustand kann sich allerdings leider nicht allzu lang in etablierter Stellung im hiesigen Track halten und verblasst zum Ende des Breaks hin zunehmend, ehe nur noch einige alternative Melodietöne übrig bleiben, schlussendlich ebenfalls im Nirwana verschwinden und erneut dem bekannten technoid-druckvollen Drumming den Vortritt lassen müssen. Allein das detailreiche Arrangement sowie der schnieke Retro-Groove bewahren das Ganze in der zweiten Hälfte dann vor dem steilen Fall in ein breites Spannungstal, denn hier passiert für meinen Geschmack einfach zu wenig - mit einer weiteren Anspielung auf die Melodiefläche wären daher sicherlich mehr als solide 4,5/6 drin gewesen. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mit nun insgesamt elf zeitlosen Veröffentlichungen in knapp fünfeinhalb Jahren wird deutlich, dass bei Joris Voorns grünem Plattenlabel Qualität im Gegensatz zu Quantität äußerst groß geschrieben wird. Auch der Schweizer Raphaël Ripperton hat sich mit seinem seit einigen Wochen erhältlichen Album Niwa sowie dem daraus ausgekoppelten Random Violence ganz diesem Credo verschrieben und zeigt sich einmal mehr in herrlich verwunschener Melodieseligkeit irgendwo zwischen housiger und ambienter Entspanntheit. :yes:

    Das von Yamchu angesprochene sommerliche Potenzial des Original Mixes deutet sich dabei bereits im mehr als gelungenen Intro an, wenn anschmiegsame Melodiefragmente durch den Raum geistern und mitsamt zurückgelehnt agierender Strandtrommelei die ersten Fäden für die Entwicklung einer überaus warmherzigen Atmosphäre zusammenziehen. Nach knapp einer Minute streichen die organisch anmutenden Melodieversatzstücke dann zwar wieder das Feld, aus dem Hintergrund heraus setzen jedoch alsbald alternative Tonfolgen an der sphärischen Verdichtung des Ganzen an, bevor im weiteren Verlauf sich dann auch eine sanftmütige Kickdrum endlich dazu berufen fühlt, etwas mehr Tempo in die Sache zu bringen. Dezentes Basslineschimmern sowie sporadisch eingesetzte Klarinettenextrakte sorgen hierbei nun für die nötige Portion Tiefe, welche mit den klassisch geloopten Melodietönen eine harmonische Symbiose eingeht, in dessen progressiver Schönheit auch die wärmende Ausstrahlung des Tracks alles andere als verloren geht, sondern vielmehr im anstehenden Break noch verstärkt wird. Dafür sind vor allen Dingen weitere Melodiefragmente verantwortlich, welche sich in herrlich verspielter Manier in die Zusammenarbeit von Looptönen und Trommelorgie integrieren und mit ihrer leicht melancholischen Ader sprichwörtlich zum i-Tüpfelchen der hiesigen Atmosphäre avancieren. Diese Meinung dürfte auch das Drumming des Stücks teilen, welches im letzten Drittel die komplette Melodiebene für einige Momente untergrooven möchte, ehe ein feinsinnig austariertes Outro mit Glockenspielunterstützung den Schlusspunkt auf dieses großartige Stück Musik setzt. Alles andere als verdiente 6/6 sind daher als Blasphemie zu werten... ;)

    Bei solch einer Vorlage ließ sich dann auch der Labelgründer und -betreiber selbst nicht allzu lang bitten, dem Ganzen seine eigene Note hinzuzufügen, sodass im Joris Voorn Green Mix zwar keineswegs die sonnige Atmosphäre Reißaus nimmt, diese dafür aber aufgrund des um einiges techhousiger arrangierten Umbaus über die gesamte Spieldauer einige Abstriche in Kauf nehmen muss. Im Gegenzug zeigt sich der Remix durch seine alsbald vom Stapel gelassene Bassline erheblich groovender angelegt, wobei sich die Präsenz der Melodieelemente aus dem Originals hierbei zunächst auf einige passend eingesetzte Fetzen beschränkt, welche immer mal wieder einige sphärische Nadelstiche (im positiven Sinne) setzen. Während dem geneigten Hörer die Oldschool-HiHats nur so um die Ohren fliegen, versucht sich die geloopte Tonfolge schließlich doch an einer Anschleichaktion, welche zwar in einem kleinen sommerlichen Intermezzo in Form eines Kurzbreak mündet, den groovenden Grundcharakter allerdings erst einmal nicht nachhaltig aus dem Rhythmus bringen kann, wie sich in der darauffolgenden Drummingphase beobachten lässt. Die Melodietöne lassen sich jedoch nicht unterkriegen, sodass im Folgenden ein zweites Mal eine subtile Unterwanderung vollzogen wird, welche den Track auch prompt in ein äußerst gelungenes Break zwingt, in welchem die Originalmelodieelemente zusammen mit einigen Alternativstreichern eine verzückte Sommersonnenuntergangsstimmung (was für ein Bandwurm!) zelebrieren. Die anschließende Phase gehört dann zwar wieder allein dem groovenden Untergrund, doch die heranfliegenden Streicher lassen auch hier ein warmherziges Outro sowie überaus gesunde 5,5/6 unausweichlich erscheinen. :D

    N'Abend zusammen!

    In einer Welt, in der mittlerweile Hinz und Kunz ihre eigene Mix-CD mehr oder weniger auf den Leib geschneidert bekommen, ist es für meinen Geschmack immer noch eine Wohltat, die Entwicklung solch einzigartiger Gesamtkunstwerke wie der Masters Series des britischen Labels Renaissance zu verfolgen. Wenn mich nicht alles täuscht, feiert die zumeist im äußerst weit ausladenden Ballsaal des Progressive House beheimatete Kult-Mix-CD-Reihe in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen, wobei in einem zunächst wohl dosierten, im vergangenen Jahr aber leider etwas unnötig angezogenen Veröffentlichungsrhythmus bisher insgesamt 14 Ausgaben zu bestaunen sind, für deren Trackauswahl solch illustre Gestalten wie Dave Seaman, Hernán Cattáneo oder Satoshi Tomiie verantwortlich waren. An der in Deutschland voraussichtlich am 23. April erscheinenden fünfzehnten Ausgabe durfte sich nun zum zweiten Mal der britische Produzent James Zabiela versuchen, welcher mich schon mit seiner ersten Arbeit als Chefdirigent der Masters Series mit seinem spannenden Konzept zweier überaus heterogener Silberlinge zu begeistern wusste. Denn auch bei der hiesigen mit Life untertitelten Folge befasst sich die erste CD vorwiegend mit entspannteren Klängen irgendwo zwischen Downbeat, Dubstep und ätherischen Electronica-Stücken, während auf der zweiten CD das Tempo sukzessive leicht angezogen wird und auch Gefilde zwischen Tech und Progressive House erkundet werden, wobei die Herangehensweise im Vergleich mit dem Vorgänger noch etwas weniger club-affin gestaltet wird. Freunde vielfältiger Genreverwebungen dürften hier auf jeden Fall voll auf ihre Kosten kommen, wie sowohl die hier zu findenden, 20minütigen Hörproben der beiden Scheiben als auch Namen wie Gui Boratto, Moderat, Dusty Kid, Guy J, Ellen Allien & Apparat oder Robert Babicz eindeutig unter Beweis stellen. :yes:


    Tracklisting:

    Disc One - A Life Less Ordinary

    01. Lusine - Operation Costs
    02. Pedram - Lost In Trans
    03. Nosaj Thing - Us
    04. Nosaj Thing - Fog
    Pedestrians
    05. James Zabiela - Burnt Bridges
    Street Sounds - Life Is Best Seen As A Gift
    06. R3volve - Bootpacker Alpha
    07. Mondkopf - Libera Me
    Change Machine - Everything Slows Down
    08. ASC - Porcelain
    09. Reason Or Romanza - Radiance Trigger [Recue Remix]
    10. Ruxpin - A Sunrise (And They Turned To Stones)
    False Dream
    11. Herman - Change Of Mind [James Zabiela Re-Arrange]
    Romanian Pilot
    12. Moderat - Out Of Sight
    13. Peter Benisch - Skymning
    Market Chatter
    14. Boys Noize - Heart Attack
    Clapping And Drumming In Defensa
    15. Ellen Allien & Apparat - Do Not Break
    Street Sounds
    16. Ruxpin - I Saw Her Standing There
    Our Deepest Desire
    Outro - Busker


    Disc Two - Afterlife

    01. Intro - Busker
    02. Sally Shapiro - Swimming Through The Blue Lagoon
    Whatever Can Be Imagined Can Be Realised
    03. Vince Watson - Long Way From Home
    Harmony, Simple And Beautiful
    04. Siopis - Really Love Ya [James Zabiela Re-Arrange]
    05. D-Pulse - New Poetry [Unreleased Version]
    Transformation
    06. Phil Kieran - Never Ending Mountain [James Zabiela Re-Arrange]
    07. Gui Boratto - I Feel Love [Robert Babicz Earth Remix]
    Illicit Offering
    08. James Zabiela - Blame [Masters Version]
    Ancient Masters
    09. Dusty Kid - Amazon
    10. Jori Hulkkonen - I Am Dead [Guy J Remix - James Zabiela Three Deck Re-Arrange Mash-Up]
    Today We Hold The Light That Travels Into Time And Space
    11. Hardfloor - The Life We Chose [E.R.P. Remix]
    12. Spooky - No Return [Josh Wink Acid Vocal Remix - Additional Vocal Edit]
    Love, A Reason - We Are The Drum Neighbourhood
    13. Kaito - We Are Living Here
    All This Has Happened Before
    14. Glimpse & Jay Shepheard - Colours [Jay Shepheard Dub]
    What We Can't Imagine
    15. Siriusmo - Nights Off
    In Its Wrong Place
    Outro - Dude Hassle In Miraflores, Peru

    Kursive Elemente deuten hierbei auf eingeflossene Field Recordings oder Voiceovers hin.

    :huebbel:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Habe die frohe Kunde eben per Newsletter erfahren und muss zweifelsohne konstatieren, dass auch die zweite Welle an Bestätigungen sich für meinen Geschmack wieder einmal mehr als sehen lassen kann, wobei in besonderem Maße die skandinavische Indie-Fraktion um die Shout Out Louds, Miike Snow, die Kings Of Convenience (was wäre das Melt! nur ohne Erlend Øye!?) und Johnossi hervorsticht. Zudem bietet sich eine zweite Chance für in den letzten beiden Jahren verpasste oder viel zu kurz observierte Bands wie die Friendly Fires, Hercules & Love Affair oder die derzeit fast im Hype ertrinkenden New Order'esken Delphic, sofern wir durch etwaige Überschneidungen nicht erneut in Gewissenskonflikte geraten. Um die hervorragenden Yeasayer wird man nämlich beispielsweise nicht herumkommen, doch auch die Indiefolk-Melancholiker von Midlake, Crossover-Spezialist Jamie T, die gesunde Dosis Synthie-Pop-Zucker von Goldfrapp oder die Indielectro/Postpunk-Truppe von The Big Pink geizen nicht mit ihren musikalischen Reizen... ;)

    N’Abend zusammen!

    Progressiv verwunschene Klangpfade, durch weite Landschaften voll subtiler Melodieansätze führend, begleitet von am Horizont thronenden, düsteren Gewitterwolken - das ist das Métier des spanischen Produzenten Luis Vaquero García alias Luis Junior, auf den ich im letzten Jahr durch diesen famosen Remix aufmerksam geworden bin. Auch John Digweed scheint von den ätherischen Soundwelten des Iberers ziemlich angetan zu sein, denn nicht anders ist es zu erklären, dass die im Februar veröffentlichte Colache EP auf dem digitalen Ableger seines mittlerweile seit über zehn Jahren eindrucksvoll und erfolgreich im Progressive House stöbernden Labels Bedrock Records ein mehr als passendes Zuhauses gefunden hat. Wer sich wieder einmal so richtig in einem Track verlieren möchte und zugleich seine musikalischen Scheuklappen auf Distanz hält, sollte hier auf jeden Fall nicht vor einer Hörprobe zurückschrecken… ;)

    Die unglaublich mystische Ader des Original Mixes wird bereits im Intro ersichtlich, wenn fadenscheiniges Melodieschimmern durch den Raum geistert, von filigranen Klickereffekten begleitet und alsbald von einer herrlich dunklen Basslinewand kontrastiert wird. Ganz allmählich sucht sich dabei nun der Untergrund seine Einzelteile zusammen, um im weiteren Verlauf als minimalistisch inspirierte Druck- und Drohgebärde die Fortbewegung des Ganzen in die Hand zu nehmen, bevor nach etwa zwei Minuten weitere Melodiefragmente auf die Bühne treten und mit ihrer im Vergleich zu den bisherigen Elementen wesentlich kraftvolleren Natur die sphärische Komponente des Tracks mehr und mehr zu intensivieren vermögen. Angereichert mit einigen immer wieder leicht an- und abschwellenden Begleittönen kann der Hörer dann auch in und im Anschluss an das folgende Kurzbreak das geheimnisvoll umrankte Wegenetz dieses Stücks in seiner vollen progressiven Vielfalt bewundern und bewandern, wobei sowohl die Melodieelemente als auch das Drumming sich stetig neu zusammenmischen und etwaigen Plätschervorwürfen jeglichen Nährboden entziehen. Mal präsentiert sich das Ganze dabei technoider, mal wunderbar neotrancig, bis ein weiteres Break noch einmal eine mit mystischen Melodieflächen ausstaffierte Verschnaufpause einlegt und das Stück im letzten Drittel zusammen mit den Drumming noch einmal eine Intensitätssteigerung erfährt. Nach etwas mehr als 10 Minuten, welche allerdings wieder einmal wie im Flug vergehen, biegt der Track dann schließlich auf die verdiente 5,75/6 zierende Zielgerade ein. :D

    Der Film Translation Mix geht seine Sache dann im Vergleich zum Original etwas techhousiger an, verzichtet allerdings glücklicherweise nicht auf die Einbettung der im Dunstkreis von Düsternis und Mystik schwebenden Melodiefragmente. Das kurze Intro weist mit einer monoton gehäckselten Tonfolge bereits in jene Richtung, in welche sich dieser Mix entwickeln wird, bevor ein trockener Beat in die Schlacht geschickt wird, welcher alsbald von nicht minder monoton geloopten Alternativtönen Geleitschutz erhält. An diese Basis dürfen sich dann aus dem Hintergrund heraus auch die ersten sphärischen Melodieandeutungen aus dem Original äußerst subtil heranarbeiten, während gleichzeitig im Untergrund eine stakkatierte Bassline ausgepackt wird, welche den zwielichtigen Tonfolgen nun mehr und mehr zur Entfaltung verhilft. Die nächste Phase wird dann zwar wieder von den monotonen Alternativen dominiert, das sphärische Gegenstück lässt sich jedoch nicht wirklich unterkriegen und darf sich im anstehenden Kurzbreak endlich einmal ohne die restlichen Elemente für einige Augenblicke amüsieren - das techhousige Rauschen im progressiven Wald gewinnt schließlich früh genug erneut die Oberhand in diesem Stück! Nach einem letzten sphärischen Stelldichein in Kooperation mit dem tänzelnden Untergrund werden die Melodieelemente nämlich wieder in den Keller verfrachtet, während die Bassline beim Rückbau noch einen schön stakkatierten Sololauf unternimmt. Alles in allem kann der Mix für meinen Geschmack aber in keinem Moment mit dem gehaltvollen Original mithalten und muss sich daher mit etwas weniger euphorischen 4,75/6 abgeben.

    Der Third Mix entführt zum Abschluss der EP die subtilen Melodieversatzstücke aus dem Original in ein druckvoll-technoid groovendes Umfeld, wobei auch hier die ersten zaghaften Flächen bereits in einem kurzen Intro an die Hörerschaft herangeführt werden. Ein markant nach vorn schielender Untergrund lauert jedoch schon hinter der nächsten Trackecke und vollzieht nun bis zum nächsten Kurzbreak, in dem erneut die fadenscheinigen Melodieflächen die Hauptrolle spielen, eine zunächst noch recht unspektakuläre Entwicklung, bevor im weiteren Verlauf dann sowohl einige spannende Effektspielereien als auch die ganz allmählich anwachsende Melodieebene die aufkommende Langeweile wieder in ihre Schranken weisen. Dies geht desweiteren mit einem Break einher, welches die Originalmelodietöne endlich komplett aus ihrer Umklammerung löst und den Track kurzzeitig in eine herrlich mystifizierende Wolke führt, ehe der nach vorn ausgerichtete Untergrund wieder erwacht und zunächst nur in Kooperation mit ordentlich Effektnebel den Fortgang des Mixes beschreitet. Aus dem Hintergrund des Ganzen heraus machen sich allerdings die bekannten Melodiefragmente im Folgenden erneut auf den beschwerlichen Weg in das Bewusstsein des Stücks - ist es dann aber soweit, spielt die zwischen Düsternis und Hoffnungsschimmern changierende Atmosphäre erneut ihre Karten aus, einzig der Untergrund bleibt stets seltsam unberührt. Das Niveau des Original wird daher auch hier nicht erreicht, sodass sich der Dritte im Bund mit 5/6 zufrieden geben muss. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Der Albumtrailer gehört zwar in der Tat zu den kreativsten seiner Art, kann aber für meinen Geschmack keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass der Reiz des vielseitigen Klangkosmos des russischen Brüderpaars Chwalejew alias Moonbeam auf Albumlänge diesmal einfach verloren geht. Schuld daran trägt zum einen nämlich die Tatsache, dass das unbestreitbar vorhandene Potenzial schlichtweg nicht genutzt wird, da die Konzentration anders als beim ziemlich gelungenen Vorgänger Consumption bei Around The World nun viel zu sehr auf einer Facette ihres ansonsten überaus heterogenen Trackimperiums stagniert. Mit der Veröffentlichung der 12 Einzelteile umfassenden Tracksammlung auf Black Hole Recordings liegt der gewiefte Hörer mit seiner Vermutung, dass das Hauptaugenmerk hierbei eher auf die trancige Ader der beiden Produzenten gelegt wird, auf jeden Fall sehr nahe an der Realität, wie mir mein soeben beendeter Hörprobendurchlauf bei einem einschlägigen legalen MP3-Hafen gezeigt hat. Zum anderen liegt mir die übertriebene Vocaldichte des Albums schwer im Magen, auch wenn die Stimmenauswahl an sich mit Blackfeel White, Avis Vox und Daniel Mimra imho wieder einmal an spannender Bandbreite kaum zu überbieten ist und keinesfalls mit dem Weichspülergesäusel eines gewissen Armin aus der Niederlande zu verwechseln ist. Die Tracks sind zwar insgesamt gesehen - was sollte man bei solch begnadeten Filigransoundtüftlern wie Moonbeam auch anderes erwarten - handwerklich gut gemacht, der Funke will bei mir aber mit Ausnahme einiger gelungener Instrumentaltracks nicht wirklich überspringen. Wer Moonbeam in Reinform sucht, sollte daher besser auf das Vorgängeralbum zurückgreifen... :yes:

    N'Abend zusammen!

    Es ist soweit: Die erste Pryda-Platte des 2010er-Jahrgangs hat vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickt, um die geneigte Hörerschaft einmal mehr mit ihrer melodiebeseelten Definition von progressiven Techhouseklängen zu verwöhnen. Nachdem der schwedische Produzent Eric Prydz, der im hiesigen Forum sicherlich keiner groß angelegten Einführung mehr bedarf, in diesem Jahr bisher nur als Cirez D, seinem Alter Ego für technoidere Tendenzen, neue Tracks unters Volk gebracht hat, darf sich nun also auch sein Label Pryda Recordings über die Erweiterung seiner Diskographie freuen. Dennoch geizt der Gute dabei für meinen Geschmack zu sehr mit frischen Stücken, da auf der B-Seite leider nur eine Überarbeitung von Rymd, dessen belangloses Original auf das Jahr 2007 taxiert werden kann, ihr Dasein fristet. Getragen von meiner Abneigung gegenüber solchen unnötigen Remakes sowie dem derzeitigen allgemeinen Überfluss dieser Entwicklung im EDM-Bereich werde ich diesen Track daher geflissentlich ignorieren. :yes:

    Nichtsdestotrotz kann sich die A-Seite mit dem für Pryda-Verhältnisse ungewohnt episch gehaltenen Inspiration mehr als sehen lassen, wenn das Ganze irgendwo zwischen Neotrance und minimalistischen Progressive House seine akustischen Vorzüge zu einer intensiven Klangreise formiert. Zunächst liegt das Hauptaugenmerk aber erst einmal auf der Entfaltung einer solide groovenden Basis, welche von Beginn an von einer monoton tänzelnden Bassline getragen wird und alsbald Bekanntschaft mit einer anscheinend in Watte gelegten Kickdrum macht, während einige wabernde Melodiefragmente aus dem Hintergrund auf diesem minimal arrangierten Untergrund erste Zeichen in die sphärische Richtung geben, in welche sich der Track im weiteren Verlauf bewegen wird. Ein Kurzbreak macht dann allerdings kurzen Prozess mit den Tonfolgen und gibt stattdessen im Anschluss techhousig inspirierten Stakkatotönen die Erlaubnis, die freigewordenen Räumlichkeiten zu bevölkern. Diese Steilvorlage lassen selbige natürlich nicht liegen und entführen das Ganze zusammen mit subtilen Effekten, düster schimmernden Subbässen sowie sporadisch anschwillendem Zischen in Gefilde voller minimaltechnoider Anspielungen, während sie gleichzeitig die Beharrlichkeit der wabernden Melodietöne unterschätzen, welche nun aus dem Hintergrund heraus allmählich wieder die sphärisch beruhigende Ader des Stücks ausfüllen können. Dies führt dann im Folgenden sogar dazu, dass das Drumming Muffensausen bekommt und ein stimmungsvolles Break einläutet, welches zunächst noch von den bekannten Elementen beherrscht wird, aber nach nicht allzu langer Dauer hochkarätige Unterstützung von weit ausholenden Melodieflächen erhält, welche den Track in einen nicht geahnten Schwebezustand versetzen. Auch in Kooperation mit dem minimalistischen Unterbau wird dabei nichts von dieser verträumten Epik eingebüßt, vielmehr kommt der Atmosphäre eine entspannte Portion Groove gerade recht, bevor nach einem weiteren Kurzbreak dann wieder die techhousigen Stakkatöne vom Beginn übernehmen und das Ganze in subtiler Art und Weise zu Ende führen. Chapeau, Herr Prydz, die mehr als verdienten 5,75/6 gehören Ihnen! ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Nachdem ich das umtriebige Schaffen des Magdeburger Technoatmosphäriker-Duos Davis & May mitsamt seiner Neben- bzw. Soloprojekte in letzter Zeit nicht mehr so gründlich wie noch in den vorherigen Jahren verfolgt und dabei wohl etwas den roten Faden ihrer Veröffentlichungen verloren habe, ist mir letzte Woche durch Zufall endlich wieder einmal eine frische EP aus dem Hause Ryan Davis alias Sebastian Waack in die Ohren gelangt. Das Ganze entpuppte sich jedenfalls als absoluter Glücksgriff, bewegen die darauf enthaltenen Tracks sich doch einmal mehr in überaus vielseitigen Klanggefilden, welche die gemeine Hörerschaft unweigerlich mit auf eine Reise durch die erlebnisreiche Nische im Dreiländereck der technoiden, progressiven und trancigen Hoheitsgebieten nimmt. Für die digitale Vermarktung zeigt sich dabei das mir bisher unbekannte französische Label IRM Records verantwortlich, auf welches allerdings bereits Leute wie u.a. Laurent Garnier oder Jody Wisternoff gestoßen sind, um ihre Begeisterung für diese EP kundzutun. :D

    Der Perlentaucher verwöhnt den geneigten Hörer jedenfalls fast vom ersten Intromoment an, wenn sich verschwommene Melodiefäden aus dem Untergrund in Richtung Bühne aufmachen und trotz ihres verspielten Arrangements ein angenehm melancholisches Tuch über den alsbald einsetzenden Beat ausbreiten können. Der Untergrund des Ganzen bleibt dabei dennoch nicht allzu lang unausgefüllt, nistet sich doch im weiteren Verlauf schnell eine beruhigende Bassline dort ein, um den bisherigen Melodieelementen ein wenig Düsternis entgegenzuwerfen, welche von der hellen Instrumentierung der teils flächig, teils stakkatiert auftretenden Tonfolgenfragmente aber im Zaum gehalten wird, ehe nach einem von mehreren Kurzbreaks die schwermütigen Basslineklänge für einige Augenblicke die Hauptrolle übernehmen. Aus dem Hintergrund erarbeiten sich die bekannten Melodieversatzstücke jedoch in subtiler Manier wieder mehr und mehr Raum zurück - ab dem nächsten Kurzbreak kommen zudem noch einige Davis-typische Alternativtöne hinzu, welche allerdings erst nach einer erneuten zwischenzeitigen Drummingphase markant in Erscheinung treten. Ist es allerdings soweit, so lassen sie sich zunächst vor allen Dingen vom dezenten Untergrundklickern sowie der entspannten Bassline den Hof machen, bevor nach einem Moment der Ruhe im nächsten Kurzbreak noch einmal die komplette Melodieebene ihr verträumtes sphärisches Spiel treiben darf. Alles in allem haben wir es hier mit einem wunderbar melancholischen Neotrance-Kleinod zu tun, welches ich nicht unter verdienten 5,5/6 entlassen kann. :yes:

    Escaping Reality dagegen präsentiert sich in einem weit progressiver beeinflussten Umfeld und dürfte wohl auch als ein in einer Minimal-Kaschemme gezeugtes Kind der 16 Bit Lolitas durchgehen. Das Stück trägt seine Intention zwar bereits unverkennbar im Titel, jedoch dürfte dem gewieften Hörer auch ohne diesen Wink mit dem Zaunpfahl schon nach nach wenigen Momenten Einwirkzeit die eskapistische Ader dieses Tracks deutlich geworden sein, wenn auf einem trocken groovenden Untergrund in minimalistischer, aber alles andere als belangloser Instrumentierung langsam, aber sicher der Hypnosefaktor ansteigt. Aus dem Hintergrund ragen dabei zudem alsbald die ersten zaghaft erscheinenden Melodieflächen hinaus, um das auf den Punkt effektierte Drumming in hervorragend subtiler Manier mit einer nicht zu verachtenden, sphärischen Komponente bekannt zu machen. Letztere erprobt sich hierbei zunächst in einem dezenten Laut-Leise-Schema, welches auch in den immer weiter eingestreuten Kurzbreaks fortgeführt wird, während parallel dazu weitere technoide Effektloops ausgepackt werden. Im letzten Drittel schlägt dann allerdings wahrhaft die Stunde der bisher auf ihr fragiles Aufteten abonnierten Melodieflächen, wenn sie in Kooperation mit alternativen Streicherbögen ihre Zurückhaltung kurzzeitig zum alten Eisen legen und in herrlich unaufgeregter, aber dennoch intensiver Manier die Gemüter der Hörerschaft bewegen. Dass der anschließende Rückbau im Vergleich mit der bisherigen progressiven Entfaltung nicht minder subtil geraten ist, erklärt sich dann von selbst - ebenso wie die Vergabe überaus gesunder 5,25/6. ;)

    Desweiteren existieren noch zwei Remixe vom Perlentaucher, für welche ich allerdings außerhalb der nicht wirklich rezensierfähigen Schnipsel in den einschlägigen legalen Downloadinstanzen keine passende Hörprobe gefunden habe. Doch auch die Überarbeitungen von DaWad und Matzak scheinen alles andere als ein Fehlgriff zu sein...


    Greetz,
    :: der hammer ::

    In die Sachen von Mat Zo höre auch ich als Uplifting-Abstinenzler noch regelmäßig hinein, da sich unter den Veröffentlichungen des jungen Briten sogar für meinen Geschmack immer wieder einige Perlen im Übergangsbereich von Progressive zu Uplifting entdecken lassen. Nach dem eher enttäuschenden 24 Hours klopft The Found nun aber wieder an das musikalische Wohnzimmer an, das schon solch wunderbare Tracks wie Nuclear Fusion, Rush oder Lucky Strike hervorgebracht hat und stets mit Melodiebögen mit dem gewissen Etwas, Vocalfragmenten der alten Prog-Schule sowie druckvoll in Szene gesetzten Drumminggeschichten tapeziert ist. Beim neuesten Streich des mittlerweile anscheinend auf Anjunabeats abonnierten Dreikäsehochs entfaltet das Paarungsverhalten dieser Elemente zudem eine unbeschwerte Sommerurlaubsstimmung, welche von Beginn an vor allen Dingen von der geloopten Vocaluntermalung des enorm treibenden Untergrunds getragen wird, ehe dieser Eindruck mit den ersten subtilen Auftritten einiger "Synthieseifenblasen" (vielen Dank für diesen wunderbar blumigen Neologismus an meinen Vorredner!) weitere sommerliche Unterstützung erhält, sodass sogleich weitere trancige Alternativmelodietöne auf den Plan geworfen werden. In dieser Formation wird dann auch das anstehende Break eingeläutet, in welchem nach dem Verwischen und Versickern der bisherigen Versatzstücke die Vocalfragmente in ungeahnt kraftvoller Neufassung dem Untergrund entfleuchen, dabei sie nun als eigenständige Melodielinie agieren und konsequenterweise ihren Teil zur Intensivierung der überaus warmherzigen Atmosphäre beitragen. In Zusammenarbeit mit harmonischen Flächen und trancigen Arpeggios schielt das Ganze nun unaufhörlich in Richtung seines Höhepunkts, nach dessen Überschreitung sich aber erneut die drückende Bassline mit ihrer wuchtigen Machete nach vorn kämpft, die Melodieebene komplett niederringt und anschließend erst einmal ein gesundes Intermezzo voller treibender Grooveklänge zelebriert. Nach und nach tauchen an allen Ecken und Enden dann die bekannten Melodieelemente wieder auf, wobei sich dabei insbesondere die Vocalfragmentfolge mit einem mehr als gelungenen Solo sphärisch hervortun können, ehe im weiteren Verlauf berühmt-berüchtige Upliftingmelodieklänge das Zepter in die Hand nehmen, um allzu offensichtlich ausgelaugte Gefilde durch ihr unaufgeregtes Auftreten allerdings gekonnt einen Bogen machen. Summa summarum eine runde Sache voller sonnendurchfluteter Reminiszenzen, welcher ich nicht weniger als 5/6 gönnen möchte. ;)

    Schön zu hören, dass Jody Wisternoff nach Ewigkeiten endlich einmal wieder eine frische EP unter seinem eigenen Namen veröffentlicht, nachdem er zuletzt ja zusammen mit Nick Warren auch das gemeinsame Projekt Way Out West wieder in die Erfolgsspur zurückgebracht hat. :yes:

    Bei Lassoo haben wir es jedenfalls mit einem angenehm frühlingsumwehten Track aus dem weit gesteckten Feld des Progressive Trance zu tun, welcher von Beginn an mit einigen subtil im Hintergrund herumgeisternden Melodieandeutungen auf sich aufmerksam macht, während noch tiefer im Untergrund erste Basstonfragmente ihr Stelldichdein geben und sich alsbald zu einer wunderbar groovenden Linie verdichten. Mit diesem Druckmittel im Rücken lassen sich dann auch die bekannten Melodieversatzstücke mehr und mehr zu einem langsamen Schwenk in Richtung vordere Gefilde des Stücks überreden, dezente Alternativtöne sowie sporadisch eingesetzte Subbässe in leicht knarziger Instrumentierung tun dabei ihr Übriges, sodass das Ganze in seiner für meinen Geschmack überaus ansteckenden Art nicht nur in sphärischer Hinsicht den imaginären Raum immer überzeugender auszufüllen vermag. Die Melodieebene verstärkt ihren schwebenden Charakter zudem noch mit einigen dezenten Streichern, welche sich ebenfalls in die stetig größer werdende Ansammlung von Melodiefragmenten einreihen und die progressive Entfaltung des Ganzen einmal mehr unterstreichen, bevor im Mittelteil die verspielte Arbeit der Melodieelemente auf ein Mindestmaß im Hintergrund heruntergefahren wird und kaskadenartige Effekte ihren Platz einnehmen. Diese Verschnaufpause ist jedoch nur von kurzer Dauer, schleicht sich die prächtige Melodieebene doch bereits schnell wieder aus dem Schatten heraus, um die sphärische Kontrolle des Tracks nach einer meines Erachtens etwas altbacken wirkenden Anschwillaktion vollends zu übernehmen. Auf den letzten Metern herrscht somit erneut eitel Sonnenschein, welcher zudem von einigen bisher noch nicht in Erscheinung getretenen, aber nicht minder entspannt anmutenden Synthieklängen noch verstärkt wird, ehe nach dem abschließenden Rückbau verdiente 5,25/6 das Hauptinteresse auf sich lenken können. ;)

    No Longer Strangers peilt zwar eine ähnlich sonnendurchflutete Atmosphäre an, präsentiert sich aber insgesamt gesehen im Vergleich zum Vorgänger durch seine weniger opulent angereicherte Melodieebene etwas weniger einnehmend. Dafür sind hier trotz der immer noch verspielt agierenden Tonfolgen klarere Strukturen erkennbar, welche vor allen Dingen von Wisternoffs Händchen für das überragende Timing seiner mehr als nur aufhorchenswerten Melodiehäppchen geprägt erscheinen und die gemeine Hörerschaft stets nachhaltig zu ködern wissen. Schon nach wenigen Momenten der Einwirkzeit trauen sich dabei die ersten Melodiefragmente aus dem Untergrund heraus, um sich im weiteren Verlauf mehr und mehr in Richtung einer herrlich sommerlich anmutenden Tonführung zu entwickeln, welche sich auch der Unterstützung einer in der Tat sehr Lassoo-ähnlichen Bassline sicher sein darf. Einige interessante Effekte sowie zuckrig klimpernde Synthietöne runden das zurückgelehnte Bild ab, bevor ein kurzes Break die überaus positiv konnotierte Atmosphäre unterbricht und im Anschluss klickernde Begleitklänge in Kooperation mit trancig arrangierten Alternativtönen sowie weiteren verspielten Versatzstücken für die nötige Abwechslung sorgen. Wer die Liaison mit der Melodielinie vom Beginn zu diesem Zeitpunkt schon für beendet erklärt, befindet sich jedoch arg auf dem Holzweg, können sich die bekannten Tonfolgen doch alsbald wieder aus ihrer unfreiwilligen U-Haft befreien und im letzten Drittel noch einmal all ihre entspannt-schwebenden Vorzüge auf Vordermann bringen. Ein groovendes Bassline-Solo führt den Track dann auf seine Zielgerade, wo bereits ebenbürtige 5,25/6 auf ihren stolzen Empfänger warten. :D

    Alles muss vollständig sein - getreu diesem Motto möchte ich euch nicht vorenthalten, dass auf Traum Schallplatten nun noch zwei weitere Remixe für das immer noch sehr charmante Datenübertragungsküsschen auf Vinyl gebannt wurden, für welche sich der französische Technosphäriker Rodriguez Jr. sowie die schwedischen Minimalgesellen von Minilogue verantwortlich zeigen. Letztere bleiben sich allerdings ihrer in meinen Ohren emotionslos dahinterplätschernden Definition von überaus minimalistischer elektronischer Musik treu und haben daher in der hiesigen Trackdiskussionsrunde nichts verloren... (nachzuhören hier und dort) :p

    Der Rodriguez Jr. Remix dagegen offenbart eine herrlich warmherzige wenn nicht frühlingshaft anmutende Herangehensweise an das Originalschema und stellt damit auch eine gelungene Gegenperspektive zur doch recht düster geratenen Überarbeitung von Max Cooper dar. Das beginnt bereits mit den pluckernden Alternativmelodieandeutungen, welche zusammen mit einigen in Watte gelegten Effekten in den ersten Momenten in Richtung einer wohligen Atmosphärenentfaltung deuten, während im Untergrund eine angenehm groovende Bassline die Fortbewegunsart des Ganzen in dezenter Manier steuert. In dieser Formation steuert der Remix dann ein kleines Break an, in dem sich die herrlich entspannte Melodielinie aus dem Original schließlich in die Gesellschaft der bisherigen Elemente begibt und in Kooperation mit dem alsbald wieder einsetzenden Drumming schließlich in etwas tranciger wirkender Instrumentierung die schwebende Klangreise fortführt. Immer wieder leicht intensiver geratene Verflächungen der Melodietöne sorgen dabei für ein gesundes Auf und Ab der Spannungskurven, ehe nach einer kurzen Unterbrechung auch das Eulberg-typische Originalarrangement der Tonfolge in sphärischer Hinsicht zum Tragen kommt. Die nächste Phase gehört allerdings wieder der mit verspielten Tonschlenkern umrankten Instrumentierung von Rodriguez Jr., bis das Ganze sich nach einer etwas dringender geratenen Intensivierung wieder den Originaltönen hingibt und im weiteren Verlauf dann den anstehenden Trackrückbau forciert. Alles in allem eine überaus liebliche geratene Version, welche zwar meines Erachtens sowohl mit dem Original als auch mit Max Cooper nicht ganz mithalten kann, mit immer noch mehr als soliden 5/6 aber sicherlich beruhigten Gewissens ihre Daseinsberechtigung feiern darf. ;)

    N'Abend zusammen!

    Gut zu wissen, dass es einige Konstanten im Leben gibt, auf die man sich stets mit bestem Gewissen verlassen kann - die für meinen Geschmack immer wieder herausragende Qualität der Veröffentlichungen des umtriebigen Produzenten Henry Saiz und seines spannenden Labels Natura Sonoris ist eine davon. So ist es nicht allzu verwunderlich, dass der Mann von der iberischen Halbinsel auch in 2010 an der Fortführung seiner ganz eigenen Vermischung von progressiven, trancigen, technoiden und elektroiden Versatzstücken arbeitet und die kulminierte Kraft dieses äußerst eklektischen Klangspektrums jetzt auf einer neuen EP zelebriert. Diese legt dabei in zwei Episoden einmal mehr eine eine solche Leidenschaft und sphärische Intensität an den Tag legt, welche die sogenannten Trance-"Größen" in Ehrfurcht erstarren lassen dürfte und sicherlich auch im hiesigen Forum nicht unerwähnt bleiben sollte. :yes:

    They Came From The Light könnte dem ein oder anderen bereits bekannt vorkommen, sah Hernán Cattáneo bei der Zusammenstellung seiner letzten Renaissance Masters Series doch in diesem Stück einen würdigen Abschlusstrack der Mix-CD - in Gänze vollstreckt sich dieses Neotrance-Epos dann sogar über etwas mehr als 10 Minuten, wobei durch die ausgeklügelte Soundvielfalt von Henry Saiz das Spannungsmoment aber (natürlich) konstant hoch gehalten werden kann. Das beginnt schon bei den fragmentierten Tonspielereien im Intro, welche zwar irgendwie den Verdacht erwecken, dass sie gerade unter die Räder gekommen sein müssen, in ihrer heterogenen Ästhetik aber im Untergrund bereits die ersten Andeutungen einer Melodielinie heraufbeschwören, welche im weiteren Verlauf des Tracks mehr als nur ein Wörtchen mitreden wird. Das zunächst noch recht trocken agierende Drumming schnappt sich zudem alsbald eine dahergelaufene Bassline in subtiler Knarz-Optik, sodass im Untergrund der nötige Druck während der Entfaltung der vielschichtigen Melodieebene vorherrscht. Aus letzterer stechen dabei vor allen Dingen die mittlerweile recht trancig versprenkelten Tonspielereien hervor, welche in ihrer sphärischen Intensität zusammen mit der immer wieder aus den hinteren Reihen des Tracks unvermittelt dazuspringenden Melodielinie ein überaus abwechslungsreiches Schauspiel auf die Bühne der Gehörgänge zaubern. In progressiver Manier erarbeiten sich die Melodieklänge - auch durch den flexiblen Wechsel zwischen verschiedenen Instrumentierungen - mehr und mehr Raum, sodass auch im anstehenden Break die stets irgendwo zwischen schwebender Unbeschwertheit und mystischer Verstörung anzusiedelnde Melodielinie im Vordergrund steht und ein wahrhaftes Klangspektakel aufs Parkett legt. Überragend ist dann auch der Break-Ausgang geraten, welcher auf dem Höhepunkt der gelungenen Anschwillaktion dem gemeinen Hörer genüßlich die Butter vom Brot klaut und ihm stattdessen den knarzigen Untergrund, auf welchem sich die Saiz'sche Hauptmelodie wild fläzt, auf dem Silbertablett serviert. Aus dem Hintergrund rauschen jedoch rasch die restlichen Melodieelemente wieder heran, sodass das Ganze nun auch in Kooperation mit der druckvollen Basis seine geheimnisvolle Atmosphäre ausbreiten darf, bevor es sich subtil in seine Einzelteile auflöst und im Outro schließlich die schimmernde Melodielinie in extraterrestrischer Manier den Schlusspunkt auf diesen imho verdientermaßen mit 6/6 bekrönten Track setzen darf. :D

    Mit dieser Vorlage mitzuhalten wäre dann etwas zu viel von Hipnos verlangt, sodass sich die digitale B-Seite vielmehr auf einen weniger epischen Umgang mit Melodiekonstrukten konzentriert und im Umkehrschluss dafür ein etwas größeres Fass treibender Rafinesse aufmacht, um im Machtpoker der unzähligen großartigen Saiz-Tracks keinen Schiffbruch zu erleiden. Zu Beginn blufft das Ganze aber erst einmal mit einem techhousigen Ansatz, welcher einige verwirrte Melodieflächen einfängt und noch eine recht beruhigende Fortbewegungsart an den Tag legt. Dies ändert sich jedoch alsbald in schleichender Manier, da zum einen eine zerstückelte Bassline im Untergrund für Druckzunahme sorgt, zum anderen die Melodieflächen zunehmend stakkatierter auftreten und sphärische Unterstützung in Form von alternativen Synthieflächen erhalten, sodass sich das Stück nebenbei fast unbemerkt in einen bemerkenswerten Progressive-Groove spielt. Auch die immer wieder unterschiedlichen Instrumentierungen und Intensitäten der Melodieelemente tragen dabei zur Aufwertung des Tracks bei, welcher sich im weiteren Verlauf aber dennoch mit einem Break eine kleine Auszeit aus seinem verspielten Rhythmus gönnt und die entspannten Flächen vom Beginn, welche in dieser Umgebung nun sogar noch ein wenig filigraner wirken, die Seele des Hörers streichen lässt. Im Untergrund des Ganzen brodelt es allerdings schnell wieder unüberhörbar, sodass die Melodieflächen sich im Folgenden erneut in wabernde Allzweckzwaffen der sphärischen Entwicklung verwandeln und in Zusammenarbeit mit dem nach vorn ausgerichteten Drumming im Anschluss ein kleines, aber feines Finale aus dem Ärmel schütteln. Der Rest gehört dann einem für meinen Geschmack etwas zu rasant gehaltenen Trackrückbau, welcher nur von einem interessanten Melodiefragment überlebt wird, das im Outro schließlich überzeugende 5/6 in Empfang nehmen darf. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mit einiger Verspätung im Gepäck... ;)

    "01' Gui Boratto - Telecaster --- Kompakt
    '02" Moguai - Lyve --- mau5trap
    "03' Pantha Du Prince - Lay In A Shimmer --- Rough Trade
    '04" Laurent Garnier pres. Alaska - It's Just Muzik --- Crosstown Rebels
    "05' Massive Attack feat. Hope Sandoval - Paradise Circus [Gui Boratto Remix] --- RCRD LBL
    '06" Hell feat. Bryan Ferry - U Can Dance [Carl Craig Remix V.1] --- International DeeJay Gigolo Records
    "07' Eelke Kleijn - Ring The Bells --- Outside The Box Music
    '08" 16 Bit Lolitas - Personal Space --- microCastle
    "09' Glenn Morrison - Another Suggestion --- Morrison Recordings
    '10" Moonbeam - Land Of The Lost --- Traum Schallplatten

    :huebbel:

    N'Abend zusammen!

    Kleinen Angriff auf den musikalischen Tellerrand gefällig!? Der in hiesigen Gefilden beheimatete Produzent Hendrik Weber alias Pantha Du Prince besitzt mit seinem im Februar erschienenen Album Black Noise durchaus das Potenzial, mit seiner feinsinnigen Mischung aus minimalen Technoklängen und fast schon ambient anmutender Melodieausstaffierung auch die Gehörgänge des ein oder anderen TF-Users im Stum zu erobern. Insbesondere die vielen warmherzigen Melodiefragmenten, bei Pantha Du Prince bevorzugt in einem glockenspielähnlichen Arrangement gehalten, sorgen dabei in Kombination mit zahlreichen sogenannten Field Recordings, also Natur- und Umgebungsgeräuschaufnahmen, für einen herrlich organischen Hörgenuss - bei einem Track wird diese Soundkulisse dann sogar mit dezenten Vocaleinlagen von Noah Lennox (einem Mitglied vom Animal Collective), welche sich ebenfalls stets in den sphärischen Kontext einzufügen wissen, angereichert. Die über allem schwebende Erhabenheit der Tracks dürfte sicherlich auch dem Aufnahmeort des Albums geschuldet sein, bei dem sich der Hamburger Produzent für die Zurückgezogenheit der Schweizer Alpen entschieden hat, sodass auch das Cover eine malerische Bergkulisse zieren darf. Erst später erfuhr Weber, dass das Gebiet, in dem er seine Aufnahmen vornahm, vor mehr als zweihundert Jahren von einem Erdrutsch begraben worden war und entschied sich so für den Albumtitel Black Noise, welches eine für den Menschen nicht hörbare Frequenz bezeichnet, welche z.B. vor einem Erdrutsch entsteht und von Tieren als Warnsignal aufgenommen wird. Ich kann dieses Album auf jeden Fall allen musikalischen Tellerrandforschern nur wärmstens ans Herz legen und bin mal gespannt auf das Set des Technoromantikers Pantha Du Prince auf dem diesjährigen Melt!-Festival. :yes:


    Tracklist mit Anspieltipps:

    01. Lay In A Shimmer
    02. Abglanz
    03. The Splendour
    04. Stick To My Side (feat. Noah Lennox)
    05. A Nomads Retreat
    06. Satellite Snyper
    07. Behind The Stars
    08. Bohemian Forest
    09. Welt Am Draht
    10. Im Bann
    11. Es Schneit

    :huebbel:

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Tja, jede Medaille hat nicht umsonst zwei Seiten - ich für meinen Teil genieße auf jeden Fall endlich wieder einmal den wunderbaren Überblick vom Gipfel der Bundesliga auf die restlichen Siebzehn, nach 57 Spieltagen ohne dieses Privileg kann man das gewissenhaft mal erwähnen... :p

    Gehöre ebenfalls zu jener Fraktion, welche auf der neuen EP von Solee einen klaren Favoriten besitzt... ;)

    Zum einen haben wir es da mit dem recht unscheinbaren Dubtale zu tun, bei dessen Bewertung bisher völlig zu Recht das Wörtchen "deep" außergewöhnlich oft in den Raum geworfen wurde. In seiner Machart erinnert mich der Track noch am ehesten an die Techhouse-Definition des Hamburger Produzenten Stimming, wenngleich die dort implizierte Verspieltheit beim hiesigen Stück für meinen Geschmack nicht so ausgeprägt erscheint, dafür aber eine noch wesentlich entspanntere Ader an den Tag gelegt wird, welche sowohl vom minimalistisch anmutenden Arrangement als auch von den deephousigen Tonfragmenten getragen wird. Ergänzt werden diese überaus unaufgeregt angelegten Elemente zuweilen durch einige Vocalsamples, welche sich ebenfalls passend in das zunehmend grooviger eingerichtete Trackambiente einfügen - von einem Spannungsaufbau ist man allerdings trotz oder besser gesagt gerade aufgrund des altbekannten An-/Abschwill-Schemas der fragmentierten Tonsprengsel recht weit entfernt, einzig die im Mittelteil wie Phönix aus der Asche anspringenden Synthie-Tonfläche neigt dazu, das Ganze sphärisch etwas zu intensivieren. In einem anstehenden Quasi-Break fühlen sich sämtliche Trackelemente dann zwar berufen, sich durch leichtes Aufplustern mehr Gehör zu verschaffen, bevor im Anschluss kurzzeitig das Zusammenspiel aus Beat und Tonfragmenten für einen netten, aber keinesfalls einträglichen Kontrast sorgt, die für Solee-Verhältnisse erstaunlich deepe Bauart des Ganzen verhindert jedoch allzu euphorische Gefühlsausbrüche, sodass auch im letzten Drittel wieder die atmosphärische Hängematte vom Dachboden geholt wird, während sich Vocalsamples und monotone Melodieandeutungen die Klinke in die Hand geben. Alles in allem kann ich die Einschätzung von summer.sun mit dem "wohligen Gefühl" bestätigen, für mehr als 4,5/6 reicht es aber für meinen Geschmack dennoch nicht. :yes:

    Im Gegensatz dazu ist Ice auf der digitalen B-Seite in der Lage, seine sphärischen Vorzüge wesentlich tiefer in die Gehörgänge der gemeinen Hörerschaft eindringen zu lassen, wobei zunächst noch ähnlich schlurfende Techhouseklänge vorherrschen, bevor eine düster grummelnde Bassline das Regiment im Untergrund übernimmt und in Kooperation mit einigen Tonfragmenten bereits in diesem frühen Stadium wesentlich mehr Druck entfachen kann als im kompletten Vorgänger vorhanden ist. In Begleitung der kriechenden Effekte vom Beginn ziehen diese monotonen Melodieandeutungen nun ihre progressiven Kreise, entlocken dabei dem zwielichtig anmutenden Drumming dennoch eine Prise Groove und dürfen sich zudem ab dem ersten Kurzbreak mit einer subtil klopfenden Melodielinie vor allen Dingen in sphärischer Hinsicht stärken. Es ist nicht allzu verwunderlich, dass diese Tonfolge auch im weiteren Verlauf mit ihrer mystischen Beklemmung das Heft in der Hand hält und das Ganze in ihrer stetig schwankenden Intensität sukzessive auf das anstehende Hauptbreak vorbereitet, in dem nach einer kleinen Solofahrt eine noch wesentlich schwärzer auftretende Basslinewand aus den Niederungen des Track hochschnellt und mitsamt knarziger Aggressivität und hellen Alternativflächen eine packende Achterbahnfahrt durch die finsteren Gefilde dieses Stücks inszeniert. Diese endet dann interessanterweise jäh in einer monotonen Klangfläche, welche das Spannungsbarometer in kontrastreicher Manier aus seinen ungesunden Höhen wieder herunterzwingt, nach ihrem Verschwinden auf den folgenden letzten Metern die bekannten Tonfragmente auf dem düster groovenden Untergrund zu ihrem würdigen Nachfolger kürt und lieber schon einmal die imho verdienten 5,5/6 in Augenschein nimmt. :D