Beiträge von hammer

    N'Abend zusammen!

    Die Folge überzeugender Platten aus dem Hause Robert Babicz reißt einfach nicht ab, denn auch mit seiner neuesten Scheibe befährt der Gute in für meinen Geschmack erneut ziemlich erfolgreicher Manier atmosphärisch-technoide Pfade. Angenehm unaufgeregt kurven die drei Tracks dabei durch subtile Melodiefelder, immer angetrieben durch treibende hypnotische Beats, und verschaffen sich dabei die Lizenz, die derzeitige Frühwinterstimmung passend zu begleiten. Wer sich davon ein akustisches Bild machen möchte, sollte daher nicht warten, bis wir an Weihnachten wieder im T-Shirt rumlaufen können, sondern besser sofort die auf Treibstoff Recordings erschienene Platte unter den unten folgenden Links vorhören. :D

    Purple Dance als Titeltrack der EP hüllt sich jedenfalls schon einmal sehr galant in deepe Klangfarben, welche sich zu Beginn zwar noch recht monoton akzentuiert auf einem leicht knarzig angehauchten Drumming präsentieren, aber schon bald sphärische Unterstützung durch erste dezente Flächenandeutungen bekommen. Diese arbeiten sich nun immer wieder schubweise unter das bisherige "Volk" und initiieren zudem eine wunderbar beruhigende Melodielinie, welche sich in ihrer herrlich subtilen Ausrichtung bestens darin gefällt, die Entwicklung einer gehaltvoll deepen Stimmung weiter voranzutreiben. Zusammen mit den monotonen Tönen und dem kontrastierenden Knarzen im Untergrund weiß das Ganze dabei zudem durch seine zunehmend hypnotischer erscheinende Gangart zu überzeugen, welche vor allen Dingen durch den progressiven Aufbau des Tracks sowie die immer wieder eingeworfenen Flächen- und Tonschübe Nahrung erhält. Auch einige Kurzbreaks unterbrechen den tiefgründigen Fluss dieses Stücks in keinem Moment und fügen sich bestens in die nachdenklich-melancholische Entspanntheit ein. Alles in allem ein Track, der subtil berührt und sein 5,5/6er-Potenzial am besten an kalten Winterabenden zu entfalten vermag. :yes:

    Im Gegensatz dazu kommt Aural dann schon fast lebensbejahend und tanzbar um die Ecke geschlichen, wenngleich auch hier melodietechnisch alles andere als eine nach Aufmerksamkeit heischende Stimmung forciert wird. Auf einem interessant effektangereichterten Drumming, welches mit seiner auf- und abschwingenden Bassline einen angenehmen Groove gepachtet hat, liegt es dabei zuallererst an einigen sich im Hintergrund des Ganzen anreichernden Flächen, für die ersten melodischen Tupfer zu sorgen. Dass sich diese ziemlich gut mit der Bassline verstehen, lässt sich dabei schnell erkennen, sodass es auch die im weiteren Verlauf immer wieder eingeworfenen Tontropfen leicht haben, in ihrer warmherzigen Art immer wieder einige melodische Ausrufezeichen in die Gehörgänge des gemeinen Hörers zu versenden. Selbstverständlich passiert dies alles auf einer wunderbar subtilen Ebene, wie man es von Robert Babicz gewöhnt ist, zu der natürlich zur Abwechslung auch einige Phasen dazugehören, die sich nur auf die alsbald mit einigen Alternativtönen erweiterten Flächen im Hintergrund sowie ihre kurvenreiche Fahrt auf dem immer wieder mit neuen Effekten angereicherten Drumming konzentrieren. Wenn sich die Melodieelementen dann immer sporadischer zeigen, neigt sich der Track schließlich seinem Ende entgegen, an dem es von meiner Seite verdiente 5/6 spendiert gibt. ;)

    Zero als Dritter im Bunde definiert sich dann am wenigsten durch intensiv atmosphärische Reigen, setzt dem allerdings ein schön elektroid drückendes Drumming entgegen, welches sich besonders durch seine knarzige Einlagen charakterisiert und diese bereits ab dem ersten Moment auf die Reise in die Membranen schickt. Düstere Effekte verbreitern im weiteren Verlauf die Bandbreite des Tracks und sind nicht ganz unschuldig an der Entfaltung einiger unaufgeregt im Untergrund schimmernder Flächenandeutungen. In und im Anschluss an ein Kurzbreak verschaffen sich diese kurzzeitig einen respektablen Platz in diesem Stück und geleiten kontrastreich den knarzenden Untergrund mit ihrer sphärisch beruhigenden Ader, bis sich die Bassline dazu entschließt, noch eine Nuance entschiedener aufzutreten, wodurch die melodischen Elemente erst einmal wieder im Nebelschleier verschwinden. Nur in einigen Kurzbreaks wird dieses Versteckspiel aufgehoben, sodass sich hier ein angenehm groovendes Zusammenspiel von verspielten Flächen und schwungvollem Untergrund ergibt, welches im letzten Drittel durch leichtes Anschwillen zwar einmal aus der Reserve gelockt wird, aber insgesamt doch recht bodenständig seine subtilen Vorzüge über den Äther schickt. Alles in allem kann der Track das Niveau seiner Vorgänger für meinen Geschmack zwar nicht ganz halten, für überdurchschnittliche 4,5/6 sollte es aber dennoch auf jeden Fall reichen! :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    In der Tat endlich wieder einmal eine hervorragende EP der 16 Bit Lolitas, die auch dem Tiefenanteil in AnjunaDeep vollends gerecht wird. :yes:

    Murder Weapon als Titeltrack legt dabei die progressive Bestmarke hin und betört den gemeinen Hörer ganze 10 Minuten lang mit seiner gelungenen Mischung aus düster stapfendem Untergrund und darauf fußenden melodischen Ausrufezeichen. Zu Beginn liegt es allerdings erst einmal an einigen flirrenden Effekten, den Startpunkt für einen gemächlichen Aufbau zu setzen, dem sich schon bald die Entfaltung einer drückenden Offbeat-Bassline anschließt. Diese macht es sich in den tieferen Etagen dieses Tracks erst einmal sichtlich gemütlich, bevor in Begleitung einiger fluffiger Begleiteffekte die ersten Melodiefragmente nach Landgewinn trachten. Ein folgendes Kurzbreak gewährt ihnen schließlich diese Freiheit, sodass sich nun auch die sphärische Komponente des Ganzen zu entwickeln vermag und nach kurzer Einwirkzeit bereits erste Anzeichen einer hypnotisch-mysthischen Stimmung trägt, welche besonders durch die schwelenden Looptöne der Melodiefolge zum Tragen kommen. Unterstützung naht zudem in Form von passend eingeworfener Synth-Flächen, welche es sich zur Arbeit gemacht haben, die bisherige Melodieebene in ihrer Abwechslung zu stärken. Ein weiteres Kurzbreak zeigt die Flächen dann in Eintracht mit weiteren arpeggierten Begleitmelodien und euphorisiert kurzzeitig die Atmosphäre, bevor sich das Ganze im Anschluss mit dem düsteren Untergrund und den Looptönen schnell wieder auf seine hypnotische Basis besinnt. Immerhin dürfen sich die Melodieelemente aus dem Break auch hier noch einmal aufschwingen und den Track schließlich in ein perfekt inszeniertes Outro lotsen, welches noch einmal die simple, aber überaus durchschlagskräftige melodische Seite dieses Stücks in den Vordergrund stellt. Insgesamt sehe ich so jedenfalls keine andere Wahl, als ebenso wie meine Vorgänger mehr als überzeugende 5,5/6 zu verteilen. :D

    5 To 12 mag zwar eine alarmgeschwängerte Uhrzeit darstellen, in diesem Falle ist die Aufregung allerdings vollkommen unbegründet, versteckt sich hier doch nur ein schön groovendes Stück, welches sich Progressive House in seine Hauptschlagader injiziert hat. Das zeigt sich bereits zu Beginn, wenn sich das Ganze mit seinem wellenartigen Bassline-Verschnitt herrlich unaufgeregt in Mark und Bein pumpt. Aufbautechnisch ist man hier zudem noch eine gute Ecke gemütlicher aufgelegt, sodass man den ersten melodischen Schichten, die sich im weiteren Verlauf kurzzeitig aus dem Untergrund zu Wort melden, regelrecht entgegensehnt. Schnell verschwinden allerdings auch diese wieder im undurchschaubaren Zwielicht und lassen erst eine halbe Minute später wieder einige auflockernde Elemente hinzugleiten. Diese Melodietöne und Vocalandeutungen zeigen sich dabei in ähnlich groovender Manier wie der Rest des Tracks und leiten allmählich ein Break ein, in welchem das Ganze leicht anschwillende Flächenelemente präsentiert, welche die Intensität langsam, aber stetig steigen lassen und - sofern man davon in diesem überaus progressiven Machwerk überhaupt sprechen kann - einen kleinen Höhepunkt einleiten. An dessen Anschluss liegt es nämlich wieder am hypnotisch groovenden Drumming, den bisherigen Faden aufzunehmen, sodass auch die auflockernden Fragmente erneut nur vereinzelt die Fassade durchbrechen. Alles in allem sind mir die hiesigen 10 Minuten zwar etwas zu dick aufgetragen, da der Track zu Beginn einfach viel zu schleppend in Gang kommt, aber für clubbige 4,5/6 sollte es auf jeden Fall reichen. :yes:

    Nobody Seems To Care!? - Im Gegenteil, dieses Stück besitzt einfach eine solch wunderbar beruhigende Wirkung, dass man nicht drumherum kommt, das Ganze nicht unbekümmert links liegen zu lassen. Das beginnt schließlich schon mit dem überzeugend sphärisch geratenen Intro, welches von mysteriös anmutenden Flächen zusammengehalten wird und bereits dabei voll in seinem entspannten Element ist. Gesellt sich dann ein trockener Beat dazu, schleichen die Flächen zwar kurzzeitig in den Hintergrund, doch auch in ihrem immer wieder angetäuschten Anschwillen wissen diese überaus zu gefallen. Zudem wirkt sich die Kooperation mit einigen exotischen Klangtupfern sehr positiv in Bezug auf die sphärische Entwicklung des Ganzen aus, welche alsbald auch die passende Unterstützung von entspannten Vocalandeutungen nicht mehr missen mag. Aus dem Untergrund entwickelt sich dazu aus den bisherigen sanften Flächen nun doch ein etwas bissiger zu Tage tretender Charakterzug, welcher mit einer gewissen Portion Druck für die passende Portion Abwechslung sorgt. Ein weiteres Break hat sich dann allerdings wieder mit Haut und Haar der entspannten Wirkung dieses Tracks verschrieben und offenbart neben den bisherigen Melodieelementen ergänzende Pianotöne, welche das Ganze zu einem gehaltvoll anschwillenden Übergang in die letzten beiden Minuten hinreißen lässt, in denen sich noch einmal alle melodischen Rafinessen dieses Stücks in herrlich schwebender Art und Weise gegenseitig anstacheln dürfen. Im Endeffekt bleibt mir jedenfalls auch hier nichts anderes übrig, als hervorragende 5,5/6 aus dem Hut zu zaubern und mit einem "Chapeau, 16 Bit Lolitas" zu enden... ;)

    Auch wenn ich mich im Uplifting-Bereich eigentlich nur noch mehr schlecht als recht auskenne, lassen diese markanten Vocals nur einen Schluss zu, der schnurstracks auf Above & Beyond - Breaking Ties [Above & Beyond's Analogue Haven Remix] zuläuft. ;)

    Welcher Hahn kräht denn noch nach irgendwelchen Pianobreaks, wenn Mike Foyle mit Bittersweet Nightshade den Beweis vorlegt, dass er auch ohne sein ausgereiztes Markenzeichen in der Lage ist, trancig gehaltvolle Klänge zu kreieren, die auch mich alles andere als kalt lassen. Ausgestattet mit einem schön austarierten Drumming, welches anfangs in leicht klickernder Manier den Ton angibt, lassen die ersten melodischen Andeutungen natürlich nicht allzu lang auf sich warten und schwirren dem Hörer in vielversprechender Art und Weise in einem Kurzbreak bereits luftig um die Ohren. Auch im Anschluss baut das Ganze in Zusammenarbeit mit einem nun wesentlich drückender ausgerichteten Untergrund, in dem besonders die wellenartig schiebende Bassline in düsteren Klangfarben hervorgehoben werden sollte, eindeutig auf seine kraftvollen Melodiefragmente, welche immer wieder passend an- und abschwillen und das Spannungsmoment damit stetig nach oben entwickeln sehen. Vocalandeutungen und einige Acid-Elemente im flirrenden Untergrund geben dem Ganzen zudem Würze und entlassen das Stück schließlich in ein gediegenes Break, in dem das Trackgerüst galant in sich zusammenfällt und damit den Weg freimacht für die Entfaltung einer gelungenen Hauptmelodielinie. Diese hat nicht nur eine herrlich schwebende Atmosphäre im Gepäck, auch ihre Instrumentierung mit der Liebe fürs Detail ist ein wahrer Ohrenschmaus, der in Zusammenarbeit mit dem nun wieder klickernd ausgerichteten Drumming nichts von seiner stimmungsvollen Intensität einbüßt. Ganz im Gegenteil: Mit der Entfaltung tröpfchenartiger Begleittöne zeigt sich der Track noch eindringlicher und verspielter, auch kurzzeitige Druckphasen im Untergrund können dem nichts anhaben. Zusammen mit den Vocalandeutungen und der nun etwas flächigeren Gestaltung der Hauptmelodie spricht der Track schließlich im Einklang aller Elemente für sich und wehrt jegliche Lahmheitsvorwürfe bereits im Keim ab. Insgesamt gesehen bin ich auf jeden Fall mal wieder positiv von Mike Foyle überrascht, sodass ich meine euphorisierten 5,5/6 auch nicht in Zaum halten möchte... ;)

    N'Abend zusammen!

    Mit meiner heutigen Rezension möchte ich euch wärmstens einen Track von Solomun ans Herz legen, der mir wiederum vor einigen Wochen vom geschätzten Kollegen Andru eindringlich empfohlen wurde. Es handelt sich dabei um Somebody's Story, mit welchem der deutsche Produzent (mit Balkan-Hintergrund) Mladen Solomun auf der Compost Black Label #36 eine sphärisch mächtige, dunkle Wolkenwand verewigt hat. Wer sich auch nur annähernd positiv mit neotrancigen Klängen arrangieren kann, sollte den Klick auf diese oder jene Seite nicht scheuen - die Gänsehaut ist für denjenigen, der sich von diesem Track entschweben lässt, auf jeden Fall vorprogrammiert. :yes:

    Schließlich fackelt Somebody's Story nicht erst in minimal inspiriertem Klickern herum, sondern lässt bereits nach wenigen Sekunden im Untergrund dunkle Streichermanschetten auferstehen, die mit herrlich zwielichtigen Klangfarben Track und Hörer in einem Sturmlauf in ihre sphärische Gewalt nehmen. Eine markante Bassline, welche sich bald schubartig zu den melodischen Ausrufezeichen setzt, initiiert zudem das Auftreten weiterer emotionaler Streicherpartien, welche im Gegensatz zu ihren düsteren Verwandten zwar etwas hellere Klänge in das melodische Potpourri bringen, die melancholische geprägte Grundstimmung aber ebenfalls kraftvoll unterstützen. Setzt sich im Folgenden die markante Bassline an die Spitze des Ganzen, treten die Streicher zwar erst einmal in den Hintergrund, doch auch mit sanft schwebenden Tonteppichen, welche nun die melodische Arbeit übernehmen, lässt sich die intensive Atmosphäre problemlos weiterführen und manifestiert sich wie ein nebliger Schleier in den umgarnten Gehörgängen. Unterstützt von monotonen Subbässen führt die Bassline im Mittelteil zur Abwechslung einen kleinen Solotanz auf, bevor sich die wunderbaren Streicher aus ihrer kurzen Auszeit wieder zurückmelden und in Kooperation mit den schwebenden Tonteppichen erneut ihre intensive Atmosphärenarbeit aufnehmen. Ein kleines Break im Anschluss beweist dies noch einmal in vorzüglicher Art und Weise, ehe die die prägnante Bassline wieder aus dem Untergrund hervorbricht und im weiteren Verlauf zusammen mit den schwebenden Tönen auf ihrem Weg über herrlich melancholische Pfade nicht zu bremsen ist und schließlich dezent auf das bevorstehendes Ende des Stücks hinweist. Alles in allem ein Track zum Zurücklehnen, Augenschließen und Schwelgen, der mich bei jedem Hördurchlauf mehr begeistert und daher mit nicht minder als imho überaus überzeugenden 5,75/6 entlassen werden sollte. :yes:

    Apropos: Auch die beiden anderen Stücke auf der Platte, welche auf die Namen Don't Cry und The Way Back hören, sind keinesfalls von schlechten Tech/Deephouse-Eltern, kommen aber trotz ebenfalls melodieorientierter Ausrichtungen in keinem Moment an die Intensität von Somebody's Story heran. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Mit Surfaces startet nun auch das spanische Produzentenduo Simon García und Karim Shaker alias Simon & Shaker seine eigene Mix-CD-Reihe, auf der sie sich ihrer ganz eigenen Vorstellung des Begriffs Genredurchmischung verschrieben haben. Die Bandbreite reicht dabei von knochentrockenen Techhouse-Stücken über groovenden Progressive House bis hin zu neotrancigen Avancen, die jeden Freund des üppig gefüllten Tellerrands sicherlich erfreuen dürfte. Nicht nur die Initiatoren selbst beschwören mit einigen ihrer Stücke und Remixe eine gepflegt düstere Stimmung herauf, auch Guy Gerber, Marc Marzenit, Remy & Roland Klinkenberg, Joris Voorn, Smith & Selway, Dubfire, Nathan Fake und Groove García stehen mit ihren Namen für spannende Tracks jenseits starrer Genregrenzen. Bisher gibt es das Ganze zwar nur digital bei allen einschlägigen Download-Portalen (DJDownload, Junodownload, iTunes, Beatport), deren Besuch ich dementsprechend für einige Hörproben empfehle, zu erwerben, doch im Dezember soll auch eine CD-Variante auf Armada Music folgen, die mit großer Wahrscheinlichkeit ihren Weg in mein Regal finden wird. :yes:

    Da bleibe ich euch also nur noch die ansprechenden Tracklists schuldig:

    CD 1

    01. Skylark - Too Much Information [Manual Tur Remix]
    02. Gruber & Nürnberg - Our Feeling
    03. Bukaddor & Fishbeck - Sceada
    04. Pole Folder feat. Shelley Harland - Radio 101 [Stuart McKeown's Frequency Hack Remix]
    05. Guy Gerber - Disorientation
    06. Groove García - Popol Vuh [Personal Vision]
    07. Robert Nickson - Narc [Simon & Shaker Remix]
    08. Nosmo vs. Kris B - One For The Road 2008 Deep Mix [Fiord Remix]
    09. Simon & Shaker pres. Teramik - Last House On The Left
    10. KOS - Womb [Jim Rivers Remix]
    11. Chab feat. JD Davis - Lonely [Simon & Shaker Class Remix]
    12. Skylark & H2 - Movin' [Joris Voorn's Rejected Rave Dub]
    13. King Unique - Sugarhigh [KU 2008 Mix]

    CD 2

    01. Nathan Fake - The Sky Was Pink [Original Live Take]
    02. S&S - Surfaces Introbase
    03. Gregor Tresher - A Thousand Nights Part 3 [Dubfire Quiet Storm Dubstrumental]
    04. Funkagenda - Together [Marc Marzenit Remix]
    05. Dark Providers - Neo [Simon & Shaker Clubstate Mix]
    06. Roland Klinkenberg - Bounce & @ 2007
    07. Minilogue - Space [Roland M. Dill Remix]
    08. Smith & Selway - It's Like That
    09. Simon & Shaker vs. Groove García - Soultech! [Simon & Shaker Remix]
    10. Smith & Selway - Total Departure
    11. Marc DePulse - Remember 87
    12. Simon & Shaker pres. Teramik - Plastic Upgrades
    13. Remy & Roland Klinkenberg - Jimmy The Saint
    14. Blake Jarrell pres. Thrasher - Kaupas
    15. Dave Seaman - Gobbledygook [Jori Hulkkonen Remix]

    :huebbel:

    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Vor einigen Wochen ist mir während Matt Darey's Nocturnal Radio Show ein höchst jahreszeitgemäßer Track über den Weg gelaufen, für den sich die beiden Schweizer Chris Reece und Dinka verantwortlich zeigen. Auf den passenden Titel Autumn Leaves hörend bietet diese Kollaboration entspannt vorwinterliche Klänge in einem schmackhaften Rahmen aus Progressive House, welcher durch trancige Melodieversatzstücke die passende Gewürzmischung für das imaginäre Auflockern auch des trübsten Novembergraus bietet. Auf Vinyl wird man das Ganze aber wohl leider nicht finden, denn das verantwortliche Label Enormous Tunes hat sich ausschließlich dem digitalen Vertriebsweg verschrieben - wer sich trotzdem einen aussagekräftigen Höreindruck (von den imho beiden ansprechendsten Mixen) verschaffen möchte, klickt einfach auf die unten folgenden Links. :yes:

    Die beruhigende Ausstrahlung des Progressive Dub kann dabei bereits nach wenigen Momenten inhaliert werden, wenn sich auf einem lockeren Beat die ersten Melodiesprengsel offenbaren und mit ihrer positiven Aura auch sogleich ein herrliches Piano-Kurzbreak initiieren. Entfaltet dies bereits einen ersten Eindruck von der entspannten Stimmung dieses Tracks, macht sich im Anschluss erst einmal eine elektroid beeinflusste Bassline ans Werk, um dem Track in ihrer stakkatiert drückenden Manier den passenden Groove zu verpassen, welcher bald auch von den Melodiefragmenten sehr herzlich aufgenommen und infolgedessen passend begleitet wird. Zusammen mit weiteren Melodietönen im Hintergrund und dem in denselbigen eintretenden Drumming weiß auch das nächste Break mit der wunderbar entspannten Ader der Pianomelodie zu überzeugen, ohne dass dabei der Groove allzu sehr im Nirwana zu verschwinden droht. Schließlich liegt es an seinem erneuten Emporklettern, dass sich das Piano zugunsten dezenter Flächen sowie der sphärisch warmen Melodieeinstreuungen wieder zurücknimmt, sodass das Ganze im Anschluss mit auf der Bassline tänzelnden Melodietönen auch im Zusammenspiel mit dem Drumming seinen Hang zum leicht Melancholischen nicht übertüncht. Lässt sich das Drumming alsbald wieder zurückfallen, steht auch dem dritten Piano-Break nichts mehr im Wege, die von den Geistern seiner Vorgänger gerufene entspannte Atmosphäre noch einmal zu zelebrieren, ehe sich die Bassline wieder markant zurückmeldet und in der finalen Phase des Tracks noch einmal mit den Melodiefragmenten gelungen zusammenarbeiten darf. Insgesamt eine herbstlich runde Sache, die sich wunderbar unaufgeregt ihre für meinen Geschmack überaus verdienten 5,25/6 abholt. ;)

    Der Michael Cassette Remix der umtriebigen Finnen Erkka Lempiäinen und Matti Heininen geht das Thema dann mit seiner zum Markenzeichen gewordenen Retro-Affinität an und verpasst dem Ganzen einen gelungenen Synthie-Umhang. Zu Beginn liegt es aber erst einmal an einigen monotonen Alternativtönen in einem Quasi-Intro, eine im Vergleich zum Vorgänger nicht minder unaufgeregte Atmosphäre heraufzubeschwören, bevor sich aus dem Hinterhalt eine leicht drückende Bassline heranschiebt und schon bald den typischen Michael-Cassette-Groove offenbart. Zaghafte Looptonfolgen im Hintergrund bilden dabei die Vorläufer für die sich bald zum ersten Mal zeigende Synthie-Alternativmelodie, welche erneut eine nicht zu verkennende 80er-Referenz in sich trägt und nach kurzem Pausieren schließlich in voller Catchiness (man möge mir diesen Anglizismus verzeihen) zurückkehrt. Sphärisch bewegt sich das Ganze dabei fast schon zu sommerlich für seinen herbstlichen Namen, doch wer will es der verschmitzten Synthie-Melodie verdenken, wenn sie im folgenden Break noch einmal mit ihren hellen Klangfarben die Gehörgänge bezirzt, ehe sich das Ganze mit den Looptonfolgen im Untergrund und der drückenden Bassline schließlich auf seine letzten Meter begibt. Alles in allem könnte der Mix zwar etwas mehr Abwechslung vertragen, doch für solide 4,75/6 sollte es dennoch auf jeden Fall reichen. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Nachdem mir Girls Suckcces nicht so recht zusagen wollte, trifft Marcus Schössow mit The Last Pluck bei mir mal wieder ins Schwarze, wobei vor allen Dingen der Original Mix erneut sehr stimmig die Vermischung von trancig inspirierten Melodien und elektroid stampfender Rhythmusfraktion zelebriert. Zudem schafft der sympathisch durchgeknallte Schwede es hier, durch knarzig durchschlagende Basslinefetzen bereits von der ersten Sekunde an, die Aufmerksamkeit des Hörers, welche im weiteren Verlauf durch monotone Stakkato-Töne weiter gefüttert wird, auf sich zu lenken. Im Hintergrund brummt sich dazu noch ein weiterer Basslinefetzen immer wieder aus der Umklammerung des Beats, ehe sich das Hauptaugernmerk im anstehenden Break schließlich auf die melodische Entwicklung dieses Tracks verlagert. In Zusammenarbeit mit den bisherigen Stakkato-Tönen bietet sich dabei eine in fluffiger Instrumentierung gehaltene Melodielinie an, welche sich nach leichtem Anschwillen auch zusammen mit dem Drumming sphärisch von den bisherigen Elementen absetzen kann. Variationsreich und charmant stellt sie jedenfalls schnell klar, wer von nun an in diesem Stück den Ton angibt und lässt sich in ihrem zweiten Frühling zudem noch von einigen flächigen Synthies, welche ebenfalls die Handschrift einer angespannten Atmosphäre tragen, begleiten. Ein nebliges Kurzbreak beendet dann zwar die melodieorientierte Phase dieses Tracks, doch auch der interessant pluckernde Untergrund ist es allemal wert, den basslinefetzen-übersäten Abschwung des Ganzen nicht zu verpassen. Marcus Schössow ist hier jedenfalls erneut ein überzeugender Track gelungen, der trotz drückender Ausrichtung auch mit sphärischen Reizen nicht geizt und daher insgesamt für meinen Geschmack 5,25/6 verdient hat. :yes:

    Der Fluffy Mix hingegen schafft es - obwohl er deutlich melodieverliebter daherschlurft - imho nicht, das Original in Sachen sphärischer Intensität zu überbieten. Die Haupttonfolge aus dem Original ist dabei schnell gefunden und schleicht sich in diesem wesentlich hektischer arrangierten Mix, der es sich immerhin nicht nehmen lässt, auch die interessanten Basslinefetzen zu übernehmen, eine gute Portion echoverstärkter in den Vordergrund. In dieser Konstellation ist es natürlich nicht mehr weit bis zum entscheidenden Break, welches sich mit klangintensiv drückender Basslinewand unter den fluffigen (da macht der Tracktitel seinem Namen in der Tat alle Ehre) Melodietönen einleitet, dann aber leider in einem unfassbar ohrenkrebserregenden Anschwillen, das jeglichen Atmosphärenaufbau wieder in die Steinzeit zurückbefördert, endet. Ist dieser Schock überwunden, was bisweilen etwas länger dauern könnte, baut sich erneut die Originalmelodie auf und lässt das Ganze in Kooperation mit einigen flächig ausartenden Alternativtönen langsam sphärisch wieder auferstehen. Alles in allem ist dieses Stück in meinen Ohren auf jeden Fall die weniger überzeugendere Wahl von The Last Pluck und muss sich daher auch nur mit 4/6 zufrieden geben. :hmm:

    Der Dave Schiemann Remix als Dritter im Bunde bietet dann leider nur durchschnittliches Tech-Gewäsche, entfaltet ansonsten die Originalmelodie in ebenso hektischer Manier wie der Fluffy Mix und lässt das Ganze zudem von einem leicht martialischen klingenden Drumming antreiben. Während der melodieorientierten Phase vor dem Break gibt der zischend zerhäckselte Untergrund dann allerdings Ruhe, sodass kurzzeitig die fluffigen Vorzüge der Melodietöne im Blickfeld des gemeinen Hörers auftauchen und die angespannte Atmosphäre des Ganzen leicht intensivieren. Sanftes Anschwillen im Break ist dann allerdings der Anfang vom Ende der Tonfolge, welche regelrecht abzusaufen scheint, bevor sich im Folgenden techige Schwurbeleffekte und durch den Fleischwolf gedrehte Tonanleihen breitmachen - nur die wellenartig ausgerichtete Bassline kann sich vor der Fragmentierungsorgie retten und sorgt für die nötige Portion Druck im Untergrund des Ganzen. Dieser kleine Lichtblick kann allerdings keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass mir dieses Ausmaß an techiger Durchschnittlichkeit nicht mehr als 3/6 wert ist... ;)

    Kenne bisher nur den Markus Schulz Return To Coldharbour Dub, mit dem der Gute praktisch nichts mehr vom müden Original übrig gelassen und um die einzig verbliebenen Vocalfragmenten seine ganz eigene, düstere Welt gebastelt hat. Diese setzt sich zusammen aus einer in drückenden Schüben auftretenden Bassline, welche in technoid-monotoner Ausrichtung für ordentlich Feuer im Untergrund sorgt, besagten Vocalschnipseln und einigen Melodieandeutungen im Hintergrund, denen die Vorherrschaft der unerwartet dominant auftretenden Bassline allerdings kaum einen Moment zur Entfaltung gönnt. Kurz vor dem Break schafft es immerhin ein stotternder Ton, den Damm zu durchbrechen und mit der Ausarbeitung der Vocalschnipsel als Melodielinie eine kleine Phase der Untergrundberuhigung einzuleiten. Allzu lang hält dieses Unterfangen gegen das bedrohlich anschwillende Bollwerk, das nun zudem Unterstützung durch düstere Flächen erhält, allerdings nicht stand, sodass im Anschluss an das Break erneut das Hauptaugenmerk auf das brodelnde Bassline-Drumming-Gemisch gelegt wird. Kurzzeitig sorgen dabei zwar auch Vocalschnipsel-Melodie und dunkle Flächen im Hintergrund für etwas Abwechslung, aber im Großen und Ganzen steht hier eindeutig die Präsenz als dauerdrückender Powerprog-Peaktime-Kracher im Vordergrund. Für meinen Geschmack ist Markus Schulz das mit seinen 4,5/6 zwar recht solide gelungen, aber irgendwie verliere ich einfach nicht den Eindruck, dass er mit diesem Track einfach zu viel gewollt hat... :hmm:

    Auch aus meiner Sicht mal wieder ein gelungenes Progtrance-Stück aus dem Hause Elevation, das mit einem konkreten VÖ-Datum leider noch etwas geizt... ;)

    Biscayne als Anlehnung an einen gleichnamigen Nationalpark in Florida schlägt dabei hörbar zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits fußt das Stück auf einer schön progressiv rollenden Bassline, welche dem Ganzen eine nicht zu verachtende Portion Druck mit auf den Weg gibt und andererseits kommt auch der melodische Part in herrlich sphärischen Breaks keineswegs zu kurz. Zu Beginn liegt es aber vor allen Dingen am düster durchscheinenden Untergrund, dem Ganzen seine druckvolle Ausrichtung vorzugeben, in der sich einige melodische Tupfer im Hintergrund bereits zu erkennen geben, aber bis zur Einleitung des Breaks noch ziemlich betulich zurückgehalten werden. Dort dürfen selbige nach anfänglich düsterer Anspannung dann aber in Form einer wunderbar entspannten Melodielinie endlich dem Track ihren Stempel aufdrücken, der die Atmosphäre schlagartig in herrlich unaufgeregte Bahnen lenkt, denen auch aufkommende Drummingelemente nichts entgegenzusetzen haben. Vielmehr entsteht dadurch ein gehörgangsumschmeichelnder Kontrast, der mit der Entfaltung von harmonischen Streichern noch weiter ausgereizt wird und schlussendlich im zweiten Break dieses Stücks mündet. Dort dürfen sich diese nämlich in voller sphärisch wehmütiger Pracht in den Vordergrund stellen, um dem Ganzen - bald auch zusammen mit der entspannten Melodielinie vom Beginn - in Sachen schwelgerischer Momente noch eine gutes Pfund mehr zu imponieren. In konträrer Weise schießt im Anschluss allerdings wieder das druckvolle Drumming hervor - ohne die melodischen Elemente noch einmal zum Tragen kommen zu lassen erscheint der finale Teil dieses Tracks allerdings auch für meinen Geschmack etwas abrupt zu enden. Im Endeffekt hätte das Ganze also sogar noch etwas mehr Potenzial als seine verdienten 5/6 in petto gehabt... :yes:

    Gerade noch meine Stimme im TOTW-Votum ergattert, nun bereits mit einer kleinen Rezension beglückt:

    Im Original Mix wird dem Hörer jedenfalls solide Hausmannskost à la Andy Moor serviert: Angesiedelt irgendwo zwischen Progressive und Uplifting Trance und ausgestattet mit einer gehörig Dampf ausstrahlenden Bassline, welche sich in drückender Manier unter die ersten Vocalpartien von Carrie Skipper legt, ist es nur ein kurzer Weg bis zu Entfaltung einer passenden Melodielinie. Diese schlummerte zwar bereits in Fragmenten im Hintergrund, traut sich aber erst in einer Vocalpause an die Oberfläche, um es sich für einen kurzen Moment auf dem druckvollen Untergrund schön bequem zu machen. Überzeugend sphärische Momente wollen dabei in meinen Ohren allerdings nicht aufkommen, denn Stimme, Arrangement und Melodien fehlt einfach das gewisse Etwas, um sich vom unüberschaubaren Sumpf an Vocaltracks allzu positiv abzuheben. Das unrühmliche Prädikat "nett" hat sich das Ganze dagegen viel schneller erarbeitet, als es ihm lieb sein dürfte, denn auch nach einem Break, in dem sich Carrie Skipper noch einmal verausgaben darf, kommt im Tête-à-tête von Vocals und Hauptmelodie einfach keine nachhaltige Atmosphäre auf. Insgesamt dümpelt das Stück imho daher auch im glanzlosen 4/6er-Bereich herum... :hmm:

    Wie gut, dass es in Gestalt des Mÿon & Shane 54 Remixes die passende Antwort auf das eher müde Original gibt! Die beiden umtriebigen Ungarn schicken das Ganze dabei mit Hilfe einer groovenden Bassline, welche zudem eine nicht zu verkennende, drückende Ader in sich beherbergt, in wesentlich interessantere Gefilde, beschränken die Allerweltsvocals glücklicherweise auf einige passende Passagen in den Breaks und lassen selbige ansonsten eher in fragmentierter Form auf sich aufmerksam machen. Zudem verpassen sie der Originalmelodie eine spätsommerlich stimmige Instrumentierung, welche ihre sphärischen Tupfer trotz eher spärlich gesäter Einsätze viel stimmiger zu entfalten weiß. Insgesamt sorgt das Ganze durch die konträre Ausrichtung von stimmungsvollen Breaks mit Vocal-Unterstützung und groovenden Proghouse-Phasen für weitere gelungene Abwechslung, die dem Ganzen sehr gut zu Gesicht steht und indirekt dem Original beweist, wie man mit soliden Ansätzen umgehen muss, um nicht den ganzen Track auf demselben Niveau dümpeln zu lassen. Ich bin von dieser Überarbeitung jedenfalls recht angetan, sodass mein Punktekeller mit gutem Gewissen um weitere 5/6 ärmer wird... ;)

    Der Michael Badal Remix verwandelt das Ganze dann in soliden Powerprog, der sich mit seinem elektroid inspirierten Unterbau zwar eine nicht zu unterschätzende Portion Druck hinter die Binde gekippt hat, es aber leider in den entscheidenden Phasen verpasst, sich etwas markanter vom Original abzusetzen. Die weichgespülten Vocals genießen es dabei aber dennoch, sich von der leicht knarzend ausgerichteten Bassline antreiben zu lassen, welche besonders in den Phasen zwischen den Stimmeinsätzen mit weiteren elektroiden Klecksen etwas mehr Farbe in das Remixkonzept zu werfen. Im Mittelteil entblößt sich das Stück zur Freude des abwechslungsliebenden Hörer dann kurzzeitig auf sein druckvolles Drumming, um im anschließenden Break schnell wieder zur atmosphärischen Geruhsamkeit des Originals zurückzukehren, welche sich leider auch im weiteren Verlauf mit der Entfaltung der nur nuancenhaft veränderten Originalmelodie breitmacht. Alles in allem einige gute Ansätze, aber für meinen Geschmack im Endeffekt einfach noch viel zu sehr die Nähe vom Original suchend und daher auch nur durchschnittliche 4,5/6 ergatternd. :yes:

    Warum sich der Shawn Mitiska Remix dann allerdings die Blöße gibt und das Originalthema in ein simples Deadmau5-Gewand steckt, bleibt mir immer noch ein Rätsel... Immerhin gebührt ihm so der unrühmliche Ehrenpreis, seine Überarbeitung im Vergleich zum Original noch eine gehörige Schüppe müdigkeitsfördernder und spannungsloser aufgebaut zu haben. Hier gibt's weder Druck noch Groove zu begutachten, vielmehr dümpelt das Stück in meinen Ohren nur schwerfällig vor sich hin, die Vocals säuseln sich ohne Unterlass in die Gehörgänge und das typische Anschwillen in den Breaks ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Insgesamt muss ich daher konstatieren, dass ich hier ziemlich enttäuscht von Shawn Mitiska bin, der in den vergangenen Jahren bewiesen hat, dass er wirklich wesentlich mehr kann als nur einen weiteren Deadmau5-Klon abzugeben. Für diese verpasste Remix-Chance sind für meinen Geschmack aber nicht mehr als wenig erwärmende 2/6 drin. :no:

    Andy Moor hatte für meinen Geschmack zwar auch schon deutlich spannendere Tracks zu bieten, doch mit einem soliden Remixpaket im Gefolge schafft er es dann dennoch, meine Stimme zu ergattern und Sundriver knapp hinter sich zu lassen. :yes:

    Wer sich mit den Tracks vom Griechen Yannis Pennas alias dPen auseinandersetzt, landet regelmäßig auf der dunklen Seite der Macht, denn der Gute hat sich eindeutig den düsteren/zwielichtigen/mysthischen Atmosphären dieser Welt verschrieben. Eingebettet sind diese dabei zumeist in eine für meinen Geschmack ziemlich spannende Mischung aus minimalen, progressiven und trancigen Einflüssen, was er mit seiner letzten EP auf dem Black-Hole-Sublabel Avanti erneut eindrucksvoll unter Beweis stellt. Wer ebenfalls einmal in die emotionalen Klangwelten von dPen eintauchen möchte, dem seien auf jeden Fall seine Myspace-Seite sowie die unten folgenden Links - besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit - wärmstens empfohlen. :yes:

    After That Day verschafft sich jedenfalls schon ab der ersten Sekunde die volle Aufmerksamkeit des gemeinen Hörers, wenn sich ein waberndes Bassline-Fragment in deeper Gestaltung behäbig in die Gehörgänge walzt und bereits nach wenigen Momenten mit den ersten melodischen Tupfern bestens ergänzt wird, sich im weiteren Verlauf aber zugunsten der stakkatierten Tonfolge in den Hintergrund versetzen lässt. Der mysthischen Ausrichtung des Stücks tut das allerdings keinen Abbruch, denn auch in subtiler Art und Weise lassen sich die minimal inspirierten Melodieversatzstücke ohne Probleme in sphärisch deeper Manier unterstützen. Zudem entspringt aus dem Untergrund nach einer kurzen Phase des Durchatmens eine wesentlich breitflächiger gestaltete Melodiefolge, welche sich durch ihr einnehmendes Wesen recht schnell im Vordergrund des Tracks etablieren und die Atmosphäre etwas hoffnungsvoller gestalten kann. Die passenden Alternativtöne in stakkatierter Form dürfen dabei allerdings ebenfalls nicht außen vorgelassen werden, da ohne ihr unaufgeregtes Auftreten das Ganze nicht annähernd so rund klingen würde, sodass ihnen im anstehenden Break auch eine entscheidende Rolle angeboten wird: An der Seite von herrlich herbstlich schimmernden Flächenwellen arbeitet man schließlich nicht alle Tage! Ist der sphärische Höhepunkt im hiesigen Break schließlich überschritten, macht sich im Anschluss wieder eine konstrastreich wabernde Drumming-Phase wie zu Beginn daran, die düstere Seite des Tracks noch einmal ins Gedächtnis der Hörerschaft zu rufen. Einige Stakkatotöne dürfen zum Abschluss allerdings ebenfalls nicht fehlen und begleiten das Ganze in alles andere als effektheischender Manier auf seinen letzten Runden, bevor man bei der Wertungsmarke von 5,25/6 die Ziellinie überquert. :D

    Im Moonbeam Remix, der mir bereits auf Mr Sam's Mix-CD Opus Secundo sehr positiv aufgefallen war, wird die mysthische Ader des Originals dann übernommen und in fast schon episch zu bezeichnender Art und Weise fortgesetzt. Das lässt sich bereits zu Beginn erahnen, wenn auf einem drückenden Progressive-Drumming im Hintergrund die ersten flächigen Pendants der Originalmelodien durchschimmern und dabei mit ihren sphärischen Ansätzen natürlich nicht über den Berg halten können. Dafür sorgt dann aber doch im Gegenzug die Entwicklung einer elektroid beeinflussten Bassline, welche sich treibend unter die klickernden Zusatzelemente legt und die Melodieelemente erst einmal in die Schranken weist. Allzu lang lassen sich diese allerdings nicht im Zaum halten, sodass auch immer mal wieder die flächige Melodie hereinschaut und im Break schließlich nach anfänglich herrlich subtilen Melodieandeutungen, welche in zwielichtig wabernder Manier einen perfekten Spannungsbogen auf die Beine stellen, die Vorherrschaft über diesen Remix übernimmt. Mit dem Hang zum Epischen darf jedenfalls im Anschluss auch zusammen mit dem drückenden Drumming der wunderbar düsteren Atmosphäre gefrönt werden, welche sich sogar noch ein gutes Stückchen intensiver als sein Vorbild aus dem Original den Weg in die Herzen der Zuhörer erarbeitet. Alles in allem muss ich jedenfalls den Moonbeam-Brüder einmal mehr ihr Gespür für atmosphärisch bewegende Klänge attestieren, mit dem sie hier in meinen Ohren sogar das Original zu übertreffen wissen und überaus verdiente 5,5/6 mit nach Sibirien nehmen. ;)

    Yesterday Morning als Dritter im Bunde muss sich dann keinesfalls vor seinen beiden überzeugenden Vorgänger verstecken, vielmehr ist auch der gestrige Morgen beseelt von sphärisch dunklen Klangfarben in einem diesmal etwas minimaler orientierten Arrangement. Das lässt sich besonders gut in der ersten Hälfte des Stücks erhören, wenn sich einzelne subtile Melodiefragmente auf einem simplen Bassline-Verschnitt verspielt entzerren und zusammen mit einer flirrenden Hintergrundflächenfarbe für eine wieder einmal höchst interessante Atmosphäre irgendwie zwischen "mysthisch" und "bizarr" sorgen. Ein erstes Kurzbreak bringt dann weitere Minimaltöne ins Spiel, welche sich auch zusammen mit dem schlichten Drumming an ihrer monotonen Struktur laben können. Langsam pirschen sich dabei aber auch die melodischen Tupfer im Hintergrund heran, sodass das Ganze nicht vollends in Richtung Minimal Techno abdriftet. Auch ein zweites Kurzbreak schlägt dann in diese Kerbe und ebnet schließlich den Weg mit einem kurzen, aber heftigen Anschwillen für die Entfaltung wunderbar entspannter Melodiefragmente, welche den Track nun endgültig wieder auf die melodieorientierte Seite der elektronischen Musik hinüberreißen und dabei ganz uneigennützig auch die mysthische Stimmung des Ganzen erheblich intensivieren. Ein weiteres Kurzbreak rundet diese Phase mit einem letzten Anschwillen der melodischen Elemente dann ab, bevor sich das Ganze auf seinen letzten Metern wieder deutlich minimaler gestaltet. Insgesamt ein bedrückender Track, der sein Potenzial eindeutig in der dunklen Jahreszeit am eindringlichsten zu entfalten vermag und seine 5,25/6 imho damit mehr als redlich verdient hat.


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mit Femme Fatale wirft der alte Haudegen Steve Lawler nun mal wieder eine Platte unter die Leute, mit der sicherlich auch der ein oder andere im hiesigen Forum etwas anfangen könnte. Schließlich lässt sich die eindeutig sphärisch-hypnotische Absicht dieses Tracks, welcher sich recht schnell aus seiner techhousigen Ummantelung loseist, nur sehr schwer leugnen. Wer sich also für einen Blick über den Tellerrand nicht zu schade ist, sollte unbedingt diesem Link folgen oder die etwas überladene, hauseigene Myspace-Seite besuchen, auf welcher der auf Ovum Recordings erschienene Track nur darauf wartet, euch musikalisch zu verführen... ;)

    Der Original Mix gibt zwar zu Beginn noch ein recht entspanntes Bild ab, wenn er sich mit eingeworfenen Tonfragmenten und lockeren Percussions eingroovt, doch dieser Schein gehört nur zum kalkulierten Vorlauf des zunehmend einnehmender gestalteten Spannungsaufbaus. Dazu trägt in nicht unerheblichem Maße die überaus subtile Entwicklung einer zurückhaltenden Bassline bei, welche es sich im weiteren Verlauf im Untergrund des Stücks bequem macht und für die Weiterentwicklung des schön groovenden Trackcharakters sorgt. Nach knapp drei Minuten Spielzeit liegt es schließlich an immer wieder passend eingestreuten Melodiefragmenten in leicht mysthischen Klangfarben, dass sich auch die Bassline nun peu à peu aus dem schwach beleuchteten Keller dieses Stücks hinaustraut und vermehrt als alles andere als ungeduldeter Untermieter der Melodietöne auftritt. Wenn dann auch noch sphärisch wirkungsvolle Flächen leicht flirrend die Bühne im Hintergrund betreten, steht dem hypnotischen Fortgang des Ganzen nichts mehr Wege. Die Kombination aus immer wieder anschwillenden Flächen, welche es damit der wellenartig auftrumpfenden Bassline gleichmachen, dem mysthischen Melodiefragment und nach verwirrenden Vocalausschnitten klingenden Effekten machen dabei eindeutig die Reize dieses verführerischen Tracks aus, welche sich auch im bald anstehenden Break nicht unterdrücken lassen. Die bisherigen Elemente schrumpfen zwar kurzzeitig zu einem grummelnd komprimierten Etwas zusammen, vor allen Dingen dem unermüdlichen Einsatz der groovenden Bassline ist es dabei aber zu verdanken, dass man sich nach einem kleinen Moment der Innehaltung wieder befreien und im Anschluss mit dem Drumming noch einmal für einen sphärischen Fingerzeig sorgen kann. Denn ehe sich der gemeine Hörer versieht, sind die 10 Minuten Spielzeit wie im Flug vergangen und das Ganze baut sich ebenso progressiv wieder ab, wie es sich bereits zur hypnotischen Wirkung zusammengefügt hat. Alles in allem ein Track, der vielleicht nicht beim ersten Hören zündet, aber mit der Zeit zunehmend seine Qualitäten offenbart und zu vorgerückter Stunde sein 5,25/6er-Potenzial am prägnantesten zu entfalten imstande ist. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Nachdem mir beim Durchforsten unserer Tracks-Rubrik augefallen ist, dass der ungarische Produzent David Biczók alias Soliquid zwar mit diversen Stücken, aber nicht mit einem hervorragendem Two-Tracker aus dem Frühjahr vertreten ist, konnte ich mich einmal wieder nicht zurückhalten, um diese Lücke rezensionstechnisch zu schließen. Wer einer Vermählung von trancigen und elektroiden Klängen nicht abgeneigt ist, dürfte auf jeden Fall seine Freude an dieser emotionsgeladenen Platte haben, welche auf Blaubeat erschienen ist und auf den unten verlinkten Seiten in voller Länge den gierigen Gehörgängen zum Fraß vorgeworfen werden darf... ;)

    Wer schon immer einmal wissen wollte, wie sich eine akustische Hommage an den Defibrillator gestaltet, dem wird des Rätsels Lösung im namensgebenden Track der Platte präsentiert - das Ganze dürfte dabei zwar keine lebensrettenden Fähigkeiten besitzen, doch das Betören von Herz und Seele ist hier allemal drin! Aufgebaut ist das Stück jedenfalls um einen knackigen Beat, welcher zu Beginn von einigen Effekten umgarnt wird und in einem ersten Kurzbreak bereits die drückende Unterstützung einer elektroid wabernden Bassline à la Oxia's Domino erhält. In ihren düsteren Klangfarben kommt dabei allerdings auch ihre sphärische Kraft nicht zu kurz, sodass sich im weiteren Verlauf die ersten subtilen Melodiefragmente aus dem brodelnden Untergrund schälen können und das Ganze durch ihren angespannten Charakter zunehmend sphärisch intensivieren. In und im Anschluss an ein weiteres Kurzbreak erarbeiten sich die wunderbaren Melodietöne dann endgültig einen verdienten Platz im Vordergrund des Tracks und geizen nicht mit ihren stimmungsvollen Vorzügen, welche sich irgendwo zwischen Verzweiflung und aufkeimender Hoffnung einordnen lassen. Mit steigendem Spannungsgrad ist auch das nächste Break nicht mehr weit entfernt, in dem sich die bisherigen Melodieelemente zugunsten einer flächigen Variante entscheiden, welche nach anfänglichem Schweben schließlich in Zusammenarbeit mit dem Drumming als treibende Tonfetzen wiedergeboren wird. Dass auch diese sich mit der Unterstützung der subtilen Melodie vom Beginn als nicht minder sphärisch gelungen präsentieren, verwundert sicherlich nicht, sondern lässt Raum für spannende Arrangementverschiebungen vom wabernden Grundgerüst bis hin wieder zum intensiven Klangspektakel während des Zusammenspiels aller Elemente. Die letzten Worte hat dabei allerdings wieder der schaukelnde Untergrund, der das Ganze gelungen in einem Outro nach Hause trägt und dort von meiner Seite überaus gelungene 5,5/6 in Empfang nehmen darf. :yes:

    Rusty Tears kann dann für meinen Geschmack nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten, besitzt in seiner eher mysthischen Stimmung aber ebenso seine Momente. Davon ist im anfänglich minimalen Klickern zwar noch nicht allzu viel zu spüren, doch bereits mit dem Auftauchen einer deep schimmernden Bassline machen auch hier die ersten sphärischen Ausrufezeichen auf sich aufmerksam und umschleichen dabei einen heraneilenden Beat. Wenn dieser im weiteren Verlauf die ersten Melodieversatzstücke in eher geheimnisvoller Ausrichtung aus dem Untergrund des Tracks schaufelt, legt sich endgültig ein betulich dunkler Schleier über die Atmosphäre, welcher auch durch einzelne helle Töne aus dem hiesigen Klangsumpf glücklicherweise nicht mehr zu bezwingen ist. Mit dem sanften Verschwinden des Drummings ins Nirwana deutet sich ein entscheidendes Break an, welches nach melodischer Zurückhaltung zu Beginn zunehmend seine mysthische Ader entdeckt und durch zwielichtig auf der grummelnden Bassline tänzelnde Tonfiguren verstärkt wird. Dass das Ganze auch in Kombination mit dem Drumming funktioniert, ist im Anschluss schnell gezeigt, da sich die sphärischen Melodiefragmente auch auf dem drückenden Untergrund mehr als wohlfühlen. Im letzten Drittel konzentriert sich der Track dann auf eine effektverzerrte Stiefschwester der bisherigen Melodien, welche ebenfalls einiges an Düsternis gebechtert haben dürfte und schließlich den Weg frei macht für ein letztes geheimnisvolles Aufbäumen im abschließenden Outro. Alles in allem ein weiteres überzeugendes Kleinod von Soliquid, welches für meinen Geschmack mit nicht weniger als 5,25/6 verabschiedet werden sollte. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zitat

    Original von Southern
    "Seltsam" wie Münte heute in einer PK sagte, finde ich es allerdings auch das die erst 24 Stunden vor der Wahl die Karten auf den Tisch gelegt haben.

    In der Tat - Frau Metzger mal ausgenommen, die ihr Nein zur Minderheitsregierung ja bereits vor einigen Monaten publik gemacht hat - fällt doch ein recht unglückliches Licht auf die anderen drei bezüglich des Zeitpunkts ihrer Gewissensentscheidung. Spätestens während der Probeabstimmung hätten sie für meinen Geschmack reinen Tisch machen müssen, um Frau Ypsilanti und die hessische SPD vor der heutigen Schmach zu bewahren. Aber wir wissen ja nicht erst seit gestern, dass die Sozialdemokaten leider den unrühmlichen Hang dazu besitzen, sich innerhalb ihrer Partei immer wieder selbst zu zerfleischen. Viel schlimmer ist dabei aber noch, dass sich der Koch wieder heimlich ins Fäustchen lacht... :no:

    Trotz erheblicher Enthaltungsgedanken aufgrund der für meinen Geschmack überaus müdigkeitsfördernden Auswahl in dieser Woche habe ich mich doch noch für das ungarische Duo Mÿon & Shane 54 entschieden, welches zwar eine immens durchschnittliche Platte zusammengeschustert hat, sich damit aber trotzdem immer noch mit großem Abstand vor dem Rest platziert... ;)

    Mit Away From The Flowers schickt ihr in der Tat wieder einmal ein spannendes Release ins Rennen, das nicht nur musikalisch, sondern auch durch sein schlichtes Artwork zu überzeugen weiß. :yes:

    Beim Original Mix handelt es sich um ein melodisch schön verspieltes Stück, welches es sich zwischen den Stühlen von minimalen, proghousigen und trancigen Klängen gemütlich gemacht hat und eine leicht geheimnisvolle Atmosphäre zu kreieren weiß. Beginnend in klickernden Tonfolgenfragmenten lässt sich dies besonders gut während der Entfaltung von subtil im Hintergrund schwebenden Flächenandeutungen sowie einer wunderbar stakkatierten Melodielinie beobachten, wobei letztere im weiteren Verlauf zum sanften Antreiber des Ganzen mutiert und sich zunehmend wohler auf dem mittlerweile durch eine monoton tänzelnde Bassline ergänzten Untergrund fühlt. Nach einer kleinen Spannungspause, in dem sich anspornenden Elemente in den Hintergrund zurückziehen, liegt es im nächsten Break wieder in der Hand der gelungenen Melodielinie, für einen leicht anschwillenden Charakter zu sorgen, welcher vor allen Dingen von den subtilen Flächen wahrgenommen wird. Zur Abwechslung entwickelt sich im Anschluss zusammen mit dem leicht drückenden Untergrund zudem eine weitere kleine Tupfermelodie, welche den mysthischen Charakter der Atmosphäre mühelos weiterführen kann, ehe sich der Track wieder auf seine subtilen Flächen verlässt, welche sich noch ein letztes Mal an der Basis leicht intensivieren und schließlich dem entspannten Klickern den Abspann überlassen. Alles in allem ein durchweg überzeugendes Stück, welches für meinen Geschmack mit nicht weniger als 5/6 entlassen werden sollte. ;)

    Der Flowerlab Mix aus der ostwestfälischen Klangschmiede von Thomas Marx steht dem Original dann in kaum etwas nach. Eingeleitet durch ein sphärisches Intro stehen auch hier die melodischen Aspekte eindeutig im Vordergrund, wenn auch die Vorangehensweise in der Tat etwas cluborientierter ausgefallen ist - davon lassen sich einige Alternativmelodieschnipsel allerdings nicht beeindrucken und entfalten sich in unbeirrter Manier auf dem drückenden Untergrund mit Offbeatbass-Einlage. Ein interessantes Break mit düsterem Zischen, Überraschungsmoment und düsterer Klangfläche unterbricht den Fluss dann in seiner kontrastreichen Spielart, ehe erneut einige Tonfolgenfragmente auf dem monotonen Untergrund auftreten und zusammen mit subtiler Effektunterstützung in ein weiteres Break münden. Mit flirrenden Flächen unterhalb der bisherigen Melodietöne steht dabei eindeutig die sphärische Intensivierung dieses Mixes im Vordergrund, welche im weiteren Verlauf auch in Kooperation mit dem Drumming für herrlich melancholische Momente sorgt. Insgesamt eine vielfältige, eher in Richtung Düsternis tendierende Überarbeitung, welche meine verdienten 5/6 ohne große Probleme abstaubt - gute Arbeit, Thomas! :yes:

    Kaum ist der Oktober vergangen, erfolgt auch schon mein Favoriten-Resümee:

    {01} Yvel & Tristan - Legacy --- [Outside The Box Music]
    {02} Paolo Mojo & Jim Rivers - Ron Hardy Said [Eric Prydz Remix] --- [Mouseville]
    {03} Glenn Morrison - Finally EP --- [Audio Therapy]
    {04} Way Out West - Spaceman [Robert Babicz Remix] --- [Hope Recordings]
    {05} Solomun - Somebody's Story --- [Compost]
    {06} Orli & Martie - Sheila --- [Kosmo Records]
    {07} Robert Babicz - Boarding --- [Defrag]
    {08} M.A.N.D.Y. & Booka Shade - O Superman [Audiofly X Remix] --- [Get Physical]
    {09} Wippenberg - Chakalaka --- [High Contrast Recordings]
    {10} Pryda - Wakanpi --- [Pryda Recordings]

    :huebbel:

    Geschmeidig vocal-lastige Tranceklänge werden uns hier wieder einmal von Jonas Steur geboten, der mit Cold Winds zwar für meinen Geschmack keinesfalls an Holiday On Mars oder Fall To Pieces heranreicht, in seiner Gesamtheit aber dennoch ein recht passables Pop-Stück abgibt. Aufbauend auf einem zurückgelehnten Intro aus zurückhaltenden Flächen und kleinen Melodiefetzen schleicht sich dabei ein schaukelnd aufgebautes Drumming heran, welches trotz seiner minimalen Instrumentierung zunehmend die zahmen Streicher anstachelt, mehr sphärische Initiative in diesem Track zu ergreifen, sodass sich das Ganze gut vorbereitet auf ein erstes Kurzbreak einstellen kann, indem die ersten Vocalpassagen von Julie Thompson auftauchen. Zudem packt eine weitere Melodielinie in stakkatierten Tönen die Gelegenheit beim Schopfe, um sich aus dem flächigen Untergrund zu schälen und im weiteren Verlauf erst einmal als einzige Melodieuntermalung der nun etwas weiter ausholenden Vocals zu agieren. Mit der Rückkehr des Refrains komplettiert sich die melodische Ebene dann aber erwartungsgemäß und lässt in einem nächsten Kurzbreak zudem ein weiteres flächiges Tonfolgenpendant auf sich aufmerksam machen, bevor das altbekannte Strophe-Refrain-Spiel von Neuem beginnt und ein weiteres Mal in einem Kurzbreak endet, in welchem sich die Vocals diesmal auf Solofahrt begeben. Zudem hält das Ganze dabei einen schönen Moment der Besinnung parat, aus dem sich die Melodien sukzessive wieder langsam hervorarbeiten müssen, sodass der Track als Schlussakt noch einmal alle Elemente in Einklang bringen kann. Alles in allem ein leicht bekömmlicher und sphärisch recht ziemlich gestimmter Track, der das Rad sicherlich nicht neu erfindet, aber mit meinen 4,5/6 sehr zufrieden sein dürfte. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Dass sich der Kanadier Glenn Morrison schon seit geraumer Zeit vom Deadmau5-Sound verabschiedet hat und mittlerweile sein Glück in proghousigen Gefilden sucht, dürfte den meisten sicherlich nicht entgangen sein. So ist es zwar keine Überraschung, dass er auch mit seiner letzten Scheibe in diese Richtung tendiert, doch so lange dabei zwei solch wunderbar entrückte Stücke wie auf der Finally EP herauskommen, lasse ich gerne meine Gehörgänge von seinen Klängen durchdringen. Das Ganze ist übrigens auf dem renommierten Label Audio Therapy von Dave Seaman erschienen und kann sowohl hier und hier als auch bei Astralmusic.nl vorgehört werden. :yes:

    Finally, der Namensgeber der EP, macht jedenfalls von Beginn an keinen Hehl aus seinem eher entspannten Charakter, indem er eine monoton ausgerichtete Flächenwand voranschickt, unter dessen herbstlich unaufgeregter Klangfarbe sich ein progressives Drumming entwickelt. In besonderer Art und Weise ragen dabei hier schon die immer wieder eingeworfenen Alternativtöne in nicht minder entspannter Manier heraus, welche allerdings alsbald von wabernden Synthie-Tönen kontrastiert werden. Diese entpuppen sich in ihren zunehmenden Trackübernahmegedanken als druckvoller Antreiber dieses Stücks, wobei sie sich zwischendurch auch immer mal wieder künstlerische Pausen gönnen und wieder vermehrt die wunderbar beruhigenden Melodieandeutungen zum Zuge kommen lassen. Im ersten und einzigen richtigen Break liegt es dann allerdings erneut an ihrem Elan, dass der Druck dieses Tracks ein gutes Stück vorangebracht wird, bevor im Anschluss wieder ein kleines Versteckspiel initiiert wird, durch welches wieder die entspannten Melodieelemente in den Vordergrund rücken. Nach einer finalen Druckphase schwebt der überaus progressiv aufgebaute Track jedenfalls langsam seinem Ende entgegen, das er schließlich in einem Outro noch einmal dem subtilen Charme der entrückten Flächen widmet. Alles in allem ein Track, der sein Potenzial am besten an kalten, dunklen Herbstabenden entfaltet und von meiner Seite insgesamt verdiente 5/6 abstaubt. ;)

    Orange Glow fühlt sich zwar ebenso wie sein Vorgänger in seiner Umgebung aus proghousigen und trancigen Anleihen wohl, kreiert allerdings eine Atmosphäre, bei der der Himmel über dem Track sich nicht komplett bedeckt zeigt, sondern sogar einzelne blaue Löcher zulässt. Ansonsten besticht das Stück vor allen Dingen durch seinen perkussiv ausgestalteten Untergrund, auf welchem sich bereits nach wenigen Momenten mit der Entfaltung entspannter Melodieversatzstücke in Loop-Manier der progressive Charakter des Ganzen offenbart. Mit kristallklaren Begleitklängen im Hintergrund, welche sich in ihrer leicht spacigen Art zunehmend Gehör im hiesigen Arrangement verschaffen, wird dann endgültig ein schwebend-hypnotischer Zustand erreicht. Auch ein anstehendes Break kann diesen Zustand nicht wesentlich aus der Bahn werfen, sodass der Track auch im weiteren Verlauf sein sphärisches Potenzial voll ausschöpfen kann. Die feinen Begleitmelodien legen sich im Anschluss zwar schleppend zur Ruhe, der Hörer dürfte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits so in den Track hineingelegt haben, dass er erst nach Verklingen des letzten Tons merkt, dass die Reise durch die schwebenden Klänge beendet ist. Gemächlich progressiv voranschreitend baut sich das Ganze jedenfalls auf seinen letzten Metern peu à peu ab, um schließlich sanft zu entfleuchen und ebenfalls nicht unverdiente 5/6 in Empfang zu nehmen. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Sicherlich nicht das prägendste Stück aus der Soundschmiede der SignalRunners, aber man muss Alan Nimmo und Andrew Bayer attestieren, dass sie es trotz der Vocallastigkeit von These Shoulders geschafft haben, auch den hammer mal wieder für Trance aus dem Hause Anjunabeats zu begeistern. Angetrieben wird das Ganze jedenfalls von einer herrlich trappelnden Bassline, welche nach einem ersten Kurzbreak die Initiative an der Basis des Tracks ergreift und in elektroiden Schüben ihre markante Stimme erhebt. Genau dies lässt sich im weiteren Verlauf dann auch Julie Thompson nicht nehmen und beglückt den gemeinen Hörer mit ihren sphärischen Vocals, welche von anfänglich mysthisch gehaltenen Flüsterpassagen bis hin zum emotionalen Ausbruch in den Breaks reichen und sich mit dem Arrangement des Ganzen ebenfalls ziemlich gut zu verstehen scheinen. Mit passend eingestreuten Melodieandeutungen im Hintergrund schleicht sich bald das erste Innehalten an, in welchem sich Vocals, Melodiefragmente und eine nun leicht knarzig auspackende Bassline die Klinke in die Hand geben und eine wehmütige Atmosphäre zu kreieren imstande sind, welche auch in Kooperation mit dem elektroid tänzelnden Drumming ihre Stärke beibehält. Nur wenige Momente später steht der hiesige Zug allerdings schon wieder still, um in einem weiteren Break mit sanften Pianotupfern auf einem drückenden Untergrund die Vocals zu umschmeicheln, bevor sich aus dem Untergrund wieder die elektroide Bassline schält und dem Stück nach einem für meinen Geschmack etwas zu schwurbelig geratenen Anschwillen zusammen mit dem Drumming eine herrlich verträumte Melodielinie schenkt. Der dadurch entstandene Kontrast aus schwebenden Sphären und zuckelndem Untergrund lässt sich dann eindeutig als Höhepunkt identifizieren, denn spätestens mit dem Einsatz der Vocals geben sich nun alle Elemente unisono die Ehre, ehe sich das Ganze auf seinem Endspurt wieder von der prägnanten Bassline tragen lässt, welche nicht ganz unschuldig ist an meinen überzeugenden 5/6. ;)

    Was ist nur aus den Killers geworden!? Mit Human haben sich die Jungs aus Las Vegas für meinen Geschmack keinen Gefallen getan - glattgebügelt, schlageresk und irgendwie recht altbacken kommt das Stück daher und kann in es keinem einzigen Moment mit solch großartigen Songs wie "Somebody Told Me", "Mr Brightside", "Read My Mind" oder "Smile Like You Mean it" aufnehmen. Vielleicht hätte man Jacques Lu Cont besser wieder nur remixen lassen sollen... Dass dafür jetzt Armin van Buuren diesen Job übernommen hat, macht das Ganze für mich nämlich noch weniger attraktiv, da auch dieser dem Original den Discofox nicht ganz austreiben kann. Mit 0815-Alternativmelodie, immer wieder eingestreuten zahnlosen Vocal-Samples und druckvollerem Untergrund dank breitwandigerer Bassline erhält das Ganze zwar in der Tat einen etwas clubbigeren Charakter, ohne dabei allzu sehr aus den poppigen Pfaden des Originals heraustreten zu können. :hmm:

    Nachdem mich die beiden Produzenten Oliver Brusch und Martin Stimming alias Orli & Martie bereits mit ihrer White Flower EP mehr als begeistern konnten, so hat auch der seit September erhältliche Nachfolger namens Sheila keine große Mühe, sich daran anzuschließen und meine Gehörgänge mit entspannten proghousigen Klängen und der bestimmten trancigen Note zu betören. Das Ganze ist dabei erneut auf Tom Novy's Label Kosmo Records untergekommen, sodass sich auch die Remixarbeit vom Eigner persönlich schnell erklären lässt, und freut sich darauf, bei Astralmusic.nl, hier sowie auf der Myspace-Seite der beiden Hamburger, von euch vorgehört zu werden... ;)

    Bei der Beschreibung des Original Mixes komme ich auf jeden Fall nicht drumherum, einmal ganz leise den Namen "deadmau5" in die Runde zu werfen, da sich das Stück zwar von den typischen Klängen des Kanadiers unverkennbar beeinflusst zeigt, diese aber gekonnt verarbeit und eine individuelle Note verleiht. Bermerkbar macht sich das Ganze jedenfalls durch die anfängliche Konzentration auf monotone Melodieschnipsel im Hintergrund, welche es sich auf einem leicht sirrenden Untergrund bequem gemacht haben, aber bereits nach kurzer Einwirkdauer durch weitere Stakkato-Töne bestens ergänzt und sogleich schon einmal die ersten sphärischen Ausrufezeichen setzt. In einem ersten Quasi-Break wird diese Melodiekombination dann zudem durch einige eingestreute Vocalsamples exotischer Herkunft ergänzt, welche passabel den sommerlichen Flair des Ganzen herausarbeiten und die melodischen Elemente dabei gleichzeitig zu ersten anschwillenden Tätigkeiten anstachelt. Dies betrofft vor allen Dingen die deadmau5-inspirierte Melodie aus dem Hintergrund, aus der sich im Anschluss an das Break zusammen mit den Stakkato-Tönen der immer wieder passend zwischen Druck und Beruhigung hin- und herpendelnde Hauptantreiber dieses Tracks entwickelt. Die tribal'esken Vocal-Samples thronen dabei auch hier bald erneut auf den melodischen Elementen und lassen es sich auf der angenehm schwebenden Atmosphäre gut gehen, bevor sich das Ganze allmählich wieder zurückschraubt und entspannt auf seinen letzten Metern ausgroovt. Alles in allem kommt sicherlich etwas leichter zu inhalierende Kost als White Flower, aber mit 5/6 für meinen Geschmack dennoch verdient dekoriert! :yes:

    Die beiden Remixe, die sich außerdem noch auf der Platte befinden, haben mich dann allerdings eher enttäuscht entlassen und kommen weder in sphärischer Hinsicht noch in puncto "Erarbeitung neuer Impulse" an die Klasse eines Jerome Isma-Ae Remixes vom Vorgänger heran. Der Novy & Bahil Remix versucht dabei, mit einer monoton groovenden Bassline, welche immer wieder mal einige Ausflüge in höhere Oktaven unternimmt, und einigen zerschnipselten Melodietönen aus dem Original, den Vocal-Samples ein ansprechendes Trackbett zu bieten, kann dies aber erst nach dem Break in Zusammenarbeit mit der subtil im Hintergrund eingesetzten Tonfolge aus dem Original verwirklichen. Ansonsten bietet die Überarbeitung wenig Neues, sondern groovt trotz druckvollerem Untergrund eher beschränkt vor sich hin. Im Gold Ryan & Tapesh Remix wird sich dann an einer minimaleren Umsetzung des Ganzen probiert, welche die bekannten Vocal-Samples auf einem leicht elektroid besetzten Untergrund mit dem gewissen Loop-Faktor platziert. Spannung oder Atmosphäre kommt dabei eher weniger auf, denn einzig immer mal wieder passend eingeworfenen Alternativtönen ist es hier vorbehalten, für etwas Abwechslung auf der ansonsten recht monotonen Gestaltung zu sorgen. Im Break dürfen sich dann immerhin noch ein paar weitere, schwurbelige Töne offenbaren, unterstreichen aber nur noch einmal den minimal-monotonen Charakter des Ganzen. Summa summarum also zwei Remixe, auf die die Welt sicherlich nicht gewartet hat... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zwar muss man auch dieser EP auf Intuition Deep mal wieder einen entspannt trancigen Charme attestieren, doch sollte Herr Secerkadic aufpassen, dass er sein Pulver mit seinen unzähligen Veröffentlichungen in diesem Jahr - sei es als Arnej, als 8 Wonders oder wie hier nun als Arney S. - nicht zu sehr verschießt. :yes:

    The Night Before setzt dabei von Beginn an mit seinem verspielten Drumming auf balearische Momente, ehe zusammen mit einer elektroid angehauchten Bassline sowie den ersten Melodiefetzen in und nach einem ersten Kurzbreak eine passende Portion Druck aufgemacht wird und dem Track ein angenehm groovenden Unterbau verleiht. Heranschwebende Flächen sowie harmonische Klangtupfer sorgen aber in ihrer herrlich spätsommerlichen Ausrichtung schnell für einen nicht allzu markanten Ausbau des Drucks und dürfen sich im nächsten Break wieder in recht typischer Arnej-Manier zu einer warmherzigen Melodieebene aus flächigen Grundtönen und einer loopartig verstärkten Tonfolge weiterentwickeln. Das sphärische Klangbild darf sich dann im weiteren Verlauf zudem in Kooperation mit dem Drumming intensivieren, bevor im Anflug auf das nächste Break die Melodievielfalt zugunsten von leicht melancholisch ausgerichteten Flächen wieder gedrosselt wird und in diesem eine harmonische Klaviermelodie ein kleines, aber effektives Solo hinlegt, bevor schnell wieder der bekannte Melodierahmen aus Flächen und Loops aus dem Schatten hervortritt und noch einmal für ein intensiv schwebende Phase sorgt. Ehe man sich verguckt, hat sich das Ganze aber schon wieder entspannt zurückgeschraubt und verabschiedet sich in einem balearisch angehauchten Outro mit einer Dekoration von überaus soliden 4,75/6. :D

    Sunday Morning Walk kommt dann nicht nur dem Labelversprechen deep etwas überzeugender nach, sondern vermittelt bereits mit seinem Titel die passende atmosphärische Ausrichtung. Der gemeine Hörer ist zwar auch hier mit einer nach einer Minute Spielzeit bereits eindeutig als Arnej-Produktion erkennbaren Soundwahl konfrontiert, doch irgendwie schafft es der Schelm immer wieder, mein Herz mit seinen wunderbar schwebenden Melodien, in denen immer etwas Wehmut mitschwimmt, aus der Reserve zu locken. Hier passiert dies vor allen Dingen in Form einer hellen Synthiemelodie, welche sich zusammen mit netten Percussions die Anfangsentspannung teilt, bevor sich im ersten Kurzbreak deadmau5-inspirierte Klänge entfalten, welche es sich auch im Anschluss nicht nehmen lassen, in variabler Intensität im Vordergrund des Tracks zu agieren. Wenn sich dann allerdings die herrlichen Synthies vom Beginn wieder dazugesellen, kann auch die nicht ganz so ansprechende Offbeat-Bassline die sphärischen Gewässer dieses Stücks nicht trüben, sodass das Ganze wieder unvermittelt für verträumte Kurzweiligkeit sorgt. Das nächste Kurzbreak steht allerdings schon in den Startlöchern und bereitet wieder die anschwillenden deadmau5-Melodieklänge auf, welche sich im weiteren Verlauf auch auf dem Untergrund noch einmal austoben dürfen und als Schlusspunkt die wunderbaren Synthies heraufbeschwören. Alles in allem eine runde Sache für die entrückte Stunde, für die ich mit meinen 5,25/6 nicht hinter dem Berg halten möchte. :yes:

    Zitat

    Original von milhousinho
    Und vor allem interessierts auch keinen :)

    Da hast du die Rechnung aber ohne den hammer gemacht, der sich nach drei wichtigen Siegen in Folge über einen eindeutig nach oben zeigenden Bayern-Trend wieder etwas beruhigter die Tabelle anschauen kann. Abwehrtechnisch war das Ganze zwar auch heute wieder keinesfalls das Gelbe vom Ei, aber mit einer guten Moral, unserem neuen Top-Torjäger Borowski und dem sich stetig auf dem Weg zu alter Form befindlichen Ribéry dürfte sich das unsägliche Krisengeschwafel in den Medien endlich wieder dorthin zurückziehen, wo es hergekommen ist - namentlich aus der Restmülltonne... ;)

    Lange hat es gedauert, aber nun ist die Zeit gekommen, auch dem ungarischen Produzentenduo Yvel & Tristan alias Levente Nagy und Viktor Szlabi den glorreichen Einzug in unser Forum nicht zu verwehren. Schuld daran ist die kürzlich auf Eelke Kleijns Label Outside The Box Music erschienene EP, auf welcher die beiden sehr charmant mit trancigen Gefilden flirten und zwei wunderbar entspannte Stücke fernab von strengen Genre-Limitierungen geschaffen haben und sicherlich auch für den ein oder anderen Querhörer hier interessant sein dürfte. Vinylfreunde werden dabei allerdings leider außen vor gelassen, da es das Ganze nur digital zu erwerben gibt - Hörproben gibt es aber für alle Mixe hier sowie bei Youtube (s.u.). :yes:

    Legacy scheint zwar von seiner anfänglichen Instrumentierung ein wenig mit den polarisierenden deadmau5-Klängen wettzueifern, schlägt dann mit der Einführung eines herrlich beschwingten Bassline-Fragments allerdings bereits schnell in eine individuellere Kerbe. Elektroid inspiriert und wellenartig aufgebaut verleiht dieses dem Track jedenfalls einen zünftigen Schuss Groove, auf dem sich auch die ersten zahmen Flächen- sowie Tonfolgenandeutungen zunehmend wohler fühlen und ein sommerlich unbeschwertes Flair zu kreieren imstande sind. Aus dem leicht flirrenden Untergrund kristalliert sich im weiteren Verlauf dann eine entspannte Hauptmelodie heraus, welche als Ausgangspunkt für das hiesige Break angesehen werden kann - dass sie dort zusammen mit harmonischer Flächenarbeit im Hintergrund zudem die sphärischen Vorzüge ihrer warmen Klangfarben bestens unterzubringen weiß, darf natürlich ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Als gut aufgelegter Kontrast zeigt sich im Anschluss wieder das wellenartige Bassline-Fragment, welches den Track erst einmal wieder nur mit subtilen Melodieandeutungen und einigen untergeordneten Funkspruch-Samples weiterführt, bevor die melodischen Elemente auch hier wieder langsam aus ihrem Schneckenhäuschen gekrochen kommen, um dem Stück ein weiteres Mal mit ihrer unaufgeregten Atmosphäre zu beglücken. Zum Auslaufen gönnt sich der Track dann allerdings wieder das simple, aber markante Drumming, welches stellvertretend meine überzeugenden 5,5/6 in Empfang nehmen darf. :D

    Sacred Spirit dürfte dann am ehesten mit Progressive House in einem Satz genannt werden, welcher hier mit einer an Minimal-Gefilde erinnernden Klickerbegleitung des Beats beginnt, schon bald aber im Hintergrund kreiselnde Flächen sowie entspannt fragmentierte Vocalsamples offenbart. Auch die sich bald dazugesellende Bassline zeigt sich in bestechenderFrühform und dürfte als Inbegriff von Groove ihren Platz in den Annalen dieses Tracks finden. Indem sich auch immer wieder passend eingesetzte Melodiefragmente zunehmend von diesem schäkernden Untergrund angestachelt fühlen, Initiative zu ergreifen, wird der gemeine Hörer alsbald in ein im Vergleich zum Vorgänger noch etwas entrückteren Entspannungsrahmen entführt, welcher ihn in den sommerlichen Sphären dieses Stücks schweben lässt. Großartig Spannung wird dabei zwar nicht antizipiert, aber der progressive Vorwärtsdrang, der sich besonders in immer neuen Zusammensetzungen aus Tonfolgen, Melodieandeutungen und Vocalspritzern offenbart, entschädigt dafür adäquat. Nichtsdestotrotz kann das Ganze für meinen Geschmack mit seinem Vorgänger nicht ganz mithalten, doch auch mit mehr als soliden 4,5/6 dürften Yvel & Tristan hier sicherlich zufrieden sein. ;)

    Zu Legacy gibt es zudem noch zwei Remixe, welche ich allerdings nur als Schnipsel (s.o.) finden konnte, sodass ich zu keiner endgültigen Bewertung kommen kann. Die Davis & May Live Band Session verführt die herrlichen Melodieklänge aus dem Original dabei in ein etwas minimaler gefasstes Umfeld, in welchem sie es sich allerdings ebenfalls nicht nehmen lassen, ihre sphärischen Stärken in überzeugender Art und Weise durchscheinen zu lassen. Die Ausrichtung im Ben Brown Remix tendiert dann eindeutig in techhousige Gefilde, in denen sich nicht mehr arg viel um die sphärischen Vorzüge der Originalmelodie Gedanken gemacht wird, sondern munter geschnipselt, gefrickelt und geklickert wird, sodass hier eindeutig die clublastigste Version zu vermerken ist.


    Greetz,
    :: der hammer ::

    In der Tat ein schicker neuer Track, den der Australier Tyson Illingworth alias tyDi mit seiner musikalischen Ode an Mütterchen Russland jetzt auf Coldharbour Recordings Red vorlegt. ;)

    Ich kenne zwar bisher nur den Melodic Mix, doch dieser besticht bereits durch sein Zusammenspiel herrlich düsterer Bassline-Phasen und melodisch-tranciger Kontrahenten. Zu Beginn dürfen sich die Gehörgänge allerdings erst einmal in einem brodelnden Untergrund suhlen, welcher in dunklen Klangfarben die groovende Basis dieses Tracks bildet und in bzw. nach einem Kurzbreak zunehmend aggressivere Charakterzüge offenbart, ohne in seiner markant wabernden Art allzu sehr die Nerven zu strapazieren. Aber auch bis zu diesem Zeitpunkt angestachelte Hörer können sich durch die im weiteren Verlauf entfaltenden, melodischen Ausrufezeichen wieder besänftigen lassen sowie der nicht mehr ganz so dunklen Atmosphäre frönen. Immer wieder unterbrochen durch spannungstechnisch passend eingesetzte Kurzbreaks kommt zudem alles andere als Langeweile auf, wenn sich die Melodielinie in der Abwechslung ihrer Instrumentierung ebenfalls keine großartigen Pausen gönnt. Der düstere Grundton bleibt dabei durch den deepen Untergrund durchgehend erhalten, stärkt das Ganze unverkennbar in seiner dichten Atmosphäre und darf sich auf den letztern Metern dann auch noch einmal auf Solopfaden bewegen und dem Ganzen mit seiner elektroid wabernden Bassline ein letztes Mal ordentlich einheizen, bevor er sich wieder subtil in den Hintergrund verabschiedet - allerdings nicht ohne vorher grundgute 5/6 von meiner Seite in die Hand gedrückt zu bekommen... :yes:

    Und hier kommt sie schon...! ;)

    Die neue Scheibe von Paolo Mojo und Jim Rivers ist auch mir in den letzten Wochen vor allen Dingen aufgrund des hervorragend sphärisch gelungenen Remixes von Eric Prydz aufgefallen, der es sich natürlich nicht nehmen lässt, die erste Platte auf Mouseville, die nicht von ihm persönlich (alias Cirez D) stammt, mit einer Überarbeitung zu veredeln.

    Wer keine Angst vor einer gut gewürzten Portion Monotonie in techhousiger Drummingsauce hat, dürfte auf jeden Fall am Original Mix einigen Gefallen finden, für mich persönlich verfällt das Ganze allerdings viel zu sehr ins Raster des emotionslosen Geplätschers, welches einige gute Ansätze zu bieten hat, aber im Endeffekt in einigen Wochen wieder in der Versenkung verschwunden sein wird. Auffällig tun sich dabei nur die nadelstichartig wummernd auftretende Bassline sowie allerhand verfremdete Vocal-Loops auf, welche sich im allerhöchstens nur sehr nuancenhaft anschwillenden Track als stetiger Begleiter des Hörers herauskristallisieren. Zwischendurch wird das Stück dann zur Abwechslung zwar bis aufs Skelett heruntergeschraubt, doch bis auf die Entfaltung einiger sehr subtiler Tonandeutungen im Hintergrund, welche sich mit der effektgeschwängerten Basis kurzzeitig anfreunden und im anschließenden Schwurbeln wieder ziemlich schnell dorthin verschwinden, kommt auch bei dieser Aktion leider wenig Erbauliches heraus. Dass sich das Ganze schließlich auch auf der Zielgeraden wieder mehr als monoton verabschiedet, dürfte keine große Überraschung mehr darstellen, sodass ich insgesamt auch nur auf wenig begeisternde 3/6 komme... :hmm:

    Wie erleichternd, dass es auf der B-Seite dann noch einen Eric Prydz Remix gibt, welcher seine Überarbeitung mit fein abgeschmeckten Melodieelementen versieht und damit das Original für meinen Geschmack locker an die Wand spielt. Das beginnt schon im gelungenen Intro, wenn sich aus dem brodelnden Untergrund eine herrlich groovende Bassline emporschleicht, um mit zunehmender Intensivierung einige bekannte Vocal-Samples sowie wunderbar mysthisch geratene Flächen im Schlepptau zu präsentieren. Letztere schaffen es sodann in Zusammenarbeit mit dem einsetzenden Drumming auch ohne große Mühe, diesem Stück mit ihrem subtilen Hintergrundspiel einen sphärischen Stempel aufzudrücken, der es in sich hat. Dass die feinsinnige Flächenmelodie im anschließenden Break schließlich auch einmal an die verdiente Spitze dieser Überarbeitung drängt, ist dann nur überaus legitim und erlaubt dem Ganzen dabei einen nicht unerheblich anschwillenden Charakter, welcher im effektreichen Zusammenspiel aus groovendem Drumming, mittlerweile fast schon wehmütig flehenden Streichern und kontrastreichen Industrial-Vocal-Samples seinen glorreichen Höhepunkt erreicht. Aufgrund der hypnotischen Intensität der hiesigen Prydz'schen Melodien wird dabei zudem jegliche Anbandlung von Langeweile im Keim erstickt, sodass sich das Ganze auf den letzten Metern auch in seinem Outro nicht von diesen trennen kann, auch wenn den wahren Schlusspunkt dann doch die Vocal-Samples setzen. Nichtsdestotrotz bin ich jedenfalls mal wieder bereit, überzeugende 5,5/6 für diesen überaus gelungenen Remix aus der Kellernische zu holen. ;)

    Zitat

    Original von InDeepSpace
    Die Glenn Morrison geht noch so einigermassen; auch wenn er schon wesentliche bessere Sachen gemacht hat.

    Dem kann ich mich weitestgehend anschließen, auch wenn's bei dieser schwachbrüstigen Auswahl dennoch für ein Votum von meiner Seite gereicht hat... :hmm:

    N'Abend zusammen!

    Als ich gerade unseren Tracks-Sektor durchforstet habe, war ich doch ziemlich überrascht, noch keinen Eintrag zur neuen EP von Wippenberg alias Olaf Dieckmann zu finden, zumal der nach einer scharfen Gewürzsauce benannte Titeltrack zur Zeit doch ziemlich regelmäßig in den unterschiedlichsten Sets zu hören ist. Herausgekommen ist jedenfalls mal wieder eine interessante Mischung aus minimalen, elektroiden und trancigen Einflüssen, wobei zudem die B-Seite eine nicht unerheblich technoide Richtung einschlägt - ein gewisses Maß an Offenheit für die Vermischung verschiedener Genres sollte also beim gemeinen Hörer schon vorhanden sein... Bisher gibt es das Ganze zwar nur digital zu ergattern, aber bereits in der nächsten Woche schiebt High Contrast Recordings die Vinyl-Veröffentlichung hinterher, sodass auch auch alle Puristen des schwarzen Goldes befriedigt sein dürften. Für aussagekräftige Hörproben empfehle ich mal wieder Astralmusic, Wippenbergs Myspace-Seite sowie Youtube ("Chakalaka" / "Drumster"). :yes:

    Chakalaka stellt sich dabei auf jeden Fall als die markantere Erscheinung dieser EP heraus, welche sich zu Beginn erst einmal ein minimal orientiertes Arrangement gönnt und mit einigen klickernden Tonfragmenten auf sich aufmerksam macht. Bereits ab dem ersten Kurzbreak dürften sich selbige allerdings zunehmend in die Enge gedrückt fühlen, da aus dem Untergrund des Tracks heraus eine breitschultrige Bassline-Wand in elektroid-monotoner Ausrichtung emporschießt und schon nach kurzer Einwirkdauer das Stück im Sturme nimmt. Eine subtile Melodiefolge aus dem Hintergrund leitet mit ihrem Erscheinen dann schließlich ein erstes richtiges Break ein, das auch sogleich in unverschämt grinsender Art und Weise mit einem Drumming-Sample aus "When Doves Cry" von Prince (wenn ich das richtig erkannt habe) um die Ecke gebogen kommt. Auch die sich im weiteren Verlauf entwickelnde Hauptmelodie in elektroid drückenden Tonfarben lässt es sich natürlich nicht nehmen, vom sich wirklich gut einfügenden Sample aus den 80ern unterwandern zu lassen, bevor sich das Ganze mit monotonen Stakkato-Klängen wieder aus der melodischen Affäre zieht und im Anschluss wieder sein kontrastreich minimales Gesicht offenbart. Allzu lang lässt sich die subtile Melodiefolge vom Beginn dabei allerdings nicht zurückhalten und sorgt mit ihrem fernöstlichen Klang für das entspannende Moment im ansonsten druckvoll gestalteten Ambiente dieses Tracks. Die anschwillende Bassline-Wand kündet dann im weiteren Verlauf von der Einleitung des letzten Breaks, welches noch einmal ein ähnliches Potpourri aus Prince-Sample, brodelnder Synthie-Melodie und minimalem Ausklang bietet, an dessen Anschluss sich die drückenden Elemente auch einmal in Zusammenarbeit mit dem Drumming zeigen können und das Ganze schließlich sanft in sich zusammenfällt. Die von meiner Seite überzeugenden 5,25/6 werden aber kurz vor Toreschluss natürlich noch dankend entgegengenommen... ;)

    Bei Drumster lässt sich dann bereits am Namen erahnen, dass die nun eingeschlagene Richtung sich eher weniger auf melodieverliebte Sphären einlässt, sondern vielmehr mit einer gesunden Portion technoider Drumming-Offensive aufwartet. Erste klickernd-minimale Anbiederungen bietet dabei bereits ein erstes Kurzbreak, welches zudem mit einer leicht wabernden Bassline-Wand in überaus monotoner Ausrichtung zeigt, wo der Hase in diesem Track langlaufen soll. Das Hauptaugenmerk liegt nämlich in der Entwicklung von sich immer wieder nur in Nuancen unterscheidenden Wiederholungen von Drummingphasen, in denen einmal mehr geklickert und einmal mehr Bassline-Einsatz an den Tag gelegt wird. Das Ganze entfaltet dabei einen regelrecht bedrohlichen Charakter, welcher seine Düsternis trotz komplett fehlender Melodieunterstützung doch wirklich passabel zu entfalten vermag. Anschwillend hallende Breaks gehören dabei natürlich genauso zum Repertoire wie technoid drückende Momente. Alles in allem ein sicherlich gewöhnungsbedürftiger Track, der auch in meinen Ohren mit seinem Vorgänger nicht mithalten kann, aber dennoch gut gemacht ist und nicht weniger als solide 4,25/6 ernten sollte. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Chapeau! Klyftamon hat's auch mir bereits nach dem ersten Hören angetan und dürfte alle, die etwas für die Klänge von Pryda übrig haben, ebenfalls nicht unberührt lassen. Als besonders wertvoll entpuppt sich dabei die für meinen Geschmack überragend geratene Spannungskurve, welche mit einer anschwellenden Flächenwand in Kooperation mit subtilen Beats den Anfangspunkt setzt, sich dann für einen kurzen Moment komplett zurücknimmt und schließlich eine markant geloopte Tonfolge initiiert. Anfangs noch recht zurückhaltend, offenbart diese allerdings mit einer sich bald dazugesellenden Bassline in knarzig-elektroider Ausrichtung nun ihr wahres, hynotisches Gesicht, welches den gemeinen Hörer bis zur letzten Sekunde dieses Tracks nicht mehr loslässt. Mit einem nach 3 Minuten eingeleiteten Drumming lässt sich dieser Effekt auch auf dem drückenden Untergrund sehr gut beobachten, wenn das Ganze mit weiteren Melodiefragmenten aus dem Hintergrund sowie einem zunehmend energetischer aufspielenden Drumming in eine herrlich dichte Atmosphäre aus eher zwielichtigen Tonfarben auffährt. Kontrastreich wie aus dem Lehrbruch zeigt sich dann der Übergang ins Break, welches zwar die Lizenz zur Überlänge gepachtet zu haben scheint, aber mit wunderbar melodischen Spaziergängen aus schwebenden Synthies und sanften Begleittönen einen wahren Genuss für melodieverliebte Ohren darstellt. Zudem schleichen sich mit der Zeit auch die bekannten Arpeggios in unbekannt variantenreicher Ausrichtung zur Unterstützung heran, um auf den letzten Metern des Breaks schließlich wieder die Oberhand über diesen Track zu gewinnen und im Anschluss wie zu Beginn zusammen mit dem elektroid drückenden Drumming noch einmal zu Höchstform aufzulaufen. Das entspannt klickernde Ausrollen bildet dann den kontrastären Schlusspunkt für dieses fulminante Stück, das mir nicht weniger als verdiente 5,5/6 wert ist. :yes:

    Auch wenn die letzten Remixarbeiten des ungarischen Duos Mÿon & Shane 54 wirklich ausnahmslos gelungen waren, dümpeln diese beiden neuen Eigenproduktion nun eher im gesunden Mittelfeld durch die Gehörgänge, ohne dabei einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. :hmm:

    Der pragmatische Titel Not A Lot Left bringt es dabei knallhart auf den Punkt, denn allzu viel bleibt hier auch nach mehreren Hördurchgängen in der Tat nicht im Gedächtnis hängen. Zudem orientiert sich das Ganze recht unverfroren an Deadmau5' Jaded, einem meiner Lieblingsstücke des Kanadiers, wobei bisweilen sogar das Gefühl aufkommt, dass hier nur das Drumming nuancenhaft verändert und einige alternative Melodieschnipsel in Form von fluffigen Sommertönen dazuaddiert wurden. Als wäre das nicht bereits genug an suboptimalen Startvoraussetzungen, tauchen in der Anwesenheit von einigen kleinen Breaks immer wieder für meinen Geschmack völlig deplatziert wirkende Vocalsamples auf, welche auf den ersten Blick wie Jingles eines (Internet-)Radiosenders um die Ecke kurven, sich aber zum Grauen des Hörers wirklich als aktive Bestandteile dieses Tracks herausstellen. Dass sich dennoch insgesamt so etwas wie eine entspannt sommerliche Atmosphäre breitmachen kann, dürfte allein an der herrlichen Vorarbeit der hiesigen "Inspiration" liegen, welche sich erhobenen Hauptes qualitativ einige Etagen über der Version von Mÿon und Shane 54 erhebt, welcher ich daher auch nur wenig euphorisierende 3/6 gönnen mag. :shy:

    Mit At The Beach tappen die beiden Ungarn dann ein weiteres Mal ins Fettnäpfchen - allerdings nur aufgrund der Wahl des Titels, welcher gut und gerne den Preis für den abgedroschensten Tracknamen entgegennehmen könnte. Inhaltlich gibt sich das Ganze hier nämlich glücklicherweise eine gutes Pfund eigenständiger, auch wenn hie und da wie schon bei einigen ihrer Remixe eindeutige Anleihen von Michael Cassette auszumachen sind. Hier ist es dabei vor allen Dingen die gelungene Retro-Affinität, welche das Trackbett aus flexibel groovender Bassline, einer arpeggierten Tonfolge im Hintergrund sowie einzelner klarer Synthie-Einwürfe umgarnt und in Zusammenarbeit mit einigen balearischen Vocalschnipseln für ein unbeschwert sonnig durchwehtes Flair sorgt. Ein passend eingesetztes Break setzt zudem eine weitere sommerliche Tonfolge frei, welche entfernt an Joonas Hahmo erinnert, aber dennoch genug Klasse besitzt, um diesem Track den letzten Feinschliff zu verpassen. Ein weiteres Kurzbreak sieht dann im weiteren Verlauf die Intensität der Melodieelemente wieder schwinden, sodass sich das Stück auf seinem Schlussspurt voll und ganz auf seine eindeutigen Ansagen von Geschlechtsverkehr am Badestrand, untermalt vom locker ausgroovenden Untergrund, konzentrieren kann. Alles in allem wesentlich ansprechender als sein Vorgänger und mit überaus soliden 4,5/6 sicherlich recht überzeugend dekoriert. :yes:

    So lass ich mir Trance noch gefallen: Abseits jeglichen Schwindelgefühls, welches das gefühlt ewige musikalische Im-Kreis-Drehen mit sich bringt, hat sich still und leise der Franzose Samuel Paquet alias Mr Sam mit einem frischen Track in meinen Gehörgängen festgesetzt. Das Ganze hört auf den Titel Cygnes, ist mir zum ersten Mal auf seiner Mix-CD Opus Secundo positiv aufgefallen und kommt für meinen Geschmack eigentlich gar nicht um eine weitere separate Veröffentlichung herum. Selbige steht anscheinend allerdings noch in den Sternen, aber hier gibt es das gute Stück bereits in voller Länge zu hören. :yes:

    Vocalfragmente, anyone!? Wer sich mit Cygnes einlassen möchte, sollte auch diesen mindestens gutmütig gegenüberstehen, da ein entscheidender Teil der Melodieentwicklung von ihnen eingenommen wird. Anfangs lässt der Track davon allerdings noch nich allzu viel durchsickern, sondern präsentiert erst einmal sein effektgespicktes Drumming, das - mal polternd, mal tribalesk - seinen Lebensweg sucht und schließlich in einem ersten überraschenden Moment in einer herrlich elektroid knarzenden Bassline findet. Diese lässt es sich zudem natürlich nicht nehmen, von der ersten Sekunde an für einen randvoll gut gefüllten Druckkessel im Untergrund zu sorgen, der das Stück bestens nach vorne bringt und sogar die ersten melodischen Ausrufezeichen in Form einer breiten Flächenwand hervorlockt. Ein Kurzbreak unterbricht den anschwillenden Charakter dieser allerdings jäh, sodass im Anschluss die Zeit gekommen ist, besagte Vocalfragmente loszueisen, welche auch sogleich die sphärische Komponente dieses Stücks übernehmen und dabei wesentlich stärker als Melodieinstrumentierung denn als Vocals fungieren. Dieses Spielchen dürfte vielerorts bekannt sein, doch nur wenige schaffen es, solche eine Prägnanz in diesen Melodievarianten unterzubringen, wie Mr Sam es hier gelungen ist. Mit allmählich wieder verstärkter Tonfolgenunterstützung im Hintergrund bewegt sich das Ganze jedenfalls nun unverkennbar in Richtung des Hauptbreaks, in welchem die Vocals - wenn auch immer noch einigermaßen verzerrt klingend - sogar einige verständliche Wortpassagen hervorbringen und in Zusammenarbeit mit einem beruhigenden Piano knapp vor der Kitschgrenze landen. Sphärisch bewegt sich das Ganze dabei in einem wunderbar schwebenden Rahmen, welcher durch weitere Flächenmelodiebegleitung noch verstärkt wird, bis sich das Ganze im Anschluss wieder seiner knarzigen Basis erinnert und damit ein herrlich kontrastreiches Spiel zwischen drückendem Untergrund und bald wieder heranschleichender, tranciger Flächenwand erschafft. Etwas weniger Vocalfragmente hätten dem Stück zwar sicherlich besser getan, aber auch so werden überzeugende 5,25/6 aus meinem Punktekeller stibitzt. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::