Beiträge von hammer

    Zitat

    Original von Henning
    Der gecastete Song ist besser. Scheiß Gitarrenlärm :p

    Bitte verkünde auf der Stelle, dass dein Beitrag von vorne bis hinten ironisch gemeint ist, andernfalls muss ich davon ausgehen, dass sich hinter deinem Nick wohl oder übel ein höchstens 11jähriges Mädel versteckt. :p

    Ansonsten auch für meinen Geschmack eine sehr gelungene Aktion, der seiernden Castingschmalzklumpenindustrie mit RATM an Weihnachten den Mittelfinger zu entgegenzustrecken, zumal die Einnahmen der Band für einen guten Zweck gespendet werden - einziger Wermutstropfen an der Sache ist das Händereiben der Plattenfirma Sony, welche ironischerweise an beiden Stücke die Rechte hält...

    Nach der reißerischen Überschrift hatte auch ich mich innerlich schon von meinem favorisierten Download-Laden für elektronische Musik verabschiedet, daher ein Hoch auf Juno, dass sie DJDownload weiter am Leben erhalten! Hoffen wir mal, dass damit nun keine Preiserhöhungen einhergehen und stattdessen vielleicht einmal die immer noch arg in den Kinderschuhen steckende Suchfunktion verbessert wird... :yes:

    Welch frohe Kunde für das neue Jahr, dass sich die Fortführung der überzeugenden Anjunadeep-Mix-CD ankündigt, welche sich sicherlich erneut nicht davor retten kann, auch in meiner Sammlung zu landen. Schön auch zu sehen, dass das A&B-Trio sich nicht selbst darauf abonniert hat, die beiden Silberlinge zusammenzustellen und diesmal den Labelkollegen Jaytech sowie Jono Grants Bruder James an die Regler lässt. Bin ja mal gespannt auf die Tracklist, wobei die bereits genannten Appetithäppchen schon einmal ihrem Namen alle Ehren machen und mitsamt dem erneut mehr als entzückendem Cover ein überzeugendes Gesamtpaket bilden dürften! :yes:

    N'Abend zusammen!

    Das überaus umtriebige Produzentenbrüderduo Moonbeam alias Witali und Pawel Khwalejew aus dem russischen Nischni Nowgorod bedarf im hiesigen Forum sicherlich keiner großen Einführung mehr, bin ich doch stets darum bemüht, die vielen Rosinen aus ihrem ohne Unterlass anwachsenden Backkkatalog mit einer blumigen Rezension zu versehen. Dass Kreativität und Abwechslungsreichtum in ihrem zwischen minimalen, technoiden und progressiven Strukturen anzusiedelnden Klangspektrum dabei nie aus dem Blickfeld verwschwinden, dürfte vor allen Dingen dem Händchen für das gewisse Etwas geschuldet sein, mit dem sich die Produktionen der beiden für meinen Geschmack immer wieder aus der unübersichtlichen grauen Masse hervorheben. Dass hierbei auch sphärische Komponenten, welche vor allen Dingen sämtliche Facetten düsterer Gefilde abzudecken wissen, nicht zu kurz kommen, beweist einmal mehr die Tokyo Dragon EP, welche vor wenigen Tagen beim renommierten Label Proton Music erschienen ist und nur darauf wartet, eure Gehörgänge in den unten verlinkten Hörproben zu vereinnahmen. :D

    Tokyo Dragon als Titeltrack geht es für Moonbeam-Verhältnisse zwar recht gediegen an, dunkel angestrichenes Basslinegrummeln und mystisch schimmernde Melodiefetzen, welche von Beginn an durch den Raum geistern, halten jedoch auch hier allzu optimistische Gedanken unter Verschluss. Mit fein austarierten Drumminganleihen klickert das Ganze dabei zunächst auf minimalem Territorium, ehe sich im Hintergrund schließlich eine stakkatierte Stecknadel-Bassline für steigende Druckverhältnisse sorgt, auf denen sich auch die zunehmend zu etwas klareren Tonfolgen mutierenden Melodiefragmente sichtlich wohlfühlen. Während sich die Bassline an der Basis nun mehr und mehr zu einer dezent wabernden Wand formiert, sind der Vielseitigkeit der Melodiestränge an der Oberfläche kaum Grenzen gesetzt, sodass sich fast hinter jeder Ecke ein neuer Baustein der Melodieebene sphärisch in Szene setzen kann. Der zurückgelehnte Charakterzug, den das Ganze stets offenbart, titt zudem im anstehenden Kurzbreak besonders zutage, wenn die schummrig-subtilen Hintergrundflächen zu einer kleinen Solofahrt ansetzen und sich beim Hörer zunehmend eine verträumte Genießerhaltung einstellt, die auch vom abrupten Auftreten des deep-drückenden Drummings alles andere als unterbunden werden kann. Die progressive Entwicklung der Melodieelemente sieht dann noch einige verzwirbelte Arpeggios vor, doch ehe man sich versieht, schlägt das Stück auch schon wieder in überaus dezenter Manier die Zelte zusammen und verabschiedet sich mit überzeugenden 5,25/6 im Gepäck in die Weite der russischen Taiga. :D

    Mit Only This Moment hat man sich im Anschluss diesmal die goldene Mitte für den stärksten Track der EP ausgesucht, der in meinen Ohren alle Vorzüge des Moonbeam'schen Klangkosmos in sich vereint. Eingeleitet wird das Ganze zunächst von einem ansehnlich nach vorn ausgerichteten Drumming, welches zwar auf seine Essenz reduziert ist, aber in Kooperation mit ersten monotonen Basslinefetzen, spannenden Klickereinwürfen und vagen Melodieversatzstücken bereits nach wenigen Momenten den Hörer so weit hat, dass dieser nicht mehr loslassen kann, ehe hier nicht auch der letzte Ton verklungen ist. Mystisch schimmernde Tonschwaden verdunkeln die Atmosphäre nun zusehends und lassen sich vom schiebenden Untergrund den Rücken kraulen, ehe ein Kurzbreak mit einer glöckchenartig verklimperten Melodielinie den Nebel etwas lichten kann. Diese Tonfolge scheint zwar nachhaltig Nachhilfeunterricht bei Dominik Eulberg genommen zu haben, ist aber dennoch imstande, die Atmosphäre entscheidend zu intensivieren und ein mehr als gelungenes Vorprogramm für ihr im weiteren Verlauf in Zusammenarbeit mit dem Drumming heraneilendes Pendant im markant akzentuierten Moonbeam-Stil abzubilden. Zudem kann sich auch in diese Phase im Hintergrund ein subtiles Klimpern - wenn auch recht monoton gehalten - hinüberretten, sodass die überaus agile Melodielinie galante sphärische Unterstützung auf ihrem Parforceritt erhält. Zieht diese sich im Folgenden wieder zunehmend in den Hintergrund zurück und deutet das Ganze ein zweites Kurzbreak an, so schlägt noch einmal die Stunde der Westerwälder Klimpermelodie, welche mit ihrer unglaublich mystischen Ader erneut alle Register zieht und kurzzeitig sogar auf dem drückenden Beat trohnen darf, ehe auf den letzten Metern wieder die herrlich verspielte Melodielinie das Treiben im düsteren Rahmen übernimmt. Alles in allem ein Track wie aus einem Guss, der von meiner Seite nicht weniger als euphorisch angehauchte 6/6 dargereicht bekommt. ;)

    Dass sich stets auch ein Blick auf die hinteren Startnummern einer EP lohnt, beweist Multi Fly mit allem Nachdruck, auch wenn der Track im Vergleich mit seinem Vorgänger sein Hauptaugenmerk weniger auf sphärische Finessen, denn auf techhousig-minimales Grooven mit der gewissen melodischen Note gelegt hat. Anfängliches Klickern in Verbindung mit einem elektroid beeinflussten Tonfolgenfragment setzt hier schon einmal klar die Segel, bevor sich im Untergrund die eindeutig dunkelste Bassline der gesamten EP breitmacht, welche mitunter auch die Vorlesung "Düstere Grooveorgien zur Befriedigung niederer Instinkte" mit Interesse verfolgt zu haben scheint. Die davon kurzzeitig recht beindruckte Melodielinie kann sich jedoch ziemlich schnell wieder fangen und zusammen mit sporadisch auftretenden Synthietönen auch weiterhin die Marschroute an der Oberfläche festlegen, während das Rumoren im Untergrund bei entsprechender Lautstärke sicherlich Mark und Bein erschüttern dürfte. Im Anschluss an ein Kurzbreak, welches die rhythmische Hypnose nicht wirklich unterbrechen kann, übernimmt dann allerdings ein alternatives Melodiefragment die Rolle des subtilen Anpeitschers, ehe im weiteren Verlauf nach einem kleinen Bassline-Solo wieder die elektroid inspirierte Tonfolge das Ruder in die Hand nimmt und die restlichen Melodietöne nur noch spartanisch angeschnitten werden. Letzte Synthietöne auf absterbendem Basslinegrooven kündigen schließlich bereits vom bevorstehenden Rückbau des Ganzen. Summa summarum ein mehr als solider Abschlusstrack, der am deutlichsten in Richtung Club schielt und mit 5/6 ebenfalls keine schlechte Partie darstellt. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer::

    N'Abend zusammen!

    Passend zur hochwinterlichen Wetter- und Gemütslage krame ich für euch heute eine EP des französischen Produzenten Damabiah aus, die vor angenehm melancholischer Besinnlichkeit nur so strotzt und ihre Naturverbundenheit bereits unverkennbar im Titel trägt. Wer ab und an sein Faible für verträumt-progressive Leckerbissen in minimaler Ästhetik - stets garniert mit herrlich sphärischen Wärme - füttern möchte, ist hier auf jeden Fall genau richtig und sollte sicherlich auch die Tatsache verschmerzen können, dass Les Forêts Boréales bereits seit dem Herbst über die digitale Ladentheke geht. Erschienen ist das Ganze dabei auf Natura Sonoris, dem Label des aufstrebenden Spaniers Henry Saiz, auf dem mich Damabiah auch schon im letzten Jahr mit seiner La Hutte EP überzeugen konnte. :yes:

    Eloann et la plume ("Eloann und die Feder") startet seine Klangreise mit einem trockenen Beat, auf dem sich bereits nach weningen Sekunden Einwirkzeit das erste melodische Schimmern im Untergrund entfalten kann, sodass das Ganze sich mit subtiler Flächenarbeit in Zusammenarbeit mit einer mehr und mehr aus dem Schatten heraustretenden Tonfolge in verspielter Klimperoptik in sphärischer Hinsicht nicht allzu lang in kühlen Gefilden aufhält. Während sich dann an der Basis eine flexibel groovende Bassline durchsetzt, kristallisiert sich die klimpernde Melodielinie an der Oberfläche als tragendes Element der Melodieebene heraus, welche alsbald sogar kurzzeitig die Unterstützung der dezenten Flächen verneint. Dafür tauchen im weiteren Verlauf himmelhochjauchzende Synthiewolken auf, welche die sphärische Entwicklung zwar zunehmend aus ihrer leichten Melancholie herauslöst, die Klangintensität jedoch zu keinem Zeitpunkt antastet. Vielmehr kann sich ein interessanter Kontrast aus dem doch recht drückend agierenden Drumming und der feinsinnig austarierten Melodieebene ausbilden, welcher nach einem Kurzbreak im Mittelteil des Stücks durch alternative Pianoklangtupfer sogar noch etwas verstärkt auftritt. In Kooperation mit dem sich alsbald wieder dazugesellenden Flächenhintergrund setzt sich dabei die Bestreitung überaus verträumter Pfade fort, welche bis zum Rückzug der Melodieelemente abwechslungsreich, progressiv und überaus melodie- und detailverliebt ausfallen, ehe das Ganze sich zum Ende hin in der tänzelnden Bassline als Solist verliert. Alles in allem ein Track wie eine weiß angezuckerte Winterlandschaft, der für meine Ohren mit nicht weniger als 5,5/6 belohnt werden sollte. :D

    Sur les genoux de l'automne ("Im Schoße des Herbsts") bereitet dem geneigten Hörer im Anschluss dann ein ähnlich strukturiertes sowie sphärisch intensives Klangerlebnis, das ebenfalls nicht davor zurückschreckt, von Beginn an seine unaufgeregten Melodieversatzstücke ins kalte Wasser zu werfen. Nur von einem trockenen Beat begleitet entpuppt sich die Tonfolge allerdings mehr und mehr als Symbiose aus melancholischen und hypnotischen Charakterzügen, welche trotz ihres minimalistischen Ansatzes zunehmend Besitz vom hiesigen Track nehmen und die sphärische Entwicklung des Ganzen vorantreiben. Weitere klangliche Unterstützung für die Melodielinie naht allerdings schon in Form flüsternder Flächen, welche sich mit zunehmender Dauer als entspanntes Klangbett der verspielten Melodietöne etablieren können und durch ihren teilweise fast schon flehend wirkenden Aufbau zudem weitere spannende Aspekte zur sphärischen Vielfalt beitragen können. Just in dem Moment, wo das Ganze beginnt, einen Hauch von Routine zu entwickeln, tritt dann ein von meiner Seite nicht zu identifizierendes Saiteninstrument auf den Plan, welches mit einem leicht orientalisch angehauchten Charme nun auch einige größere Wolkenlücken in der melancholischen Grundstimmung mit sich bringt, sodass sich auf den letzten Metern, auf denen die sphärische Intensität hoch gehalten wird, ein für meinen Geschmack überaus angenehmer Kontrast entfalten kann. Schließlich steht im Anschluss bereits der dezente Rückbau des Tracks in den Startlöchern, den der ein oder andere möglicherweise erst wahrnimmt, wenn das Stück wirklich seinen letzten Ton von sich gegeben hat, da es sich bestens dazu eignet, sich darin zu verlieren. Spätestens die mannshohe 5,5/6-Mauer dürfte dem dann aber ein Ende setzen... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Einen in der Tat ziemlich überzeugenden Two-Tracker schickt Paul Kieran mit der Flaw EP kurz vor Toreschluss des Nullerjahrzehnts noch ins Rennen, wobei sein abwechslungsreiches Genre-Potpourri diesmal mehr denn je in herrlich deeper Manier die Gehörgänge betört. :yes:

    Flaw wagt dabei einen interessanten Spagat zwischen Minimalismus, elektroider Clubaffinität und sphärischen Anleihen in einem äußerst progressiv gehaltenen Rahmen. Zu Beginn suhlt sich das Ganze noch intro-artig in unscheinbaren Toneffekten, welche sich ihre Subtilität alsbald auch in Begleitung eines drückenden Beatgerüst inklusive markantem Offbeat-Bassline-Grummeln sowie knisterndem Zusatzklickern nicht nehmen lässt. Dennoch setzen sich im weiteren Verlauf zunächst noch im Hintergrund agierende, recht hölzern klingende Effekte an die Spitze des Stücks, wobei sich zusehends auch die ersten fragmentierten Flächenstücke zum Zwecke erster sphärischer Ausrufezeichen in Szene setzen können. Das Ganze entfaltet dabei trotz seines miniminalistischen Ansatzes eine erstaunlich intensive Stimmungsvielfalt aus düsteren und mystischen Gefilden, welche sich zwischendurch immer wieder einige interessante Höhepunkte gönnt, in denen die melodischen Anleihen besonders aufsässig auf dem trockenen Untergrund stolzieren. Ergänzt wird der progressive Aufbau durch stetige subtile Instrumentierungswechsel, durch welche sich auch eine stakkatierte Stringmelodie mit elektroidem Ansatz beeinflusst zeigt und in diesem Zusammenhang in einem Kurzbreak die Schlagzahlehöhung des Offbeat-Grummelns in einem solchen Maße anzustacheln vermag, dass sie dabei selbst ins Hintertreffen gerät, ehe im Anschluss der deep flackernde Untergrund eine kleine Solofahrt verdient genießt. Die Effektdichte steigt jedoch bald wieder stetig an, sodass sich schließlich auch die subtilen Hintergrundflächen aus ihrem Schneckenhäuschen trauen und im nächsten Break sogar eine mehr als tragende Rolle innerhalb der sphärischen Ordnung des Stücks spielen. Angereichet durch dezente Alternativklänge und die bekannten stakkatierten Melodiefragmente bietet der Track damit eine Schlussoffensive par excellence, bevor schlussendlich für meinen Geschmack überzeugende 5,25/6 über den Tresen gehen. ;)

    Für The Way We Were konnte ich zwar nur auf der Myspace-Seite von Phiel Kieran eine aussagekräftige Hörprobe von wesentlich mehr als 2 Minuten finden - die Qualität, die imho auch dieses Stück eindeutig besitzt, schmälert das jedoch natürlich in keinem Moment. Das Konzept ist hier allerdings im Vergleich mit seinem Vorgänger recht ähnlich angelegt, wobei sich erneut ein minimal agierendes Drumming mit dezenten Melodieelementen paart. Diesmal tritt jedoch auch die gewisse Portion elektroiden Drucks deutlicher auf den Plan, was sich vor allen Dingen an den markanten Tonfolgenfragmenten sowie einer immer wieder anschwillenden Flächenwand ablesen lässt, sodass sich ein abwechslungsreiches Intensitätsspiel innerhalb des progressiven Trackaufbaus etablieren kann. Mit monotonem Hintergrundklimpern weist das Ganze aber immerhin eine Konstante auf, welche sich wie ein roter Faden durch das Stück zieht, Melodieversatzstücke kommen und gehen sieht und sich auch von dem erneut als Offbeat-Scharmützel eingesetzten Basslinegrummeln nicht einschüchtern lässt. Elektroid beeinflusste Subbässe komplettieren dabei den Untergrund, der auch während einiger düster verspielter Kurzbreaks nicht von seinem Weg abweicht, bevor die anschwillende Tonfläche sich im Mittelteil kurzzeitig etwas übernimmt, sodass in der folgenden Phase ein effektbellendes Konzept entfalten werden kann, aus dem sich das Ganze nur langsam durch eine weitere Anschwillaktion retten kann. In ein weiteres Kurzbreak mündend mimt die Flächenwand dann kurzzeitig den sprichwörtlichen Fels in der Brandung, bevor sie sich schließlich wieder mehr und mehr zurücknimmt und somit für einige Augenblicke nur noch das stetige Hintergrundklimpern zu hören ist. Und auch wenn die Hörprobe an dieser Stelle nach 6 Minuten abbricht, dürften die restlichen zwei wohl nur noch dem unausweislichen Rückbau gelten, die die von mir in Stein gemeißelten 5/6 sicherlich nicht mehr in Verrufung bringen können. :yes:

    Muss zwar gestehen, dass Solee mit seinen Two-Trackern in diesem Jahr für meinen Geschmack nicht an die Durchschlagskraft von Different, Timba, Impressed und Jule heranreichen kann, da das Ganze sich jedoch trotzdem immer noch auf einem ziemlich ansehnlichen Minimalklickertrance-Niveau befindet, kann ich mich nicht ohne eine kleine rezensionstechnische Sezierung wegstehlen. ;)

    Obwohl ich eine gewisse Abneigung gegenüber aufdringlichen Schunkelrhythmen hege, weiß sich Open Air nach der Einleitung mit einem Vertreter eben dieser Gattung gewieft aus der Affäre zu ziehen, wenn sich die mit entspanntem Klickern behängte Stampede nach wenigen Momenten durch eine druckvoll stakkatierte Bassline verstärkt. Diese hat sich zwar etwas zu sehr darin verrannt, ihrem Vorbild aus Oxias Domino nachzueifern, ist aber natürlich auch mit den Plagiatsvorwürfen im Nacken in der Lage, den Untergrund in einen gelungen schiebenden Zustand zu versetzen, während sich außerorts zudem die kurzzeitig verstummten Klickereffekte wieder dazugesellen und im weiteren Verlauf die ersten Melodietöne aus ihrem Refugium herauslocken. Der düstere Charakterzug, den der Track durch die stakkatierte Bassline inhaliert, wird dabei zwar zunächst noch unterstützt, mit der Ankunft einer monotoner Stakkatomelodie, welche zunehmend melodischer agiert, entfaltet sich aber zusehends ein interessanter Kontrast zwischen dem deep schachernden Untergrund und der im anstehenden Break nun mehr und mehr in trancig-euphorische Schichten hervordringenden Melodielinie. Nur in der Vorliebe für ein steif tänzelndes Arrangement sind sich beide Elemente einig, was inbesondere deutlich wird, wenn nach einer kleinen Solofahrt der Melodietöne die Bassline wieder aus ihrer Ganrkörperfesselung entlassen wird. Die Eintracht ist jedoch alsbald Schnee von gestern, da die schummrigen Flächen vom Beginn die Vorherrschaft innerhalb der Melodieebene übernehmen und die Melodietöne sich wieder in Richtung monotoner Gefilde aufmachen. Mit dem Rückzug aller melodischen Elemente rückt dann allerdings schon der bevorstehende Schlusspunkt in den Blick, sodass nach knapp 6 Minuten und dem letzten Bassline-Aufstand imho etwas verfrüht Schicht im Schacht herrscht. Allles in allem pendelt sich das Stück trotzdem auf immer noch mehr als solide 4,5/6 ein. :D

    Dass Timbabwe sich recht stark an einem für meinen Geschmack überaus gelungenen Track aus dem letzten Jahr orientiert, dürfte dem geneigten Hörer sicherlich nicht nur aufgrund der namensgebenden Ähnlichkeit ins Auge stechen, denn auch musikalisch haben wir es hier mit einer Fortführung von Timba unter einem afrikanischen Deckmantel zu tun. In Sachen Rafinesse und Erinnerungswürdigkeit erleidet der Track aber im direkten Vergleich leider eine verdiente Niederlage. Das Anfangsklickern in Kooperation mit einigen sich alsbald dazugesellenden, monotonen Melodieversatzstücken kann sich dennoch sehen lassen, auch wenn das Stück bereits in dieser Formation in wenig subtiler Art und Weise an seinen Vorreiter erinnert. Die Fortbewegungsart lässt sich dabei am besten als minimalistisch stakkatiert charakterisieren, wobei im weiteren Verlauf dann endlich eine deep angehauchte Bassline Erbarmen mit dem bisherigen zahnlosen Auftreten des Ganzen hat und auch in atmosphärischer Hinsicht einige leicht düstere Ausrufezeichen setzen kann. Aufgehellt wird das Ganze dann durch wunderbar perlende Melodiefragmente à la Timba, welche in einer zunehmend präsenteren Effektwolke baden und dort leider auch kurzzeitig zu ersaufen drohen, ehe sie sich nach einer dezenten Anschwillaktion wieder auf dem techhousigen Drumming etablieren können. Zudem ist es im anstehenden Break ihr Verdienst, dass die Atmosphäre trotz der monotonen Bassline und einer weiteren Vermehrung des subtilen Hintergrundzischens nicht allzu sehr erkaltet, wobei ihr leicht verträumtes Auftreten in einem Moment der Stille nach der in sich zusammenfallenden Anschwillaktion ihre Sonderstellung im hiesigen Track unterstreicht. Auf den letzten Metern steht dann einmal mehr trockenes Grooven im Vordergrund, welches durch die bereits im Mittelteil sporadisch eingesetzten Begleitflächen abgerundet wird, ehe das Ganze mit immer noch überdurchschnittlichen 4,75/6 belohnt wird. :yes:

    Gegenwind gefällig!? Mit den ziemlich überbewerteten Remixen von Len Faki kann ich nämlich nur wenig bis sehr wenig anfangen, wohingegen für meinen Geschmack vielmehr dem Original von Stranger (To Stability) aus der Feder von Dustin Zahn die Rolle zustehen sollte, mit seiner technoiden Düsternis für Furore zu sorgen - aber eins nach dem anderen... ;)

    Der Original Mix trumpft schließlich von Beginn an mit seiner Spezialmischung aus monoton schlackerndem Drumming und zwielichtigen Flächenanleihen auf, welche auch ein Radio Slave nicht eleganter hätte zusammenbasteln können. In Begleitung wehender Effektwellen erhascht sich das Ganze somit bereits in einer frühen Phase ein Stückchen vom großen Kuchen der sphärischen Düsternis, ehe diese Entwicklung in und nach einem ersten Kurzbreak weitere Nahrung erhält, wenn zunächst ein an eine Kirchenturmglocke erinnerndes Klangelement die effektierte Bühne betritt und im Schlepptau weiteres Öl in das monotone Feuer dieses Tracks gießt. Zusammen mit einer daraus hervorgehenden Stakkato-Bassline und den sporadischen Besuchen nachtschwarzer Flächenfragmente sowie der besagten verzerrten Kirchenglocke bläst das Stück auch im weiteren Verlauf zum progressiven Sturm auf die Gehörgänge der geneigten Zuhörerschaft. Zudem ist der Track in der Lage, trotz seiner teilweise recht spärlichen Instrumentierung die atmosphärische Schwere bzw. Spannung auf einem konstant hohen Niveau zu halten, sodass er es sich in seinem zweiten Break auch erlauben kann, eine Art Schwurbelaktion (allerdings in gelungen subtiler Art und Weise) auf den Plan zu setzen, an die sich dann erneut das trockene Drumming mit seiner stakkatierten Bassline durchzusetzen vermag, wobei die effektiert umgarnten Flächen voller boshaftiger Blicke natürlich nicht fehlen dürfen und dem Ganzen bis fast zum Schlusspunkt erhalten bleiben. Summa summarum ein für meinen Geschmack im hiesigen Thread zu Unrecht untergegangenes Stück, welche sich seine 5,25/6 redlich verdient hat. :yes:

    Am Len Faki X-Break Mix zieht dann zunächst der - Nomen est omen - breakbeat-lastige Untergrund die Aufmerksamkeit auf sich, welcher mit einigen Effektwolken in den ersten Minuten ein im Vergleich mit dem Original nicht minder düsteres Szenario aufwirft, wenn er einige der überzeugenden Flächenversatzstücke anreißt. Leider postiert der Gute im weiteren Verlauf in meinen Ohren recht unsäglich stampfende Alternativtöne in monoton-stakkatierter Synthiemanier an die Stelle der zwielichtig grummelnden Flächenanleihen, wobei er diese zu allem Überfluss auch noch in uninspirierter Manier in schwurbelig-quietschende Gefilde ausarten lässt. Erst in einem Kurzbreak entsorgt er diese überflüssige Entwicklung schließlich in der Restmülltonne, um sich fortan erst einmal wieder der Wiedergutmachung der verlorengegangenen Düsternis zu widmen, welche er nun mit endlich gelungenen Alternativtönen zurückgewinnt. Auch in Kooperation mit den bekannten stakkatierten Klängen bewegt sich das Ganze zunächst noch auf einem überzeugend sphärischen Niveau, ehe mit einer weiteren Schwurbelstafette der gleiche Fehler noch ein zweites Mal begangen wird - zum Glück implodiert der Synthiematsch auf seinem erbärmlich quietschenden Höhepunkt und gibt wieder die dunklen Flächenwände aus dem Original preis. In Zusammenarbeit mit den stakkatierten Alternativtönen bringt es der Remix zwar auch im Anschluss fast fertig, die Eindringlichkeit aus dem Break hinüberzuretten, insgesamt reicht es aber dennoch nur für solide dreinschauende 4/6. Dass man dieses Konzept auch noch mit wesentlich weniger Kreativität anfassen kann, beweist schlussendlich der Len Faki Podium Mix, welcher einzig den interessanten Breakbeat-Untergrund gegen ein geradlinig treibendes Drumming austauscht und die Spielzeit der gehaltvollen Flächenstücke aus dem Original gen Null tendieren lässt. Ansonsten überwiegen die bekannt schmierigen Alternativtöne, welche sich zuweilen in unsäglicher Manier in Ungnade spielen, wenn sie wieder einmal das ziemlich durchgekaute Anschwill-Spielchen inklusive belanglosem Quietschfaktor initiieren. Fast hätte ich dabei noch die zuweilen auftretenden 90er-Retro-Claps, welche ich eigentlich bereits überwunden glaubte, vergessen zu erwähnen. Alles in allem kann ich den Hype um diesem Remix ergo beim besten Willen nicht nachzollziehen und verbleibe mit gähnenden 2,5/6. Und nein, ich habe nichts gegen Abrissbirnen - meine Definition (siehe hüben wie drüben) scheint nur irgendwie etwas abweichend zu sein... :p

    N'Abend zusammen!

    Als äußerst umtriebig in der Progressive-Szene erweist sich derzeit der aus Finnland stammende, aber in Schweden aufgewachsene Produzent Henri Hurtig alias Cid Inc, der den ausgewiesenen Füchsen sicherlich schon als eine Hälfte von Mashtronic ein Begriff gewesen ist. Als Solist unterwegs ist der Skandinavier allerdings erst seit 2008, wobei er bereits auf Veröffentlichungen auf Proton Music und Afterglow Deep sowie den Labels von Kosmas Epsilon, David West und Inkfish zurückblicken kann. Auch wenn sein Stil sich noch am ehesten mit dem weitumfassenden Begriff "Progressive" umschreiben lässt, sind es doch stets die Genregrenzen, welche er schon mit Mashtronic und jetzt auch mit seinen eigenen Stücken spielend in die Schranken weist - die Vielfalt reicht dabei von minimalen Fingerfertigkeiten über trancig anmutende Melodieversatzstücke bis hin zu techhousig-trockenen Groove-Spezialitäten, mit denen die Tracks gewürzt sind. Mittlerweile ist der Gute zudem unter die Labelgründer gegangen, sodass sein letzter Two-Tracker konsequenterweise auf dem hauseigenen Replug Records auf die Hörerschaft losgelassen wird. :D

    Den Anfang macht hierbei Cloudberries, welches von Beginn an keinen Hehl aus seinem druckvoll-progressiven Trackauftrag macht und - garniert mit undurchsichtig wabernden Effekten - schon bald eine grummelnde Bassline für die nötige Portion Düsternis im Untergrund sorgen lässt. Aus der Tiefe des Raums gesellen sich im weiteren Verlauf dann monoton agierende Synthklänge dazu, welche in leicht sirenenartiger Ausführung nicht nur die sphärische Dichte des Stücks zu intensivieren vermögen, sondern mit ihrer sich stetig steigernden Präsenz auch mehr und mehr hypnotische Züge in sich vereint. In einem Kurzbreak vergewissert sich die Tonwand schließlich seiner Dominanz, um in Kooperation mit dem nun noch ein gutes Stück treibender gestalteten Untergrund, indem die Bassline zunehmend elektroide Druckknöpfe für sich entdeckt, einigen stakkatierten Alternativtönen eine sphärische Chance zu geben. Diese wird durch die mystisch-subtilen Fragmente auch prompt genutzt, sodass in der nächsten Phase, in der sich der Untergrund wieder etwas zurückschraubt, die feinsinnig-verspielten Begleittöne kurzzeitig sogar das Ruder der tonangebenden Sirenenwand an sich reißen können. Der hypnotische Charakter des Ganzen wird jedoch zu keinem Zeitpunkt in den Hintergrund verdrängt, denn auch im zweiten Break gönnt sich die Monotonwand keine Verschnaufpause, während die restlichen Elemente für einige Momente im Morast versinken, um diese im Anschluss umso intensiver wieder mit der bekannt druckvollen-progressiven Basis zu unterstützen. Der erneute Besuch der mystischen Alternativtöne markiert schließlich den Höhepunkt des Tracks, nach dem sich die sphärisch düstere Eleganz wieder zunehmend zur Ruhe setzt. Meinen überzeugenden 5,5/6 für diese hervorragende Mischung aus dem Besten von Pryda und Moonbeam tut das jedoch keinen Abbruch! ;)

    Revolve lässt es im Anschluss dann zwar nicht ganz so treibend angehen, doch auch ohne viel Schnickschnack kann sich hier ein mehr als gelungenes Progressive-Ambiente entfalten, welches in seinem groovenden Charakter zudem mit der gewissen Portion sphärenunterstützender Melodieanleihen aufwartet. Die schunkelnde Fortbewegung vom Beginn täuscht dabei noch über die eigentlichen Vorzüge des Stücks hinweg, spätestens mit der Hinzunahme einiger nebliger Effekte, aus denen zudem alsbald zarte Melodieflächen hinauslugen dürfen, sowie einem aus dem Untergrund heranschleichenden Bassline-Stakkato ist es vorbei mit dieser drucklosen Umgebung. Im Folgenden positionieren sich dann zur subtilen, aber erfolgreichen Etablierung eines Melodieebenenansatzes zaghafte Flächen im Hintergrund, welche den progressiven Fortgang des Ganzen trotz ihres unscheinbaren Auftretens zu prägen imstande ist. Im Vordergrund zieht dabei die stakkatierte Bassline weiterhin ihre groovenden Runden, sodass sich ein angenehm runder Flow entwickeln kann, welcher nur im anstehenden Break kurzzeitig zugunsten der überlegt heranrauschenden, monotonen Flächenwand unterbrochen wird. Die sphärische Intensivierung richtet ihren Blick zwar auch hier in Richtung düsterer Gefilde, jedoch gerät man dabei nicht in einen solch dunklen Strudel wie beim Vorgänger, sondern lenkt die stimmungsvolle Tiefe durch den bald wieder anlaufenden Groove der Bassline in solidere Bahnen. Ein gesunder hypnotischer Charakter lässt sich jedoch auch hier nicht leugnen, sodass auch dieses Stück den Hörer trotz des recht sparsamen Einsatzes seiner Melodieebene zu fesseln vermag - alles in allem ein feines progressives Klangerlebnis, dem ich für meinen Geschmack verdiente 5,25/6 zusprechen möchte. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Kann dir auch noch ein paar atmosphärisch deepe Schmankerl ans Herz legen, in denen es in dieser Hinsicht vorzüglich suhlen lässt... ;)

    Max Cooper - Harmonisch Serie / Symphonica
    Solomun - Somebody's Story
    Kollektiv Turmstraße - Tristesse
    Extrawelt - Trümmerfeld [Oliver Huntemann Remix]
    Extrawelt - Im Garten von Eben [Max Cooper Tensor Mix]
    Guy J - Dust
    Johannes Heil & Extrawelt - Erdbeerfeld
    Moonbeam - Your Wind Is In My Hands / Slow Heart / When Tears Are Dropping From The Sky / Chirpy / etc.
    Daniela Stickroth - The Differences Game
    Nick Bugayev - End Of The Line
    Henry Saiz - Madre Noche / Lady In The Mirror
    Guy Gerber - Timing
    Burial & Four Tet - Moth
    The Field - Over The Ice / Everyday

    :huebbel:

    Keine Angst, der russische Produzent Arthur Abidzhba alias Arthur Deep bewegt sich noch nicht in verschachtelten IDM-Spielereien, auch wenn das seine immer noch relativ frische Abstract Geometry EP namentlich andeuten könnte. Vielmehr haben wir es bei der im Oktober auf dem stets spannenden Label Proton Music veröffentlichten 3-Tracker um feinsinnig austarierte, im besten Sinne als progressiv zu bezeichnende Klänge zu tun, welche sich weder trancigen noch minimalen Anleihen verweigern und auch in atmosphärischer Hinsicht immer ein entspanntes Kleinod offenbaren. Wer dem Guten in musikalischer Hinsicht noch nicht begegnet ist, sollte sich auf eine Mischung aus dem Besten von Alucard und Mango einstellen, wobei die beiden genannten Produzenten nur als Referenzen dienen und keinesfalls die Eigenständigkeit des Stils von Arthur Deep in Frage stellen sollen. Aussagekräfte Hörproben und blumige Rezensionswortwahl finden sich dann weiter unten... ;)

    Den Anfang macht hierbei das wunderbare Pine Square, welches bereits mit gutem Beispiel vorangeht und mit seiner herrlich zurückgekehnten Melodieebene sowie einem stets präsenten deepen Unterton die Klarheit eines kalten Wintermorgens ausstrahlt. Bereits im Intro wird der Hörer mit zärtlichen Flächen konfrontiert, unter welche sich alsbald ein trockener Beat schleicht und diese im weiteren Verlauf erst einmal unter einer dezenten Schneedecke voll subtiler Stakkato- und schimmernder Basslineklänge versteckt, sodass das Ganze einen angenehmen Groove entfalten kann. Diesen lassen sich dann auch die Flächen vom Beginn nicht entgehen und schlüpfen dabei mehr und mehr wieder aus ihrem Schattendasein hinaus, um zusammen mit einem weiteren, überaus fragilen Melodieversatzstück eine mehr als gelungene sphärische Erwärmung zu erwirken. Eine weitere verspielte Tonfolge sorgt mit ihrem Erscheinen schließlich dafür, dass auch die letzten Zweifel am Erfolg dieser Entwicklung verblassen, ehe im Anschluss wieder der deep angeschnitte Untergrund eine kleine Solofahrt unternimmt, mit der die durch den Raum tänzelnden Melodiefragmente allerdings nicht einverstanden sind und im anstehenden Break erneut das Ruder an sich reißen, indem sie sich ihren Weg durch die erstarrte Landschaft bahnen. Im Einklang versprühen Melodieelemente und deeper Untergrund dann im letzten Drittel noch einmal ihren wunderbar entspannten Charme, dem ich einfach nicht widerstehen kann, sodass nach dem fließenden Rückbau verdiente 5,5/6 für dieses überzeugende Progtrance-Kleinod schnell bereit stehen. :yes:

    Colors Of Nature geht es im Anschluss dann noch eine gute Portion ruhiger an und befindet sich mit seinen traumwandlerisch agierenden Flächenstücken schon fast an der Grenze zu ambienten Strukturen. Auch hier sorgt ein überaus entspanntes Intro für die erste Begegnung mit der schwebenden Melodieebene, welche sich zunächst von zurückhaltendem Minimalklickern beglücken lässt, später aber einen leicht deep grummelnden Untergrund aus progressiven Gefilden bevorzugt. Zudem kann sich trotz des äußerst subtilen Auftretens sämtlicher Tonflächen in geradezu bahnbrechender Geschwindigkeit eine lichtdurchflutete Atmosphäre entfalten, welche sich einen gewissen melancholischen Unterton dennoch nicht verbieten lässt. In dieser Formation schwebt das Stück nun selig vor sich hin, ehe dezente Tröpfenklänge die Flächenstücke ersetzen und damit kurz vor dem Austritt aus irdischen Umlaufbahnen für eine kleine Wachablösung sorgen, mit der sich das Ganze Raum und Zeit für eine Verschnaufpause verschafft, in der zunächst weitere Melodiefetzen initiiert werden, dann aber schließlich eine Drummingreduzierung in Gänze vollzogen wird. Um der Düsternis allerdings nicht Tür und Tor zu öffnen, melden sich im letzten Drittel des Tracks auch noch einmal die wunderbar unaufgeregten Flächenmelodien zu Wort und verleihen dem Track einen mehr als gediegenen "Schlusssprint". Summa summarum haben wir es hier mit einer keinen Deut weniger intensiven Klangreise zu tun, für die sich imho ebenfalls selbsterklärende 5,5/6 finden lassen. :D

    Prima Facie als Dritter im Bunde kombiniert schließlich ähnlich sanftmütige Melodieelemente mit einem etwas extrovertierteren Untergrund, für den sich vor allen Dingen drückende Basslinefetzen auszeichnen, welche sich infolge eines ausschließlich mit einer monotonen Tonfläche und subtilen Klickereffekten ausgestatteten Intros etablieren können. In sphärischer Hinsicht bewegt sich der Track dadurch im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern in einem eher zwielichtig anmutenden Rahmen, welcher sich auch im Zusammenspiel mit weiteren dezenten Melodieansätzen, welche sich im Hintergrund still und heimlich eine Nische einrichten, glücklicherweise nicht vertreiben lässt. Im folgenden Break erarbeiten sich diese zwar mehr Aufmerksamkeit, mehr als eine interessante Belebung der monotonen Tonfläche steht ihnen jedoch nicht zu. In dieser Phase des Stücks könnte man sogar eine Stecknadel fallen hören, in solch filigraner Umgebung präsentiert sich das Ganze, während aus dem Untergrund allmählich einige techhousig gekantete Melodiefragmente auftauchen und in Kooperation mit dezentem Minimalklickern wieder die Drummingmaschine anwerfen. Wenn dann erneut die Basslinefetzen angelockt werden, steht auch der gewissen Portion Groove nichts mehr im Wege, auf der es sich auf den letzten Metern zudem die subtilen Melodieansätze noch einmal gut gehen lassen. Alles in allem von oben bis unten ein progressiver Traum, für den ich schlussendlich zum dritten Male die überzeugenden 5,5/6 aus dem Keller hole. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Wie ich soeben in Erfahrung bringen konnte, steht uns noch in diesem Jahr der Nachfolger der 2007 erstmals in Erscheinung getretenen Neotrance Essentials ins Haus. Auch diesmal zeichnet sich niemand Geringeres als der Stuttgarter Produzent Solee für die Trackauswahl aus, für die er einmal mehr aus dem Vollen seines für meinen Geschmack überaus spannenden Labels Parquet Recordings schöpfen konnte, mit dem er stets einen interessanten Querschnitt des Grenzbereichs zwischen Progressive House, Trance und Minimal Techno aufzufahren vermag. Schenkt man den Hörproben des vorab bei Beatport veröffentlichten Pakets Glauben, so dürfte auch diese zweite Ausgabe ihrem Namen alle Ehre machen und mit ihrer feinsinnigen Melodieseligkeit nicht nur meine Wenigkeit zu überzeugen wissen. Einziges Manko an der Geschichte wird allerdings die ausschließlich digital angestrebte Veröffentlichungsstrategie werden, sodass es die beiden DJ-Mixe nur zusammen mit den 25 Einzeltracks zu kaufen gibt, wobei es zudem (noch) nicht ersichtlich ist, welche Stücke in welcher Reihenfolge in welchem Mix zu hören ist. Aus diesem Grund werfe ich euch das Track-Potpourri ausnahmsweise einmal ohne Gewähr vor die Füße... ;)

    VÖ:
    Beatport (26.11.)
    iTunes (15.12.)
    JunoDownload (22.12.)
    DJDownload (tba)

    01. Solee - Open Air
    02. Cornholio & T. Hoffmann - Aurora
    03. Zdenko Grbavac - Veritas
    04. Boris Hotton - Somewhere [Motorcitysoul Remix]
    05. Mathew Leutwyler - Here Comes Indrid Cold
    06. Transistor - Speedfloot
    07. Plusminusklang - Jenna's Melody In Love [Solar & Poppcke Remix]
    08. Boss Axis - Second Face
    09. David Ekenback - Idiom
    10. Stereofunk - My Ling
    11. STU - Mercy Flush
    12. Diffus - Kellergeist
    13. The Glitz - Tenga
    14. Michael Strauss - Amira [Lektro Remix]
    15. Compuphonic - Analog Sparkles
    16. Takter & Microtune - Skytrain [Acidfactory Remix]
    17. Trentemøller - Serenetti [James Teej's Late Nite Soul Mix]
    18. Pascal Vert - Long Way Home
    19. Solee - Timba [Shin Nishimura 'Summer Of Love' Remix]
    20. Juho Kahilainen - Prophet Without A Vision
    21. Patrick Bateman - Everglades [Lucy & Chevel Remix]
    22. David Garcet - Inside Me
    23. Nhar - The Swallow
    24. Armin Prayd - Jokuvamana City
    25. Dino Sabatini - My Second Life

    :huebbel:

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Schulzens Dakota-Projekt bietet für meinen Geschmack mit dem Kaffeehaustypen ein sehr ausgewogenes und überzeugendes Progressive-Paket, welches den zur Wahl stehenden Rest deutlich auf Distanz hält - vor allen Dingen Andrew Bennett enttäuscht mich dabei mit seinem völlig unmotivierten und unnötigen Klassikeraufguss enorm... :hmm:

    N'Abend zusammen!

    Mit Mat Playford schicke ich mal wieder einen Forumsdebütanten in die hiesige Tracksrubrik, mit dessen Namen auch meine Wenigkeit vor wenigen Wochen noch keinen Deut anfangen konnte. Erst eine eigentlich recht unmotiviert angelaufene Stöberaktion durch diverse Veröffentlichungen der letzten Monate brachte mir seine aktuelle EP auf den Schirm, bei der ich allerdings trotzdem nur für eine Hälfte eine Kaufempfehlung aussprechen kann, da sich hierbei kreativer Progressive House mit der gewissen sphärischen Note und unmotivierte dahindümpelnde Techhouse-Effekthascherei gegenüberstehen. Erschienen ist das Ganze jedenfalls in digitaler Form auf dem hauseigenen Label Social Problem, bei dem der Name hoffentlich nicht Programm ist. Alle Tellerrandinteressierten sollten dabei die Hörproben hüben wie drüben nicht im großen Schlund des weltweiten Netzes untergehen lassen... ;)

    Zu Beginn lässt es Moon Prism zwar noch recht gediegen angehen, wenn sich ein heruntergeschraubtes Drumming in progressiver Verwandtschaft einer schemenhaften Flächenwand durch den Raum bewegt, im Hintergrund machen sich jedoch zusehends auch einige Basslinefetzen bemerkbar, um sich im weiteren Verlauf mehr und mehr einen Stammplatz im Untergrund des Ganzen verdienen. Sorgsam ausgewählte Klickereffekte sowie stakkatierte Begleittöne mischen den Track währenddessen in atmosphärischer Hinsicht auf, sodass die Melodieebene nun auch insgesamt wesentlich selbstbewusster auftritt. Dies wird vor allen Dingen von den immer wieder passend hineinscheienden Flächenwellen demonstriert, welche nicht nur die Intensität der Stakkatotöne weiter forcieren, sondern auch stets einen spannenden Harmoniewechsel in petto haben, mit welchem sich das Stück stetig dichter in einen von mysthisch-düsteren Klängen durchzogenen Stimmungsdschungel steigert. Zudem wird auch die Abwechslung hier mal wieder mehr als groß geschrieben, wenn durch das gute alte Laut-Leise-Schema, welches sich in herrlich progressiver Manier durch den gesamten Track zieht, das Intensitätspegel in keinem Moment auch nur ansatzweise in Reichweite der Langeweileschwelle gerät. So ist es den Melodieelementen zwischendurch sogar kurzzeitig gestattet, in innovativ-stotternder Art und Weise in sich zusammenzubrechen, um sich im Folgenden dann umso eindrucksvoller wieder zurückzumelden, sodass im letzten Drittel noch einmal alle Register des atmosphärischen Ausnahmezustandes gezogen werden, bis sich das Stück mit seinen mittlerweile recht acid-lastig mutierten Stakkatotönen wieder irdischeren Regionen zuwendet. Die prägende Düsternis wird jedoch bis zum Schlusspunkt beibehalten, sodass auch die Übergabe imho überaus verdienter 5,5/6 noch in ihren Nachwehen stattfindet. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Während anders voreilig schon das ganze Jahr Revue passieren lassen, kümmere ich mich lieber erst einmal um meine favorisierten Zehn in einem der wärmsten November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen... :no:

    I Way Out West - Future Perfect [Henry Saiz Remix] --- Hope Recordings
    II Dominik Eulberg - Datenübertragungsküsschen [Max Cooper Remix] --- Traum Schallplatten
    III Alan Fitzpatrick - Reflections --- Bedrock Records
    IV Kollektiv Turmstraße - Luechtoorn [Dominik Eulberg Remix] --- Musik Gewinnt Freunde
    V Applescal - Describe The Doc [Hernán Cattáneo & Martin Garcia Remix] --- Deep Records
    VI Miika Kuisma - Singularity --- Subtraxx Recordings
    VII Bent - As You Fall [Guy J Remix] --- G&E Analogue
    VIII Stephan Bodzin - Mustang --- Systematic Recordings
    IX Manuel Sofia - Opposite Fact EP --- Natura Sonoris
    X Xenia Beliayeva - Analog Effekt --- Systematic Recordings

    Der Hernán Cattáneo & Martin Garcia Remix ist auch mir natürlich von der exzellenten dreizehnten Ausgabe der Renaissance Masters Series bekannt, wo er den Hörer mit seiner vielschichtigen Atmosphäre sanft umarmt und wahrlich nicht mehr loslässt. Das Ganze beginnt zwar mit einem Intro aus schnaufenden Effekten, welche sich mit fragmentierten Vocalschnipseln zusammentun und noch in einer recht distanzierten Industriehallenästhetik agieren, im Hintergrund schleichen sich jedoch in wunderbar subtiler Manier schon die ersten warmen Flächen in den mittlerweile auch mit einem geraden Beat versehenen Remix. Versprenkelte Melodietöne in variablen Instrumentierungen hellen die Stimmung in diesem Zusammenhang weiter auf, sodass die wallenden Effektwolken mehr und mehr ins Hintertreffen geraten und schließlich eine beruhigende Melodielinie erst langsam, aber immer bestimmter aus dem Untergrund heraussprießt, welche zudem im weiteren Verlauf nich davor zurückschreckt, eine Offbeat-Bassline herauszufordern. Da die beiden Argentinier allerdings auch solche Gestalten ohne Umschweife mehr als gelungen in Szene setzen können, entsteht keine einzige Verschnaufpause auf dem Weg des Stücks in seine sphärische Tiefe, welche sich dem Hörer in der vom 90er-Baujahr-Ösi bereits treffend beschriebenen, facettenreichen Gefühlslandschaft präsentiert. Bald erscheinen die Effekte vom Beginn nur noch als Silberstreif am Horizont, während die Melodieebene sich stetig weiterentwickelt und dabei mal dieses, mal jenes Element in den Vordergrund stellt. Eines haben stakkatierte Begleittöne, durch den Raum schwebende Tonsprengsel und magische Synthieflächen aber gemeinsam: ihr unabdingbarer Wille zur sphärischen Erwärmung trifft direkt in Herz und Seele, sodass das Ganze es sich auch erlauben kann, seine letzten drei Minuten in einem schlussendlich zum Outro ausufernden Break zu begehen. Nach und nach werden dem Hörer dabei noch einmal alle Ebenen dieses Tracks vor Augen geführt, wenn dieser sich fast schon majestätisch zurückbaut, ehe finalmente nur noch die fragmentierten Vocalschnipsel vor Ort sind, um wahrhaft verdiente 5,75/6 in Empfang zu nehmen. :D

    N'Abend zusammen!

    Dass es ein großer Fehler ist, die argentinische Produzentenlandschaft mit Hernán Cattáneo allein gleichzusetzen, beweist einmal mehr der aus Buenos Aires stammende Manuel Sofia mit seiner aus dem Sommer dieses Jahres stammenden Opposite Fact EP. Der dem ein oder anderen möglicherweise auch unter dem Pseudonym MOS bekannte Südamerikaner schlägt mit den beiden darauf enthaltenen Tracks eine eklektische Mischung aus Progressive House und Atmospheric Techno an, die sich auch nicht davor sträubt, mit der gewissen trancigen Note unter einem Dach zu wohnen. Würde ich dazu gezwungen, eine Referenz angeben, wäre wohl Henry Saiz der Auserwählte, auf dessen Label Natura Sonoris das Ganze dann auch in digitaler Form erschienen ist. Wer jetzt immer noch keine Angst vor Hörproben hat, sollte unbedingt einmal die hauseigene Myspace-Seite oder jene des Labels ansteuern ansteuern. :yes:

    Keine halben Sachen verspricht dann sogleich Almost Is Not OK nicht nur im Titel, sondern nimmt diese Maxime auch in Spannungsaufbau und sphärischer Entwicklung ernst. Ausgestattet mit einem eher zurückhaltenden Drumming entfalten sich hier schon nach wenigen Momenten die ersten melodischen Ausrufzeichen, welche sich im ersten Break von subtilen Flächenwellen in monotoner Gestaltung zu einem herrlich arpeggierten Pendant mausern, welches in sphärischer Hinsicht einen melancholischen, aber hoffnungsvollen Charakter offenbart, der sich für meinen Geschmack zudem mehr als passabel dazu eignet, das derzeitige Einheitsgrau erträglich zu gestalten. Immer wieder eingeworfene Synthieschwaden sorgen dabei für die nötigen Ecken und Kanten, mit welchen das Stück auch in Kooperation mit dem Drumming aufwartet und dabei stets zwischen 90er-Reminiszenzen und Melodiebögen zum Hineinlegen pendelt. Im Untergrund sorgen zudem einige dezente Acid-Einwürfe dafür, dass das Ganze sich nicht zu sehr in seiner leicht düsteren Ader gefällt, bevor im nächsten Break dann wieder die arpeggierten Melodiestücke - unterstützt von zartbesaiteten Flächen und Analogtönen - für die Verdichtung der Atmosphäre sorgen. Dass dies auch zusammen mit dem progressiv schiebenden Untergrund bestens funktioniert, beweist der Track im Anschluss, ehe kurzzeitig die Analogtöne auf den Acid-Einwürfen eine Solofahrt hinlegen dürfen - im Großen und Ganzen bleiben aber dennoch die arpeggierten Melodiebögen tonangebend. Den Schlusspunkt auf den abwechslungs- und spannungsreichen Trackaufbau setzt im Abspann dann noch einmal die subtil-zwielichtige Basslinewand, bevor das Stück sich schließlich mit imho verdienten 5,5/6 aus dem Staub macht. ;)

    Die Spirale hingegen wirkt im direkten Vergleich schon nach wenigen Augenblicken wesentlich forscher nach vorn ausgerichtet, wovon zu Beginn vor allen Dingen eine flexibel tänzelnde Bassline zeugt, mit der das Stück einen druckvollen Groove zu entfalten weiß. Düster anmutende Subbässe komplettieren im Folgenden den Untergrund und lassen zusammen mit nebligen Effekten das Atmosphärenpegel zunehmend nach oben ausschauen - ganz davon abgesehen, dass das Ganze sich in dieser Hinsicht auch vor dem Vorgänger alles andere als verstecken muss. Mehr und mehr tauchen im Gefolge der Effekte auch einige an Melodiefetzen erinnernde Versatzstücke auf, welche nach einem letzten Aufbäumen des Untergrunds, der das Stück anscheinend für sich beansprucht, im Mittelteil dann endlich zu verdienter Präsenz kommen. Die Entwicklung von dezenter Hintergrundausstattung zu anschwillender Stärke und Dichte ist zwar zumeist ein beschwerlicher Weg, hier gelingt es den Melodietönen jedoch erstaunlich leichtfüßig, das Ruder des Tracks an sich zu reißen und diese Position auch im weiteren Verlauf zu behaupten, nachdem sich die Bassline nach einem leicht elektroiden Wahn vor dem nächsten Break verabschiedet und nur noch noch einige interessante Stakkatofetzen als Übrigbleibsel präsentiert. Im Break selbst stolpern wiederum monotone Effektschwaden durch den immer weniger mit Melodietönen durchsetzten Raum und wissen sich zusammen mit dem druckvollen Untergrund an vorderer Position zu halten. Mit erheblich geschrumpfter, aber keineswegs vor der Aufgabe stehender Melodieebene begeht das Stück schließlich seine letzten Meter, ehe von meiner Seite überaus gesunde 5/6 zur Verteilung bereit stehen. :D

    Komplettiert wird die EP zudem durch zwei Remixe vom ersten Track der mir bislang noch unbekannten Dartek und Fefo, für die ich allerdings keine sezierfähigen Hörproben finden konnte...

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Seine eigene Nische gefunden zu haben ist das eine, sich darin selbst zu kopieren das andere - und ich habe die leise Befürchtung, dass Wippenberg mit dem hiesigen neuen Track leider eher Letzterem nacheifert. Schließlich besitzt Pong im Vergleich zu Chakalaka nicht nur einen identischen Aufbau, auch die verwendeten Instrumentierungen scheinen in in meinen Ohren exakt übernommen worden zu sein, sodass sich das Ganze dann im Endeffekt nur in den leicht veränderten Tonfolgen sowie einem entspanntem Untergrundklickern von seinem Vorgänger unterscheidet. Dazu treten anfangs einige stakkatierte Melodiefragmente auf den Plan, welche sich zunehmend zu einem flächigen Pendant entwickeln und in Kooperation mit einer monotonen Flächenwand im Hintergrund recht bald ein erstes Break heraufbeschwören. Dort gefallen die Melodieversuche sich zwar zunächst in Solomanier auf einem reduzierten Drumming, können allerdings ein heranrollendes Tonschwurbeln nicht in die Schranken weisen, sodass auch sie schließlich von der Elektrowelle übermannt werden und zu einem leicht blökenden, aber dichten Soundgeflecht mutieren, welches auf dem Höhepunkt dann wieder in sich zusammenstürzt, sodass sich im weiteren Verlauf auf dem minimal arrangierten Untergrund erneut einige stakkatierte Monotöne festsetzen können. Diese Phase hält jedoch nicht allzu lang an, da sich bereits im Hintergrund wieder zusammen mit subtilen Klickereffekten die bekannte Melodielinie formiert und im nachfolgenden Break noch einmal unter Beweis stellt, wie leicht es doch ist, sich in ein druckvolles Elektrogewand zu verwandeln. Zur Abwechslung lässt sich das Stück dabei zwar von einigen Kanonenschlägen unterbrechen und eine Flangerattacke über sich ergehen, die wahre Wachablösung steht jedoch erst im Anschluss an, wenn sich sämtliche Melodieelemente zugunsten technoider Mülltonnenklänge zurücknehmen und erst kurz vor Schluss noch einmal in einem Kurzbreak als elektroider Gegenpart auftauchen, ehe der Track minimalst zu Ende schippert. Summa summarum sicherlich weder ein sphärisches Glanzstück noch ein Vorzeigeobjekt an Innovation, aber als solider kleiner Brecher hat sich das Ganze seine 4,5/6 dann dennoch verdient. :yes:

    Auf der B-Seite schlummert dann auch noch ein Tocadisco Remix, welcher sich allerdings mit noch weit weniger Ruhm bekleckert als das Original. Er entführt die elektroide Hauptmelodie vielmehr in ein für meinen Geschmack recht belanglos agierendes Gewand, welches wohl am ehesten in Richtung Progressive House schielen soll, welches zu allem Überluss auch noch mit einer dümpelnden Offbeat-Bassline ausgestattet ist, auf der sich alsbald die ersten stakkatierten Melodiefetzen aus dem Original zu entfalten wissen. Zwar mit ein wenig Groove versehen, aber ohne Druck vergaloppiert sich der Track im Anschluss in ein Break, in dem die Tonfolge zunächst die bekannte Verwandlung in ein elektroid-flächiges Ambiente vollzieht, ehe diese Entwicklung kurz vor dem entscheidenden Moment schließlich im Sekundenschlaf in ein Stauende rast und in Kooperation mit dem Drumming in einer monotonen Schleife von dannen zieht. In sphärischer Hinsicht wird dabei auch während des nächsten Breaks nur laue Magerkost geboten, während die Melodietöne sich zunächst wieder auf ihr stakkatiertes Grundgerüst besinnen und sich anschließend noch einmal an der eben missglückten Verwandlung probieren, doch auch diese nun erfolgreich absolvierte Übung hilft dem Remix nicht mehr auf die Sprünge, sodass ich zum Ende hin konstatieren muss, dass Tocadisco mich mit diesem Track ziemlich enttäuscht zurücklässt und zur Vergabe gähnend durchschnittlicher 3/6 zwingt... :hmm:

    N'Abend zusammen!

    Nachdem ich am Wochenende durch Zufall beim Überfliegen der Myspace-Seite der russischen Produzentenbrüder Pavel und Vitali Khvaleyev alias Moonbeam bei den Tourdaten zu meinem Erstaunen eine nichtrussische Stadt, welche sich in der Nähe meiner Geburtsstadt Düsseldorf befindet, erblickte, will ich euch nun nicht vorenthalten, dass die beiden am kommenden Freitag zum ersten Mal live in Deutschland zu erleben sind. Da die Jungs wirklich äußerst selten die Grenzen ihres Heimatlandes übertreten, dürfte dies eine der wenigen Gelegenheiten sein, die für meinen Geschmack einzigartige progressive Mischung aus minimal-technoiden Klanggerüsten und mysthischen Atmosphärenwelten aus trancigen Gefilden von den Urhebern persönlich in die Gehörgänge gepflanzt zu bekommen. Zudem scheint bei ihren Auftritten auch oft eine Sängerin mit von der Partie zu sein, welche sich bei den Vocaltracks (mehr oder weniger) live dazugesellt. Das Ganze findet jedenfalls ab 23 Uhr im ARTheater statt, in dem im Sommer dieses Jahres auch bereits Davis & May auflegen durften. Wie hier und dort (auch ohne Russischkenntnisse) zu sehen, dürfte es sicherlich alles andere als eintönig werden! Die Entscheidung, ob auch meine Wenigkeit die Reise an den Rhein aufnehmen wird, wird höchstwahrscheinlich spontaner Natur sein, da die Nacht auf Freitag bereits bierselig verplant ist... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Bei dieser erneut sehr schwächelnden Auswahl kann mich nur das Dreigestirn aus Cerf, Mitiska & Jaren etwas hinterm Ofen hervorlocken - allerdings nur im Original und der Überarbeitung von Glenn Morrison... :hmm:

    Habe schon seit geraumer Zeit nichts mehr aus dem hohen Norden von Miika Kuisma gehört, sodass ich nun umso erfreuter bin, dass der Finne mit dieser neuen EP progressiver und düsterer denn je um die Ecke gebogen kommt. Aus diesem Grund nehme ich es ihm auch nicht allzu übel, dass er sich bei der EP-Betitelung in einer Grundrechenart "leicht" verzettelt hat - aber da ist er in guter Gesellschaft... ;)

    Singularity macht auf jeden Fall von Beginn keinen Hehl daraus, seine sphärischen Fühler in betucht progressive Gefilde auszustrecken, wenn sich auf einem reduzierten Drumming die ersten geheimnisvollen Effektschwaden mit dezenten Tonandeutungen um die Vorherrschaft im Hintergrund duellieren. Auch eine monoton groovende Bassline mag nicht so recht als Schlichter einschreiten, sondern betätigt sich als ebenso subtiler Mitspieler, sodass sich die effektierten Elemente mehr und mehr dazu angestachelt fühlen, sich in variantenreichen Facetten in Richtung des Steuerrads des Tracks zu bewegen, um die düstere Atmosphärenwand vor dem gemeinen Hörer unentwegt aufzustocken. Entfernt an Melodiestränge erinnernde Klangelemente ertappt man dabei erst nach knapp drei Minuten, wie sie sich in wellenartigen Schüben aus dem brodelnden Sumpf der Dunkelheit herauswagen und das Stück durch ihren bedrohlichen Charakter zunehmend intensiver zu gestalten wissen und sich dabei von weiteren Subbässen den verunstalteten Rücken kraulen lassen. Knisternde Effekte tragen zudem wenig zur Beruhigung der zwielichtigen Gestalten bei, die sich in immer wieder nuancenhaft veränderten Instrumentierungen und Tonfolgen durch den Track winden, sodass erst ein Kurzbreak im letzten Drittel des Track die Aufgabe zusteht, mit einigen fahlen Lichtscheinen die hiesige Düsternis für einen Augenblick zu durchbrechen. Dies geschieht mit teilweise episch anmutenden Flächenstücken, welche allerdings trotz ihrer helleren Ausstattung nicht im Entferntesten daran denken, so etwas Verwegenes wie Optimismus zu verbreiten, ehe in den letzten Minuten das Ganze in progressiver Monotonie ins Nirwana verschwindet. Alles in allem ein Track wie die Polarnacht, für den ich nicht weniger als 5,5/6 verteilen möchte. :yes:

    Die digitale B-Seite bestreitet dann allerdings nicht, wie von Henning angeführt, One Step Behind The Mankind, welches im Original aus dem Jahre 2007 stammt, sondern ein gewisser Nervous Testpilot Remix, welcher sich des Stückes in berühmt-berüchtigter Powerprog-Manier annimmt. Bereits nach wenigen Sekunden machen dabei die ersten arpeggierten Melodieandeutungen in Zusammenarbeit mit fragmentierten Vocalsamples in sphärischer Hinsicht auf sich aufmerksam, während im Untergrund genüßlich eine düstere Basslinewand anschwillt. In Kooperation mit acidlastigen Effekten und leider etwas deplatziert wirkenden Streichereinwürfen nimmt das Ganze dann schließlich enorm Fahrt auf, legt in dieser Konstellation für meinen Geschmack aber dennoch einen leicht altbackenen Verlauf aufs Parkett, welcher nur von den alsbald wieder aus dem Hintergrund herankatapultierten Melodietönen aus seinem Nostalgie-Trip geweckt wird. Zudem haben auch die Vocalsamples vom Beginn im Folgenden genug von ihrem Schattendasein und entpuppen sich zunehmend als erstaunlich wichtiges Element für die sphärische Entwicklung des Ganzen, welche in den letzten Minuten etwas verloren gegangen ist - spätestens mit Beginn des anstehenden Breaks nimmt das Stück in dieser Hinsicht aber wieder den roten Faden auf, wenn sich dort zunächst die Vocalsamples als adäquater Melodieersatz präsentieren und im Anschluss eine Melodielinie aus dem Hut zaubern, welche eine gelungene Alternative aus der düsteren Klangwelt des Originals sowie der leicht euphorischen Powerprog-Stimmung dieses Remixes darstellt und das Ganze damit auf ein komplett anderes Niveau hievt. In Kooperation mit den auf den Vocalsamples basierenden Melodietönen und dem düster-druckvollen Untergrund ergattert der Track damit seine zweite Luft, sodass er sich anschließend genugtuend auf seinen Rückbau sowie die Übergabe immer noch überdurchschnittlicher 4,75/6 konzentrieren kann. :D

    Zur Vervollständigung reiche ich hiermit noch meine Rezensionen der beiden kaum minder überzeugenden Remixe nach:

    Wem das Datenübertragungsküsschen im Original dann doch eine Ecke zu entspannt dahergeschlichen kommt, sollte unbedingt einmal am Max Cooper Remix naschen, welcher das Tempo entscheidend anzieht, dabei aber keinesfalls das sphärische Element außen vor lässt. Anfangs scheint das Stück mit seinen fragmentierten Melodieandeutungen aus dem Original inklusive welliger Flächenuntermalung zwar einen ähnlichen Weg einzuschlagen, doch spätestens nach dem ersten intensiv aufbereiteten Kurzbreak ist damit erst einmal Schicht im Schacht, wenn das Ganze ein interessantes Motorsägen-Knarzbasselement ergattert, welches im Schlepptau auch sogleich ein knochentrockenes Techhouse-Drumming heraufbeschwört. Damit präsentiert sich der Untergrund nun erheblich druckvoller als im Original, vergisst aber auch nicht die schimmernden Melodieschwaden im Hintergrund, welche in ihren feinsinnigen Fragmentierungen für die gewisse sphärische Note sorgen und mit der Zeit in herrlich progressiver Manier auch wieder zu der intensiv schwebenden Angelegenheit mutieren, die sie zu Beginn bereits darstellten. Auf dem Höhepunkt angekommen lässt Max Cooper die Melodieebene allerdings wieder geschickt implodieren, sodass sich im weiteren Verlauf endlich das überaus knarzige Basslinefragment im Untergrund etablieren kann und ein mehr als gelungener Kontrast zwischen der angestrengten Motorsäge und den dazwischen hervorlugenden fragilen Melodietönen entsteht. Unterbrochen wird das Ganze dabei nur von einigen gekonnt knisternden Kurzbreaks, ehe das Hauptaugenmerk schließlich auf dem dezenten Rückbau der Melodieelemente liegt und der Remix mit für meinen Geschmack dem Original ebenbürtigen 5,75/6 belohnt wird. Chapeau de nouveau, Max Cooper! :yes:

    Hinter dem Sistema Remix steckt dann ein gewisser Manuel Ruiz aus Barcelona, der das Originalthema im Gegensatz zu seinem britischen Vorgänger in ein wesentlich organischeres Ambiente entführt. Dafür sprechen nicht nur die warmen Schlagzeugklänge, die sich in einen entspannten Groove hämmern, auch die leicht fragmentierten Originalmelodien tragen in ihrem wellenartigen Auftreten sowie den dazugehörigen Atmosphäreschüben dazu bei. Im Untergrund schleicht sich zudem, während an vorderster Front mehr und mehr Melodieelemente aus dem Original gepflückt und wiederverwertet werden, eine leicht düster nagende Basslinewand heran, welche sich von der vielschichtigen Melodieebene allerdings immer wieder etwas zu stark unterbuttern lässt. Dafür trumpft sie kurz vor dem anstehenden Break noch einmal auf, wenn sich die hauptsächlich aus dem Original gespeisten Melodieelemente wieder in den Hintergrund verabschieden und leicht sakrale Vocalsamples sowie einige subtile Alternativflächen auf den atmosphärischen Plan dieses Remixes treten. Im Break selbst überrascht das Stück dann mit den wunderbar charmant schwankenden Tonhöhen à la Eulberg sowie einigen daruntergeschmuggelten Knarzeinwürfen, welche auch in Zusammenarbeit mit dem organischen Drumming kurzzeitig für Abwechslung sorgen, ehe die bekannten Melodiebögen wieder von ihrer Brotzeit zurückkehren und erneut das Ruder übernehmen. Erst im etwas zu abrupt inszenierten Abspann (nach der Verabschiedung der Melodieebene) tauchen diese dann noch einmal auf, bevor ebenfalls überzeugende 5,25/6 den Besitzer wechseln... ;)

    N'Abend zusammen!

    Frohe Kunde aus dem Westerwald, denn mit einem frischen Two-Tracker namens Perlmutt hat der etwas andere Minimalist Dominik Eulberg im letzten Monat mal wieder ein herzerwärmendes Kleinod das Licht der Welt erblicken lassen. Dass der Naturbursche Eulberg schon des öfteren in Feld, Wald und Flur auf der Suche nach Melodienuancen mit dem gewissen Etwas fündig geworden ist, sollte an dem ein oder anderen im hiesigen Forum sicherlich nicht vorübergegangen sein, mit diesen beiden neuen Stücken läuft er für meinen Geschmack auf jeden Fall wieder zu Höchstform auf. Nennt es wie ihr wollt (Minimaltrance, Atmospheric Techno, Neotrance...), für mich bringt bereits das dazugehörige Label Traum Schallplatten die Klangcharakteristik dieser EP auf den Punkt. Wer also auf der kläglichen Suche nach Farbtupfern im Novembereinheitsgrau ist, sollte hier unbedingt einmal einen Hördurchlauf wagen... ;)

    Schließlich beweist der Gute beim herrlich schäkernden Datenübertragungsküsschen nicht nur eine überaus gesunde Portion an musikalischer Kreativität, sondern weiß einmal mehr, wie man zudem mit ausgefallenen Tracknamen positiv aus der Masse hervorsticht. Anfangs bewegt sich das Ganze aber noch in einem gewohnt minimalem Umfeld inklusive dezenter Klickerdiklacker-Optik, ehe in und nach einem ersten Quasi-Break knarzig angehauchte Basslinefetzen sowie einige Prämelodie-Schnipsel im Kontext auftauchen. Derweil baut das Drumming dazu eine interessante Form von Entspannungsgrooven auf, sodass sich mit zunehmender Dauer aus dem Hintergrund schließlich eine wunderbar schwebende Melodielinie aufmacht, den Track zu erobern. Trotz ihrer klanglichen Subtilität stellt dieses Unterfangen für die Tonfolge eine absolute Leichtigkeit dar, sodass sich nicht nur der Track an der wärmenden Atmosphäre laben kann, sondern auch der gemeine Hörer mehr und mehr in den Bann der verschmitzt grinsenden Traummelodie à la Eulberg gerät. Im Hintergrund lugen dabei zur Unterstützung immer wieder einige dezente Flächenandeutungen hervor, welche im anstehenden Break dann mit der Hauptmelodie in verspielter Art und Weise verschwimmen. Angereichert mit weiteren Alternativtönen gestattet sich das Stück dabei stets charamante Tonschwankungen, sodass ein etwaiger Perfektionsgedanke schnell ad acta gelegt werden kann und das Ganze sich nun zusammen mit unaufgeregt groovender Bassline sowie spannendem Breakbeat-Einsatz zurücklehnen kann. Am Ende des Breaks gewinnen dann wieder die geraden Beats an Oberwasser und läuten im Folgenden eine minimalklickernde Phase ein, welche der Melodieebene eine verdiente Verschnaufpause gönnt, bevor diese sich aus dem Untergrund heraus erneut mit ihrem unaufdringlichen Charme sphärisch etablieren kann. Abgerundet wird der Track schlussendlich durch ein weiteres Quasi-Break, in dem sich die Melodielinien vor allen Dingen in Intensitäts- und Instrumentierungswechseln üben und die Gehörgänge damit noch einmal maßlos verwöhnen. Denn wieder in minimalen Gefilden angekommen, tänzelt sich das Ganze anschließend - gekrönt mit verdienten 5,75/6 - schnell seinem bevorstehenden Schlussstrich entgegen. :yes:

    Schnertuppenregen auf der B-Seite kann dann in meinen Ohren zwar nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten, bewegt sich allerdings immer noch im überaus melodieseligen Randbereich der minimalen Musikklasse von 2009. Bereits nach wenigen Einwirkmomenten wird deutlich, dass das Ganze hier etwas mehr nach vorne ausgerichtet ist, wenn sich auf einem knochentrockenen Drumminggerüst monotone Klangfetzen stakkatiert einzubringen wissen und in Kooperation mit einsilbigem Klickern eine zunächst nur leicht knarzig wippende Bassline aus der Reserve locken. In einem Kurzbreak entbößt diese zwar für einen Augenblick ihr wahres druckvolles Ich, hält sich im weiteren Verlauf aber zugunsten heranschippernder Melodieandeutungen wieder ganz selbstlos zurück. Das anstehende Break gehört dann ganz einem charmanten Weltmusikklimpern, mit welchem ein herrlich unbeschwerter Charakterzug im hiesigen Track in den Vordergrund gestellt wird, der auch in Zusammenarbeit mit dem dezent knarzig ausschweifenden Untergrund nichts von seinem aus südlichen Gefilden stammenden Optimismus einbüßt. Vielmehr schunkelt sich das Stück mit seiner Vorliebe für leicht hypnotische Loops in einen ganz eigenen Rhythmus, welcher an eine Mischung aus Karnevalsumzug und Südsee-Hängematte erinnert. Erst durch lang atmende Effektierungen kommt dieser etwas aus dem Schwung, sodass sich das Ganze in den letzten zwei Minuten ganz dem entspannten Ausrollen widmen kann. Alles in allem eine angenehm deepe Angelegenheit, der ich meine mehr als soliden 5/6 nicht vorenthalten möchte. :D

    Tante Edith meint, ich hätte doch glatt vergessen zu erwähnen, dass sich auf der digitalen Variante der EP noch zwei nicht minder überzeugende Remixe von Sistema sowie Max Cooper vom Datenübertragungsküsschen befinden...


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Der Guy J Remix hat sich vor wenigen Tagen auch in meinen Gehörgängen ein schniekes Plätzchen zum Verweilen eingerichtet, da ich diesen wunderbar verwunschenen Klängen, welche irgendwo auf der grünen Grenzen progressiver Gefilde zwischen House und Trance beheimatet sind, einfach nicht widerstehen konnte. Eingeleitet durch sanfte HiHats schleichen sich dabei im Intro nach wenigen Augenblicken die ersten Melodiebögen in überaus subtiler Manier aus dem Hintergrund heraus, um das Stück mit einer herrlich verträumten Atmosphäre auf klickernder Basis zu versorgen. Die Lorbeeren gehen hierbei zwar einerseits natürlich an das Original mit seinen ambienten Melodiestrukturen, die feinsinnige Fragmentierung der Tonfolgen sowie die Einwebung subtiler Alternativtöne geht jedoch eindeutig auf das Konto des von mir nicht erst seit gestern sehr geschätzten israelischen Produzenten. Dass das Ganze auch in Zusammenarbeit mit einem entspannt groovenden Drumming nicht aus seinem zurückgelehnten Kontext herauszureißen ist, wird dann im Anschluss eindrucksvoll bewiesen, wenn sich die dezenten Melodielinien als schimmernde Klangfarben etablieren und dabei nur während der folgenden Vocalhauchpassage wieder etwas ins Hintertreffen geraten. Da allerdings auch diese sich äußerst souverän auf subtilem Terrain bewegt, entstehen immer noch genug Zwischenräume, in den die warmherzigen Melodiefragmente die sphärische Fahne hochhalten können. In einem Kurzbreak schauen dann zwar sogar für einen Moment einige Streicher aus dem Original vorbei, das Hauptaugenmerk liegt jedoch auch im weiteren Verlauf auf den wunderbar beruhigenden Melodietönen, welche den Remix als spätherbstliche Warmfront prädestinieren und schließlich in einem Outro über den Horizont hinwegschweifen sehen. Als einizges Manko muss ich allerdings die erstaunlich kurze Spielzeit von nur knapp fünf Minuten hervorheben, mit der das Stück aber dennoch an der schmackhaften Höchstwertung knabbernde 5,75/6 einfährt. :D

    Auf der anderen Seite ist allerdings auch der Mango Remix keinesfalls zu verachten, welcher sich zum einen nicht in seiner Spielzeit verzettelt und zum anderen in sphärischer Hinsicht ebenfalls kaum Wünsche offen lässt. Wieder ist es die Aufgabe eines schwebenden Intros, die Melodietöne aus dem Original mit denen des fruchtigen Russen bekanntzumachen, während im Untergrund zunehmend sanftes Klickern den Weg nach vorn weist. Dieser führt im Folgenden in Richtung eines entspannt schaukelnden Drummings, auf welchem sich auch die Melodieebene - inklusive sporadisch auftauchender Streicheropulenz aus dem Original - sichtlich wohlzufühlen scheint und eine wunderbar verträumte Atmosphäre zu kreieren imstande ist, welche sich im Vergleich mit Bent und Guy J nicht zu verstecken braucht. Eine kurzzeitig verspulte Melodiezerhäckslung leitet dann das anstehende Break ein, welches der gemeinen Hörerschaft noch einmal sämtliche Vorzüge der Melodieebene in einem überaus ambienten Umfeld zu kredenzen weiß, ehe das entspannt schaukelnde Drumming wieder ein Wörtchen mitreden darf. Doch auch die gehauchten Vocals sollen noch einmal zur Sprache kommen, da sie trotz ihres unscheinbaren Auftretens essentieller Bestandteil der sphärischen Eleganz sind, welche diesen Remix stets umgibt. Abgerundet wird das Ganze schlussendlich wieder mit einem passenden Outro, sodass verdienten 5,5/6 nichts mehr im Wege stehen dürfte... ;)

    War in den letzten Tagen bereits drauf und ran, dieser respektablen zweiten Auskopplung aus dem neuen Album von Way Out West ihren wohlverdienten Thread im hiesigen Forum zu gönnen, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen, sodass mir der summer.sun nun zuvorgekommen ist. Dennoch möchte ich mich noch mit einigen warmen Worten der Lobhudelei meiner Vorgänger anschließen, wenn diese mir auch das meiste bereits vorweggenommen haben... ;)

    Der Original Mix präsentiert sich als grundguter Progressive-Track, der in der Form, wie er sich in den Anfangssequenzen darstellt, auch von einem Robert Babicz stammen könnte, wenn er mit dezenten Klickertönen und einem knarzig angehauchten Untergrund den Groove zu zelebrieren weiß. Mit zunehmender Dauer rollen allerdings mehr und mehr Flächenwellen in entspannter Manier auf das Stück zu, sodass einer eindeutig sphärischen Entwicklungsstruktur Tür und Tor geöffnet werden und schlussendlich auch Nick Warren und Jody Wisternoff mehr und mehr als Urheber des Ganzen durchscheinen. Angereichert wird die angenehm schwelgende Chose durch immer mal wieder eingeworfene Vocalfragmente und feinsinnig austarierte Alternativmelodiebögen, in deren Begleitung dann auch die angesprochene, asiatisch anmutende Tonfolge auf den Plan tritt. Mit ihrem unaufgeregten Auftreten reiht sie sich mühelos in die Riege der bisherigen Melodiewellen ein und befördert den Track in sphärischer Hinsicht in noch zurückgelehntere Gefilde, ehe sie sich im anstehenden Kurzbreak schließlich endgültig aus ihrem Schattendasein herauskatapultiert und im weiteren Verlauf eindeutig als Zugpferd des Ganzen etabliert, welches auf dem staubigen Pflaster des progressiven Grooves, der glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt verloren geht, hervorragend entspannt durch die flirrende Prärie des Way-Out-West-Klangkosmos trabt. Alles in allem wird das Genre hier zwar nicht neu erfunden, aber die beiden Engländer wissen einfach auf konstant hohem Niveau zu überzeugen, sodass ich mich um verdiente 5,25/6 nicht drücken kann. :yes:

    Wie man aus dem formidablen Original dann das letzte Quäntchen atmosphärischer Dichte herausholt, beweist der Henry Saiz Remix anschließend in (fast schon gewohnt) beeindruckender Manier. Geradezu furchteinflößend wirkt die Palette an großartigen Tracks und Remixen, die den umtriebigen Spanier für meinen Geschmack zum Aufsteiger dieses Jahres machen. Denn auch hier gelingt es ihm mit seiner innovativen Mixtur aus progressiven, technoiden und trancigen Einflüssen, Future Perfect in ein überaus variantenreiches, spannendes und intensives Klangspektrum zu transportieren. Anfangs lebt das Ganze aber erst einmal von verwirrten Minimaltönen, welche sich auf einer buckligen Bassline sichtlich wohlzufühlen scheinen und mit Hinzunahme der knarzigen Versatzstücke aus dem Original zunehmend auch ihre dunkle Seite nach außen zu kehren vermögen. Nur unterbrochen von kohlensäureartig-zischenden Effektwolken gebährt der Remix dabei ein nicht minder groovendes Trackbett, welches auch vor mehr oder weniger monotonen Stakkatotönen sowie der markanten Originalmelodielinie nicht zurückschreckt. Mit letzterer entpuppt sich damit auch hier ein etwas entspannterer Charakterzug in der sphärischen Entwicklung, welcher allerdings von der stetig aufbegehrenden Bassline in Frage gestellt wird, sodass sich interessante Reibungspunkte entwickeln, aus denen die markante Melodiefolge im nächsten Break dann mit aller Macht als Sieger hervorgehen möchte. In Kooperation mit Zischorgien gelingt ihr das dann auch in überaus intensiver Art und Weise, sodass sich der Track jetzt - zusätzlich begleitet durch passend eingesetzte Vocalfragmente aus dem Original - auf seinem (ein)druck(s)vollen Höhepunkt wähnt. Minimalere Schwurbeltöne läuten anschließend wieder die Rückbauphase ein, an dessen Ende mal wieder 10 ekstatische Minuten stehen, die mit nicht weniger als 5,75/6 belohnt werden wollen. :D

    Zitat

    Original von Cavle
    Gut, dass man das offizielle Paket mit brauchbarem Material ausgestattet hat. Allen voran Henry Saiz der durch diesen Remix vermutlich endlich die Aufmerksamkeit bekommt die er verdient. Echt großartige Arbeit! :yes:

    Dem kann ich mich ohne Wenn und Aber anschließen, denn der Spanier Henry Saiz dürfte nun auch einem etwas größerem Publikum eindrucksvoll seine Kreativqualitäten unter Beweis stellen können, indem er diesen lauwarmen Tiësto-Track mit Elektro-Einschlag namens Louder Than Boom in einen episch anmutenden, 12minütigen Prog-/Techhouse-Zwitter inklusive abwechslungreichem Spannungsaufbau und dichtem Atmosphärenwerk zu verwandeln imstande ist. Bereits zu Beginn kann der Gute mit brodelnden Melodiefragmenten im Hintergrund eines knochentrockenen Beatgerüsts à la Saiz die Aufmerksamkeit auf sich lenken, bevor sich im weiteren Verlauf eine wunderbar verspielt-verstückelte Bassline in progressiver Optik des Stücks annimmt und dabei nicht mit düsteren Reminiszenzen spart. Mit minimalistisch klickernden Breakeinwürfe verstärkt sich die mysthische Atmosphäre und macht den Weg frei für weitere subtile Alternativmelodiefetzen, ehe aus dem monoton groovenden Untergrund schließlich auch die ersten Originalelemente in leicht veränderter Instrumentierung auf den Plan treten dürfen und dabei mit der Entwicklung von dezentem Stakkato hin zu breitflächigem Anschwillen sämtliche Intensitätsszenarien durchleben. Die im Original eher uninspiriert wirkenden Melodieverwirrungen trumpfen in der techhousigen Umgebung nun regelrecht auf, während Henry Saiz nebenbei noch einmal allen Skeptikern demonstriert, wie man ein Break mit schwurbelnden Effekten ohne Fremdschämen konstruiert. Im Anschluss gehört das Hauptaugenmerk allerdings erst einmal wieder dem progressiven Aufbau des Ganzen, welches sich in der Zwischenzeit mit weiteren funky anmutenden Subbässen verdichtet hat und im Folgenden dann auch die elektroide Melodiewand aus dem Original heranrollen und in einem weiteren Kurzbreak wieder implodieren lässt. In diesem Zusammenhang kommt auch endlich die darin versteckte Düsternis vollständig zum Tragen, bevor der Remix sich im Anschluss zur Abwechslung wieder einmal bis auf die Unterwäsche entblättert und mit genüßlich deep klimpernden Alternativtönen erst allmählich wieder Fahrt aufnimmt. Schließlich wollen sämtliche Trackelemente in Eintracht noch für ein furioses Finale voller Gefühlswechselbäder sorgen, welches in einem dicht gestaffelten Break gipfelt. Summa summarum kommt dieser Remix für meinen Geschmack einer Demonstration gegenüber dem stetig weiter abstürzenden Tijs Verwest dar und sollte daher mit nicht weniger als verdienten 5,75/6 belohnt werden. :yes:

    Und als ob ich Henry Saiz nicht gerade schon genug über den grünen Klee gelobt hätte, steckt auch hinter dem Tyrane Remix niemand Geringeres als der Spanier und sein Bandprojekt. Anfangs hinterlässt allerdings auch diese Überarbeitung den Eindruck, dass sich der Gute wieder allein an die Arbeit gemacht, wenn die verwirrten Tonkaskaden sich in einem etwas entspannter wirkenden Umfeld aus dezentem Drumming und verwirbelten Basslinefäden sphärisch in Szene setzen können. Dabei schimmert zunehmend auch die ehemals elektroide Melodielinie hindurch und befördert das Intensitätspegel der sphärischen Entwicklung sogleich in ungeahnte Höhen, ehe eine Effektwelle den Übergang in das anstehende Break mimt. Mit Synthiezusätzen bereichert kann sich dort vor allen Dingen die erwähnte Tonfolge erfolgreich aus ihrem Schattendasein befreien, bevor sich zu den herrlich düsteren Klangschwaden schließlich ein wahrhaftiges Schlagzeug gesellt und damit erstmals der "Bandcharakter" dieses Remixes zum Vorschein kommt. Die flächigen Synthiemelodiebögen lassen sich davon jedenfalls nicht beeindrucken, vielmehr macht sich in Kooperation mit weiteren verspielten Synthietönen eine erhebende Düsternis breit, auf dessen sphärische Dichte so manch ein Produzent neidisch werden dürfte. Zum Höhepunkt hin darf sich dann sogar noch das elektroide Vorbild aus dem Original dazugesellen, sodass der Remix sich nun in einem regelrechten Soundbrei aufplustern kann und im letzten Drittel wieder die synthetischen Beats während des Rückbaus dominieren. Insgesamt ein kaum weniger überzeugender Remix, der Genregrenzen für ein Relikt des Kalten Krieges hält und dennoch für 5,5/6 stets zu haben ist... ;)

    N'Abend zusammen!

    Auf die beiden Finnen Matti Heininen und Erkka Lempiäinen ist Verlass, denn auch mit ihrer musikalischen Hommage an das Dach des afrikanischen Kontinents bleiben sie dem 80er-Reminiszenzen-geschwängerten Progressive House ihres Projekts Michael Cassette treu, ohne sich dabei ständig in Wiederholungen verlieren zu müssen. Zusammen mit ihrem elektroiden Pseudonym Komytea gehören sie damit mittlerweile zum Stammpersonal von AnjunaDeep, welches seinen großen Bruder für meinen Gewschmack bereits seit geraumter Zeit an musikalischer Kreativität überrundet hat. Käuflich zu erwerben gibt es Kilimanjaro jedenfalls schon seit Mitte Oktober, wobei mit dem dazugehörigen Überarbeitungsversuch von Solarity ein für das Label seltener Griff ins Klo gelungen ist... ;)

    Der Original Mix ist auf jeden Fall weit von einem solchen weit entfernt, gibt der Track doch fast von Beginn an ein entspannt sphärisches Bild ab, wenn sich auf einem trockenen Beat einige verkratzte Melodietöne in Szene setzen können und sich zunehmend von weiteren arpeggierten Klängen, welche sich in subtiler Manier aus dem Hintergrund herausschleichen, unterstützen lassen. Das Ganze entfaltet dabei eine angenehme Monotonie, welche sich langsam aber stetig in ihrer Klangdichte steigern kann und den gemeinen Hörer nach einer überraschenden Wendung schließlich vollständig von sich zu überzeugen weiß, wenn aus einem Kurzbreak mit den bekannten Elementen eine herrlich gediegene Melodielinie hervortritt, welche besonders durch ihre sanfte Herbstmelancholie zu überzeugen weiß. Auch im Untergrund tummelt sich nun auf einen Schlag eine zurückgelehnt groovende Bassline à ala Michael Cassette, sodass sich zusammen mit den nunmehr recht hypnotisch agierenden Tonstücken vom Beginn ein stimmungsvolles Progressive-House-Kleinod entwickelt, welches zudem mit seinen hinter jeder Ecke lauernden Formationswechseln aufwartet, mit denen auch das Wörtchen Abwechslung nicht zu kurz kommt. Im Mittelteil des Ganzen ist die melancholische Tonfolge dann wieder für einige Momente auf dem Rückzug, um versprenkeltem Flächenwabern sowie einigen quietschenden Synthietönen Raum zu geben. Auch wenn letztere im hiesigen Track für meinen Geschmack etwas deplatziert wirken, halten sich die negativen Auswirkungen in sphärischer Hinsicht in Grenzen, da im anstehenden zweiten Kurzbreak bereits wieder die wunderbar geschmeidige Melodielinie auf den Plan tritt und trotz eines leicht spröden Charakterzuges sofort die Herzen für sich gewinnt. Da sie in Kooperation mit dem groovenden Untergrund im anschließenden letzten Drittel allerdings - im Gegensatz zu den leicht quietschenden Synthietönen - nicht mehr zitiert wird, macht sich dann doch noch etwas Dümpeln breit. Summa summarum sicherlich nicht die beste Arbeit der beiden Finnen, für mehr als solide 5/6 sollte es aber dennoch auf jeden Fall reichen. :yes:

    Als zweischneidiges Schwert präsentiert sich im Anschluss der Solarity Remix, welcher sich für AnjunaDeep-Verhältnisse ungewohnt uninspiriert zeigt und trotz einiger gelungener Ansätze im Endeffekt recht deutlich auf der Strecke bleibt. Mit interessant verschachtelten Überarbeitungen der hypnotischen Tonebene aus dem Original lockt der Track dabei in seinem Intro die Hörerschaft auf die falsche Fährte, entfalten sich im weiteren Verlauf doch recht schnell einige dumpf tönende Drummingelemente, welche für meinen Geschmack auch vom letzten Tiësto-Album stecken könnten. Über ihre ungelenken Bewegungen können auch einige arpeggierte Alternativtöne nicht hinwegtäuschen - da sich selbige im anschließenden Break dann auch noch in einer unsäglich nerv- und sphärentötenden Effektorgie anschwillen lassen, bringt es das Ganze im Gegenzug sogar fertig, kurzzeitige seine komplette Kredibilität zu verspielen. Zudem wird auch im Folgenden verpasst, aufwertende und/oder kreative Elemente einzubauen, wenn sich ein stampfendes Möchtegern-Electro-Gewand aus dem Hintergrund schält, aus dem noch am ehesten die gelungenen Flächenwellen sowie die hibbeligen Alternativtöne zu überzeugen wissen. Unglücklicherweise hat auch das nächste Break nichts dazugelernt und verspielt nach einer recht angenehm sphärischen Einleitung mit dezenter Basslinewand und verspielten Alternativmelodiebögen auch hier sämtliche Sympathien durch die völlig neben sich stehenden Schwurbeleffekte. Und als ob das nicht schon genug wäre, tauchen diese auch im letzten Drittel sporadisch noch einige Male im Hintergrund der zahnlosen Melodiesprengsel auf, ehe der Remix sich endlich dazu aufrafft, mit 2,5/6 aus den Lautsprechern zu schleichen... :hmm:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Mit Opus Tertio steht in diesem Herbst die nun mittlerweile dritte Ausgabe der etwas anderen Mix-CD-Reihe des Franzosen Samuel Paquet alias Mr Sam in den Startlöchern. Der Gute scheint auch in diesmal weder Kosten noch Mühen gescheut zu haben, um seiner Hörerschaft ein spannendes Potpourri aus dem Grenzgebiet zwischen den progressiven Gefilden von House und Trance zu kredenzen. Der Großteil der Track wurde dabei wieder einmal exklusiv für die beiden hiesigen Silberlinge zusammengebastelt, wobei auch der stets Sonnenbebrillte selbst mal wieder mehrere neue Stücke (u.a. in Zusammenarbeit mit Andy Duguid und T4L) beisteuerte. Neben solch klangvollen Namen wie V-Sag, Moonbeam, Lost Stories, First State oder Ben Preston hat Mr Sam zudem wieder seine Fühler in Richtung mir bisher noch unbekannter Gesichter ausgestreckt, sodass sich hier erneut eine gesunde Mischung aus Erfahrung und frischem Wind abzeichnet. Auf der hauseigenen Homepage gibt's für alle Interessierten jedenfalls schon einmal einen gewohnt pathosgeschwängerten Trailer zur Mix-CD, welche es zwar Black Hole Recordings nach seit Ende Oktober käuflich zu erwerben gibt, laut diversen Internethändlern (amazon, JPC, Grooves-Inc.) allerdings erst ab dem 20. November lieferbar ist. So oder so dürfen die beiden Scheiben aber bereits zum jetzigen Zeitpunkt einen Platz im heimischen CD-Regal buchen... ;)


    -- CD 1 --
    01. V-Sag feat. Alexandra McKay - Feather [DJ Tarkan's Tertio Intro Mix]
    02. Ganga - Sweet Morning [Morten Yde Remix]
    03. Spiritus & Asper - Shanghai Story
    04. Julius Beat - A Break In The Clouds
    05. Slava Flash - A State Of Global [NU Version]
    06. Slava Flash - Love Is People
    07. Moonbeam feat. Avis Vox - Way Of Homily
    08. Manuel T - Tungusta
    09. Zoltan Kontes feat. Tania Zygar - Take Hold Of Me
    10. Vosk feat. Esmaye - Connected [Arty Remix]
    11. Arctic Degrees & Chantola feat. Janely - Farewell
    12. Andy Duguid - Signals [Andy's Tertio Rework]

    -- CD 2 --
    01. Prayag & Rishab - Ashna [Opus Tertio Intro Mix]
    02. Ben Preston - The Last Train
    03. OneWorld - Green Bay
    04. Yuan - Chun
    05. Mr Sam & T4L feat. Tiff Lacey - Carved [V-Sag Remix]
    06. Madstring & Molly - Feel Like
    07. Mr Sam & Andy Duguid - Tra Zomas
    08. Lost Stories - Gone But Not Forgotten
    09. First State feat. Sarah Howells - Brave
    10. Vosk - Nothing Changes [Lietzenmayer Remix]
    11. Mr Sam - Mixi
    12. Mr Sam & T4L - Rydem Koba

    :huebbel:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Stünde nicht auch Markus Schulz alias Dakota in dieser Woche mit einer weiteren gelungenen Auskopplung aus seinem ansprechenden Album zur Wahl, dann ... (hier bitte beliebiges Untergangsszenario einsetzen) ;)

    N'Abend zusammen!

    Nach dem famosen 9 Hours Later aus dem letzten Jahr, weiß der britische Produzent Alan Fitzpatrick auch dem aktuellen kurz vor Toreschluss noch seinen Stempel aufzudrücken, wobei er sich diesmal anscheinend dazu durchgerungen hat, seine melodischen Fantasien ohne Wenn und Aber auszuleben. In gekonnter Manier vereint Reflections so nur die besten Ingredienzen aus progressiven und trancigen Gefilden und scheint mit seinem gewissen Etwas auch John Digweed überzeugt zu haben, der sich die Dienste des Track zusammen mit einer Chillout-Version des Originals (getarnt als Reprise) sowie einer Überarbeitung von Petar Dundov gleich für sein Label Bedrock Records sicherte. Dass dies für meinen Geschmack ein überaus kluger Schachzug war, sollte jeder Tellerrand-Interessierte in den unten folgenden Hörproben hoffentlich nachvollziehen können... :shy:

    Der Original Mix versprüht jedenfalls eine solch unerwartete Melodieseligkeit, dass es eine wahre Freude ist, ihn bei seiner klischeefreien Begegnung mit dem Trance-Genre zu beobachten. Schon zu Beginn schimmern dabei im Hintergrund eines zurückgelehnt-schlackernden Drummings die ersten Melodieandeutungen durch, welche sich schon bald in ihrer noch monoton stakkatierten Instrumentierung an die Spitze des Tracks setzen. In dieser Formation bleibt das Ganze jedoch nicht allzu lang auf sich allein gestellt, redet doch nach wenigen weiteren Momenten auch eine wunderbar progressiv groovende Bassline ein Wörtchen mit und verpasst den stelzenden Melodietönen einen angenehm tänzelnden Untergrund, auf dem diese nun auch ihre Brüdern und Schwester auspacken und eine herrlich wärmende Melodiefolge kreieren. Angereichert mit klickernden Effekten weiß auch der Untergrund sich immer wieder gelungen in Szene zu setzen, bevor zum Zwecke der sphärischen Intensivierung eine harmonische Synthie-Alternativmelodie herangerauscht kommt, sodass das Stück nun herrlich melodieverliebt in Richtung eines Kurzbreaks rollt, in dem vor allen Dingen die Synthies in arpeggierter Art und Weise hervorstechen, ehe in Kooperation mit entspannten Flächen der Track noch eine Schippe auf die traumwandlerische Atmosphäre legt. Und obwohl die Melodiefolgen recht einfach gestrickt sind, erschafft das Ganze durch seine abwechslungsreichen Melodiezusammensetzungen in keinem Moment auch nur ansatzweise so etwas wie Beliebigkeit. Vielmehr trumpft ein zweites Kurzbreak mit weiteren Alternativklimpern auf, sodass das Ganze sich im Anschluss noch einmal bedacht zu einem weiteren Höhepunkt entfalten kann, in dem sämtliche Melodiefetzen ein Stelldichein geben. Summa summarum ein Track mit Seele, der von meiner Seite mit nicht weniger als 5,5/6 bedacht wird. :yes:

    Der Petar Dundov Remix versteift sich mit seiner epischen Länge von mehr als 12 Minuten dann auf ein bodenständig progressives Umfeld, wobei er die euphorischen Melodiespitzen aus dem Original lieber erst gar nicht zu Wort kommen lässt. Im Gegenzug spricht eine druckvoll stakkatierte Bassline für sich, wenn sie den monotonen Alternativtönen, welche sich zu Beginn in entscheidender Position festsetzen, einen betont kühlen Untergrund verleiht. Mit zunehmender Dauer scheinen die Melodietöne dann allerdings einen Rettungsversuch aus ihrer Monotonie zu unternehmen und versuchen sich - immer mal wieder durch gelungene Flächeneinschübe unterstützt - in überaus subtiler Manier in einigen Melodiebögen, ehe das Ganze galant in ein Break übergeht, in dem schließlich nur noch eine nackte Tonfolge übrigbleibt. Da das Arsenal an Alternativmelodietönen allerdings noch lang nicht ausgereizt ist, schicken sich einige Verteter aus diesem im weiteren Verlauf bereits wieder an, die progressive Verspieltheit der Klangebene in dezenter Manier in den Vordergrund zu stellen. Zu guter Letzt darf natürlich auch die drückende Bassline nicht finden, sodass sich im weiteren Verlauf die interessanten Alternativbögen auch auf dem reduzierten Beatgerüst enfalten dürfen. Über allem hängt dabei eine gewisse sphärische Schwere, wodurch sich der Remix neben seiner weit ausgelegten Eigeninterpretation der Melodieelemente ebenfalls klar von seinem Vorgänger distanziert. In herrlich progressiver Art und Weise baut das Ganze im letzten Drittel dann seine Melodieebene zu einem vielschichtigen Konstrukt auf, welches den gemeinen Hörer mit jedem Hördurchgang etwas Neues entdecken lässt. Insgesamt ein Track, der die sprichwörtlich bedrohliche Ruhe vor dem Sturm ausstrahlt, teilweise allerdings etwas zu verkopft wirkt, dennoch aber allemal ein interessantes Hörerlebnis darstellt, welches ich mit 5/6 belohnen möchte. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Ich kann mich hier den lobenden Worten meiner Vorgänger vorbehaltlos anschließen, denn mit dieser Überarbeitung von Beach Kisses des spanischen Produzenten Marc Dosem beweist Joris Voorn einmal mehr seine eindrucksvollen Remixkapazitäten. Das Ganze kommt für meinen Geschmack zwar nicht ganz an die epische Veredelung von Robert Babicz' Dark Flower aus dem letzten Jahr heran, muss sich mit seinen gekonnt in techhousige Szenen versetzten Synthiemelodien denoch keinesfalls groß verstecken. Denn bereits zu Beginn weiß der Remix mit einer dezent groovenden Bassline zu überzeugen, welche in Schlagweite eines überaus trockenen Beatgerüsts ihre Runden zieht und dabei zunächst nur einigen druckvollen Alternativtönen den Eintritt in die hiesigen, leicht düster gefärbten Sphären gewährt. Mit der Zeit wird es den Flächen und Synthieklängen aus dem Original im Hintergrund aber etwas zu eintönig, sodass auch ihr Einzug in den Track bald nicht mehr aufzuhalten ist - dass diese Entwicklung dabei in gelungen progressiver Art und Weise von statten geht, versteht sich natürlich fast von selbst. Dadurch kann sich nun zudem mehr und mehr eine leicht hypnotische Ader durchsetzen, welche vor allen Dingen von den Synthiefetzen sowie dem groovenden Untergrund getragen wird, ehe im anstehenden Break dann endlich die Originalmelodie in voller Montur auftreten darf und die sphärischen Schichten in Richtung etwas wärmerer Gefilde verlagert. Gepaart mit dezenten Alternativtönen und -flächen schwebt die entspannte Melodielinie dabei durch den imaginären Raum, wobei sie sich auch von der zunehmend wieder aus dem Hintergrund herausschleichenden Bassline nicht aus der Ruhe bringen lässt. Dass das Ganze auch zusammen mit dem techhousigen Drumming in Komplettbesetzung seine sphärischen Kreise zu ziehen vermag, zeigt sich in der folgenden Phase, welche sich das Prädikat "Höhepunkt" wahrlich verdient hat, da im Anschluss bereits wieder wesentlich zurückgelehnter agiert wird. Seinen entspannten Groove verliert der Track jedoch auch auf seinen letzten Metern nicht und kann sich schlussendlich mit gesunden 5,5/6 verdientermaßen geehrt fühlen... ;)

    Meine favorisierten Zehn im vergangenen Monat:

    =01= Henry Saiz - Madre Noche EP --- Renaissance
    =02= Gregor Tresher - The Life Wire [Petar Dundov Variation] --- Break New Soil
    =03= Josh Gabriel - Entanglement --- Different Pieces
    =04= 7th Key - West Waves EP --- Natura Sonoris
    =05= Dosem - Beach Kisses [Joris Voorn Green Mix] --- Green
    =06= Dominik Eulberg - Datenübertragungsküsschen --- Traum Schallplatten
    =07= Electric Rescue - Vetetroi --- *backhome
    =08= Andrew Bennett - Evolution --- Soundpiercing
    =09= Dosem - Silent Drop --- Sino
    =10= Mat Zo - Nuclear Fusion --- Anjunabeats

    :huebbel:

    Meine Stimme bei dieser wieder einmal etwas dürftig geratenen Auswahl hat sich in dieser Woche aufgrund der größten Vielseitigkeit im Teilnehmerfeld der Rumäne Mr Pit erkämpft... :shy:

    N’Abend zusammen!

    Nach dem grandiosen Lamur-Remix für Guy J, mit dem Henry Saiz für meinen Geschmack einen der Tracks des Jahres geschaffen hat (mag da in den letzten zwei Monaten des 2009er-Jahrgangs noch kommen, was wolle), gibt es nun für alle Sympathisanten des genregrenzenausgrenzenden Klangspektrums des spanischen Produzenten wieder drei berechtigte Gründe zur Freude. Schließlich ist seit Anfang Oktober mit der Madre Noche EP ein ganz frischer 3-Tracker käuflich zu erwerben, mit welchem der aufstrebende Iberer erneut sein großes Talent unter Beweis stellt, sphärisch überaus dichte Strukturen in einer eleganten Mischung aus Progressive und Techhouse zu kreieren. Wer sich ebenso wie meine Wenigkeit von diesen vielfältigen Klanglandschaften überzeugen lassen möchte, sollte daher unbedingt bei nächster Gelegenheit bei dem vom zuständigen Traditionslabel Renaissance erstellten eFlyer vorbeischauen oder einfach den unten folgenden Links vertrauen. :yes:

    Madre Noche als Titeltrack der EP wird seiner Rolle für meinen Geschmack jedenfalls zu jedem Zeitpunkt vollkommen gerecht und stellt sich dem gemeinen Hörer als intensives Klangerlebnis vor. Bereits im subtil arrangierten Intro wimmelt es nur so vor zwielichtig anmutenden Melodieandeutungen, welche sich zunehmend zu einer flächigen Geschichte entwickeln und zusammen mit vom Himmel fallenden Tonhöhen schließlich effektreich das Drumming aus dem Hintergrund heraufbeschwören. Dieses fällt zwar recht techhousig-trocken aus, entfaltet mit seinen progressiven Bassline-Stakkatos allerdings einen unwiderstehlich nach vorn ausgerichteten Groove, auf dem nach einigen Momenten nicht nur einige schwurbelige Alternativtöne, sondern alsbald auch die ersten Bögen einer unwiderstehlich aufbegehrenden Melodielinie ihre Kreise ziehen. In Kooperation mit der stetig im Hintergrund brodelnden Flächenwand weist diese zudem eine spannende Wandlungsfähigkeit in Instrumentierung und Intensität auf, sodass die Hörerschaft hier hinter jeder Biegung eine neue Konstellation erwartet - dass dabei nebenbei auch die sphärische Entwicklung nicht zu kurz kommt, versteht sich natürlich von selbst. Unterbrochen wird der Trackfluss nur durch zwei kleine Breaks, in welchen allerdings bloß kurzzeitig durchgeatmet werden kann, ehe die herrliche Melodielinie in ihren zahlreichen Formen und Farben wieder auf den Plan tritt und die atmosphärische Dichte des Ganzen in ungekannte Höhen treibt und schließlich in einer Effektorgie explodiert. Zusammen mit dem Drumming schließt sich dann jeweils eine druckvoll-technoide Phase an, in der die Melodiefetzen nur äußerst sparsam und zudem fragmentiert auftreten und damit dafür sorgen, dass das Wörtchen „Abwechslung“ hierbei stets groß geschrieben wird. Alles in allem ein fast zehnminütiges Klanginferno, welches ich in meiner euphorischen Stimmung mit nicht weniger als 6/6 entlassen möchte. :D

    Für welche Rhinemaidens der zweite Track der EP als Hommage fungiert, konnte ich zwar nicht in Erfahrung bringen, jedoch müssen sich diese auf ein im Vergleich mit seinem Vorgänger etwas gedämpfteres Trackumfeld einstellen. Zu Beginn bedient sich das Ganze zudem einer überaus minimalen Ästhetik, welche sich in verzerrten Tonhöhen auf einem trocken schiebenden Beat widerspiegelt. Mit progressiven Basslinefetzen, welche sich langsam und dezent aus dem Hintergrund heranschleichen, ergreift den Track aber auch eine groovende Komponente, welche sich in Kooperation mit den nun zunehmend leicht sirenenartig ausgebauten Tonhöhen einstellt. Dazu schwofen gemütlich einige Effektwolken durch den Raum, während in einem sehr kurzen Break dann wieder die bekannten, verzerrten Tonelemente und ein knarziges Bassline-Pendant für Furore sorgen. Aus dem Untergrund bahnen sich im Folgenden weitere Melodieandeutungen ihren Weg nach vorne und sorgen schließlich mit einer groovenden Alternativmelodie im Gepäck in intensiv-quietschender Akustik für die interessanten Ecken und Kanten in diesem Stück. Während dann in einem zweiten Break diesen Alternativtönen eine kleine Solofahrt gegönnt wird, sind es im Anschluss doch wieder die nach Aufmerksamkeit heischenden Melodiesprengsel, welche sich an vorderster Front dieses dicht arrangierten Progressive-Tracks etablieren können. In sphärischer Hinsicht sicherlich nicht ganz so intensiv wie sein Vorgänger, mit 5,5/6 jedoch ebenfalls nicht von schlechten Eltern! ;)

    Hadal als Dritter im Bunde hat es dann ebenfalls faustdick hinter den Ohren, auch wenn er ohne die Unterstützung exaltierter Melodiespitzen auszukommen weiß. Stattdessen widmet er sich zunächst einer dezent plätschernden Klangwand, welche sich langsam aber sicher vom unscheinbaren Begleiter eines typisch Saiz’schen Drummings aus wüstenähnlichen Gefilden zum treibenden Element des Stücks mausert. Besonders das Laut-Leise-Schema wird dabei immer wieder vortrefflich bedient, während im Untergrund eine düster wabernde Basslinewand für die nötige Portion Groove sorgt und den gelungenen Unterbau für die sich aus dem hiesigen Tonplätschern entfaltende Melodielinie sowie ihr immer wieder aus dem Hintergrund hineingeworfenes, mystisch entrücktes Pendant bildet. Weitere Begleittöne ergänzen die sphärisch leicht neblige Aussicht des Ganzen und sorgen dafür, dass die Melodieebene sich stets in neuen Formationen zusammensetzt und dem gemeinen Hörer dabei ein zunehmend intensiveres Klangerlebnis offeriert. Die vielen kleinen Breaks, in denen sich immer wieder ein anderer Teil der Melodieebene in Szene setzen kann, unterstützen zudem den progressiven Fluss des Ganzen, welcher schließlich im letzten Drittel in das spannendste Kurzbreak des Stücks mündet, in dem die Bassline für einige Augenblicke als knarzige Unterstützung der vielschichtigen Melodieideen fungiert. Alles in allem ein herrlich verspulter Track, der sich meiner 5,5/6 sicher sein darf. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Einmal mehr beweist der talentierte junge Londoner Mat Zo, warum er bereits seit geraumer Zeit das Trance-Genre nach Belieben beherrscht, während die alten Hasen sich zunehmend an Belanglosigkeit überbieten. Mit Nuclear Fusion perfektioniert er dabei seine Klangwelten, welche an der hart umkämpften Schnittstelle zwischen Uplifting und Progressive beheimatet sind, und weiß damit sogar meine Wenigkeit aus der Reserve zu locken... ;)

    Der Original Mix sichert sich zu Beginn erst einmal die treuen Dienste eines progressiv drückenden Untergrunds, welcher mit sphärischen Effekten und ersten Melodieandeutungen angereichert wird und schließlich in der explosiven Entfaltung einer elektroid beeinflussten Bassline mündet. Mit dieser hält nicht nur eine gesunde Portion Druck im hiesigen Track Einzug, auch die Melodiefetzen lassen sich nicht von der kolossalen Gestalt der Bassline beeindrucken und haben während ihres erfolgreichen Anpirschens auch gleich schon einige zusätzliche Melodieelemente zur sphärischen Erwärmung im Gepäck. Selbige wird zudem weiter befeuert, wenn hinter der nächsten Trackbiegung auch die Bassline ihr Harmoniebewusstsein entdeckt und in Kooperation mit den herrlich schwebenden Melodietönen fast schon in Eintracht in Richtung des anstehenden Breaks stolziert. Der folgende Übergang ist dabei in typisch fließender Mat-Zo-Manier geraten und endet in dezenten Breakbeats, welche die entspannte Rahmenhandlung der sich alsbald formierenden Melodielinie in wunderbar schwelgerischem Piano-Arrangement bilden. Harmonische Flächenklänge unterstützen den sanftmütig-erhebenden Charakterzug der Melodieebene, bevor sich im weitereren Verlauf mit dem unnötig aufwirbelnden Übergang in den Mainpart der einzige Kritikpunkt an diesem Stück ankündigt, den auch der Reisende aus dem schwarzen Loch bereits anmerkte. Ist diese kurze Phase allerdings überwinden, baut sich das Ganze nach anfänglicher Konzentration auf das Drumming behutsam in Richting kollektiver Melodieseligkeit auf, um mit seiner vielschichtigen Melodieebene schließlich für einen umwerfenden Glücksrausch zu sorgen. Summa summarum abwechslungsreicher sowie melodie- und sphärenbeflissener Powerprog vom Feinsten, der mich zu nicht weniger als euphorischen 5,75/6 hinreißen lässt. :D

    Mit solch einer Vorlage tut sich natürlich jeder Remix schwer, sollte man gemeinhin vermuten - ganz dem Gegenteil behaftet weiß allerdings auch der Rex Mundi Remix auf ganzer Linie zu überzeugen, indem er die Melodiebögen aus dem Original nicht in voller Opulenz übernimmt, sondern die wunderbaren Piano-Essenzen mit einer für ihn so typischen, düster-progressiven Basslinewand konterkariert. Wirkt das Ganze zu Beginn mit seinem kräftig gebauten Beat noch recht behäbig, so sorgen im Hintergrund doch mehr und mehr einige Melodiefragmente dafür, dass trotz des annahenden Basslinebrummens die Leichtigkeit ausstrahlenden Momente aus dem Original nicht ganz verloren gehen. Daran ändert auch die leicht zerhackstückelte Optik der Melodietöne nichts, sodass das Ganze sich mit seinen angestaubten HiHats nun gen Kurzbreak bewegt, in dem sich nach anfänglicher Effektwolke die herrliche Pianomelodiefolge aus dem Untergrund schält und einen gelungenen, sphärischen Gegenpart zum düster blinzelnden Drumming entwirft. Allzu lang währt diese Formation allerdings nicht, nehmen im Folgenden doch die bekannten Melodiefragmente vom Beginn erneut die Position der Pianotöne ein, ehe diese kurz vor dem nächsten Kurzbreak schließlich wieder aus ihrem Schneckenhäuschen gelockt werden und dort mit passender Unterstützung einiger überaus gelungener Alternativtöne ihre schwebende Klangreise zelebrieren dürfen. Dass dies auch zusammen mit dem druckvoll schiebenden Untergrund funktioniert, beweist der Remix dann im anschließenden letzten Drittel, welches auch den letzten Ausschlag für die Prämierung mit dem Original fast ebenbürtigen 5,5/6 gibt. :yes: