Beiträge von hammer

    Meine Auserwählten im frisch zu Grabe getragenen November Zweizehn:

    >01< Max Cooper - Enveloped --- Traum Schallplatten
    >02< Guy J - Easy As Can Be --- Bedrock Records
    >03< Manuel Sofia - An Endless Forest --- Sudbeat
    >04< Ripperton - The Sandbox [Mark August Remix] --- Green
    >05< Hypnopomp - Swallow's Dive --- Manual Music
    >06< Nick Warren - In Search Of Silver --- Bedrock Records
    >07< Maurice Aymard - Put Some For Jules [Gui Boratto Striped Mix] --- Galaktika Records
    >08< Wild Beasts - Two Dancers [Jon Hopkins Remix] --- Domino
    >09< Arjuna Schiks - Mahesvari --- Gem Records
    >10< Max Cooper - Ripple [Ryan Davis Reconstruct Remix] --- Traum Schallplatten

    :huebbel:

    Nicht nur der Vollständigkeit halber möchte ich im Zusammenhang mit der letzten Platte von Max Cooper unbedingt noch auf die jüngst ebenfalls auf Traum Schallplatten veröffentlichte Remix-EP hinweisen, welche zu Recht von der in meinem Eingangspost beschriebenen, schwachen "Chaotisch Serie"-Überarbeitung getrennt wurde und stattdessen u.a. eine ganz eigene Version dieses Stücks bereithält. Die illustre Schar an Remixern verspricht hier auf jeden Fall nicht zu viel - eine oftmals leider keinesfalls selbstverständliche Tatsache - und ist in der Lage, mit ihren qualitativ vielfältigen Neuinterpretationen für meinen Geschmack sogar der Original-EP in angemesser Form Paroli zu bieten.

    Den Anfang macht dabei der Ryan Davis Reconstruct Remix, welcher die dubstepschwangere Sternstunde Enveloped unter seine Fittiche genommen und dieser im Umfeld technoider Gefilde zwar die gebrochenen Beats ausgetrieben hat, nicht aber das großartig atmosphärische Potenzial unter den Tisch kehren ließ. Dies ist in jeder Sekunde der hiesigen Überarbeitung allgegenwärtig, sodass sich bereits im Break eine ganze Tirade alternativer Melodiefragmente zusammenfindet und im Dunstkreis einer filigran klickernden Begleitung den gemeinen Hörer trotz des subtilen Arrangements zu fesseln weiß. In Zusammenarbeit mit einem stakkatiert nach vorn rollenden Drumming werden zwar immer mal wieder die Melodiebögen aus dem Original erkennbar, das Ganze zeigt sich jedoch nicht mehr ganz so düster angelegt, sondern schwelgt lieber in unaufgeregt frühwinterlicher Melancholie, welche nur von einer kurzen Phase im Anschluss an das mittig eingeworfene Kurzbreak unterbrochen wird. Der hierbei angeschnittene Sololauf einer monotonen Basslinewand wird jedoch bereits nach wenigen Momenten von der sich progressiv anbahnenden Melodieebene schnell wieder in den Hintergrund gedrängt, sodass sich im weiteren Verlauf dieses Stücks die feinsinnig austarierten Klangstücke mehr und mehr zu einem überaus spannend und intensitätsreich anmutenden Finale hinreißen lassen. Alles in allem eine äußerst überzeugende Überarbeitung, mit welcher sich der Magdeburger Ryan Davis nicht für den Cooper'schen Remix für seine "The Wolve"-Platte revanchieren, sondern auch dem Original fast ebenbürtige 5,5/6 einstreichen kann. :yes:

    Für Ripple wurde dagegen ein Marc Marzenit de Tardor Remix angeheuert, welcher die sphärischen Vorzüge des nebulösen Originals in Richtung Progressive House mit dem gewissen technoiden Einschlag verschiebt und glücklicherweise ebenfalls nicht auf die nötige Portion Eigenständigkeit bei seiner Überarbeitung verzichtet. Im Intro tauchen zwar noch in unverkennbarer Manier Anleihen der düsteren Klangwände aus dem Original auf, diese vermischen sich jedoch zunehmend mit alternativen Flächenstücken, mit welchen in der weiteren Entwicklung eine immer bedrohlicher anmutende Atmosphäre kreiert wird, ehe sich ein herrlich groovend angelegtes Drumming zunächst einmal wieder für die Erdung des Tracks verantwortlich zeigt. Düstere Subbasseinwürfe behalten dennoch stets die sphärische Veranlagung vom Beginn im Auge, müssen sich aber zusehends mit alternativen Melodiespielereien auseinandersetzen, mit welchen der groovende Charakterzug des Remixes nun noch etwas deutlicher in den Vordergrund tritt. Das anstehende Break will von letzterer Entwicklung dann allerdings nicht mehr viel wissen und präsentiert sich ähnlich wie das Intro in mystisch anschwillender Atmosphäre, welche auch von einigen interessanten Pianotönen in alternativer Melodieführung nicht aus der Ruhe gebracht wird. Selbige verstehen sich vor allen Dingen darauf, mit ihrer beschwingten Art des Auftretens die Kontraste im hiesigen Remix zu verschärfen und so auch in Kooperation mit dem Drumming eine wunderbar zwischen Schwermut und Hoffnung changierende Stimmung zu erschaffen, welche mir nicht weniger als überdurchschnittliche 5,25/6 wert ist. :D

    Der Echaskech Strange Attractor Remix als Dritter im Bunde versteht sich dann nicht nur darin, aus dem einzigartig verstörenden Chaotisch Serie eine sphärisch begabte Dubstep-Version herauszumassieren, sondern diese auch mit einer herrlich schwebenden Alternativmelodielinie teilweise in regelrecht entspannte Gefilde zu enführen, von welchen das vertrackte Original nicht einmal entfernt zu träumen gedachte. Dennoch treiben im Hintergrund des Ganzen immer noch schwelende Fragmente der Cooper'schen Klangwände aus dem Original ihr Unwesen, um dafür zu sorgen, dass es mit der sphärischen Verträumtheit hier nicht Überhand nimmt. Den Höhepunkt in dieser Hinsicht stellt dabei ein im Mittelteil eingeworfenes Kurzbreak dar, in welchem diese in herrlich wabernder Manier anschwellen und im Anschluss zusammen mit röchelnden Stimmenfragmenten, kontrastreichen Tonkaskaden, allerhand Effektgewirr und schwankenden Alternativbasstönen eine Dubstep-Orgie feiern, durch welche die Rückkehr der zurückgelehnten Hauptmelodielinie gleich noch eindrücklicher gerät. Ein zweites Break bringt dann auch noch einmal ein wenig Vertracktheit aus dem Original ins Spiel, ehe zurückhaltende Flächen in Zusammenarbeit mit der wabernd anschwellenden Klangwand langsam aber sicher eine letzte Dubstep-Orgie heraufbeschwören, sodass das Ganze anschließend mit dem letztmaligen kontrastreichen Einsatz der verträumten Tonfolge endgültig seine verdienten 5,5/6 unter Dach und Fach bringen kann. ;)

    Abgerundet wird das überzeugende Trackpaket dennoch erst durch ein tiefenentspanntes Ambient Rework von Sea Of Sound, für dessen Standortbestimmung ich allerdings reuelos auf meine Rezension des Originals verweisen kann...

    Bin nun auch endlich mal dazu gekommen, den nächsten Vorboten zum kommenden Album des finnischen Retrofetischistenduos Michael Cassette zu begutachten, wobei Ghost In The Machine - mal ganz abgesehen von den für meinen Geschmack etwas übetriebenen Plagiatsvorwüfen - sicherlich nicht als stärkster Track von Erkka Lempiäinen und Matti Heininen in die Annalen eingehen wird.

    Dafür fehlt dem Original Mix einfach das Überraschungsmoment sowie das gewisse Maß an spannungsreichen Melodiestrukturen, schließlich wird hier erneut auf die mittlerweile äußerst etablierten Klangelemente zurückgegriffen, mit welchen bereits ein Großteil der bisherigen Michael-Cassette-Stücke ausgestattet war. Erfüllten die Stücke des Projekts trotz der augenscheinlichen 80er-Jahre-Reminiszenzen zu Beginn noch ihre erfrischende Wirkung in der progressiven elektronischen Musikszene, so arbeiten die beiden Finnen nun mehr und mehr daran, die für sie charakteristische Soundwahl bis zum Sanktnimmerleinstag auszureizen. Dies ist ihr gutes Recht, meine Wenigkeit wird jedoch während dieser (Nicht-)Entwicklung sicherlich irgendwann auf der Strecke bleiben - beim hiesigen Stück kann mich die Kombination aus angenehm dreckig-scheppernder Stakkatobassline, welche ihre Zuneigung für elektroide Gefilde nicht wirklich zu verbergen weiß, und himmelhochjauchzenden Synthiemelodiestücken im typischen Retrogewand aber immer noch halbwegs hinterm Ofen hervorlocken. Die große Bühne gehört dabei zunächst ganz klar den bestimmenden Basslineklängen, welche sich zudem von subtilen Subbässen passend unterstützen lassen, ehe die ersten flächigen Melodieanleihen das Regiment übernehmen und zunehmend zuckrige Neonfarben die sphärische Komponente des Ganzen dominieren. Immerhin kann man der Melodieebene ihre Vielschichtigkeit schlecht abschreiben, sodass im anstehenden Break nicht nur alternatives Flächenanschwillen, sondern auch die honigsüße Hauptmelodielinie als Programmpunkte abgearbeitet werden, bevor im Anschluss in Kooperation mit dem Drumming noch einige trancige Arpeggios dazustoßen und die sphärische Ausrichtung des Tracks wieder einmal endgültig unverkennbar in eine überaus sommerliche Richtung gedrängt wird. Zur Vorbeugung gegen einen Zuckerschock darf im Mittelteil dann die Bassline einige Momente zur gelungenen Selbstinszenierung nutzen, insektenartige Klangtiraden aus dem Synthesizer kündigen alsbald aber bereits das nächste Break an, in welchem die entspannt agierende Melodieebene allmählich wieder zu alter "Stärke" zurückfindet. Flächiges Anschwillen bildet hierbei nur den Vorlauf zur Entfaltung der bekannten Hauptmelodielinie, welche zusammen mit dem ansprechend groovenden Untergrund im letzten Drittel sogar einige alternative Klangspielereien bereithält, mit denen meine Gesamtbewertung schlussendlich immerhin auf mehr als durchschnittliche 4,5/6 anwächst. :yes:

    Unter ihrem elektroider beeinflussten Pseudonym versuchen sich die beiden Finnen anschließend im Komytea Remix noch an einer deutlich offensiver nach vorn ausgerichteten Überarbeitung, in welcher die Originalmelodiestrukturen nur noch in den Breaks zu erkennen sind. Ansonsten gibt hier zumeist eine zerhackstückelte Stakkatobassline den Ton an und lässt sich in dieser Hinsicht auch von immer wieder kurz eingeworfenen Tonstücken sowie alsbald dazugeratenden Klangblitzen und Klackereffekten nicht aus der Ruhe bringen, sodass das Ganze recht starr die Flucht nach vorn zu suchen scheint. Erst ein gelungen unaufdringlicher Übergang in ein Break ist in der Lage, dieses funktionale Gefüge zum ersten Mal richtig durcheinanderzubringen, indem die bekannte Hauptmelodielinie aus dem Original mitsamt flächiger und arpeggierter Unterstützung auf den Plan gerufen wird und durch eine teilweise leicht veränderte Instrumentierung auf einmal sogar ein wenig orientalisch anmutet. Diese Phase sphärischer Intensität ist allerdings nur von kurzer Dauer, schleppt sich das markante Basslinegewitter doch schnell wieder unter die Melodiebögen und lässt diese zugunsten einer folgenden Drangperiode schnell wieder vor die Wand laufen, um sich dort mit weiteren elektroiden Effekten noch clubaffiner zu brüsten. Das nächste und zudem nur einen Katzensprung entfernte Break wartet dann zunächst mit einigen wabernden Effektwolken auf, unter welche sich allerdings zunehmend die trancigen Arpeggios aus dem Original mischen und schlussendlich einen erneuten Auftritt der sphärischen Hauptmelodielinie präsentieren. Der restliche Ablauf des Breaks dürfte dem geneigten Hörer des vorherigen bereits recht bekannt vorkommen und stellt somit auch alles andere als einen kreativen Startschuss für die letzten Meter des Remixes dar. Summa summarum sicherlich eine solide Sache, für mehr als 4/6 reicht es aufgrund der Messlatte der bisherigen Komytea-Arbeiten jedoch nicht wirklich... :hmm:

    Wie nicht anders von Guy J gewohnt erwartet die geneigte Hörerschaft auch bei dieser frischen Bedrock-Platte eine äußerst gelungene sowie abwechslungreiche Progressive-Mischung, welche - wäre mir der summer.sun nicht bereits zuvorgekommen - wohl meine Wenigkeit in dieser Woche als Neuvorstellung in die Tracksrubrik eingeordnet hätte... ;)

    Heliscope als Titeltrack übernimmt dabei den clubaffinen Part der EP, welcher von Beginn an mit subtilem Effektrauschen im Hintergrund kokettiert, jedoch alsbald auch einigen durch den Raum geisternden Tonschwaden alles andere als distanziert gegenübersteht. Den nötigen Druck verspürt das Ganze dabei durch eine herrlich schubbernde Bassline, auf welcher sich auch die Tonanleihen sichtlich wohlzufühlen scheinen, obgleich erstere mit ihrem monotonen Stakkato keinesfalls als umgänglicher Zeitgenosse zu charakterisieren ist, sondern zusammen mit einem im weiteren Verlauf hinzugewonnen Offbeat-Toneinwurf keine Kompromisse in Sachen bedingungsloser Tanzflächenoffensive einzugehen scheint. Ergänzt von dezenten Klackereffekten sowie immer mal wieder passend eingesetzten Pseudo-Kurzbreaks bahnt sich das Ganze nun seinen Weg weiter nach vorn, lässt sich im Hintergrund jedoch auch immer wieder einige sphärische Anleihen in Form von trippelnden Stakkatotönen sowie der ein oder anderen flächigen Einlage gefallen, durch welche das Ganze nun zudem mehr und mehr progressive Charakterzüge in seinem technoiden Umfeld durchscheinen lässt. Ein Break im Mittelteil sperrt den Druck des Untergrunds zwar kurzzeitig für einige Momente weg, sodass vor allen Dingen den schwebenden Tonschwaden kurzzeitig etwas mehr sphärische Aufmerksamkeit gegönnt werden kann, eine gelungen kontrastreiche Drummingphase, welche nur den Offbeat-Stakkatoton neben sich duldet, stellt allerdings im Anschluss schnell wieder die eigentliche Ausrichtung des Tracks klar. Überaus technoid brummelnd schiebt sich das Stück in dieser Formation vor, ehe ein waberndes sowie durch den Effektwolf gedrehtes Melodiefragment langsam, aber stetig aus dem Hintergrund heraus- und gegen die Übermacht der Monotonie anwächst, sodass diesem im Endeffekt sogar eine Solotour im nächsten Break ans Herz gelegt wird. In Zusammenarbeit mit Drumming und Klackereffekten treibt das Ganze dabei wieder unmissverständlich nach vorn, bevor ein schleichender Intensitätsabbau die letzten Meter des Tracks einläutet, an deren Ende mehr als solide 4,5/6 auf ihren neuen Besitzer warten. :yes:

    Für die Rezension von Easy As Can Be nehme ich dann gern die Steilvorlage meines Vorvorgängers auf und gebe mich zudem sogleich als Mitglied der Personengruppe zu erkennen, welche beim hiesigen Stück noch deutlicher zum Zuge kommt als bei der A-Seite. Dafür zeigt sich vor allen Dingen die wesentlich progressiver sowie sphärischer veranlagte Ausrichtung verantwortlich, welche nach kurzer Einwirkzeit nicht nur ein herrlich groovendes Basslinefragment auf den Plan wirft, sondern alsbald auch die ersten wunderbar zurückgelehnt gehaltenen Melodieanleihen in die Gehörgänge einschleust. Angenehm nachhallend arrangiert sind diese in der Lage, bereits nach wenigen Augenblicken die sphärische Ader des Tracks mit ihren entspannten Klängen zum Hauptschauplatz avancieren zu lassen, von dem sich im Laufe der Zeit zunehmend mehr alternative Melodiefragmente angezogen fühlen und schließlich zusammen mit dezenter Flächenarbeit im Hintergrund ein spätherbstlich-wärmendes Konglomerat aus deepem Anmut und progressiver Verspieltheit zu kreieren wissen. Einmal mehr wird hierbei deutlich, welch großartiges Händchen der israelische Produzent Guy Judah im Zusammenhang mit bewegenden Melodiebögen besitzt, deren sphärische Dichte den Hörer in Trance schwelgen lässt, wie hiesiges Stück wieder einmal unverkennbar unter Beweis stellt. Effektierte Klangwolken sowie verminderter Drummingeinsatz deuten im weiteren Verlauf schließlich ein kleines Break an, wobei der Melodieebene in selbigem glücklicherweise keine Verschnaufpause gegönnt wird, sondern dieser vielmehr die Change gegeben wird, sich noch akzentuierter zu präsentieren. Dass die feinsinnig arrangierten Melodiebögen dieses Angebot mehr als dankend entegegennehmen, versteht sich fast von selbst, sodass in Kooperation mit dem zurückgelehnt groovenden Untergrund sowie vermehrtem Flächeneinsatz die progressive Schwebetaktik im Anschluss erneut voll aufgeht. Mit dem überaus subtil geratenen Rückbau der Melodieebene läutet das Stück im weiteren Verlauf zwar bereits den unvermeidbaren Schlussakkord ein, überzeugende 5,5/6 sind zu diesem Zeitpunkt jedoch schon längst in trockenen Tüchern. :D

    Auch wenn Oliver Schories seinen letzten Track Wildfang getauft hat, vermag der gewählte Name doch denjenigen Hörer, der das Ganze beim Wort zu nehmen pflegt, deutlich in die Irre zu führen, da sich hinter dem Kosenamen für zappelnde Bälger ein äußerst deep gehaltenes Kleinod progressiver elektronischer Musik verbirgt. Ausgestattet mit einem angenehm klackernden Drumming steuert das Stück dabei von Beginn an eher entspannte Gefilde an, welche durch die alsbald initiierten ersten Basslinefetzen allerdings von einer ansprechenden Düsternis durchzogen sind und auch durch den Einsatz eines klimprigen Melodiefragments glücklicherweise nicht von dieser Linie abzubringen sind. Wird der Untergrund nun mehr und mehr mit neblig-verstörenden Effekten konfrontiert, verschiebt sich auch die Bassline in subtiler Manier von ihrem Nebenschauplatz auf die große Bühne, von wo aus sie der geneigten Hörerschaft mit ihrem wunderbar finster angestrichenen Charisma immer wieder in Herz und Seele zielt, sodass die angesprochenen Melodiefragmente zu keinem Zeitpunkt den Mut aufbringen, diese Szenerie allzu sehr zu beeinflussen. Diesen Part übernehmen im weiteren Verlauf dafür einige Gitarrenmelodietöne aus dem Discounter-Keyboard, welche der sphärischen Entwicklung des Ganzen für meinen Geschmack leider einen Bärendienst erweisen und durch ihren unausgegorenen Klang die sphärische Intensität wieder deutlich senken, sodass der Track sich aus diesem Dilemma nur mit einem anstehenden Break zu retten weiß. Angereichert mit deep nachhallenden Rhodes-Pianoklängen, eisig anmutendem Windrauschen und dem klimpernden Melodiefragment vom Beginn wird hierbei jedoch schnell klar, dass die vorangegangene Passage nur einen Ausrutscher darstellte, welcher nun umso dichter arrangiert wett gemacht wird. Eine Art Todesschrei lädt schließlich auch das Drumming ein, dieser Entwicklung beizuwohnen und mit seinem düsteren Untergrund die Intensität des Tracks noch ein wenig weiter zu spinnen. Insbesondere die subtile Verwandlung des Windrauschens in ein flächiges Pendant, welchem in seiner melancholischen Bauart in einem zweiten Break sogar noch das Privileg einer Soloeinlage gegönnt wird, hat es in diesem Zusammenhang sicherlich nicht nur mir angetan. Ein erneuter Todesschrei läutet im Anschluss die letzten Meter des Stücks ein, in der zunächst die Melodieebene in trauter Einheit ihren sphärischen Höhepunkt beschreitet, ehe im Folgenden während des Rückbaus die gescholtenen Gitarrentöne noch einmal für wenige Momente aus ihrem Sarg ausbrechen können, den deepen Pianotönen jedoch den Rang als abrundendes Element zum Glück nicht mehr streitig machen können. Summa summarum sind verdienten 5/6 somit Tür und Tor geöffnet... ;)

    Zitat

    Original von Martin F. Lizard
    Ich mag irgendwie viele von den klassischen Weihnachtslieder, gerade die aus Deutschland wiei "Stille Nacht" und "Es ist ein Ros entsprungen". Ich mag die deutsche Weihnachtskultur ( es erinnert vielleicht immer so schön an die eigene Kindheit)- sowieso sehr gerne, die aber immer mehr von nervigem Gedudel ala Jingle Bells und häßlichem kitschigen Weihnachtsmann - Konsumterror zerstört wird. Einfach nicht meine Welt so Weihnachten zu feiern. Ich glaube aber das es nie möglich wäre Lieder wie Stille Nacht jemals elekronisch so aufzubereiten, dass es besser als das Original klingt. Die Lieder sind einfach so wie sind, klassisch....Als netter Gag fällt mir mal Nathan Fakes Ambient-Remake ein. ;)

    Dem kann ich mich bedenkenlos anschließen, da meine Wenigkeit der immensen Kitschüberfrachtung amerikanischer Weihnachtslieder ebenfalls stets höchst suspekt entgegenblickt. Es sei denn, das dänische Indiesynthiegaragenduo von den Raveonettes verpackt diese mit einer Rolle packender Schwermut und unprätentiöser LoFi-Attitüde auf ihrer Wishing You A Rave Christmas EP aus dem Jahre 2008 (besonders empfehlenswert dabei das energetische "Christmas (Baby Please Come Home)" oder der betörende Shoegazer "Christmas in Cleveland" - zum empfohlenen Nachhören bitte einmal hier entlang). Doch auch die Stille-Nacht-Version von Nathan Fake, welche ich bisher noch nicht kannte, besitzt mit ihrem Kontrast aus Aphex-Twin-Drumming-Ansatz und der bekannten Melodielinie einen gewissen Charme... ;)

    Auch meine Wenigkeit besitzt wie Skuz die digitale Variante von Here Today Gone Tomorrow, wobei dies der einzige gemeinsame Nenner bezüglich des Debütalbums von Fritz Kalkbrenner bleiben wird, schließlich weist mein Eindruck nach mehrmaligen Hördurchgängen des Trackpakets alles andere als enttäuschte Tendenzen auf. Auch wenn vielerorts in der Wahl der Arrangements sowie im Aufbau der Stücke auf den ersten Blick zahlreiche Schnittstellen zwischen Bruder Pauls Soundtrack zu Berlin Calling und dem hiesigen Werk zu erkennen sein mögen, so ist Fritz' Herangehensweise für meinen Geschmack doch wesentlich organischer und deeper zu charakterisieren, sodass auch seine Vorliebe für soulige Klänge immer wieder durchscheinen kann. Eine große Hilfe stellt in dieser Hinsicht natürlich seine markante Stimme (spätestens seit "Sky & Sand" auch einem breiteren Publikum bekannt) dar, mit welcher er einige Tracks in bestechender Form zu veredeln weiß, doch auch der Einsatz vieler vielseitiger Gitarrenmelodieklänge sei hier keinesfalls für die atmosphärische Entwicklung der Stücke sowie die Distanz zu kühlen Technogefilden unter den Tisch zu kehren. So ist es absolut verständlich, dass in diesem Gemengelage solche Kleinode wie das herrlich beschwingte Right In The Dark, das wunderbar herbstlich-melancholische Facing The Sun, das verschmitzte Sideways & Avenues oder Kings Of Exile, der Track, der die Nähe zur Klangwelt seines Bruders am deutlichsten sucht, entstanden sind. Habe ich eigentlich schon das großartige Gitarrengezupfe im zurückgelehnten Wichita Lineman erwähnt? Alles in allem ein angenehm abwechslungsreiches Album, das Fritz Kalkbrenner zu Recht aus dem Schatten seines Bruder heraustreten sieht und mich mit der richtigen Mischung aus technoiden, deepen und organischen Elementen auf jeden Fall zu überzeugen weiß. :yes:

    N’Abend zusammen!

    Mit der Veröffentlichung von Eigenproduktionen hält sich Nick Warren ja traditionell eher zurück, umso mehr dürfte es alle Sympathisanten der Progressive-Lichtgestalt, welche mittlerweile auch schon an die 20 Jahre im Geschäft stehen dürfte, freuen, dass seit einigen Tagen endlich einmal wieder eine taufrische Platte des Briten zur Begutachtung bereit steht. Diese sporadische Produktionstaktik sollte ihm jedoch keinesfalls angekreidet werden, schließlich übt der Gute „nebenbei“ auch seine Rollen als überaus talentierter DJ, welcher immer wieder quer über den Globus seine Anhängerschaft mit großartigen Sets im Dunstkreis progressiver, techhousiger und bisweilen auch noch tranciger Gefilde begeistern kann, als Labelchef von Hope Recordings und nicht zu vergessen als Familienvater erfolgreich aus. Nicht vergessen werden dürfen in diesem Zusammenhang zudem die vielen spannenden Kooperationsarbeiten mit Jody Wisternoff als „Way Out West“ sowie die zahlreichen Folgen der renommierten GU-Mix-CD-Reihe, welche Nick Warren in den letzten Jahren beisteuern und dabei einmal mehr sein einmaliges Gespür im Zusammenbasteln von Mixen, welche den Hörer wahrhaftig auf eine Reise mitnehmen, unter Beweis stellen durfte. Mit In Search Of Silver, welches bereits auf John Digweeds letzter Mix-CD Structures in Auszügen vertreten war, kehrt der Gute nun zu seinen Wurzeln zurück und präsentiert einen Progressive-Track alter Schule, welcher mit Bedrock Records im Rücken kein passenderes Label hätte finden können. :yes:

    So darf beim Original Mix natürlich auch die halbwegs epische Laufzeit von etwa 10 Minuten nicht fehlen, auf welcher das Ganze allerdings jeglichen Flirtversuchen mit dem Vorwurf des Plätscherns einen Riegel vorschiebt und stattdessen konsequent auf eine Trackentwicklung setzt, welche ihre Vorliebe für progressive Strukturen par excellence nicht verbergen kann. Das beginnt bereits im sphärischen Intro, welches in einer Verquickung aus mystischen und düsteren Klangschichten den gemeinen Hörer mit seinen leicht wabernden Flächenstücken, überaus dezent eingesetzten Melodiefragmenten vielseitiger Couleur sowie immer wieder als Nadelstiche eingeworfenen Basstönen in seinen Bann zu ziehen weiß. Mit zunehmender Klangdichte tauchen sogar einige Klavier- und Violinenanleihen auf, ehe nach knapp 2 Minuten schließlich eine Kickdrum dafür sorgt, dass das Stück nicht noch tiefer in ambiente Gefilde eintaucht, sondern die Melodieebene nun mehr und mehr mit einem einen progressiven Groove vertraut macht, für welchen sich im weiteren Verlauf vor allen Dingen eine subtil mit dem Fingerzeig nach vorn ausgestattete Bassline verantwortlich zeigt. Insgesamt gesehen präsentiert sich das Drumming jedoch immer noch recht minimalistisch, kann sich aber alsbald durch seine geschmeidige Verwandlung in einen Breakbeat-Rhythmus etwas mehr in den Vordergrund verschieben, während die Melodieanleihen sich gleichzeitig wieder etwas zurückziehen und ihren Platz gutmütig Oldschool-Synthieklängen überlassen, welche in Zusammenarbeit mit einem nun immer öfter eingeschobenen Vocalsample das Ganze in sphärisch deeper anmutendes Territorium entführen. Da diese Formation allerdings über keine gute Kondition zu verfügen scheint, werden die Synthietöne im Folgenden bereits wieder von wesentlich heller arrangierten Klangstücken ersetzt, welche in einem anstehenden Break zunächst die Bass-Nadelstiche aus dem Intro heraufbeschwören, bevor in deren Gefolgschaft auch die restlichen bekannten Melodiefragmente auftauchen und den Track wieder in Richtung Ambient verschieben. Die groovende Bassline stellt sich dieser Entwicklung jedoch nach kurzer Zeit mutig entgegen und forciert damit das Wiedereinsetzen des geraden Drummings vom Beginn, welchem nach einer gemütlichen Solopartie auch die sphärische Ader mit der Einladung der Klangstücke aus dem Mittelteil am Herzen liegt. Das letzte Drittel gehört nichtsdestotrotz fast ausschließlich dem düsteren Zusammenspiel des Drummings mit den sich herrlich bedrohlich auftürmenden Basstönen, welche neben überzeugenden 5,5/6 nur äußerst subtile Tonkaskaden in ihrer Nähe dulden… ;)

    Der Martin Buttrich Dub dagegen hegt eine wesentlich ausgeprägtere Vorliebe für techhousige Klänge, mit welcher das sphärische Element im direkten Vergleich zwar deutlich in den Hintergrund gedrängt, dafür nun aber der Groove-Entfaltung mehr Raum und Zeit geschenkt wird. So beschränkt sich etwas mehr als die erste Hälfte der hiesigen Überarbeitung ausschließlich mit dem Ausbau desselbigen, welcher von der ersten Sekunde an vor allen Dingen von einer angenehm tänzelnden Bassline getragen wird, neben der in minimalistischer Manier immer wieder einige klickernde, knisternde oder flüsternde Elemente durch das Bild huschen, das Ganze jedoch nicht wirklich aus seiner monotonen Ader herausbewegen können. Auch ein Kurzbreak, herumgeisternde Fragmente eines ehemaligen Vocalsamples oder allerhand Kreuchen und Fleuchen sind zunächst nicht in der Lage, die Konzentration hinfort vom omnipräsenten Groove zu verlagern, erste Toneinwürfe als Überbleibsel der Melodiestrukturen aus dem Original lassen jedoch alsbald auf Besserung in dieser Hinsicht hoffen, ehe einige wabernde Flächenstücke sich ebenfalls ein Beispiel daran nehmen und dem Remix in der zweiten Hälfte etwas mehr sphärisches Leben einhauchen. In zunehmend sirenenartiger Gestaltung erobern sich die alternativen Tonflächen dabei mehr und mehr Einfluss und lassen auf ihrem Höhepunkt schließlich sogar einige weitere Melodiefragmente aus dem Original im Hintergrund auf den Plan treten, die Verdichtung des Tracks ist allerdings nur von kurzer Dauer, so steht im Folgenden bereits die Vorbereitung auf den Rückbau des Ganzen auf der Tagesordnung. Immerhin dürfen auf den letzten Metern noch einige dezent gehaltene Originalmelodiemotive auf dem herrlichen Groove ihre Runden drehen, insgesamt gesehen kann ich aufgrund der langen Anlaufzeit sowie der nicht wirklich spannend gehaltenen Melodieverarbeitung allerdings nicht mehr als durchschnittliche 3,5/6 verteilen. :hmm:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N’Abend zusammen!

    Mit seiner nun schon fünften Veröffentlichung auf Traum Schallplatten meldet sich in diesen Tagen ein britischer Ausnahmeproduzent, welcher es geschafft hat, innerhalb kürzester Zeit in die Riege meiner absoluten Favoriten aufzusteigen, mit einer neuen Platte zurück. Mit seinem stets herrlich bedrohlich anmutenden Klangkosmos, welcher sich aus den verschiedensten Ecken der elektronischen Musik speist und für meinen Geschmack am ehesten mit dem Begriff Atmospheric Techno charakterisiert werden kann, schart der Gute nicht nur im hiesigen Forum eine stetig wachsende Gemeinde an Sympathisanten um sich, welche vor allen Dingen durch seine großartigen „Serie“-EPs (in harmonischer, stochastischer und chaotischer Ausführung erhältlich) auf ihn aufmerksam geworden ist. Der Fall ist klar: Die Rede ist natürlich von Max Cooper, der auch mit seiner ganz frischen, Expressions betitelten 4-Track-EP keine Probleme hat, die von ihm selbst überaus hoch angelegte Messlatte ein weiteres Mal mühelos zu überwinden. Atmosphärisch mal wieder äußerst düster gehalten, ausgefeilt und detailverliebt in der Klangwahl und zunehmend nicht nur auf „four to the floor“-Gefilde beschränkt haben wir es dabei auf jeden Fall erneut mit einem bestens abgeschmeckten Leckerbissen für alle Freunde der musikalischen Küche von Max Cooper zu tun. :D

    Letztere offenbart bei Ripple schon in den ersten Momenten eine dunkel schwelende Klangwand, welche in charakteristischer Cooper-Manier zunehmend markanter durch den Raum sägt und bisweilen sogar von einigen hellen Chorflächen im Hintergrund kontrastreich unterstützt wird. Ausgestattet mit allerhand flirrenden und klickernden Elementen steht zwar in der daran anschließenden Phase zunächst die Entwicklung des überaus feinsinnig austarierten Drummings im Vordergrund; auf einem monotonen Basslinefragment, welches den Anschein erweckt, dass ihm andauernd der Saft abgedreht wird, tauchen jedoch alsbald auch die ersten Tonkaskaden auf. Nicht unerwähnt sollen dabei zudem die Chorflächen bleiben, welche in deren Gefolgschaft alsbald die sphärische Intensität des Ganzen weiter in die Höhe treiben, ehe das anstehende Break mit der zurückgeholten düsteren Klangwand die Szenerie wieder deutlich verdunkelt. Dank alternativer Synthieverwirbelungen büßt diese Entwicklung dann auch in Kooperation mit dem Drumming nichts von ihrer Faszination ein und entführt die Hörerschaft während der behutsamen Verdichtung der Melodie- und Klickerebene vielmehr zunehmend in die nebulöse Klangwelt von Max Cooper. Erst die hellen Tonkaskaden, welche im letzten Drittel die Regentschaft übernehmen, können der Atmosphäre in diesem Zusammenhang wieder etwas hoffnungsvollere Töne entlocken und tragen damit nicht unerheblich zum imho überzeugenden 5,5/6er-Prädikat bei. :yes:

    Zwar zeigen sich auch bei Enveloped die an der Seele des gemeinen Hörers sägenden Klangwindungen à la Cooper für einen nicht unerheblichen Teil der sphärischen Arbeit verantwortlich, im Intro überwiegen hier jedoch noch mystisch agierende Flächenstücke, welche auf einer herrlich stakkatierten Bassline in unnachahmlicher Weise durch den Raum schweben und mit zunehmender Dauer zu einer opulenten Melodieebene verschmilzen. Unterstützt durch kontrastierende Chorflächen sowie ein im Hintergrund angedeutetes, elektroides Anschwellen mündet der erste sphärische Höhepunkt hier jedoch nicht in einen (erwarteten) geraden Beat, sondern probiert sich lieber an einem Post-Dubstep-Rhythmus aus, welcher sich trotz seiner gemächlichen Geschwindigkeit eine gute Portion Druck durch die wunderbaren stakkatierte Bassline auf die Fahne geschrieben hat. Im weiteren Verlauf wird diese Formation auch von den Melodiestücken aus dem Intro immer stärker angenommen, sodass das Ganze bis zum Break erneut stetig an intensiven Momenten zunimmt. Dort setzen sich schließlich die anfangs erwähnten, charakteristischen Klangsägen an ihre eindrucksvoll düstere Arbeit und schicken das Ganze zusammen mit vereinzelten Flächenstücken immer tiefer in den sphärischen Morast, ehe auch das Dubstep-Drumming noch etwas von diesem Kuchen abhaben möchte und ein letztes Mal eine schleichende Verdichtung des Stücks in Angriff nimmt. Doch auch in schimmernd-subtiler Optik auf den letzten Metern gefällt mir das Arrangement außerordentlich und darf daher insgesamt gesehen nicht weniger als standesgemäße 5,75/6 einheimsen.

    Sea Of Sound als Dritter im Bunde macht seinem Namen dann alle Ehre, zumal das Stück mit seiner zumeist recht zurückhaltenden Drummingpartie sowie seiner Fokussierung auf eine vielschichtige Melodieentfaltung auch eher an eine Soundtrackarbeit erinnert. In nebliger Gesellschaft tobt sich dabei in einem Intro zunächst eine brodelnde Klangkulisse aus, ehe mit der äußerst subtilen Hinzunahme einer in Watte gepackten Kickdrum auch die ersten vagen Flächenandeutungen auf den Plan treten und in Kombination mit klickernden Effekten die Atmosphäre weiter langsam, aber stetig zu intensivieren wissen. Richtig in Fahrt kommt das Ganze dennoch erst kurz vor dem Break, wenn die Melodieflächen mehr und mehr über ihren Schatten springen und sich zu einer wunderbar schwebenden Elegie verbinden. Ein Kurzbreak fungiert zwar zwischenzeitlich als beruhigendes Moment, indem die bisherigen Klangstücke wieder in wesentlich dezenterer Form in den Hintergrund treten, das rasche Anschwellen derselbigen setzt dann aber endgültig die Zeichen für die weitere Entwicklung des Tracks, sodass die Melodieebene sich im Anschluss durch ihr mehrmaliges Auf und Ab endgültig in den Gehörgängen festzusetzen vermag. Im Finale Furioso erklimmen die Flächen im weiteren Verlauf dann immer waghalsigere Höhen, lassen sich zudem von einigen Klangsägen-Andeutungen unterstützen und zerfallen schlussendlich wieder in ihre Einzelteile, welche die verdienten 5,25/6 dennoch alles andere als ungern entgegennehmen. ;)

    Abgerundet wird das Paket durch den Maetrik „Abstract Beats“ Remix von Coopers Chaotisch Serie, welcher als Vorgeschmack auf eine kommende Remixplatte dienen soll, das Original jedoch in ein recht unspektakuläres Feld aus technoider Monotonie entführt und damit in keinem Moment an die Klasse dieses Stücks heranreicht. Nur einzelne Tonfragmente im Hintergrund eines stampfenden Beats lassen noch Erinnerungen an den Ursprung dieses Remixes aufkommen, dominant treten dagegen fast durchgehend fiepende Alternativtöne irgendwie zwischen analogem Modem und Herschlagmessung im Krankenhaus auf und lassen sich auch von diversen obskuren Begleiteffekten nicht aus ihrer verstrahlten Ecke herauslocken. Erst ein angedeutetes Break im Mittelteil des Ganzen, welches eine kurze Verdichtung der düsteren Bassline im Gepäck hat, vermag die Präsenz der beschriebenen Elemente etwas zu dämpfen und stattdessen immer mal wieder einige neue Fragmente aus dem Original unvermittelt in den Raum zu werfen. Daran ändert sich auch nach einem weiteren Kurzbreak nicht mehr viel, sodass ich summa summarum nicht mehr als durchschnittliche 3/6 verteilen kann.


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Ruhrgebietskind Moguai scheint ja mittlerweile fast mehr Veröffentlichungen auf mau5trap Recordings als der polarisierende Labelgründer selbst zu haben und damit als alter Hase in der Szene einen nicht mehr für möglich gehaltenen Karriereschub zu erleben, der ihm auch im Ausland noch einmal einen "Popularitätsschub" mit auf den Weg geben kann. Mit Oyster als Auskopplung aus seinem im Frühjahr erschienenen Album stellt der Gute zudem erneut seine Vielseitigkeit unter Beweis, haben wir es hier doch zur Abwechslung mal mit einem erstaunlich retroverliebt auftreten Track zu tun, welcher sich irgendwo zwischen progressiven, techhousigen und trancigen Gefilden reinreihen möchte. :yes:

    Ausgestattet mit einigen monoton tänzelnden Synthietönen bricht der Original Mix jedenfalls von Beginn an eine Lanze für seine Vorliebe 80er-geschwängerter Klangarrangements, welche sich im hiesigen Falle nach kurzer Einwirkzeit bereits mit der passenden Harmoniebegleitung ausstatten lassen sowie mit charakteristischen Claps ein erstes Kurzbreak heraufbeschwören. Nachdem die bisherigen Melodieelemente hierin kurzzeitig - jedoch in subtiler Herangehensweise - dazu aufgefordert werden, ihre Präsenz in den Hintergrund des Stücks zu verlagern, führt trotz dieses imho recht frühen Zeitpunkts schon kein Weg mehr an der Inszenierung der Hauptmelodielinie vorbei, welche nun langsam aber sicher aus dem Ärmel geschüttelt wird und zusammen mit den alsbald wieder dazutretenden Synthietönen eine gelungene erste Anschwellaktion zu initiieren weiß. In Kooperation mit dem Drumming muss sich die Melodiefolge im Anschluss zwar erneut aufs stille Örtchen zurückziehen, beobachtet von dort aus jedoch mit heller Freude die weitere Entwicklung des Stücks, welches sich inzwischen auch die Dienste einer angenehm grummelnden Bassline gesichert hat, auf der die bekannten Synthiespritzer sich zunehmend wohler zu fühlen scheinen, zieht man deren Spielfreude als Indiz dafür heran. Da die Hauptmelodielinie sich von dieser Formation mehr und mehr vergessen fühlt, legt sie im Folgenden zwar trotzig einige Runden im Untergrund des Ganzen ab, kann sich jedoch erst einmal nicht nachhaltig durchsetzen, dafür ist schließliche erst das kommende Break vorgesehen, welches nicht nur durch seine 80er-getränkten Drummingfragmente auf sich aufmerksam macht, sondern der erwähnten Tonfolge auch endlich den ersehnten roten Teppich auslegt, auf welcher diese sogleich ein ansprechendes Solo vollführt und anschließend zusammen mit den restlichen Synthietönen sowie den charakteristischen Claps eine Anschwellaktion wie aus dem Lehrbuch praktiziert. Trotz seiner Clubaffinität, welche im folgenden Zusammenschluss mit dem Drumming vor allen Dingen von den druckvollen Fragmenten der grummelnden Bassline getragen wird, ist der atmosphärischen Komponente des Tracks dabei eine gewisse sommerliche Ader nicht abzusprechen. Mehren sich die elektroiden Ausreißer im Untergrund, nähert sich das Ganze schließlich seinem letzten Kurzbreak, welches noch ein letztes Mal die Melodiefolge in den Vordergrund stellt, ehe sirrende Toneffekte den Schlussakkord einleiten, welcher mit der Vergabe überzeugender 5,25/6 ein mehr als glückliches Ende findet. ;)

    Der Michael Woods Remix behandelt das Originalthema für meinen Geschmack dagegen mehr als unsanft und versucht dabei zudem, seiner Hörerschaft mit Hilfe des sprichwörtlichen Winks mit dem Zaunpfahl krampfhaft einzutrichtern, welch großartige Abfahrtqualitäten seine grenzwertige Überarbeitung doch in sich vereine. Warum in diesem Zusammenhang allerdings die markante Melodiefolge von Moguai in ein suspekt anmutendes Versuchslabor für melodietechnische Veränderungen geschickt wird und darin in eine äußerst gruselig anmutende Quietschorgie verwandelt wird, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Dabei wirken die Anfangssequenzen des Remixes noch ganz passabel, wenn die leicht durchs Effektgerät geschleiften Synthietöne aus dem Original auf einige passend gesetzte Alternativtöne treffen und in einem ersten Break zu einer sich verdichtenden Tonmasse heranwachsen, ehe das Ganze im weiteren Verlauf auch eine druckvolle Bassline verpasst bekommt, welche in sauberer, aber wenig kreativer, Offbeat-Manier den Wischbesen schwingt. Im Hintergrund lassen sich hierbei bereits die ersten Andeutungen der charakteristischen Melodielinie erahnen, welche nun allerdings recht schnell und plakativ auf die Hauptbühne verfrachtet wird, um im anstehenden Break zunächst ein gelungenes Solo aufs Parkett zu legen, bevor mit einer düsteren Basslinewand der Startschuss für das anfangs beschriebene Szenario gelegt wird. Den Höhepunkt der imho ohrenkrebserregenden Entwicklung erreicht das Stück schließlich in der stückweise nach oben schraubenden Tonhöhe, welche auch in Kooperation mit dem einsetzenden Drumming alles andere als für beendet erklärt wird, sondern in immer abenteuerlichere Höhen getrieben wird - die negativen Assoziationen, die mir bei einer solchen Klangwahl durch den Kopf gehen, will ich hier lieber nicht weiter ausführen... Die Pause für meine strapazierten Gehörgänge fällt jedoch unglücklicherweise überaus kurz aus, steht doch nach kurzer Beruhigung des Quietscheentchen-Faktors schon das zweite Break auf dem Spiel, welches sich als guter Beobachter seines Vorgängers erweist und die ganze Chose noch einmal von Grund auf gegen die Wand fährt. Insgesam gesehen ein Remix der gurkigsten Sorte, da muss ich mich Martin F. Eidechse vorbehaltlos anschließen und meine Bewertungsobergrenze bei konkurrenzlosen 1/6 ansetzen. :p

    Bei der folgenden, kleinen Auswahl sind zwar auch einige Akustikgitarren mit an Bord, aber vielleicht ist ja trotzdem etwas für dich dabei:

    Portishead - Roads [Sultan & ToneDepth Remix]
    Apparat - Sayulita
    Envio - Time To Say Goodbye / Touched By The Sun
    Armin van Buuren vs. Gabriel & Dresden - Zocalo
    Dusty Kid - America / Nemur (Wall Of Guitars)
    Andain - Beautiful Things [Gabriel & Dresden Mix]
    Armin van Buuren feat. Ray Wilson - Yet Another Day
    Fritz Kalkbrenner - Facing The Sun
    Trentemøller - Sycamore Feeling

    :huebbel:

    N'Abend zusammen!

    Wie der ein oder andere weiß, sind meine musikalischen Vorlieben noch nie rein elektronischer Natur gewesen, sodass ich mir im Laufe der Jahre den Luxus gegönnt habe, mich in zwei akustischen Wohnzimmer äußerst häuslich einzurichten. Ich versuche zwar stets, beide gleichberechtigt zu behandeln, im hiesigen Forum kommt allerdings jenes aus gitarrenlastigen Genres wie Indie Rock, Post Punk, Shoegaze, New Wave und Post Rock zusammengehaltene naturgemäß zu kurz (ausgenommen der traditionelle "Was hört ihr gerade!?"-Thread). Umso mehr freue ich mich, wenn das Beste aus beiden Welten einmal zusammenfällt wie jüngst vernommen in einem vom britischen Produzenten Jon Hopkins geremixten Stück der leicht avantgardistischen Indietruppe Wild Beasts, welche ebenfalls auf der Insel beheimatet ist. Das Herzstück letzterer Band bildet dabei die überaus markante Stimme des Sängers Hayden Thorpe, welcher mit seinem polarisierenden Falsettgesang stellenweise an eine etwas weniger klagende Version von Antony Hegarty von "Antony & The Johnsons" erinnert und die allein schon wunderbar atmosphärische Instrumentierung der spannend arrangierten Stücke oftmals auf eine neue Ebene hievt. Der großartige Titelsong des im letzten Jahr auf dem Indielabel Domino erschienenen Albums Two Dancers (Original auf oben verlinkter Myspaceseite nachzuhören) bildet da keine Ausnahme und sollte in der im August veröffentlichten Überarbeitung, um welche es im Folgenden gehen soll, auch für den Tellerrand des hiesigen Publikums für meinen Geschmack eine Delikatesse darstellen. :D

    Schließlich entführt der Jon Hopkins Remix die besten Ingredienzen des Originals in ein druckvolles Progressive-House-Gewand, welches in dieser Form auch von einem Gui Boratto stammen könnte und bereits nach wenigen Momenten Einwirkzeit von einer herrlich düster angelegten Basslinewand überwältigt wird, die bei passender Lautstärke sicherlich noch den letzten Staubkrümel aus den heimischen Boxen wehen dürfte. Trotz dieser dominanten Präsenz kriechen alsbald auch die ersten Melodieandeutungen aus ihrem Verschlag und beginnen damit, einige Gitarrenmelodiebögen aus dem Original zu imitieren, durch die sich im weiteren Verlauf sogar die Bassline dazu berufen fühlt, sich mehr und mehr aus ihrer monotonen Anti-Haltung herauszubewegen und als dunkel groovender Anführer des mittlerweile recht klickernden Ambientes zu fungieren. Zwischenzeitlich ziehen sich die Melodiefragmente zwar kurzzeitig erneut in den äußersten Hintergrund zurück, tauchen allerdings schnell und vielfach alternativ ergänzt wieder im Hauptprogramm auf, um die sphärische Ader des Ganzen nun zunehmend in Richtung spätherbstlicher Gefilde zu transportieren. Waren Elemente aus dem Original bisher nur verfremdet zu erspähen, so darf im anstehenden Break dann auch einmal an den Gitarren der Wild Beasts gezupft werden, welche mit einer guten Portion stimmungsvollen Nachhalls ausgestattet werden, ehe auch die Stimme des Sängers dazustößt und in Kooperation mit dezenten Synthieflächen und interessantem Schlagzeugstick-Geklicker die ätherische Ader des Track zunehmend anschwellen lässt. Auf dem Höhepunkt verstärkt sich diese Entwicklung zudem noch durch eine zweite Gesangsebene, weitere Gitarrentöne sowie abschließend die bekannte Basslinewand - bevor auch das restliche Drumming dazugerät, wird jedoch ein perfekt eingesetzter Augenblick des Innehaltens zelebriert, sodass das Zusammenspiel aller Elemente im Anschluss noch einen Tick intensiver auf die geneigte Hörerschaft wirkt. Die Atmosphäre präsentiert sich in diesem Zusammenhang zwar nicht ganz so hoffnungslos wie im Original, ist jedoch immer noch überaus düster beeinflusst und speist sich vor allen Dingen aus der kontrastreich-dichten Vermischung von Gitarrenmelodietönen, Falsettstimme und kraftvoller Bassline, welche auf den letzten Metern verdientermaßen sogar noch eine kleine Soloeinlage parat hält. Summa summarum ein Remix, der einfach zu sphärisch geraten ist, als dass ich ihn dem hiesigen Forum vorenthalten könnte, und seine 5,5/6 auf jeden mehr als verdient hat. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Der November schleicht sich standesgemäß mit nasskaltem Nebelschwadenwetter heran, da wird es Zeit für die Zusammenfassung meiner Favoriten im zurückliegenden Oktober:

    ^01° Apparat - Sayulita --- !K7 Records
    °02^ Eelke Kleijn - Mémoires --- AnjunaDeep
    ^03° Fritz Kalkbrenner - Facing The Sun --- Suol
    °04^ Klartraum - Growth --- Parquet Recordings
    ^05° Ormatie - Mon Étoile --- Proton Music
    °06^ Djuma Soundsystem - Blizzard --- SOUNDZ
    ^07° Yan Stricker - Smooth A Surface [Max Cooper Remix] --- Organism
    °08^ Marc Romboy vs. Stephan Bodzin - Triton --- Systematic Recordings
    ^09° Future Beat Alliance - Machines Can Help --- Tresor
    °10^ Alessandro Diga - Meltdown EP --- Outside The Box Music

    :huebbel:

    N’Abend zusammen!

    Obwohl erst im Sommer letzten Jahres ins Leben gerufen hat sich das von Hérnan Cattáneo, seines Zeichens bekanntestes Aushängeschild Argentiniens für progressive elektronische Musik, kuratierte Label Sudbeat mittlerweile zu einer festen Größe innerhalb der Szene gemausert. Davon kann auch die neueste Veröffentlichung, welche seit dem heutigen Tage über den digitalen Ladentisch gehen darf, wieder einmal ein packendes Lied singen, zeigt sich auf An Endless Forest der ebenfalls argentinische Produzent Manuel Sofia (auch bekannt unter seinem Pseudonym „MOS“) doch von seiner besten sowie melodieseligsten Seite. Besitzern der letzten Ausgabe der Mix-CD-Reihe Masters Series, welche vom Labelgründer selbst zusammengestellt wurde, dürfte der Track zudem nicht mehr ganz unbekannt vorkommen, die hinzugestoßene Überarbeitung von niemand Geringerem als Robert Babicz dagegen zeigt sich als ganz frischer Studioabsolvent des Kölner Produzenten mit polnischen Wurzeln. :yes:

    Der Original Mix macht dabei von Beginn an keinen Hehl aus seiner Vorliebe für sphärische Schmeicheleinheiten, sodass bereits nach wenigen Sekunden Kickdrum-Einführung die ersten subtil agierenden Melodieanleihen im äußersten Hintergrund zusammentreffen und sich im Anschluss in einer wellenartigen Fortbewegungsform aus dieser Nische herausbewegen und alsbald in Kooperation mit dezent tänzelnden Begleittönen die irgendwo im Grenzbereich zwischen mystischen und wärmenden Gefilden anzusiedelnde Atmosphäre verdichten. Letzteres war auch der Plan des Drummings, welches sich währenddessen zu einem ansehnlich groovenden Unterstützer erweitert hat und im Anschluss an ein schon recht bald anstehendes Kurzbreak mitsamt angenehm dezenter Anschwellaktion mit einer den Druck im Untergrund erhöhenden Bassline verstärkt, auf welcher sich auch die nun zunehmend tranciger gestaltete Melodieebene mehr als wohlzufühlen scheint. In dieser Formation mag das Stück zwar für einige Momente den Eindruck eines plätschernden Ganzen erwecken, hat aber bereits hinter der nächsten Biegung die passende Lösung parat, indem eine wunderbar verträumt gehaltene Synthietonfolge auf die Bühne gelockt wird und von nun an mit ihrer herbstlich-melancholischen Stimmungslage die sphärische Komponente des Tracks wieder ins Rampenlicht rückt. Dies funktioniert auch in einem weiteren Kurzbreak vorzüglich, während im Untergrund allerhand Effektwolken, Melodiefragmente und Basslinewände vorbeiziehen und bei der anschließenden Rückkehr des Drummings der Bassline noch eine gute Portion mehr Groove mit auf den Weg geben, welche im weiteren Verlauf besonders gut bei einem zwischenzeitlichen Sololauf zur Geltung kommt. Im Hintergrund lassen sich die Melodiewellen dennoch in keinem Augenblick ausmerzen, sodass ein weiteres Kurzbreak sein Hauptaugenmerk wieder auf die verträumte Synthietonfolge legen darf, welche zusammen mit flirrenden Begleittönen zwar noch eine dezente Anschwellaktion anvisiert, die Rolle des hiesigen Zugpferds im letzten Drittel jedoch erneut der herrlich groovenden Bassline zuspielt und ihren eigenen Abgang heimlich und leise mit Hilfe schwebender Fragmente vollführt. Die imho überzeugenden 5,5/6 tangiert diese Entwicklung jedoch nur noch peripher. ;)

    Der Robert Babicz Remix zeigt sich zwar ebenfalls in progressiven Gefilden beheimatet, ist jedoch in der Lage, dem Originalthema in ein noch etwas entspannter wirkendes Ambiente zu verhelfen, welches für meinen Geschmack trotz einer Laufzeit von knapp 10½ Minuten um fast jegliche Längen einen Bogen macht. Anfangs dominiert dabei zwar noch eine spannende Bassline, welche in monoton-stakkatierter Instrumentierung nicht nur als Antreiber des Tracks fungiert, sondern auch eine gewisse Dosis Groove inhaliert zu haben scheint, das Geschehen, erhöht sich im weiteren Verlauf jedoch die Schlagzahl der begleitenden Effekthaschereien, machen sich im Hintergrund schon die ersten Ableger der Melodieebene auf den Weg nach vorn. Selbige entpuppen sich in diesem Zusammenhang zunehmend deutlicher als wabernde Alternativtöne, welchen besonders die Annäherungsversuche der Bassline äußerst gelegen kommen, sodass sich im Folgenden eine druckvolle Symbiose der beiden Elemente entwickelt, in der die Tonfolge auch vor stetigen Intensitätsveränderungen nicht Halt macht. In einem anstehenden Break gesellt sich dann sogar noch eine weitere wabernde Melodiefolge mitsamt sporadischen Tonspritzern zur sphärischen Unterstützung des Ganzen hinzu, welche nach einer kleinen Anschwellaktion jedoch leider den Übergang in die anstehende drumming-unterstützte Phase verpasst. Die Melodiewellen vom Beginn blasen in dieser Situation allerdings nicht allzu lang Trübsal, steht hinter der nächsten Trackecke doch die wunderbar melancholische Originalmelodie zur Abholung bereit, durch welche der Remix nun auch in sphärischer Hinsicht endlich unverkennbar zulegen kann. Die melodische Gestaltung schwankt hierbei zwischen Phasen, in denen die melancholische Synthietonfolge mit flächigem Echo ihre schwebende Ader über die restlichen Elemente legen kann, und der darauffolgenden Besinnung auf ihre Stärke als begleitende Melodielinie, wodurch wieder die kaum unterzukriegenden Klickereffekte oder die zwischenzeitlich etwas untergetauchten Wabertöne mehr in den Fokus des gemeinen Hörers rücken. Subtile Fragmente des flächigen Melodienachhalls in unterschiedlicher Intensität ergänzen diese Entwicklung und unterstreichen einmal mehr den progressiven Charakter dieses Stücks, welches erst von einem Kurzbreak im letzten Drittel auf einen möglicherweise bald hinfälligen Rückbau aufmerksam gemacht wird, sodass nach einer weiteren kleinen Anschwellaktion die wabernden Alternativtöne den Remix an die Hand nehmen und sicher heimwärts geleiten. Schließlich warten dort bereits verdiente, aber dem Original nicht ganz ebenbürtige 5/6 auf ihren neuen (hoffentlich) glücklichen Besitzer. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Die Hörproben versprechen in der Tat Großartiges und untermauern einmal mehr die Ausnahmestellung von Eelke Kleijn im Bereich progressiver elektronischer Musik. Zuhauf werden dem gemeinen Hörer hier fein austarierte Melodiestrukturen, groovende Drummingmomente, eine wunderbar subtil-atmosphärische Arbeit und zuweilen sogar ambiente Zwischenstücke geboten. Zudem präsentiert sich das Ganze herrlich auf den Punkt produziert und scheint auch nicht den Fehler vieler Elektronikalben zu machen und denselben Track in zehnfacher Ausführung hintereinander zu pressen. sodass ich insgesamt gesehen als Besitzer des ersten Albums wohl auch um die vielversprechende Fortführung nicht werde herumkommen können... :yes:

    N’Abend zusammen!

    Im Mittelpunkt meiner heutigen Rezension findet sich mal wieder eine dem Gefühl der derzeitigen Jahreszeit bestens entsprechende Veröffentlichung, welche ich für euch aus der Sturmflut an Neuerscheinungen herausgefiltert und nun wärmstens an Herz legen möchte. Verantwortlich dafür zeigt sich niemand Geringeres als der russische Produzent Aleksandr Sergejewitsch Browkin alias Ormatie, welcher mit seinen sporadisch unters Volk geworfenen EPs nicht nur das Prinzip „Qualität statt Quantität“ in überaus deutlicher Manier für seine Stücke manifestiert hat, sondern diese auch stets als äußerst sphärisch gehaltene Klanggemälde irgendwo zwischen progressiven, minimalen und trancigen Gefilden anlegt und damit nicht nur meine Wenigkeit seit einigen Jahren beständig jubeln lässt, wenn wieder einmal eine frische Trackzusammenstellung ansteht. Auf Proton Music gibt es mit der Mon Étoile EP seit Ende September nun ein neues Kapitel dieser mit Liebe zum Detail arrangierten Kopfhörermusik zu bestaunen, die hier in Gänze bereits sehnlichst darauf wartet, eure Gehörgänge in einen reinen Schwebezustand zu versetzen. :D

    Mon Étoile (frz. für „mein Stern“) als Titeltrack geht den musikalischen Weg der hiesigen EP insgesamt gesehen mit der für meinen Geschmack nachhaltigsten Intensität an, wobei ein kurzes Intro voller sehnsuchtsvoll-flächiger Melodieversatzstücke schon sphärische Begehrlichkeiten weckt, welche im Anschluss bei der Vorstellung des Drummings aber erst einmal noch zurückgesteckt werden müssen. Dafür hat es Letzteres in sich und präsentiert sich in einem minimalistisch agierenden Zusammenhang, in welchem die Klickereffekte auf den Punkt genau austariert sind und ein monotones Basslinefragment alsbald die ersten zaghaften Stakkatomelodietöne heraufbeschwört, ehe im Hintergrund auch die bekannten Flächen aus dem Intro erneut immer präsenter an das verspulte Drumming heranwehen. Dieser Zustand hält jedoch nicht allzu lang an, da das Ganze sich in der nächsten Phase wieder langsam zurückbaut, um dem Hörer in einem anschließenden Break schließlich ein wunderbar melancholisches Alternativmelodiestück zu kredenzen, welches auch mit den stakkatierten Minimaltönen sowie dem monotonen Basslinefragment hervorragend zu kooperieren weiß. Eine dezente Anschwellaktion durch flächige Verdichtung der Melodieebene kündigt dann die Rückkehr des klickernden Untergrunds an, hinter welchem sich die sphärische Ausgestaltung zwar zunächst hinten anstellen muss, dennoch in Person der wellenartig verstärkten Flächenmelodie aus dem Intro weiterhin vertreten ist, bevor sich auch die restlichen Melodieelemente langsam aber stetig ihren Platz zurückerobern und den Track nun zum Höhepunkt seines herbstlichen Hörgenusses leiten. Perfekt abgerundet wird dieser mit Hilfe einer Vielzahl an unterschiedlichen Zusammensetzungen und Intensitätsstufen der benutzten Melodiestücke, welche auch beim x-ten Hördurchgang nichts von ihrer einnehmenden Wirkung einbüßen werden. Bevor imho euphorisch beeinflusste 6/6 den Besitzer wechseln, steht auf den letzten Metern dann aber noch ein letztes Mal das herrlich klickernde Drumming im Vordergrund. ;)

    Nicht ganz in dieser Liga mithalten kann dann At A Thought, wenngleich hier recht ähnliche Zutaten für den Track zusammengerührt wurden. Zunächst blufft dabei ein verspieltes Intro, welches tänzelnde Melodiefragmente mit einigen exotisch wirkenden Toneinwürfen vermischt und dabei nicht nur ein innovatives Klangkonzept offenbart, sondern der geneigten Hörerschaft auch die gewisse Portion Groove in diesem Zusammenhang auftischt. Alsbald zudem noch von einigen trancig nach vorn stapfenden Stakkatotönen, tröpfelnden Melodiekonstrukten sowie einer zurückhaltenden Kickdrum verdichtet gibt sich das Ganze sphärisch recht unentschlossen, holt dies aber mit einem plötzlichen Bruch mit der Melodieebene in der bisherigen Form im weiteren Verlauf nach, wenn das nun angenehm klickernd erweiterte Drumming von pessimistisch gestimmter Flächenarbeit im Hintergrund unterstützt wird, wobei die im Folgenden wieder vermehrt herbeigerufenen Klimpermelodiefragmente in Stakkatoform als überzeugende Staffage der immer stärker auf den Plan tretenden Tonflächen eine passable neue Beschäftigung für sich gefunden haben. Nachdem Letztere im Mittelteil eine gelungene Anschwellaktion vollzogen haben, darf sich der bunte Strauß tröpfelnder Melodieanleihen zudem sogar kurzzeitig wieder als Hauptdarsteller des Stücks fühlen – die sphärischen Tonflächen schauen dabei jedoch nicht allzu lang tatenlos zu und drücken die Melodieschnipsel mitsamt ihrer leicht beschwipsten Aura schnell wieder zum Nebendarsteller, ehe sie sich zu einer weiteren anschwellenden Entwicklung entscheiden. Dennoch reißen im letzten Drittel erneut die verspielten Klimpermelodieelemente das Regiment an sich, lassen sich von alternativen Flächen begleiten und in herrlich schwebender Manier in ein Fast-Outro entführen, wären da nicht die letzten Momente des Tracks, welche noch einmal von der dezenten Kickdrum angeführt werden. Insgesamt gesehen zeigt sich der gute Ormatie mit diesem Stück auf jeden Fall eine gute Portion experimenteller, kann sich aber trotz einiger kruder Passagen auf meines Erachtens verdiente 5,25/6 freuen. :yes:

    I Am Nowhere About als Dritter im Bunde stellt dann den im internen Vergleich druckvollsten Track dar, falls man dies im Zusammenhang mit den sphärischen Klangwelten von Ormatie überhaupt so formulieren darf. Den Anfang machen hier dennoch einige geschmeidig schwebende Flächenanleihen, welche auf einem minimalistischen Untergrund mitsamt charakteristischerem Basslinefragment sowie knisternder Klickereffekte für die Entfaltung einer wunderbar melancholisch-verträumte Wärme sorgen und alsbald von weiteren harmonischen Flächenstücken begleitet werden. Erst ein sich im Folgenden überaus subtil anbahnendes Kurzbreak ist in der Lage, mit einem interessant wippenden Tonfolgenfragment aus dem Dunstkreis von Walgesängen den bisherigen Melodieelementen eine Erhöhung ihres Intensitätsgrads schmackhaft zu machen, damit diese sich vor der Rückkehr des Untergrunds ordentlich verausgaben können. Dieser Plan scheint auch zunächst aufzugehen, wenn ein Stakkatoton im Offbeat das einzige Überbleibsel der Melodieebene darstellt und das Ganze nun ein gutes Stück deutlicher nach vorn schraubt, während im Untergrund die bekannten Flächen nur noch als dezente Fassade fungieren – im weiteren Verlauf zeigen selbige allerdings vermehrt nicht für möglich gehaltenes Durchsetzungspotenzial, sodass zunehmend atmosphärische Melodieschleider an die Oberfläche gelangen und auch von den alsbald erneut aufgegriffenen Walgesangseinlagen erst einmal nicht eingeschüchtert werden können. Vielmehr sind es die Flächenstücke selbst, welche sich im Folgenden eine Kunstpause gönnen, ehe sie im letzten Drittel auf sporadische Anschwellaktionen beschränkt werden, welche sowohl den Rückbau des Ganzen zunehmend fördern als auch solide 4,75/6 in trockene Tücher bringen. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Tach zusammen!

    Nachdem es in den letzten beiden Jahren etwas still geworden ist um das Gemeinschaftsprojekt der beiden deutschen Ausnahmeproduzenten Marc Romboy und Stephan Bodzin, dürfen sich nun alle Freunde der gepflegten Clubklänge endlich auf eine Fortsetzung freuen, welche im nächsten Jahr wohl auch mit einem ganzen Album gekrönt werden soll. Als erster überaus vorzeigbarer Vorgeschmack auf diese Trackzusammenstellung fungiert dabei das vor wenigen Tagen auf Romboys Label Systematic Recordings veröffentlichte Triton, welches in bester Tradition der bisherigen Kollaborationsarbeiten dem Hörer wieder einmal vor Augen führt, wie die Vermischung von technoiden, progressiven, elektroiden und trancigen Versatzstücken zu einer äußerst schmackhaft-druckvollen Angelegenheit gerät. Die mittlerweile neunte Zusammenarbeit aus Mönchengladbach und Bremen kommt zwar insgesamt gesehen nicht an den Übertrack "Callisto" heran, empfiehlt sich aber dennoch jedem Forumsteilnehmer, der seinen Tellerrand mal wieder etwas füttern möchte, uneingeschränkt als Gehörgangsschmeichler. ;)

    Der Original Mix wartet zwar zunächst mit einem mystisch agierenden Intro aus zaghaften Tonanleihen sowie allerhand Geheimniskrämerei ausstrahlendem Stimmengeflüster auf, schon bald wird dieses sphärische Vorspiel jedoch von einer saftigen Kickdrum mit dem gewissen Hang zum Nachhall begleitet, welche alsbald auch die nebligen Flächenmelodiestücke zunehmend aus ihrer Nische herauslockt und mit passend dezent eingesetzten Klickereffekten versieht. Ein erstes Kurzbreak zitiert dann ebenfalls noch etwas aus dem Intro, im Hintergrund hat sich aber schon eine mächtige Bassline aufgeplustert, um im Anschluss das Drumming in ein äußerst druckvolles Gewand zu kleiden, welches den Track nicht nur deutlich in Richtung düsterer Gefilde steuert, sondern durch seinen brodelnden Charakter zudem die Hoffnung nährt, dass dieser Untergrund noch mehr Ausdruckskraft in petto hat. Von dieser Grundstimmung lassen sich die Melodieelemente vom Beginn glücklicherweise nur kurz beeindrucken und entpuppen sich im weiteren Verlauf als perfekte Vorbereiter für eine wesentlich clubaffinere Melodielinie, welche – angestachelt von der zusehends aggressiver nach vorn blinzenden Bassline – trotz eines recht simplen Aufbaus die Verdichtung des Tracks unaufhörlich voranschreiten lässt. Als Höhepunkte lassen sich dabei vor allen Dingen die nun immer häufiger auftretenden, gemeinsamen Ausflüge von Bassline und Tonfolge charakterisieren, welche ihre Feuerprobe in einem weiteren Kurzbreak überzeugend meistern und im weiteren Verlauf vom abwechslungsreich gestalteten Intensitätspegel des Untergrunds - mal elektroid ausbrechend, mal düster schwelend - herausgefordert werden. In diesem Zusammenhang geraten auch die Melodietöne zunehmend farbkräftiger, lassen sich aber dennoch ab dem nächsten Break für einige Momente von einer sirrenden Synthiefläche sowie den aus dem Intro bekannten Melodieanleihen zu einer Zwangspause überreden, welche in der Gesamtheit des Tracks jedoch nur als Ruhe vor dem Sturm zu werten ist. Schließlich entfacht das Ganze im Folgenden nach einem kurzen Sololauf des Drummings noch einmal eine Steigerung des äußerst druckvoll-intensiv geratenen Zusammenspiels aus trancigen Melodietönen und der teuflisch guten Bassline, in der sogar einige Alternativtöne zu Wort kommen, ehe die dezente Flächenmelodie vom Beginn den Laden übernimmt und für einen gelungenen Ausklang sorgt. Summa summarum mal wieder eine mehr als gelungene Bodzin/Romboy-Kollaboration, welcher ich meine 5,5/6 nicht vorenthalten möchte. :yes:

    Keinesfalls zu verachten ist jedoch auch Gaiser’s Trial Tone Remix, welcher seine Sache zwar etwas minimaler angeht, hinsichtlich des druckvollen Drummingaufbaus jedoch für meinen Geschmack mit dem Original deutlich mithalten kann, offenbart diese Überarbeitung doch von Beginn an eine herrlich stöckelnde Stakkato-Bassline, von welcher sich schnell auch die ersten Klickereien angezogen fühlen. Alsbald angereichert durch stetig wiederkehrende Ausreißer sowie einige Fragmente der Originalbassline entwickelt sich die hiesige nun zum nicht mehr wegzudenkenden Zugpferd des Ganzen und darf sich zudem mehr und mehr über die Unterstützung einiger alternativer Melodietöne sowie allerhand knisternder Effekte und zerhackstückelter Vocalsamples freuen, durch welche sogar die Atmosphäre allmählich aus ihrer anfänglichen Distanz zum Hörer erwacht und diesen zunehmend mit Zuckerbrot und Peitsche für sich vereinnahmen kann. Imitieren die Melodiefragmente im weiteren Verlauf dann immer deutlicher die Tonfolge aus dem Original und schrecken auch nicht mehr vor flächigen Ausflügen zurück, ist es schließlich nicht mehr weit bis zu den subtilen Melodieflächenstücken aus dem Original, welche im anstehenden Quasi-Break kurzzeitig in den Remix hineinschweben dürfen und die alternativen Melodietöne zu einer ganz entzückenden Spielkonsolen-Adaption der Originaltonfolge anstacheln. Im Anschluss wird Letztere zwar wieder in Verwahrung genommen, die minimalistische Vielfalt aus Klickereffekten, abgeschrägten Melodiefragmenten und Vocalspielereien lässt jedoch in Kooperation mit dem herrlichen Stakkato der Bassline keinen Moment der Wehmut zu, dürfte die geneigte Hörerschaft in dieser Phase auch beim x-ten Hördurchgang noch spannende neue Formationen der benutzten Trackelemente entdecken. Mit dem Wiedereinsetzen der dezenten Flächenstücke aus dem Original erprobt das Ganze zudem noch einmal die Gameboy-Version der bekannten Tonfolge, an welcher im weiteren Verlauf sogar die Bassline sowie das ein oder andere durch den Häcksler veredelte Melodiefragment Gefallen findet. Doch auch das sphärische Elemente kommt insgesamt nicht zu kurz und präsentiert sich immer mal wieder mystisch angehaucht, sodass das Ganze sich schlussendlich sogar für ein wunderbar schwebendes Outro entscheidet, welches die dem Original ebenbürtigen 5,5/6 dann endgültig unter Dach und Fach bringt. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Endlich wieder einmal eine stärkere Veröffentlichung der russischen Mangofrucht, welche zwar immer noch an dem Weg festhält, fast in jedem Track dieselben Klangelemente zu benutzen, doch diesem Here We Go betitelten Exemplar scheint die Sonne einfach so dermaßen aus dem Arsch, dass auch meine Wenigkeit nur wenig Chancen erhält, sich der überaus gediegenen Atmosphäre zu widersetzen. :D

    Verantwortlich dafür zeigt sich im Original Mix vor allen Dingen eine von Beginn an in den Fokus gerückte Stakkato-Tonfolge, welche zwar zunächst ausschließlich in fragmentierter Form auf dem proghousigen Unterbau thronen darf, mit der Zeit aber mehr und mehr ihre melodieselige Ader entdeckt und schließlich mit einem ersten dezenten Anschwellen eine Kurzunterbrechung durch einen netten Tonwischereffekt hervorruft, ehe sie sich nun der vollkommenen Glückseligkeit hingibt. In atmosphärischer Hinsicht bekommt das Ganze dabei zwar zeitweise nur ganz kurz vor der Kitschgrenze die Kurve, wenn sich in der weiteren Entwicklung unterstützende Harmonietöne sowie -flächen aus dem Hintergrund herauskristallisieren und die hochsommerliche Stimmung weiter anwärmen, lässt man sich von den wunderbar entspannten Melodiebögen jedoch entführen (und das geschieht hier immer wieder außerordentlich leicht), fühlen sich die alsbald initiierten, sanften Pianotupfer als das Höchste der Gefühle an. Nur einige etwas pointierter gesetzte Arpeggios wissen dem Ganzen dabei etwas mehr Druck in der Hängematte zu verleihen, wenngleich sich das Stück im Anschluss erst einmal in ein schwebendes Break flüchtet, in welchem eine leicht schräg geratene Synthietonfolge die bekannten Pianotupfer etwas kontrastiert, ehe das einsetzende Drumming im Folgenden zunächst wieder nur die sich durch den kompletten Track ziehende Stakkatomelodielinie neben sich duldet. Da die Halbwertszeit dieser Formation jedoch nicht allzu groß geraten ist, stellt es nur eine Frage der Zeit dar, bis sich sämtliche Melodieelemente zum sonnenverwöhnten Höhepunkt des Ganzen verdichtet haben, um die Hörerschaft säuselnd um den Finger zu wickeln. Wäre dieser Track ein Lebensmittel, würde sicherlich „light“ drauf stehen, ich belasse dagegen mal bei mehr als soliden 4,75/6. :yes:

    Mit einer guten Portion mehr Druck versucht im Gegenzug dann der Jaytech Remix sein Glück und konfrontiert die Hörerschaft dabei auch sogleich mit einer kraftvollen Stakkato-Bassline, welche sich mit zunehmender Dauer mit ebenso kurz und knackig zu charakterisierenden Begleittönen sowie einigen rollenden Alternativausflügen ausstattet. Sphärische Andeutungen sind in dieser Phase dagegen äußerst rar gesät, einzig einige sporadische Flächenandeutungen aus dem Original sorgen dafür, dass die Überarbeitung eine nicht allzu staksig wirkende Erscheinung an den Tag legt, ehe ein Kurzbreak einen unterschwellig sirrenden Synthieton aus dem Schlaf holt, ihn aber im gleichen Moment, in dem das Drumming seine Arbeit wieder aufnimmt, erneut zurück ins Koma schickt. Dieses Katz-und-Maus-Spiel lässt sich auch im weiteren Verlauf des Stücks beobachten, eine Entwicklung ist dabei aber für meinen Geschmack leider nicht zu erkennen, vielmehr entdeckt das Ganze hier mehr und mehr seinen Hang zum belanglosen Dümpeln, welcher besonders der Entfaltung einer sphärischen Komponente überaus sperrig den Weg versperrt. Erst ein weiteres Break ist in dieser Hinsicht etwas besser aufgestellt und präsentiert zunächst die bekannten Begleittöne auf dem wärmenden Flächenfundament des Originals, welches sich nun in Zusammenarbeit mit einigen Synthie-Alternativtönen aufmacht in Richtung einer Intensivierung der Atmosphäre, auf der beschwerlichen Reise dorthin wird das Ganze jedoch vom überambitionierten Drumming gestoppt, welches im Anschluss erst einmal wieder seine Stakkato-Bassline in den Vordergrund hievt. Im letzten Drittel erobern sich zwar die bekannten Melodieelemente aus dem Break noch einmal etwas Raum, dies stellt in der Gesamtheit des Tracks allerdings nur noch ein kleines Intermezzo bzw. letztes Aufbäumen vor dem anstehenden Rückbau dar, sodass ich summa summarum in meiner Bewertung nicht über mehr als 4/6 hinauskomme. :hmm:

    N‘Abend zusammen

    Auch wenn der Name zunächst anderes vermuten lässt, bei Alessandro Diga haben wir es in der Tat mit einem waschechten niederländischen Produzenten zu tun – davon kündet dann auch sein richtiger Name Martijn van Dijk sowie die Tatsache, dass er im schönen Amsterdam seine Tracks zusammenschraubt. Dass der Gute nur den wenigsten bekannt sein dürfte, liegt zudem sicherlich daran, dass Anfang Oktober gerade erst einmal seine Debüt-EP auf den Markt geworfen wurde, auf welcher dem gemeinen Hörer in insgesamt drei Tracks eine spannende Reise durch von Progressive House infizierte Gefilde elektronischer Musik geboten wird. Mal deep groovend, mal druckvoll-technoid, mal melodieselig und stets ausgestattet mit dem gewissen sphärischen Element, durch welches die Meltdown EP auch die Einlasskontrollen der hiesigen Tracksrubrik mehr als elegant überwindet. Über mangelnde Unterstützung in der Szene kann sich der Flachlandbewohner ebenfalls nicht beschweren, weiß er doch seinen Landsmann Eelke Kleijn mit dem dazugehörigen Label Outside The Box Music als bekannten Mentor hinter sich. Meine Wenigkeit wird diese Aufgabe ab jetzt für unser Forum übernehmen, denn neuen vielversprechenden Talenten schenkt man hier doch schließlich immer gern (im besten Falle auch mehr als) ein Ohr, oder…!? ;)

    Meltdown als titelgebendes Stück beruft sich zwar auf ein nicht mehr ganz so taufrisches Erfolgskonzept im Progressive House, namentlich der eklektischen Verbindung eines düster geratenen Drummings mit feinsinnig sphärisch geträufelten Melodiepassagen, dieses ist jedoch meines Erachtens im hiesigen Falle wieder einmal so überzeugend auf den Punkt geraten, dass ich mich der Aura dieses Stücks einfach nicht entziehen kann. Das beginnt bereits mit der herrlich lichtscheu nach vorn groovenden Bassline, welche in Kooperation mit einer trockenen Kickdrum den minimalistischen Untergrund bildet und alsbald die ersten repetitiven Tonfragmente begrüßt, die sich im weiteren Verlauf nun zunehmend den ihr zur Verfügung gestellten Raum mit subtilen Melodieandeutungen im Hintergrund teilen darf. Von selbigen angestachelt vollführen auch die stakkatierten Töne nun mehr und mehr Verrenkungen in Richtung einer sphärischen Melodielinie, ehe ein Kurzbreak Druck und Drumming herausnimmt. Eine dezente Anschwillaktion lässt das Ganze jedoch schnell wieder in den gewohnten Rhythmus zurückfinden, sodass erst das nächste Break die Aufgabe zugewiesen bekommt, eine weitere Tonfolge zur Verdichtung der Atmosphäre anzulocken. Dass dieses Unternehmen mehr als zufriedenstellend verläuft, lässt sich dann vorzüglich an der leicht wabernd, leicht fragil geratenen Flächenmelodiefolge beobachten, welche mit ihrer bezaubernden Mischung aus Melancholie und Verträumtheit nicht nur den geneigten Hörer zu umwickeln weiß, sondern auch in Zusammenarbeit mit dem düster treibenden Untergrund eine mehr als gute Figur abwirft; auch die zu Beginn auf den Plan getretenen Tonfragmente fügen sich im Folgenden passend in die sphärische Ausgestaltung des Tracks ein und agieren dabei keinesfalls nur als Stichwortgeber. Mit dem Entschwinden der Melodieebene darf zu guter Letzt dann noch einmal die Bassline ein gelungenes Solo hinlegen, überdurchschnittliche 5,5/6 sind zu diesem Zeitpunkt aber schon längst in trockenen Tüchern untergebracht. :yes:

    Auch wer des Niederländischen nicht wirklich mächtig ist, wird die Übersetzung von Diep In De Nacht sicherlich ohne große Probleme bewältigen können, handelt es sich doch schließlich um einen Track, der seine Sogwirkung erst zu besagter vorgerückter Stunde so richtig wird entfalten können. Doch auch auf der heimischen Anlage ist die überaus bösartig dreinschauende Bassline in der Lage, ihre dunkle Macht wie einen kalten Schleier in die ihr zugewandten Gehörgänge zu schleusen, sodass sich alsbald eine Kettenreaktion einstellt und auch das Tanzbein einfach nicht mehr stillhalten will, beherbergt das technoid ausgerichtete Drumming doch auch eine gehaltvolle Portion Clubaffinität. Unterbrochen wird der dabei entstehende, druckvolle Fluss nur von einigen Kurzbreaks, wobei sich in der zweiten Ausgabe eines solchen ein ängstlich wirkendes Stimmenfragment seinen Weg durch die hierbei etwas zurückhaltender eingestellte Bassline bahnt und in Zusammenarbeit mit dem komplettierten Drumming alsbald solch eine wahrhaft furchterregende Atmosphäre aufbaut, dass auch der abgebrühteste Hörer sicherlich nicht ungerührt davonkommen dürfte. Fiepende Alternativtöne begleiten die Szenerie zusehends und lassen auch im nächsten Kurzbreak nicht vom unwirklichen Stimmenfragment ab, welches sich in einer gelungenen Anschwillaktion zwar irgendwie in Richtung von Tierlauten entwickelt, zusammen mit dem technoid-treibenden Untergrund allerdings eine kaum erklärbare Faszination ausstrahlt, der man auch ihre äußerst offensive Tanzflächen-Ausrichtung abnimmt. Alles in allem ein herrlich düsteres Machwerk, welches sich seine 5,25/6 für meinen Geschmack mehr als redlich verdient hat. :D

    Abgerundet wird die EP dann durch den frankophil anmutenden Titel Qui-Vive, welcher irgendwo im Grenzgebiet zwischen Progressive und Deep House anzusiedeln ist und im internen Vergleich betrachtet seine Sache zudem mit der größten Portion Entspannung in der sphärischen Ausrichtung angeht. Davon zeugen bereits nach kurzer Einwirkzeit die ersten zurückgelehnt agierenden Melodieversatzstücke, welche zwar schon nach wenigen Momenten in einem Kurzbreak mit einer dezenten Effektwelle konfrontiert werden, es sich im weiteren Verlauf aber erst einmal in Zeitlupe gemütlich machen auf dem mittlerweile durch eine subtil im Hintergrund tänzelnde Stakkatobassline ergänzten Drumming. Ein weiteres Kurzbreak kreuzt den Weg des Tracks, hinterlässt erneut eine Effektwolke und bewirkt auch innerhalb der Melodieebene eine dezente Verdichtung in Form von angenehm nachhallenden Begleittönen, ehe diese im sowie im Anschluss an das nächste Kurzbreak auch das Melodieversatzstück in Gänze dazu bewegen können, sich endlich von seiner monotonen Bauart zu lösen und mit einer simplen, aber effektiven Konzentration auf mehrere Tonhöhen die sphärische Ader des Tracks zu befeuern. Von dieser Formation fühlt sich im Folgenden sogar eine warme Synthiefläche angezogen, welche sich zwar zumeist im Hintergrund der bisherigen Elemente aufhält, hin und wieder aber ihre Intensität spannungsfördernd zu steigern weiß, ehe auf der Zielgeraden die deepen Melodiestücke schlussendlich wieder das Zepter in ihrer Hand haben. Insgesamt gesehen meines Erachtens zwar das schwächste Stücke der EP und von viel zu vielen Kurzbreaks zerfurcht, für solide 4,5/6 reicht’s aber dennoch allemal. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Für jemanden wie Max Graham, dessen Wurzeln doch eher in der progressiven Ecke melodisch orientierter elektronischer Musik liegen, erscheinen mir die Hörproben bei Soundcloud doch irgendwie nicht nur auf den ersten Blick erstaunlich deutlich trancig auszufallen. Dies wäre nicht weiter schlimm, zumal der kanadische Produzent nie einen Hehl aus seiner immer mal wieder durchschlagenden Zuneigung gegenüber melodieseligen Tracks und Remixen gemacht hat, würde eine Vielzahl der angespielten Stücke nicht auf dieser furchtbar belanglosen Standardinstrumentierung beruhen, welche für meinen Geschmack mittlerweile zu einer regelrechten Epidemie geworden ist. Dass diese innerhalb des Armada-Imperiums, in welchem am 29. Oktober auch die zweite Ausgabe der Cycles betitelten Mix-CD von Max Graham erscheint, besonders gravierend ausgeprägt ist, muss ich sicherlich nicht weiter ausführen - dass jedoch in der Zwischenzeit anscheinend auch ein Graham davon infiziert wurde, stimmt mich dann doch etwas traurig. Schließlich beinhaltete der aus dem Jahr 2008 stammende Vorgänger doch eine ziemlich gelungene Genremischung, in welcher sich techhousige, progressive und trancige Stücke gleichberechtigt gegenüberstanden und vom monoton gehaltenen Beginn auf der ersten CD bis hin zum euphorischen Finale auf der zweiten eine Entwicklung erkennen ließ, welche ich bei der hiesigen Zusammenstellung (Tracklist siehe unten) wahrlich auffinden kann, wenn mich bereits nach 3 Stücken ein Arty mit profanem Upliftingdurchschnitt sowie ein Mat Zo mit einem seiner imho schlechtesten Tracks der letzten Jahre (inlusive Kirmesmelodietönen) entgegenspringt. Nun denn, das Ganze wird trotzdem seine Anhängerschaft finden, da bin ich mir recht sicher, meine Wenigkeit fühlt sich in diesem Zusammenhang allerdings wenig angesprochen... :no:


    -- CD 1 --
    01. Maxi Valvona – Lost In Vagueness [Soundprank's Coastal Mix]
    02. Santos & Andersson – Endless [6AM Mix]
    03. Radion 6 – Lightning
    04. Arty – Hope
    05. Mat Zo – Land Of The Free
    06. Origene – Sanctuary [Arnej Club Mix]
    07. Jason van Wyk – Dream On [Protoculture Remix]
    08. Jonathan Stone – Pandorum
    09. Dennis Sheperd – Left Of The World [Mike Shiver’s Garden State Mix]
    10. Snatt & Vix vs. In Progress – Sunride [Ronski Speed Remix]
    11. Sneijder – Away From Here [Arty Remix]
    12. Alpha 9 – Bliss

    -- CD 2 --
    01. Filo & Peri – This Night [Max Graham Cycles Intro Mix]
    02. Mark Eteson – Blackboard
    03. Mike Shiver vs. Fandy – Sique
    04. Protoculture – Silver
    05. Fadios – Speechless [Max Graham Remix]
    06. Protoculture – Early Bird [Max Graham Remix]
    07. Rex Mundi – Valley Of Dreams
    08. Simmons & Blanc – Whatever It Takes
    09. Robert Nickson & Thomas Datt – Godless
    10. Funabashi – Daylight [Estiva 2010 Remix]
    11. Nic Chagall – Morning Light
    12. Arty – Twilight Tonight


    PS: Bitte einmal Threadtitel anpassen in: "[Mix-CD] Cycles² - mixed by Max Graham" - die Übersichtlichkeit der Tracksrubrik dankt! :D

    Tach zusammen!

    Unter seinem richtigen Namen Sascha Ring werden ihn nur wenige kennen, als Apparat hat sich der Berliner Soundbastler jedoch in den letzten Jahren innerhalb der elektronischen Musikszene mehr und mehr ins Gespräch gebracht und mit etlichen Tracks, Remixen und Kollaborationen nicht nur meine Aufmerksamkeit ergattern können. Vor allen Dingen das zusammen mit Ellen Allien produzierte Album Orchestra Of Bubbles (inklusive des herausragenden Tracks Jet) sowie das 2007er-Album Walls (man höre bitte einmal hier oder dort nach...) fallen mir da sofort als Höhepunkte ein und lassen schon erahnen, dass der Gute sich um Genregrenzen keine allzu großen Gedanken macht. IDM, Breakbeats, Dubstep, Atmospheric Techno, Folktronica - alles findet hier seine Berechtigung und endet oftmals in herrlich sphärisch Stücken, welche meines Erachtens in unserem Forum nicht unerwähnt bleiben dürfen und zudem zuweilen darlegen, dass in Sascha Ring auch ein mehr als passabler Sänger steckt (nachzuhören beispielsweise hier bei einem Track von Moderat, dem großartigen Gemeinschaftsprojekt von Modeselektor und Apparat). Als nächste Herausforderung stand in diesem Jahr nun die Konzipierung einer Folge der Kult-Mix-CD-Reihe DJ-Kicks des Berliner Labels !K7 Records an, für welche bereits solch illustre Namen wie James Holden, Hot Chip, Booka Shade, Four Tet oder Erlend Øye Palier standen - für die am 22. Oktober erscheinende Ausgabe hat sich natürlich auch der Mix-Urheber selbst nicht lumpen lassen und einen neuen Track zusammengebastelt, welcher auf dieser Seite als Appetithappen sogar für lau heruntergeladen werden kann (geht auch ohne Email-Registrierung!). :yes:

    Mit dem nach der mexikanischen Stadt Sayulita, in der Apparat gerade Tracks für sein neues Album aufnimmt, benannten Stück ist der geneigte Hörer einmal mehr dazu eingeladen, in eine wunderbar sphärisch geratene Klanglandschaft einzutauchen, welche für meinen Geschmack in gelungener Weise den Spagat zwischen musikalischem Anspruch und dem gewissen Moment der seelebaumelnden Sorglosigkeit hinbekommt. Zunächst eingebettet in ein vielschichtiges Ambient-Intro, welches aus zirpenden Melodieanleihen, brodelnden Flächenstücken und ersten klickernden Drummingfragmenten bereits in äußerst stimmungsvoller Manier die Weichen umstellt für die weitere Entwicklung der hiesigen Atmosphäre, scheint das Ganze in fast schon spielerischer Art und Weise sekündlich den Intensitäts-Seismographen deutlicher ausschlagen zu lassen, ehe subtil wabernde Begleittöne sowie die Umarmung mit einer grummelnden Bassline alsbald das druckvolle Drumming in voller Montur auftrumpfen lassen. Hiervon profitiert auch die Melodieebene mehr als eindrücklich, sind es doch die groß aufspielenden Klangflächen einer leicht verzerrten sowie mit ordentlich Nachhall ausgestatteten E-Gitarre, welche wie Phönix aus der Asche das Regiment der sphärischen Ausgestaltung im hiesigen Track auf sich bürden und damit für meinen Geschmack eine großartig emotionale Mischung irgendwo zwischen wärmender Melancholie und schwebender Träumerei aufs Parkett legen. Doch auch der leicht düster nach vorn schiebende Untergrund darf hier keineswegs unter den Tisch fallen, weiß er doch mit seiner feinsinnig austarierten Beatstruktur sowie der brodelnden Basslinewand die epischen Melodiebögen, welche im Hintergrund bestens von den im Intro vorgestellten Flächenanleihen unterstützt werden, bestens zu kontrastieren. Einige Effektwolken sorgen dann im weiteren Verlauf dafür, dass noch etwas mehr Fahrt aufgenommen wird, bevor im Mittelteil schließlich in und im Anschluss an ein Kurzbreak die sphärischen Elemente sanft zum Ausgang gebeten werden und nur noch von alternativen Gitarrenzupfern repräsentiert werden. Die folgende Phase dient dabei nicht nur einer Verschnaufpause in Sachen melodietechnischer Überladung, denn auch das facettenreiche Drumming darf sich jetzt einmal für einige Augenblicke der ungeteilten Aufmerksamkeit der Hörerschaft sicher sein - im Hintergrund schleichen sich allerdings bereits nach kurzer Zeit wieder die bekannten Flächenstimmen in das Stück, welches im Folgenden in Zusammenarbeit mit den restlichen Melodieelementen sowie der kurzzeitig ebenfalls ausgesetzten Basslinewand durch eine erneute Verdichtung der Atmosphäre schlussendlich mehr als überzeugend abgerundet wird. Ein kleines Outro mit den hallenden Gitarrentönen als Hauptdarsteller bestreitet im Anschluss die letzten Meter, ehe ich in meiner Euphorie für dieses Meisterwerk nicht weniger als 6/6 vergeben möchte. Amen! ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Ich verfolge zwar schon seit einiger Zeit nicht mehr wirklich aktiv, was die beiden Jungs von Duderstadt so aus ihrem Studio herausschleusen, mit dem auch auf der (immer noch) aktuellen Anjunabeats Volume Eight enthaltenen Stranded In NYC bin ich jedoch erstaunlich schnell warm geworden und möchte euch daher eine kleine Rezension nicht vorenthalten... ;)

    Obgleich der Tatsache, dass der Original Mix im aktuell recht verbreiteten Klickerdiklacker-Trancegewand gehalten ist, welches mittlerweile nur noch in seltenen Fällen einen Garant für einen überzeugenden Track darstellt, wie ich finde, erreicht dieses im hiesigen Falle durch die Kreuzung mit einer charakteristischen Melodieebene in typischer Duderstadt-Tradition ein sphärisch angenehm gehaltvolles Niveau, welches auch meine Wenigkeit sprichwörtlich hinter dem Ofen hervorlocken kann. Angereichert mit einigen minimalistischen Effekten sowie dezent in den Raum geworfenen Tonspitzen macht sich das reduzierte Drumming dabei auf den Weg, die ersten Andeutungen einer klareren Melodielinie im Hintergrund abzuholen, welche daraufhin sogleich in einem anschließenden Kurzbreak in Zusammenarbeit mit harmonischen Begleitflächen sowie einem sommerlich anmutenden Vocalsample eine kleine Kostprobe ihrer sphärischen Ausdruckskraft zum Besten geben und desweiteren eine Anschwillaktion initiieren, mit Wiedereinsetzen des Untergrunds allerdings zugunsten der Drummingentfaltung wieder auf die Auswechselbank geschickt werden. In Anwesenheit eines locker groovenden Basslinefragments fühlt sich der gemeine Hörer jedoch ebenso wohl, zumal die Melodielinie alsbald schnell wieder im Rampenlicht auftaucht und zusammen mit den immer mal wieder hineingeworfenen Vocalsamples sowie den sommerlichen Begleitflächen nun deutlich die Übernahme des Tracks plant, welche im nächsten Break dann auch endlich in die Tat umgesetzt wird. Anfänglich präsentiert sich das Ganze hierin zwar noch recht fragil, wenn einigen verträumten Flächenanleihen eine kurze Solofahrt eingeräumt wird, aus dem Hintergrund, in welchem zudem die bekannte Melodielinie beständig lauert, taucht dann allerdings schnell eine herrlich positiv gestimmte Synthietonfolge auf, um sich im weiteren Verlauf ein zum Zurücklehnen und Genießen einladendes Wechselspiel mit alternativen Flächen zu liefern, ehe die lauernde Melodiefolge mehr und mehr an Raum gewinnt und schließlich mit einer gelungenen Anschwillaktion das klickernde Drumming heraufbeschwört. Die nächsten Augenblicke gehören zwar eindeutig zum Schlage der sphärischen Deeskalation, die Melodieebene lässt sich dies allerdings nicht allzu lang bieten und fährt im letzten Drittel noch einmal ihre volle spätsommerliche Pracht aus, bevor ein letztes Kurzbreak schlussendlich den Rückbau des Stücks einläutet und die Vergabe überdurchschnittlich anzusiedelnder 5/6 forciert. :D

    Der Oliver Smith Remix kann dann erwartungsgemäß die Qualität des Originals in keinem Moment wirklich erreichen, macht seine Sache allerdings deutlich besser als viele Remix-Versuche des britischen Label-Lieblings, die mir in den letzten Jahren immer mal wieder untergekommen sind. Da ist zum einen die Verstärkung der fluffigen Ader des Melodiethemas zu nennen, mit welcher die hiesige Überarbeitung der unbeschwerten Atmosphäre noch einige Schüppen mehr Harmonie auftischt, es damit aber für meinen Geschmack dann doch bisweilen übertreibt - besonders die fast von Beginn an auftretenden Arpeggios dürfen sich davon angesprochen fühlen, falls sie sich in ihrer massivst verträumten Bauart nicht bereits vollkommen von irdischen Gefilden entfernt haben sollten. Ergänzt wird das Ganze in dieser Phase zudem zunehmend von wunderbar säuselnd angelegten Wasserfalltönen sowie zunächst noch recht staksig agierenden Basslinefragmenten, welche im Laufe der Zeit jedoch mehr und mehr Groove-Potenzial in sich entdecken und zusammen mit der dezenten Andeutung einer Tonfolge aus dem Original ein erstes Break auf den Plan rufen, welches auch sogleich Letztere aus ihrem Mauerblümchen-Dasein befreit und zudem die damit einhergehende, obligatorische Andeutung einer Anschwillaktion äußerst freundlich begrüßt. Zusammen mit dem schwofenden Untergrund etabliert sich damit im Anschluss eine sphärisch angenehm wärmende Gemeinschaft aus Alternativ- und Originalmelodieelementen, in welcher im Mittelteil des Ganzen die Synthietonfolge mit dem gewissen Etwas natürlich nicht fehlen darf. Auch ein weiteres Break stellt die sphärische Träumerei des Stücks weiterhin in den Vordergrund, verstärkt aber die brummelnde Ader der nun weniger fragmentiert auftretenden Bassline, ehe im Anschluss bereits die letzten Meter eingeläutet werden, auf welchen sich Kitsch-Arpeggios und Wasserfalltöne noch einmal ausgiebig unterhalten dürfen und im Endeffekt solide 4/6 in Empfang nehmen dürfen. :yes:

    Mit den Keyboard Cowboys hat sich das mittlerweile sicherlich als etabliert zu bezeichnende norwegisch-amerikanische Produzentengespann aus Boom Jinx und Andrew Bayer zwar nicht allzu viele Schlücke aus ihrem Kreativitätsfass gegönnt, die beiden sind trotz dieser Voraussetzungen für meinen Geschmack aber dennoch in der Lage, ihrer Hörerschaft mehr als solide AnjunaDeep-Kost zu kredenzen, welche auch meine Wenigkeit mit Abstrichen zu überzeugen weiß. :D

    Der Original Mix präsentiert sich hierbei als ein Zwitterwesen aus entspannten Progressiveklängen mit dem gewissen Hang zu fluffigen Melodiestrukturen sowie elektroid inszenierten Ausbrüchen mit dem Drang, das Ganze in Richtung Peaktime-Heraufbeschwörung zu verlagern. Zu Beginn beschränkt sich die Melodieebene zwar auf sporadische Tonwischer, im Zusammenhang mit der minimalistischen Ausstaffierung des Drummings machen jedoch mehr und mehr regelmäßig auftretende Melodietupfer auf sich aufmerksam, während im Hintergrund die erste Probe für eine gelungene Anschwillaktion vonstatten geht. Die daraus hervorgegangene Bassline entpuppt sich dann nicht nur als angenehm groovender Taktgeber des Stücks, sondern auch als Initiator einer unbeschwert agierenden Melodielinie, welche im Folgenden langsam aber sicher aus ihrer Abwehrstellung herauskriecht und in Kooperation mit einem gelegentlich hineingeworfenen, kurzen Vocalsample eine sommerlich-sphärische Verdichtung im Schilde führt. Dies funktioniert auch in einem anstehenden Kurzbreak mehr als passabel, ehe die Bassline nach einer weiteren dezenten Anschwillaktion ein Elektrotechbad nimmt und nun mit mechanisch-blechernem Druck auftrumpft, von welchem sich im weiteren Verlauf vor allen Dingen eine alternative Tonfolge in flächiger Instrumentierung angezogen fühlt. Weitere Intensivierung erhält das Ganze in dieser Phase zudem durch eine leicht manisch agierende Stimmenuntermalung, welche während des elektroiden Wachstums der Melodieebene den perfekten Rückhalt für diese darstellt, bevor das nächste Kurzbreak dieses Konstrukt wieder in sich zusammenstürzen lässt und stattdessen den fluffigen Melodietönen vom Beginn eine zweite Chance einräumt. Im Hintergrund schwirrt dennoch stets die elektroide Alternativmelodie herum, sodass es alsbald unvermeidlich wirkt, dass diese in naher Zukunft für eine erneute Verdichtung des Tracks sorgen wird - die Entwicklung im und nach dem nächsten Break gibt der Erwartungshaltung schließlich in allen Punkten Recht und rundet das Ganze mit einer weiteren Sturm-und-Drang-Phase ab, in der die bisherigen Elemente noch durch sich leicht neben dem Schuss befindliche Begleittöne ergänzt werden. Mit Letzteren begibt sich das Ganze schlussendlich sogar auf seine letzten Meter, welche bereits ansehnliche 4,75/6 am Horizont entdecken können. :yes:

    Der Jay Lumen Remix dagegen vertreibt sich seine Zeit für meinen Geschmack zu sehr in recht belanglosen Standard-House-Gefilden und macht dabei mit Melodietönen im Offbeat zunächst sogar den Anschein, sein Glück à la deadmau5 zu erzwingen. Nach einigen Momenten Einwirkzeit offenbart die Überarbeitung allerdings durch die Initiierung eines groovenden Basslinefragments, dass diese Befürchtung dann doch etwas zu weit hergeholt war, der sprichwörtliche Funke will jedoch auch im weiteren Verlauf nicht so wirklich über seinen Schatten springen, da die Hereinnahme von einigen tänzelnden Alternativmelodietönen sowie einer sirrenden Synthiefläche die sphärische Komponente des Ganzen nur leicht kitzeln können, woraufhin diese sich jedoch noch weiter zurückzieht und dabei die bisherigen Melodieelemente gleich mitnimmt. In dieser Formation dümpelt das Stück dann einfach nur uninspiriert vor sich hin und übt sich ausschließlich in der Nabelschau des Grooves, wobei zudem anscheinend die Meinung vorherrscht, dass ein in dauerndem Beschuss auf das Publikum losgelassenes Vocalfragment als "Trackentwicklung" völlig ausreicht. Der sirrende Synthie hat dann schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit doch noch Erbarmen mit der geneigten Hörerschaft und drängt das Ganze nun in Richtung eines Quasi-Breaks, welches in schleppender Manier alsbald die opulenten Stimmflächen aus den Drangphasen des Originals im Hintergrund präsentiert, diese nach einer kleinen Anschwillaktion in Zusammenarbeit mit dem immer noch ordentlich trocken groovenden Untergrund wieder in der Abstellkammer verschließt. Gepflegte Monotonie heißt das Stichwort damit auch im Anschluss an dieses Break, ehe im letzten Drittel noch einmal der sirrende Synthie auftaucht und sich in einer weiteren kurzen Unterbrechung sogar für einige Augenlicke an die fluffigen Originalmelodietöne erinnert. Zusammen mit den hiesigen Alternativtönen kann sich das Ganze hierbei zwar wieder etwas aus seiner Lethargie befreien und zudem die erste für meinen Geschmack vernünftige Verdichtung vollführen, die folgenden letzten anderthalb Minuten gehören allerdings bereits zum Rückbau, sodass insgesamt gesehen für diesen Remix nur wenig begeisternde 3/6 zu Buche stehen... :hmm:

    Auch meine Wenigkeit bedankt sich artig bei summer.sun für die Vorstellung dieser überaus gelungen geratenen EP von Future Beat Alliance, welche nicht nur Atmospheric Techno vom Feinsten darbietet, sondern mit dem Titeltrack gleich ein Stück auffährt, dass sicherlich in diversen Jahresbestenlisten auftauchen könnte. Mein Geschmack wird dabei auf jeden Fall ziemlich zielgerichtet getroffen, sodass ich mich vor einer kleinen Rezension natürlich keineswegs wegstehlen kann... :yes:

    Seine Definition von Fortbewegung diktiert Machines Can Help jedenfalls bereits in einer Art Intro in die Ohrmuscheln seiner geneigten Hörerschaft, welche sich hierbei von einem groovend nach vorn blickenden Bassline-Loop an die Hand nehmen lässt, in dessen Hintergrund bald die ersten vagen Flächenandeutungen zu erkennen sind, während das Drumming sich hierbei langsam aber stetig zu komplettieren vermag. Auch die Bassline will sich in dieser Hinsicht nicht lumpen lassen und präsentiert eine weitere druckvolle Ebene, durch welche sie sich mehr und mehr in einen wunderbar progressiven Rausch spielt, von welchem im weiteren Verlauf nicht nur einige verspielte Acid-Elemente angezogen werden. Dies ist besonders ab dem folgenden Quasi-Break unüberhörbar, wenn sich im Hintergrund des Basslinegemischs zunächst eine stakkatierte Melodielinie dezent offenbart, im Anschluss zwar von einer wirbelnden Effektorgie kurzzeitig wieder aus dem Stück herausgedrängt wird, jedoch ihre Chance im Erschlaffen dieser nach einer passabel in Szene gesetzten Anschwillaktion sieht und schließlich in einem herrlich tröpfelnden Arrangement endgültig zur sphärischen Verdichtung auf den Track losgelassen wird. Stets mit dem gewissen Hang zum Nachhall ausgestattet versteht sich die überaus vielseitig agierende Tonfolge zudem blendend mit dem im Folgenden schnell wieder in voller Montur auftretenden Untergrund, ist durch ihre nachdenklich wirkende Art allerdings ebenfalls in der Lage, dem Track eine gute Schüppe mehr Tiefe zu verleihen, ohne dass dabei der Groove allzusehr in den Hintergrund gekenkt wird. Ein weiteres Kurzbreak kündigt dann wiederum den Schwenk hin zu einer äußerst flächenorientierten Melodieentwicklung an, wobei zunächst im Hintergrund der eklektischen Stakkatotöne gesichtete Fragmente recht schnell die Oberhand gewinnen können und in einem reduzierten Wechselspiel mit der Bassline im Gegensatz zu den extrovertierten Melodietönen eine beruhigende Wärme zu entfalten imstande sind. Geradezu ätherisch schwebend präsentiert sich nun plötzlich das Stück in Kooperation mit dem wieder komplettierten Drumming und hält diese Optik auch einige Augenblicke aufrecht, ehe wirbelnde Effekte den Beginn der letzten Meter dieses Stücks einleiten, auf denen sich das Ganze nun ganz allmählich zurückbaut. Ein kurzes flächiges Stelldichein tritt hier als finale Reminiszenz der Melodieebene auf und sichert (nicht nur) damit überzeugende 5,5/6 souverän ins Ziel. ;)

    Dass Fritz Kalkbrenner sich mit seinen Veröffentlichungen vor seinem größeren und bekannteren Bruder Paul keinesfalls verstecken muss, beweist der Gute einmal mehr mit dieser frischen Platte, welche sich nahtlos einreiht in die Liste seiner für meinen Geschmack stets sehr überzeugend sphärisch geratenen Eigenproduktionen (vgl. auch die "Wingman EP" auf Baalsaal Music oder die "Dead Man EP" ebenfalls auf Suol). Im familieninternen Vergleich strahlen die Tracks vom Fritz in meinen Ohren auf jeden Fall zumeist noch mehr Wärme aus und geizen zudem nicht mit organischen Elementen, während die musikalische Ausrichtung seines Bruders doch etwas technoider angelegt ist und dabei wesentlich deutlicher in Richtung Club schielt. Und dass die beiden sich dadurch perfekt ergänzen können, ist ja seit Sky And Sand ebenfalls kein Geheimnis mehr... ;)

    Kommen wir aber zurück zum Kalkbrenner-Clanmitglied mit dem Gesangstalent, welches besonders im Original Mix wieder einmal in einem äußerst geschmackvollen Gewand als Speerspitze der hiesigen sphärischen Ausdruckskraft nicht nur meine Gehörgänge entzücken darf, wie ich an den Beiträgen meiner Vorgänger unschwer erkennen konnte. Den Anfang macht dabei ein dezent angelegtes Intro, in welchem jazzige HiHats und entspanntes Fingerschnippen langsam aber stetig ein wunderbar spätsommerlich agierendes Melodiegemisch aus plänkelnder Akustikgitarre und andächtigen Pianotönen aus dem Hintergrund heraufbeschwören, während im selbigen ein angenehm zurückgelehtes Basslinefragment den freigewordenen Platz einnimmt und dabei in dieser Phase für die nötige Tiefe des Ganzen sorgt. Je mehr sich das Drumming zusammenfindet, desto deutlicher wird auch die von einigen unserer Mitmenschen sicherlich als Zeitlupengeschwindigkeit empfundene Fortbewegung des Stücks, welche in ihrer Unaufgeregtheit für meinen Geschmack aber ein wunderbares Symbol für den Abschied von der Umtriebigkeit der warmen hin zu mehr Ruhe in der kalten Jahreszeit darstellt. Wenn in diesem Zusammenhang dann auch noch die markante Stimme von Fritz Kalkbrenner über den schwebenden Melodiebögen erscheint und diese wie von Geisterhand in Gefilde entführt, welche die Atmosphäre erfolgreich zu intensivieren wissen, ist die geneigte Hörerschaft endgültig nicht mehr sicher vor der melancholisch-verträumten Aura des Ganzen. Besonders die Gitarrentöne entdecken in dieser Entwicklung ganz neue Seiten an sich und gehen ein mehr als harmonisch zu bezeichnendes Verhältnis mit den nachdenklich vorgetragenen Vocals ein, ehe die Melodieebene sich alsbald von einigen Effekten und Loops kurzzeitig aus der Bahn werfen lässt, im anstehenden Break jedoch sehr schnell wieder zu alter Stärke zurückfindet und - nebenbei erwähnt - ohne Drummingunterstützung sicherlich auch als Singer/Songwriter-Begleitung ihre Berechtigung finden dürfte. Der Untergrund lässt sich hier allerdings nicht lang bitten, holt noch einmal die Vocals aus dem Schrank und gönnt dem (leider nur) Fünfminüter mit der Unterstützung der schwebenden Melodiebögen einen mehr als passablen Abgang, welcher von einem verspielten, kurzen Outro schließlich beim respektvollen Anblick imho völlig verdienter 5,75/6 abgerundet wird. :yes:

    Bei den beiden Überarbeitungen kann sich dann auch für meinen Geschmack der Sascha Funke Remix (5/6) vorn platzieren, an die Magie des Original reicht jedoch sowohl dieser als auch der Paul Kalkbrenner Remix (4/6) nicht heran. Ersterer probiert es dabei mit einem etwas reduzierteren Arrangement und legt sein Hauptaugenmerk in einem Intro zunächst auf alternative Melodieelemente, welche in Form von überaus sommeraffinen Synthieflächen jegliche Melancholieanbandlungen im Keim zu ersticken wissen, im weiteren Verlauf allerdings in Kooperation mit einem minimalistisch aufgestellten Untergrund schon wieder durch zurückgelehnte Melodietupfer ersetzt werden. In einem Break dürfen sich dann zwar endlich die Vocals entfalten, erhalten hier jedoch erst einmal so gut wie keine Melodieunterstützung und scheinen sich deshalb für mein Empfinden doch etwas allein zu fühlen in diesem großen (fast) leeren Raum - glücklicherweise haben im weiteren Verlauf immerhin die Synthieflächen Erbarmen mit Fritz Kalkbrenner und schicken sich an, zusammen mit den alsbald ebenfalls wiederentdeckten, entspannten Melodietupfern die wunderbar sommerlich-wärmende Atmosphäre aus dem Intro noch einmal zum Besten zu geben, ehe das Ganze im weiteren Verlauf seinen Rückbau forciert. Mit diesem versöhnlichen Abschluss in der Tasche erschleicht sich das Ganze dann doch noch eine deutlich über dem Durchschnitt liegende Bewertung, von welcher der Remix von Paul Kalkbrenner im Gegenzug nur träumen kann, da diese auf Clubtauglichkeit gebürstete Überarbeitung die sphärischen Vorzüge des Originals leider fast vollständig einstampft und die Erinnerung an dieses somit nur noch in den gelegentlichen, kurzen Vocalpassagen aufkommt. Solch ein Konzept kann gutgehen, ist im hiesigen Falle jedoch einigermaßen deutlich davon entfernt, obwohl das zu Beginn initiierte Wechselspiel aus verzerrten Synthietönen, Halleffekten und schleppendem Rhythmus recht vielversprechend wirkt. Dies erübrigt sich jedoch in der folgenden Trackentwicklung, da zum einen die Vocals in dieser Umgebung zu viel Belanglosigkeit getankt haben und zum anderen bis auf ein druckvolle Bassline, welche in interessant zerstückelten Wellenformationen die Vorherrschaft im Untergrund des Ganzen unternimmt, einfach keine Entwicklung stattfindet. Denn auch ein im Mittelteil eingestreutes Break ist nur in der Lage, die verzerrten Melodietöne in leicht abgeänderter Form zu präsentieren, sodass im Anschluss in Gesellschaft aller bisher beteiligter Trackelemente der Funke immer noch nicht so wirklich überspringen möchte. Druck für die Tanzfläche ist hier sicherlich reichlich vorhanden, bei DER Vorlage ist dieses Alleinstellungsmerkmal jedoch für meinen Geschmack etwas dürftig... :p

    Habe diese schicke Doppel-CD die Tage per Zufall bei uns im Saturn entdeckt, als ich mir mal wieder einen Überblick über die dortige beschränkte Auswahl an elektronischer Musik machen wollte, war äußerst positiv überrascht ob der doch überaus vielseitig dreinschauenden Tracklist und hätte auch beinahe zugeschlagen, hätte der Kaufpreis nicht dem Doppelten des iTunes-Angebots entsprochen. Tom Novy hat hier auf jeden Fall auch in meinen Ohren eine äußerst geschmackvollen Bogen hinbekommen, der von heruntergeschaubten Tranceproduktion von Mike Foyle oder Mango über solch vielseitige Leute wie Ripperton, Youandewan oder Miika Kuisma hin zu Klassikern von Orbital, Slam oder Trentemøller reicht und dabei jeglichen Genregrenzen sprichtwörtlich die Tür vor den Kopf knallt. So ist es auch zu erklären, dass beispielsweise der Isländer Ólafur Arnalds mit einer depressiven Pianoballade hier ebenso vertreten ist wie Dubstep-Anleihen bei Bop, Reggaelastiges wie bei Phonique oder experimentelle Electronica vom großartigen Warp-Label wie bei Flying Lotus. Alles zusammengenommen ergibt eine großartige Mix-CD, welche sich schon fast beleidigt fühlen dürfte, würde sie als reine "Chillout-Compilation" bezeichnet werden. Denn das hier kann mehr, hat Tiefe und zeigt Tom Novy von einer ganz neuen Seite... :yes:

    N'Abend zusammen!

    Stellvertretend für die vom umtriebigen Stuttgarter Produzenten Normen Flaskamp alias Solee zusammengestellte Digital-Compilation Re:Cognition, welche Anfang September auf dem hauseigenen Label Parquet Recordings das Licht der Welt erblickte, möchte ich euch heute einen wunderbar spätsommerlich bewandten Track aus dem Hause Klartraum näherbringen. Hinter diesem Projektpseudonym steckt das gemischtgeschlechtliche (!) Produzentenduo Nadja Lind und Helmut Ebritsch aus Berlin, welches bisher nicht nur völlig unberechtigterweise an mir vorbeigegangen ist, sondern sich für meinen Geschmack auch für einen der subtilen Höhepunkte der 20 Stücke umfassenden Trackzusammenstellung verantwortlich zeigt. Angesiedelt irgendwo zwischen Progressive, Atmospheric Techno und Deep House strahlt das Ganze eine herrlich zurückgelehnte Atmosphäre aus - würde man dem derzeit vorherrschenden "goldenen Oktober" einen Musikwunsch gönnen, dieses Stück wäre sicherlich seine favorisierte Wahl. Wer weiteren Kleinoden in dieser Richtung nicht abgeneigt gegenübertritt, sollte allerdings auch unbedingt den restlichen Schmankerln der Compilation, bei denen die gewisse sphärische Komponente ebenfalls alles andere als unter den Tisch gekehrt wird, sein Gehör schenken (in allen einschlägig bekannten MP3-Läden im Netz vorrätig), denn hier wartet noch einiges darauf, entdeckt zu werden... ;)

    Kümmern wir uns jedoch wieder um das herausragende "Re:Cognition"-Zwanzigstel von Klartraum, welches auf den Namen Growth hört und bereits nach wenigen Momenten mit einer druckvoll agierenden Bassline die Aufmerksamkeit der geneigten Hörerschaft auf sich zu lenken vermag, indem diese in leicht düster grummelnder Art und Weise zusehends mehr Raum im Untergrund des Tracks für sich beansprucht und zunächst nur von einigen äußerst dezent gehaltenen Minimaleffekten begleitet wird. In einem ersten Kurzbreak wird das Ganze zwar durch tiefenentspannt schimmernde Klangflächen ergänzt, während es parallel dazu an allen Ecken und Enden kreucht und fleucht, an der Oberfläche kratzt allerdings auch hier ausschließlich die vielseitige Bassline, welche sich ab jetzt zudem immer mal wieder einige leicht knarzigere Kurzausflüge auf die Fahnen schreibt. In Kooperation mit dem kompletten Drumming wiegen sporadisch eingesetzte Melodiefragmente den Untergrund dann zwar zunächst noch in der Sicherheit, auch weiterhin das tragende Element des hiesigen Stücks zu bilden, im Geheimen planen diese jedoch bereits die Übernahme des Tracks zwecks Entfaltung einer wunderbar zurückgelehnten Atmosphäre mit chronischem Hang zur Melancholie. So entsteht nach und nach aus den bisherigen Melodiefragmenten eine klar strukturierte Tonfolge in hellen, wärmenden Klangfarben, welche auch die Hintergrundflächen zunehmend zu Wellenbewegungen animinieren kann und alsbald von weiteren Alternativtönen in verspielter Synthiemanier unterstützt wird. Es riecht dabei zwar allenthalben etwas nach deephousigen Melodiestrukturen, das druckvolle Drumming, welches zwischendurch auch mal vor einer Solofahrt nicht zurückschreckt, sowie die herrlich progressive Bauart des Tracks sorgen jedoch dafür, dass dies in einem gesunden Rahmen verbleibt. Mäandernde Alternativflächen beleben die Melodiewellen nach einer kurzen Phase der Zurückhaltung dann noch einmal deutlich, sodass der Hörer sich schlussendlich vollkommen der entspannten Wirkung dieses Stücks hingeben kann, bei der im weiteren Verlauf allerdings auch der Kontrast zwischen grummelnder Bassline und schwebender Melodieebene nicht außen vor bleibt. So sorgen einige knarzige Ausreißer sowie eine kurzzeitige Selbstzerstückelung dafür, dass die Atmosphäre mit dem nicht irdischen Ursprung nicht ganz ohne Ecken und Kanten den Weg in eure Gehörgänge findet. Summa summarum haben wir es hier für meinen Geschmack auf jeden Fall mit hervorragend zum Zurücklehnen und Genießen geeigneten 10 Minuten zu tun, welche sich ihre 5,5/6 mehr als redlich verdient haben. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass fast jeder Hinz und Kunz, der halbwegs erfolgreich und bekannt im Bereich der elektronischen Musik (hervorzuheben seien hierbei vor allen Dingen die im hiesigen Forum favorisierten Genres) unterwegs ist, seine eigene Mix-CD, teilweise sogar Mix-CD-Reihe, unter die Meute bringen darf. Kaum ein Label, das auch nur annähernd etwas auf sich hält, kommt noch ohne dieses Geschäftssegment aus, für mich als geneigten Hörer bedeutet dies jedoch leider, dass es ein immer schwierigeres Unterfangen darstellt, in diesem Veröffentlichungswust die wahren Perlen herauszufiltern, da sich andererseits meines Erachtens vielerorts eine gewisse Durchschnittlichkeit breitgemacht hat, welche den Vorwurf wachsen lässt, dass bei einigen Produzenten/DJs eine Mix-CD(-Reihe) eher dem Zwecke eines Statussymbols näherkommt. Dabei sollte doch gerade eine solche etwas Besonderes darstellen, damit sie sich von den herkömmlichen, zu Tausenden im Internet frei verfügbaren DJ-Mixen/-Sets abheben kann - eine exklusive Trackauswahl mit vielen vorab unveröffentlichten Stücken, die Förderung und Vorstellung aufstrebender Talente sowie im optimalen Falle ein Mix, der eine Geschichte zu erzählen weiß, sind da für meinen Geschmack Qualitätsmerkmale, welche noch deutlicher in den Fokus gerückt werden sollten. Viel davon richtig gemacht hat jetzt der von den britischen Inseln stammende Russell G, welcher dem eingefleischten Progressive-House-Liebhaber sicherlich in den letzten Jahren bereits durch einige überzeugende Veröffentlichtungen auf "Songbird", "Pilot6" oder "Baroque Records" aufgefallen sein dürfte und zuletzt auf Letzterem eine Mix-CD mit dem Titel Protocol kuratieren durfte, welche in physischer Form ab dem 8. Oktober in Deutschland erhältlich sein sollte - in digitaler Form gibt es das Paket zwar bereits seit Anfang dieser Woche zu ergattern, dies aber eben nur beim Halsabschneider-MP3-Multi Beatport. Der im wahren Leben Richard Russell Greer Getaufte spannt dort auf jeden Fall einen für meinen Geschmack überaus wohlausgewogenen Bogen von der Vielseitigkeit von Progressive House über techige Anleihen bis hin zu wunderbar sphärischen Tracks aus eher trancig zu nennenden Gefilden. Verantwortlich in musikalischer Hinsicht zeigen sich dafür vor allen Dingen viele unbekannte Namen, mit von der Partie ist allerdings auch ein Forenmitglied (hyline) mit einem imho herausragenden Track sowie eine Eigenproduktion von Russell G - mit den hier verfügbaren Hörproben sollte jedenfalls jeder, der etwas mit Progressive House anfangen kann, nicht allzu jungfräulich umgehen... :yes:


    Tracklist:

    01. Kassey Voorn - Armbivalence (Intro Mix)
    02. Maxi Valvona & Matt Lange - Losing Marbles
    03. Klarkson & Pullin - Slim
    04. Samotarev & Kazancev - Sardina
    05. Tash & Chris Mozio - Family Business
    06. Richard Knott - Gulfstream
    07. Hyline & Jaybeetrax - Summer
    08. ThreeSixty - Verano
    09. Matan Caspi - Let the Kids Play
    10. Ben Coda - Sleepless
    11. Russell G & Steve Haines - Double Six
    12. Hy2rogen & Fr3cky - XXI
    13. Andrea Bertolini - Pretty Lu
    14. Wade Bennett - Some One
    15. Gai Barone - A Date in Space

    :huebbel:

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Nachdem ich mittlerweile zwei Monate ausgesetzt habe, gibt's in diesem Monat auch von meiner Seit mal wieder eine Zusammenstellung meiner elitären Zehn:

    -01- Konektiv - Seiz --- Hope Recordings
    -02- Mason - You Are Not Alone --- Animal Language
    -03- Douglas Greed - Shining/Nordlicht --- Freude am Tanzen
    -04- Ryan Davis - The Wolve [Max Cooper Remix] --- IRM Records
    -05- Boris Brejcha - Flockentanz --- Harthouse
    -06- Youandewan - 1988 --- Aenaria Chill
    -07- Minilogue - Seconds [Max Cooper Remix] --- Traum Schallplatten
    -08- Monaque - Resolutions --- microCastle
    -09- Future Beat Alliance - Crying Sine --- Spectrum
    -10- Âme - Junggesellenmaschine --- Innervisions

    :huebbel:

    Eelke Kleijn auf AnjunaDeep - was nach zwangsläufiger Kooperation klingt, stellt in der Tat die erste Zusammenarbeit des etablierten niederländischen Erste-Liga-Progressive-Produzenten mit dem Anjunabeats-Sublabel dar, welches für meinen Geschmack seinem großen Bruder schon seit geraumer Zeit in musikalischer Hinsicht den Rang abgelaufen hat. Nun denn, was lange währt, wird endlich gut - dafür riskiere ich auch gern, einen nicht unerheblichen Beitrag dem Phrasenschwein zugute kommen zu lassen... ;)

    Schließlich beweist Mémoires (hier jetzt auch endlich in voller Länge zu bestaunen) einmal mehr, dass Eelke Kleijn sein Feuer längst noch nicht verschossen hat, bekommen wir es hier doch mit einem wunderbar melancholisch geratenen Track zu tun, der sicherlich den Gehörgängen eines jeden Liebhabers der alten Progressive-Schule (ohne allzu viel Geschichtsverklärung) angenehm schmeicheln dürfte. In entspannter Geschwindigkeit angelegt lenkt das Ganze bereits nach wenigen Momenten der Drummingentfaltung die Aufmerksamkeit auf sich, wenn eine subtil angelegte Basslinewand im Untergrund die ersten charakteristischen dunklen Züge der hiesigen Atmosphäre aus ihrem Schönheitsschlaf weckt, den Pfad der weiteren Entwicklung damit dünn vorzeichnet und im Folgenden von zunehmendem Effekteinsatz begleitet wird, ehe sich die ersten dezenten Anleihen einer Melodielinie im Hintergrund einnisten. Parallel dazu erarbeitet sich die zunächst noch recht zurückhaltend agierende Bassline langsam aber sicher mehr Raum im hiesigen Track und fordert dabei zudem noch die Verdichtung der Melodiestrukturen heraus, welche in Form von Synthie-Spritzern sowie einem flächig gestalteten Tonfolgenfragment der düsteren Vormachtsstellung des Untergrunds zusehends Paroli bieten können, sodass sich im weiteren Verlauf ein kontrastreiches Gleichgewicht zwischen diesen beiden Polen entfalten kann. Das i-Tüpfelchen in sphärischer Hinsicht bildet dann die Einbindung von herrlich melancholisch-verträumten Rhodes-Piano-Tönen, welche sich mit den bisherigen Melodieelementen nicht nur bestens verstehen, sondern auch entscheidend die Lücke füllen, welche die Melodieebene für das gewisse Etwas reserviert hatte. So funktioniert auch die kommende dezent gehaltene Intensitätssteigerung formidabel, ehe im Mittelteil die mittlerweile recht druckvoll agierende Bassline nur noch von einigen Synthieklängen bezirzt wird - ein anstehendes Break sieht dieser Entwicklung jedoch schnell wieder entgegen und lässt nach einer gelungenen Anschwillaktion von Letzteren in Zusammenarbeit mit einigen stakkatierten Streichern erneut die wunderbar herbstliche Atmosphäre zurückkehren. Hin zu voller schwebender Pracht strebend könnte es keine bessere Abrundung dieses Stücks geben, ehe im Anschluss die Bassline noch einige Momente an vorderster Front verbleiben darf und das Ganze nicht nur wieder erheblich düsterer, sondern auch garniert mit imho überzeugenden 5,5/6 zu Ende bringen darf :yes:

    Music In My Pants kann dieses Niveau meines Erachtens im direkten Vergleich zwar nicht wirklich halten, dies sollte allerdings keinesfalls der nicht ganz vollständigen Hörprobe angekreidet werden, zumal in den dortigen viereinhalb Minuten die entscheidenden Bereiche des Tracks behandelt werden. Vielmehr zeigt sich vor allen Dingen das wesentlich fluffiger gehaltene Arrangement der Melodieelemente dafür verantwortlich, dass hier sphärische Ausdruckskraft dem Hang zum Groove geopfert wurde. Dies spiegelt sich auch im Untergrund wieder, in welchem eine tänzelnde Stakkato-Bassline das Regiment innehat und zusammen mit einer wirbelnden Effektorgie dafür sorgt, dass das Tanzbein der gemeinen Hörerschaft nicht allzu lang in einem bewegungslosen Zustand verharrt. Erste Melodiefragmente sind zwar in dieser Phase bereits im Hintergrund präsent, lassen sich jedoch zunächst noch von der angesprochenen Effektwelle überrollen, ehe Letztere dann überraschenderweise auf der Strecke bleibt, eine plätschernde Synthiemelodielinie den freigewordenen Platz für sich beansprucht und somit den Weg freiräumt für die Entfaltung einer angenehm sorglosen Atmosphäre, welche sich im weiteren Verlauf bevorzugterweise an den verspielt-quietschenden Ausbrüchen der Tonfolge festmachen lässt. Ein Gefühl der Langeweile existiert in diesem Zusammenhang jedoch nur als vager Schimmer am Horizont, präsentiert die Melodieebene sich doch keinesfalls als starrer Komplex, sondern lässt es mal etwas elektroider bzw. flächiger angehen, ändert Instrumentierungen und Zusammensetzungen in stetiger Manier und gönnt sich zwischendurch auch mal eine kleine Kunstpause, in welcher die schön groovende Bassline kurzzeitig das Ruder übernimmt und schließlich eine Folge von Kurzbreaks heraubeschwört. Dabei kann sich für einige Augenblicke nicht nur ein verträumtes Melodiependant à la Michael Cassette im Hintergrund freisetzen, auch die Effektwolke vom Beginn taucht in abgeschwächter Form noch einmal auf, sodass im Anschluss einer letzten melodieseligen Phase mit eingebauter Sorglos-Atmosphäre nichts mehr im Wege steht. Alles in allem zwar kein herausragender Track, mit seinen 4,5/6 aber dennoch mehr als solide AnjunaDeep-Kost! :D

    Den Namen Youandewan muss ich mir unbedingt merken, scheint der dahintersteckende britische Produzent Ewan Smith doch ein außerordentlich begabtes Händchen für das Kreieren atmosphärischer Glanzstücke zu haben, welche sowohl jedwedem Schubladendenken eine Lektion erteilen als auch durch ihre feinsinnig gewebte Melodiehypnose eine äußerst intime Beziehung mit der Hörerschaft eingehen - der Projektname könnte daher nicht treffender gewählt werden... ;)

    Die Hommage an das Jahr 1988 beispielsweise scheint auf den ersten Blick zwar mit ihrer recht opulenten Laufzeit von über 10 Minuten sowie ihrem ausgeprägten Hang zum loopartigen Aufbau ihrer Melodiestränge das plätschernde Element wahrlich herauszufordern, entwickelt aber für meinen Geschmack mit zunehmender Dauer mittels ihres progressiven Trackaufbaus eine ungeheur sphärische Dichte, die mich einfach nicht mehr loszulassen vermag. Die Verantwortung dafür bürdet sich natürlich auch die unter die Haut gehende Melodieebene mit größtem Vergnügen auf, da bereits nach wenigen Momenten der Einwirkzeit in einem basslineschwangeren Intro die ersten zaghaften Tonansammlungen auf der alsbald initiierten Kickdrum überaus trockenen Charakters in den Vordergrund gelangen und in mystischen Arpeggios den Beginn der Erfolgsgeschichte des hiesigen Tracks schreiben. Angereichert mit einem immer wieder eingestreuten HiHat-Zischeln belassen es die bisherigen Melodieklänge jedoch nicht bei ihrer dezenten Zurückhaltung, sondern mutieren im weiteren Verlauf langsam aber bestimmt zu einer wunderbar ausgereiften Tonfolge, welche das leicht melancholische Gefühl des Frühherbsts mit den düsteren Vorahnungen eines harten Winters perfekt miteinander verknüpft und auch eine subtile Anschwillaktion im ersten Break mehr als solide meistert. Beschwingte Alternativklangbögen bereichern die Melodieebene hierbei zusehends und entpuppen sich auch im Anschluss mehr und mehr als nicht mehr zu missende Begleittöne, welche die verträumte Ader des Ganzen in mitreißender Manier hervorheben und auf dem galant nach vorn schwebenden Untergrund ein Logenplätzchen angeboten bekommen. Im nächsten Break sieht man Letztere dann erneut in einer gelungenen Verdichtungsaktion in flächige Gefilde abdriften, ehe im Folgenden die Hauptmelodielinie zusammen mit dem Drumming wieder das sphärische Regiment übernimmt und bereits das nächste Kurzbreak für ein weiteres elegisches Solo nutzt. In Kooperation mit dem HiHat-Zischeln sowie den alsbald wieder aus ihrer Isolationshaft entlassenen Begleittönen gehört das letzte Drittel dann schließlich ganz der hypnotischen Ader des Stücks, welche hier den letzten Schliff verpasst bekommt und den gemeinen Hörer auch nicht durch ihren sanften Rückbau, sondern erst durch das Verhallen des allerletzten Tontropfens im Outro aus seinem Kopfkino erwachen lässt. Die völlig verdienten 6/6 haben sich da bereits wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung in meinem Bewertungsbogen verfestigt... :D

    Anjou kann da zwar nicht ganz mithalten, ist aber ebenfalls im Besitz einiger herrlich schwebender Melodiebögen, welche zusammen mit einem nur als Nebendarsteller agierenden Drumming das Stück in fast schon ambiente Gefilde entführt. Ein weiteres Anzeichen für diese Ausrichtung stellt die Tatsache dar, dass etwa ein Drittel des Tracks (die ersten zwei von insgesamt sechs Minuten) ohne Rhythmusunterstützung auskommt und vielmehr sein Hauptaugenmerk auf eine äußerst stimmungsvolle Entfaltung sphärischer Melodiestücke legt, aus welchen sich peu à peu eine wunderbar entrückte Tonfolge herauskristallisieren kann. Langsam aber stetig nimmt diese nun an "Geschwindigkeit" zu und lässt sich auch von einigen alsbald im Untergrund auf den Plan geworfenen Bassflächen nicht aus ihrem Konzept bringen, ehe ein schön entspanntes Drumming in organisch anmutender Instrumentierung dafür Sorge trägt, dass das Ganze sich nicht allzu sehr in seiner verträumten Atmosphäre verliert. Im Mittelteil seziert sich die Melodieebene dann zwar kurzzeitig selbst, ein kleines Break sieht die verschiedenen Schichten allerdings schnell wieder zusammenwachsen, sodass sich im Anschluss zusammen mit dem zurückgelehnten Drumming wieder die wunderbar entspannt-wärmende Wirkung des Tracks einstellt, welche vor allen Dingen aufgrund der vielseitig mäandernden Tonfolgen für meinen Geschmack stets die volle Aufmerksamkeit des Hörers auf sich zu lenken imstande ist. Ein Sololauf der fragilen Hintergrundtöne rundet das Ganze schließlich ab, sodass mir nur noch zu konstatieren bleibt: Zurücklehnen, Augen schließen, sich entführen lassen, 5/6 verteilen! :yes:

    N'Abend zusammen!

    Der Name Douglas Greed mag im hiesigen Forum zwar höchstwahrscheinlich bisher nur einer spärlichen Minderheit bekannt sein, möchte diesen Status aber mit meiner Hilfe nun ein für alle Mal über Bord werfen. Beste Eigenwerbung liefert der aus Thüringen stammende Produzent, welcher sich hinter diesem Pseudonym versteckt und im wahren Leben seine Rechnungen mit Mario Wilms unterschreibt, mit einem jüngst auf dem Jenaer Label Freude am Tanzen erschienenen Soundtrack zu einem von ihm selbst verfassten Hörspiel, welches sich „Luxusdiskussion“ nennt und grob gesagt die Krise der Musikindustrie im Bereich der elektronischen Musik thematisiert (hier nachzuhören). Stilistisch bewegt sich das überaus atmosphärisch veranlagte Konglomerat dieses sieben Tracks umfassenden Digital-Albums zumeist irgendwo im Grenzbereich zwischen Progressive, Minimal, Techhouse und experimenteller Electronica und behandelt dabei sowohl monoton filettierte als auch filigran melodiebereicherte Gefilde. Herausragendes Beispiel für letztere stellt für meinen Geschmack der Track mit dem interessanten Titel Shining/Nordlicht dar, welcher aufgrund seiner wundervoll düsteren Intensität sicherlich auch den Tellerrand des ein oder anderen TF-Users bereichern könnte und daher das Privileg erhält, von mir im Folgenden mit ein paar blumigen Zeilen gewürdigt zu werden… ;)

    Schimmernde Anleihen einer mystischen Klangfläche sowie subtil durch den Schredder geleitete Melodiefragmente bilden hierbei den Beginn eines äußerst detailverliebt arrangierten Stücks, welches bereits auf den ersten Metern die mit dem Nordlicht assoziierte Kälte polarer Breiten hervorragend in akustischer Form zu entfalten weiß, während im Untergrund eine schön trocken gehaltene Kickdrum mehr und mehr ihr Talent für eine tänzelnde Rhythmusuntermalung entdeckt. Hierauf können die neblig glimmenden Elemente der Melodieebene nun zunehmend akzentuierter ihr überaus abwechslungsreiches Zusammenspiel inszenieren, sodass die Hörerschaft von diesem an die Arbeiten eines Anders Trentemøller erinnernden Soundgerüsts regelrecht entführt wird und sich schließlich in einer unwirklich düster wirkenden Szenerie wiederfindet. Als Hauptdarsteller fungiert dabei vor allen Dingen eine tiefergelegte Klangfolge aus schweren dunklen Flächenstücken, welche sich alsbald in progressiver Manier aus dem Hintergrund herauskristallisiert und sich ein spannendes Duell mit einem subtil knisternden Tonklingeln liefert. Unterbrochen nur von einigen passend eingefügten Kurzbreaks arbeitet sich das Ganze in dieser Form nun auch in die Gunst einiger klickernder Effekte sowie groovender HiHat-Spielereien, ehe innerhalb sowie nach einer weiteren kurzen Unterbrechung die beschriebenen Flächenstücken zu wahrhaft düsterer Größe erwachsen und im Anschluss in Kooperation mit einer dezent brummelnden Basslinewand endgültig den Schalter im hiesigen Track hin zu einer gänsehautbereitenden atmosphärischen Dichte voller schwarzer Magie umlegen. Ergänzt wird diese Entwicklung vom mittlerweile überaus ansehnlich druckvoll angelegten Drumming, welches dem Ganzen einen gehörigen Schub nach vorn verleiht und im weiteren Verlauf eine willkommene Konstante darstellt, während die Melodieebene einem stetigen Wechsel hinsichtlich Instrumentierung und Zusammensetzung unterworfen ist, dabei aber dennoch in keinem Moment die Durchschlagskraft ihrer schwermütigen Intensität vermissen lässt. Ehe der Track dann schließlich schon seinem imho etwas verfrühten Rückbau entgegenblickt, darf die zwischenzeitlich in undurchsichtigen Schwaden aufgetretene Flächenstückmelodie jedoch in einem letzten Kurzbreak noch einmal in voller düsterer Pracht auftreten und ein eindrückliches Solo hinlegen. An verdienten 5,5/6 führt insgesamt gesehen auf jeden Fall kein Weg vorbei! :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Bei der großen Anzahl an hochkarätigen Tracks und Remixen, mit welchen das von mir innig geliebte Produzentenduo Gabriel & Dresden jeden Progressive-Liebhaber bis zu ihrer Auflösung vor ein paar Jahren stets um den Fingern zu wickeln wussten, schien mir die herausragende Überarbeitung des Duncan-Sheik-Titels On A High immer ein absolut unverdientes Schattendasein zu führen. Die Reaktionen meiner Vorgänger führen diese Vermutung jedoch erfolgreich ad absurdum und mir zudem wieder vor Augen, welch große Lücke die beiden in der Welt der elektronischen Tanzmusik doch hinterlassen haben. Dass der Remix mittlerweile auch schon wieder sieben Jahre auf dem Buckel hat, ist meines Erachtens auf jeden Fall in keinem Augenblick ersichtlich, vielmehr unterstreicht das gute Stück einmal mehr die klassische Zeitlosigkeit, welche einem Großteil der G+D-Produktionen innewohnt und als Gabe nur den ganz Großen vorbehalten ist. Alles andere als die Höchstwertung wäre für meinen Geschmack daher hier auch reinste Blasphemie... ;)

    Der gewöhnungsbedürftige Name Zachary Zamarripa weckte zwar bisher keinerlei Assoziationen in mir auf, mit diesem mehr als ansprechenden Beitrag zu Andy Duguids soeben erschienener Mix-CD Miracle Moments liefert der Gute jedoch alles andere als einen schlechten ersten Eindruck ab. Schließlich haben wir es bei Calling mit einem auch für meinen Geschmack ziemlich spannenden, weil nicht allzu sehr auf Stromlinienförmigkeit gebürsteten Vertreter des "modernen" Trance zu tun, welcher sich irgendwo auf der grünen Grenze zwischen Uplifting und Progressive ein pittoreskes Eigenheim eingerichtet und dabei glücklicherweise an wunderbar spätsommerlich schimmernden Klavierklängen nicht gespart hat. Zu Beginn konzentriert sich der Track jedoch erst einmal auf die Entfaltung eines minimalistisch agierenden Drummings, welches alsbald in den Genuss der wärmenden Gesellschaft einiger entspannter Hintergrundflächen kommt; ehe diese in Kooperation mit tänzelnden Alternativtönen allerdings die sphärische Komponente komplett an sich reißen können, steht dem Ganzen noch die Begrüßung einer wunderbar knochentrockenen sowie äußerst effektvoll nach vorn stierenden Bassline, welche sowohl techige als auch elektroide Referenzen mitbringt, ins Haus. Das Stück will sich allerdings nicht zu sehr auf den Untergrund festnageln, sodass im Folgenden bereits wieder die ersten zaghaften Flächenanleihen hinaufschweben und zusammen mit subtilen Klickereffekten einige versöhnliche männliche Vocals aus dem Ärmel zaubern. Abgerundert welchen diese zudem durch eine frische Stakkatomelodielinie sowie die angesprochenen Klavierklänge, welche noch in Fragmenten herrlich klimpernd durch den Hintergrund torkeln. Kurz vor dem Break gewinnt zwar eine synthielastige Alternativmelodie die Oberhand, wird dort dann aber durch eine zurückgelehnte Streicher/Piano/Vocal-Mixtur abgelöst, bevor sich im Anschluss zusammen mit dem minimalistischen Drumming das eigentliche Prunkstück des Tracks in Form einer herrlich verspielten Klavierfolge mit unverkennbarem Hang zum akzentuierten Nachhall endlich auf die große Bühne traut. Selbige entpuppt sich schließlich auch in Zusammenarbeit mit den restlichen Melodieextrakten, welche sich alsbald langsam aber stetig wieder aus dem Untergrund heraustrauen, als tragendes Element des Ganzen, welche die Hörerschaft die beruhigende Wärme der Spätsommersonne quasi in jeder Pore spüren lässt. Dieser organische Charakterzug wird im nächsten Kurzbreak zwar zugunsten der synthielastigen Alternativmelodie zurückgestellt, zunehmender Streichereinfluss beruhigt die Szenerie zusammen mit den Vocals allerdings wieder, ehe im weiteren Verlauf eine weitere Alternativmelodiefolge ins Leben gerufen wird, welche trotz recht typischer Trance-Instrumentierung im letzten Drittel - unterstützt durch die großartig arrangierte Klavierfolge - noch einmal die sphärischen Kohlen aus dem Feuer holen kann. In diesem Zusammenhang verwundert es dann auch nicht, dass den Klaviertönen kurz vor Toreschluss noch eine weitere kleine Solofahrt auf der druckvoll agierenden Bassline gegönnt wird und der hiesige Track mit der Lizenz zum Wegschweben damit seine imho überaus verdienten 5,25/6 endgültig unter Dach und Fach bringt. Mit etwas weniger Vocaleinsatz hätten das übrigens sogar noch etwas mehr werden können... ;)

    N'Abend zusammen!

    Nachdem das Karlsruher Produzentenduo Âme (nur echt mit „accent circonflexe“!), bestehend aus Kristian Beyer und Frank Wiedemann, den Weg in die hiesige Tracksrubrik ausschließlich über ihr bisher bekanntestes Stück namens Rej geschafft haben, möchte ich mit der Vorstellung einer frischen Platte der beiden ein wenig Entwicklungshilfe leisten. Schließlich wird auch darauf wieder einmal eine überaus geschmackssichere Mischung zelebriert, welche sich vom großen Grabbeltisch der elektronischen Musik nur die besten Essenzen herausgesucht hat und dabei ein atmosphärisches Kind geboren hat, welches nicht nur den Weg für neue Hörgewohnheiten freimacht, sondern - gibt man dem Ganzen etwas Zeit - eine ungeheure Faszination zu entfalten weiß. Erschienen ist der Two-Tracker auf jeden Fall im Juli auf dem hauseigenen Label Innervisions und wartet nur darauf, die Grenzen eures musikalischen Tellerrands auszutesten… ;)

    Das auf den ersten Blick recht exotisch betitelte Rrose Sélavy entpuppt sich nach kurzer Wiki-Recherche als Künstlername des französischen Malers Marcel Duchamp (1887-1968), welcher bei korrekter Aussprache den gleichen Klang haben sollte wie „Eros, c’est la vie“. Ob allein die frankophile Ader der beiden Produzenten hier ausschlaggebend für die Wahl des Tracknamens war, lässt sich wohl nur spekulieren, halten wir uns also besser wieder an die Fakten und konstatieren, dass das dazugehörige Stück sich zu Beginn in gemächlicher Geschwindigkeit erst einmal genug Zeit nimmt, sich seine Zutaten zusammenzusuchen. Dazu gehören im Einzelnen rumpelnde Drummingausschmückungen, ein dezent sirrender Hintergrundton sowie ein alsbald in die Runde geworfenes Basslinefragment, auf welchem sich nun langsam aber stetig die ersten Melodieandeutungen sammeln und zunächst noch in losem Zusammenhang auf den Plan treten. Tiefergelegte Vocalsamples, geheimnisvolle Wortmeldungen von einigen Streichern sowie der mittlerweile immer mal wieder sanft ausbrechende Hintergrundton paaren sich dabei mit klimpernden Melodieeffekten und kurzen Tonschreien, sodass das Ganze mehr und mehr ein überaus spannungsgeladenes Ambiente entfalten kann. Im weiteren Verlauf erhalten die äußerst feinsinnig arrangierten Melodieelemente dann peu à peu mehr Spielraum und lassen die sphärische Ader des Stücks zunehmend von mystischen in Richtung melancholischer Gefilde hinüberlaufen, in welchen der gemeine Hörer sich wunderbar verlieren kann. Dazu trägt auch der überaus progressiv gestaltete Trackaufbau bei, sodass in ständig neuen Zusammensetzungen der sphärischen Elemente trotz der minimalen Ausrichtung des Ganzen in meinen Ohren keinerlei Anflug von Langeweile auszumachen ist – ganz im Gegenteil gerät das Stück immer dichter und stellt dabei zudem in regelmäßigen Abständen neue (mal mehr, mal weniger) abstruse Elemente vor. Unterbrochen wird der Fluss nur von einem kleinen Break, in welchem fast jedes Melodiefragment kurzzeitig einmal durch den Vordergrund huscht, ehe die kantigen Geräusche einer alten, schon lange nicht mehr geölten Maschine gekonnt Nadelstiche setzen und das Drumming wieder aus dem verstaubten Keller holen. In dieser Phase müssen sich die vielseitigen melodischen Ansätze zwar zunächst mit der Zuschauerrolle begnügen, setzen sich aber im letzten Drittel dann doch noch ein letztes Mal durch, um dem Ganzen die finale Melancholie einzuhauchen, bevor ein subtil rumpelndes Outro schlussendlich die imho mehr als verdienten 5,5/6 für dieses außergewöhnliche Hörerlebnis unter Dach und Fach bringt. :yes:

    Wem der vorangegangene Track zu abgefahren war, sollte allerdings nicht den Fehler begehen, die auf der B-Seite befindliche Junggesellenmaschine in denselben Topf zu werfen und eine Hörprobe zu schmähen. Schließlich zeigt sich erwähntes Stück im internen Vergleich etwas weniger verkopft und dafür eine gute Prise zugänglicher, wenngleich wir es hier natürlich immer noch mit einem Gesamtkunstwerk zu tun haben, welches erfahren werden möchte und daher zum entspannten Nebenbeihören ebenso wenig geeignet ist wie sein Vorgänger. Dennoch ist das Ganze hier eine gute Ecke druckvoller angelegt, wovon die schlackernden Melodieloops bereits von der ersten Sekunde an erzählen und mit zunehmender Dauer in dieser Einstellung von einer grummelnden Basslinewand, in dezenter Manier klingelnden Begleittönen sowie allerhand im Hintergrund raunenden Vocalsamples unterstützt werden. In atmosphärischer Hinsicht werden dabei zunehmend düstere Gefilde angepeilt, wobei als Eingangsschleuse ein hervorragend in Szene gesetztes Zisch-Stakkato passiert wird, ehe sich aus dem techhousigen Untergrund heraus eine prägnante Melodieebene emanzipiert und langsam aber stetig in Form einer sphärisch sehr intensiv anmutenden Flächenansammlung sowie monoton schnappender Stakkatotöne im Hintergrund zu einer Säule des hiesigen Stücks avanciert. Besonders das kontrastreich-progressive Zusammenspiel aus dunklem Untergrund und den variationsreichen Melodieversatzstücken weiß in diesem Zusammenhang zu gefallen und nimmt die Hörerschaft, sofern sie sich darauf einlässt, in ihrer Intensität regelrecht gefangen. Abrupt aufgeschreckt durch das anstehende Break stehen dann zwar kurzzeitig die monotonen Begleittöne im Vordergrund, lassen sich jedoch recht schnell wieder zerhackstückeln und ins Exil jagen, sodass nach einem kurzen Moment der Besinnung schließlich das wiedereinsetzende Drumming mitsamt der wunderbar düster grummelnden Basslinewand dankbar den freigewordenen Platz einnimmt. Selbiger ist ihnen jedoch nicht allzu lang als Experiment für eine Solofahrt zugedacht, denn aus dem Untergrund meldet die bekannt verschrobene Melodieebene deutlich Ansprüche an, den Track noch einmal sphärisch zu intensivieren. Abgerundet durch diese letzte Verdichtung, in der sich zum Abschluss in Form von entspannten xylophon-artigen Alternativtönen sogar so etwas wie Milde nach dieser aufwühlenden Klangreise breitmacht, konzentriert sich das Ganze nunmehr auf seinen herrlich subtil vorgetragenen Rückbau sowie die Entgegennahme glänzender 5,5/6. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Überaus gelungene Remix-EP, welche sich nicht nur zwei bereits im Original des Schweden-Duos Minilogue äußerst atmosphärisch veranlagte Tracks vorgenommen hat, sondern diese durch solche Koryphären wie Eulberg und Cooper auch sogleich in unnachahmlicher Manier veredelt. :D

    Certain Things im Dominik Eulberg Remix beispielsweise zeigt sich für meinen Geschmack bereits im Intro mit der Entwicklung eines detailverliebt-klickernden Untergrunds auf der Gewinnerseite, wohin es alsbald auch eine satte Kickdrum zieht, welche in ihrem immer wieder über ihre eigenen Beine stolpernden Rhythmus die Aufmerksamkeit des Hörers ebenfalls merklich schnell auf sich zieht. Dazu kreucht und fleucht es unentwegt im Hintergrund weiter und es dauert naturgemäß nicht allzu lang, bis sich auch die ersten verträumten Melodieversatzstücke von diesem Ambiente angezogen fühlen und in einer überaus hellen Instrumentierung das Ganze mehr und mehr in Richtung Schwebezustand locken, ehe eine stakkatiert marschierende Bassline sich dazugesellt und diese Entwicklung mit ihrem Druckpotenzial kontrastiert. Dennoch finden beide Elemente erstaunlich rasch eine gemeinsame Linie, welche die Melodietöne zunehmend souveräner auf dem nach von treibenden Drumming segeln sieht und auch vor unterstützenden Alternativ-Synthietönen keinesfalls die Tür zuschlägt, wie im folgenden Kurzbreak bestens zu beobachten ist. Progressiv, verspielt und in ständig neuen Formationen präsentieren sich in dieser Phase die durch den Raum flitzenden Melodieextrakte, welche auch in Kooperation mit dem Drumming ihr sphärisches Potenzial offenbaren können, mit der Zeit allerdings wieder deutlich subtiler auftreten und damit den Weg für ein weiteres Break ebnen. Selbiges zeigt sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger deutlich epischer, sodass einige der bisherigen Melodieelemente zunächst in gelungen flächiger Manier die Intensitätsleiter hinaufklettern, um kurz vor der obersten Sprosse wieder aus dem Tritt zu kommen und stattdessen den Atem der schwebenden Tonfolge vom Beginn spüren, welche im weiteren Verlauf ein herrlich vertrackt-sphärisches Solo hinlegt. Hierbei könnte man beinahe die sprichwörtliche Nadel ins Gras fallen hören, wären da nicht die knisternden Drummingeffekte, welche sich als Melodiepolster in Szene setzen können, ehe auch die Bassline wieder aus ihrer Siesta zurückkehrt und alsbald die Komplettierung des Untergrunds forciert. Das letzte Drittel gehört dann noch einmal der Entfaltung der hervorragend à la Eulberg verspulten Melodieebene, welche zusammen mit weiteren Alternativtönen ein letztes Mal die wunderbar mystische Ader des Tracks hervorhebt und schließlich in einem Outro subtil abebbt. Summa summarum wieder einmal eine Westerwälder Klangkullise vom Feinsten, welche ich mit nicht weniger als 5,25/6 belohnen möchte. :yes:

    Etwas weniger vertrackt ihre sphärischen Runden ziehend zeigen sich die Melodieelemente dagegen in Seconds im Max Cooper Remix, welcher das ambient orientierte Original in fabulöser Art und Weise in ein düsteres Atmospheric-Techno-Opus verwandelt und mir einmal mehr vor Augen führt, warum er derzeit zu meinen Lieblingsproduzenten im Bereich der elektronischen Tanzmusik gehört. Mit dezent schwebenden Flächenanleihen sowie einer geloopten Arpeggio-Tonfolge auf einem in Watte gehüllten Klickeruntergrund beweist die Überarbeitung jedenfalls schon zu Beginn in meinen Ohren Geschmack und macht sich um die Entfaltung einer in dieser Phase noch recht verträumt anmutenden Stimmung verdient, bevor im Folgenden die flächigen Melodieelemente zunehmend die Initiative ergreifen und auf ihrem Weg nach vorn schließlich sogar eine herrlich grummelnde Basslinewand um den Finger wickeln. Dies wird ihnen jedoch sogleich zum Verhängnis, plustert sich die Bassline doch in dieser Phase für einige Momente äußerst bedrohlich auf, ehe die Melodieebene sich aus dieser misslichen Lage doch noch befreien kann und eine mit kräftigen Klangfarben gewürzte Alternativtonfolge ins Rennen schickt, welche sich auch gegenüber den mächtigen Basstönen etablieren kann und schließlich in Kooperation mit dieseen den Track zudem mehr und mehr in Richtung düsterer Gefilde lenkt. Nur sporadisch kann dieses Zwiegespräch im weiteren Verlauf passend ergänzt werden, zu nennen sind dabei einige kontrastierend helle Melodietöne sowie ein sirrendes Riff à la Max Cooper, welche aber immerhin dafür sorgen, dass die düster verdichtete Atmosphäre des Stücks in keinem Moment auch nur den Anschein macht, etwas von ihrer Intensität zu verlieren. Im Mittelteil des Stücks setzt sich im Anschluss an ein Kurzbreak, welches die dominierende Melodielinie im Nirwana verschwinden sieht, dann aber doch noch das Riff mit allerhand sirenenartig verstärkten Flächenstücken im Gepäck durch, sodass der geneigte Hörer sich wieder einmal in bester Manier in der typisch Cooper'schen Dunkelkammer suhlen kann. Die in den Hintergrund verdrängten Melodiestrukturen wollen sich jedoch noch nicht komplett geschlagen geben und entpuppen sich schließlich im finalen Zusammenspiel aller Elemente als gehaltvolle Stichwortgeber der schwermütigen Sirenen, ehe das Ganze sich wieder subtil zurückbaut und schlussendlich garniert mit imho verdienten 5,5/6 Raum und Zeit verlässt... ;)

    Ich bin im Bereich der elektronischen Musik ja bekanntermaßen kein allzu großer Vocal-Freund, You Are Not Alone des niederländischen Produzenten Mason gehört jedoch genau zu der rar gesähten Sorte von Tracks, welche auch meine Wenigkeit nicht nur aufgrund ihrer Distanz zu den sterilen 0815-Armada-Pop-Nummern zu überzeugen weiß. :yes:

    Schließlich wartet der Original Mix mit einer perfekten Symbiose aus melancholischen Melodieansätzen, einer außerordentlich elektroid beeinflussten Bassline sowie ausgefallenen weiblichen Vocals mit dem gewissen Etwas auf, welche den Hörer mit zunehmender Laufzeit immer deutlicher in Trance wiegen. Den Anfang machen dabei jedoch die sphärischen Melodieextrakte, welche in einem kleinen Intro bereits ihr besänftigendes Potenzial andeuten können und dies alsbald in Zusammenarbeit mit einem minimalistischen Drumming sowie einigen stakkatierten Alternativtönen stetig weiter ausbauen, während im Untergrund nun immer öfter die wunderbar knarzend geratene Bassline vorbeischaut. Zunächst geschieht dies zwar nur in Form einiger gehaltvoller Windböen, wenn sich im Folgenden die ersten Gesangsabschnitte aus dem Hintergrund schälen, etabliert sich die Bassline jedoch schließlich als vollwertiges Mitglied des hiesigen Tracks und kontrastiert durch ihr druckvoll nach vorn ausgerichtetes Wesen in bester Manier die spannenden Vocals in ihrer hellen Klangfarbe. Besonders gut zu beobachten ist dieses gelungene Zusammenspiel dabei während des Refrains, in dem der Gesang sich noch einige Töne weiter nach oben schraubt und die melancholische Ader des Ganzen, welche durch die einfühlsamen Melodiespuren stets hoch gehalten wird, eine gute Ecke intensiver unterstreicht. Die nächste Phase kommt dann wieder ohne die interessanten Vocals (denn auch das zeichnet für meinen Geschmack gute Vocal-Stücke aus!) und gibt stattdessen der knarzenden Bassline die Chance für einige wellige Ausflüge, ehe im anschließenden Kurzbreak die melancholischen Melodietöne im Vordergrund stehen und aus jenem im weiteren Verlauf zusammen mit dem wiedereinsetzenden Bassline-Vocal-Gemisch sogar deutlich gestärkter hervortreten. Dies führt dann soweit, dass sie mit mehr und mehr flächiger Unterstützung im nächsten Refrain auch die Bassline in den Schatten stellen können und mit einer nicht geahnten sphärischen Intensitätssteigerung den Track mehr als überzeugend abrunden. Der Rückbau des Ganzen zieht sich dann sogar komplett ohne Knarz-Attitüde vonstatten und verliert sich viel lieber in einem Outro, in dem die Melodieloops sich sanft vom gemeinen Hörer verabschieden und mit verdienten 5,5/6 im Dunkel der Nacht verschwinden. :D

    Doch auch der Glenn Morrison Remix soll hier nicht unerwähnt bleiben, stellt er doch eine imho gelungene proghousige Überarbeitung des Originalthemas dar, welche auch das nötige Maß an Eigenständigkeit nicht vermissen lässt. Mit einem stakkatierten Basslinefragment sowie orientalisch anmutenden Drummingspielereien legt das Ganze dem Hörer jedenfalls schon zu Beginn nahe, dass hier ein etwas anderer Wind weht, welcher im weiteren Verlauf durch alternative Melodiespritzer noch einmal ausgebaut wird und nach einer ersten Anschwillaktion auch mehr und mehr Groove im Arsch offenbart. Das Arrangement des Remixes wirkt zudem um einiges detailverliebter als im Original, wenn sich ständig neue Melodie- und Effektfetzen die Klinke in die Hand geben, ist jedoch in sphärischer Hinsicht in dieser Phase im Vergleich doch um einiges schwächer anzusiedeln. Dies ändert sich auch mit dem Einsatz der ersten bekannten Vocalelemente erst einmal nur wenig, wenn auch einige sirrende Alternativtöne sowie eine weitere Anschwillaktion sich allergrößte Mühe geben, dem mittlerweile wunderbar groovig agierenden Stück mehr Atmosphäre einzuhauchen und während des Refrains unermütlich gegen die vorherrschende Distanziertheit ankämpfen. Selbige löst sich jedoch erst ganz allmählich auf, wobei im folgenden Kurzbreak initiierte, druckvolle Effektwellen den Anfang dieser Entwicklung einläuten, welche im nur wenig später auf dem Plan stehenden zweiten Break, in dem sich die schwebenden Originalvocals mit epischen Streichern zu einer melancholischen Reise aufmauchen, ihren Lauf nimmt. Der nach vorn schielende Untergrund meldet allerdings nach einer nicht allzu opulent ausgefallenen Kunstpause ebenfalls alsbald wieder seine Ansprüche im hiesigen Stück an, legt dabei eine weitere gelungene Anschwillaktion aufs Parkett und kokettiert im Anschluss endlich in wahrhaft sphärischer Manier mit der vielschichtigen Melodieebene, während wiederum die Vocals eine Schweigeminute zelebrieren. Letztere kehren allerdings im letzten Drittel noch einmal furios zurück, um das gänsehautlastige Finale dieser wunderbar progressiven Überarbeitung in die Wege zu leiten und schlussendlich hübsch anzuschauende 5/6 abzustauben. ;)

    N'Abend zusammen!

    Dass meine Netzdurchforstungen nach Hintergrundinformationen über einen bestimmten Produzenten zum Zwecke der Ausschmückung meiner Rezension wirklich rein gar nichts zu Tage fördern, passiert auch nicht alle Tage. So geschehen bei Konektiv, verantwortlich für die letzte Veröffentlichung auf Hope Recordings, dem Label des von mir sehr geschätzten Nick Warren, auf der sich insgesamt drei interessante Stücke tummeln und einen abwechslungsreichen Bogen durch die melodiebetonte Welt progressiver elektronischer Musik spannen. Mal schauen dabei techhousige Strukturen um die Ecke, mal sind es ambiente Referenzen, doch stets wird die sphärische Komponente betont und damit der Tellerrand unseres Forums bestens bedient, wie ich finde. Das Ganze ist auf jeden Fall Ende Juli erschienen, trägt den Namen Envolver EP und wartet nur darauf, hier via Soundcloud in voller Länge in eure Gehörgänge aufgenommen zu werden. :yes:


    Envolver als titelgebendes Stück der EP wartet sogleich mit einer geballten Portion emotionaler Melodiepfade auf, wenn zunächst auch das Hauptaugenmerk auf der Entfaltung eines minimalistisch anmutenden Drummings liegt, welches vor allen Dingen mit seiner wunderbar groovenden Stakkato-Bassline die Aufmerksamkeit des gemeinen Hörers zu bündeln vermag. Zwischendurch schimmern zwar bereits die ersten flächigen Melodieanleihen in sanften Wellen hindurch, müssen sich jedoch erst einmal vom Fluss des schaukelnden Untergrunds beugen, bevor sie sich im Hintergrund dann doch mehr und mehr konspirativ zusammenschließen und eine friedliche Revolution planen, welche den Track zusehends auch sphärisch befeuert, wenn die Melodieebene in Kooperation mit alternativen Arpeggios immer deutlicher aus ihrer Nebenrolle heraustritt und den Track mit einer stimmungsvollen Gemütslage irgendwo zwischen Herbstmelancholie und Spätsommergenuss ausstattet. Dies hat zur Folge, dass im weiteren Verlauf sogar das Drumming die weiße Fahne schwenkt und ein für meinen Geschmack deutlich zu lang geratenes Break auf den Plan tritt, welches zunächst den bekannten Melodiefolgen eine atmosphärisch gehaltvolle Solofahrt gönnt, ehe das Ganze sich allmählich wieder etwas zurückbaut und die Arpeggios etwas subtiler auf den Flächen tänzeln lässt. Diese Entwicklung soll sich jedoch alsbald wieder umkehren, wenn die Melodieelemente sich erneut langsam aber stetig verdichten und das Stück in einen ambienten Schwebezustand versetzen, nur um im Anschluss sich mehr und mehr zerhackstückseln zu lassen, bis das Break schlussendlich in einem kurzen Moment der Stille verfällt. Aus dieser imho mittlerweile etwas lethargisch wirkenden Stimmung steigt dann aber immerhin noch einmal die groovende Stakkato-Bassline hervor; ihr Versuch, im letzten Drittel wieder etwas mehr Druck zu entfalten, scheitert allerdings bereits nach wenigen Momenten, wenn das Stück endgültig implodiert. Alles in allem muss der Track trotz dieser Abstriche dennoch nicht um seine 4,75/6 fürchten… ;)

    Zudem zeigt sich Seiz im Anschluss als überaus schnell lernfähig, mäht es doch sämtliche Abstriche, die ich beim Vorgänger noch bemängelte, in nicht zu ahnender Souveränität nieder und präsentiert sich als Atmospheric Techno par excellence, dem das Zusammenspiel aus druckvollem Untergrund und äußerst sphärischer Melodieextrakte hervorragend gelingt. Denn auch wenn die Kickdrum im Intro noch einigermaßen holprig agiert, so ist damit schnell Schluss, wenn alsbald im Untergrund Industrial-affine Klangwellen sowie eine geradlinig drückende Bassline initiiert werden und die ersten sphärischen Fingerzüge in Richtung düsterer Gefilde von sich geben. Kontrastiert wird diese Entwicklung zudem durch die helle Instrumentierung einer im Folgenden wie Phönix aus der Asche erwachsenden Melodielinie, welche immer wieder flehende Nadelstiche im dunklen Ambiente des Stücks setzt, ehe im Anschluss wieder die Klangwellen die Oberhand übernehmen und in ihrer verzerrten Ästhetik auch als Soundtrack von Sodom und Gomorrha durchgehen würden. Dennoch kommt auch die Melodieebene in dieser Phase nicht zu kurz, wenn eine rollende Tonfolge in den Track eindringt und sich im weiteren Verlauf einen gelungenen Schlagabtausch mit den hellen Melodietönen liefert, die wiederum zwischendurch auch vor einigen hoffungsvollen Alternativtönen, welche das Ganze kurzzeitig nicht mehr ganz so düster wie zu Beginn erscheinen lassen, nicht zurückschrecken. Ein anstehendes Kurzbreak forciert dann zwar wieder die verzerrten Klangwellen, in Kooperation mit dem drückenden Untergrund ist es jedoch erneut die helle Melodiefolge mitsamt ihrer hoffnungsvollen Schwester, welche den Ton anzugeben weiß. Dies wird bis zu einem weiteren Kurzbreak fortgeführt, sodass im Anschluss wieder die klagenden Klangwellen ihre düstere Ader mit dem geneigten Hörer teilen, ehe bisher noch nicht gehörte, schleppende Melodiestrukturen aus dem Untergrund hervorkriechen und schließlich zusammen mit den hellen Melodietönen die progressive Bauart des Tracks unterstreichen. Zu allem Überfluss tauchen im letzten Drittel dann auch noch zitternde Tonexperimente auf, welche das Ganze zusammen mit den Industrial-Effekten wieder in Richtung Schwermut abdriften lassen, wobei dieser Trend auch von den noch ein letztes Mal herbeigerufenen, hellen Melodietönen nicht mehr aufgehalten werden kann. Summa summarum ein Track, der auch beim x-ten Hördurchlauf noch neue Strukturen offenbart und meinen Geschmack voll ins Schwarze trifft, ergo 6/6. :D

    Bei Vuelo, dem Dritten im Bunde, schlägt dann das Ambient-Pendel im internen Vergleich am deutlichsten aus, sodass es bereits im Intro allerhand durch den Raum geisternde Melodiefragmente zu bestaunen gilt. Begleitet werden diese von neblig-zischenden Effekten, welche im Hintergrund permanent für leichte Aufruhr sorgen und schließlich auch als Initiator eines in Samthände gebetteten Drummings auftreten, während parallel dazu flächige Alternativtöne die sphärisch-schwebende Ader des Ganzen ergänzen. Im weiteren Verlauf gesellen sich dann auch einige Bassline-Ansätze dazu, welche für subtil düstere Kontrastpunkte sorgen, während die Melodieebene sich zunehmend verdichtet und stetig weitere Melodiefragmente aus ihrem Repertoire zum Besten gibt, bis dass das Ganze schließlich in dieser Formation ein Break ansteuert. Dass auch hier die irgendwo zwischen durchdrogt und entspannt hinwegschwebend zu charakterisierende Atmosphäre nicht in der Mottenkiste verschwindet, steht außer Frage, sodass der Hörer sich unentwegt von den anmutig tänzelnden Melodiestrukturen in Trance versetzen kann, ehe das Wiedereinsetzen des überaus zurückhaltenden Drummings dem Ganzen wieder etwas mehr Druck verleiht. Das Zusammenspiel aus geloopten Arpeggios, mystischen Flächenstücken sowie allerhand klickernder Effekte im Hintergrund, welche sich in progressiver Manier in ständigen Instrumentierungs- und Intensitätswechseln die Klinke in die Hand geben, findet jedoch auch bis zum nächsten Kurzbreak seine Fortsetzung. In und im Anschluss an letzteres geben sämtliche Melodieelemente allerdings kurz hintereinander den Löffel ab, sodass der Track sich auf den letzten Metern noch einmal in seiner detailverliebten Effektwahl suhlen kann, ehe die Vergabe verdienter 5/6 auf dem Plan steht. :yes:


    Greetz;
    :: der hammer ::

    Wahrlich ein sehr spannender Track des mir bisher noch nicht untergekommenen Schweden-Duos Ticon, für dessen Vorstellung ich auch sogleich unserem treuen User e-music meinen Dank aussprechen möchte. Schließlich haben wir es bei der Hommage an das Jahr 1987 in der Tat mit einem mehr als gelungenen Zwitterwesen irgendwo zwischen Psy und Progressive Trance zu tun, welches nicht nur überaus erfolgreich mit einem kraftvollen Drumming schäkert, sondern dem geneigten Hörer durch seine oldschoolig arrangierten Melodieelementen zudem eine abwechslungsreich sphärische Reise auf dem Silbertablett serviert. Das beginnt bereits mit den im Intro vom Stapel gelassenen Arpeggios, welche in ihrem wunderbaren Retro-Gewand die ersten geheimnisvollen Schwaden der hiesigen Atmosphären zu verbreiten imstande sind, während parallel dazu der Untergrund langsam aber sicher aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und alsbald mit einer grimming grummelnden Bassline einen düsteren Gegenpart zu der im weiteren Verlauf durch Streichereinsatz unterstützten Melodielinie etabliert. Ein stakkatiertes Intermezzo der Arpeggios kündigt dann schließlich die Vervollständigung des druckvoll agierenden Drummings an, zugunsten welchem jene allerdings zunächst einmal aus dem Stück verscheucht werden, sodass sich der in herrlich deepen Gefilden wohlfülhlende Untergrund noch eindrücklicher in Szene setzen kann, wohingegen die Melodieebene auf immer wieder passend eingeworfene Synthietöne mit der gewissen Portion Nachhall reduziert wird. Angereichert wird das Ganze in dieser Phase desweiteren mit einigen schwappenden Effekten, welche sich besonders gut mit den bekannten Melodietönen verstehen und alsbald auch die Arpeggios wieder aus dem Hintergrund hervorlocken können, sodass diese im anschließenden Break in Kooperation mit weiteren Streichern und der als subtile Wand auftretenden Bassline, welche sich zunehmend elektroider präsentiert, eine weitere sphärische Intensitätssteigerung forcieren können. Nach Ende des Breaks steht dann zwar eine Drummingphase an, welche vor allen Dingen der kraftvoll grummelnden Bassline huldigt, die ersten Melodiespritzer warten jedoch bereits hinter der nächsten Ecke auf ihren kommenden Einsatz, woraufhin der Track überraschenderweise ein zweites Break anpeilt, welches zwar anfangs noch in quietschenden Effekten auf kraftvollen Breakbeats seine Erfüllung findet, im weiteren Verlauf allerdings wieder die Vereinigung sämtlicher Melodieelemente feiert. Zusammen mit dem Drumming überleben von dieser sphärischen Sause zwar zunächst nur die Arpeggios, im letzten Drittel geben sich jedoch auch die Synthietöne noch einmal die Ehre, ehe das Ganze im Folgenden wieder langsam zurückgebaut wird und schlussendlich nur noch die Arpeggios in einem Outro zurücklässt. Summa summarum kann ich mich jedenfalls ohne Vorbehalt reisis weisen Worten anschließen:

    Zitat

    Absolut fetter Track. Oldskoolig, progressiv, deep, toller Psy-Touch. Schöne Bassline. 5,5/6 mit Luft nach oben.

    :happy:

    Ich will jetzt nicht so weit gehen und Eric Prydz bei dieser Platte das Privilegium einer kreativen Auszeit unterstellen, aber die beiden hiesigen Tracks weisen für meinen Geschmack im Vergleich mit seinem Pryda-Backkatalog dann doch einfach zu viele Parallelen auf, um großartig oberhalb einer Durchschnittsplatte angesiedelt zu werden...

    Niton zum einen kann sich beispielsweise nur in wenigen Momenten von seinem großen Vorbild Pjanoo wirklich lösen, zu dominant wird hier das überaus erfolgreiche Schema noch einmal in leicht veränderter Instrumentierung heruntergebetet und frischen Impulsen der Riegel vorgeschoben. Bereits im Intro kristallisieren sich dabei, nachdem die ersten Sekunden einem tickernden Wecker sowie einem unscheinbaren Melodiefragment gehören, die Strukturen der bekannten Tonfolge heraus, wobei der klassische Pianoklang zwar helleren Synthiefarben gewichen ist, der geneigte Hörer dennoch unvermeidlich ein Déjà-Vu erlebt. Immerhin passt der alsbald einsetzende Groove einer tänzelnden Bassline wie angegossen auf die initiierten Melodiefolgen, welche im weiteren Verlauf in Kooperation mit einer satten Kickdrum nicht nur mehr und mehr den typischen Pryda-Loop verinnerlichen, sondern im folgenden Kurzbreak auch eine unaufgeregte Anschwillaktion aufs Parkett legen, ansonsten aber für meinen Geschmack eher gepflegte Langeweile zelebrieren. Selbige lässt sich auch im Anschluss nicht abschütteln, wenn die Melodieebene sich zunehmend in den Hintergrund des Tracks zurückdrängen lässt und dem respektabel groovenden Untergrund eine kleine Solofahrt zugestanden wird, ehe das nächste Kurzbreak auf der Agenda erscheint und erst einmal wieder der zurückgekehrten Pjanoo-Melodielinie genug Zeit und Raum zur Verfügung stellt, um sich entsprechend im hiesigen Stück einzurichten. Der Einsatz der Begleitklänge aus dem Intro stellt dann nur noch eine Formsache dar, sodass einem weiteren vermeintlichen Höhepunkt nichts mehr im Wege steht, die alsbald unverblümt eingesetzte Instrumentierung des Originals aus stakkatiertem Piano und einigen Streichern machen dieser Entwicklung jedoch einen Strich durch die Rechnung, denn spätestens hier wird die Hörerschaft von chronischem Kopfschütteln aufgrund der alles andere als subtilen Einbettung des Vorbilds befallen. Da können auch einige nett gemeinte Vocalschnipsel sowie eine interessante Synthiewelle, welche nach Einsetzen des Drummings in abwechslungsreicher Manier im Hintergrund durch die Melodietöne pflügt, nicht mehr allzu viel retten, trotz eines gelungen sphärischen Outros sind hier meines Erachtens nicht mehr als durchschnittliche 3,5/6 drin. :p

    Vega entpuppt sich zwar ebenfalls nicht als Höhepunkt der Prydz'schen Biographie, biedert sich aber immerhin nicht so ungestüm an einen bestimmten Track an, wie es der Vorgänger getan hat, sondern verbaut seine Versatzstücke aus dem Sammelsurium der Pryda-Tracks weit weniger augenfällig in einem entspannten Ambiente irgendwo zwischen Progressive und Techhouse. Zu Beginn dominiert dabei ein montones Melodiefragment auf einem leicht wattedurchtränkten Untergrund, während an den Außengrenzen des Stücks langsam aber sicher eine elektroid inspirierte Melodielinie Fuß fasst und zusammen mit spannend zerhäckseltem Stimmengewirr zunehmend an Einfluss gewinnt und kaum Notiz von einer alsbald sich dazugesellenden Stakkato-Bassline in subtiler Optik nimmt. In dieser Formation peilt das Ganze dann sein erstes Kurzbreak an, welches zunächst vor allen Dingen von den beschriebenen Stimmfragmenten getragen wird, im weiteren Verlauf aber das stetige Anschwellen der elektroiden Melodielinie hin zu einem flächig verstärkten Hauptdarsteller vermerkt, ehe das Drumming fast unbemerkt wieder die Initiative ergreift und den bisherigen Melodieelementen sanft schimmernde Synthietöne unterjubelt. Mit diesen entdeckt der Track zwar mehr und mehr sommerliche Gefilde, muss sich im Mittelteil jedoch kurzzeitig einer Phase beugen, in welcher der minimalistische Untergrund mit einer leicht bedrohlich abdriftenden Stakkato-Bassline in Kombination mit den stets begleitenden Stimmfragmenten Vorlieb nimmt, ehe sich daraus eine Alternativmelodiefolge entwickelt, welche nicht nur das nächste Break einläutet, sondern auch den elektroiden Melodietönen zu einer gelungenen Rückkehr verhilft. In unterschiedlicher Intensität sowie alsbald unterstützt von einem sirrenden Synthie wird diesen nun der rote Teppich ausgerollt, bis dass nach einer weiteren unaufgeregten Anschwillaktion auch der entspannte Fluss des Drummings wieder seine Vorzüge auf den Tisch legt, sodass der Track sich im letzten Drittel noch einmals vollends auf seine sommerlichen Qualitäten verlassen kann. Dass schlussendlich auch hier erst ein Outro den Deckel zumacht, mag zwar nicht zu erwarten gewesen sein, fügt sich für meinen Geschmack jedoch als Hommage an das zerhäckselte Stimmengewirr mehr als passend in den 4,75/6er-Eindruck. :yes: