Beiträge von hammer

    In seinem erstaunlich trancig inspirierten Gewand hat sich Unprepared in den letzten Wochen auch in meinen Ohren unweigerlich festgesetzt und beweist einmal mehr die Vielseitigkeit, mit der ein Haudegen wie Marco Verkuylen nach so vielen Jahren im Geschäft immer noch unterwegs ist. :yes:

    Mit seinen klickernden Klangelementen, welche zu Beginn in einem intro-artigen Zustand auf die Hörerschaft losgelassen werden, spielt der Extended Mix jedenfalls erst einmal mit der Erwartungshaltung und geizt auch nicht mit einer ersten überraschenden Wendung, wenn sich nach dem zurückhaltenden Anfangsmomenten ein irgendwo zwischen proghousigen und elektroiden Gefilden herumirrendes Drumming etabliert, welches vor allen Dingen durch seine stakkatierte Bassline in leicht drückender Bauweise auf sich aufmerksam macht. Im weiteren Verlauf gefällt sich diese nun zunehmend besser in der Rolle des immer wieder spannungstechnisch gelungen an- und abschwillenden Motivators, sodass sich auch einige prägnante Melodiefragmente nicht mehr länger diskriminiert fühlen und das Ganze nun zudem sphärisch etwas befeuern. Während der Untergrund dabei zwischen breitwandiger und stakkatierter Instrumentierung schwankt, zeigt auch die Entwicklung der sphärischen Intensität eindeutig nach oben, sodass mehr und mehr euphorische Charakterzüge zu erkennen sind. Für die nötige Portion Abwechslung sorgen dabei nicht nur immer mal wieder eingestreute Kurzbreaks, in den die melodische Komponente in den Hintergrund tritt, im Mittelteil tauchen während eines ausnahmsweise einmal etwas länger gehaltenen Breaks unvermittelt männliche Vocalsamples auf, welche angenehm unprätentiös und weit entfernt von trancigen Standarditäten den interessanten Vorlauf für das nun emporwachsende Flächenmelodiekonstrukt bilden, mit welchem der Track im weiteren Verlauf in Zusammenarbeit mit den restlichen Elementen seinen frühlingshaft-euphorischen Höhepunkt zelebriert. Reduziert auf Drumming und Vocals setzt Marco V zwar schnell wieder auf das erfolgreiche Pferd der Abwechslung, doch bedeutet diese schließlich auch die nicht minder rapide Rückkehr zum trancigen Klangspektrum, bei dem erneut die Melodietupfer vom Beginn in herausragend sphärischer Stellung agieren. Trennen sich im Anschluss die Wege von Melodieebene und Drumminguntergrund wieder, schlägt die letzte Minute dieses Stücks, welches für meinen Geschmack mit nicht weniger als 5,25/6 dekoriert werden sollte. :D

    Dem Original habe und werde ich zwar aufgrund massiver Standardschlagertrance-Befürchtungen keine Minute meines Gehörs schenken, aber mit dem Cosmic Gate Remix, der mir am vergangenen Wochenende im ASOT400-Stream über den Weg lief, kann auch ich mich problemlos anfreunden. Mit einer vehement düster drückenden Basslinewand sowie monotonen Begleittönen ist das Ganze dabei sicherlich nicht nur meilenweit von diffus zuckrigen Pop-Anleihen entfernt, auch mit den Vocals von Sarah Howells muss man sich nicht pausenlos (anders als im Original, wie ich mal schwer bei einem JoC-Track vermute) befassen, da sie in stoischer Ruhe erst einmal nur als äußerst fragmentiertes Spannungselement eingesetzt sind. Auch die Geschwindigkeit ist für meinen Geschmack optimal gewählt, sodass die gesunde Portion Bassline-Druck sich hier intensiv an die Spitze des Remixes hieven kann und erst im anstehenden Break von einer WYN-Gedächtnismelodie in den Hintergrund gedrängt wird. In Gegenwart dieser dürfen die Vocals zwar doch noch kurzzeitig über die poppigen Stränge schlagen, aber während des Refrains machen sich schon die ersten Alternativflächen im Untergrund bemerkbar, um im weiteren Verlauf für einen angenehm trancigen Zwischenspurt zu sorgen, ehe im Anschluss erneut das Hauptaugenmerk auf die gelungen treibende Basslinewand-Minimaleffekt-Mischung gelegt wird. Ein weiteres Break kann dann noch einmal Vocals und Flächen sphärisch derart in Szene setzen, dass letztere schließlich auch in Kooperation mit dem Drumming zu harmonieren wissen und in überzeugender Art und Weise den Remix abrunden, der sich auf den letzten Metern wieder auf seine monoton-drückende Struktur konzentriert, ohne dabei allerdings die Übergabe verdienter 5,25/6 zu verpassen... ;)

    Sean Marx ist mir bereits im letzten Jahr mit seiner Reflect EP irgendwo zwischen Progressive House und Progressive Trance sehr positiv aufgefallen und knüpft mit diesem neuen Two-Tracker in meinen Ohren nahtlos an die entspannt frühlingshaft anmutende Atmosphäre seines Vorgängers an. :yes:

    As The Day Breaks bietet jedenfalls genau die abgehangene Portion Lässigkeit, um der akustischen Untermalung seines Titels alles andere als Schande zu bereiten und verfrachtet seinen Schwerpunkt dabei etwas prägnanter in Richtung eines progressiven Umfelds. In diesem sorgt vor allen Dingen eine angenehm subtil heranschleichende Bassline in Stakkato-Manier für die ersten aufhorchenden Momente, wenn sie sich zuerst fast unbemerkt im Untergrund des Tracks ein schattiges Plätzchen sichert und schließlich im ersten Kurzbreak sogar zu einer nicht geahnten melodischer Klanghülle erwächst. In Zusammenarbeit mit einigen alternativen Melodieentwicklungen in Form schiebender Flächenelemente sowie passend gesetzter Begleittöne erarbeitet sich das Ganze nun in dezenter Art und Weise mehr und mehr sphärischen Raum, der im alsbald anstehenden nächsten Break in der unaufgeregten Entfaltung einer fernöstlich inspirierten Melodielinie dann auch endlich sein bisher wahrlich gut gehütetes Geheimnis an die Oberfläche des Tracks befördert. Begleitet von den bekannten Stakkatotönen, welche sich zum Ende des Breaks sogar eine anschwillende Komponente gönnen, perfektioniert der Track dabei nun seinen entspannt schwebenden Frühsommercharakter, der auch in Kooperation mit dem Drumming sowie der Melodieebene in voller Besetzung seine Fortsetzung findet. Insgesamt wird das Rad hier zwar nicht neu erfunden, für meinen Geschmack sollten für dieses Stück aber dennoch verdiente 4,75/6 Spalier stehen... ;)

    Etwas melodiebetonter, aber keinesfalls weniger entspannt arrangiert, zeigt sich Moonray dann in meinen Ohren sogar noch etwas stärker als sein Vorgänger und dürfte für alle Freunde der Klänge von Mango, Arthur Deep, Aeron Aether und Konsorten eine weitere willkommene Verwöhnung ihrer Gehörgänge darstellen. Angereichert mit balearisch anmutendem Begleittrommeln ist der Weg bis zu den ersten sphärischen Elementen in diesem Track naturgemäß auch ein relativ kurzer, da sich bereits nach wenigen Momenten der Drumming-Einleitung die ersten entspannten Flächenwellen im Hintergrund aufmachen, das Entspannungsbarometer aussagekräftig ausschlagen zu lassen. Gegen das anschließende Break, welches mit einer wunderbar verträumten Melodielinie in subtil schimmernden Klangfarben aufwartet, waren allerdings alle bisherigen Melodieelementen nur fader Beigeschmack, sodass es auch nicht allzu verwunderlich erscheint, dass sich jene anschließend auch mit dem nun mit einer angenehm groovig-watschelnden Bassline ausgestatten Drumming bestens versteht. Die Hintergrundflächen runden das Ganze mit ihrem harmonischen Auftreten zudem in gelungener Manier ab, ehe sich im Mittelteil die Melodietöne nun eine kurze Verschnaufpause gönnen und ihr Platz dabei von einem monotonen Pendant eingenommen wird, welches sich allerdings nicht allzu lang an der Spitze behaupten kann. Das nächste Break naht jedenfalls in Siebenmeilenstiefeln und lässt es sich natürlich nicht nehmen, die traumwandlerischen Klänge wieder zu etablieren, sodass sich der gemeine Hörer noch einmal voll und ganz in die hiesige atmosphärische Hängematte legen kann. Nichtsdestotrotz sollte der Track aufpassen, dass er in seinem Trance-Zustand nicht die feierliche Verleihung der für ihn gedachten 5,25/6 verpasst. :D

    Die letzte Pryda-EP klingelt noch frisch in den Ohren, da haut der alte Schwede schon seinen nächsten 3-Tracker unter die lechzende Meute - ob das nicht ein bisschen vorschnell war...!?

    Melo wirft diese Bedenken mit seinem frühlingserweckenden Charme jedenfalls ohne große Umschweife ziemlich schnell über Bord und präsentiert sich als melodisches Offensivspektakel in einem süffisanten Retrogewand. Die für Prydz'sche Verhältnisse schon enorm trancige Melodieumsetzung beginnt dabei bereits im Intro und mausert sich nun von den ersten monotonen Andeutungen - unterbrochen von immer wieder spannungstechnisch passend eingesetzten Kurzbreaks - mehr und mehr hin zu einem entspannt sphärischen Sommerstück, welches schließlich auch nicht davor zurückschreckt, kurzzeitig mit einer herrlichen 80er-Synthie-Tonfolge eine vor Leichtigkeit nur so sprühende Symbiose einzugehen. Im Mittelteil ziehen sich die glückseligen Synthietöne dann zwar wieder in ihr Schneckenhäuschen zurück, doch im nächsten Break lässt es sich die in recht typischer Pryda-Manier gehaltene Loopmelodie schon wieder nicht mehr nehmen, sich von diesen sphärisch umgarnen zu lassen, sodass im Anschluss zusammen mit dem groovenden Untergrund alle Elemente im Einklang schließlich zum sommerlichen Höhepunkt gelangen, der in den kommenden Monaten sicherlich nur wenige Tanzflächen unberührt lassen dürfte. Besinnt sich das Stück im weiteren Verlauf wieder auf seine Basis, naht zwar das unvermeidbare Ende, doch eines mit anschließender 5,5/6-Krönung nimmt man schließlich gern in Kauf. Wem bei der neuen Michael Cassette die Spritzigkeit fehlt, sollte jedenfalls unbedingt einmal hier hineinhorchen... ;)

    Was Eric Prydz dann bei Lift in (nicht nur) meine Ungnade geritten hat, ist mir wiederum unerklärlich, denn solch eine Selbstkopie hat der Gute bei seinem Kreativpotenzial auf jeden Fall überhaupt nicht nötig. Beginnt das Ganze noch recht ansehnlich mit einem netten Drummingpart und angreifender Flächenebene, so naht im ersten Break nach verheißungsvollem Zwinkern mit unaufgeregten Melodieandeutungen allerdings bereits das Unglück in Form einer Melodielinie à la "Pjanoo 2.0" trifft "Meet Her At The Loveparade". In diesem Zusammenhang helfen dann auch die zur Beruhigung eingesetzten Tonflächen, welche sich im Hintergrund der unansehnlichen Hauptmelodie festsetzen, nicht, bieten im mittleren Break allerdings in einem entspannt sphärischen Soloauf eine gelungene Verschnaufpause, die der gemeine Hörer zu diesem Zeitpunkt allerdings auch bitternötig hat, gilt es schließlich im letzten Drittel noch einmal die unmissverständliche Übernahme der Hauptmelodie zu überstehen. Alternativ arpeggierte Melodiestücke versuchen dabei zwar zu retten, was kaum mehr zu retten ist, aber im Endeffekt läuft der Track doch schnurstracks auf biedere 3/6 zu... :hmm:

    Aus welcher Motivation der Titel Reeperbahn geboren ist, lässt sich dann beim dritten Track im Bunde zwar irgendwie überhaupt nicht ergründen, dafür wird der Hörerschaft hier das kraftvollste Stück der EP geboten, welches zudem vor allen Dingen durch seine interessanten Vocalfetzen zu überzeugen vermag. Groovig schaukelnd zeigt sich das Ganze zu Beginn in einem recht techhousigen Rahmen, in den erst einmal nur hin und wieder einige mysteriös anmutende Effekte hineingeworfen werden. Dies soll sich allerdings bald ändern, entert im anstehenden Break doch ein in dunklen Klangfarben angerührtes Melodiefragment den zur Verfügung stehenden Raum, um sich sogleich auch schon mit dem trockenen Drumming anzufreunden, auf dem es seine elektroid inspirierten Tonfolgen nun zunehmend intensiver unterzubringen weiß. Als spannender Kontrapunkt werden dann einige tribal-artige Vocalfetzen gesetzt, welche sich in Kooperation mit einer flirrenden Tonebene im Hintergrund zu den bisherigen Elementen gesellen und diese im weiteren Verlauf schließlich zu düsterer Höchstleistung antreiben. Ein weiteres Break sieht dann noch mehr Alternativtöne in typischer Pryda-Manier im Kommen, wenn sich diese in einem Looprhythmus in den Track hineinmogeln und das Ganze im weiteren Verlauf in sphärisch dichter Zusammenarbeit zum Höhepunkt treiben. Alles in allem eine runde und abwechslungsreiche Sache, die für meinen Geschmack mit nicht weniger als 5,25/6 nach Hause gehen sollte. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Der Italiener Paolo Alberto Lodde alias Dusty Kid steht nicht erst seit gestern auf meiner Liste, hat er mich doch in den letzten Jahren vor allen Dingen durch seine Vielfältigkeit, mit der seine Tracks zu zelebrieren vermag, zu überzeugen gewusst. Dabei waren nicht nur solch herrlich neotrancige Kleinode wie Milk, Luna oder Cowboys, in denen der Gute seine feinsinnigen Melodien in subtil sphärischer Manier auf minimalen, bisweilen technoiden Strukturen bettete und damit in unnachahmlich präziser Art und Weise meinen Geschmack traf, denn auch solch treibende Technostücke wie Tsunamy oder jüngst Lynchesque pflasterten immer mal wieder den spannenden Weg durch seine Definiton elektronischer Musik. Zuweilen gelingt ihm dabei sogar ein interessanter Mittelweg aus diesen beiden Bereichen, wier er z.B. bei Kore zu begutachten ist. Nächste Woche erscheint nun jedenfalls auf dem Kölner Label Boxer Recordings sein Debütalbum, auf dem - schenkt man den Höreindrücken in diesem Video Glauben - nicht nur A Raver's Diary erzählt wird, sondern in größtenteils taufrischen Tracks die musikalische Vielfalt von Dusty Kid im Vordergrund steht. Ich kann jedenfalls jedem, der sich schon mit seinen bisherigen Sachen anfreunden konnte oder bereit ist für einen kleinen Ausflug ins Grenzgebiet seines Tellerrands, sich auch die weiteren Hörproben und Informationen auf den verlinkten Myspaceseiten oder aber der offiziellen Internetpräsenz des Labels zu Gemüte zu führen. Wenn mein Budget es in nächster Zeit zulässt, erscheint es mir jedenfalls nicht unwahrscheinlich, dass sich auch dieses Album bald ein Plätzchen in meinem CD-Regal aussuchen darf... ;)


    Tracklisting:

    01. Here Comes The Techno
    02. The Underground Persistence
    03. Lynchesque
    04. Klin
    05. Cowboys
    06. Moto Perpetuo
    07. The Fugue
    08. Pluk
    09. America
    10. Agaphes
    11. Nemur (Wall Of Guitars)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Ich beobachte das spanische Label Natura Sonoris ja schon seit geraumer Zeit und bin dort bereits auf einige Kleinode der elektronischen Musik gestoßen, schließlich scheint der von mir sehr geschätzte Henry Saiz (als Labelgründer) penibel darauf zu achten, dass wirklich nur Tracks mit dem gewissen melodischen Etwas dort ihr neues Zuhause einrichten dürfen. In diese Bresche springt nun auch die Wahlberlinerin Cora Novoa, welche mit ihrer im Februar erschienenen EP atmosphärische Klangwelten par excellence irgendwo zwischen progressiven und technoiden Nischen abliefert und damit für meinen Geschmack in überzeugender Manier das Erbe von Damabiah, Voltaeric, Ugoluna, Marc Marzenit und Henry Saiz weiterführt. Wer sich einen (hoffentlich) bleibenden Eindruck einverleiben möchte, sollte sich jedenfalls schleunigst unter dieser oder jener Lokation einfinden, um sich von der Qualität der jungen Dame überzeugen zu lassen. :yes:

    Unattainable Love spielt sich jedenfalls im Kontrast zu seinem Titel in erstaunlich kurzer Dauer in die Herzen der gemeinen Hörerschaft, lässt zu Beginn allerdings noch seine minimalen Wurzeln auf Streifzug gehen, wenn in Begleitung eines subtil klickernden Beats die ersten Vocal-, Bassline- und Melodiefragmenten ihre Sympathie für diesen Track entdecken. Die in einer überraschenden Wende auftauchenden Flächen überaus warmer Couleur bilden dann allerdings den Vorreiter der atmosphärischen Entwicklung, in der nun auch eine wellenartige Bassline ihren Platz sucht und dabei mehr und mehr eine gelungene Basis für die entspannte Flächenarbeit darstellt. Zusätzlich sorgen interessant durch die Luft wirbelnde Alternativtöne für weitere melodische Ausrufezeichen, wenn sie mit Vocalfragmenten und subtilen Flächen eine gelungene Symbiose eingehen, welche auch im folgenden Kurzbreak Bestand hat, sodass in aller Ruhe die Bassline das Geschehen an sich reißen kann, dabei zuerst zu einer anschwellenden Wand mutiert und im Anschluss schließlich in herrlich rollender Stakkatomanier den Track anzuschieben vermag. Gleichzeitig entdecken die wirbelnden Melodiefragmente ihre abwechslungsreiche Ader und entwickeln sich dabei zunehmend zur melodischen Antriebskraft dieses Stücks, ehe im nächsten Break zur Überraschung wieder die entspannten Flächen auftauchen und in Kooperation mit orientalisch anmutenden Vocalsamples und weiteren Alternativtönen eine herrlich intensive Klangreise anstreben, welche auch zusammen mit dem drückenden Untergrund ihre sphärische Fortsetzung findet. Besonders interessant ist dabei das Zusammenspiel von Vocalsamples und Melodieebene geworden, welche beide auf jeden Fall einer alles andere als totgehörten Klangfabrik entstammen, dem Track eine spannende und interessante Note geben und sich sicherlich nicht ganz unverantwortlich für meiner Meinung nach überaus verdiente 5,5/6 zeigen. ;)

    Der Charles Gudagåfva Remix, welcher auf seiner Myspace-Seite zu Gemüte geführt werden kann, geht seine Sache zwar etwas minimaler inspiriert an, bietet allerdings in meinen Ohren eine mehr als gelungene Alternative zum Original. Zu Beginn lässt der Schwede dabei erst einmal sein reduziertes Drumming für sich sprechen, welches mit einer monotonen Bassline, den ersten verwirrten Originaltönen sowie subtilem Klickern auf sich aufmerksam macht, es dabei aber trotzdem nicht versäumt, die Töne schließlich zu einer Ebene zu formen und daraus schon einmal kurzzeitig die orientalischen Vocals erwachsen zu lassen. Nach diesem sphärischen Intermezzo liegt das Hauptaugenmerk allerdings wieder auf dem minimalen Untergrund, welcher nun mit weiteren Bassline-Einwürfen in wabernder Gestaltung punktet, unterschwellig aber die Originaltöne zu keinem Zeitpunkt vergisst, sodass vor dem nächsten Break daraus wieder das bekannte Vocalsample hervorlugt. Wem trotzdem bisher das sphärische Element zu kurz kam, der wird im Break nun eines Besseren belehrt, wenn sich eine herrlich unaufgeregte Alternativmelodie entfaltet, welche dem Track trotz der zwielichtigen Vocals nun eine fast schon magische Komponente entjagt. Denn auch im Zusammenspiel mit dem minimalen Untergrund und immer mal wieder eingeworfenen Flächen- und Vocalandeutungen kann sich die Melodielinie behaupten und im weiteren Verlauf nach leichter Anschwellarbeit sogar in ein trancig inspiriertes Arrangement wechseln - Intensität und Instrumentierung unterstehen dabei allerdings steter Veränderung, sodass sich der Track fast hinter jeder Ecke neu positionieren, sogar mit seinen teilweise etwas neben sich stehenden Tönen überzeugen und damit einen satirischen Gegenpunkt zu glattgebügelten Standardtrance-Geschichten heraufbeschwören kann. Zu guter Letzt zeigt sich die Melodiebene wieder auf prägnante Fragmente reduziert, ehe sich der Remix mit nicht minder überzeugenden 5,5/6 ins Nirwana verabschiedet. :D


    Desweiteren befinden sich noch ein Alt Fenster Remix sowie der eigenständige Track Mercurio auf der EP, bei denen ich noch auf der Suche nach einer aussagekräftigen Hörprobe bin.


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Ich kann mich meinen Vorgängern nur vorbehaltlos anschließen, denn mit der AnjunaDeep:01 liefern die drei Jungs von Above & Beyond einen mehr als hörenswerten Querschnitt ihres progressiven Label-Ablegers. Auf dem ersten Silberling herrscht noch feinsinnig sphärische Entspanntheit irgendwo im gut überwachten Grenzbereich zwischen Progressive House und Progressive Trance, der zudem mit Nobody Seems To Care aus dem Hause der 16 Bit Lolitas keinen perfekteren Einstieg hätte finden können und über die mal melancholischen (wie bei 9 von Komytea), aber hauptsächlich sommerlich euphorischen (herausragend: Paul Keeley mit Life Aquatic und Mat Zo mit Synapse Dynamics) Melodiestränge immer wieder herrlich groovende und verspielte Pfade betritt. Die zweite CD könnte dann glatt als finnisches Heimspiel von Matti Heininen und Erkka Lempiäinen alias Komytea bzw. Michael Cassette durchgehen, die die abwechslungsreiche Umrahmung eines etwas mehr nach vorn ausgerichteten Mixes (großartig dabei die 16 Bit Lolitas mit Murder Weapon und der Profikiller-Remix von Jerome Isma-Ae und Daniel Portman) bilden. Zeigt sich das Ganze in der ersten Hälfte noch in gelungener Art und Weise elektroid inspiriert, so wandert der Trackfluss auch hier im weiteren Verlauf wieder in sonnige Gefilde über, in denen - wie könnte es anders sein - mal wieder unsere beiden Finnen die retrobehafteten Glanzpunkte setzten. Alles in allem könnte dies der Beginn einer überaus erfolgreichen Mix-CD-Reihe werden, das Ganze wird auf jeden Fall noch einige Runden in meinem CD-Player drehen und mit einer 6/6 zu starten schafft schließlich auch nicht jeder dahergelaufene Hinz und Kunz... ;)

    Habe selten eine aussagekräftigere Playlist gesehen... :p

    Der Ende März ebenso auf Tilth Music erschienene Handelskai (Part 2) kommt zwar für meinen Geschmack nicht ganz an diese simple Erhabenheit, mit der sein Vorgänger so wohlwollend ausgestattet war, heran, schafft es hinsichtlich sphärisch warmer Entspannungsklänge aber dennoch auf ein ähnliches Niveau. Zudem setzt das Stück glücklicherweise nicht - wie so oft bei herkömmlichen Weiterführungen erfolgreicher Tracks - auf eine sture Melodieübernahme in alternativer Instrumentierung, sondern könnte in seiner Form auch locker als eigenständiger Track durchgehen. Von diesem Eindruck kann sich der gemeine Hörer jedenfalls am besten unter dieser Adresse überzeugen lassen, wenn sich das Ganze bereits zu Beginn mit seiner individuell tänzelnden Bassline vom ursprünglichen Handelskai absetzt und zusammen mit den ersten flächigen Melodieeinwürfen einen wunderbar entspannt groovenden Zwitter irgendwo zwischen Progressive House und Progressive Trance abgibt. Während des sanften Hinzugleitens einer alternativen Stakkatomelodie erhält der Untergrund zwar noch ein wenig mehr Druck verpasst, hält sich in seiner deepen Machart allerdings auch im weiteren Verlauf eher dezent zurück, sodass das Hauptaugenmerk wieder einmal voll und ganz auf der Entfaltung einer herrlich frühlingshaft anmutenden Melodiebebene liegt, welche durch weitere Flächenunterstützung zunehmend intensiver gestaltet in die Gehörgänge dringt und sich mit ihren warmen Klangfarben dort ein schickes Plätzchen zum Verweilen aussucht. Schließlich möchte sich im anstehenden Kurzbreak sogar noch eine zweite Stakkatomelodie etablieren, was ihr allerdings erst in Kooperation mit dem Drumming im Anschluss gelingt, wenn sich die restlichen Melodiekomponenten erst einmal galant in den Hintergrund verziehen, um dann in Mango-typischer Herangehensweise wieder sanft aus diesem hervorzukriechen und die Intensität peu à peu zu steigern. Nach diesem zweiten Höhepunkt haben allerdings die letzten Sekunden dieses Tracks geschlagen - ohne vorher seine 5,25/6 in Empfang genommen zu haben, lässt er sich dann aber doch nicht abspeisen... ;)

    Zitat

    Original von firstfalcon
    Bremen und Hamburg haben jeweils ihr Heimspiel 3 zu 1 gewonnen.
    Die Seppel sollen sich mal ein Beispiel nehmen.

    Kann ja noch werden, das Heimspiel gegen Barça ist ja erst am nächsten Dienstag... :p

    Trotzdem schicke ich meine Glückwünsche heute natürlich gen Norden: Bremen und Hamburg haben sich als würdige Vertreter der Bundesliga erwiesen und stehen mit einem Bein im deutsch-deutschen Halbfinale - ich mag solche Konstellationen im "internationalen" Geschäft zwar nicht besonders, aber die Gewissheit, dass damit immerhin eine deutsche Mannschaft schon sicher im Finale stehen würde, ist natürlich auch ein anreizender Gedanke. ;)

    Ich befinde mich zwar nicht in ganz so euphorischen Sphären wie mein Vorgänger, muss Arnej Secerkadic aber dennoch ohne Neid attestieren, mit Dust In The Wind mal wieder einen mehr als passablen Track zurechtgebastelt zu haben. :yes:

    Beim Original Mix ist es vor allen Dingen das kontrastreiche Zusammenspiel aus knochentrockenem Untergrund, der nur auf das Nötigste reduziert wird, dem pathosüberladenen Break in klassischen Klangfarben sowie der Überführung der Melodien in ein messerscharf nach vorn schielendes Arrangement, welches dem Ganzen das gewisse Etwas verleiht. Zu Beginn rauscht dabei erst einmal ein böiger Wind durch den Untergrund des Tracks, ehe sich das Drumming zunehmend klickernder entwickelt und im Schlepptau bereits die markante Melodielinie hervorzaubert, welche sich nach einem ersten Kurzbreak schnell zum überaus stakkatierten Zugpferd mit deadmau5-Einschlag mausert. Diese Sprache spricht auch der immer wieder geübte an- und abschwillende Spannungsaufbau der Melodielinie, ehe das Ganze im weiteren Verlauf sein Break zelebriert, in diesem nicht mit hymnischen Klassikelementen geizt und kurzzeitig sogar die ganze große Pathosgeste auffährt. So schnell, wie das Ganze gekommen ist, verabschiedet es sich dann auch wieder im Niemandsland des Tracks, welcher sich fortan auf die Weiterführung der Melodie in einen trancig schiebenden Stakkato-Rahmen konzentriert. Zur Abwechslung scheint zwischendurch zwar auch noch einmal die klassische Stringinstrumentierung durch, doch alles in allem bleibt es den flehenden Melodieschüben vorbehalten, die intensive Atmosphäre auf dem reduzierten Drumming fortzuführen. Das Rad wird hier insgesamt zwar nicht neu erfunden, genugtuende 5/6 sollten aber dennoch auf jeden Fall in meiner Bewertungswundertüte drin sein. ;)

    Der Leon Bolier Remix geht seine Sache dann etwas schneller an, versucht allerdings gar nicht erst, seine Affinität für klassische Melodiearrangements zu verbergen und stürzt sich also geradezu auf die von Arnej konzipierten Strings, um sie in einer typischer Leon-Bolier-Umgebung unterzubringen. Zu dieser gehört zu Beginn nicht nur eine gelungen entspannte Alternativmelodie, auch der Untergrund beginnt nach nicht allzu langer Einwirkzeit seine markante Stampfarbeit, auf welcher sich nun mehr und mehr die ersten stakkatierten Originalmelodiefragmente entfalten dürfen. Bereits in dieser Formation wird der hymnische Charakter der Tonfolge deutlich, sodass der gemeine Hörer sich schon einmal auf das Break vorbereiten kann, in dem sich die bekannte klassische Melodieebene mit Selbstverständlichkeit ausbreiten und ihre sphärisch eher düster anzusiedelnden Muster in sakraler Gemütslage entwickeln darf. Die Machtübernahme der typischen LB-Melodieüberarbeitung scheint im weiteren Verlauf allerdings unausweichlich, wenngleich mich der Gute auch schon einmal weniger überzeugt hat als hier, sodass einem solide drückende Stakkatotöne in Zusammenarbeit mit einer alternativen Synthiemelodie geboten werden, wobei letztere immer mal wieder aus ihrer Monotonie ausbricht und der Hauptmelodie in gelungener Art und Weise vorsteht. Summa summarum erscheint dieser Remix also in einem etwas trancigeren Gewand, welches alle Sympathisanten der typischen Leon-Bolier-Klänge aus dem Häuschen bringen dürfte, für meinen Geschmack aber mit soliden 4,5/6 am geeignetsten bewertet zu sein scheint. :yes:

    Meine Stimme ergattern sich ebenfalls Simon & Shaker unter ihrem Alter Ego Dark Providers, auch wenn sie mit Nascilia einen weiten Bogen um ihren produktionstechnischen Zenit gemacht haben - dank der schwächelnden Konkurrenz reicht's aber dennoch locker für den ersten Platz in der hammer'schen TOTW-Abrechnung. :yes:

    In der Tat ein gelungener Track aus dem Hause Ashley Wallbridge, der in meinen Ohren zwar nicht an die Durchschlagskraft seines Vorgängers Harrier heranreicht, seinem vorauseilenden Ruf als abwechslungsreiches Prog-Gemisch aber dennoch mehr als gerecht wird. :yes:

    Bereits zu Beginn lässt Spitfire mit einigen sirenartigen Fragmenten im Hintergrund aufhorchen, bevor sich in rascher Abfolge die ersten melodischen Vorzüge des Tracks in Stellung bringen. Vor allen Dingen eine flächige Tonfolge kristallisiert sich dabei als erstaunlich dominant heraus und krönt sich im ersten Kurzbreak schon zur vorzeitigen Siegerin des hiesigen Melodiewettstreits, wenn auch die stakkatierten Begleittöne, welche in vielseitiger Verspieltheit und immer wieder verändertem Arrangement dazutreten, sicherlich etwas dagegen haben dürften. Doch auch im Anschluss gehört besagter Melodiefolge die große Bühne, wenn sie sich in elektroid an- und abschwillender Instrumentierung an die Spitze des Tracks setzt, dennoch aber die Muse findet, nicht nur einigen Pianoschnipseln ab und zu noch etwas sphärischen Raum zu gönnen. Der Abwechslungsreichtum des Stücks wird zudem auch im weiteren Verlauf fortgesetzt, wenn die Hauptmelodie zunehmend stakkatierter auftritt, bis sie im Mittelfeld des Tracks schließlich kurzzeitig komplett von treibenden Basslinefragmenten abgelöst wird und dem Ganzen somit eine gut gemachte Kontrastphase beschert. Die ersten melodischen Andeutungen sind allerdings nicht allzu weit entfernt und erarbeiten sich aus dem Hintergrund nun wieder mehr und mehr Spielraum, sodass man im kommenden Kurzbreak wieder kurz mit den Pianoschnipseln inne halten kann, ehe die elektroid weitergeführte Melodielinie erneut die Regie an sich nimmt. Abgerundet wird das Stück dann durch eine weitere drückende Basslinephase, die jegliche Melodieanbaldung nur noch fragmentiert zulässt, insgesamt aber erneut die Verspieltheit dieses Tracks unter Beweis stellt, der fast hinter jeder Ecke mit einer neuen Formation der Elemente überzeugt und sich damit seiner verdienten 5/6 mehr als sicher sein darf. :D

    Besser spät als nie möchte auch ich noch kurz meine Meinung zu dieser erneut ziemlich gelungenen Veröffentlichung auf No Border Recordings kundtun:

    Dem Original Mix gelingt es dabei, seine trancigen Einflüssen in einem angenehm reduzierten Umfeld unterzubringen und trotz einer Spielzeit von nur knapp 5 Minuten mehr sphärische Intensität zu entfalten, als es jeglicher 0815-Uplifting in der doppelten Länge auch nur ansatzweise zu errichten vermag. Zu Beginn arbeitet das Ganze mit dezenten Effekten auf einem matten Drumming, aus dessen Untergrund allerdings schon bald die ersten Flächen hervorschauen und zusammen mit verspielten Stakkatönen langsam, aber stetig zur treibenden Melodiekraft dieses Stücks erwachsen und dies vor allen Dingen im folgenden Kurzbreak in wehmütiger Atmosphäre zur Schau tragen. Im Anschluss geht es - nun auch endlich in Zusammenarbeit mit einer tänzelnden Bassline, welche dem Ganzen die nötige Portion Druck reicht - zur Überraschung aber erst einmal wieder recht minimal arrangiert zur Sache, wenn sich einzig einige hin und wieder eingeworfene Tonsprengsel als Repräsentanten der Melodieebene halten können. Im Untergrund des Tracks brodelt es allerdings bereits nach kurzer Zeit gewaltig, da sich Flächen und Alternativtöne ihre kurze U-Haft nicht gefallen lassen und mehr und mehr in den Track zurückdrängen, sodass in und nach dem zweiten und abschließenden Kurzbreak die Melodien wieder in kompletter sphärischer Besetzung aufspielen und das Ganze gelungen abrunden. Bei so viel warmen Worten sind dann schlussendlich auch für meinen Geschmack verdiente 5,25/6 für Myranno nicht allzu weit entfernt... ;)

    Wesentlich elektroider zeigt sich dann der Ciprian Lemnaru Remix, welcher in sphärischer Hinsicht sicherlich nicht ans Original heranzureichen versucht, dafür aber eine solide groovende Überarbeitung sein Eigen nennen darf. Diese beginnt mit den ersten elektroid inspirierten Basslinefragmenten bereits im angedeuteten Intro, wobei das Ganze bis zur Phase nach dem ersten Break seinen elektroiden Elementen noch einen Maulkorb verpasst hat, um sich in jenem erst einmal an eine alternative Instrumentierung der Originalmelodieelemente heranzuwagen. Etwas monotoner gehalten und dabei sanft anschwellend steht dabei allerdings eher der anheizende Kontrast zum folgenden Elektro-Fass im Vordergrund. Irgendwo zwischen techhousigen und elektroiden Pfaden schleicht sich jedenfalls ein netter Groove ein, der von den loopartig gesetzten Bassläufen angetrieben, im Endeffekt aber in meinen Ohren zu schnell langweilig wird und in dieser Form seinem Vorgänger in keinster Weise das Wasser reichen kann. Daran ändert auch ein zweites Break nichts mehr, welches noch einmal das gleiche alternative Melodiespielchen treibt, da der Track im weiteren Verlauf auch alle restlichen Momente bedingungslos seinem zunehmend innovationsloser wirkenden Drumming/Bassline-Konzept unterordnet, aus dem nur noch der "Kuhglocken"-Sound positiv heraussticht. So ist es schließlich nicht verwunderlich, dass unterm Strich nur solide 4/6 auf ihren Abnehmer warten. :hmm:

    Der Guantarro Remix besitzt glücklicherweise keine Verbindung zu einem gewissen Gefangenenlager auf Kuba, sondern weiß vielmehr mit einem drückenden Trancegewand à la Nic Chagall zu begeistern, welches mich trotz einiger techiger Anleihen durch seine interessanten Melodieabwandlungen überzeugen konnte. Schon der atypische Beginn mit seinen hektischen Effekten und dem düsteren Tonfragment dürfte den gemeinen Hörer aufhorchen lassen und seine Aufmerksamkeit schon bald in Richtung einer eintreffenden Basslinewand lenken, welche es sich mit einer herrlich zwielichtigen Atmosphäre im Gepäck bald im Untergrund des Tracks gemütlich macht und schließlich auch die ersten Originalmelodiefragmente heraufbeschwört. Zudem wirkt sich auch der enorm drückende Vorwärtsdrang des Ganzen positiv auf die sphärische Intensität aus, welche im folgenden Break dann mit der Entwicklung der Stakkatomelodie zu einem flächigen Allroundtalent ihren Höhepunkt erreicht. Gebettet auf unruhigen Strings, welche sich in bedrohter Haltung immer wieder nach rechts und links umdrehen und die düstere Atmosphäre perfekt begleiten, tritt sie dabei in zahlreichen Varianten auf, um sich schließlich in ihrer flächigsten Form kurzzeitig mit dem nun breakbeatig auftretenden Drumming zu verbünden. Nach Ende des Breakmarathons weiß das Ganze allerdings auch mit dem leicht techig nach vorn schielenden Untergrund, seine beunruhigend düsteren Klangfarben gelungen abwechslungsreich in Szene zu setzen. Je mehr Melodietöne sich dann im Weiteren wieder verabschieden, desto näher rückt das unaufhaltbare Ende ins Licht, wobei die Strahlen auch die imho verdienten 5/6 für diesen interessanten Remix nicht lang unentdeckt lassen. :D

    N'Abend zusammen!

    Kaum hatte ich vor kurzem mal wieder unbedarft den sehr empfehlenswerten Internetsender Protonradio eingeschaltet, kamen mir auch sogleich die ersten herrlich verträumten Klänge eines Progtrance-Kleinods entgegen, welches mich durch seine sehnsüchtig nach Frühling lechzende Atmosphäre sofort in seinen Bann zog. Ein Blick auf die Tracklist des gerade laufenden Sets offenbarte mir, dass es sich um das Stück Sylleptica der beiden ungarischen Produzenten Krisztián Kertész alias Elfsong und Gábor Kovács alias Aeron Aether handelte und es dieses zusammen mit Tracks von Arthur Deep, Mango und Embliss bereits seit Ende des letzten Jahres auf der Silk Way EP auf dem hauseigenen Label Proton Music käuflich zu erwerben gibt. Wer einen gesunden Mischung aus Jonas Steur, Mango und Mike Foyle nicht abgeneigt ist, sollte also unbedingt einmal in folgende Hörprobe hineinhorchen... :D

    Denn bereits zu Beginn ist es für Sylleptica eine Leichtigkeit, die Hörerschaft auf seine Seite zu ziehen, wenn sich im Kontext eines angenehm klickernden Drummings die ersten Melodieandeutungen herauskristallisieren und dabei mehr und mehr abwechslungsreiche Unterstützung erhalten. Diese setzt sich dabei zusammen aus leicht pluckernden Effekten sowie einer eher zwielichtig dreinblickenden Basslinewand, welche sich immer mal wieder für einige Momente bedrohlich aufbauscht und die sanften Melodieschnipsel konterkariert. Das wiederum stachelt die Melodieelemente an, sich ebenfalls markanter ins Gedächtnis zu brennen, sodass der Track in der nächsten Phase zwar das Drumming minimal herunterschraubt, dafür aber mit einer wunderbar schwebenden Weiterführung der anfänglichen Melodiekonstrukte aufzutrumpfen weiß und diese zudem mit sphärischen Flächeneinwürfen endgültig zur subtil wärmenden Frühlingsatmosphäre umzufunktioniert. Weitere Alternativflächen und- tonfolgen im Hintergrund sowie die sphärische Intensivierung sämtlicher Melodieelemente kurbeln den sphärischen Glanz dabei in verträumte Höhen, ehe schließlich ein Break zwischen die Harmoniebögen funkt. Umrahmt von einigen Basslinefragmenten erobert sich allerdings auch hier die sphärische Komponente des Stücks schnell ihren Platz zurück und tritt in Form von entspannten Pianotupfern auf, die im weiteren Verlauf dann wieder der vielschichtigen Melodieebene Platz machen müssen, welche sich langsam aus dem Hintergrund wieder an die vordeste Front arbeitet. In Kooperation mit dem unaufdringlichen Drumming darf sich der gemeine Hörer daher auch in der letzten Phase dieses Stücks in den atmosphärischen Weiten suhlen, bis ein Kurzbreak schließlich den Trackrückbau einleitet. Alles in allem bleibt mir jedenfalls nichts anderes übrig, als in meinen Ohren verdiente 5,5/6 für diese akustische Winterverabschiedung zu verteilen. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Nachdem mich der russische Produzent Aleksandr Sergejewitsch Browkin alias Ormatie bereits mit seiner letzten EP auf Hope Recordings restlos begeistern konnte und nicht zu Unrecht auch einen Beitrag zur grandiosen GU:35 (Lima) von Nick Warren liefern durfte, schiebt der Gute nun weitere verheißungsvolle Kohlen ins Feuer. Denn American Girl reiht sich für meinen Geschmack nahtlos in seine Riege der unprätentiös entspannt-progressiven Tracks mit dem gewissen sphärischen Etwas (Achtung: ich untertreibe immer noch!) ein, sodass der reisi und meine Wenigkeit sicherlich gute Chancen haben dürften, nicht ganz allein mit unserer Verbundenheit für dieses Stück zu verbleiben. Erschienen ist das Ganze übrigens zusammen mit einem Remix von Ilya Malyuev auf dem isländischen Label Arctic Wave Records und Hörproben in voller Länge gibt's auch mal wieder für alle, die den unten folgenden Youtube-Links ihr Vertrauen schenken. :D

    Der Original Mix ist jedenfalls vom Anfang bis zum Ende ein atmosphärischer Traum geworden, der mit subtilen Melodiebögen nicht geizt und - wenn es gut läuft - den gemeinen Hörer schnell auf seine Seite zieht, um ihn in traumwandlerischer Sicherheit durch seine wunderbar schwebende Klangästhetik zu führen. Die Flächen zu Beginn wirken zwar noch recht undurchsichtig, lassen sich im weiteren Verlauf aber in Kooperation mit monotonen Alternativtönen und den ersten entspannteren Flächenandeutungen allerdings wesentlich entspannter anfassen, wenn auch ein gewisser mysthischer Charakterzug während des kompletten Tracks glücklicherweise nicht vor die Tür geschickt wird und dem Ganzen die nötigen Ecken und Kanten liefert. Nach Einsetzen einer herrlich unaufgeregt progressiv groovenden Bassline können sich zudem einige herrlich schwebende Melodietröpfchen, welche sich fortan bestens mit dem abwechslungsreich auftretenden Flächenklängen im Hintergrund des Tracks verstehen, durchsetzen und die sphärische Ader des Tracks damit weiter verstärkt zu Tage treten lassen. Kehren die Melodietropfen im Folgenden wieder in ihr Schneckenhäuschen zurück, bereitet sich das Stück bereits auf sein anstehendes Break vor, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die atmosphärische Intensität in hervorrragender Art und Weise fortzuführen und nach alternativer Flächenentfaltung auch die federführenden Melodietröpfchen wieder wunderbar schwebend in Szene zu setzen. Dass dieses Unterfangen zudem auch in Zusammenarbeit mit dem zurückhaltenden Drumming mehr als überzeugend funktioniert, zeigt sich nun vor allen Dingen in der Phase zwischen den Breaks, denn nach letzterem erspäht das Ganze bereits sein bevorstehendes Break und beginnt in aller Ruhe, sich allmählich in seine Einzelteile zu zerlegen. Der letzte Moment gehört dann allerdings doch noch einmal der Tröpfchenmelodie, welche sich in ätherischer Opulenz im Outro verabschiedet - mit beiden Händen ganz fest die 5,75/6 an sich drückend... :yes:

    Lang ist beim Ilya Malyuev Dedicated To Russian Girl Mix dann nur der Titel, denn der Mix selbst entpuppt sich als (fünfminütige) gelungene Übertragung der Harmonien aus dem Original in ein noch wesentlich zurückgelehnteres Chillout/Ambient-Gewand. Erscheint das Ganze zu Beginn mit den Melodietröpfchen auf alternativen Tiefenentspannungsflächen noch ohne jegliche Drumminganbandlung, so schnaufen sich in Begleitung von trancigen Tonfolgen bald immerhin die ersten angedeuteten Breakbeats heran, welche der überaus schwebenden Wirkung des Stücks allerdings erst einmal nicht großartig im Wege stehen möchten. Dass diese Vermutung völlig unbegründet im Raum stand, zeigt sich dann aber spätestens nach dem mittigen Tröpfchen-Solo, wenn sie sich in wunderbar ambienten Breakbeats zur Unterstützung des Melodiespektrums anbieten, welches mittlerweile mehr als genügend Alternativarrangements aufgefahren hat und somit endgültig aus dem Schatten seines Vorgängers hervortritt. Wenn ich meinen Ohren trauen mag, haben sich dabei auf dem sphärischen Höhepunkt sogar einige E-Gitarrenriffs unter die Melodieebene geschummelt, ohne dabei auch nur für einen Augenblick Risse durch die wohlige Einheit zu ziehen. Alles in allem eine gelungene Alternative zum Original und ein mehr als angenehmer Abschluss dieser EP, dem ich meine 5,25/6 nicht vorenthalten möchte. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Den imho unnötig in die Länge gezogenen Zeitraum bis zur Veröffentlichung von Biscayne, in dem als Remixer dann auch noch die sterbenslangweiligen Standarduplifter Lemon & Einar K ins Boot geholt wurden, kann ich einfach nicht unterstützen und vergebe meine Stimme in dieser Woche daher an die entspannte Prog-EP von Hamilton. :yes:

    Meine Lieblinge im vergangenen Monat:

    _01_ Damabiah - La Hutte EP --- [Natura Sonoris]
    _02_ Ormatie - American Girl --- [Arctic Wave]
    _03_ Moonbeam - Lacula --- [Avanti]
    _04_ Soliquid - Reversible --- [Baroque]
    _05_ Pryda - Miami To Atlanta --- [Pryda]
    _06_ 16 Bit Lolitas & Ohmna - Take It Or Leave It --- [Hope]
    _07_ Bobina - Time & Tide [Gareth Emery Remix] --- [Maelstrom]
    _08_ Estiva - Les Fleurs EP --- [Enhanced]
    _09_ Timo Maas - Subtellite [Argy Remix] --- [Cocoon]
    _10_ Mango - Forever July --- [Proton Music]

    :huebbel:

    So lass auch ich mir Trance noch gefallen: entspannt sphärische Klänge mit dem gewissen Etwas, abseits völlig ausgetretener Pfade und ausgestattet mit einem Hauch progressiver Tiefe - Chapeau, Estiva! :yes:

    Die von Jonas Steur inspirierte trancige Pflanze in Les Fleurs schafft es jedenfalls, von Beginn an ohne große Umschweife ihre Knospen, welche sich in Form von langsam anschwellenden Klangflächen aus dem Hintergrund des unaufgeregten Drummings herauskristallisieren, auszutreiben und dabei bereits einen Vorgeschmack auf die zurückgelehnte Atmosphäre dieses Stücks zu zelebrieren. Nach einem ersten Kurzbreak, in und nach dem auch die ersten zaghaften Andeutungen der Hauptmelodie zum Zuge kommen, erreicht das Ganze im Untergrund dann auch eine passende in deepem Grummeln behaftete Bassline, welche sich als subtiler Gegenpart zur zunehmenden Melodieverliebtheit des Stücks präsentiert. Die Flächenwand muss sich also nicht mehr länger mit sich selbst beschäftigen, sondern erhält mit arpeggierten Alternativtönen und den nun immer öfter einfließenden Hauptmelodiefragmenten tatkräftige sphärische Unterstützung, ehe sich letztere im anstehenden Break schließlich in voller frühlingsumwehter Stimmungslage entfalten kann. Dass der herzerwärmende Charakter des Ganzen auch zusammen mit dem progressiv angehauchten Untergrund bestens funktionert, zeigt sich dann im Anschluss, wenn sich nach kleiner Atempause auch die Klangflächen wieder dazugesellen. Nach diesen Euphorieschüben kann der gemeine Hörer im herrlich entspannten letzten Drittel des Tracks dann dem groovenden Rückbau beiwohnen, an dessen Fahnenstange ganz deutlich die 5,25/6 wehen... ;)

    Auch Fading Freedom bevorzugt es, in eine ähnliche Bresche wie sein Vorgänger zu schlagen und offenbart dabei eine nicht minder melodieselige Ausstrahlung, welche für meinen Geschmack besonders im Original Mix zur Geltung kommt. Dort weiß vor allen Dingen der gelungene Kontrast zwischen den hellen Arpeggioklängen, welche jegliche Sommerassoziation gepacht zu haben scheinen, und der elektroid-progressiven Bassline zu gefallen, welche als letzte Trotzburg der warmen Melodieebene die Stirn bietet. Nichtsdestotrotz gibt sich der Track schnell der melodischen Überhand geschlagen und weist mit seinen hellen Arpeggioklängen und der dezenten Flächenunterstützung im Hintergrund farbenreich eine wunderbar entspannte Atmosphäre ein. Diese lässt sich auch im folgenden Break nicht lumpen und die bekannten Melodieelemente zwar anfangs langsam in die zweite Reihe treten, präsentiert dann allerdings im weiteren Verlauf mit voller Stolz eine herrlich verträumte Melodielinie, welche sich schnell als neues Zugpferd des Tracks etablieren kann. Im Anschluss an das Break dürfen im Gegenzug erst einmal abwechslungsreich die Arpeggios auf den elektroiden Basslinefragmenten reiten, ehe auch die Tonfolge aus dem Break dazustößt und in ihr überaus sommerliches Horn bläst. Der uninspiriert "knüppelnde" Untergrund im Tech Mix schafft es jedenfalls für meinen Geschmack nicht annähernd, die Qualität seines Vorgängers zu erreichen, sodass ich mit einer Wertung mit 5,5/6 fürs Original und 4,25/6 für den Remix schließen möchte. :yes:

    Like A Dream als Dritter im Bunde beweist dann allerdings, dass auch mit der sorgsamen Auswahl eines flotten Untergrunds Hängemattenatmosphäre vom Feinsten möglich ist. Angereichert mit sommerlichen Percussions und progressiven Fragmenten erreicht das Drumming dabei zwar einen gewissen drückenden Charakter, weiß ihn aber in Zusammenarbeit mit den ersten Klangflächen aus dem Hintergrund wesentlich stimmiger einzusetzen. Mit entspanntem Anschwellen der Melodieflächen geht es dann auch ins anstehende Break, welches mit allerhand Vogelgezwitscher und Naturgeräuschen angereichert einen regelrechten Soundteppich auslegt, auf dem sich nun eine Melodielinie entfalten darf, welche zu den zurückgelehntesten ihrer Art gehören dürfte. Wären da nicht die ersten progressiven Schübe der Bassline, welche langsam in das Dickicht drängen, würde der geneigte Hörer sogar Gefahr laufen, sich in diesem Wohlklangdschungel etwas zu verirren, doch so holt ihn das angenehm schiebende Drumming sowie die immer wieder an- und abschwellenden Flächen wieder "zurück". Und schließlich hat der Track im weiteren Verlauf für alle, die noch nicht genug bekommen haben, sogar noch ein zweites kleines Break parat, welches die melodische Entwicklung sozusagen abschließt, da sich das Ganze im Anschluss aufs Auslaufen konzentiert, dabei aber nicht vergisst, die überaus gelungenen 5,25/6 mitzunehmen. :D

    Habe für die Märzauswahl nun erstmals den 2-Stimmen-Joker gezogen und meine Häkchen hinter die netten neuen Remixe von Cold Winds sowie die typischen Kyau & Albert-Klänge gesetzt. :yes:

    Nachdem ich mir deinen Beitrag angeschaut habe, kommt es mir eher so vor, als wärst du ebenfalls bei der Verköstigung der Tönnies-Fleischreste dabeigewesen, denn anders kann ich mir diese atemberaubend augenkrebsfördernde Smilie-Ansammlung nicht erklären... Und zu Schalke fällt mir nur noch eins ein: Wenn der Titel "FC Hollywood" nicht schon längst vergeben wäre, dieser Verein hätte ihn spätestens jetzt ebenso verdient! :p

    N'Abend zusammen!

    Ich wundere mich gerade, dass ich der letzten EP von Ryan Davis, der einen Hälfte des umtriebigen Magdeburger Produzentenduos Davis & May, hier noch gar keine Worte gewidmet habe, obwohl selbige schon im letzten Monat in meinen favorisierten Zehn zu finden war. Posters & Cakes präsentiert sich jedenfalls selbstbewusst als 3-Tracker, der es sich wieder einmal zur Aufgabe gemacht hat, erfolgreich in im weitesten Sinne neotrancigen Gefilden zu wildern und damit allen Tellerrandüberblickern ein gefundenes Fressen zu liefern. Nachzuhören gibt es die auf dem hauseigenen Label *back home erschienenen Stücke jedenfalls auf dieser Myspace-Seite. :yes:

    Den Anfang macht dabei Vaanderbird, das seine Liebe zu synthie-lastigen Melodien zwar am wenigsten subtil unterzubringen vermag und fast schon mit der Tür ins Haus fällt, sich aber im weiteren Verlauf genug Abwechslung im Arrangement der markanten Melodielinie verordnet, sodass jegliche Anbandlung von Langeweile im Keim erstickt wird. Mal in psychedelischen Flächen mäandernd, mal eher deep schimmernd und in Zusammenarbeit mit der bald aufkommenden Bassline, welche das Ganze nun enorm drückend nach vorn schiebt, regelrecht anschwellend zeigt sie sich in überzeugend facettenreicher Manier und lässt zudem auch eine gewisse sphärische Komponente nicht zu kurz kommen. Im angedeuteten Break im Mittelteil muss die geheimnisvolle Ader des Tracks dann kurzzeitig pausieren, wenn die nun nicht nur einmal durch Fleischwolf gedrehte Melodie für Verwirrung stiftet, im Anschluss allerdings wieder in Originalbesetzung mit dem Drumming auf Touren kommt. Trotz der relativ kurzen Spieldauer von nur etwas mehr als 5 Minuten ist noch ein weiteres Break vorgesehen, vor dem sich die Melodielinie bereits etwas zurückzieht, um einem kurzen Drumming-Solo Raum zu geben und im Anschluss schließlich noch einmal in voller Montur seine mysthisch-wirre Atmosphäre auf Synthie-Füßen zum Besten zu geben. Alles in allem ein gelungen kurzweiliges Vergnügen, das für meinen Geschmack mit nicht weniger als 5/6 entlohnt werden sollte. :D

    Airplanes gestaltet sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger dann ein gutes Stück weniger zugänglich und beginnt in anfänglich entspannten Flächen, welche zunehmend stakkatierter verarbeitet werden und schließlich zusammen mit einem eher unaufdringlich wirkenden Drumming ihre Grenzen austesten. Die immer wieder urplötzlich auftretenden Tonauf- und absenkungen sind sicherlich nicht jedermanns Sache und wirken auch im hiesigen Track eher unfreiwillig komisch, sodass erste sphärische Andeutungen sich auch erst dann entfalten können, wenn sich die Melodieebene gefestigt und in trancigen Alternativtönen einen passenden Partner gefunden zu haben scheint. Dieser stachelt die Flächen im anstehenden Break sogar dazu an, mehr von ihrer breitwandigen Seite zu offenbaren, welcher sie in anschwillender Manier auch im Folgenden Rechnung tragen und dabei immer wieder von angedeuteten Breaks und einem kurzzeitigen Drumming-Intermezzo abwechslungsreich unterbrochen werden. Wenn sich dann auch die bekannten Alternativtöne wieder genötigt fühlen, in das Geschehen einzugreifen, wirken die sphärischen Versuche der Melodieflächen zwar nicht mehr ganz so staksig, ihren mühe aufgebauten Kredit verspielen sie dennoch zum Schluss mit ihren wiederholt unnötigen Tonabsenkungen, welche für meinen Geschmack einfach nicht stimmig im Trackverlauf unterkommen. Insgesamt sehe ich das Stück daher auch nur bei 4/6, an denen auch die interessant pluckernde Minimal-Bassline nicht mehr rütteln kann. :yes:

    Als Dritter im Bunde zeigt der Snowflake Dancer dann seinen beiden Vorgängern endlich einmal, was es heißt, einen überzeugenden Mittelweg zwischen Subtilität und Aufdringlichkeit hinsichtlich Melodieentwicklung und Arrangement zu finden und damit schnurstracks zum in meinen Ohren besten Track dieser EP zu avancieren. Das beginnt bereits beim entspannten Minimalklickern, mit dem der Track seine ersten Momente verbringt, ehe sich Beat und schaukelnde Bassline langsam einfügen und auch die ersten Fragmente der sich bald in voller Mauerblümchen-Schönheit zeigenden Melodiefolge aus dem Hintergrund heraustrauen. Nach und nach gestalten sich die Melodieandeutungen nun zwingender, ehe sie zusammen mit unterstützenden Alternativtönen im Hintergrund schließlich zu einer bizarr-schönen Einheit erwachsen und dabei eine wunderbar wärmende Wirkung in Zeiten der letzten Spätwinterrückfälle zu entfalten vermögen. Im folgenden Break wird die Melodieebene dann zwar in den Hintergrund verabschiedet, woraufhin die dezent drückende Bassline sich in gelungener Solomanier zur Abwechslung in Szene setzen kann, doch auch in dieser Phase sind es wieder die ersten Melodieandeutungen, welche überaus schnell erneut den Weg für ihre Königin freiräumen. Diese lässt es sich im weiteren Verlauf natürlich nicht nehmen, noch einmal in exotischer Schönheit ihre sphärische Verträumtheit zu entfalten und dabei diesmal auch die Alternativtöne noch prägnanter zum Tragen kommen zu lassen. Ein angenehm subtiler Rückbau schließt das Ganze dann gelungen ab, sodass meinen 5,5/6 eigentlich nichts im Wege steht . ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zitat

    Original von Andru
    Amok! Wahnsinn! Hammer, wir müssen dahin! (Ich hoffe, du siehst es genau so.)

    Keine Widerrede, Andru - das Line-Up wird immer vielseitiger und besser und hat auch bei mir mittlerweile den Status "Das kann ich mir eigentlich nicht entgehen lassen!" erreicht. Auf elektronischer Seite reizen bei den Neuzugängen vor allen Dingen James Holden (!), Röyksopp und Radio Slave, doch auch die Schottenröcke von Travis, die Indie-Knaller Kasabian, Gossip und Phoenix sowie das Dubstep-Dreamteam um Skream und Benga sind alles andere als unscheinbäre Ergänzungen - und das Ende der (Line-Up)-Fahnenstange ist ja immer noch nicht erreicht... ;) Zudem müssten wir uns dieses Jahr endlich nicht mehr vergeblich in den Melt!-Klub zu zwängen versuchen, um The Whitest Boy Alive zu sehen, denn Erlend Øye und seine Berliner Jungs sind diesmal sogar zur baggerumrahmten Mainstage aufgestiegen. :yes:

    @Trancelectro:
    Deine Frage ist so, wie du sie gestellt hast, leider nicht zu beantworten, da sich das Melt!-Festival jeher auf die Fahnen geschrieben hat, die Grenzen zwischen elektronischer und Indie(gitarren)mucke aufzubrechen und Anhänger beider "Lager" - getreu seinem Namen - zu verschmelzen. So begibt es sich, dass dort Vertreter aus folgenden Genres zu finden sind: Indiepop/-rock, Britpop/-rock, Post Punk, Math Rock, Indietronics, Drum & Bass, Dubstep, Techhouse, Minimal, IDM, Baile Funk etc.

    In der Tat ein gelungener Two-Tracker von Johan Groenewegen alias Ohmna, der zu Unrecht irgendwie etwas untergegangen ist...

    Satori Waterfalls geistert irgendwo im Grenzbereich zwischen Uplifting und Progressive herum und stellt dabei mit seinem nach vorn zielenden Arrangement eindeutig den drückenderen Track dieser EP. Dennoch hält sich das Ganze zu Beginn noch dezent zurück, wenn sich im groovenden Untergrund die ersten mysthischen Flächenandeutungen herauskristallisieren und im weiteren Verlauf passende Unterstützung von einigen zerhackstückelten Vocalfragmenten erhalten. Mit der plötzlichen Hinzunahme leicht techig angehauchter Alternativtöne nach einem ersten Quasi-Break erfährt der Track dann schließlich seine erwartete Beschleunigung, welche leider etwas auf Kosten der sphärischen Entfaltung vonstatten geht - dieser wird dafür im folgenden Break gefrönt, in dem sich erneut die Flächen aus dem Hintergrund hervorarbeiten und sich in Kooperation mit den Vocalfragmenten zu einer wahrhaften flächigen Großbildleinwand-Melodie katapultieren. Dass diese es allerdings trotz ihrer Größe versteht, eine angenehm frühlingsluftdurchzogene Atmosphäre zu verbreiten, zeigt sich spätestens, wenn sich das Ganze vom drückenden Untergrund untergrooven lässt und dabei feinsten Powerprog zum Besten gibt. Als Kritikpunkt möchte ich dennoch den insgesamt etwas überzogenen Einsatz der Vocalfragmente nennen, denn in dieser Beziehung hätte für meinen Geschmack ein wenig Zurückhaltung dem Stück sicherlich nicht geschadet - alles in allem komme ich trotzdem auf überdurchschnittliche 4,75/6. :yes:

    Faith hat es mir dann aufgrund seiner wesentlich progressiver geratenen Ausrichtung wesentlich mehr angetan und weiß in sphärischer Hinsicht vor allen Dingen mit einer herrlichen Pianomelodie zu überzeugen, welche sich wie ein wamer Sommerregen über die entspannt groovenden Klänge dieses Tracks legt. Schon nach wenigen Momenten greift diese jedenfalls ins Geschehen ein, nachdem sich zuvor eine deep geratene Bassline und erstes atmosphärisches Flirren etablieren kann, auf dem sich die Pianotöne mit ihren echobehafteten Nachklängen mehr als entspannt einnisten können. Auch eine kurze Verschnaufpause weiß den Melodiefluss nur für wenige Augenblicke unterbrechen, sodass sich der gemeine Hörer nun mehr und mehr den sehnsuchtsvollen Melodieklängen hingeben kann. In einer weiteren Melodieunterbrechung tauchen hier zwar ebenfalls einige Vocalfragmente auf, jedoch stellen sie nur eine gelungene Abwechslung zur Pianomelodie dar, von der sie nach einem Kurzbreak dann auch schnell wieder abgelöst werden, und tauchen keinesfalls in solch exzessiver Manier wie im Vorgängertrack auf. Auf den letzten Metern dürfen sie allerdings doch noch für einige Momente die entspannten Pianotöne unterstützen, wodurch der Kontrast zwischen deepem Untergrund und warmer Meldieebene noch etwas markanter ins Ohr geht. Insgesamt kann ich diesem gelungenen Track meine 5,5/6 absolut nicht verweigern... ;)

    Da gibt es die aktuelle Ausgabe der Masters Series von James Zabiela gerade einmal seit 2 oder 3 Wochen käuflich zu erwerben, wirft man bei Renaissance bereits das nächste heiße Eisen ins Feuer und probt sich schon einmal im Vorfreude-Schüren! Mit dem geschätzten Gaucho Hernán Cattáneo ist dieses Unterfangen aber auch ein mehr als leichtes, schließlich konnte er mich nicht nur mit seinen beiden "Sequential"-Mix-CDs überzeugen, auch seine immer wieder mal im Netz herumgeisternden Livesets wissen immer mit einer spannenden sowie genreübergreifenden Trackauswahl zu überzeugen. Und mit Namen wie James Zabiela, Guy Gerber, Timo Maas, Guy J oder Henry Saiz kann ja eigentlich gar nichts schiefgehen... :yes:

    Zitat

    Original von Cold Decision
    Simon & Shaker machens diesmal bei mir :yes:
    ...dicht gefolgt von Second Left

    Dem kann ich mich vorbehaltlos anschließen, auch wenn ich zu Bedenken geben muss, dass Simon & Shaker mit Panorama nicht ihr komplettes Progressive-Potenzial abgerufen haben...

    N'Abend zusammen!

    Die beiden russischen Herrengedecke hinter Moonbeam setzen in Sachen produktionstechnischer Umtriebigkeit ja schon seit geraumer Zeit neue Maßstäbe, sodass ich mal wieder nicht drumherumkomme, eine ihrer aktuellen Veröffentlichungen hier rezensionstechnisch zu zerlegen. Es handelt sich dabei um einen Two-Tracker, auf dem sich die beiden eindeutig tranciger inspiriert zeigen, ohne ihre spannende Genremischung aus aus minimalen technoiden und elektroiden Reminiszenzen zu vernachlässigen. Erschienen ist das Ganze auf Avanti, einem Sublabel von Black Hole Recordings, auf dem sich auch schon Soliquid, Zoo Brazil, dPen, Arnej oder Beltek sichtlich wohlgefühlt haben. Für Hörproben in voller Länge solltet ihr wie immer den Blick auf unten folgende Links nicht scheuen... ;)

    In der Geschichte der Moonbeam-Tracks hat sich Angel in meinen Ohren bisher am weitesten einer trancigen Ebene geöffnet, die zwar zu Beginn noch relativ verhalten in deep schimmernden Arpeggios ihre Bahnen zieht, aber schon bald die erste flächige Unterstützung aus dem Hintergrund erhält. Diese schmiegt sich wiederum sehr gelungen an die entspannten Melodietöne und weiß auch in Zusammenarbeit mit einer bald einsetzende Stakkato-Bassline aus elektroiden Gefilden, welcher hierbei die Rolle des drückenden Gegenparts zufällt, ihre leicht düster schwebende Atmosphäre in Raum und Zeit zu etablieren. Für die nötige Abwechslung sind im weiteren Verlauf kurzzeitig dann einige verwirrende Effekte eingekauft worden, welche allerdings schnell von der folgenden Konzentration auf die hiesige Melodieebene abgelöst werden, sodass sich die bisherigen Melodieelemente nun mit einer weit um sich greifenden Flächenmelodie in tranciger Instrumentierung vereinen und damit die sphärische Intensität des Ganzen erheblich steigern können. Im Mittelteil regieren zur kurzen Beruhigung wieder Stakkato-Bassline und einige alternative Melodieandeutungen, bevor sich auch die bekannten Arpeggios wieder bestens in Szene setzen können, wenn sie in gelungener Manier auf der Bassline tänzeln und damit den Appetithappen für die bald folgende, zweite Trance-Phase darstellen. Die Momente vor der sphärischen Machtübergreifung gehören aber noch einmal den insektenartig heranschwirrenden Effekten, welche aber schnell den Weg freigeben für die kommende Melodievielfalt. Fragmentiert und subtil hervorlugend begibt der sich der Track nach dem zweiten Höhepunkt auf seine letzten Meter, auf denen er für meinen Geschmack verdiente 5/6 einheimsen darf. :yes:

    Bei Lacula schaffen es die Brüder Khwalejew allerdings mit Leichtigkeit, den gelungenen Vorgänger zu übertreffen und dennoch wieder etwas typischer nach dem bekannten Moonbeam-Soundspektrum zu klingen. Mit minimal klickernden Effekten und surrenden Bassfragmenten macht der Track jedenfalls von Anfang an klar, dass das Erforschen der hiesigen Struktur wieder etwas anspruchsvoller angelegt ist. Mysthisch anmutende Melodieandeutungen zeigen sich dabei in einem ersten Break bassline-umwunden und lassen sich im weiteren Verlauf auch erst einmal wieder von wild herumseilenden Alternativtönen in den Hintergrund treiben, ehe sie in Kooperation mit passender sphärischer Unterstützung in Form von spannend instrumentierten Melodiefragmenten in Richtung eines Breaks stolzieren. Dort darf sich dann endlich die subtile Schönheit dieses Stücks offenbaren, wenn eine herrlich sphärische Melodielinie irgendwo zwischen Melancholie und Deepness den Track mehr als bereichert und ein großartiges Schwebe-Intermezzo kreiert, an dessen Anschluss sich kontrastreich wieder die bekannten Schwurbeltöne auf dem düster groovenden Drumming entfalten dürfen. Dass die Melodiefolge aus dem Break sich aber nicht so schnell unterkriegen lässt, wie die Alternativtöne vermuteten, zeigt sich kurz vor Toreschluss, wenn diese in beeindruckender Manier für einige Augenblicke zurückkehrt und damit den glanzvoll sphärischen Schlusspunkt dieses gewohnt genreübergreifenden Kleinods bildet. Summa summarum sehe ich jedenfalls keine andere Konsequenz, als mal wieder hervorragende 5,5/6 aus dem Bewertungskeller hervorzuholen. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Gewohnt abwechslungsreiche Platte aus dem Hause Prydz, die ihren Vorgänger für meinen Geschmack aber locker übertrifft und für fast jeden Geschmack etwas bieten dürfte:

    Die akustische Reise von Miami To Atlanta weckt zwar an Erinnerungen an das großartige Muranyi, besitzt aber genug eigene Ideen, um sein Vorbild lediglich als Inspiration erscheinen zu lassen. Zudem handelt es sich hierbei eindeutig um die trancigste Veranstaltung der neuen Pryda-EP, welche sich bereits nach wenigen Momenten der Drummingeingewöhnung die ersten melodischen Fragmente gönnt, aus denen im anschließenden ersten Kurzbreak eine augenzwinkernde Retro-Spielkonsolen-Melodie erwächst. Knarzend, drückend und peitschend präsentiert sich im Gegenzug dann der weitere Trackverlauf, in welchem vor allen Dingen das berühmt-berüchtigte Wechselspiel der markanten Tonfolge aus elektroid-flächiger Instrumentierung und seiner immer wieder eingeworfenen Milchzahnversion nicht nur sphärisch zu überzeugen weiß. Hat sich das Ganze dann durch eine Vielzahl von abwechslungsreichen Wendungen und Quasi-Breaks gewunden, so darf sich im Mittelteil sogar eine eher monoton geratene Knarzphase dazwischenschieben, welche allerdings nicht allzu lang von den melodischen Vorzügen des Tracks "verschont" wird, sodass das Stück schließlich in ein weiteres Break mündet. Zwar liegt auch hier wieder das Hauptaugenmerk auf der Melodieentwicklung, welche sich vom analogen Mauerblümchen zum elektroid-drückenden Gewand vollzieht, doch geschieht dies nun noch einen gesunden Tacken subtiler, sehen wir einmal über den alten Trick mit dem Halbton höher hinweg... ;) In der letzten Phase steht dann noch einmal das schiebende Element im Vordergrund, welches sich stellvertretend für den Track verdiente 5,5/6 von meiner Seite abholen darf. :yes:

    Animalischer geht es dann beim Nachfolger zu, der sich wesentlich technoider geprägt zeigt und dabei vor allen Dingen mit den Vorzügen seiner monoton rollenden Bassline aufwartet, welche dem Stück einen herrlich druckvollen Charakter verleiht. Anfangs ahnt man von dieser Energie allerdings noch kaum etwas, wenn der Fokus auf der Entfaltung einer monotonen Melodielinie liegt, welche sich langsam, aber stetig, nach vorn arbeitet und im ersten Break in ihrer leicht flirrenden Art für düster anmutende Momente sorgt. Für die dringend benötige Portion Druck sorgen dabei dann auch endlich die ersten Bassline-Andeutungen, welche im Anschluss das Überraschungsmoment für sich nutzen können und komplett das Kommando übernehmen, sodass das Ganze nun in eine kontrastreich technoide Phase übergeht. Mit immer wieder eingeworfenen Kurzbreaks, verwirrenden Vocalsamples und Effekten wird zudem jede Anbandlung von Langeweile im Keim erstickt, bis sich im Mittelteil ein weiteres Break andeutet, in dem sich noch einmal die bekannte Melodiefolge offenbaren kann und dabei zusammen mit düsteren Flächen und gelungenen Alternativtönen nicht mehr für mögliche gehaltene sphärische Stärke demonstriert. Diese kann sich im weiteren Verlauf sogar im Zusammenspiel mit dem wunderbar drückenden Untergrund halten, sodass sich das Ganze seinen Höhepunkt eindeutig für den Schluss aufgehoben hat. Unterm Strich zähle ich jedenfalls überdurchschnittliche 5/6. :D

    Loaded als Dritter im Bunde fährt in meinen Ohren dann das für Pryda-Verhältnisse typischste Klangspektrum auf. Namentlich sind dies hierbei ein techhousig-minimales Drumming, monoton umhertreibende Melodiefolgen und zaghafte mysthische Flächen im Hintergrund, was im simplen Zusammenspiel allerdings ein Höchstmaß an sphärischer Geheimniskrämerei und grooviger Tanzbarkeit garantiert. Für letzteres sorgt dabei vor allen Dingen eine elektroid stakkatierte Bassline, welche nach einem ersten Break voller flächiger Eleganz ihren Dienst im Untergrund des Tracks aufnimmt. Weitere passende Alternativtöne mischen sich dabei zudem immer wieder munter unter die bisherigen Elemente und erfrischen das Szenario, welches im bald nahenden nächsten Break erneut seine mysthische Ader beweist, wenn Flächen und Tonfolgen ein weiteres gelungenes Stelldichein geben und schließlich in bekannter Pryda-Manier mit dem groovenden Untergrund verschmelzen. Alles in allem hagelt es hier zwar einige Abzüge aufgrund der Vorhersagbarkeit des Tracks, dennoch steht das Ganze mit seinen 5/6 ebenfalls alles andere schlecht da. :yes:

    Auch wenn Mango allmählich etwas in den Strudel der Selbstkopie gerät, kann ich ihm bei diesem herrlich entspannt-frühlingshaften Two-Tracker einfach (noch) nicht böse sein... ;)

    Forever July stelle ich mir zwar ziemlich langweilig vor, die atmosphärische Wärme, die dieser Track unwiderruflich hervorruft, lasse ich mir allerdings auch gern in der kälteren Jahreszeit gefallen. Schon die subtilen Flächen, welche den Track von Beginn an im Hintergrund begleiten, weisen dabei auf den schwebenden Charme dieses Stücks hin und präsentieren sich als sphärischer Motor, der nun zunehmend mehr melodische Fragmente aus dem Winterschlaf weckt. Als passenden Gegenpart wird zudem eine leicht elektroid inspiriertes Bassline aus der Reserve gelockt, welche in stakktierter Form für die nötige Portion Druck im Untergrund sorgt und auch vor einer mehr als gelungenen Liebe zur Abwechslung getränkt ist, wenn sie sich in Zusammenarbeit mit der Melodieebene immer mal wieder für leicht veränderte Akkordfolgen entscheidet. Im anstehenden Break wird der entspannte Charakterzug des Tracks schließlich komplett ausgereizt, wenn eine überaus helle Flächenwand auftaucht, die den gemeinen Hörer ob ihrer himmelhochjauchzenden Harmonie schon fast zu stark blendet. Parallel dazu entfalten sich einige deadmau5'isierte Alternativtöne in typisch anschwillender Manier, sodass der Track sich nach diesem Höhepunkt mit den bekannten Melodieelementen wieder herrlich unaufgeregt dahinschweben lassen kann - in Kooperation mit diesen im weiteren Verlauf dann auch wieder etwas druckvoller, aber im Großen und Ganzen überwiegen naturgemäß bei Mango die zurückgelehnten Töne, mit welchen das Ganze dann auch schließt und verdiente 5,25/6 von meiner Seite einheimst. :yes:

    And Then We Flew Away besitzt zwar weniger Wiedererkennungswert innerhalb seiner Melodieebene, kann dafür aber mit einem fein austarierten Drumming punkten, welches in seinen filigranen Elektro-Anleihen auch jenes seines Vorgängers in den Schatten stellt. Die sich dazu auf der Nebenspur anbahnende Melodieentwicklung in Form von flächiger Glückseligkeit bekommt dann im nahenden Break noch eine harmonische Alternativmelodie an die Seite gestellt, kann ihre seelenwärmende Atmosphäre allerdings auch in kurzzeitiger Solomanier im Anschluss unter der gemeinen Hörerschaft verteilen. Zudem wirkt sich der Gegenpol zum deep schimmernden Drumming recht positiv auf die benötigte Abwechslung dieses Tracks aus, an der sich nun auch der anschwillende Charakter der Melodietöne beteiligt und zunehmend intensiver sowie flächiger instrumentiert seine sommerliche Stimmungslage in den Vordergrund stellen kann. Das letzte Drittel gehört dann allerdings wieder einer weniger nach vorn schielenden Entwicklung, während der sich die Melodietöne sogar kurzzeitig von weiteren entspannten Flächen tragen lassen und schließlich in der Abendsonne, welche das groovende Drumming auf den letzten Metern noch einmal passend in Szene setzt, verxchwinden. Alles in allem fliegt das Ganze für meinen Geschmack zwar an der magischen 5/6er-Grenze vorbei, doch mit überdurchschnittlichen 4,5/6 dürfte Alexej Golowanow auch hier sicherlich zufrieden sein. :D

    Habe mir nun ebenfalls einmal die hiesige Mixpalette, welche den Track insgesamt in ein leicht positiveres Licht rückt, zu Gemüte geführt:

    Zum einen beweist der Dub Mix dabei, welche sphärische Eleganz sich doch noch im Arrangement von Man On The Run versteckt, wenn die unsäglichen und unnötigen Vocals einmal verdientermaßen in ihrem Kellerverlies angekettet bleiben müssen und damit endlich nichts mehr von der kraftvollen Melodieebene ablenken kann. Die unmissverständliche Ähnlichkeit zu den Vorgängertracks von Dash Berlin lässt sich dadurch zwar nicht unter den Tisch kehren, doch in dieser Formation gefällt mir das Ganze schon wesentlich besser, sodass ich milde gestimmte 4,5/6 folgen lasse. :yes:

    Dafür bringt mich der 4AM Mix im Anschluss schon fast wieder auf die imaginäre Palme, wenn versucht wird, die Allerweltsvocals in einem techigeren Umfeld zu platzieren, welches in meinen Ohren allerdings einen ziemlich antiquierten Eindruck hinterlässt. Auch in sphärischer Hinsicht lässt diese Überarbeitung einiges im Argen, da nach den ersten zaghaften Melodieandeutungen das Hauptaugenmerk auf eine monoton rollende Bassline gelegt wird, auf welcher sich nun im weiteren Verlauf erst einmal die einschläfernde Jaren Cerf ausbreiten darf. Leider wird das Potenzial eines Knebels auch im Pianobreak nicht erkannt, sodass das Ganze im Anschluss mit seinen techigen Schwurbeltönen endgültig in sein Verderben rennen darf, denn auch die Alternativtöne wirken in Zusammenarbeit mit dem drückenden Untergrund für meinen Geschmack ziemlich deplatziert. Legen sich diese dann zugunsten weiterer Vocalattacken wieder zur Ruhe, spielt sich schließlich noch einmal fast das gleiche Trackszenario ab, sodass nur die aufkommende Flächenwand im nächsten Break etwas Abwechslung zu entfalten vermag. Insgesamt komme ich bei dieser imho misslungenen Überarbeitung jedenfalls nicht um die Verteilung wenig schmeichelhafter 2/6 herum, da es hier einfach an allen Ecken und Enden an Esprit fehlt. :sleep:

    Wie gut, dass wenigstens der Andy Duguid Remix es versteht, das Stück in für meinen Geschmack gelungener Art und Weise neu zu interpretieren. Der Schotte schafft es nämlich auch endlich, die Vocals wesentlich stimmiger in seinen progressiv ausgerichteten Mix einzubetten, sodass sogar kurzzeitig ihre Austauschbarkeit kaum mehr ins Gewicht fällt, wenn sie sich aus dem düster brodelnden Untergrund heraus entfalten dürfen, dabei aber immer wieder von der flexibel groovenden Bassline in elektroider Ausrichtung in ihre Schranken gewiesen werden. Zudem wissen einzelne Piano- und Flächenfetzen aus dem Original gekonnt melodische Appetithappen zu verteilen, welche sich in ihren hellen Klängen mit der Bassline duellieren, wodurch ein spannender Machtkampft in dieser Überarbeitung entsteht. Erst im Break gewinnt dabei die Melodieebene die Oberhand und kann sich in Form von alternativen Streichern in etwas orchestralerer Gestaltung, Vocals und den bekannten Pianoklängen etablieren, ehe sich im Anschluss wieder das progressiv-drückende Element in diesem Track durchzusetzen vermag und die Vocals für einige Momente in den verdienten Loopurlaub schickt. Gewohntermaßen tauchen selbige aber schnell wieder in Originalgestalt auf, auch wenn sie nach einem weiteren Kurzbreak noch einmal dasselbe Schicksal erleiden müssen, da sich in der Zwischenzeit sogar einige gelungene, techige Flächenfragmente in den düsteren Kontext einfügen können und an ihre Stelle treten. Nach den letzten Piano-Bassline-Duellen riecht es jedenfalls förmlich nach überzeugenden 5/6... ;)

    Das bisherige Line-Up besitzt für meinen Geschmack auf jeden Fall noch einiges an Entwicklungspotenzial, was allerdings alles andere als verwundert, da wir uns schließlich noch relativ früh im Jahr befinden. Die Überschneidungen mit dem Melt! sind natürlich unglücklich, zumal es sich dabei ausgerechnet um die in meinen Ohren (neben der alljährlichen Drum & Bass-Posse um Klaus Fiehe und die Phoneheads) reizvollsten Namen handelt. Auch hier heißt die Devise also abwarten und schauen, wen die Macher der Juicy Beats für die nunmehr vierzehnte Runde noch verpflichten können... :yes:

    Kaum ist man aus dem Urlaub zurück, wird man hier von einer gähnenden Durchschnittsauswahl sondergleichen begrüßt - habe mir aber dennoch einen Ruck gegeben und meine Stimme Kismet gegeben, der mit seinem Two-Tracker zwar keinen bleibenden Eindruck hinterlässt, sich in diesem Zusammenhang aber in bester Gesellschaft befindet... :hmm:

    So Leute, ab morgen müsst ihr einige Tage ohne mich auskommen, der hammer gönnt sich nämlich endlich mal wieder eine Woche Skiurlaub und wird die Pistenverhältnisse im österreichischen Kleinwalsertal genauestens unter die Lupe nehmen! Wer in der Zwischenzeit Sehnsucht nach überlangen Rezensionen verspürt, soll ruhig versuchen, selbst einmal die Tastatur ordentlich zum Glühen zu bringen... ;)

    N'Abend zusammen!

    Wenn sich da mal keine geballte niederländische Progressive-Kombo zusammengefunden hat und gleich mal mit dem Vorurteil aufräumt, dass zu viele Köche den Brei verderben... Das Triumvirat aus Peter Kriek und Ariaan Olieroock von den 16 Bit Lolitas sowie Johan Groenewegen alias Ohmna hat sich jedenfalls voll auf seine beidseitigen Stärken konzentriert und legt mit Take It Or Leave It nun eine für meinen Geschmack hervorragende Mixtur aus progressiven Melodiebögen in einem deep-drückenden Arrangement vor. Das Ganze ist zwar offiziell noch nicht erschienen (VÖ-Datum und Label scheinen noch in den Sternen zu stehen), Höreindrucke konnten aber bereits in diversen Sets/Radioshows (u.a. bei Markus Schulz) in den letzten Wochen gewonnen werden - wer also noch nicht in den Genuss dieses Stücks gekommen ist, kann dies hier ganz schnell nachholen! ;)

    Die Wahl zum Umgang mit dem Track, zu der mich Take It Or Leave It herausfordernd angrinst, fällt mir auf jeden Fall alles andere als schwer! Schon allein die hiesige Bassline, welche sich als überaus drüster dreinblickende Wand entpuppt, dabei aber dennoch die gewisse Portion Groove nicht auf ihrer drückend-monotonen Fahrt durch den Untergrund des Stücks verliert, reicht aus, um mich bereits vor der Entfaltung jeglicher Melodieansätze auf die dunkle Seite der Macht zu ziehen. Dass es dort aber gar nicht so dämonisch zugeht, wie vielerorten vermutet, verdeutlicht eindrucksvoll der zunehmende Einsatz von Melodiesprengseln, welche - mal intensiv flächig, mal zurückhaltend stakkatiert - sich in Gegenwart des deepen Untergrunds keinesfalls unwohl fühlen. Der Aufbau gestaltet sich dabei gewohnt progressiv, sodass sich die Elemente immer wieder in unterschiedlichen Formationen und Intensitäten zusammenfinden dürfen, ehe sich schließlich so etwas wie eine trancig inspirierte "Hauptmelodielinie" herauskristallisieren und sogar der omnipräsenten Bassline Paroli bieten kann. Der gelungene Kontrast aus zunehmend wärmeren Melodiegefilden und der brummenden Düsternis des Untergrunds stellt sich dabei zudem als einmit Kusshand mitgenommenen Nebeneffekt dieser Entwicklung, der sich ebenfalls immer mal wieder durch unterschiedliche Intensitäten in abwechslungsreicher Manier Eingang in die verwöhnten Gehörgänge der gemeinen Hörerschaft verschafft, heraus. Im weiteren Verlauf wird dort dann ein passendes Break registriert, in welchem die Melodiebögen sich zwar anfangs kurzzeitig entspannt im Hintergrund niederlassen, dann aber zusammen mit der Bassline und weiteren sphärischen Flächen intensiver denn je zurückkehren. In Kooperation mit dem Drumming setzt der Track damit seiner Kombination aus schwebender Melodieebene und düster groovendem Untergrund, der einen einfach nicht stillsitzen lässt, schließlich die Krone auf, sodass ich im Endeffekt keine andere Wahl sehe, als die guten alten 5,75/6 aus dem Archiv zu kramen... :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    An die überaus gelungenen Anjunabeats-Platten reicht dieser Two-Tracker von Mat Zo zwar für meinen Geschmack nicht heran, doch unterschätzen sollte man diese Soundpiercing-Veröffentlichung keineswegs, bringt es der junge Brite doch einfach nicht fertig, einen unterdurchschnittlichen Track zu produzieren! ;)

    Aurus bedient dabei eindeutig die trancigere Schiene, bewegt sich aber immer noch im gut bewachten Grenzland zwischen Uplifting und Progressive. Zudem hat das Stück sich auf die Fahne geschrieben, nicht allzu lang herumzufackeln, sodass bereits nach wenigen Momenten der Drumming-Einwirkzeit die ersten melodischen Ansätze im Hintergrund zu erkennen sind und in Form von monoton schiebenden Wellenflächen sowie luftigen Arpeggios bereits eine angenehm warme Atmosphäre zu entfalten imstande sind. Mit der Geburt einer zwielichtig grummelnden Bassline verstärkt sich zudem nun auch der progressive Untergrund des Ganzen und gefällt sich in der Rolle der kontrastreichen Basis. Dass die Melodieebene in dieser Hinsicht allerdings ebenfalls nicht von gestern ist, beweist ihre Verstärkung durch eine subtil flächige Tonfolge, welche zur sphärischen Intensivierung immer mal wieder hervorlugt und sich etwas verwundert die Augen reibt, wenn sich auch einige fragmentierte Vocalfetzen in leicht grenzwertig gepitchter Art und Weise nicht aufhalten lassen. Die negativen Assoziationen, welche diese unweigerlich hervorrufen, werden durch das Zo'sche Arrangement sowie ihre zurückhaltende Verwendung glüclicherweise schnell wieder vom Tisch gewischt, sodass sich der gemeine Hörer nun vollkommen auf das sphärische Break konzentrieren kann. Zuerst wird dort ein entspanntes Flächenbad genommen, ehe die frühlingshaft anmutende Atmosphäre von einer schwebenden Synthiemelodie weiter angeheizt wird und schließlich auch in Kooperation mit dem progressiven Untergrund durch den Äther geschickt werden darf. Zeitweise trägt der Track dabei für meinen Geschmack mit seiner Heile-Welt-Harmonie zwar doch etwas zu sehr auf, aber alles in allem darf sich dieses melodieselige Stückchen dann doch seiner keineswegs schlechten 4,5/6 sicher sein. :yes:

    Was die digitale B-Seite mit The Price Of Oil gemeinsam hat, ließ sich mir zwar nicht erschließen, doch täuscht das natürlich nicht über die Qualität dieses entschieden progressiver angegangenen Tracks hinweg. Zu Beginn lässt das Ganze allerdings erst einmal ein minimal gestaltetes Drumming auf die Hörerschaft los, welches zusammen mit seinen dezenten Basslinetupfern eine eher monotone Anfangphase begleitet, in der sich aber im Hintergrund dennoch einige subtile Melodieansätze nicht zu schade sind, bereits Trackumsturzpläne zu schmieden. Das langsame, aber stetige Heranschleichen in drückender Stakkato-Instrumentierung darf dabei dann als letzte Warnung verstanden werden, ehe das Stück im weiteren Verlauf in der Tat zusammen mit durch den Fleischwolf gedrehten Tonwirbeln in ein Break mit eingebauter Überlänge übergeht. Nichtsdestotrotz geht es den bisherigen Melodietönen dort zugunsten alternativer Entwicklungen an den Kragen, sodass stattdessen orientalisch anmutendes Trommeln in Ummantelung einer dunklen Flächenwand in den Fokus tritt. Den wahren sphärischen Glanzpunkt setzt dann aber eine wunderbare Streichermelodie, welche in heroischen Klangfarben mehr und mehr nach Raum greift und dem Track dabei einen wunderbar beruhigenden Charakter verleiht, bis sich die Melodieelemente zum Ende des Breaks wieder zunehmend zurückziehen und schlussendlich Platz machen für den kontrastreichen Übergang in eine überaus monotone Drummingphase. Dass diese allerdings nicht allzu lang Bestand haben wird, dürfte schnell klar werden, wenn sich die bekannten Streicher bald zusammen mit einigen seltsamen Vocalfetzen noch einmal sphärisch galant erheben und das Stück schließlich mit einem sanften Gruß auf seine letzten Meter schicken. Insgesamt haben wir es hier imho eindeutig mit dem frischeren und abwechslungsreicheren Track dieser EP zu tun, sodass sich meine verdienten 5/6 kaum noch in Zaum halten lassen... :D

    N'Abend zusammen!

    Das Label Natura Sonoris (lateinisch für "Natur des Klangs") bereichert die Nachwelt bereits seit der ersten Veröffentlichung mit einem fein austarierten Soundspektrum aus zurückgelehnter Melodieverliebtheit- und vielfalt in technoider Ummantelung und wusste auch mich bereits mit hervorragenden Platten von Henry Saiz, Voltaeric und Ugoluna zu begeistern, sodass es nun unter meiner verstärkten Beobachtung steht. Aktueller Nutznießer ist dabei der Franzose Damabiah, der sich für die Ende letzten Jahres auf eben jenem Label erschienene La Hutte EP verantwortlich zeigt und sich dort in drei überzeugenden Tracks austoben darf, die aufgrund ihrer unverkennbar trancigen Ausflüge auch im hiesigen Forum ein glückliches Zuhause finden sollten. Nachzuhören gilt es das Ganze auf seiner Myspace-Seite, welche leider übermäßig textlastig geworden ist... :hmm:

    La Hutte als Titeltrack der EP gibt jedenfalls sogleich unverblümt seine trancig inspirierte Marschrichtung vor und verbreitet mit ersten Stakkato-Melodieansätzen, welche sich im weiteren Verlauf ziemlich schnell zum Zugpferd des Tracks meistern, angenehm sphärische Momente. Gesellt sich dann auch noch eine flexibel tänzelnde Bassline dazu, bekommt das Stück, das ohnehin recht flott unterwegs ist, eine zusätzliche treibende Komponente, welche die Melodieansätze mehr und mehr aus der Reserve zu locken vermag. Auch einige schwebende Melodieflächen fühlen sich dadurch angestachelt, immer mal wieder mit ihrer beruhigenden Ader auf den Track und seine wirbelnden Stakkatotöne einzuwirken und das Ganze atmosphärisch weiter zu erwärmen. Schließlich erhöht sich mit der Zeit nicht nur der unterstützende Flächeneinsatz im Hintergrund, auch eine eher melancholisch geratene Alternativmelodielinie schleicht sich in der zweiten Hälfte kurzzeitig unter die Gesellschaft, sodass ein gelungener Kontrast zum drückenden Untergrund entsteht. Alles in allem stelle ich mal die vage These auf, dass Uplifting in einer besseren Welt ungefähr so wie diese französische Hütte klingen würde und selbige nicht nur aus diesem Grund erbauliche 5/6 von meiner Seite erhält. :yes:

    La Tribu Des Lo geht dann in eine ähnliche Richtung wie sein Vorgänger und weiß ebenso mit seiner Konzentration auf die Melodieebene, welche sich hier aus zaghafter Flächenuntermalung im Hintergrund sowie den darauf platzierten Stakkato-Melodietönen zusammensetzt, zu überzeugen. Dazu sorgen im Untergrund dann bis zum ersten Kurzbreak, in dem sich besagte Hauptmelodieline entfalten darf, einige "Walrufe" für die nötige Portion unverbrauchter Einflüsse und schmiegen sich galant an den umspielten Beat. Dieser wiederum gibt sich kontrastreich dominant und schiebt den Track mit seiner kräftigen Statur unweigerlich nach vorn. In der weiteren Entwicklung der Melodieebene sind zudem einige herrlich unschuldig-fluffige Töne vorgesehen, welche sich (schon fast zu) harmonisch in das Gesamtbild einfügen und in einem weiteren Kurzbreak schließlich an die Stelle der stakkatierten Tonfolge treten dürfen. Allzu lang lassen sich diese dort allerdings nicht vertreiben, sodass sie schon bald auf die Wiederaufnahme in das Stück pochen und damit im Folgenden auch ziemlich erfolgreich sind. Am besten gefällt es dann beiden im Schlussakkord aber dennoch in trauter Gemeinsamkeit, in welcher die positive Stärke der Atmosphäre noch einmal besonders deutlich zum Tragen kommt. Insgesamt sehe ich diesen Track auf jeden Fall auf einer Ebene mit seinem Vorgänger und vergebe daher erneut verdiente 5/6. :D

    Mit La Division Des Crocus hat sich Damabiah seinen für meinen Geschmack stärksten Track dieser EP allerdings für den Schluss aufgehoben. Herausragend ist hier vor allen Dingen die Subtilität der Melodieebene geraten, mit welcher beide Vorgänger schnell in den Schatten gestellt werden und in meinen Ohren einfach das intensivste Klangerlebnis geboten wird. Schon der Beginn des Ganzen baut in gelungener Art und Weise die Spannung für die sich im weiteren Verlauf entfaltende Melodielinie auf und setzt dabei auf die hypnotische Kraft zaghaft schimmernder Flächen, welche mit angedeuteten Arpeggioklängen eine wunderbar sphärische Symbiose eingehen und damit den flirrenden Weg hin zu einer herrlich deepen Atmosphäre ebnen. Drückende Unterstützung erhält der Track dabei durch eine monoton ausgerichtete Bassline, welche in techhousig inspirierter Manier für die richtige Geschwindigkeit im Durchschiffen des hiesigen Kopfkinos verantwortlich ist. Wenn sich im anstehenden Break dann auch noch eine grandios melancholisch geratene Melodielinie in kontrastreich heller Instrumentierung entfaltet und die Speerspitze der Melodieebene übernimmt, ist es jedenfalls endgültig um mich geschehen. Schließlich trägt diese trotz ihrer subtilen Ausarbeitung ein solch vereinnahmendes Wesen in sich, dass es mir kalt den Rücken runterläuft. Der Höhepunkt der melodischen Entwicklung sieht dann auch noch das Anschleichen flehender Streicher vor, welche der dunklen Atmosphäre das i-Tüpfelchen aufsetzen und ich somit im Endeffekt nicht um sauber gelandete 6/6 herumkomme... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::