Beiträge von hammer

    Großartige EP für alle diejenigen, die bei der Verschmelzung der vorzüglichen Eigenschaften deep und progressiv ganz große Augen bzw. Ohren bekommen, denn der mir (zu meinem Bedauern) bislang noch unbekannte Produzent Exoplanet hebt sich nicht nur durch seine interessanten Tracktitel, sondern auch durch seinen herrlich verträumten Klangwelten klar und deutlich von der Masse ab. :yes:

    Bei As If Elegance Wasn't Enough muss ich meinen Vorrednern absolut Recht geben, wenn sie sich hier zu der Beschreibung "Musik für einsame Nächte" haben hinreißen lassen, strahlt der Track doch trotz seines dezenten Arrangements solch eine intensive Atmosphäre voller sehnsuchtsvoller und melancholischer Momente aus, die den gemeinen Hörer nicht allzu lang kalt lassen dürfte. Bereits im Intro machen sich wunderbar subtile Melodiefragmente verschiedenster Ausprägung auf, die ersten sphärischen Ausrufzeichen zu setzen, bevor das Ganze zusammen mit entspannten Synthieklängen ein schlichtes Drumming heraufbeschwört. Dabei fällt die zurückgelehnt wellenartig auftretende Bassline zwar erst auf den zweiten Blick auf, doch in ihrer progressiven Monotonie schafft sie es dennoch, einen gelungenen Kontrast zu den klaren Melodieanleihen aufzubauen, welche im weiteren Verlauf immer wieder in überaus subtiler Manier durch das Trackgewebe schweben. Festigt sich dabei zunächst der Eindruck, dass keines der Elemente zu sehr in den Vordergrund drängen will, um die Vielfältigkeit des Stücks nicht zu unterbinden, so sind es im anstehenden Break dann doch vor allen Dingen schwebende Flächen, welche in beruhigender Art und Weise das Zepter in die Hand nehmen. Zudem erhält das Ganze in Kooperation mit dem angenehmen Drumming Unterstützung von einer tänzelnden Melodielinie progressiver Bauart, welche von den restlichen Elementen herzlich begrüßt wird und sich sogleich überaus galant in die sehnsuchtsvolle Atmosphäre einreiht. Nach einem weiteren Kurzbreak ertappt sich die Tonfolge zudem dabei, zusammen mit den schimmernden Flächenklängen immer wieder einige alternative Melodiestränge auszuprobieren, ehe das Stück sich im weiteren Verlauf in bekannt dezenter Manier langsam wieder zurückbaut und schlussendlich mehr als überzeugende 5,5/6 von meiner Seite erwarten darf. ;)

    Through The Land Of Talking Lavalamps And Purple Wildebeest geht es im Vergleich zu seinem Vorgänger dann im Titel zwar etwas konfuser an, atmosphärisch bewegt sich der Track dafür noch eine gute Prise deeper im undurchschaubaren Grenzgebiet zwischen Proghouse und Progtrance. Am Intro wird dabei allerdings auch hier nicht gespart, sodass das Ganze nach einigen zwielichtigen Effektwolken zusammen mit einem monotonen Tonwabern schließlich auf einem entspannt groovenden Untergrund landet. Einzelne dezente Pianotöne erhöhen alsbald die Deepness des Stücks und führen der Hörerschaft in exzellenter Art und Weise vor, wie man auch mit schlichten Mitteln eine überaus intensive Atmosphäre kreieren kann. Die Effekt- und Flächenwolken vom Beginn bekommen dann im weiteren Verlauf zunehmend passende Unterstützung durch einige Melodiesprengsel, welche sich durch ihre Leichtigkeit allerdings etwas gegen die drückende Stimmung des Tracks stemmen. Das kommende Break bedeutet für diese aber zunächst einmal wieder Endstation, sodass sich dafür die schwebenden Flächenklänge in all ihrer herrlich deepen Struktur entfalten können, ehe mit dem einsetzenden Drumming auch der dezente Groove des Ganzen wieder zurückkehrt. Auf diesem fühlen sich nach anfänglicher Zurückhaltung auch die Flächenwolken zunehmend wohler und lassen sich schon bald von nichts und Niemandem mehr aus der Ruhe bringen. Noch nicht einmal die sanften Melodieeinlagen sind in der Lage, auch nur irgendetwas dagegenzusetzen, sodass sie nach einem kurzen Intermezzo schnell wieder in der Versenkung verschwinden und den allmählich beginnenden Rückbau des Track nur noch sporadisch begleiten. Alles in allem eine nicht minder überzeugende Angelegenheit, die mich erneut zu verdienten 5,5/6 hinreißen lässt. :D

    Nun gut, hatte dein Argument mit der "Echtheit" insofern verstanden, dass du lieber Radiohead hörst,

    Zitat

    weil eine echte Band, mit echter Musik und eigenem Text

    (im Gegensatz zu Bloc Party) und daher auch das überaus elektronisch geprägte, geniale Idioteque als Gegenbeispiel herausgekramt. Da das Ganze allerdings als positive Bemerkung gemeint war, kannst du deinen boxenden Kriegsbeil-Smilie schnell wieder in der Mottenkiste verschwinden lassen, denn bis auf die Bewertung des hiesigen Tracks scheinen wir in der Tat eine recht ähnliche Beziehung zu Radiohead zu besitzen... :yes:

    Zitat

    Original von Blackhole Traveller
    ...
    Auf Dauer zu anstrengend - da hör ich viel lieber meine Lieblingsband Radiohead. :D 4/6 - weil eine echte Band, mit echter Musik und eigenem Text.
    ...

    Hmmm, ich kann deine Argumentation bezüglich des Vergleichs "Radiohead - Bloc Party" irgendwie nicht so recht nachvollziehen: Zum einen treffen die drei von dir mit Radiohead in Bezug gebrachten Attribute auch auf Bloc Party zu und zum anderen ist der Anstrengungsgrad - Herausforderungsgrad stellt imho zudem die passendere Beschreibung dar - bei Bloc Party für meinen Geschmack bei weitem nicht so hoch wie bei Radiohead. Und ich schätze beide Bands wirklich schon seit Jahren in hohem Maße, sodass ich mir anmaße, das beurteilen zu können. Apropos "echte" Band mit "echter" Musik... ;)

    Kommen wir nun aber zu One More Chance, dem neuen Stück von Bloc Party, welches nicht auf dem letzten Album enthalten ist und damit ähnlich wie Flux als Appetithappen für die Zeit zwischen zwei Alben gedacht ist. Hier ist es vor allen Dingen die Mischung aus der 90er-Pianohouse-Melodielinie, welche mit einigen Beats aus der Retortenkiste unterlegt ist, und den drückenden Bloc-Party-typischen Indiegitarrren, welche auf den ersten Blick ungläubige Gesichter hinterlässt, sich mit der Zeit aber unfassbar hartnäckig in den Gehörgängen festsetzt. Über allem thront dabei natürlich die markante Stimme von Kele Okereke, die sowohl auf den synthetischen als auch auf den Gitarrenklängen stets bestens zur Geltung kommt, sodass das Ganze auch auf dem diesjährigen Melt! Festival bereits sehr gut beim hörgewohnheitsoffenen Publikum ankam. Wäre die hiesige Bewertungsskala auch auf Genres außerhalb elektronischer Musik anwendbar, dürften sich die Londoner Jungs jedenfalls über verdiente 5,5/6 freuen. :yes:

    Der Tiësto Remix wiederum will es in knapp sieben Minuten allen Recht machen, fällt dabei aber für meinen Geschmack doch recht deutlich auf die Nase. Das Ganze beginnt mit einer knarzenden Basslinewand, welche sich in Kooperation einiger Vocalfetzen aus dem Original schnell im Vordergrund des Tracks etabliert, während sich bereits erste trancige Alternativtöne auf den Weg nach vorne machen können. Im anschließenden Break dominiert dann zunächst noch Kele Okereke, ehe anfangs noch dezent auftretende Melodietöne zunehmend aggressiver umherwirbeln und schließlich in gähnender Allerweltsmanier in den Vordergrund schwurbeln. Auch zusammen mit dem knarzenden Untergrund stellt sich leider keine Besserung hinsichtlich des Arrangements ein, sodass dies im weiteren Verlauf letztendlich an einigen netten Synthietönen hängenbleibt, welche in ihrer angenehm schwebenden Manier die bekannten Alternativtöne zu einem kleinen Fluchtversuch drängen und den Track kurzzeitig sphärisch punkten lassen. Diese Phase hält jedoch nicht allzu lang an und die Vocals sehen sich schon bald wieder mit dem auf den Beat heruntergeschraubten Drumming konfrontiert, ehe die knarzende Basslinewand erneut aus dem Hintergrund aufersteht und sich im weiteren Verlauf ein zweites, überaus ähnlich gestricktes Break anschließt - einzig das noch etwas exzessiver betriebene Melodieschwurbeln stellt einen entscheidenden Unterschied zum vorangegangenen dar. Mitsamt Drumming, Vocals und Synthietönen begeht das Ganze dann schließlich seine letzten Meter, welche allerdings nicht mehr als überaus durchschnittliche 3/6 über die Zeit retten können. :hmm:

    Der Track vom Schulze kommt zwar irgendwie ein paar Jahre zu spät und nicht über das Prädikat "nett" hinaus, gegen den Rest, der in dieser Woche zur Wahl steht, setzt er sich jedoch klar durch. :D

    Ansprechende Geschichte, die die beiden Inselaffen Andy Moor und Lange hier zusammengeschustert haben, denn gerade aufgrund des markanten Stilwechsels entfernt sich der Track glücklicherweise von plätschernder Durchschnittsware und offenbart beide Produzenten als vollwertige Mitglieder dieser Kollaboration. :yes:

    Den Titel Stadium Four scheinen die beiden zwar auf einer fünftklassigen Flohmarktresterampe geschenkt bekommen zu haben, in musikalischer Hinsicht zeigt sich das Ganze jedoch schnell wesentlich kreativer veranlagt und umgarnt die Gehörgänge nach verhaltenem Beginn bald mit sphärischen Vocalschwaden à la Andy Moor, welche im Hintergrund der herannahenden Bassline für die ersten melodischen Andeutungen in diesem Track verantwortlich sind. Die Bassline wiederum, welche sich im Dreiländereck von progressiven, elektroiden und techigen Gefilden ansiedeln lässt, schwört ihrerseits die ersten Melodieflächen herauf, auf welchen sich die Vocalfragmente nun noch eine gute Ecke galanter in Szene setzen können, während aus dem Untergrund schließlich eine Tonfolge heranschleicht, mit der das Ganze seine Atmosphäre endgültig sommerlichen Klangfarben anvertraut. Im anstehenden Break wird dies im weiteren Verlauf besonders deutlich, wenn sich besagte Melodielinie auf herrlich entspannten Flächen vollends entfalten darf und eine wunderbare Mischpoke aus Euphorie und Zurückgelehntheit zu kreieren weiß. Im Anschluss ist dann allerdings Schluss mit Gefühlsduselei und das Stück stürzt sich in ein angenehm drückendes Tech-Gewand à la Lange aus stakkatierter Bassline und enorm fragmentierten Melodiefetzen, sodass dem gemeinen Hörer die Bedeutung des Wortes "Kontrast" überaus deutlich vor Augen geführt wird. Im Hintergrund tauchen zwar mit zunehmender Dauer wieder flächige Klänge und Vocalschwaden auf, akkurat sphärische Momente erlebt man allerdings erst wieder im zweiten Break, das als Bonsai-Variante seines Vorgänger durchgeht und das Stück somit im Anschluss in techig-progressiver Manier zu Ende läuft. Das hier angewandte Trackprinzip wurde zwar in den letzten Jahren einigermaßen ausgereizt, einzelne Vertreter dieser Gattung (wie auch Stadium Four) schaffen es allerdings immer noch, dass ich meine Fühler ausstrecke und gesunde 5/6 ertaste... ;)

    Zitat

    Original von tobaddiction
    aja, und ein tipp, ein recht unbekannter track von der mau5, den ich bis vor kurzem auch nicht kannte (und den man bei audiojelly kaufen kann):
    ...
    hat ebenfalls schöne flächen.

    Für Lack Of A Better Name gibt's hier übrigens ebenfalls bereits einen Thread, falls du dein Tracklob dort noch einmal verklausulieren möchtest... ;)

    Kommen wir aber nun zu Then We Stood Still Schrägstrich Strobe, das auch mir zum ersten Mal während der Übertragung des deadmau5-Sets von der diesjährigen Nature One über den Weg gelaufen ist und es sich seitdem in meinen Gehörgängen mehr als gemütlich gemacht hat. Neben dem ambienten Original von Brazil ist dies jedenfalls das Epischste, was mir bisher vom Kanadier untergekommen ist - allein das vierminütige Intro nimmt den gemeinen Hörer bereits auf eine solch abwechslungsreiche-sphärische Reise mit, für die andere Produzenten Jahre brauchen. Beginnend in wunderbar dezenten Klangfarben entfaltet das Ganze jedenfalls schon nach wenigen Augenblicken eine mehr als beachtliche Eigendynamik, für welche sich vor allen Dingen die überaus emotionalen Melodiestrukturen verantwortlich zeigen, welche mit zunehmender Dauer das Intensitätspegel des Tracks nicht nur auf einem beachtlich hohen Niveau halten können, sondern in Kooperation mit Klavier- und Streicherklängen sogar Gefilde erklimmen lassen, welche zu Recht mit der Überschrift "Epik" gesegnet sind. Zwischendurch versucht sich dabei zwar eine elektroide Basslinewand an etwas Kontrastarbeit, wird aber schnell von den überirdischen anmutenden Klangwelten geschluckt und kann sich erst wieder zu Wort melden, wenn sich aus der vielschichtigen Melodieebene eine klare Melodielinie herauskristallisiert und mitsamt entspannter Effektarbeit in ein progressives Drumming übertragen wird. Bevor der Track Fahrt aufnimmt, steht allerdings noch eine weitere Unterbrechung an, in der besagte Tonfolge ein zunehmend flächigeres Arrangement anzunehmen beschließt und dabei zusammen mit Alternativtönen vom Beginn erneut sphärisches Wohlbefinden ausstrahlt. Dass dieses Unterfangen auch zusammen mit dem angenehm schiebenden Drumming sowie der elektroid drückenden Bassline funktioniert, zeigt sich dann im letzten Drittel des Tracks, bevor sich die Melodietöne dezent in den Hintergrund verabschieden und die letzten Momente des Stücks heraufbeschwören. Alles in allem stellt Joel Zimmerman hier nicht nur einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis, sondern kreiert zugleich auch noch ein sphärisches Schmankerl, das für meinen Geschmack mit nicht weniger als 5,75/6 davonkommen sollte. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Während Lamur immer noch felsenfest in meinen Gehörgängen feststeckt, schickt der israelische Produzent Guy J bereits seine nächste Platte in die Runde. Dabei vertraut er diesmal wieder auf das 2-Tracker-Prinzip, sodass dem gemeinen Hörer zwar kein hochkarätiger Remix geboten wird, die beiden neuen Stücke, welche sich im üppig angelegten Anwesen von Progressive House bewegen, besitzen für meinen Geschmack aber auch allein genug Potenzial, um mich mit ihren tiefsinnigen Atmosphärenschichten zu überzeugen. Wer sich also genauso wie meine Wenigkeit von der deepen Machart dieser Mitte Juli erschienenen Sudbeat-Platte betören lassen möchte, sollte auf keinen Fall die unten folgenden Hörprobenverlinkungen verpassen… ;)

    Dust auf der A-Seite führt im Titel erst einmal etwas in die Irre, der Track beschreitet schließlich alles andere als staubtrockene Pfade, sodass mir vielmehr die Weite einer Wüste, die das Ganze sphärisch veranschaulichen mag, assoziativ in den Sinn kommt. Musikalisch bewegt sich das Stück jedenfalls von Beginn an in überaus deepen Gefilden, wenn im Untergrund bereits ein unverkennbar zwielichtiges Basslinegrummeln vernommen wird, auf dem sich nach und nach einige schüchterne sowie durch den Saharawind geschwächte Tonfragmente entfalten und die passende Kulisse für die Entwicklung einer Wand voller depressiver Melodieandeutungen schafft. Auch diese zeigen sich zunächst noch sichtlich beeindruckt von der Deepness dieses Tracks, bis sie sich in herrlich progressiver Manier mehr und mehr aus dem Hintergrund herausbewegen und mit ihren alles andere als lebensbejahend erscheinenden Melodielinien die Weite des Raums füllen können. Während zuvor bereits einige Kurzbreaks immer wieder die sphärische Intensität leicht steigerten, so trifft die Hörerschaft spätestens im mittleren Break die geballte Gewissheit aus dunklen Klangfarben, schimmernden Tonflächen und zwielichtig-progressiver Atmosphäre. Dass diese einzigartige Stimmung auch in Kooperation mit dem Drumming nichts von ihrer Intensität verliert, beweist der weitere Verlauf des Tracks, welcher an sphärischer Dichte nichts mehr zu wünschen übrig lässt. Ein weiteres Break scheint dann bereits als Outro zu fungieren, wenn sich die Melodielinien wieder in Schemen zurückverwandeln, doch die letzten Momente begeht das Ganze dann doch noch einmal mit den auf dem deepen Drumming wehenden Tonfragmenten. Ich bin jedenfalls hin und weg von diesem Track und sehe auch gar keine andere Möglichkeit, als imho absolut gerechtfertigte 6/6 zu verteilen. :D

    Bianca dagegen geht es eine gute Ecke beruhigender an und hat anscheinend mit seiner angenehm zurückgelehnten Proghouse-Manier auch Hernán Cattáneo überzeugt, welcher für den Track sogleich ein lauschiges Plätzchen auf seiner letzten Renaissance Masters Series (Part 13) fand. Anfangs schaufelt das Ganze zwar massig stakkatierte Melodiefragmente aus deephousigen Gefilden heran, zusammen mit minimal arrangiertem Klickern und den ersten Tonwellen im Hintergrund macht einem das Stück allerdings schnell klar, dass es sich seine Referenzen sorgsam ausgewählt hat. Die Entwicklung einer überaus entspannten Atmosphäre ist dann nur noch eine Sache von wenigen Augenblicken, wenn die Melodieelemente zunehmend flexibler durch ihre unaufgeregten Klangwelten wandeln und im Untergrund zudem eine überaus subtil groovende Bassline zu Tage tritt. Nach einem Break, in und nach dem sich die Melodieelemente zunehmend eindrucksvoller in Szene setzen können, zeigt auch der Intensitätspegel der Atmosphäre weiter nach oben, bevor der Track sich im Mittelteil wieder etwas mehr Ruhe gönnt und die melodischen Elemente dezent zu einem Cocktail an der Strandbar bittet. Denn im Gegensatz zu Dust bewegt man sich hier schon fast in sommerlich anmutenden Gefilden, sodass das zweite Break mit seiner anfänglich monotonen Bauart, aus welcher sich in progressiver Art und Weise erneut die bekannten Melodieandeutungen herauskristallisieren, als gelungener kleiner Gegenpart fungiert. Im Anschluss versöhnen sich die verspielten Tonfolgen dann auch wieder mit dem progressiven Untergrund, sodass das Ganze noch einmal seine mehr als gelungene Symbiose voll zurückgelehnter Afterhour-Entspanntheit mit angenehm deeper Note entfaltet. Summa summarum progressive elektronische Musik vom Feinsten, die für meinen Geschmack mit nicht weniger als 5,5/6 belohnt werden sollte. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Nach dem für meinen Geschmack überragenden Harmonisch Serie sowie einigen überaus ansprechenden Remixarbeiten für Moonbeam, Dominik Eulberg und Extrawelt legt der Londoner Produzent Max Cooper nun mit einer neuen EP nach, mit welcher er erneut sein Händchen für verträumte Düsternis (mit einem Hang zum Morbiden) in einer am ehesten als neotrancig zu bezeichnenden Umgebung unter Beweis stellt. Dabei hat er sich anscheinend erneut zum Ziel gesetzt, meine Gehörgänge im Sturm zu nehmen, auch wenn das Arrangement der Tracks noch eine kleine Ecke minimalistischer geworden ist. Aus atmosphärischer Sichtweise bedeutet das jedoch keinen Rückschritt, sodass ich auch bei dieser im Juni auf Traum Schallplatten erschienenen EP allen elektronisch Interessierten nur äußerst empfehlen kann, das musikalische Reiseangebot von Max Cooper anzunehmen - entweder hier oder mittels der folgenden Links. :yes:

    Symphonica als Titeltrack fungiert dabei endlich auch einmal als solcher und stellt bereits den Höhepunkt der EP dar, wobei er sich zwar an das sphärische Erbe seines Vorgängers erinnert, dieses aber gekonnt in ein weiteres spannendes Kapitel seiner unglaublich intensiven Atmosphären spinnt und dabei in meinen Ohren einen Track geschaffen hat, der es sich leisten kann, an den Qualitäten von Harmonisch Serie gemessen zu werden. Der Beginn ist zwar wieder überaus minimal gehalten, wenn sich verhaltene Effekte mit flüsternden Stimmen paaren, aber bereits diese wenigen Elemente sind in der Lage, ein Gefühl von Spannung in der Luft zu entwickeln, welches von einer dezent aus dem Hintergrund heranschleichenden Basslinewand nun mehr und mehr verstärkt wird. In Kooperation mit weiteren wippenden Subbässen entsteht dabei bereits in dieser frühen Phase des Tracks ein unheimlich düsteres Stimmungsgemisch, welches von alsbald nahenden Melodieansätzen in Eulbergscher Verträumtheit allerdings erst einmal etwas aus der zwielichtigen Ecke herausbewegt wird, da sich die Klarheit der Melodietöne in kontrastreicher Manier gegen den dunklen Untergrund durchsetzt. Das geheimnisvolle Flüstern allerdings lässt sich nicht aus seiner Nische verdrängen und verteidigt auch während und nach der Ankunft unterstützender Synthiewellen die Ehre der düsteren Klänge. Wie zum Trotz erbaut sich das Ganze im Anschluss dann ein Break, in welchem sich vor allen Dingen die Synthiewellen schnell als Hauptdarsteller herauskristallisieren und in variantenreich wabernden Arrangements zunehmend der dunklen Seite der Macht verfallen und schlussendlich zusammen mit der dezent auferstandenen Basslinewand die Fahne von Schwermut und Verzweiflung hochhalten. Zur Überraschung entfaltet das Ganze im Anschluss mit dem Drumming und der leicht elektroid mutierten Basslinewand kurzzeitig ein recht druckvolles Gewand, ehe die Synthieschwaden wieder das Regiment übernehmen. Fehlende Abwechslung wäre dabei das letzte, das man diesem Track unterstellen könnte, erreichen doch schon bald auch die verträumten Melodietöne wieder die Gehörgänge und sind imstande, sich vehement dort festzusetzen, auch wenn das Ganze sich im weiteren Verlauf schon wieder subtil auseinanderbaut, in einem flüsternden Outro aber dennoch nicht weniger als erneut hochverdiente 6/6 mitzunehmen pflegt. ;)

    Im August herrscht zwar traditionell Wespenhysterie, die hiesige Wasp hat es jedoch nur auf die minimale Begroovung der Ohrmuscheln abgesehen, ohne dabei ein gewisses sphärisches Element vermissen zu lassen. Im Vergleich mit seinem Vorgänger fällt schnell die recht ähnlich gestrickte Basslinewand auf, welche sich aus dem Hintergrund des klickernden Drummings herausbewegt, dies allerdings in wesentlich vehementer ausgeprägter Art und Weise vollzieht, sodass sie nach einem ersten Anschwillen schließlich in ein angenehm groovendes Bassline-Stakkato zerstückelt wird und in dieser Form ein gefundenes Fressen für monotone Melodiefragmente darstellt, welche sich zusehends auf dem düsteren Untergrund manifestieren. Nach einem ersten Kurzbreak, welches sich auf die Intensivierung der leicht an Gregor Tresher erinnernden Melodiefetzen spezialisiert hat, legt das Drumming erst einmal ein kleines Solo hin, ehe nach einem kleinen Beatgeschmetter die Minimaltöne wieder ins Geschehen eingreifen dürfen und dem Ganzen in Zusammenarbeit mit der nun wieder anschwillenden Basslinewand trotz seiner wesentlich monotoner ausgestatteten Elemente ein ebenfalls nicht zu verachtenden düsteren Charakter verleihen können. Ob das Stück während seinber druckvollsten Phase, in der die Basslinewand elektroid inspiriert auftritt, an das brummende Geräusch einer Wespenarmada erinnen soll, bleibt dahingestellt, unbestritten ist für meinen Geschmack jedoch der dunkel angehauchte Groove des Ganzen, welcher sich im Anschluss wieder einstellt, wenn die Bassline erneut durch den Stakkato-Fleischwolf gedreht wird. Dabei dürfen natürlich auch die monotonen Melodieansätze nicht fehlen, welche sich im weiteren Verlauf dann wieder subtil aus dem Track verabschieden und das Ganze auf sein bevorstehendes Ende vorbereiten. Alles in allem eine etwas minimalere Geschichte als der Titeltrack, die sich trotzdem an gesunden 4,5/6 erfreuen darf. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Nach recht langer Verweildauer im grauen Mittelmaß schafft es Blake Jarrell in dieser Woche endlich einmal wieder, mich mit seinem neuen Two-Tracker zu überzeugen (und auch den angenehm minimaltrancigen Edgeliner hinter sich zu lassen). :yes:

    Schön zu hören, dass Sander van Doorn nach einigen Jahren im stillen Kämmerlein mal wieder sein Projekt Purple Haze ausgräbt, mit dem er mich schon anno 2005 mit seinen düster treibenden Tranceklängen à la Adrenaline oder Rush überzeugen konnte. :yes:

    Das neue Stück namens Bliksem ist dabei nicht nur nach dem niederländischen Wort für "Blitz" benannt, sondern schlägt auch wie selbiger in Gehörgänge und Beinmuskulatur ein, wobei es im Vergleich zu seinen leicht betagten Vorgängern verständlicherweise ein etwas frischeres Klangbild aufweist. Zudem wird hier nicht lang um den heißen Brei herumgeredet, wenn zu einem tänzelnd-progressivem Drumming schon bald aus dem grummelnden Untergrund die ersten düsteren Atmosphärenschwaden herausziehen, einen zunehmend intensiver ausfallenden Charakter aufweisen und schließlich in einem ersten Quasi-Break zusammen mit einer recht typischen Purple-Haze-Melodielinie überaus bedrohlich anwachsen. Kurz vor dem Höhepunkt bricht das Konstrukt dann zwar wieder kurzzeitig in sich zusammen, sodass das Drumming - nun verstärkt mit einer herrlich deepen Basslinewand - sowie einige interessante, sphärische "U-Boot-Klänge" das Ruder übernehmen können und der gemeine Hörer wieder der düster brodelnden Melodieebene beim beschwerlichen Anstieg bis zum Trackgipfel lauschen kann. Ist diese allerdings erst einmal dort angekommen, kennt die dunkle Macht dieses drückenden Stücks für einige Momente keine Grenzen mehr, bis das Ganze im Übergang zum nächsten Break wieder sehr hörenswert zusammengefaltet wird und nur noch eine stakktierte Melodieader übrig bleibt. In dieser Phase trumpfen dann vor allen Dingen die bereits erwähnten "U-Boot-Klänge" erneut auf und bereiten der anschließenden Anschwillarbeit der düsteren Melodieklänge ein sphärisch überragendes Vorspiel. Dass sie sogar auf dem nächsten Höhepunkt des Stücks, vor dem die dunkle Wand wieder kapituliert, noch ein kleines Solo hinlegen dürfen, zeugt vom Respekt, den die restlichen Trackelemente diesen Klängen zollen. Anschließend zeigt sich das Ganze noch einmal in seiner ganz eigenen, druckvollen Düsternis, mit welcher Sander van Doorn hier für meinen Geschmack mal wieder sein Gespür für das gewisse Etwas an den Tag gelegt hat und mit hervorragenden 5,5/6 belohnt werden sollte - Donnerlittchen! ;)

    N'Abend zusammen!

    Zur Feier des Tages habe ich euch heute wieder einmal etwas für die genretechnischen Randbezirke unseres Forums mitgebracht, für das sich niemand Geringeres als der französische Produzent Olivier Mateu unter seinem spanisch inspirierten Alter Ego Rodriguez Jr. verantwortlich zeigt. Vor einigen Tagen ist auf jeden Fall auf Leena Music eine neue abwechslungsreiche EP erschienen, welche sich wahlweise als 2- (als Platte) bzw. 3-Tracker (digital) versteht und für meinen Geschmack erneut sämtliche Vorzüge seines minimaltrancigen Ansatzes in techhousiger Umgebung offenlegt. Wer sich mal wieder über seinen Tellerrand beugen möchte, ist jedenfalls bestens aufgehoben, sich den unten folgenden Hörprobenlinks anzuvertrauen. :yes:

    Der Titeltrack Kids Of Hula setzt vor allen Dingen auf ein angenehm groovendes Trackgewand, welches von Beginn an mittels monoton schwingender Melodiefragmente und immer wieder eingeworfener Klänge aus dem nächtlichen tropischen Regenwald die Entwicklung einer recht sommerlich agierenden Atmosphäre forciert. Das Drumming ist dabei zwar relativ schlicht gehalten, ist allerdings mit seinen dezenten Bongoklängen und einigen klickernden Effekten dennoch in der Lage, der Atmosphäre einen angenehm hypnotischen Untergrund zu bieten. Diese Formation beschwört zudem im weiteren Verlauf eine verspielte Melodielinie herauf, welche sich überaus schnell an vorderster Front des Tracks etabliert und damit auch die sphärische Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Während sie sich elegant von den bisherigen Elementen umschmeicheln lässt, perfektioniert das Ganze seine aus äquatorialen Gefilden stammende Atmosphäre, welche sich auch von aus dem Hintergrund subtil heranschleichenden Alternativmelodieansätzen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Im Mittelteil des Stücks werden dann erst einmal sämtliche melodischen Ausrufzeichen in den kurzzeitigen Vorruhestand geschickt, sodass sich das Hauptaugenmerk auf das minimalistische Drumming konzentriert - dieser Zustand dauert allerdings nicht allzu lang an, da sich mit Hilfe der tropischen Samples die verspielte Melodielinie schnell wieder aus ihrem Schneckenhäuschen heraustraut, bevor das Ganze sich im Folgenden sanft zurückbaut und mit von meiner Seite mitgegebenen 5/6 zufrieden von dannen stapft. :D

    Das eigentliche Schmuckstück der EP stellt in meinen Ohren allerdings Pandora dar, welches als legitimer Nachfolger des überragenden Lila aus dem vergangenen Jahr gehandelt werden dürfte. Hier finden sich auch die deutlichsten Anleihen aus trancigen Gefilden, welche sich zu Beginn des tröpfelnden Minimal-Drummings allerdings noch in weiter Ferne wähnen. Auch die ersten wellenartig auftretenden Effektwolken künden noch nicht von dem melodischen Wohlbefinden, das den gemeinen Hörer schon bald erreichen wird, schließlich aber im weiteren Verlauf von dezenten Melodieansätzen aus dem Hintergrund allmählich auf die Tagesordnung geworfen wird. Diese entpuppen sich jedenfalls zunehmend als sphärisches Zugpferd des Tracks und sind dabei in Zusammenhang mit ihrer stetig anwachsenden Intensität in der Lage, eine herrlich wohlig-sommerliche Stimmung zu erzeugen, welche auch vor zaghaft melancholischen Anleihen nicht Halt macht. So entsteht trotz des minimalen Arrangements ein für meinen Geschmack wahrlich ans Herz gehender Track, welcher auch von den vielfältigen Zusammensetzungen und Intensitätsstufen der verwendenten Melodie- und Drummingelemente profitiert, sodass sich für meinen Geschmack zu keinem einzigen Zeitpunkt auch nur ansatzweise ein Hauch von Langeweile durchzusetzen vermag. Genauso dezent, wie sich die Melodielinie in ihrer verspielten Manier in diesem Track vorgearbeitet hat, verschwindet sie dann auch wieder und hinterlässt bei mir einen überaus erhebenden Nachgeschmack, der mir nicht weniger als verdiente 5,75/6 wert ist. :yes:

    Für Offshore, welches sich als Exklusivtrack auf der digitalen Version der EP befindet, fand man dann wohl auf der Platte anscheinend keine Verwendung mehr, obwohl das Stück sich für meinen Geschmack vor seinen beiden Vorgängern ebenfalls nicht verstecken muss. Auf einem wippenden Untergrund, welcher sich überaus monoton in die Gehörgänge bewegt, sind es dabei zu Beginn vor allen Dingen die interessanten Stimmenschnipsel, welche für Aufmerksamkeit sorgen und alsbald mit seltsam insektenartigen Effekten versehen werden. Als Prunkstück des Ganzen stellt sich dann allerdings ein deephousig angereichertes Melodiefragment heraus, welches - einmal stakkatiert, einmal interessant verwoben mit den Stimmenschnipseln, einmal als flächiges Melodieband, das Ganze schnell aus seiner staubig-monotonen Ecke hinaushievt. Auf die Entwicklung sphärischer Glanztaten wird dabei zwar größtenteils verzichtet, mit dem eben vorgestellten Dreiergespann des deephousigen Melodiefragments baut sich der Track vielmehr seine ganz eigene Nische irgendwo zwischen geschredderten Deephouse-, Minimal- und Techhouseklängen. Alles in allem zwar das schwächste Glied dieser EP, aber für solide 4/6 reicht es auf jeden Fall. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Meine favorisierten Zehn im Melt!-Monat Juli:

    ¡01! Kollektiv Turmstraße - Dead Room --- Cocoon Recordings
    ¡02! Denis A - Cuba [Robert Babicz Sunshine Remix] --- DAR
    ¡03! Nick Bugayev - End Of The Line --- Different Pieces
    ¡04! Baboop - Yes We Can [Luis Junior Remix] --- Abysoma Records
    ¡05! deadmau5 - Lack Of A Better Name --- mau5trap Recordings
    ¡06! Rodriguez Jr. - Pandora - Leena Music
    ¡07! Max Cooper - Symphonica --- Traum Schallplatten
    ¡08! Özgür Can & AGS - Float Off --- Save Me Records
    ¡09! Extrawelt - Trümmerfeld [Oliver Huntemann Remix] --- Cocoon Recordings
    ¡10! Matan Zohar - Swan --- Intuition Deep

    :huebbel:

    N'Abend zusammen!

    Nach dem Random Album Title folgt nun mit Lack Of A Better Name der nächste Streich in Sachen Tracktitel-"Kreativität" à la deadmau5. Glücklicherweise hat sich der Kanadier bei der dahintersteckenden Genremixtur etwas mehr Gedanken gemacht und zeigt mit seinem neuen Track einmal mehr, dass er den vielen Mau5-Kopierern erneut weitaus mehr als einen Schritt voraus ist. Neben elektroiden Tanzflächenfüllern (Ghosts N Stuff), sanft schmiegenden Vocalstücken (I Remember) und dem Stil, mit dem er seinen Durchbruch feiern durfte (Brazil), besucht Joel Zimmerman nun eher techhousige Gefilde, welche er mit einem Schuss tranciger Elemente aufputscht. Das Ganze ist dabei Mitte Juli wieder auf seinem eigenen Label Mau5trap Recordings erschienen (leider nur als einseitig bespielte Platte) und kann z.B. hier in voller Länge begutachtet werden. :yes:

    Den nicht zu unterschätztenden techhousigen Grundgroove erkennt der gewiefte Hörer bei Lack Of A Better Name bereits während der ersten Drummingmomente, unter die sich bald die ersten Melodiefragmente à la deadmau5 schleichen und im Einklang mit einigen minimalistischen Effekten langsam, aber stetig anwachsen dürfen. Haben diese sich schließlich an vordester Front des Stücks platziert, erwischt die Bassline eine Windböe elektroiden Drucks, welcher allerdings zugunsten eines ersten Kurzbreaks schnell wieder in sich zusammenbricht. In diesem dürfen sich einige monoton-quietschende Alternativmelodieansätze entfalten, bevor das Ganze sich im weiteren Verlauf wieder auf das etablierten Techhouse-Arrangement inklusive der Melodiefragmente vom Beginn konzentiert. Dennoch ist es dieser Formation nicht gegönnt, sich allzu lang vor den sich aufdrängenden Alternativtönen zu verschanzen, sodass diese sich nun zusammen mit einem neu instruierten Arpeggio in herrlich sphärischer Optik mehr und mehr unter die bisherigen Elemente mischen und im weiteren Verlauf schließlich ein weiteres Break initiieren. Hier treten dann die trancigen Zwischentöne in Erscheinung, welche sich als leicht melancholische Streicher entpuppen und auch in Kooperation mit Arpeggios und den Mau5-Tönen in der Lage sind, ihre beruhigend-beschwichtigende Atmosphäre zu entfalten, ehe sich mit dem Aufkommen der elektroiden Alternativtönen bereits wieder die Übernahme des Drumming ankündigt. Die sphärische Fahne wird hier aber dennoch durch die hellen Klangkaskaden der Arpeggios hochgehalten, sodass sich ein interessanter Kontrast zwischen dem techhousig groovenden Untergrund und den immer wieder eingeworfenen Melodietönen entsteht, welche zu guter Letzt auch noch einmal durch die Anwesenheit der unaufdringlichen Streicher aus dem Break beglückt werden. Nach diesem sphärischen Höhepunkt tänzelt der Track dann langsam seinem Ende entgegen, wobei die Arpeggios dem Drumming nicht von der Seite weichen und schließlich in mysthischer Art und Weise im Orbit verschwinden. Summa summarum mal wieder ein für meinen Geschmack sehr überzeugender Track der Mau5, der einmal mehr Vielseitigkeit des Kanadiers auf den Punkt bringt und mit nicht weniger als verdienten 5,5/6 belohnt werden sollte. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Ich habe mich ja mittlerweile damit abgefunden, dass das Talent von Matan Zohar es einfach nicht zulässt, Durchschnittsware auf den gemeinen Hörer loszulassen, denn auch mit dieser EP auf Intuition Deep läuft er für meinen Geschmack einmal mehr den alten Hasen des Trancegeschäfts den Rang ab... ;)

    First Glance zeigt den jungen Briten dabei von seiner melodisch-euphorischen Seite, auch wenn hier einige techige Zwischentöne, welche in passender Dosierung allerdings einen gelungenen Gegenpart zur Melodieebene bilden, nicht zu verleugnen sind. Zum einen spielen sich diese zu Beginn in den Vordergrund, gehen mit einer sich dazugesellenden Basslinewand progressiver Bauart zudem eine leicht düster groovende Symbiose ein und machen sich auch als Rückzugsraum für die ersten Melodiefragmente einen guten Namen. Zuerst nur als dezente Tupfer getarnt entwickeln diese mit zunehmender Dauer in ihrer wellenartigen Bewegung eine angenehme zurückgelehnte Atmosphäre, wobei sich hierbei mehr und mehr eine sommerliche Ader herauskristallisiert, welche schließlich im anstehenden Break unverkennbar zu Tage tritt. Nach kurzer Anschwillarbeit vor dem Break konzentriert sich die Melodieebene in diesem dann auf die Entfaltung einer herrlich entspannten Pianotonfolge, welche vor innerer Zufriedenheit nur so strotzt und nicht müde wird, dies jedem Hörer unter die Nase zu binden. Die Kitschgrenze wird dabei dennoch glücklicherweise nicht überfahren - dafür sorgen nicht nur die in Effektrauschen und elektroidem Fiepen zusammenbrechenden Melodieelemente, auch die im Anschluss erneut aus ihrem Kellerverlies befreiten Tech-Stakkatos beschreiten einen reibungslosen Übergang in eine kurze Phase des groovenden Durchatmens, bevor sich aus dem Hintergrund erneut Pianomelodie und Begleitkommando dazu aufraffen, die sphärische Kontrolle des Tracks an sich zu reißen. Bis zu einem weiteren Kurzbreak gelingt ihnen dies auch wieder in vorzüglicher Art und Weise, ehe das Ganze auf seinen letzten Metern wieder auf die leicht techigen Elemente vertraut. Alles in allem für Mat-Zo-Verhältnisse zwar nicht im oberen Drittel vertreten, für verdiente 5/6 reicht das dennoch locker aus. :yes:

    Der Swan schert sich dann einen Teufel um die ihm immer wieder nachgesagte Eitelkeit und beweist dabei einmal mehr, wie gut Matan Zohar daran tut, sich nicht auf die klassischen (Prog-)Trancegefilde zu beschränken. Der Gute geht die B-Seite seiner EP zwar um einiges progressiver an, kreiert in diesem Zusammenhang aber sogleich einen Track, den auch die 16 Bit Lolitas nicht besser hätten zusammenschrauben können. Mich überzeugt dabei vor allen Dingen die herrlich abgehangene Atmosphäre, die das Stück mit seinem interessanten Vocalsample auf exzellent groovender Basis auszustrahlen vermag. Die entspannt tänzelnde Bassline hat sich zudem noch einen Restterm düsterer Atmosphäre beibehalten, auf dem sich auch die zunehmend ausbreitenden Melodietöne sichtlich wohlzufühlen scheinen und in angenehm anschwillender Art und Weise schließlich ein erstes Kurzbreak heraufbeschwören. Wabern dort zunächst noch alternative Subbässe in die Gehörgänge, so sind es im weiteren Verlauf doch wieder die bekannten Melodietöne, welche sich in unaufgeregter Art und Weise in den Vordergrund spielen und auch im Anschluss zusammen mit groovendem Untergrund und den immer wieder eingeworfenen Vocalsamples ("E-ve-ry-thing!") wieder gelungen harmonieren. Die Melodietöne verharren dabei zwar erst noch auf einer monotonen Ebene, ehe sie sich im weiteren Verlauf wieder zu alter Stärke aufarbeiten und dem Ganzen dann in Zusammenarbeit mit einigen netten Alternativtönen einmal mehr diese herrlich progressiv-abgehangene Atmosphäre verleihen können. Für meinen Geschmack übertrifft der Schwan seinen Vorgänger sogar noch und darf sich schlussendlich zu Durchschnitt-mit-dem-Fernglas-beobachtenden 5,5/6 gratulieren. :D

    Auch mir ist Ghosts 'N Stuff bereits seit geraumer Zeit ein Begriff, wenn es um elektroid nach vorne drückendes Material geht. Die Mau5 hat sich zwar schon oft mit Tracks, die eine ähnliche Schiene bedienen, versucht, für meinen Geschmack besaß jedoch keines dieser Stücke eine solch energetisch überzeugend auf die Tanzfläche schielende Ader wie es bei den hiesigen Geistern und dem anderen Kram der Fall ist. :yes:

    Der Original Mix versucht dabei erst gar nicht, um den heißen brei herumzureden und wuchtet dem geneigten Hörer schon nach wenigen Sekunden an Digitalism erinnernde Melodiefetzen in herrlich elektroid durch den Fleischwolf gedrehter Optik um die Ohren. In einem ersten Kurzbreak scheinen diese Fragmente zwar kurzfristig eine leicht sakrale Ader zu entwickeln, in Zusammenarbeit mit einer wunderbar durchgeknallten Bassline, welche von stumpfer Drescharbeit über knarzige Anleihen bis hin zu wabernden Wellen sämtliche Spielarten gelungen unterzubringen weiß, entblättert das Ganze sein wahres Ich, welches voller Vergnügen und ohne Umwege ins Tanzbein geht. Dezente Streicherstakkatos im Hintergrund sorgen dabei zudem für einen passenden melodischen Kontrast in diesem äußerst kompromisslos nach vorne ausgelegten Stück, wobei diese nach einem weiteren Kurzbreak bereits wieder die weiße Fahne schwenken und elektroid wirbelnden Alternativtönen das Feld überlassen. Diese angeln sich sogleich die Melodiefetzen vom Beginn und beginnen zusammen mit den immer wieder eingeworfenen Bassline-Ausbrüchen ein gelungenes Katz- und Mausspiel, bei welchem auch im nächsten Kurzbrreak noch kein Sieger gefunden wird. Vielmehr gesellen sich im Anschluss stattdessen noch einmal die stakkatierten Streicher zu den Melodiefetzen, welche es sich wiederum nicht nehmen lassen, auch im letzten Drittel unmissverständlich den Ton anzugeben. So harmonieren in dieser Phase sogar alle bisherigen Elemente in ihrem überaus gelungenen Zusammenspiel, bevor das Ganze genüßlich seinem Ende entgegenknarzt. Alles in allem ein Schlag ins Gesicht für alle, die die Einfallslosigkeit der Mau5-Kopierer auch auf den Urheber selbst projizieren wollen, denn für dieses überzeugende Stück sind auf jeden Fall nicht weniger als verdiente 5,5/6 im Gespräch. ;)

    In der Hard Intro Version mit der psychedelischen Schweineorgel und dem dämonischen Lachen gefällt mir das Ganze sogar noch eine Nuance besser - alle, die sich am kommenden Wochenende gen Nature One bewegen, kann ich jedenfalls nur empfehlen, sich deadmau5 nicht entgehen zu lassen. Beim Melt! ist er dieses Jahr aufgrund des Starkregens zwar leider ausgefallen, aber bis halb sechs morgens hätten wir es wahrscheinlich eh nicht ausgehalten...

    PS: Die unsägliche Version mit den lieblos dazugeklatschten Vocals riecht wiederum sehr streng nach kommerziellem Ausverkauf und soll sich bitte schnellstens aus meinem Umfeld verkriechen! :p

    Mein Votum geht in dieser Woche an den norwegischen Schneesturm, wobei mich vor allen Dingen die außergewöhnlichen Vocals von Iselilja begeistern, welche dem Track einen ganz eigenen nordischen Charakter verleihen. Garniert mit gelungener Remixarbeit von Michael Cassette lässt das Paket dann auch schnell die überaus plätschernd geratene EP von Second Left sowie Skytech mit ihren schrubbenden Coldharbourklängen hinter sich... :yes:

    Dieses Komytea-Machwerk ist auch mir natürlich bereits von der AnjunaDeep:01 bekannt, kommt aber für meinen Geschmack nicht an die vorherige Afghanistan/Vietnam-EP heran. Musikalisch lassen die beiden Finnen ihre proghousigen Heimatgefilde hierbei zudem etwas elektroider klingen, wobei der provozierende Titel Electro House Is Dead mit seiner Präsenz wohl die kleinen Schwachstellen des Tracks kaschieren soll. ;)

    Der Original Mix macht dabei mit seinem schwingenden Basslinefragment und einigen elektroiden Fieptönen von Beginn an klar, dass in diesem Track das Hauptaugenmerk sicherlich nicht auf der Entwicklung sphärischer Glanztaten liegt. Zusammen mit sich dazugesellenden Subbässen mutiert das Ganze vielmehr zunehmend zu einem zwielichtig groovenden Electroprog-Stück, welches sich zudem nicht zu schade ist, auch mal einige schnittig-technoide Vocalsamples, welche ebenfalls das bevorstehende Begräbnis einer bekannten Spielart der elektronischen Musik verkünden, aus der Reserve zu locken. Melodietechnisch verbucht der Track in dieser Phase dennoch seine ersten Pluspunkte, wenn sich aus dem Hintergrund eine recht typische Komytea-Melodielinie entfaltet, welche sich erstaunlich wohlzufühlen scheint auf dem monoton geschichteten Untergrund. Im Mittelteil führen elektroid triefende Synthiewellen den Tracktitel dann endgültig ad absurdum, bevor diese im anschließenden Break zusammen mit dem Vocalsample und der dezenten Melodielinie auch weiterhin an vorderster Front hausieren gehen. In Kooperation mit den vielschichtigen Basslineansätzen erreicht das Ganze schließlich wieder mit wesentlich mehr Groove ausgestattete Pfade, sodass die Melodietupfer hier bald keine Perspektive mehr sehen und stattdessen dem zwielichtigen Untergrund sowie den immer wieder darauf platzierten Vocalsamples das Feld im letzten Drittel des Stücks überlassen. Alles in allem in meinen Ohren kein Überflieger, aber mit gesunden 5/6 immer noch recht weit vorn auf meiner persönlichen Überzeugheitsskala. :yes:

    Der Danny Loko Remix verpasst dem Original zwar etwas mehr Schwung, arbeitet in seiner nach vorn ausgerichteten Version allerdings für meinen Geschmack viel zu sehr daran, austauschbar und belanglos zu klingen. Zu Beginn scheint die Überarbeitung zwar mit ihrem drückenden Drumming und der elektroiden Schichtarbeit auf einem guten Weg zu sein, wenn das Hauptaugenmerk auf der progressiven Entfaltung des Untergrunds liegt, in welchem sich zunehmend mehr Basslineanleihen und -effekte enfalten wollen, jedoch merkt der geneigte Hörer bald, dass das Ganze trotz seines angenehm monotonen Grooves viel zu sehr auf bereits recht ordentlich ausgetretenen Pfaden unterwegs ist. Daran können auch die spärlichen Anleihen aus dem Original nichts ändern, denn auch zusammen mit den wellenartigen Synthies und den Vocalsamples geht dem Stück mehr und mehr Esprit verloren, sodass es gut daran tut, im weiteren Verlauf immerhin ein Quasi-Break einzuläuten, welches sich allerdings in bekannter Anschwillmanier präsentiert und damit die aufkommende Gähnbereitschaft leider weiter fördert. Immerhin erklingt der Untergrund im Anschluss etwas durch den Fleischwolf gedreht, was sich vor allen Dingen in der nun kurzzeitig zu Fragmenten ausgefransten Bassline widerspiegelt, sodass sich das Ganze im weiteren Verlauf noch einmal in progressvier Manier zu voller Montur aufplustern kann. Die Nichtberücksichtigung der dezenten Melodielinie aus dem Original gibt schließlich den letzten Ausschlag für enttäuschende 3,5/6... :hmm:

    blumige Fortsetzung

    Nachdem wir am Samstag bei weiteren Schauern einige Trocknungsversuche im Gaunt’schen Vehikel unternahmen und ein Hoch auf Ersatzschuhwerk bzw. 9,99€-Treter im Gräfenhainicher L**l (lohnt sich!) sangen, konnten auch einige Restschauer unsere Stimmung nicht trüben. Am Abend blieb es dann glücklicherweise (fast) komplett trocken, sodass es nach entspanntem Beginn mit feinsten Indieklängen von Super700 und Jochen Distelmeyer (Ex-Frontmann von Blumfeld) schließlich Erlend Øye und The Whitest Boy Alive vorbehalten war, den ersten Höhepunkt des Abends abzuliefern – was auf Platte nach gefälligem Minimal-Indiefunk mit elektronischen Einflüsse klingt, entpuppte sich live als überaus catchy und tanzbar, bei dem wir auch den leicht durchdrogten Zustand von Erlend verschmerzen konnten. Bei WhoMadeWho auf der Gemini Stage gab es dann überaus druckvollen New Wave im Discogewand zu bestaunen, der die Meute erneut komplett zum Ausrasten brachte, bevor James Holden, bei dem wir im Anschluss auf der Big Wheel Stage vorbeischauten, sowohl einige herrlich neotrancig-sphärische Momente als auch minimale und knarzende Momente zu kreieren wusste. Die französischen Indiepopper Phoenix gerieten im weiteren Verlauf auf der Hauptbühne dann fast schon zu luftig-locker, auch wenn die bekannten Stücke natürlich formidabel zündeten. Der Höhepunkt des Abends gehörte dann allerdings wie fast schon erwartet den erstklassig aufspielenden Bloc Party, welche nicht nur überaus sympathisch agierten, sondern auch ihre Mischung aus flirrenden Gitarrenstücken und elektronischen Stampfern bestens unters bunte Volk brachten und damit einen mehr als gelungenen Schlussstrich unter den zweiten Melt!-Tag setzen. :yes:

    Der Sonntag brachte dann nicht nur blaue Löcher am Himmel zurück, sondern einen weiteren Konzertmarathon, der für uns diesmal schon zwei Stunden früher um 17 Uhr mit dem exzentrischen Auftritt von Multiinstrumentralist Patrick Wolf begann, dessen Intensität im weiteren Verlauf nur noch vom Kasabian getoppt werden konnte. Ersterer bewies nicht nur Fingergefühl im Heraufbeschwören der Sonne, sondern betörte das Publikum auch mit seien exaltierten Posen und epischen Indiefolktronica-Klängen. Glasvegas hingegen kamen nicht so recht in Schwung mit ihren immergleichen pathosgeschwängerten Ohohoh-Refrains, dafür bewiesen Polarkreis 18 im Anschluss, dass ein jeder, der sie auf Allein Allein reduziert, einen folgenschweren Fehler begeht. Mitgröhlen war dann vor allen Dingen für die zahlreichen Engländer beim Finale mit Oasis Pflichtprogramm, auch wenn wir einige Längen im mit 1:45 h längsten Auftritt auf der Hauptbühne feststellen konnten. Dennoch verlieren 90er-Klassiker wie Don’t Look Back In Anger, Champagne Supernova, The Masterplan oder Wonderwall auch in Zusammenhang mit dem schluffig-hochnäsigen Auftritt von Sänger Liam Gallagher nichts von ihrem Reiz… ;)

    Noch ein paar Sätze zur Organisation: Im Gegensatz zum letzten Jahr hatte ich den Eindruck, dass die Veranstalter die richtigen Konsequenzen aus den 2008er-Fehlern gezogen haben. Lange Wartezeiten suchte man fast vergebens (sieht man einmal von den Shuttlebussen vom Gelände zum Campingplatz zu Stoßzeiten ab), sodass sowohl Bändchentausch als auch Einlass in diesem Jahr überaus zügig von statten ging. Hier machte sich wohl die Beschränkung des Ticketkontingents positiv bemerkbar. Separate Camping- und Parkplatzflächen zwangen zwar zu schweißtreibenden Transportaktionen in der Freitagsschwüle, sorgten aber für viel weniger Chaos auf dem Campingplatz als im letzten Jahr. Auch die Aufteilung der Bühnen auf dem Festivalgelände gefiel mir besser als im letzten Jahr – vor allen Dingen der Melt!-Klub war im Zelt wesentlich besser aufgehoben als in der berstenden Lagerhalle. Einzig die geringe Dixie-Dichte auf dem gesamten Gelände ist mir immer noch ein Rätsel… :hmm:

    Alles in allem wieder einmal ein sehr geiles Festival, welches 2009 noch weniger zu wünschen übrig ließ als im Vorjahr und alles zu bieten hatte, was ein gutes Festival ausmacht – wenn das mal nicht nach dem Triple im nächsten Jahr schreit!

    :huebbel:

    N’Abend zusammen!

    Hiermit melde ich mich nach 3 Tagen Melt! ebenfalls unter den Lebenden zurück und gestehe in meiner nicht abklingen wollenden Euphorie gleich im ersten Satz, dass die zwölfte Ausgabe („the dirty dozen“) des einzigen Festivals mit der eingebauten Schaufelradbagger-Atmosphäre für meinen Geschmack sogar noch um Einiges gelungener ausfiel als im vergangenen Jahr. Daran konnten den Andru und meine Wenigkeit auch die zahlreichen Baustellen auf dem Weg von Lippstadt in die sachsen-anhaltische Pampa bei Gräfenhainichen nichts anhaben, sodass wir am Freitag gegen 17 Uhr in überaus drückender Schwüle unsere Zeltresidenz errichten konnten und sogleich von unseren Zeltnachbarn begrüßt würden („ihr sprecht ja gar keinen Dialekt, wo kommt ihr denn her!?“). Auch sonst war das Publikum in diesem Jahr erheblich internationaler als im letzten Jahr: fast an jeder Ecke Engländer (sicherlich nicht nur Oasis geschuldet), dazu noch eine Prise Holländer, Dänen, Ösis, Tschechen, Schweden, Iren und fertig ist das Melt!-Potpourri, welches auch auf den Bühnen weitergesponnen wurde. Das Line-Up war aber auch einfach zu vielfältig, um nicht jeden Abend 8 Stunden auf der Ferropolis-Halbinsel zu verbringen und dabei zahlreiche O(h)rgasmen zu erleben, welche auch immer wieder die an der Schmerzgrenze zehrende Bein- und Rückenmuskulatur mit Erfolg ausblenden konnten.

    Der Freitag begann für unsereins mit gepflegtem Floor-Hopping und Kurzbesuchen beim Laptop-Folker James Yuill, den Indietronikern Delphic (hymnisch: Counterpoint) und Singer/Songwriter Gisbert zu Knyphausen, bis wir schließlich bei This Will Destroy You im schwitzigen Zelt des Melt!-Klubs landeten, in dem diese eine sphärisch wahnsinnig intensive Post-Rock-Orgie zelebrierten, bei der wir auch Clear Blue und Anhang trafen (noch mal schöne Grüße!). Die Klaxons stellten im Anschluss dann zwar einen enormen Kulturschock dar, konnten uns vor allen Dingen mit ihren bekannten Nu-Rave-Krachern aber ebenfalls überzeugen. Für den an Höhepunkten überaus reichen weiteren Verlauf des Abends sorgten dann die Norweger Röyksopp, die das Publikum vor der Hauptbühne in eine tanzwütige Meute verwandelten, mit einigen Abstrichen das Synthie-Hipster-Mädel La Roux (wieder im heißen und engen Zelt) und die bestens aufgelegten Gossip inklusive Rampensau Beth Ditto und schwitzigem Indie-Disco-Post-Punk auf der stylischen Gemini Stage. Auch die gut drückende Simian Mobile Disco im Anschluss darf nicht unerwähnt bleiben, während dessen Auftritt sich gegen 3:30 allerdings zunehmend ein ganz anderer Hauptdarsteller in den Vordergrund drängte: Petrus! Der Himmel öffnete komplett seine Schleusen und nahm uns die Entscheidung ab, den ersten Melt!-Abend für beendet zu erklären. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, wurde doch anscheinend aufgrund des üblen Starkregens und heftiger Windböen das Programm abgebrochen, sodass sowohl Trentemøller, Moderat als auch deadmau5 leider ersatzlos ausfielen. Unser Zelt hielt dem Wasser- und Winddruck im Gegensatz zu meinen Schuhen und meiner Jeans (erst seit ein paar Stunden übrigens wieder richtig trocken!) sowie gefühlt sämtlichen Pavillons auf dem Campinggelände glücklicherweise stand… :yes:

    Fortsetzung folgt…

    Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem diesmal nicht gänzlich überzeugenden Glenn Morrison und der indonesischen Insel mit dem besseren Ende für Black Pearl, schließlich ist auch meine Wenigkeit durchaus noch ab und an für solch schwelgerische Tranceklänge zu haben... :yes:

    N'Abend zusammen!

    Der russische Produzent Denis Alentiew war zwar bis vor einigen Tagen auch in meinen Ohren ein unbeschriebenes Blatt, mit Cuba bringt er es jedoch fertig, mich auf Anhieb für sich zu gewinnen. Man sollte sich vom karibischen Flair, das der Trackname ausstrahlt, allerdings zunächst nicht täuschen lassen, legt der Herr A. doch vor allen Dingen Wert darauf, seine sphärische Deepness der Hörerschaft fast ausschließlich über die subtile Schiene näher zu bringen. Alle Sonnenanbeter dürfte dann allerdings die von Robert Babicz verrichtete Remixarbeit auf den Plan bringen, welche das Original in überaus warme Gefilde zu katapultieren weiß. Erschienen ist die für alle Freunde von Progressive House sehr empfehlenswerte Platte übrigens auf seinem eigenen Label DAR, wobei derjenige, der am schnellsten errät, was sich hinter diesem Kürzel versteckt, von mir ein ähmja... Lob spendiert bekommt. ;)

    Bereits zu Beginn geizt der Original Mix nicht mit düster anmutenden Bassline- und Flächenwandandeutungen, welche auf einem Drumming-Gemälde, welches stets irgendwo auf der kaum überschaubaren Grenze zwischen Progressive und Techhouse schlingert, stetig an Einfluss gewinnen und damit schon in der Frühphase des Tracks die atmosphärische Ebene auf überaus deepe Gefilde eichen. Die Tonebene im Hintergrund entpuppt sich dabei trotz ihrer schleichenden Monotonie als Zugpferd des Ganzen und kann sich vor allen Dingen in Zusammenarbeit mit den variantenreichen Drummingzusammenstellungen markant in Szene setzen. Infolge eines anstehenden Kurzbreaks gesellt sich zu den bisherigen Elementen zudem eine unaufdringliche Melodielinie, welche nicht minder deep gesattelt auftritt und damit der sphärischen Ebene einen weiteren gehörigen Schub verleiht. Die Entwicklung vollzieht sich dabei allerdings ohne Unterlass auf subtilem Hoheitsgebiet, sodass es der Melodiefolge auch vorbehalten ist, nur sehr langsam dem Schatten der Hintergrundtöne zu entfliehen. Dennoch gelingt ihr dieses Unterfangen in Zusammenarbeit mit dem leicht groovenden Untergrund, wobei sie es nicht auslässt, ihre als kleine Nadelstiche getarnte Instrumentierung verdientermaßen an die vordeste Front dieses progressiven Machwerks zu hieven. In dieser Formation erreicht der Track dann auch seine intensivste Phase, bevor er sich in bekannt subtiler Machart wieder langsam, aber stetig zurückbaut, ohne dabei die zwielichtigen Hintergründe in die Wüste schicken, welche bis zum Schlussakt viel mehr als nur als schnöde Begleiterscheinung auftreten. Alles in allem ein Stück, das wohl am besten zu vorgerückter Stunde sein Potenzial zu entfalten imstande ist und damit von meiner Seite verdiente 5/6 einheimst. :D

    Ziemlich konträr geht dann der Robert Babicz Sunshine Mix die Grundlage an, kleidet diese in ein überaus sommerlich-entspannt anmutendes Gewand und macht dabei seiner Bezeichnung aller Ehre. Den gemeinen Hörer erwartet hier dennoch kein brachial verbreiteter Gute-Laune-Zwang, denn Robert Babicz hat auch auf diesem für ihn eher unbekannten Terrain sein ganzes kreatives Potenzial ausgeschöpft, um seinen Remix zu einem wohlig-melodieseligen Stück Progressive House subtiler Bauart zu arrangieren. Das geht bereits mit den zurückgelehnten Alternativmelodiebögen los, welche in einem lässigen Intro von Beginn an die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und zunehmend drummingtechnische Unterstützung erhalten, welche sich alsbald aus herrlich groovende Basslinewand in deepen Klangfarben entpuppt. Obwohl diese sich stets dezent im Hintergrund hält, so macht vor allen Dingen das überaus gelungene Zusammenspiel aus schwelender Basis und luftigen Melodiefragmenten, welche im weiteren Verlauf schließlich auch die Hintergrundtöne aus dem Original nicht mehr missen wollen, den Reiz dieses Stücks aus. Wem das Zusammenspiel der Elemente bisher noch nicht genug sonnenbetankt erschien, dem dürften dann spätestens mit dem Einsatz einer wunderbar schwerelosen Synthiemelodiefolge die Argumente ausgehen. Diese perfektioniert nicht nur die sphärische Entspanntheit dieses Remixes, sondern wächst zusammen mit den restlichen Melodiestrukturen zu einer mehr als gelungene Hängematte aus sommerlichen Klangfarben, welche sich auch im Mittelteil des Ganzen, wenn sich Synthies und Anhang eine verdiente Verschnaufspause gönnen, heran. Das Hauptaugenmerk verharrt dann kurzzeitig wieder auf dem groovenden Untergrund, wobei die Melodieelemente es sich natürlich nicht nehmen lassen, bald noch ein letztes Mal in progressiver Manier aus der Basis hervorzuschweben, um dem Mix ihren subtil sphärischen Stempel aufzudrücken. Summa summarum ein Paradebeispiel für die Vielseitigkeit von Robert Babicz, der für diese fast break-lose Sommerposse mit nicht weniger als 5,75/6 belohnt werden sollte. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zitat

    Original von Spyro
    Moonbeam & Michael Cassette - ganz klar!

    Dem muss ich mich bedingungslos anschließen - die beiden Duos sind zwar in recht unterschiedlich anmutenden Sphären unterwegs, schaffen es aber einfach nicht, mich zu enttäuschen. :yes:

    Bei dieser Auswahl fiel mir die Entscheidung, zwei Favoriten herauszupicken, erstaunlich leicht, lieferten doch sowohl Mat Zo als auch Markus Schulz alias Dakota im Mai wieder einmal unmissverständlich den Beweis für ihre feine Nase im Dschungel des gewissen Etwas... ;)

    N'Abend zusammen!

    Mit Wait For Me ist vor einigen Tagen still und heimlich ein neues Album von Moby erschienen, auf welchem der New Yorker Altmeister sich nach seinem Ausflug in eher diskoide Gefilde auf Last Night nun wieder einem wesentlich sphärischer ausgelegten Klangspektrum widmet. Das Ganze ist eine wunderbar intensive Reise durch eher melancholische Gefilde geworden, mit der Moby endlich wieder einmal sein kreatives Potenzial ausschöpft und nebenbei auch seine letzte Platte für meinen Geschmack komplett in den Schatten stellt. Die breite Masse wird und will er damit gar nicht erst erreichen, was auch schon die Veröffentlichung auf seinem eigenen Indie-Label Little Idiot verdeutlicht, jedoch will ich euch vor allen Dingen die hochkarätig besetzte erste Remix-EP vom entzückenden Pale Horses, der ersten Single aus dem Album, natürlich nicht vorenthalten. Das Stück funktioniert übrigens auch bestens als zum derzeitigen Sommerblues... ;)

    Gui Boratto's Last Window Remix geht es dennoch im Vergleich zum Original etwas forscher an und lässt das Original in seinem techhousigen Gewand in den ersten Momenten erst einmal komplett außen vor, um sich auf die Entwicklung eines angenehm monotonen Grooves zu konzentrieren. Dieser setzt sich dabei zusammen aus einer "Wisch-und-Weg"-Bassline, auf welcher sich einige tänzelnde Tonfragmente entfalten können, bevor der Untergrund mit der Hinzunahme eines weiteren Basslinefragments seinen druckvollen Groove weiter perfektioniert. Dennoch offenbaren sich im Hintergrund zusehends einige erste Hinweise auf die Melodiebögen des Originals, welches im weiteren Verlauf allerdings eher durch das Auftauchen der melancholischen Vocalsamples auf sich aufmerksam macht. Die bekannten flehenden Synthies fühlen sich zwar durch die Vocals angestachelt, die sphärische Ebene weiter zu intensivieren, müssen sich allerdings erst einmal den monotonen Alternativen von Gui Boratto geschlagen geben. In der nächsten Vocalphase ist es ihnen dann schließlich gegönnt, für einige Momente ihr sphärisches Potenzial in überaus subtiler Art und Weise auszuspielen. Im Mittelteil besinnt sich der Remix zwar wieder auf seinen drückenden Techhouse-Untergrund, mit den bald wieder einsetzenden Tonfragmenten ist es jedoch auch bis zu den Vocals und ihrer melodischen Begleitung nicht weit, ehe sich kurz vor Schluss zur Überraschung aller Beteiligten sogar noch eine gelungene Alternativmelodie dazugesellt. Dieser ist es zwar vorbehalten, nur für einige Augenblicke die sphärische Ebene zu bestücken, diese haben es dennoch in sich - falls man in dieser Form überhaupt von einem Track in einem solch techhousig-progressiven Rahmen sprechen darf. Den Endspurt bestreitet der Remix dann wieder monoton aufgereiht, sodass genügend Raum für die Vergabe verdienter 5/6 zur Verfügung stehen dürfte. :yes:

    Der Apparat Remix vom IDM-Produzenten Sascha Ring hingegen hat es eindeutig auf die atmosphärische Komponente des Originals abgesehen und vereint in sich eine solche Vielfalt an musikalischen Einflüssen, dass es müßig wäre, diese hier alle aufzuzählen. Das Ganze gönnt dem Hörer jedenfalls zu Beginn erst einmal ein fast zweiminütiges Intro voller schwermütiger Schönheit, in dem sich nach anfänglichem Melodiegewaber in herrlich subtiler Natur die ersten Synthieflächen aus dem Original mehr und mehr an die Oberfläche arbeiten. Begleitet von den allem Anschein nach leicht heruntergepitchten Vocals und immer wieder wie Messerstiche hineingeworfenen Melodiestäben entfaltet sich dabei ein herrlich undurchdringlicher Klangteppich, welcher sich alsbald mit einigen Dubstep-artigen Drumming-Anleihen schmückt. Lässt sich die sphärische Ebene nun leicht zurückfallen, ist der erste Wendepunkt des Remixes nicht mehr weit, sodass sich nun ein an Burial erinnerndes Drumming auf den Weg macht, den Melodieelementen einen angemessen Untergrund zu verleihen. Diese nehmen das Geschenk jedenfalls mit wohlwollender Miene an und schicken sogleich die intensiven Originalstreicher voran, welche sich auf der ihnen gebotenen Basis sichtlich wohlfühlen und ihre melancholische Ader in Zusammenarbeit mit einigen Vocalansätzen in überzeugender Art und Weise entfalten können. Im Mittelteil des Ganzen darf der Hörer sich dann zwar kurzzeitig von der Epik der Melodieebene erholen und dem monoton schleichenden Drumming seine Aufmerksamkeit widmen, Streicher und Vocalfragmente schlafen jedoch nicht und arbeiten sich im weiteren Verlauf stückweise wieder nach vorn, ehe sie im letzten Drittel noch einmal all ihre Dramatik in Atmosphäre packen können. Die letzten Meter gehören dann einem Vocalfragment, welches in Kooperation mit dem Drumming langsam aus dem Blickfeld der Hörerschaft entschwebt. Alles in allem siedele ich diesen Remix noch wesentlich stärker als die Überarbeitung von Gui Boratto an und bin daher wieder einmal bereit, euphorische 5,75/6 zu verteilen. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zitat

    Original von Andru
    Achja hammer, müssen wir den Montag danach unbedingt in Fallstudien I? ;) Ich zweifle da doch stark dran. Theoretisch würde ich mich aber bereiterklären, Sonntag Nacht noch zurückzufahren, falls es Dir wichtig ist.

    Ich hab gehört, für alle Melt!-Fahrer fällt die Veranstaltung am Montag komplett aus - wir haben schon genug Stress beim Floor-Hopping und Stehvermögensgrenzen-Ausloten... ;)

    Dein Timetable sieht schon mal nicht schlecht aus, vielleicht kriegen wir es ja noch hin, den Freitag mit dem Piano-Post-Blues der "Cold War Kids" um 18 Uhr zu beginnen. Statt Travis können wir auch Kode9 auf dem Dubstep-Floor einen kleinen Besuch abstatten, bevor ich mich in der Zeit, in der sich "La Roux" und "The Gossip" überschneiden, am liebsten zweiteilen würde. :D

    Am Samstag würde ich der "Mediengruppe Telekommander" allerdings 100%ig "The Whitest Boy Alive" vorziehen, nachdem es schon im letzten Jahr nicht geklappt hat, Erlend Øye und Kollegen zu sehen - immerhin sind sie dieses Jahr sogar auf der Mainstage! Viel schlimmer als die von dir angedeutete Überschneidung, bei der ich übrigens zu "Phoenix" tendiere, finde ich allerdings die gleichzeitigen Auftritte von "Bloc Party" und "Fever Ray" (hier ist die Entscheidung allerdings glasklar) sowie "WhoMadeWho", "Animal Collective" und "James Holden" (hier wiederum noch sehr unentschieden). Naja, schaun mer mal, wie lange unsere Beine uns dann noch tragen... ;)

    Mir kribbelt es jedenfalls schon wieder ordentlich in den Fingern, wenn ich den Blick über meinen Schreibtisch schweifen lasse und mein 3-Tage-Ticket erspähe...

    :huebbel:

    Für meinen Geschmack besitzt Eliana genug Qualität, um auch die durchaus gelungene Kollaboration zwischen Andy Moor und Ashley Wallbridge auf die Plätze zu verweisen... ;)

    Mit diesem mehr als soliden Two-Tracker schafft es Gareth Emery erneut, auch meine Wenigkeit mal wieder auf seine Seite zu bringen. Vor allen Dingen das Zusammenspiel der zahlreichen musikalischen Referenzen, welche sich in seinem charakteristischen Klangbett wiederfinden, haben es mir dabei angetan. :yes:

    Exposure läuft aufgrund seines hohen Wiedererkennungswerts ja nicht erst seit gestern auf Dauerrotation bei diversen Trancegrößen, besitzt für meinen Geschmack aber einige kleine Schwachstellen. Der Beginn des Ganzen lässt dennoch nicht zu Wünschen übrig, wenn sich tröpfchenartige Tonfragmente auf einem bereits in dieser Phase drückenden Drumming offenbaren und nach kurzer Einwirkzeit bereits von einer angenehm rollenden Bassline unterstützt werden. Der Sinn des nun immer stärker werdenden Einsatzes techiger Tonelemente hat sich mir zwar bis heute noch nicht eröffnet, da sie auf dem zunehmend nach Andy Moor klingenden Drumming in meinen Ohren irgendwie nicht über den Status eines Fremdkörpers hinauskommen, dafür wird die gemeine Hörerschaft aber spätestens im anstehenden ersten Break entschädigt. Unterlegt mit stakkatierten Melodieandeutungen entfaltet sich hier, nachdem kurz vor dem Break noch einige wirr aufspielende Melodietöne im Vordergrund agierten, eine wunderbar anschmiegsame Melodielinie, welche der hiesigen Atmosphäre herrlich schwebende Flügel verleiht. Die sich dazu aus dem Untergrund hervorarbeitenden Flächen erinnern mich zwar entfernt an die Synthies aus Everything Counts von Depeche Mode, allzu viel Zeit, darüber nachzudenken, bleibt mir allerdings nicht, da sich der Track schnell wieder in Bewegung setzt. Zu den obligatorischen Tech-Elementen gesellt sich nach wenigen Augenblicken auch die nun elektroid instrumentierte Melodiefolge aus dem Break, beinhaltet dabei aber leider nicht annähernd so viel sphärisches Potenzial wie ihr Pendant. Dies wird vor allen Dingen im nächsten Break noch markanter, wenn sich die bekannte Tonfolge in einer Techelectro-Mischung präsentiert und ihrer ursprünglichen Form nur einen Wimpernschlag zur Erinnerung gönnt. In Kooperation mit dem Drumming kann ich dem Ganzen seine druckvolle Clubaffinität jedoch nicht absprechen, auch an abwechslungsreichen Wendungen fehlt es in diesem Track nicht. Im Großen und Ganzen also ein durchaus brauchbarer Track, der mir nicht weniger als immer noch überdurchschnittliche 4,5/6 abluchst. ;)

    Metropolis macht dann im Gegenzug das wett, das Exposure für eine Bewertung oberhalb der 4,5 gefehlt hat. Der Track lässt es zwar insgesamt etwas gediegener angehen, ist dadurch imho allerdings in der Lage, seine sphärischen Vorzüge gelungener an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Bereits nach wenigen Augenblicken schleicht sich hierbei eine dezente Flächenwand auf das noch recht farblose Trackbrett und beschwört in seiner angenehmen Aura eine gelungen stakkatierte Bassline herauf, welche dem Ganzen nicht nur die nötige Portion stilvollen Drucks beschert, sondern auch die progressive Ader des Tracks bestärkt. Ein einsames Melodiefragment setzt dann die Zeichen für den Auftritt eines ersten Breaks, in welchem sich selbiges mit entspannten Alternativmelodien à la Gareth Emery bestens arrangiert und schließlich zusammen mit dezenter Flächenunterstützung eine angenehm sommerlich anmutende Atmosphäre zu kreieren imstande ist. Setzt das Drumming im Anschluss wieder ein, fallen die Melodieelemente zwar entweder in ihr monotones Grundgerüst zurück oder lassen sich nur noch im entfernten Untergrund blicken, dies dient allerdings nur der progressiven Überbrückung bis zum nächsten Kurzbreak. Zusammen mit einer tänzelnden Melodielinie sind dort erneut alle bekannten Elemente vertreten, ehe der Track es im weiteren Verlauf schafft, die entspannte Atmosphäre auch zusammen mit dem dezent drückenden Drumming zu entfalten. Abwechslung wird auch im zweiten Teil des Stücks groß geschrieben, wenn sich in einem weiteren Break die bisherigen Melodieelemente in zahlreichen Zusammensetzungen und Instrumentierung die Klinke in die Hand geben und dies auch auf dem Drumming schließlich noch einmal überzeugend umsetzen können. Alles in allem ein Track, der die Leichtigkeit des Seins verkörpert und von meiner Seite damit verdiente 5/6 ergattert. :D

    Erstmal ein großes Dankeschön an Yamchu für die Aufnahme dieses grandiosen Remixes in die hiesige Tracks-Rubrik! Mir ist das Stück ebenfalls vor noch nicht allzu langer Zeit untergekommen und in bester Erinnerung geblieben - nur mit dem IDen klappte es bis zum heutigen Tage leider noch nicht so gut... ;)

    Sowohl Baboop als auch Luis Junior waren mir zwar bisher noch kein Begriff, scheinen aber wohl von der iberischen Halbinsel zu stammen, was sie allerdings nicht davon abhalten konnte, mit Yes We Can auf den Zug der Obama-Hysterie zu springen. Der Remix besticht vor allen Dingen durch seine wunderbar ambiente Stimmungslage, welche sich auf einem eher zurückhaltenden Drumming - angesiedelt irgendwo auf der grünen Grenze zwischen progressiven und techhousigen Gefilden - in bestechender Art und Weise entfalten kann. Schon zu Beginn wird der gemeine Hörer Zeuge eines dezent schwebenden Intros, welches herrlich filigrane Flächenfragmente mit rotorartig auftretenden Effekten kreuzt und damit erst einmal für einige Momente für Tiefenentspannung sorgt. Erste klickernde Anleihen leiten dann im weiteren Verlauf die Entwicklung des Drummings ein, welches sich überaus subtil aufzubauen vermag und damit den progressiven Charakter des Trackaufbaus mehr als nur unterstützt. Über allem schweben dabei die zurückgelehnten Flächenelemente, welche sich auch von einer bald eingeführten Bassline in monotoner Ausführung nicht beirren lassen und weiterhin ihrer subtil sphärischen Ader frönen, während der Untergrund mehr und mehr gedeiht und schließlich aus dem Untergrund eine kleine Flächenwand heraufbeschwört, welche die bisherigen Melodieanleihen kurzzeitig aus dem Stück verdrängt. Sphärische Intensivierung naht allerdings bereits hinter der nächsten Ecke, wenn sich wie Phönix aus der Asche eine wunderbar verschachtelte Melodielinie auf das Drumming wirft und zudem besonders in ihren lang nachhallenden Echoklängen eine erstaunlich hypnotische Wirkung gepachtet hat. Von Breaks hält der Remix zwar nicht viel, eine Miniaturausgabe eines solchen schafft es dennoch, den Melodiefluss im Mittelteil für einige Augenblicke zu unterbrechen, sodass sich nun interessante Effekte aus dem Untergrund daran machen, die Melodie nachzuahmen, was ihnen auch erstaunlich gut gelingt. Dadurch steigt natürlich nicht nur der Grad an Abwechslung in diesem Track, denn man freut sich anschließend umso mehr, wenn die vielschichtige Melodielinie wieder aus ihrem Versteck emporsteigt und ein weiteres Mal ihre leicht sommerlich anmutende Atmosphäre in verträumten Klangfarben ausbreitet. Mutieren die Flächen schließlich zunehmend zu stakkatierten Fragmenten, so stimmt das Ganze sich auf seine letzten Meter ein, auf welchen die subtilen Melodiefragmente vom Beginn trotzdem nicht fehlen dürfen und schlussendlich in einem dezenten Outro im Orbit verschwinden. Alles in allem kann ich meine Euphorie hier schlecht unterdrücken und vergebe für meinen Geschmack absolut verdiente 5,75/6. :yes:

    Ich bin ja normalerweise kein großer Freund von ständig neu auftauchenden Klassikerüberarbeitungen, da sich leider in den allerwenigsten Fällen eine in meinen Ohren dem Original auch nur ansatzweise adäquate Überarbeitung im Remix-Wust finden lässt. Nun hat es erneut das erhaben schwebende Love Stimulation erwischt, welches vom umtriebigen Techhouse-Workaholic Matthew Edwards alias Radio Slave durch den Fleischwolf gedreht wurde. Herausgekommen ist dabei der Radio Slave Full Length Vox Remix, welcher glücklicherweise keineswegs in die anfangs beschriebene Remix-Klasse gehört und vom Original nur noch die besten Ingredienzen durchscheinen lässt. Zudem nimmt er die Bezeichnung Full Length mit einer Spieldauer von über 15 Minuten überaus ernst und ist daher als Hörprobe auch nur in einer editierten Version, welche 5 Minuten kürzer ausfällt, ausfindig zu machen - nichtsdestotrotz lassen sich natürlich auch dabei alle Vorzüge dieses Remixes in (immer noch) aller Ruhe begutachten. Da ist zum einen das angenehm drückende Techhouse-Drumming, auf welchem nach einigen Momenten der Einwirkzeit mehr und mehr eine fiebrige Fläche aus dem Hintergrund heraustritt und sich bei näherer Betrachtung schließlich als erstes Überbleibsel der Originalmelodie herausstellt. Auch die bekannten sphärischen Vocalfetzen tauchen dabei in monoton geloopert Art und Weise auf und unterstützen das nun immer deutlicher wellenartig auftretende Flächenstück. Das Hauptaugenmerk liebt hierbei schon auf einem überaus progressivem Trackaufbau, welcher sich zwar immer nur in homöopathischen Dosen verändert, damit aber dennoch zunehmend ein eindringlich hypnotisches Klangbild abliefert. Dies wird vor allen Dingen dann sehr deutlich, wenn immer mal wieder einige herrlich anmutige Synthieflächen vorbeischneien und die Atmosphäre dann Gefilde auslotet, welche abseits von Raum und Zeit zu schweben scheinen. In der zweiten Trackhälfte wird zwar kurzzeitig ein Break angedeutet, diese Idee jedoch schnell wieder verworfen, sodass sich der gemeine Hörer schnell wieder auf die wunderbaren Melodiesprengsel konzentrieren kann, welche mit dem techhousigen Untergrund ein mehr als passendes Fortbewegungsmittel gefunden haben. Alles in allem eine für meinen Geschmack ziemlich gelungene, weil eigenständige Überarbeitung, die eine ganz neue Seite des Originals offenbart und sich ihrer verdienten 5,5/6 sicher sein kann. :yes:

    Desweiteren existiert auf der auf Flying Circus erschienenen Platte auch noch Radio Slave's Panorama Garage Remix, welcher mir allerdings bisher noch nicht in einer rezensionfähigen Hörprobe untergekommen ist...

    Nun ist auch meine Wenigkeit endlich einmal dazu gekommen, in This Moment hineinzuhorchen und sich seine Meinung zu diesem neuen Track von Nic Chagall zu bilden. Ich bin ja normalerweise ein recht treuer Sympathisant seiner Klangergüsse, jedoch muss ich kritisch anmerken, dass der Gute es hier für meinen Geschmack dann doch etwas mit seinem Vocalfetisch übertrieben hat. Verspricht der Prog Mix, auf den ich mich im Folgenden beziehe, zu Beginn mit seinem minimal inspirierten Drumming in klickernder Hochglanzoptik, auf welchem sich einige wunderbar melancholische Piano- und Flächenfetzen in bestechend dezenter Art und Weise entfalten, noch das Blaue vom Himmel, so kann das Stück dieses Niveau im weiteren Verlauf leider nicht halten. Eine gelungene Basslinewand in herrlich deeper Ausrichtung sorgt dabei zwar für die Überführung der sphärischen Ebene in zwielichtigere Gefilde, die einsetzenden Vocals verheißen allerdings von Anfang an nichts Gutes und können auch trotz des heraufbeschwörten Kontrasts im Vergleich mit dem Untergrund ihre überaus poppige Ader kaum kaschieren. Dies wird spätestens im anstehenden Break mit der Lizenz zur Überlänge - dafür steht Herr Chagall schließlich mit seinem Namen - klar, wenn sich die Vocals zusammen mit einer entspannt anmutenden Melodielinie an Belanglosigkeit übertreffen und alles andere als einen ansehnlichen WYN-Nachfolger darstellen. Mittels Falsettgesang und heranschleichenden Breakbeats soll sich die atmosphärische Arbeit dabei zwar weiter intensivieren, bei mir kommt davon allerdings viel zu wenig an und bringt mich in einen Zustand, welcher mit leicht gerümpfter Nase am besten auf den Punkt gebracht werden kann. Im Anschluss darf dann - endlich auch ohne die müdigkeitsfördernden Vocals - eine trancige Alternativmelodiefolge aus dem Hintergrund heraus die Flucht nach vorn antreten und schließlich in Kooperation mit dem druckvollen Drumming für einige nette Momente sorgen, bevor die Vocals in Form einiger Fragmente immer noch nicht genug von ihrer Dauerpräsenz bekommen haben. Nun denn, alles in allem komme ich jedenfalls nicht über durchschnittliche 4/6 hinaus und sehne mich nach einem anständigen Remix... :hmm:

    N'Abend zusammen!

    Wer schon immer einmal wissen wollte, wie sich gelungene schwedische Integrationsarbeit anhört, der bekommt mit dieser noch recht frischen EP nun mittlerweile bereits die dritte Chance, dies endlich zu tun. Verantwortlich dafür zeigen sich erneut der umtriebige Özgür Can und Andrés García Santos, besser bekannt als AGS, welche seit Ende Mai in zwei neuen Tracks ihr elektronisches Potpourri fernab jeglicher Genregenzen zelebrieren. Techhousige Einflüsse, progressive Herangehensweise und trancige Melodiearrangements bilden dabei die Eckpfeiler ihres Soundspektrums, welches sicherlich nicht nur jeden Ötzi-Sympathisanten anlocken, sondern auch alle ansprechen sollte, die der musikalischen Engstirnigkeit gern mal ein Schnippchen schlagen. Erschienen ist das Ganze jedenfalls Ende Mai wieder auf Özgür Cans Label-Heimstätte Save Me Records, wo auch die letzten beiden Kollaborationen veröffentlicht wurden. :yes:

    Float Off gelingt es zu Beginn jedenfalls äußerst vorzüglich, den gemeinen Hörer auf einen falschen Pfad zu lenken, wenn es mitsamt einiger Basstropfen in entspannten Breakbeats auf sich aufmerksam macht. Da diese allerdings die Rechnung ohne die stakkatierten Melodietöne gemacht haben, welche sich zunehmend einflussreicher aus ihrem Schneckenhäuschen herausbewegen, bewegt sich das Ganze schnell in Richtung gerader Beats und offenbart im Anschluss an ein erstes Quasi-Break die Weiterentwicklung der Bassline zum einem wunderbar trocken groovenden Untergrund, welcher mich irgendwie entfernt an einen gewissen Track von Guy J erinnert. Auf diesem haben nun auch die Melodietöne sichtlich ihren Spaß und sind dabei zudem imstande, mehr und mehr ihre sphärische Seite nach außen zu kehren, während im Hintergrund weitere melodische Unterstützung in Form von dezenten Flächen und monotonen Arpeggios naht. Letztere entdecken jedoch ebenfalls immer mal wieder ihre sphärische Seite und zeigen sich nicht ganz unbefleckt, wenn es um die Intensivierung des schwebenden Charakters der Atmosphäre geht. Vielschichtig wie eh und je geben sich die Melodieelemente auf dem Höhepunkte die Klinke in die Hand, ehe das Ganze im nächsten Break zur Abwechslung nebelhornartige Effekte auf die Hörerschaft loslässt, sodass das anschließende, überaus trancig anmutende Melodieanschwillen einen gelungenen Kontrast abgibt. Zusammen mit dem angenehm groovenden Untergrund dürfen dann auch die restlichen Melodieelemente noch einmal ihr Stelldichein geben und dem Track einige letzte Schwebemomente verpassen, welche trotz sommerlicher Anmutung so herrlich unprätentiös wirken, dass ich schlussendlich nicht weniger als euphorische 5,5/6 verteilen mag. ;)

    Im Gegensatz dazu versucht Love State es anfangs mit minimalem Klickertum, auf welchem sich bald einige interessant effektierte Elemente einfinden, aus denen sich nun mehr und mehr eine Melodiefolge herauskristallisiert. Zunächst noch bestens behütet in den minimalen Gefilden aufgehoben, rebelliert diese nun zunehmend gegen die ihr auferlegten Zwänge und arbeitet sich dabei erfolgreich auf die Sonnenseite des Tracks, bis sie in Kooperationen mit harmonischen Flächen im ersten Kurzbreak endlich ihre warme Atmosphäre ausbreiten kann. Mit trancigen Alternativtönen funktioniert dies auch auf dem Drumming in herrlich ungezwungener Art und Weise, sodass sich die Melodietöne zunehmend spielerischer präsentieren. Weitere Alternativtöne offenbaren die Vielfalt der hiesigen Melodieebene, welche sich im anschließenden Break zwar erst einmal für einige Augenblicke eine Verschnaufpause gönnt, im weiteren Verlauf allerdings mehr als gestärkt zurückkehrt. Mit weiteren Alternativmelodien grätscht das Ganze zwar nur leicht am Kitsch vorbei und zeigt sich für Can'sche Verhältnisse erstaunlich offensichtlich trancig, doch aus den Tiefen des Stücks hat schließlich eine Bassline ein Einsehen mit zu viel Harmonie und steuert in elektroid inspirierter Instrumentierung geradewegs auf die Kommandozentrale des Ganzen zu. Dabei gerät der Track trotzdem nicht unter die Räder, sondern kann seine omnipräsente Melodieebene endlich mit einem hier dringend benötigten, druckvoll agierenden Untergrund ergänzen. Allzu lang hält dieser Zustand zwar leider nicht an, wenn das Ganze sich bereits auf seine letzten Meter begibt, mehr als solide 4,5/6 sollten insgesamt aber auf jeden Fall drin sein. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Meine zehn Lieblinge aus dem (fast) vergangenen Monat stehen Spalier...

    |01| Einmusik - Atl Antis --- Einmusika Recordings
    |02| Dash Berlin with Cerf, Mitiska & Jaren - Man On The Run [Nic Chagall Remix] --- Aropa Records
    |03| Noir & Sivesgaard - Vitek [Rodriguez Jr. Remix] --- Parquet Recordings
    |04| BT - Rose Of Jericho [BT's Deus Ex Machina Album Mix] --- Black Hole Recordings
    |05| Radiohead - Nude [Ripperton 9$ Remix] --- not on label
    |06| Humate - Love Stimulation [Radio Slave Full Length Vox Remix] --- Flying Circus
    |07| Mossy - After The Sunrise --- Peacemaker Digital
    |08| Moby - Pale Horses [Apparat Remix] --- Little Idiot
    |09| Burial & Four Tet - Moth --- Text Records
    |10| Andy Duguid - Signals --- Black Hole Recordings

    :huebbel:

    N'Abend zusammen!

    Beim Durchstöbern des Backkatalogs von Parquet Recordings, dem Label des sicherlich auch dem ein oder anderen im hiesigen Forum bekannten Niederländers Solee, ist mir vor einigen Tagen eine noch relativ frische Platte des dänischen Produzentenduos Noir & Sivesgaard ins Auge gefallen. Die dahinter steckenden René Noir Kristensen und Jacob Sivesgaard waren mir zwar bisher kein Begriff, mit dem überzeugenden Vitek dürfte den beiden nun allerdings nichts mehr im Wege stehen, um ihren Bekanntheitsgrad zu vergrößern, wenn sie auch weiterhin ihrer Genregrenzen verachtenden Mischung aus elektroiden, minimalen und progtrancigen Klängen treu bleiben. Allen Interessierten empfehle ich jedenfalls uneingeschränkt, einmal in die im Text verlinkten Hörproben hineinzuschnuppern, schließlich ist auch die Remixarbeit von niemand Geringerem als dem Franzosen Rodriguez Jr. keinesfalls zu verachten. :yes:

    Der Original Mix macht jedenfalls von Beginn Nagel mit Köpfen und schiebt dem geneigten Hörer sogleich ein monotones Elektrofragment in die Gehörgänge, unter welches sich nach kurzer Einwirkzeit still und heimlich eine subtile Basslinewand schiebt und das Ganze mit ihrem unaufdringlich deepen Charme versetzt. Versucht die Bassline dann kurzzeitig ihrem Korsett zu entfliehen, setzen sich weitere klickernde Elemente in Gang, welche den elektroiden Tönen für einen Augenblick den Rang ablaufen, sich dabei aber nicht minder monoton ausbreiten. Im Untergrund brauen sich derweil die ersten melodischen Andeutungen zusammen, welche in Einklang mit der Bassline zunächst noch recht zurückgelehnt ihre angenehme Atmosphäre in elektroider Instrumentierung zu entfalten wissen. Dies soll sich im anstehenden Break aber schließlich ändern, wenn sich nach anfänglichem Basslinewabern selbstbewusst eine alternative Melodielinie herausbewegt und in abwechslungsreichen Klangfarben nicht nur die sphärische Ebene, sondern auch den schwelenden Untergrund zunehmend aufstachelt. Am Ende des Breaks setzen sich zur Freude der Kontrastarbeit in diesem Track zwar erneut die monotonen Elektroeffekte durch, doch in Kooperation mit dem Drumming arbeiten sich aus der wabernden Basslinewand bald auch wieder die bekannten grazilen Melodieelemente hervor. Allzu lang dürfen sie sich allerdings nicht mehr auf der Sonnenseite wähnen, nimmt das Stück doch bereits seine letzten Meter in Angriff und wirkt zum Ende hin daher leider etwas gedrängt. Nichtsdestotrotz eine gelungene Mélange, bei der die elektroiden Referenzen zwar überwiegen, diese zum Glück aber so herrlich unaufgetakelt um die Ecke schlurfen, dass es imho locker für mehr als solide 5/6 reicht. :D

    Die B-Seite trumpft dann mit einem Rodriguez Jr. Remix auf, welcher sich vom elektroiden Einflussbereich wegbewegt und sich mehr auf seine neotrancigen Kapazitäten verlässt. Anfangs dürfen zwar auch hier noch die Elektroeffekte dem Ganzen ihren monotonen Stempel aufdrücken, im Hintergrund macht sich allerdings zunehmend eine minimalere Spielart zu schaffen und drängt dem Track immer mehr klickernde Klangschablonen auf, aus welchen sich vor allen Dingen einige alternative Melodiefragmente hervortun. Mit den nun leicht melodischer avancierten Elektroeffekten machen zudem mehr und mehr die ersten Abwandlungen der Originalmelodielinie von sich Reden, wenn sie in abwechslungsreichen Instrumentierungen und Tonhöhen die sphärische Ader dieses Remixes in den Vordergrund stellen. Das deepe Grundrauschen wird dabei zwar durch angenehm sommerliche Flächenfragmente ersetzt, mit weiteren trancig plätschernden Alternativtönen mutiert die Melodieebene dafür zu einer vielschichtigen Klangkaskade, welche ihre leicht euphorische Atmosphäre nun sehr eindrucksvoll in Szene setzt. Kaum merkbar erreicht das Ganze dabei ein Kurzbreak, in welchem die intensive Atmosphäre allerdings auf dem Höhepunkt zusammenfällt und die kontrastreichen Elektroeffekte wieder hervorgekramt werden. Im weiteren Verlauf erobern die Melodieelemente in Zusammenarbeit mit dem minimal schlingernden Drumming allerdings schnell wieder das Oberdeck und zeigen sich noch einmal von ihrer besten Seite. Schwebende Momente par excellence trotz subtiler Optik sind bei diesem Remix, der für meinen Geschmack das Optimale aus dem Original herausholt, jedenfalls vorprogrammiert. Insgesamt bin ich daher auch gewillt, überaus verdiente 5,5/6 aus dem Bewertungskeller zu hieven. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Nach mehr oder weniger reiflicher Überlegung entscheide ich mich in dieser Woche zugunsten der MOTR-Remixe von Andy Duguid und Nic Chagall, die für meinen Geschmack wesentlich mehr zu bieten haben als die neue EP von Mat Zo. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Benannt nach dem Track, mit dem er 2006 seinen musikalischen Durchbruch feierte, kommt der niederländische Produzent Normen Flaskamp alias Solee nun still und heimlich mit einer Mix-CD um die Ecke geschlichen. Neuland betritt der Gute damit allerdings keineswegs, erschien doch im selben Jahr mit Neotrance Essentials bereits eine in meinen Ohren überaus gelungene Mix-CD, welche ihrem Namen alle Ehre machte und sich in ihrer ganz eigenen Nische zwischen techhousigen, progressiven und minimalen Gefilden - stets versehen mit dem gewissen melodischem Etwas - sehr wohl fühlte. Diese höchst abwechslungsreiche und genreüberwindende Reise setzt Solee nun auch auf Impressed weiter fort und überzeugt mit einer für meinen Geschmack hervorragenden Trackauswahl mit Stücken von Gui Boratto, Einmusik, Oliver Koletzki, Guy Gerber, Tigerskin und Marascia. Wer diese Namen ebenso wie meine Wenigkeit als Garanten für qualitativ hochwertige elektronische Musik mit Seele in seinem Gedächtnis abgespeichert hat, dem überreiche ich in diesem Moment eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, die Hörproben von Juno stehen aber natürlich allen offen, die gern einmal über ihren Tellerrand schauen. Bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass das Ganze in dieser Woche auf Solee's hauseigenem Label Parquet Recordings erschienen ist und ich mich sicherlich sehr wundern würde, wenn der Silberling nicht bald auch in meinem Player kreist... ;)

    Tracklist:
    01. John Tejada - The Open
    02. Oliver Koletzki - Since You Are Gone [Daso Remix] (!)
    03. Chelonis R. Jones - Rehabilitation [Dachshund Remix]
    04. Einmusik - Pheasant
    05. Boss Axis - Sad Beauty (!)
    06. Dole & Kom - Still The Same
    07. NHAR - Lotus
    08. Gui Boratto - No Turning Back (!)
    09. Solaris Heights - Vertikale
    10. Guy Gerber - Timing (!)
    11. Diffus - Kellergeist
    12. Tigerskin - Capsule
    13. Boris Hutton - Express
    14. Marascia - The Mood (!)
    15. Chevel - Together

    :huebbel:

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zu meiner Verwunderung habe ich gerade bemerkt, dass ich noch gar nichts zu der Überarbeitung von Man On The Run geschrieben habe, die für meinen Geschmack das (globale) Maximum aus der Vorlage von Dash Berlin herausholt und damit auch meine Wenigkeit im Nachhinein noch ein wenig mit den Vocals versöhnt. Es handelt sich dabei natürlich um den Nic Chagall Remix, die einzig von mir noch nicht rezensierte Version dieses Stücks, welche all das beinhaltet, an dem es im Original mangelte: progressiver Spannungsaufbau, ein gesundes Maß an Unvorhersehbarkeit und kontrastreich intensive Atmosphärenarbeit. Zu Beginn blufft das Ganze aber erst einmal mit einem techhousig betränkten Drumming, auf dem nach kurzer Einwirkzeit zwar die ersten gecutteten Vocalfragmente in wirkungsvollen Wellenbewegungen auftauchen, das Hauptaugenmerk aber nicht vom herrlich reduzierten Untergrund in monotoner Klickeroptik lenken können. Die sich alsbald für einen ersten kurzen Moment einquartierenden Originalvocals sind dann immerhin kurz davor, dies zu schaffen, übertragen diese Aufgabe aber lieber an das anstehende Kurzbreak, welches die ersten melodischen Alternativtöne in das Trackgerüst hievt und in seiner an- und abschwillenden nicht nur den Spannungsaufbau vervielfältigt, sondern im Anschluss auch eine in bester Prog-Tradition brummende Basslinewand in leicht düsterer Instrumentierung heraufbeschwört. Diese forciert im folgenden Abschnitt in gelungener Manier den Kontrast zwischen deepem Untergrund und den in angenehm sphärische Echoschwaden getränkten Vocals, ehe kommt, was kommen muss... Das Chagall'sche Multifunktionsbreak weist allerdings auch hier wieder einmal trotz epischer Länge keine künstlichen Streckungen auf, sondern hält die sphärische Intensität konstant hoch, indem es nach anfänglicher Tiefenentspannung mit den Pianoklängen aus dem Original nicht nur die Vocals kurzzeitig hereinlässt, sondern den Hörer mit einer sich aus dem Untergrund herauswindenden Alternativmelodielinie mit Breakbeat-Unterstützung auch bestens unterhält. Auf dem Höhepunkt des Ganzen bricht das Melodiegerüst zwar in sich zusammen, geloopte Melodiefetzen in Zusammenarbeit mit flehenden Flächen leiten allerdings mehr als passend das nächste Kapitel dieses Remixes ein. In diesem darf sich noch einmal das Drumming mit der druckvollen Basslinewand im Vordergrund wähnen, bevor wieder Piano und Vocals sowie ein weiteres Break mit der Chagall-Melodieüberarbeitung, welches in einem letzten Aufbäumen der sphärischen Melodietöne endet, vorbeischauen. Die letzten Meter beschreitet das Ganze dann wieder schiedlich-friedlich techhousig, sodass genügend Raum für die Übergabe meiner überaus euphorischen 5,75/6 zur Verfügung stehen dürfte. ;)

    Meine Stimme geht in dieser Woche nach Slowenien, wo Beltek einen erstaunlich trancig geratenen Two-Tracker zusammengeschustert hat und damit die hiesige Konkurrenz (bis auf besagten LTL-Remix von Gareth Emery) erstaunlich lässig in die Tasche steckt... ;)