Deep Flexion "Dialogue"

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  • N'Abend zusammen!


    Dass der gute, alte Belgier M.I.K.E. unter unzähligen Pseudonymen in unterschiedlichen Genrebereichen der elektronischen Musik sein Unwesen treibt, dürfte hinläufig bekannt sein - in letzter Zeit ist er mir dabei vor allen Dingen unter seinem Aliasnamen Deep Flexion positiv aufgefallen, den er anscheinend für Tracks reserviert hat, die ihre Offenherzigkeit für elektroide oder techhousige Einflüsse nicht unter den Teppich kehren, sondern diese mit subtil-trancigen Melodien paaren und sich dabei, ebenso wie beim Vorgänger "Emotions Of The Night" wie auch beim kürzlich (leider nur digital auf Coldharbour Red) erschienenen Dialogue, in interessanten Sphären bewegen. Wer sich davon ebenso wie ich überzeugen lassen möchte, dem lege ich die Hörproben auf M.I.K.E.'s Myspace-Seite oder das Angebot für 2,49€ bei iTunes inklusive aller Remixe von Umek, Özgür Can und Francis Preve nahe - ich konnte da jedenfalls nicht widerstehen, bei anderen Anbietern (ich nenne jetzt keine Namen) bekomme ich schließlich teilweise nur 1/4 davon für denselben Preis... :p


    Der Beginn des Original Mixes gestaltet sich zwar recht knochentrocken, doch mit dem Einzug einer drückenden Basslinewand im Hintergrund, welche auch in Tracks von Kiko nicht hätte besser aufgehoben sein können, entfaltet sich ein schön treibender Untergrund. Auf diesem macht sich sogleich in und nach einigen Bonsai-Breaks auch eine herrliche Retro-Spielkonsolen-Melodie breit, welche - angereicht durch einige passende Alternativ-Synthie-Flächen im Hintergrund - das leicht düster angehauchte Stimmungsbarometer weiter nach oben bewegt. Zwischendurch wird das Ganze nur durchbrochen von einer Phase, in der sich die Bassline auf einmal elektroid-knarzend und stakkatiert zeigt, worauf sich auch die Melodie etwas in sphärisches Zischen hüllt, um im weiteren Verlauf mit der wieder in Wandform auftretenden Bassline sowie weiterer Flächenunterstützung im Hintergrund noch intensiver aufzutreten. Nach einem zweiten Intermezzo in ähnlichem Fortgang lässt sich das Ganze schließlich von beiden Varianten nach vorne drücken und im letzten Drittel taucht sogar noch eine dritte Abwandlung auf, welche sich noch etwas schärfer stakkatiert zeigt, woraufhin sich der Track noch einmal einem Break stellt, in dem die Gameboy-Melodie einen weiteren netten Sololauf hinlegt und schließlich von den ersten beiden Bass-Varianten sicher nach Hause getragen wird. Dort warten nämlich bereits verdiente 5/6 auf ihren Abnehmer... :yes:


    Der Özgür Can Remix zeigt sich dann in einem gewohnten Umfeld aus minimaler Struktur, der sich auch die Melodie vielfach unterordnen muss und nur noch in fragmentierter Form loopartig durch den Mix geistert. Leider geht dadurch natürlich auch einiges der schön düsteren Atmosphäre aus dem Original flöten, doch nach einem ansprechend klickernden Beginn zeigt sich auch hier in einem Anschwung von mysthisch wabernden Flächen eine sphärische Affinität, welche sich besonders im ersten Kurzbreak sehr gut entfalten kann, bevor besagte Melodiefetzen aus dem Original auftauchen und das Ganze zusammen mit einem recht typischen Ötzi-Drumming erst einmal gehörig in Richtung Minimal Techno drängen. Jedesmal, wenn sich dann allerdings die Flächen aus dem Hintergrund heraustreten (was leider nicht allzu oft passiert), taucht gleich wieder das gewisse Etwas auf, von welchem man in einem in wirren Tönen anschwurbelnden Break in der Mitte des Tracks aber leider nicht sprechen kann. Den geloopten Melodiefetzen folgt dann noch eine Stippvisite der sphärischen Flächen, bevor sich das Ganze schließlich zu Ende klickert und von soliden 4,5/6 in Empfang genommen wird. :yes:


    Der Umek Remix peilt dann zur Überraschung schon fast Powerprog-Gefilde an und könnte in dieser Form locker in jedem Markus-Schulz-Set Platz finden. Nach anfänglicher Speilkonsolenmelodieeinleitung drückt sich diese Überarbeitung schließlich mit einer brummend auf den Punkt heischenden Bassline, welche zur Krönung leicht wabernd angelegt ist, gehörig nach vorn und ist sich auch der Sympathie der Originalmelodie sicher, welche zusammen mit einigen monoton gehaltenen Alternativtönen auch auf diesem schnelleren Untergrund für ihre ganz eigene Definition von düsterer Stimmung sorgt. Nur ein anschwillender Alternativton mit anschließender Alternativmelodieentwicklung in einem Kurzbreak unterbricht kurzzeitig die galoppierende Fortbewegung dieses Mixes, bevor das Ganze mit einer noch etwas stärker akzentuierten Bassline - mal mit, mal ohne Unterstützung der melodischen Ebene - ansprechend für unruhige Beinbewegungen sorgt. Zusammen mit weiteren harmonischen Alternativtönen präsentiert sich die Originalmelodie auch in einem weiteren Break in eher elektroider Ausrichtung, sorgt damit aber für eine nicht minder dichte Atmosphäre, der sich erneut das druckvolle Potenzial des Drummings anschließt und für eine mehr als gelungene Schlussoffensive sorgt. Nicht nur deshalb ist mir diese Überarbeitung sogar das Original leicht übertrumpfende 5,25/6 wert. :D


    Zu guter Letzt reiht sich noch der Francis Preve Remix ein, dessen Überarbeitung eher techhousig geprägt ist und bereits nach wenigen Momenten mit einigen fiepsenden Klängen auf sich aufmerksam macht, welche zusammen mit einem sakral schimmernden Untergrundbrodeln für die ersten akustischen Ausrufezeichen sorgt. Ein erstes Kurzbreak, in welchem sich eine monotone Bassline ausprägt, die den gelungenen Vorlauf für ein techhousiges Pendant in grooviger Ausführung bildet, sorgt dann für weitere Spannungsentwicklung, sodass sich im Anschluss die bereits etablierten Klängen mit einer ordentlich durch den Fleischwolf gedrehten Originalmelodie arrangieren können. Doch auch in voller Pracht darf sich selbige im folgenden Break noch einmal sphärisch austoben, bevor sich wieder der techhousige Schleier über den Track wirft und die Melodieausführung nur noch sehr fragmentiert zulässt. Mit dem entsprechenden Untergrund haben wir hier sicherlich die Version mit der meisten Portion Groove vor Ohren, welche allerdings im Vergleich mit ihren Vorgängern vor allen Dingen auf stimmungstechnischer Seite einige Einbußen zu verbuchen hat, sodass es insgesamt nur zu durchschnittlichen 4/6 reicht. :hmm:



    Greetz,
    :: der hammer ::

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