Dann werde ich mich, Montag, 23:56, nach bereits ersten Diskussionen und Bildern, und noch gefesselt von den letzten Tagen, an den Rückblick wagen (das dürfte etwas lang werden.. bitte um Entschuldigung hierfür! Würde mir weh tun, es weiter zu kürzen :)) :
Nach einigen Planungsschwierigkeiten (aber einer sehr entspannenden Autofahrt, deren Stimmung die Musikwahl unseres Fahrers besser traf, als ich sie selbst hätte treffen können!) wurde es leider Samstag Nachmittag, als wir (Jan, Bernie und ich) unser Zimmer in der Kirche bezogen - aber was für eine geniale Unterkunft! Ein riesiges Zimmer, zwei Stockwerke, da hätte man eine ganze Schulklasse unterbringen können, hätte man noch mehr Betten hineingestellt! Auch der Ort Haarlem an sich, den zu besichtigen wir uns (mehr oder weniger freiwillig) die Zeit nahmen, machte mit seinen bunten Häusern und dem See/Fluss einen sehr gemütlichen Eindruck.
Allzuviel Zeit ließen wir uns nicht dafür, sondern sahen zu, rechtzeitig zum Beachclub zu gelangen, um Airbase noch abzupassen (nachdem wir schon die drei vorherigen verpasst hatten...). Das Wetter empfing uns mit strahlendem Sonnenschein, und Strand und Meer boten einen Rückzugs(und Erfrischungs-)ort, wie er mir von nun an auf jedem Event fehlen wird, fürchte ich. Was für herrlich weiter Strand, weicher Sand, Wasser, Wellen... es geht doch nichts über eine kurze Schwimmgelegenheit zu den Klängen von "Adagio for Strings" (auch wenn ich diese erst am Sonntag wahrnahm).
Ferry Tayle dann legte mit "Anjuna Vol 1" (heißt das Lied eigentlich so? Komischer Titel...) einen gewohnt schönen Start hin, wurde mir dann aber ein klein wenig zu Oceanlab-lastig (drei ohnehin schon sehr oft gespielte Lieder innerhalb eines Sets sind dann doch ewas viel)... die Überraschung des Samstages: Leon Bolier! In Erwartung techigen Geschredders hielt ich mich im Hintergrund, und war erstaunt, so viel Energie und Melodie in den Liedern zu finden! Gegen Ende seines Sets, was von "Heatbeat" muss das gewesen sein, hatte ich mich absolut hineingefunden in seinen Sound. Tech-Trance? Kein Tech-Trance? Das hat jedenfalls gerockt...
Irgendwann später liefen wir dann diesem Chaotenteam (Leon Bolier, Cliff Conrad, Airbase, wer war eigentlich noch dabei..? Daniel Kandi bestimmt!) noch über den Weg (oder sie uns), und wir beobachteten unauffällig die Entstehnung von vermutlich einigem Fun-Datenmüll, wie er um sie herum ja schon zu Hauf im Netz zu finden ist... ("Das ist doch nicht Airbase, der würde sich doch auf dieses Niveau nicht herablassen. Ohmist, doch, das ist er!")
Von Shah hatte ich eine einzige Erwartung: Er spielt Eigenproduktionen, zwei Stunden lang. Genau wie immer. Wie sich herausstellt, behielt ich Recht...wir waren essen in dieser Zeit. Frage mich manchmal, ob es ihm nicht langweilig wird, sechzehn Mal dieselben drei Noten bis zum Erbrechen ins Outro von "Beautiful Things" mit seinem kleinen Keyboard zu spielen ... nichts gegen dieses Keyboard, ich finde ja, dass es durchaus Stil hat. Nur bliebe hier soviel Raum für Kreativität... aber naja, Thema vertagt auf ein andermal.
Von Ronald van Gelderen und denjenigen auf dem zweiten Floor hatte ich nicht viel erwartet, und soweit ich den Einblick erhaschen konnte, blieb es dabei. Sean Tyas lenkte den Menschenstrom zum Ende hin auf einmal auf den zweiten Floor, wo ich mich, auch wenn etwas zu schnell für meinen Rhythmus, schon aufs Mitwippen eingelassen hätte, was jedoch dieser grauenhafte MC vereitelte, der sich garantiert jeden Break, jeden Übergang und jede andere Stelle, an der hätte ein Hauch von Gefühl aufkommen können, unter den Nagel riss. "We don't need Amsterdam,...." - da erfährt jeder noch so pazifistische Mensch doch, was Agressionen sind. Ich verstehs nicht. Wer bucht so jemanden...?
Der Sonntag begann für mich, nach einer kleinen Laptop-Producing-Session, in der Bernie, Jan und ich uns vor allem mit der Lautstärke von Bassdrums/Basslines im Vergleich zum Rest befassten, mit Galen Behr. Auf den war ich gespannt, und so sehr traurig, dass mir nur eine halbe Stunde von seinem Set blieb. Mit nachdenklicher Miene beschallte er den Mainfloor mit sehr schönem Sound - ein Set, was ich mir auf jeden Fall nochmal ganz zu Gemüte führen möchte, um mir mein gutes Bild hoffentlich zu bestätigen 
Jonas Steur schien einen Narren an Deadmau5-artigem Sound gefressen zu haben, der jedoch weder beim Publikum noch bei mir (als Teil des Publikums) wirklich gut ankam. Somit hatte Pedro die ultimative Gelegenheit, die Tanzfläche zu füllen, was ihm auch gelang - jedoch ich hatte ihn wohl etwas zu oft gesehen, nachdem ich die letzten Monate mit den Mellomaniacs unterwegs war, für mich verliert selbst der von ihm so gerne gespielte Cold-Blue-Track, den ich eigentlich wirklich mag, beim fünften Mal in Folge den Reiz...
Zu Daniel Kandi wurde schon viel geschrieben (wenn auch weniger zu seinem Set als zu seinem sonstigen Auftritt :D), mir jedenfalls bereitete sein "5th Dimension"-Mix, den ich von oberhalb hörte, eine Freude. Dann wurde es schwierig, denn irgendein grausamer Übeltäter hatte doch Vast Vision und Airwave auf dieselbe Zeit gelegt! Somit hätte man mich wohl einige Male vom Einen zum anderen Floor eilen sehen können, um mir möglichst wenig entgehen zu lassen... Airwave hatte sichtbar Spaß an seinem Handwerk, jedoch siegten letztendlich Vast Vision über meinen Zwiespalt, spätestens, als sie mit "Alt+F4 - Alt+F4" einen meiner absoluten und vergessen gefürchteten Lieblingstracks aus dem Ärmel zauberten! Ich erspähte einige Anjuna-Shirts um mich herum. Dieses Sonnenuntergangs-Set war klasse, und deutlich zu schnell vorbei!
Den krönenden Abschluss durfte Manuel le Saux übernehmen (wobei ich persönlich ja glaube, dass die Kombination "Manuel le Saux + Daniel Kandi", die sich derweil vorne an den Decks abwechselte, das Sahnehäubchen war, was diesen Abschluss wirklich so "krönend" machte - darf ich aber nicht so laut sagen, fürchte ich, Manuel war wohl nicht wirklich begeistert....). Der Floor war inzwischen brechend voll, und trotzdem und trotz meiner müden Füße gelang es diesem "Duo" (nenne ich es jetzt mal), was niemandem vorher in der Art und Weise gelang: Eben diese Füße vom Boden zu heben, und das nicht nur einmal. Als Kandi den Track spielte, der vermutlich von ihm war, mit dem von mir so geliebten "slidenenden" Melodiesynth... nicht zu beschreiben. Das war einfach Musik, jippie! Die Meute war ein hüpfender Ball aus Begeisterung!
Dieser abschließende, wunderbare Tornado tobte noch vor meinem inneren Auge, als wir längst in unserer Unterkunft waren. Was für eine wunderbare Fahrt! Eine Erinnerung, die die lange Reise mit Sicherheit Wert war, und die ich noch oft und lange zurückrufen werde. In dem Sinne Grüße an euch alle! Lasst uns das wiederholen 