Lange habe ich mich mit einem richtigen Review zurückgehalten und ehrlich gesagt glaube ich nichtmal das ich heute ein Review schreiben kann, dass der Atmosphäre dort gerecht werden könnte und so habe ich es Tag für Tag aufgeschoben. Manchmal gibt es Parties, die man schwer in Worte fassen kann und diese gehört definitiv dazu und geht jetzt schon für mich als die Party 2012 schlechthin durch ! Im düsteren Dezember 2011 suchte ich nach etwas, auf das ich mich im nächsten Jahr freuen konnte und dachte daran wie schade es doch war, dass die Forumparty 2011 verworfen wurde. Also grub ich mal wieder den Thread aus und es dauerte nicht lange, da meldete sich eine sympathisch wirkende Melly, die noch gar nicht lange im Forum angemeldet war, aber sofort mit großem Einsatz zur Stelle war und sich für die Austragung bereiterklärte. Sowas nennt man wirklich frischen Wind, denn am Heiligabend war es amtlich und Melly machte uns dieses Weihnachtsgeschenk. Sie machte auf mich den Eindruck eines Menschen der nicht lange fackelt, sondern die Dinge wirklich in die Hand nimmt und sich richtig durchsetzen kann ! Ich behielt Recht, der ganze Aufwand und die leidenschaftlich bis ins allerkleinste Detail geplante Party konnten nur bedeuten, dass man diesen Raum wieder glücklich verlässt. Danke an Melly und ihren Freund Pascal. Ihr seid dafür verantwortlich, dass ich eine wirklich glückliche Nacht hatte.
Anfahrt & Ankunft
Ich bin über 4 Stunden durch Berge und Tunnel gefahren und war erstmal wieder sehr angetan von der süddeutschen Idylle (Weinberge in Würzburg, der Main, hübsche Fachwerkhäuser & Kirchen) und wurde später von Mellys Freund Pascal am Bahnhof Haßfurt abgeholt. Anschließend ging es zum Landgasthof "Burgblick" welcher für einen günstigen Preis von 30,- ein recht angenehmes Zimmer anbot. Erstmal war hier etwas ausruhen und einleben angesagt. Als der Pascal den Steve am Hotel ablieferte, hat er mich dann anschließend mit zur Location genommen und ich kam am späten Nachmittag dort an. Ein schicker, rausgeputzter Hof erwartete mich. Nachdem ich die ersten Leute begrüßt hatte, mußte ich erstmal runter zur Koppel um "Camel-Watching" zu betreiben.Was für schöne liebe Tiere das waren ! ![]()
Der Partyraum war absolut cool ! Alles war liebevoll eingerichtet und man konnte sofort sehen, dass hier Fans der elektronischen Musik ihren Traum von einem privaten "Techno-Club" verwirklicht haben. Eine hübsche Bar wie sie in einem Club nicht besser hätte sein können und nebenan der liebevoll hergerichtete Chillout-Room mit entspannenden Lichteffekten an den Wänden
Überhaupt bestimmten blinkende Lichter, Lichterschläuche und Deko das Bild wohin man schaute. Der Chill-Out Room transportierte mit den Sonnenschirmen und Gartenstühlen Summerfeeling, dass man ja draußen bei den kalten Temperaturen etwas vermisste. Kurz darauf kamen die Beiden von der Theke: Franzi und Ron, die äußerst sympathisch wirkten und ebenso für einen angenehmen, lustigen Abend sorgten. An großer Auswahl an Getränken fehlte es auf dieser Party nicht und es gab sogar von Melly selbst hergestellte Getränkekarten (alles wie im Club halt, nur besser...:) ). Im Mainroom überzeugte in dieser Nacht eine coole Lightshow und auf eine große Leinwand wurden - zur Trance-Musik passend - bunte psychedelische Lichteffekte projeziert, später auch Videoaufnahmen des Abends.
Während die Anderen mit dem grillen anfingen schlug Jose vor, dass wir doch mal meine Plattentasche öffnen und ein paar Vinyls daraus spielen könnten. Das taten wir dann auch und es machte unheimlich viel Spaß. Als die großen Boxen angingen war das schon ein ordentlicher Druck. Also sowas hätte ich jetzt wirklich nicht erwartet
Habe noch nie erlebt, dass Jemand solche Boxen auf einer Privatparty stehen hatte ![]()
Die DJs und die Party
Ich legte weiter Vinyl auf ( es ist halt die Sucht :p) und entschied mich dann für die Pizza statt zu grillen und Dank eines netten Gamerinos bekam ich sogar die Pizza bis ans Pult geliefert
Um 20:00 begann die offizielle Party und startete mit dem herrlich deepen Set von Jose Van Mercey, dass auch einige coole Anjunadeep - Stücke von z.B. Soundprank enthielt und genau das richtige zum warmtanzen war. Einfach nur genial ! Anschließend begann mein offzielles Set. Ich spannte meinen Bogen von Progressive bis hin zu Uplifting und einer kleinen Prise psychedelischer Klänge. Ich habe genau das gespielt, wonach mir emotional zumute war und bin umso glücklicher über die positve Resonanz und wie ihr nachher abgegangen seid. Nein, damit habe ich nicht gerechnet und es ist umso schöner wenn man so positive Resonanz bekommt und genau weiß, dass man die ganze Zeit nur das aufgelegt hat was man selbst liebt und sich zu keinem Zeitpunkt auch nur im geringsten verstellt hat. Danach übernahm Mar She mit einem intelligenten Progressive-Set. Unter Anderem vernahm ich Lostep - Burma ( Sasha Remix) und ein Rework von Paul Van Dyk - Nothing But You. Besonders freute ich mich über Steve Brian - Garanojay ( Mar She Remix) der einfach nur herrlich deep ist. Leider habe ich genau zu diesem Zeitpunkt aus Versehen eine richtig dicke Bierflasche zerdeppert und konnte den Moment deshalb nicht ganz so genießen wie ich wolte.
Ich war damit bestimmt die Sau des Abends (*lach*), denn scheinbar hat es absolut keinen Dreck gegeben und geklaut wurde auch überhaupt nichts. Was für ein tolles Publikum kann man da nur sagen ! Dann legte der kanarische Inselrocker Steve Brian los. Haute seine Eigenproduktionen sowie Anjunabeats und alles was rockte rein. Die Fläche war super gefüllt und es tanzte Alles wie der Teufel ! Letztendlich waren so ein Dunst und eine solche Hitze im Raum, dass zwischendurch die Fenster geöffnet werden und unser Steve dabei kurz den Regler runterfahren mußte, damit die Nachbarn und Kamele nicht wach wurden.
Danach Steve Brian & Noel Gitelmann - Luna System ( Tritonal Remix) ! Ich bin total ausgerastet. Mellys Bruder erklärte mir was der Unterschied zwischen einem fränkischen und einem westfälischen Bier ist und als ich die riesige 7 % Flasche sah - die er angeblich mit seinen Kumpels geleert hat - dachte ich nur, dass ich als "Wenigtrinker" wohl umgekippt wäre. Außerdem lernte ich von den Einheimischen was das Wort "Fei" in Franken bedeutet. Bisher kannte ich nur eine Dubstep - Djane die sich Fei Fei nannte, aber ok jetzt bin ich wieder etwas schlauer
Skytune rockte nach Steve die Hütte mit Anjunabeats & Co. und überzeugte mich trotz einiger technischer Probleme, die ich selbst ehrlich gesagt gar nicht so vernommen habe (vielleicht durch das fränkische Bier ?
). Aiwa & Brede bretterten anschließend ordentlich drauflos. Eigentlich mag ich Tech-Trance letzte Zeit nicht so, aber da waren schon ein paar ordentlich rockige Sachen dabei und solange keine Tröten ertönten war ja alles ok
Später übernahm unser Vasaris mit einem grandiosen Live-Set und spielte seine Stücke perfekt mit einem großen Keyboard ein. Großartig Vasaris ! Da saß alles. Noch viel besser als bei den Livesets, die ich davor von Dir gehört habe ! Das Ableton zwischendurch bei Menno De Jong - Never Lose The Magic abstürzte war äußerst schade, aber das ist halt der Fluch der Technik. Witzig war die Prügelversion von Daft Punk - One More Time. Danach das epische Uplifting - Set von Gamerino ! Manche Stücke kannte ich noch gar nicht. Ein sehr ergreifendes Stück mit einem "klassische Musik - Break" war dabei, dass suche ich heute noch. Respekt, denn der Gamerino sah den ganzen Abend aus, als würde er jeden Moment umkippen. Man merkte ihm seine gesundheitliche Angeschlagenheit an, doch als er auflegte war es so als hätte er mit dem "Djing" das richtige Medikament erwischt und er konnte am frühen Morgen auch mit Krankheit noch verdammt gut auflegen und war plötzlich wie geheilt ! Dann kam morgens Jose Van Mercey nochmal ran. Alles war zunächst still und Jose erinnerte an Tilllmann Uhrmachers Tod im letzten Jahr und kündigte "On The Run" an. Da ging dann nochmal richtig die Post ab. Ich fand, dass es zu den ergreifendsten Momenten des Morgens gehörte. Es folgten Tracks wie Armin Van Buuren - Burned With Desire oder Oceanlab "On A Good Day" ( Daniel Kandi Remix) und Jose bewies, dass er nicht nur für Progressive, sondern auch für guten Uplifting ein Händchen hatte.
Der Morgen
Die ersten Sonnnenstrahlen fanden bereits ihren Weg durch das Fenster und warfen einen großen Lichtkegel in den Raum.....Es war einfach nur magisch und filmreif ! Ich ging ans Fenster und schaute in die Wiesen. Was für eine Idylle ! Lore und die anderen Kamele standen schon wieder gemütlich an ihrem Futter und ließen sich durch uns überhaupt nicht stören. Solch ungewöhnliche Partyaugenblicke gibt es nur auf dem
Lande ! Mit einem Touch "Orient" sowieso nur in Hofheim.
Dann um ca. 6 (?)DJ Wechsel: Mellys Kumpel ( Name habe ich vergessen) übernahm und haute das "Guten Morgen liebe Sonne" Lied rein, eine Minimal-Neuinterpretation eines deutschen Schlagers. Wir machten zuerst verwirrte Gesichter, aber wir hatten auch ordentlich Spaß und mußten ziemlich lachen, erst Recht als danach "Vielen Dank für die Blumen" aus Tom & Jerry kam. Ich vernahm später noch Armin Van Buuren "Love You More" und wie ich es von den letzten Partygästen gehört habe, soll er dann noch bis 9 geschranzt haben. Jaymel und Mar She wollten allmählich zum Burgblick ( die konnten ja nicht dort solange pennen wie ich ) da sie eigentlich schon um 10 rausmußten und wir haben uns dann zusammen ein Taxi gemietet. Gerade angekommen ging es für mich erstmal unter eine frische Dusche und anschließend haute ich ordentlich beim Hotelfrühstück rein und schmiss mich danach ins Bett. "Das Leben ist schön" war jetzt meine Empfindung !.
Nach der Sause
Bis 6 Uhr abends lag ich im Bett. Die Wirtin machte ein fast entsetztes Gesicht und schaute mich an, als würde ich vom Mars kommen. Vermutlich habe ich sie mit "Guten Morgen" begrüßt. Ich wollte ja nur höflich sein
Danach mußte ich zurück zu Mellys Location, da ich dort einen Pullover vergessen hatte. Ich half den Beiden noch ein bißchen beim abbauen. Mein Gott was waren die Boxen schwer ! Kein Wunder, dass die so gut geklungen haben. Am Montagmorgen räumte ich mein Hotelzimmer nachdem ich bei großartigem Wetter im Wintergarten des Landgasthofes gefrühstückt hatte. Der nette Wirt mußte noch nach Hofheim und bot mir an mich mit in den Ort zu nehmen, da von dort ein Bahnbus zum Bahnhof fuhr. Da sagte ich nicht nein und anschließend ging es für mich weiter mit dem Bus Richtung Bahnhof Haßfurt. Ich hatte noch etwas Zeit, schaute mir die idyllische süddeutsche Stadt an und später fuhr ich mit dem Zug gen Heimat. Wie lustig, dass ich dann auf der Rückfahrt ausgerechnet in Franken ein Mädel kennenlernte, die aus unserem Kreis kam und im Nachbarort wohnte. Wie klein die Welt doch ist. Eine von den Nord nach Süd - Pendlern also. Ja so Einer war ich auch mal und es sieht so aus, als würde es vielleicht schon bald mit meinem Kumpel nochmal in den Süden der Republik gehen ! Dann aber noch etwas weiter gen Süden in die Alpen.
Fazit: Es war einfach nur fantastisch ! Sowas erlebt man nicht in einem Club und auf keinem Großevent dieser Welt. Respekt auch an alle DJs, hier war viel mehr Abwechslung als auf einem Trance-Festival zu hören ! Jeder hatte seinen eigenen Stil und als man diesen Technikpark ( hat mal Einer die langen Tische gefilmt ?) mit lauter verschiedenen Gerätschaften für Djing und Live-Acts sah, hat man sich gefragt ob man in einem Museum war und zugleich gewundert, dass es dafür wirklich sehr wenig technische Probleme gab.