Beiträge von hammer

    Meine favorisierten Zehn im Feberuar lesen sich wie folgt:

    <01> Ashley Wallbridge - Harrier --- [Auryn Music]
    <02> Electric Rescue - l'Ensoleillée --- [A.F.U. Ltd]
    <03> Spada - Evinrude --- [Maripoza]
    <04> M.I.K.E. pres. Caromax - Oasis Of Dreams --- [Pilot 6 Recordings]
    <05> Moonbeam feat. Blackfeel White - Your Wind Is In My Hands --- [Moonbeam Digital]
    <06> Ryan Davis - Posters & Cakes EP --- [*backhome]
    <07> Breakfast & Marcus Schössow - They Came For Us --- [Moody Moon Recordings]
    <08> Paul Keeley - Trans AM --- [AnjunaDeep]
    <09> Mat Zo - Synapse Dynamics --- [Anjunabeats]
    <10> Julian Jeweil - Bubble --- [Skryptöm Records]

    :huebbel:

    Jungspund Mat Zo haut seine Tracks in letzter Zeit ja in einem solch atemberaubenden Tempo raus, dass man schon zu befürchten beginnt, die gewohnte Qualität irgendwann schwinden zu sehen. Nach der Begutachtung der Rush folgenden, neuen Anjunabeats-Platte können allerdings alle Zweifel schnell wieder im Keller der unguten Gefühle verstaut werden... ;)

    Hinter Lucky Strike steckt jedenfalls alles andere als ein Glückstreffer, mit dem Mat Zo wieder einmal in unvergleichlich frischer Art und Weise die berühmt-berüchtigte Nische zwischen Uplifting und Progressive Trance beschreitet. Das Ganze orientiert sich zwar leicht am großartigen Rush, besitzt aber genug Eigenimpulse, um aus dem Schatten seines Vorgängers herauszutreten. Bereits zu Beginn überzeugt der Track dabei durch sein energetisch ausgerichtetes Drumming, welches auf grummelnden Bassline-Einwürfen fußt und in Form eines stakkatierten Pendants schon bald weitere drückende Unterstützung erhält. Dazu formieren sich im Untergrund die ersten melodischen Ausrufezeichen, wenn unaufgeregte Melodiefetzen für eine progtrancige Note sorgen und schließlich in Kooperation mit herannahenden Flächen den Beginn eines fast schon episch geratenen Breaks einleiten. Herrscht hier zuerst noch bedächtige Ruhe in entspannten Klangfarben, so schleicht sich nun in stetig wachsender Intensität eine aus Uplifting-Gefilden inspirierte Melodielinie heran, welche dem Track mit ihrer euphorischen Ader schnell ansteckt und eine herrlich unbeschwerte Atmosphäre auszupacken vermag. Zum Ende des Breaks muss sich selbige allerdings wieder vermehrt in den Hintergrund zurückdrängen lassen, damit das Ganze nach etwas übertriebenem Anschwillen in eine treibende Drumming-Phase, in welcher vor allen Dingen die stakkatierte Bassline einmal ihr wahres Gesicht zeigen darf, übergehen kann. Es dauert aber nicht allzu lang, bis die Melodietöne erneut zum Tanz bitten und nun auch in Zusammenarbeit mit dem leicht düster schiebenden Drumming ihre dies kontrastierenden sphärischen Vorzüge zum Zuge kommen. Summa summarum reicht es jedenfalls trotz leichter Abstriche mal wieder für überaus verdiente 5/6. :yes:

    Doch auch Synapse Dynamics muss sich keinesfalls vor seinem Vorgänger verstecken, geht seine Sache aber wesentlich progressiver an und gehört daher nicht umsonst zum festen Inventar der gerade erschienenen "Anjunadeep Vol.1". Dabei sind es anfangs vor allen Dingen die wirbelnden Melodiefragmente, welche sich leicht bedrohlich auf dem entspannten Drumming aufrichten, in einigen Beat-Unterbrechungen alternative Töne offenbaren und damit die ersten Akzente in diesem Track setzen. An der Basis erarbeitet sich im Gegenzug eine deep drückende Bassline ihren verdienten Stammplatz, sodass das Ganze nun mit vermehrtem Schwung unterwegs ist, welcher auch der melodischeren Entfaltung der monotonen Töne vom Beginn besser zu Gesichte steht. Vollends etablieren können sich diese dann im anstehenden Break, wenn sie zusammen mit zerlöcherten Flächen ihre angenehm warme Atmosphäre zu intensivieren imstande ist und auch nach dem unvermeidlich schwurbelnden Ende des Breaks elegant auf dem leicht elektroid drückenden Untergrund ihre Kreise ziehen. Alternative Stakkato- und Schwebetöne ergänzen die immer etwas zurückhaltend auftretende Melodiefolge dabei und sorgen für eine wunderbar unaufgeregte Frühlingsstimmung. Legen sich die Melodieelemente dann wieder sanft zur Ruhe, gehören die letzten Momente dem schwungvollen Untergrund, welcher schließlich auch die in meinen Ohren noch etwas stärkeren 5,25/6 in Empfang nimmt. :D

    Bei They Came For Us haben wir es auch in meinen Ohren mit einer interessanten Zusammenarbeit zwischen Marcus Schössow und dem Breakfast-Milchgesicht zu tun. :yes:

    Der Original Mix breitet sich zwar über eine Gesamtlaufzeit von knapp 11 Minuten in eher gemächlicher Geschwindigkeit aus, schafft es aber dennoch, eine gepflegt düster angehauchte Atmosphäre in seinem progressiven Gewand, welches für meinen Geschmack wesentlich prägnanter die Handschrift von Marcus Schössow trägt, zu entfalten. Einen ersten Vorgeschmack darauf bieten dabei erste rumorende Klangwellen, welche immer mal wieder über dem etwas träge schuckelnden Drumming angespült werden und von einer deep anmutenden Bassline in monotoner Ausführung bereits passende Unterstützung erhalten. Mit dem vermehrten Auftreten der hoffnungsvoll schimmernden Flächen fühlen sich dann auch einige wirbelnde Tonfolgenfragmente aufgefordert, sich der zunehmend dichter entwickelnden Atmosphärenarbeit anzuschließen und besagte flächige Melodie bis kurz vorm anstehenden Break schließlich in eine entscheidende Position in diesem Track zu hieven. Mit dem angespannten Verhältnis zwischen Flächen und Melodiewirbeln setzt dieses zu Beginn zwar keine neuen Akzente, besitzt im weiteren Verlauf durch seine ausgeprägte Ausdehnung aber genug Raum und Zeit für die Entwicklung alternativer Melodiefolgen, welche sich zunehmend flächiger unterstützen lassen, bis das Ganze nach einem sphärisch anschwillenden Höhepunkt wieder kurzzeitig ineinanderfällt. Dieser Zustand bleibt allerdings eine Momentaufnahme, stehen die melodischen Elemente des Tracks im Anschluss doch schnell wieder Spalier, um ihre sphärische Düsternis auch im Zusammenarbeit mit dem Drumming zum Besten zu geben. Ein flächiges Kurzbreak rundet diese Phase dann ab, ehe das Stück zum gemütlichen Auslaufen übergeht und sich schließlich mit gesunden 5,25/6 rühmen darf. :yes:

    Der Marcus Schössow Remix reiht sich dann zwar ebenfalls in die Riege der Ü10-Minuten-Tracks ein, stellt mit seiner etwas drückender geratenen Interpretation aber eine passende Alternative zum Original dar. Der Beginn des Ganzen ähnelt diesem dabei allerdings noch unverkennbar und hat mit dem gemächlich schaufelnden Untergrund sowie der Entfaltung erster zaghafter Klangwellen, welche sich mithilfe aufkommender Tonwirbel zunehmend flächiger aus dem Hintergrund herausspielen, keine grundlegenden Neuerungen parat. Einzig einzelne elektroid inspirierte Bassline-Einwürfe lockern den bekannten Trackwerdegang auf und dürfen auch im kommenden Originalbreak nicht zu kurz kommen, ehe das Ganze im Anschluss an den flächig-düsteren Höhepunkt endlich die Spur wechselt und statt der melodieverliebten Weiterentwicklung ein (auch in dieser Geschwindigkeit) gehörig schiebendes Drummingkonzept in den Vordergrund schiebt. Vor allen Dingen die leicht techig rumpelnde Bassline gibt hier den Ton an und lässt sich immer mal wieder von knarzig anmutenden Bassverschiebungen kitzeln. Auch wenn dieses Intermezzo für meinen Geschmack ruhig noch etwas exzessiver hätte ausgelebt werden können, ist mir die Schössow-Version immer noch beruhigende 5/6 wert. ;)

    Zitat

    Original von Andru
    Deswegen sollte Werder auch ruhig mal wieder gewinnen am Sonntag. Wird aber schwierig.

    Zumal man ja auch noch eine Rechnung mit den Fischköppen offen hat, wenn ich mich für eine sehr unruhige Minute mal an das unsägliche Hinspiel in München erinnere. Jetzt gilt allerdings erst einmal alle Konzentration dem Erreichen einer guten Ausgangsposition im morgigen CL-Achtelfinal-Hinspiel in Lissabon, bei dem man hoffentlich für einige Momente den schlechtesten Rückrundenstart seit 15 Jahren vergessen kann... :yes:

    Ganz klare Sache für die beiden Minimal-Deep-Prog-Geschichten von Eelke Kleijn & Francesco Pico, welche für meinen Geschmack den durchschnittlichen Rest locker in den Schatten stellen. :yes:

    N'Abend Leute!

    Wie ich vorhin im 1Live Plan B mit großer Spannung vernahm, haben die Veranstalter des Melt! Festivals mit dem heutigen Tage den ersten Schwall an Namen für die 2009er-Ausgabe des einzigen Festivals mit der eingebauten Schaufelradbagger-Illuminations-Garantie bekanntgegeben. Dass das Ganze wie auch im letzten Jahr wieder über drei volle Tage über die Bühne gehen soll, war ja bereits seit längerem bekannt, jetzt steht mit den Britpop-Königen von Oasis allerdings auch der Headliner für den Abschluss am Sonntagabend fest. Man scheint also erneut weder Kosten noch Mühen gescheut zu haben, um nach Björk 2008 wieder einen solch anziehenden Hochkaräter in die sachsen-anhaltische Pampa zu holen. Desweiteren bietet allerdings auch der Rest des Line-Up-Vorgeschmacks in meinen Augen und Ohren einen mehr als gelungenes Abbild des Melt!-Konzepts, welches sich besonders der Förderung des innovativen Schmelztiegels zwischen Indie und Electronica verschrieben hat. Neben imho überaus reizvollen Bands wie Bloc Party (!), den Klaxons, den Foals, Kasabian, Super700 oder The Whitest Boy Alive kommen natürlich auch DJ-Größen wie Trentemøller (!), Ellen Alien, Digitalism, Paul Kalkbrenner oder Sascha Funke nicht zu kurz. Ich bin jedenfalls ziemlich angetan von den bisherigen Namen und kann mir gut vorstellen, auch in diesem Juli voller Vorfreude gen Osten zu pilgern, nachdem es dem Andru und mir schon im letzten Jahr so gut gefallen hat. Schaun mer also mal, wen die Veranstalter noch alles in petto haben... ;)


    (Nahezu) komplettes Line-Up [Stand: 24.04.2009]:

    !!! | Animal Collective | Aphex Twin + Hecker | A Critical Mass feat. Henrik Schwarz, Âme, Dixon (live) | Matias Aguayo | Baddies | Kasper Bjørke | Bloc Party | Bodi Bill | Bonaparte | Boy8Bit | Boys Noize + Erol Alkan | Brodinski | Buraka Som Sistema | Cajuan | Caribou | Channel X | Philipp Cerfontaine | Cold War Kids | Crystal Castles | Deadmau 5 | Digitalism (live) | Dinky | Diplo | Jochen Distelmeyer | DJ Koze | DJ Phono | DJ Supermarkt | The Dodos | David Dorad | Ellen Allien | Empro | Tim Exile | Fabiano | Fieber Tanz | Filthy Dukes | Foals | Fraenzen Texas | Sascha Funke | Glasvegas | Goldie | Gossip | Daniel Haaksman | Ruede Hagelstein | Hell | Matthew Herbert (DJ-Set) | James Holden | Jazzanova Live! | Sven Jozwiak | Paul Kalkbrenner | Karrera Klub | Kassette Boys | Kasabian | King Kong Klub | Klute | Markus Kavka | Kiki | Klaxons | Kode 9 & Spaceape | LA Roux | Les Yper Sound | Luna City Express | Michael Mac (Club NME) | Magnetic Man feat. Skream & Benga (live) | MC Justyce | Mediengruppe Telekommander | Marcus Meinhardt | Metronomy | Mikroboy | Moderat (= Modeselektor + Apparat + Pfadfinderei live) | Hudson Mohawke | MSTRKRFT | Muff Potter | Mujava | ND Baumecker | The New Wine | Oasis | Passion Pit | Phoenix | Pilooski | Polarkreis 18 | Revolver Club | Radio Slave | Jesse Rose | Röyksopp | Scharrenbroich trifft Gunjah | Shir Khan | Simian Mobile Disco (live) | Skinnerbox | Luke Slater (live) | The Soundtrack Of Our Lives | Gunnar Stiller | Super 700 | Team Recorder | Anna Ternheim | This Will Destroy You | Thunderheist | Tiga | Tobias Thomas | Travis | Trentemøller (DJ-Set) | TRG | The Virgins | The Wedding Present | Markus Welby | The Whitest Boy Alive | WhoMadeWho | Patrick Wolf | James Yuill | Yuksek | Zander VT | Gisbert zu Knyphausen


    Preislich bewegt sich das Ganze übrigens wieder auf dem Niveau des Vorjahres:

    2-Tageticket (17./18.07.) --- 70,- € zzgl. VVK-Gebühren
    3-Tageticket (17.-19.07.) --- 90,- € zzgl. VVK-Gebühren
    (inkl. MwSt., Sleepless Floor, Camping & Parken)

    Tante Edith meint übrigens, dass dieser nette, kleine Trailer mit Impressionen aus den vergangenen Jahren ebenfalls sehr sehenswert ist. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Von den Nominierten hat für meinen Geschmack nur der Track von Cosmic Gate die Qualität für den Gewinn einer TOTM-Wahl - von daher beschränke ich mich trotz der neuen Möglichkeiten mal auf die Abgabe von nur einer Stimme... :p

    Seitdem AnjunaDeep den Briten Paul Keeley unter seine Fittiche genommen hat, mausert sich der Insulaner immer mehr zu einem spannenden Trackbastler, der sich vor allen Dingen in seiner Wohnzimmernische irgendwo zwischen Progressive House und Progressive Trance auszutoben weiß. Nach den schon recht passablen Klängen von A Sort Of Homecoming und Paper Jet ist vor wenigen Tagen aber seine für meinen Geschmack bis dato überzeugendste EP erschienen, auf welcher er gleich drei neue Stücke zusammengefasst hat, von denen einem zudem die Ehre zuteil geworden ist, auf der ebenfalls gerade erschienenen Mix-CD AnjunaDeep Vol.1 vertreten zu sein. Ich kann jedenfalls nur allen Sympathisanten progressiv-melodischer Klänge raten, in die unten verlinkten Hörproben mal hineinzuschnuppern… ;)

    Trans AM nimmt dabei den progressiven Anteil in seiner Genrebeschreibung am ernstesten und betört den gemeinen Hörer fast von Beginn an mit einer herrlich groovenden Bassline, welche auch ihren antreibenden Charakterzug nicht allzu sehr vernachlässigt und damit als abwechslungsreich heranschleichender Untergrund auftrumpft. Ein erstes Break sieht dann bereits erste monotone Melodieandeutungen an ihrer Seite vor, welche sich glücklicherweise auch im weiteren Verlauf in Kooperation mit der progressiven Basis nicht mehr vertreiben lassen. Vielmehr fühlt sich dadurch jetzt eine alternative Tonfolge bekräftigt, sich in ihren hypnotischen Loop-Bewegungen ebenfalls auf dem schaukelnden Trackbett niederzulassen und die angespannte Atmosphäre weiter zu intensivieren. Im Arrangement wieder leicht abgeschwächt beschwört das Ganze dann das Hauptbreak herauf, in welchem die bisherigen Melodieelemente in hervorragend sphärischer Art und Weise von trancig inspirierten Flächen verstärkt werden. In dieser Formation schwillt das Ganze nun dezent, aber stetig an, ehe im Anschluss die markanten Flächen allerdings wieder alle Regler in Richtung Rückzug stellen und erst einmal der bekannten Zusammenarbeit aus groovend drückendem Untergrund und geloopten Melodiefragmenten den Vortritt lässt. Allzu lang lassen sie sich dann aber doch nicht bitten und trumpfen nach kurzer Verschnaufpause erneut mit all ihren atmosphärischen Stärken auf, die dem Stück für meinen Geschmack den letzten Schliff verleihen und nicht ganz unschuldig sind an den mehr als verdienten 5,5/6, deren feierliche Verleihung nach sanftem Auslaufen ansteht. :yes:

    Life Aquatic bekennt sich im Vergleich mit seinem Vorgänger dann zu einer wesentlich optimistischeren Stimmungslage und steht exemplarisch für den typischen AnjunaDeep-Sound, zu dem sich das Label in den vergangenen Jahren hin entwickelt hat. Dies zeigt sich vor allen Dingen in der Melodieseligkeit des Tracks, welche sich bereits nach wenigen Momenten durch die entspannte Entfaltung einer deadmau5’isierten Melodielinie zeigt. Zuerst noch in zaghaften Stakkatoklängen im Hintergrund erscheinend erarbeitet diese sich nun zunehmend mehr Raum und nutzt schließlich ein erstes Kurzbreak als willkommene Chance zur flächigen Intensivierung in einem gelungenen Sololauf. Ihre angenehm warme Atmosphäre weiß sie allerdings auch zusammen mit dem Drumming zu verbreiten, welches nun zusätzlich die nach vorn zielende Unterstützung einer entspannt rollenden Bassline erhält, sodass sich insgesamt ein wunderbar unbeschwertes Sommerszenario abspielen kann. Dieses trägt zudem eine nicht unerhebliche Retronote in sich, welche sich besonders in den im nächsten Break neben der bekannten Melodiefolge auftretenden Arpeggioklängen erkennen lässt. Die sphärische Schwerelosigkeit lässt sich von diesen jedenfalls jetzt noch ein Fünkchen mehr aus der Reserve locken, sodass das anschließende Zusammenspiel aller Elemente noch einmal mehr als deutlich die positive - aber zuweilen leider etwas seicht anmutende - Ausstrahlung dieses Tracks zu verdeutlichen vermag. Insgesamt hätte das Thema zwar ruhig noch die ein oder andere Ecke oder Kante verpasst bekommen können, aber für mehr als verdiente 5/6 reicht es trotz dieser leichten Abzüge immer noch ohne große Probleme. :D

    Als Dritter im Bunde tritt schließlich Morning Star in die Arena und präsentiert sich in seiner Mischform zwischen den beiden Vorgängern als nicht weniger überzeugend, auch wenn dem ein oder anderen sicherlich der Name des russischen Produzenten Mango, an dessen Soundspektrum sich Keeley hier offenbar angelehnt hat, auf der Zunge liegen dürfte. Aufbauend auf einem angenehm groovenden Drumming, welches mit seinen tänzelnden Bewegungen den Track locker anschiebt und zur Abwechslung immer mal wieder einige leicht elektroide Auswüchse ausleben darf, entwickelt sich dabei eine vielschichtige Melodieebene, deren Basis auf subtilen Fragmenten fußt. Bis zum Einsetzen des Breaks können sich diese zwar mehr und mehr sphärischen Raum erarbeiten, aber spätestens im anstehenden Break wird die Konkurrenz um trancige Alternativtöne und eine glasklare Retro-Synthiemelodie à la Michael Cassette dann einfach zu übermächtig. Das bekommt auch die Atmosphäre des Ganzen zu spüren, die nun sichtlich sommerlicher agiert, wenn sich im Anschluss alle Elemente des Tracks wieder zusammenfinden und das Stück seine schwebende Ader mehr als ausleben darf. Ein weiteres Break setzt dieser Zusammensetzung zwar kurzzeitig ein Ende, kann sich in seiner entspannten Begegnung von groovender Bassline und zurückgelehnten Alternativtönen aber ebenfalls sehen lassen, bevor im Anschluss dann langsam die Melodieebene wieder komplettiert wird und ein letztes Stelldichein in ihrer sphärisch zurückgelehnten Bestbesetzung gibt. So lässt sich schlussendlich auch eine dritte überzeugende Bewertung in Form von erneut verdienten 5/6 nicht verhindern… ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Nach der vorangegangenen EP von Lanny May lässt sich No Border Recordings nicht lumpen und schickt mit diesem Two-Tracker von Micha Mischer für meinen Geschmack die nächste spannende Veröffentlichtung in die digitalen Vertriebskanäle. Einzig der gewählte Künstlername ist leider etwas grenzwertig geraten... ;)

    Midnight überzeugt mich vor allen Dingen durch seinen kraftvoll deepen Klang, mit welchem er eine wunderbar subtile Atmosphäre in eher dunklerer Gemütslage zu kreieren imstande ist. In dieses progressive Fahrwasser gerät das Ganze dabei bereits nach wenigen Momenten der Eingewöhnung, wenn sich nach mehreren passend eingesetzten Beatverzögerungen sowohl eine leicht elektroid inspirierte Bassline in drückender Ausgestaltung als auch erste melancholische Melodiefetzen im Hintergrund offenbaren und die Entfaltung schemenhaft nebliger Klangwelten initiieren. Besonders der dabei zu Tage tretende, gelungene Kontrast zwischen schroff aufspielender Bassline und zaghaften flächigen Melodietönen weiß dabei zu gefallen und wird den Track glücklicherweise auch im weiteren Verlauf nicht mehr von der Seite weichen. Vielmehr erarbeitet sich die sphärische Tonfolge nun mehr und mehr Raum, um sich in und nach einem Kurzbreak schließlich in jetzt wesentlich vielschichtigerer Instrumentierung an die Spitze des Stücks zu hieven und die Entwicklung der eher düster anmutenden Stimmung weiter voranzutreiben. Im Mittelteil zieht sie sich zwar zeitweise wieder etwas in den Hintergrund zurück, ein weiteres Kurzbreak bringt dann allerdings Klarheit in die Sache und sieht die interessante Melodiefolge erneut zu verdienter sphärischer Statur erwachsen. Sanftes Abklingen der melancholischen Klangfarben leitet im Anschluss schließlich die letzten Meter ein, auf denen verdiente 5/6 bereits die passende Begleitung bilden. :yes:

    Dreams verzichtet zwar ebenfalls nicht auf die gesunde Portion deeper Klangwelten, hat sich in seiner Entwicklung aber etwas trancigeren Gefilden zugewandt, ohne dabei seine progressive Bauart allzu sehr zu in den Hintergrund zu schieben. Klar wird dies bereits nach wenigen Augenblicken, wenn sich im leicht drückenden Untergrund erste entspannte Flächenandeutungen herauskristallisieren und schließlich in und nach einem ersten Kurzbreak wellenartig schwebend ihre wunderbar unaufgeregte Ader vollends zu entfalten vermögen. Nicht zu vernachlässigen ist dabei allerdings auch die im Schlepptau mitgebrachte, warme Atmosphäre, welche vor allen Dingen in den immer wieder eingespielten Alternativmelodietupfern einen mehr als überzeugenden Mitstreiter gefunden haben. In ihrer melancholischen Ausrichtung sorgen diese nämlich für das gewisse Etwas innerhalb der entspannten Wellenflächen und besitzen im weiteren Verlauf des Tracks sogleich auch das Privileg, für einige Momente einen kleinen Sololauf anzustimmen. Die Zusammenarbeit mit den nun sanft wieder heranwehenden Flächen klappt im und nach dem nächsten Kurzbreak allerdings ebenfalls wieder mehr als hervorragend, sodass der gemeine Hörer es sich in der klanglichen Hängematte dieses Tracks nun noch etwas gemütlicher machen darf. Dennoch schwebt in den hiesigen Klangfarben immer eine gewisse Portion Tiefgang mit, mit welcher sich der Track auch im anstehenden Outro alles andere als Feinde machen dürfte, wenn sich die Melodieelemente ein letztes Mal als blinzelnde Untermalung der letzten Wintersonnenstrahlen über einer schneebedeckten Landschaft zeigen dürfen. Alles in allem sehe ich jedenfalls keine andere Möglichkeit, als den Vorgänger noch übertreffende 5,5/6 zu verteilen. :D

    Ich kann mich meinen beiden Vorgängern nur vorbehaltlos anschließen, denn was Nick Warren mit der 35sten Ausgabe der GU-Serie geschaffen hat, verdient einfach nur das Prädikat "einsame Spitze" und beweist einmal mehr, warum er auf dem Gebiet der progressiven elektronischen Musik - sei diese mit trancigen, technoiden und/oder housigen Elementen bestückt - in meinen Augen seit Jahren einer der absoluten Meister seines Fachs ist. Denn auch hier überzeugt der Gute erneut mit einer hervorragend innovativen Trackauswahl jenseits jeglicher einschränkender Genregrenzen, mit der es ihm gelingt, den Hörer auf eine überaus spannende Klangreise mitzunehmen - ein Großteil der Tracks wimmelt dabei nur so von herrlich subtilen Melodiebögen und kreiert immer wieder einzigartige sphärische Momente. Einzelne Stücke möchte ich gar nicht herausheben, da die einnehmende Wirkung im Mix einfach alles andere in den Schatten stellt. Als i-Tüpfelchen auf den beiden CDs fungiert dann auch noch das ausführlich bebilderte und betextete Booklet, welches die Geschichte hinter der GU035 sowie einige Eindrücke der peruanischen Hauptstadt in gewohnter GU-Manier thematisiert. Summa summarum wäre eine andere Bewertung als mehr als verdiente 6/6 eine bodenständige Untertreibung... :yes:

    N'Abend zusammen!

    Was lange währt, wird endlich gut: Geisterte l'Ensoleillée bereits Mitte des letzten Jahres im Myspace-Player des französischen Produzenten Antoine Husson alias Electric Rescue herum und schnappte sich durch seine elegante Vermischung elektroider, techhousiger und tranciger Elemente gleich auf Anhieb die Aufmerksamkeit meiner Gehörgänge, so dauerte es leider bis Anfang Februar dieses Jahres, bis das gute Stück endlich seinen verdienten Platz auf schwarzem Gold finden durfte. Mit zwei weiteren Mitstreitern, welche sich allerdings eher in monoton-trockenem Techhouse verirren und für meinen Geschmack eigentlich kaum einer Erwähnung wert sind, bildet der nicht nur aufgrund seines Titels wunderbar aufheiternde Track nun die Lazy Dog EP, auf welcher er ohne Zweifel die melodische Speerspitze bildet. Weitere Überzeungsarbeit sollte diese Hörprobe liefern, falls ihr von diesem auf A.F.U. Ltd. erschienen Stück nicht schon ebenso begeistert seid wie meine Wenigkeit... ;)

    Bereits zu Beginn ködert l'Ensoleillée seine Hörerschaft mit seinem fein austarierten Drumming, welches vor allen Dingen von einigen herrlich groovenden Klickerelementen getragen wird und nach kurzer Anlaufzeit die Schuhe für die Entfaltung der ersten elektoiden Töne schürt. Diese treten dabei zwar zuerst noch in recht monotoner Gestalt an, entpuppen sich aber im weiteren Verlauf zunehmend melodiebegeisterter, wenn sie in Zusammenarbeit mit einer passend drückenden Offbeat-Bassline, welche zwischenzeitlich ihre Fesseln im Hintergrund löst, sowie den ersten zaghaften Flächenandeutungen leicht anschwillen dürfen. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich auch die sphärische Intensivierung, welche mit dieser Entwicklung einhergeht und sich besonders im anstehenden Break andeutet, in welchem sich die elektroiden Töne erst melodieverliebt zeigen, um im Anschluss als zerstäubende Fläche wellenartig den Track durch das Hintertürchen dann wieder kurzzeitig zu verlassen. Diese Gelegenheit packen das groovende Drumming sowie die heranschießenden Flächenandeutungen natürlich beim Schopfe, um sich für einige Augenblicke in den Vordergrund des Ganzen zu katapultieren, ehe sich im weiteren Verlauf ein weiteres Break andeutet, welches die trancigen Flächen und die elektroide Tonfolge schließlich in einem herrlich sphärischen Höhepunkt vereint, sodass auch die klickernden Effekten für einen kurzen Moment Reißaus nehmen und der düster angehauchten Stimmung den Vortritt lassen müssen. Zu allem Überfluss klappt die Zusammenarbeit der melodischen Elemente dieses Tracks auch im Anschluss mehr als hervorragend in Kooperation mit dem groovenden Untergrund, wobei mich dabei vor allen Dingen die immer wieder unterschiedlichen Zusammensetzungen begeistern - mal kurzzeitig flächig aufplusternd, mal mit nuancenhaften Alternativtönen versetzt und dann wieder mit leicht euphorischer Note gibt es fast hinter jeder Biegung etwas Neues zu entdecken. Mit abnehmender Intensität bereitet sich der Track dann anschließend auf sein bevorstehendes Ende vor, an dem mit meinen überzeugenden 5,5/6 allerdings alles andere als traurige Gesichter in der Überhand sind. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zitat

    Original von Henning
    Umek wird wohl gewinnen. Hat ja die Stimmen von Hammer und Andru sicher^^

    Knapp verzockt, Henning! ;) Bei der dieswöchigen Auswahl überzeugt mich nicht nur das Gesamtpaket von Musetta etwas mehr als die dritte Umek/Beltek-Kooperation innerhalb kurzer Zeit, auch mit meiner Hilfe sähe es bisher für einen slowenischen Gesamtsieg eher mau aus...

    N'Abend zusammen!

    Die altehrwürdige Masters Series des renommierten britischen Labels Renaissance geht nun mittlerweile in seine zwölfte Runde und hat dabei niemand Geringeren als den aufstrebenden Jungspund James Zabiela die veranwortungsvolle Position der Zusammenstellung der neuesten Ausgabe dieser Doppel-CD-Serie anvertraut. Selbiger hat daraufhin jedenfalls keine Kosten und Mühen gescheut, um dem Ganzen seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken und kommt nun mit einer genretechnisch sehr interessanten Mischung aus zurückgelehnt sphärischen Downbeat-Sachen auf der ersten und seinen gewohnt progressiven Clubklängen auf der zweiten CD um die Ecke geschlichen. Bei Namen wie Trentemøller, Komytea, Boards Of Canada, Extrawelt, Quivver, Apparat, Spektre oder Oliver Koletzki lasse ich mich jedenfalls nicht zweimal bitten und empfehle allen, die gerne einmal über den Tellerand schauen, nicht bis zum VÖ-Termin Ende Februar zu warten, sondern hier schon einmal in die ersten 20 Minuten hineinzuschnuppern oder für mehr Informationen über die Entstehung der Mixe dort vorbeizuschauen. Für mich führt auf jeden Fall kein Weg an dieser Mix-CD vorbei, nachdem mich schon die letzten Ausgaben von Dave Seaman und Satoshi Tomiie in euphorische Zustände versetzt haben... :yes:

    CD 1 - Down
    Intro - F Street
    01. Michna - Believe In It
    Hearing Voices / Washington DC Street Sounds
    02. Trentemøller - Always Something Better
    Air Steward's Command
    03. Kuriaki - Express
    Teleportation Quote
    04. Cyan341 - Pattern 4 [LJ Kruzer Mix]
    4 AM Rain / Humanity
    05. Boards Of Canada - Amo Bishop Roden
    06. Ed Chamberlain - Zarathustra
    07. Modeselektor - Vote Or Die
    Lost In Desire
    08. Near The Parenthesis - A Brief Walk In The Sea
    09. R3volve - All That You Lost
    QE2 Departs
    10. Pedram - Meet Your Maker
    11. Esky - Number Station
    Revolve Drums / What Is Beautiful Is Very Bright
    12. Plaid - Marry
    Baggage Belt / Vilnius Security Check
    13. Quivver - Chasin' A Feeling
    14. Near The Parenthesis - Departing Gate
    Thank You / Goodbye For Now

    CD 2 - Up
    Intro - Eye Scanner Machine At Heathrow
    01. Komytea - Afghanistan
    02. Paul Woolford - Surrender
    03. Extrawelt - Added Planet
    04. Spektre - Surface Scan
    05. James Zabiela - Darkness 2
    06. Komytea - Professional Killers
    07. Sebastian `Freak' Nikolai - Nachtmensch
    08. Torro Remote - RSN08
    09. Huggy & Dean Newton - Energy Flash (Reconstructed)
    10. Alex Millan - Modern Love
    11. James Zabiela - Perseverance [Luke Dzierzek Remix - JZ Edit]
    12. Luomo & Apparat - Love You All
    13. Oliver Koletzki - Since You Are Gone
    Eye Scanner Machine - Thank You

    Bei den kursiven Einwürfen handelt es sich übrigens um für sich sprechende Samples zwischen den Tracks.

    :huebbel:

    Greetz,
    :: der hammmer ::

    Die unglaublich emotionale Dichte von Miss You sucht in der Tat ihresgleichen und benötigt als Umschreibung eigentlich nur zwei simple, aber allumfassende Worte: Ganz groß! So ist es auch absolut kein Wunder, dass ich noch keinen einzigen Hördurchgang dieses Stücks ohne Gänsehaut überstanden habe - die überirdisch anmutende Melange aus subtilen Flächen (mal subtil schimmernd, mal sphärisch schwebend) und melancholischen Melodietupfern ist einfach nicht von dieser Welt und entbehrt daher ausnahmsweise einmal jeglicher weltlicher Beschreibungsversuche von meiner Seite. In meinen Ohren kommt jedenfalls auch keiner der Remixe nur ansatzweise an die atmosphärische Kraft des Original heran, sodass ich mit alles andere als überraschenden 6/6 enden möchte. Chapeau, Anders Trentemøller! :yes:

    Solch ein Line-Up findet man in Deutschland in der Tat nicht alle Tage und löst im hiesigen Forum natürlich nicht ohne Grund Begeisterungsstürme aus - das Ganze reicht sogar schon so weit, dass auch ich ernsthaft überlege, ob ich nicht im April nicht einen Abstecher nach Wuppertal unternehmen sollte. Armin selbst reizt mich zwar nicht allzu sehr, aber mit Arnej, Mÿon & Shane 54, Roger Shah und vor allen Dingen Gareth Emery (!) sind doch einige Namen dabei, die auch mich nicht kalt lassen. Schaun mer mal... ;)

    Hatte mich zu Distant Bar bereits sehr positiv geäußert, als der Track mit seinem hervorragenden Remix-Anhang Anfang Januar in einer TOTW-Wahl zur Wahl stand, tue dies aber gern - wie ihr mich kennt - auch noch einmal etwas ausführlicher. Bei so viel geballter Proghouse/Progtrance-Kompetenz wie den 16 Bit Lolitas, Gutterstylz und Paul Keeley ist es allerdings auch kaum verwunderlich, dass das loungig sanft gehauchte Original von Astrid Suryanto gleich in drei solch gelungenen Neuanstrichen erstrahlt. :D

    Der 16 Bit Lolitas Remix könnte dabei in der Tat sofort als Dub durchgehen, scheint den Vocals kurz vor Beginn den Todesstoß versetzt zu haben und konzentriert sich somit vollkommen auf die sphärische Weiterentwicklung der zaghaften Melodieandeutungen aus dem Original. Tauchen selbige zuallererst nur als subtil welliges Schema im Hintergrund auf, welches leicht klickend anmutenden Effekten den Vorrang lässt, so schleicht sich das Ganze nun in wunderbar unaufdringlicher Art und Weise mit monotonen Begleittönen mehr und mehr in die zugänglicheren Gefilde des Tracks. In diesem Zusammenhang nehmen die Melodieelemente auch sehr dankend die groovende Unterstützung einer variabel tänzelnden Bassline entgegen, auf dessen Grundlage sich die Melodieebene zunehmend abwechslungsreicher präsentiert und immer wieder mit harmonischen Strings und flächig geloopten Vocalfetzen den progressiven Fortgang des Ganzen zelebriert. Aus dieser brodelnden Mischpoke heraus wird im weiteren Verlauf schließlich auch ein Break initiiert, welches anfangs erst einmal sämtliche Trackelemente zugunsten eines entspannt sphärischen Ausatmens subtil in den Hintergrund verabschieden sieht, dann aber langsam die Bassline wieder zum Leben erweckt und nach einem gelungenen Anschwillen des Untergrund das euphorische letzte Drittel des Remixes einläutet. Die herrlich sommerlich angestimmte Atmosphäre, welche bereits vorher dezent im Untergrund des Tracks schlummerte, erwacht dabei nämlich endgültig aus ihrem Winterschlaf, wobei ich vor allen Dingen die verträumt-verspielten Pianotöne über den grünen Klee loben möchte, welche zusammen mit nun wesentlich aktiveren Streichern auf dem Proghouse-Arrangement thronen. Nichtsdestotrotz hat im Anschluss bald die letzte "Stunde" dieses Stücks geschlagen, welche allerdings nicht ohne die feierliche Übergabe imho verdienter 5,5/6 von statten geht. :yes:

    Wie der gewiefte Leser bereits am Namen erkennt, setzt der Gutterstylz Vox Remix im Gegensatz zu seinem Vorgänger nun wesentlich entschiedener auf die Mitarbeit der Vocals von Astrid Suryanto. Scheint die Vorangehensweise hierzulande mit seinen entspannten Alternativmelodiebögen sowie den darunter gelagerten Vocalfragmenten anfangs zwar wesentlich housiger (ohne das Präfix "prog") geprägt, so ist damit spätestens nach einem ersten Kurzbreak Schluss, wenn sich aus der dort noch dezent zulangenden Bassline ein gut drückendes Pendant entwickelt, welches trotzdem immer noch von den Vocalfragmenten stürmisch umlagert wird. Doch auch die angesprochene Alternativmelodie freundet sich nun mehr und mehr mit diesem schaukelnden Untergrund an, sodass sich zu guter Letzt die Vocals ebenfalls nicht mehr zurückhalten lassen und schließlich mit den restlichen Elementen eine gelungene Symbiose in entspannt groovender Ausrichtung eingehen. Wer nun allerdings mit einer Vocalorgie rechnet, wird im weiteren Verlauf des Remixes eines Besseren belehrt, stellen sich im Mittelteil doch erst einmal wieder die Melodieelemente zur Schau, welche ihr Hauptaugenmerk weniger auf sphärisches Ausbreiten legen, sondern vielmehr in ihrem immer wieder nur nuancenhaft veränderten Auftreten dem progressiven Charakter des Ganzen entsprechen. Unterbrochen wird dieser Fluss erst wieder durch ein Quasi-Break, welches die Vocals mit weiteren monotonen Begleittönen bekanntmacht, ehe sich der Track im Anschluss erneut im bekannten Arrangement zusammenfindet. Die nötige Portion Abwechslung ist allerdings auch in diesem Stadium des Stücks noch nicht verlorengegangen, wenn sich die Melodieelemente in einem überraschenden Moment in gelungener Art und Weise reduzieren, sodass nur noch eine wunderbar zurückgelehnte Tonfolge in flächigen Klangfarben übrig bleibt. Mit dezenten Vocalfragmenten verbringt das Ganze dann breakbeat-artig seine letzten Meter und darf sich nach knapp 10 Minuten Spielzeit schlussendlich über nicht minder verdiente 5,5/6 freuen. ;)

    Mit seinen beiden überzeugenden Vorgängern kann der Paul Keeley Remix als Dritter im Bunde aber leider nicht mithalten, auch wenn sich seine Überarbeitung ebenfalls einen eigenständigen Pfad ausgesucht hat. Lag das Hauptaugenmerk bisher eher auf der Entfaltung entspannt progressiver Gefilde mit der gewissen sphärischen Note, so hat der umtriebige Engländer das Original in ein kurzweilig drückendes Umfeld geschickt, welches auch vor einer Prise extrovertierter Elektroanleihen nicht zurückschreckt. Diese machen sich vor allen Dingen in der gehörig nach vorn ausgerichteten Bassline bemerkbar, welche sich langsam, aber stetig, ihren Stammplatz in diesem Remix erarbeitet und trotz ihres wellenartigen Wischens von der ersten Vocalpassagen sowie einem flirrenden Synthieton im Anschluss mehr als Ansporn zu einem clubbigeren Auftreten denn als Fehlbesetzung gesehen wird. Die acidlastigen Effekte im anstehenden Break gehen für meinen Geschmack dann aber in Kooperation mit einigen leicht durch den Fleischwolf gedrehten Vocals doch eher als zweiteres durch und wirken somit als Puffer gegenüber jeglichen sphärischen Andeutungen, welche in Form von Synthieflächen an die Oberfläche des Ganzen zu gelangen versuchen. Leider werden besagte Acid-Effekte auch im Anschluss zusammen mit dem elektroid schiebenden Untergrund weitergeführt, sodass das Zusammenspiel der Elemente in meinen Ohren irgendwie mehr lieblos zusammengeklatscht wirkt, wo sich eigentlich eine Einheit ergeben sollte. Summa summarum sehe ich daher auch keine andere Möglichkeit, als ernüchternde 4/6 zu verteilen - das kann Paul Keeley auf jeden Fall besser! :hmm:

    Na also, das kanadische Gefährt kommt ja nun doch allmählich in die Gänge und und schmückt sich schon einmal mit einer auch für meinen Geschmack immer noch recht ansprechenden Tracklist. Der Großteil der Stücke scheint zwar (vor allen Dingen auf der ersten Scheibe) noch ziemlich taufrisch und ergo unbekannt zu sein, aber solange sich darunter Namen wie Moonbeam, Thomas Sagstad, Rex Mundi, Arnej, Dakota (Nebenprojekt von Markus Schulz), Umek & Beltek oder Mr Pit wiederfinden, mache ich mir um die Qualität keine großen Sorgen - mal ganz davon abgesehen, dass auch die bereits bekannten Sachen von Mike Foyle, Rowald Steyn und Barnes & Heatcliff in meinen Ohren alles andere als von schlechten Eltern sind. Zudem scheint Markus Schulz als Chauffeur des Ganzen auch hier wieder das Konzept zu verfolgen, mit der ersten CD eher entspanntere Gefilde irgendwo zwischen Progressive House und Progressive Trance zu bedienen, während auf der zweiten CD vermehrt der gute alte Powerprog aus dem Nähkästchen plaudern darf. Wenn mich nicht alles täuscht, wird sich Toronto 09 im kommenden März auf jeden Fall auch in meiner Sammlung ein lauschiges Plätzchen suchen dürfen, schließlich ist man dort mit Amsterdam 08, Ibiza 06, Miami 05 und den Coldharbour Sessions 04 in bester Gesellschaft . :D

    Habe vor ein paar Tagen ebenfalls mit großer Freude vernommen, dass der brasilianische Ausnahmeproduzent Gui Boratto uns in diesem Frühjahr mit einem neuen Album beglücken möchte. Nachdem ihm 2007 bereits mit Chromophobia der große Wurf gelungen ist und der Gute es sowieso immer wieder fertigbringt, mich mit jedem Track und mit jedem Remix zu begeistern, wird für meine Wenigkeit kein Weg am Kauf dieser CD vorbeiführen. Und das wage ich auch mit vollster Überzeugung zu verkünden, bevor ich mir in den nächsten Tagen mal die ersten Hörproben feierlich und genüßlich zu Gemüte führen werde! Wenn sich Boratto wieder auf seine herrlich genreabstreifenden Klangqualitäten besinnt und sich von trockenem Techhouse über trancige Synthies bis hin zu Neopop-Anleihen à la Beautiful Life inspirieren lässt, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen - einzig das Cover mit dem Kontrast aus knalligen Farben und bedrohlichen Gasmasken ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber was zählt, das sind schließlich die inneren Werte - dafür werfe ich auch gern ein paar Euronen ins Phrasenschwein und hoffe inständig, dass er sich nicht doch hiervon hat beeinflussen lassen... :p

    Dass Dave Dresden (in Zusammenarbeit mit Mikael Johnston) mit diesem Projekt an alte G&D-Qualitäten heranreichen wird, will ich jetzt zwar kategorisch nicht ganz ausschließen, aber hege doch arge Zweifel daran. Der Remix von Lily Allen's Fear trägt auf jeden Fall schon einmal eindeutig die Handschrift des aufgelösten Duos, kann an dessen überragende Remixkünste für meinen Geschmack zwar erwartungsgemäß nicht heranreichen, bietet aber insgesamt trotzdem eine in größten Teilen gelungene Alternative zum electropoppigen Original. Ich bin jedenfalls gespannt, was wir von den beiden in Zukunft noch erwarten können - eins scheint dabei aber sicher: die genretechnische Auseinanderbewegung von Josh Gabriel und Dave Dresden scheint unaufhaltsam fortzuschreiten! :yes:

    Das russische Brüderpaar Pawel und Witali Khwalejew, welches sich hinter dem Projekt Moonbeam versteckt, gönnt sich einfach keine kreative Pause, sodass man mittlerweile fast schon das Gefühl bekommt, das die beiden im Wochentakt ihrer Hörerschaft die Tracks und Remixe um die Ohren hauen. Sogar meine Wenigkeit, die die Entwicklung der beiden seit längerer Zeit eng verfolgt, hat dabei etwas den Überblick verloren und kann den Jungs nur raten, ihre eigenständige Mischung aus minimalen, progressiven und trancigen Einflussen nicht allzu sehr zu überreizen. Dazu ist bei mir jedenfalls glücklicherweise noch nicht gekommen, sonst würde ich mir mit Your Wind Is In My Hands nicht eine der letzten Veröffentlichung aus dem Moonbeam-Backkatalog herauspicken und hier mal wieder exemplarisch für ihre wunderbar deepen Klanggewebe vorstellen. Erschienen ist das Ganze jedenfalls mit freundlicher Unterstützung der stimmlichen Qualitäten von Jewgeni Gagarin alias Blackfeel White auf Moonbeam Digital und freut sich darauf, von dieser oder jenen Seite aus eure Hörmuscheln zu erquicken. ;)

    Der Original Mix beginnt dabei mit einem "Paukenschlag" und verschafft sich mit der Zusammenführung von düster schwelendem Untergrund, kontrastreichen Effekten und der markanten Stimme von Blackfeel White bereits nach nur wenigen Sekunden die volle Aufmerksamkeit des Hörers, der sich sogleich von nebligen Sphären umweht sieht und so schnell aus dieser Ummantelung nicht mehr zu befreien ist. Schleicht sich nach diesem Intro dann ein trockener Beat unter die Elemente, sind auch die ersten melodischen Fragmente nicht mehr weit entfernt und bereichern das Stück auf der deep schimmernden Basis mit ihrem facettenreich stakkatierten Auftreten, welches im weiteren Verlauf auch die kurzzeitig zurückgezogenen Vocals wieder auf den Plan ruft und die sphärische Intensität damit weiter bereichert. In der nächsten Non-Vocal-Passage bekommt die Melodieebene zudem zusätzliche Unterstützung von einer melancholischen Begleitmelodie, welche sich aus dem Wust des effektreichen Untergrunds hervorarbeitet, sodass die düstere Atmosphären durch die wieder einmal überaus fein austarierten Klänge mehr und mehr Raum in den Gehörgängen einnehmen kann. So entfaltet sich ein mehr als gelungenes Wechselspiel aus Vocal- und Melodiephasen, welches sich erst wieder durch ein Break aus der Fassung bringen lässt, das nach dem Abklingen der konzentrierten Stakkatotonfolgen einen ähnlich gestrickten Verlauf wie das Intro nimmt. Nur die Effektdichte ist diesmal noch etwas prägnanter geraten, sodass sich in Kooperation mit dieser im Anschluss flehende Synthiewolken aus ihrer Umklammerung lösen und in imho hervorragend subtil gelungener Art und Weise die düsteren Sphären dieses Tracks weiter verstärken können. Die Vocals scheinen sich dabei jedenfalls etwas vernachlässigt zu fühlen, denn anders kann ich mir auch ihre Intensivierung, welche im Anschluss mit der Initiierung der bekannten Tonfolgen einhergeht, nicht erklären. In dieser Zusammensetzung erfährt das Ganze jedenfalls noch eine letzte sphärische Verdichtung, ehe man sich wieder sanft auf seinen deep grummelnden Untergrund zurückbaut und mit für meinen Geschmack mehr als verdienten 5,5/6 im sibirischen Permafrostboden verschwindet. :D

    Der Ramon Tapia Dub Mix nimmt sich das Original dann in erheblich techhousiger beeinflusster Manier zu Brust und widersetzt sich damit erfolgreich der 1:1-Übernahme jeglicher sphärischer Qualitäten der überzeugenden Vorlage. Vielmehr gehört das Bild hier erstmal einem geschachtelten Minimalrhythmus, welcher sich angenehm schaukelnd vorwärtsbewegt und erst nach gütlicher Einwirkzeit eine groovende Bassline zur Unterstützung freigibt, welche sogleich auch die ersten monotonen Melodietöne aus dem Untergrund ans Tageslicht befördert. Mit einer weiteren Begleittonfolge in arpeggierter Form erreicht das Ganze dann für Techhouse-Verhältnisse zwar recht melodische Verhältnisse, vom Original fehlt dabei aber immer noch jegliche Spur. Daran soll sich auch im weiteren Verlauf erst einmal nichts ändern, erst ein anstehendes Break bringt schließlich etwas Licht ins Dunkel, wenn sich die Vocals nun zusammen mit der jetzt leicht anschwillend ausgerichteten Melodieebene heransummen. Viel Platz zur Entfaltung bleibt diesem Gespann allerdings nicht, bringt sich im Anschluss doch wieder der groovende Untergrund ins Spiel und lässt die Melodiefragmente und die nun extremst reduzierten Stimmenschnipsel erst wieder nur sehr langsam an sich heran. So liegt es erneut an einem (zweiten) Break, den techhousigen Fluss zu unterbrechen, um sowohl den summenden Jewgeni Gagarin als auch die anschwillenden Töne ansprechend zu vereinen, sodass diesmal auch der Zusammenschluss mit dem Untergrund im weiteren Verlauf ohne Verluste zustandekommt. Mit den loopartigen Melodiefragmenten begeht das Ganze dann auch seine letzten Meter, die aber auch nicht mehr darüber hinwegtäuschen können, dass dieser Remix trotz seiner überaus eigenständigen Interpretation nicht mehr als solide 4,5/6 einfahren kann. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Der englische Produzent Ashley Wallbridge hat zwar im hiesigen Forum noch nicht allzu viel Gehör bekommen, obwohl er für meinen Geschmack bereits einige mehr als passable Sachen wie "The Epic", "Spirits" oder "The Embrace" unter die gemeine Meute gebracht hat, doch spätestens mit dem frischen Harrier dürften diese Zeiten nun wohl verdientermaßen endgültig vorbei sein. Stiltechnisch beeinflusst zeigen sich seine Tracks zumeist von proghousigen, trancigen und elektroiden Klängen, welche er in einer harmonisch entspannten Art und Weise zusammenführt und dann in regelmäßigen Abständen als 2- oder 3-Tracker digital auf Auryn Music veröffentlicht, wobei nun Definitive Volume 4 ansteht. Allen Interessierten sei dazu wärmstens die hauseigene Myspace-Seite für Hörproben und mehr empfohlen. :yes:

    In Harrier hat der Gute für meinen Geschmack jedenfalls sein bisher stärkstes Stück am Start, das bereits nach wenigen Momenten durch erste zaghafte Melodieandeutungen im Hintergrund, welche mit der Entfaltung monoton schiebender Begleittöne einhergehen, auf sich aufmerksam macht. So findet sich die Hörerschaft gleich mitten im Geschehen ein, wenn sich das Ganze im weiteren Verlauf schon bereit macht für ein erstes Break, in dem schwebende Pianospritzer in Kooperation mit den nun wesentlich melodischer ausgeprägten Schiebetönen sphärisch am selben Strang ziehen und so die Entwicklung einer leicht melancholischen Stimmungslage heraufbeschwören. Allzu lang lässt es sich darin allerdings nicht suhlen, steht im Anschluss bereits eine elektroid inspirierte Druckphase abfahrbereit parat, um sich der Melodieebene anzunehmen und sie in ein wellenartig nach vorn schielendes Arrangement zu überführen. Atmosphärisch geht dabei glücklicherweise kaum etwas verloren, vielmehr scheint es in meinen Ohren so, als könnte sich das Ganze durch die elektroide Ausrichtung noch etwas markanter in Richtung düsterer Gefilde verlagern. Dieser Entwicklung möchten die hellen Pianotöne im weiteren Verlauf dann allerdings einen Riegel vorschieben und lassen sich in einem ähnlich veranlagten zweiten Break erneut an die Spitze des Feldes tragen, sodass sich im Anschluss wieder die drückenden Elemente genötigt fühlen, ihr beanspruchtes Feld zurückzuerobern. Dieses Spielchen findet dann auch im übrigen Verlauf des Tracks seine Fortsetzung, wobei sich Piano- und Druckphasen immer wieder elegant die Bälle zuspielen. Aufkommende Langeweile wird dabei bestens durch die immer wieder unterschiedlich aufgebauten Passagen sowie einige alternative Tonfolgen im Keim erstickt, sodass ich im Endeffekt auch nicht drumherumkomme, überzeugende 5,25/6 für dieses feine Stückchen EPPP (Electropianopowerprog) zu vergeben. ;)

    Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch die übrigen beiden Tracks der EP keinesfalls von schlechten Eltern sind, aber für meinen Geschmack nicht an die Klasse ihres Vorgängers heranreichen. Die begrenzten Hörbeispiele zeigen Spiritual Return zum Beispiel als eher durchschnittlich geratenes Wechselspiel aus wellenartig knarzenden Druckphasen elektroider Prägung und melodischen Kurzbreaks, welche mit Allerweltsstakkatotönen auf netter Flächengrundlage "auftrumpfen". Einzig die im mittleren Break initiierte Synthie-Tonfolge weiß sich etwas markanter aus dem Klangspektrum abzusetzen, bevor die bekannten Elemente wieder den Track übernehmen. Grand Central bietet für meinen Geschmack mit seinen subtil geratenen Melodiearrangements wieder wesentlich mehr Grund zur Begeisterung. Besonders die spannungsgeladene Entwicklung der Melodiebene von ersten glockenspielartigen Klängen bis hin zu trancig umwehten Schwebeflächen auf dem progressiv drückenden Untergrund macht hier zu Beginn den Unterschied aus. Leider gestaltet sich der weitere Verlauf dann zunehmend monotoner, sodass die anfängliche Euphorie schnell wieder verfliegt - zudem bricht die Hörprobe in der entscheidenden Phase des Stücks ab, sodass ich für den Track nur hoffen kann, dass er sich in der zweiten Hälfte noch einmal auf die gelungenen Anfangsmomente zurückbesinnt. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zitat

    Original von Torteloni
    Hat jemand neue Informationen zu der Compilation? Irgendwie tappe ich grade ziemlich im dunkeln, weil ich absolut gar keine Inofs dazu finde :gruebel:

    Soweit ich richtig mitbekommen habe, ist das VÖ-Datum erstmal um einen Monat nach hinten geschoben worden, sodass man sich laut Amazon nun bis mindestens zum 6. März gedulden muss, bis es die neue Schulze-Scheibe auch käuflich zu erwerben gibt... :hmm:

    N'Abend zusammen!

    Der belgische Produzent und ungekrönte Aliasnamen-Tausendsassa Mike Dierickx kann es einfach nicht lassen und bringt sich nun mal wieder mit einem neuen Projektnamen ins Gespräch. Als Caromax kehrt er dabei vor allen Dingen seine proghousige Ader ans Tageslicht, unter er für meinen Geschmack immer etwas überzeugender rüberkommt als auf seiner Uplifting-Schiene - herausgekommen ist jedenfalls ein entspannt groovender Two-Tracker, der sich auch sogleich meine Stimme in der dieswöchigen TOTW-Wahl sichern konnte. Und wieder ist es das Armada-Sublabel Pilot 6 Recordings, welches dadurch verdientermaßen in den Fokus der Öffentlichkeit rückt und einmal mehr beweist, warum es bereits seit der ersten Veröffentlichung unter meiner steten Beobachtung steht. ;)

    Der für meinen Geschmack eindeutig stärkere Track der EP versteckt sich jedenfalls hinter dem pathetischen Titel Oasis Of Dreams und präsentiert eine gelungene Mixtur aus entspannten Melodieansätzen und leicht drückendem Untergrund irgendwo im Randgebiet zwischen Progressive House und Progressive Trance. Nach verhaltenem Beginn kommt dabei einem ersten Kurzbreak die Rollte zuteil, den starren Rhythmus zu unterbrechen und einigen monotonen Melodietönen sowie Basslinepunkten in stakkatierter Form zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Diese geleiten im Anschluss dann auch den Untergrund zu etwas mehr Druck, ehe sich nach einem weiteren Kurzbreak die Bassline zunehmend flüssiger und groovender entfaltet. Dies stachelt im Gegenzug natürlich auch die bisher noch recht monotonen Melodieandeutungen zu mehr und mehr harmonischen "Wagnissen" an, an deren Seite die schwingende Basis nun teilweise auch mit leicht elektroiden Inspirirationen liebäugelt. Dennoch geht durch die beruhigende Wirkung der Melodieebene die entspannte Atmosphäre des Tracks keineswegs verloren, vielmehr bekommt sie durch nun immer mal wieder passend eingeworfene Pianopassagen prominente Unterstützung an die Seite gestellt, bevor sich das Ganze kurz vorm nächsten Break mit monotonen Alternativtönen und anschwillender Bassline noch etwas drückender präsentiert. Der Übergang in dieses gelingt auf jeden Fall hervorragend nahtlos, sodass sich die bisher nur als Ansätze aufgetretenen Pianospritzer nun kurzzeitig als vollwertiges Mitglied des Stücks fühlen können und einen herrlichen Sololauf als Zwischensprint hinlegen, der in seiner wunderbar schwebenden Form für einen kleinen Moment fast schon euphorische Züge auf den Track überträgt. Zur Beruhigung gestaltet sich der weitere Verlauf des Ganzen dann allerdings wieder progressiver, wobei sich die Pianotöne glücklicherweise noch nicht komplett abgemeldet haben und mit ihrer sphärischen Eleganz der letzten drückenden Phase die nötige Portion Abwechslung vorbeibringen, welche letztendlich den Ausschlag für verdiente 5,5/6 gibt, die sich M.I.K.E. nach einer zwischenzeitlichen Durststrecke hier imho redlich verdient hat. :yes:

    Logic kann dann in meinen Ohren mit seinem Vorgänger zwar nicht ganz mithalten, bietet aber trotzdem alles andere als progressive Durchschnittsware. Der Fokus liegt hierbei zudem wesentlich markanter auf der Entfaltung eines mehr nach vorne lugenden Trackgerüsts, ohne dass dabei die gewisse melodische Komponente allzu sehr in den Hintergrund gedrückt wird. Anfänglich macht das Ganze dabei - sieht man einmal von der etwas zu schnellen Geschwindigkeit ab - einen eher minimalen Eindruck mit seinem geschachtelten Beat und den groovenden HiHats, doch dieser Schein straft den gemeinen Hörer spätestens dann Lügen, wenn sich eine wellenartig schiebende Bassline aus dem Hintergrund heranschleicht und im Schlepptau gleich ein paar passend durch den Fleischwolf gedrehte Melodiefetzen mit sich trägt. Etablieren sich diese Elemente nämlich auf dem Trackbett, umweht das Ganze schließlich vielmehr ein im weitesten Sinne progtranciges Charakterbild, welches sich durch zunehmende Verstärkung der melodischen Ebene durch stakkatierte Alternativtöne mehr und mehr herauskristallisiert. Mal mehr, mal weniger exaltiert spielen sich die Melodiefetzen auf dem progressiv schiebenden Untergrund nun die Bälle zu, ehe der Track sich zu einem Kurzbreak hinreißen lässt, in dem zusammen mit deadmau5ig anschwillenden Melodietönen weitere Synthiegewächse aus dem Boden erwachsen. Der weitere Verlauf gehört dann einer kurzen Sturm- und Drangperiode, ehe sich in einem weiteren Kurzbreak die Synthietöne weitaus flächiger zeigen können, sodass sich im Anschluss eine gelungene Symbiose aus leicht düster schiebendem Untergrund und der vielschichtigen, aber keinesfalls audringlichen Melodieebene ergibt. Kurz vor Toreschluss erreicht das Stück mit einer weiteren, neu initiierten Tonfolge seine trancigste Phase, die allerdings schnell dem anstehenden Trackrückbau zum Opfer fällt. Summa summarum eine ansprechende M.I.K.E.-Nummer, die das Prog-Rad zwar nicht neu erfindet, mit vorzeigbaren 4,75/6 aber ebenfalls nicht schlecht bestückt ist. :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Meine Stimme hat sich in dieser Woche der gute alte Mike Dierickx ergattert, der mit seinem gefühlt einhundersten Aliasnamen knapp vor dem tyDi-Remixpaket, welches leider auf Masse statt Klasse setzt, an die Spitze schnellt. :yes:

    Dank Nick Warren's großartiger Mix-CD GU:35 - Lima bin ich bereits vor geraumer Zeit in den Genuss der zurückgelehnt-progressiven Klänge von Expo 86 gekommen, wusste aber bisher noch nichts von der Existenz dieser EP, sodass ich mir beizeiten auch einmal die anderen beiden Tracks zu Gemüte führen werde. :yes:

    Der Hommage an die Weltausstellung 1986 in Vancouver gefällt es zu Beginn dabei vor allen Dingen, den Hörer mit seinem eher minimal inspirierten Arrangement an der Nase herumzuführen, ehe mit dem Einsetzen einer deep situierten Bassline die anfängliche Hektik bereits wieder im Keim erstickt wird, sodass sich allmählich ein gepflegt progressiver Rhythmus einschleichen kann. Dazu tragen nicht nur die entspannten Flächenandeutungen im Hintergrund bei, welche sich wunderbar unaufgeregt mehr und mehr in Szene setzen können, denn auch an knarzenden Subbässen, welche einen spannenden Gegenpart zur verträumten Zurückhaltung der sphärischen Flächen bilden, wird nicht gespart. Ein erstes Break entpuppt sich dann als weiteres Spielfeld der melodischen Ansätze, welche sich hier mit abwechslungsreichen Klickereffekten konfrontiert sehen und im Anschluss passende Unterstützung einiger harmonischer Stakkatotöne erhalten. In variationsreichen Zusammensetzungen groovt sich das Ganze nun auf seinem deep schimmernden Untergrund entspannt ein und offenbart in diesem Zusammenhang erneut seine Zuneigung für einen progressiven Trackfluss mit der gewissen Portion sphärischer Ausdrucksstärke, bis sich das Stück schließlich einem zweiten Break nicht verschließen mag. Dieses legt sein Hauptaugenmerk noch ein wenig markanter auf die Ausbildung atmosphärischer Merkmale und lädt den gemeinen Hörer auf eine kleine Reise durch schwebende Ambientklänge ein, welche in gelungen subtiler Ausarbeitung den Entspannungsfaktor des Ganzen weiter nach oben schnellen lassen. Zudem kristallisiert sich zum Ende des Breaks hin eine weitere alternative Tonfolge heraus, welche sich auch in Kooperation mit dem Drumming bestens in die Melodieebene einzugliedern versteht. Ein sanft geschwungener Rückbau der Elemente wirft im weiteren Verlauf dann die Schatten vom bevorstehenden Trackende voraus, an dessen Anschluss verdiente 5,5/6 auf die Somnus Corp warten. :yes:

    Auf die Beatport-Seite komme ich zwar gerade noch, aber seitdem sich die Ladezeiten nach dem Relaunch exorbitant verschlechtert haben und zudem mein Arbeitsspeicher dabei vor Glühen nicht mehr zum Stillstand kommt, passiert dies immer seltener. Von den vielen überhöhten Preisen will ich jetzt erst gar nicht anfangen... Meine Nerven hat der grüne Flash-Mist mittlerweile jedenfalls endgültig überstrapaziert, da gehe mit dem Gros meiner Vorgänger absolut konform! Geld hat der nutzerunfreundliche Laden von meiner Seite sowieso seit geraumer Zeit schon nicht mehr gesehen, sondern diente ausschließlich noch dem Hörprobendurchstöbern, denn die Konkurrenz um DJDownload, Dancetunes, Audiojelly, Junodownload, 7digital oder iTunes schläft schließlich nicht... ;)

    Der erste Monat des neuen Jahres ist geschafft - da fehlen eigentlich nur noch meine favorisierten Zehn, um den Januar abzuschließen:

    !01! Max Cooper - Harmonisch Serie --- Traum Schallplatten
    !02! Jonas Steur - Simple Pleasures --- Black Hole Recordings
    !03! Henry Saiz - This Howling World EP --- Paradigma Musik
    !04! Pig & Dan - Terminate --- Cocoon
    !05! Brisker & Magitman - Wet --- Proton Music
    !06! Lanny May - Bleep EP --- No Border Recordings
    !07! Extrawelt - Im Garten Von Eben [Max Cooper Tensor Mix] --- Traum Schallplatten
    !08! Steur & Bolier - Lost Luggage [Rank1 Remix] --- 2Play Records
    !09! Rowald Steyn - Revolution --- Pilot 6 Recordings
    !10! Solee - Jule --- Parquet Recordings

    :huebbel:

    N'Abend zusammen!

    Frohe Kunde für alle Freunde der gepflegten Melodieseligkeit des belgischen Produzenten Jonas Steur, der seiner Hörerschaft mit seinem neuen Track einfach nur Simple Pleasures bereiten möchte. Ich frage mich zwar immer wieder, aus welchem Fundus an herrlich sonnendurchfluteten Melodiebögen der Gute schöpfen kann, ohne sich dabei selbst zu arg zu kopieren, aber außer dem gewissen Händchen, das er sicherlich besitzt, habe ich bisher noch keine nachvollziehbare Erklärung gefunden. Daher lieber mal ein Blick auf die harten Fakten: Das Ganze ist vor ein paar Tagen auf Black Hole Recordings, das ja leider im Zuge der Digitalisierung auch seine Vinylveröffentlichtungen auf Eis gelegt hat, erschienen und kann hier sowie unter den unten folgenden Links auf eure Gehörgänge losgelassen werden. :D

    Anfangs stehen im Original Mix jedenfalls einige aparte Bongofragmente hoch im Kurs, welche zusammen mit ersten zarten Melodieandeutungen bereits die sommerlich beeinflusste Marschrichtung des Ganzen vorgeben. Ein passend eingeworfenes Kurzbreak füllt dann die Lücke zum gelungenen Aufbau einer entspannt groovenden Bassline, welche mit den bisherigen Elementen eine mehr als gelungene Symbiose eingeht und zudem mit einer nicht zu verachtenden kleinen Portion Druck ausgestattet ist. Da kann es man es auch einer weiteren Tonfolge nicht verübeln, sich alsbald dazugesellen und in Kooperation mit harmonischen Flächen, welche subtil ihren sphärischen Beitrag im Hintergrund leisten, dem Ganzen die ersten Fragmente einer überaus euphorisch instrumentierten Melodielinie zu gönnen. Schließlich entwickelt sich diese im weiteren Verlauf zum i-Tüpfelchen der Melodieebene, wenn das Stück sich nun mehr und mehr einem Break annähert, in welchem sich die Melodietöne anfangs erst einmal gekonnt ins Nebenzimmer schleichen, sodass die Spannung auf das, was da kommen im mag, im anschließenden Moment der Stille fast zu greifen ist. Mit der Verwandlung der bisherigenTöne in eine wunderbar abwechslungsreiche Melodielinie voll warmer Gedanken und sommerlicher Reminiszenzen erreicht der Track nun nämlich mal wieder einen dieser Steur'schen Momente voll sphärischen Schwebens, welcher zudem Unterstützung durch die Tonfolge vom Beginn erhält. Überraschenderweise ist zudem selbiger die Rolle zugetragen, in Zusammenarbeit mit dem groovenden Untergrund das Break zu verabschieden, doch die euphorische Hauptmelodie lässt es sich natürlich nicht nehmen, schnellstens wieder in voller Pracht vorbeizuschneien und das Ganze mit ihrer unwiderstehlich sommerlichen Atmosphäre zu beglücken. Geben sich die Melodieelemente dann wieder etwas monotoner, ist bereits der Startschuss zum Rückbau des Tracks gefallen, der von meiner Seite nicht weniger als verdiente 5,5/6 einheimsen darf. ;)

    Der Ben Preston Remix beißt sich dann wie erwartet am Original etwas die Zähne aus, kann aber insbesonder dann, wenn alternative Tonfolgen ins Spiel kommen, doch noch einige Trümpfe auffahren. Beginnend auf einem mit einigen klickernden Effekten versehenen Drumming lässt vor allen Dingen die interessante Entwicklung der Originalmelodielinie aufhorchen, welche sich aus den anfänglichen Bongoklängen heraus entwickelt und so bereits nach wenigen Momenten ihr etwas weniger euphorisches Pendant gelungen auf dem Drumming tänzeln lässt. Ein erstes Break sieht als Kontrast dann die Hauptmelodie in Originalbesetzung aus dem Hintergrund heranschleichen, welche natürlich auch ihre sommerliche Atmosphäre mit im Gepäck hat, im Anschluss aber wieder durch ihre "winterliche" Alternative ersetzt wird. Wäre das nicht schon genug an Abwechslung, so wird auch an unterschiedlichen Instrumentierungen der Tonfolgen nicht gespart, welche teilweise eher techhousig stakkatiert auftreten, sich aber auch in etwas flächigerer Variation zu Hause fühlen. Ein weiteres Kurzbreak unterbricht dann das illustre Geschehen, um der Originalmelodie mal wieder ein kurzes Stelldichein zu gönnen, welches diese sogleich auch zur Entfaltung ihrer euphorisch schwebenden Ausdrucksstärke nutzt. Die Aufmerksamkeit im Anschluss gehört allerdings wieder der alternativen Melodielinie, welche sich langsam, aber stetig hinauf zu den warmen Gefilden ihres Vorbilds aufmacht, ohne dabei ihr charakteristisches Stakkato über Bord zu werfen. Setzen sich die Melodietöne dann im weiteren Verlauf wieder zunehmend in den Hintergrund ab, gehören die letzten Metern noch einmal der perkussiven Basis, welche stellvertretend für den Remix am Ende immer noch ziemlich gelungene 5/6 in Empfang nimmt. :yes:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Das Intuition-Debüt von Matan Zohar kommt in meinen Ohren zwar nicht an die großartigen Vorgängertracks Rush und Defined heran, besitzt aber durchaus auch seine Momente, wobei der junge Londoner hier wesentlich mehr techige Klänge in seinen Nischenbereich irgendwo zwischen Progressive und Uplifting schmuggelt. ;)

    Our Self zeigt sich daher bereits von der ersten Sekunde an mit einer drückenden Bassline ausgestattet, welche sich in Stakkato-Manier aus den Fesseln des Untergrunds befreit und zunehmend präsenter dem Ganzen die Flucht in die Offensive nahelegt. Mit wabernden Subbässen in elektroid behafteter Instrumentierung wird die Basis des Tracks noch zusätzlich gestärkt und lässt sich dabei auch von vereinzelten Melodieandeutungen im äußersten Hintergrund nicht beirren - langsam, aber stetig sind diese allerdings dennoch in der Lage, sich zunehmend mehr Spielraum in diesem Stück zu erobern, sodass sie schließlich mit dem Übergang ins anstehende Break eine sanfte Revolution auslösen und das treibende Drumming für einige Momente ins Hintertreffen geraten lassen. Aus der Ummantelung der dezenten Flächen entfaltet sich dabei eine herrlich schwebende Pianomelodie, welche in ihren verträumten Tönen eine entspannt schwebende Atmosphäre heraufzubeschwören imstande ist und auch als Gegenpart zum nicht klein zu bekommenden Druck des Drummings eine gute Partie abliefert. Zum Ende des Breaks rollen aus dem Hintergrund dann harmonische Arpeggio-Tonfolgen heran, welche aber schnell auf einer bestimmten Tonhöhe hängenbleiben und damit den Anfang vom Ende der sphärischen Beglückung einleiten. Schließlich gehört der weitere Verlauf wieder dem kontrastreich auftretenden Drumming, welches nun mit einigen spartanischen Toneinwürfen auf der drückenden Bassline dahinreitet und schließlich aus dem Blickfeld verschwindet. Insgesamt gibt es zwar genug Tracks, die das hiesige Schema aus sphärischem Break und treibendem Rahmen überzeugender auf die Beine gestellt haben, für solide 4,5/6 sollte es imho aber dennoch für Mat Zo reichen... :yes:

    Bei Afraid To Let Go fällt in der Tat sofort das orientalisch anmutende Vocalsample ins Auge, welches von Beginn wie auf einem fliegenden Teppich über einem perkussiven Untergrund schwebt und bald Unterstützung durch ein erstes Basslinefragment aufstoßender Natur erhält. Dieses bildet allerdings nur den passenden Vorgeschmack für die sich im weiteren Verlauf entfaltende Bassline, welche monoton knatternd das Ganze drückend aus seiner Reserve lockt und auch die ersten melodischen Andeutungen aus dem Niemandsland in den Hintergrund des Stücks schleichen sieht. In dieser Formation erinnert das Ganze dann auch wieder etwas deutlicher an die Vorgängertracks, welche sich in dieser Phase ebenfalls sicherlich gedanklich bereits im anschließenden Break befanden. Dieses stellt anfangs zwar noch die bekannten Melodiebögen aus dem Hintergrund zur Schau und verdonnert das bisher omnipräsente Vocalsample dezent zu einer Ruhepause, ist mit der Entfaltung einiger melancholischer Flächen dann aber endgültig in der Lage, dem Track auch eine gelungen sphärische Komponente beizumischen, welche mit dem Anschwillen der Flächen zunehmend intensiver auf einen Höhepunkt hinarbeitet, hinter dem wieder das Drumming wartet und das Ganze nun mit einer deep geratenen Basslinewand überrascht. Zusammen mit Vocalsamples und den bekannten Hintergrundmelodien, welche nun deutlich klarer als noch vor dem Break zu Tage treten, lässt sich die Atmosphäre kurzzeitig auch in Zusammenarbeit mit dem Drumming erhalten, ehe sich der Track einer überraschende Wende hingibt und wieder komplett auf sein leicht techig geratenes Pendant reduziert wird. Die Melodieelemente haben sich allerdings glücklicherweise noch nicht ganz aufgegeben und können noch ein letztes Mal in bekannter Manier für etwas Abwechslung sorgen, bis das Stück wieder monoton drückend zu Ende geführt wird. Alles in allem haben wir es hier zwar ebenfalls nicht mit einem Track der Marke "überragend" zu tun, im Vergleich mit seinem Vorgänger sind hier für meinen Geschmack aber dennoch etwas überzeugendere 4,75/6 drin. :D

    N'Abend zusammen!

    Wem der Name Max Cooper kein Begriff sein sollte, braucht sich keinesfalls zu schämen, ging es meiner Wenigkeit bis vor knapp einer Woche doch nicht unähnlich. Denn nur durch den Fakt, dass der Gute mit Harmonisch Serie auf Traum Schallplatten, einem Label, dessen Soundspektrum fast immer meine Geschmacksnerven trifft und daher intensiv von mir beobachtet wird, gelandet ist, hat mich in Richtung der wunderbar düster-morbiden Klänge dieses englischen Produzenten gelotst. Als Referenzen würde ich am ehesten eine Mischung aus Moonbeam, Ryan Davis und Sasha anführen, wobei ihr euch hier sowie bei den unten verlinkten Hörproben am besten selbst ein (hoffentlich überzeugendes) Bild machen solltet. :yes:

    Wie ein Schwall Kaltluft schleicht sich der Original Mix jedenfalls von Beginn an durch Ritzen und Rillen in die warmen Stuben der Hörerschaft und verbreitet mit ersten dunklen Flächenmelodieandeutungen sowie rätselhaft-geheimnisvollem Flüstern bereits eine zwielichtig schimmernde Atmosphäre, welche alsbald von einem knackigen Minimal-Beat erste rhythmische Unterstützung erfährt. Mit ersten etwas helleren Auswüchsen versehen, aber im Grunde immer noch schwarz wie die Nacht wabern die Flächen dabei im Hintergrund, ehe sie im Anschluss an ein Kurzbreak erst einmal einer herrlich düsteren Bassline in wellenartigen Schüben den Vortritt gewähren. Dabei machen sich nun zudem auch die flüsternden Untertöne wieder bemerkbar, welche aus dem tiefen Untergrund erneut die ersten Andeutungen der sphärisch intensiven Melodieebene im Gepäck haben und in einer spannenden Melange aus Flächen und Stakkatotönen heranpirschen lassen. Vor allen Dingen durch diese Abwechslung in der Instrumentierung wird dabei eine fast schon dämonisch zu nennende Stimmung heraufbeschwört - bedrohlich bauen sich die Flächen immer wieder zu einer dunklen Wand auf und lassen die Stakkatöne in unterschiedlicher Intensität an dieser auf- und abperlen, bis sich das Ganze in ein weiteres Kurzbreak begibt, in dem die Melodietöne etwas experimenteller durch den Fleischwolf gedreht werden. Dieser Zustand hält allerdings nicht allzu lang an, da sich im weiteren Verlauf erneut das düstere Drumming passend dazwischenschiebt und sirenenhafte Abwandlungen der Flächen wehklagen lässt. Entfaltet sich dazu dann noch die bekannte Melodieebene aus wabernden Flächen und grummelnden Stakkatönen, steht der Entwicklung einer spärische Feuersbrunst endgültig nichts mehr im Wege, sodass sich der Track unweigerlich in den Gehörgängen festsetzt und dort auch so schnell nicht mehr wegzudenken ist. Ein letztes Kurzbreak leitet schließlich aber dennoch den sich allmählich vollziehenden Rückbau des Stücks ein, wobei die dunkle Bassline das Ganze bis fast und die hoffnungsbefreiten Melodietöne das Ganze bis zum Ende begleiten. Dort wird man bereits von überragenden 6/6 erwartet, die dieses sphärische Spektakel voll manischer Ausdrucksstärke für meinen Geschmack absolut verdient hat - Licht aus, Augen zu und alles andere kommt von selbst... ;)

    Der Kanio Remix auf der B-Seite stellt sich dann als das komplette Gegenteil seines Vorgängers vor und krempelt das Original in solch drastischer Weise um, dass jegliche sphärische Eleganz verlorengeht und das Ganze sich stattdessen mit einem überaus monotonen Gewand aus Minimal Techno umgibt. Sachte klickernd kommt das Stück zwar noch recht ansprechend aus den Puschen und offenbart dem gemeinen Hörer in einem ersten Break einige nette Effekte sowie im Anschluss eine subtil knarzende Bassline, welche dem Ganzen in einen entspannten Fluss dirigiert, doch ein weiteres Break stellt schließlich klar, dass das Original mit seiner großartigen Melodieebene nur noch nuancenhaft im Hintergrund schimmernd vorkommt, ehe monotone Klöppelsounds die Vorherrschaft in diesem Track übernehmen. Der Remix artet dabei nun mehr und mehr in knochentrockenste Minimalkänge aus, welche ohne Höhepunkt antriebslos vor sich hinvegitieren, sodass auch immer wieder eingeschobene Kurzbreaks mit Pseudo-Anschwillen der gähnenden Langeweile nicht den Garaus machen können. Auch bis zum bitteren Ende ändert sich daran rein gar nichts und man staunt nicht schlecht, wenn nach solch einer Vorgabe hier nur mickrige 2/6 zu Buche stehen... :no:


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Zitat

    Original von Guitar
    [Offtopic]

    Hammer, der Verdacht, den ich schon seit einiger Zeit hege, scheint sich zu bestätigen: Du bist wohl auch YouTube-Abonnent von OnlyProgHouse bzw. verfolgst den Channel der Dame aus Venezuela mit dem guten Musikgeschmack sehr aufmerksam... :D

    Volltreffer! Bin schon seit einiger Zeit begeisterter Abonnent dieses Youtube-Channels, der ja alles andere als OnlyProgHouse zu bieten hat... ;)

    Ich kann mich der Lobrede von gaehnchen nur wärmstens anschließen, denn Die Liebe (hier gibt's übrigens eine Hörprobe in voller Länge) mag zwar ein recht plakativer Name für einen Track sein, aber solange sich wie beim Hamburger Produzeten Martin Stimming darunter ein solch herrlich zerbrechliches Kleinod aus dem Neotrance-Bekanntenkreis versteckt, soll mir das am Allerwertesten vorbeigehen. Da das Stück eingehend bereits sehr gelungen beschrieben wurde, halte ich mich ausnahmsweise - auch wenn es mir schwer fällt... ;) - einmal kurz und beschränke mich auf die Erkenntnis, dass mich dieser Track vor allen Dingen durch seine überragende Symbiose aus minimalem Drumming und subtil sphärischen Melodieklängen überzeugt hat - und das bereits beim ersten Hördurchgang im letzten Sommer auf Moguais Mix-CD I am X, auf welcher er den perfekten Abschlusstrack bildet. Auch der Trackaufbau sollte unbedingt noch einmal erwähnt werden, da sich das Ganze einfach unnachahmlich sphärisch steigert und schließlich seinen schwebenden Höhepunkt in wunderbaren Melodiesprengseln findet, welche sich kontrastreich auf dem minimalen Untergrund entfalten und sich in Herz und Seele spielen. Alles in allem komme ich jedenfalls erneut nicht drumerhum, an der Höchstwertung kratzende 5,75/6 zu vergeben... :yes:

    Wer sich übrigens noch ein wenig intensiver mit den Tracks von Martin Stimming auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich neben den bereits genannten unbedingt noch die Kleine Nachtmusik, The Anger und Una Peña!

    Nicht schlecht - bisher ausnahmslos garniert mit der Höchstwertung auf der TF-Skala könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass den Brüdern Fritz (für die Vocals zuständig) und Paul Kalkbrenner (für alles andere zuständig) mit Sky And Sand ein Meilenstein gelungen ist. So weit will ich jetzt zwar nicht gehen, aber auch meine Wenigkeit kann sich diesem Track sowie insbesondere dem Soundtrack zu Berlin Calling seit dem Herbst nicht mehr entziehen. :yes:

    Im Extended Mix ist das Ganze auf jeden Fall noch eine gehörige Ecke packender und sphärischer aufgebaut als dies bereits in der Albumversion der Fall war. Schon der intro-artige Beginn mit der souligen Stimme von Fritz Kalkbrenner, die begleitet wird von einer subtilen Melodieandeutung im Hintergrund sowie einem tröpfchenartigem Drumming, lässt aufhorchen und ist dabei in der Lage, nach wenigen Sekunden mit seiner warmherzigen Stimmung die Hörnerven zum schweben zu bringen. Melodische Verstärkung naht zudem durch harmonisch beruhigende Flächen, welche sich an der Hintergrundmelodie orientieren und im weiteren Verlauf auch endlich ein entspanntes Drumming heraufzubeschwören wissen, auf dem sich die Vocals erst einmal zurückhalten. Nach einem zwischenzeitlich eingeflossenen Kurzbreak tauchen aber auch sie bald mit der gewohnten Portion emotionaler Wärme im Gepäck wieder auf und liefern sich in den nächsten Momenten mit den melodischen Elementen des Tracks in abwechslungsreicher Manier ein spannendes Gefecht um die Vorherrschaft in diesem Stück, welche natürlich schiedlich friedlich Remis ausgeht. Fast unbemerkt reifen die Flächen dabei zu immer vielschichtigerer Gestalt an und präsentieren schließlich in einer Non-Vocal-Phase weitere herrliche Melodiesprengsel, welche trotz ihrer dezent-verträumten Instrumentierung in der Lage sind, mit ihren alternativen Tonfolgen als i-Tüpfelchen auf der wunderbar schwebenden Atmosphäre zu stolzieren. Im nächsten Break lassen diese sich zwar wieder galant in den Untergrund zurückfallen, doch die letzte Wortmeldung der souligen Vocals sorgt dafür, dass die sphärische Ausdrucksstärke des Tracks nicht verloren geht, ehe im Anschluss erneut die Flächen hervortreten und für einen Moment fast schon sakralen Anmut in sich vereinen. Auf den letzten Metern lässt es die Melodieebene dann wesentlich subtiler angehen, zeigt sich nur noch als gelungen schimmernde Basis unterhalb des entspannten Kalkbrenner-Beats und bereitet dem Ganzen damit einen perfekten Abgang. Summa summarum traue ich mich zwar nicht ganz an die Verleihung der Goldmedaille heran, aber mit 5,75/6 hat der Track ohne Zweifel bereits einige Krümel Goldstaub geschnupft... ;)

    N'Abend zusammen!

    Vom Niederländer Rowald Steyn waren mir bisher nur durchschnittliche Remixarbeiten bekannt, sodass sich mein Interesse für seine Produktionen logischerweise unter ferner liefen hielt. Auf Pilot 6 Recordings, einem von mir mehr und mehr geschätzten Sublabel der Armadafamilie, beweist der Gute nun allerdings mit einem frischen Two-Tracker, dass er nicht gewillt ist, weiterhin das Prädikat "Mittelmaß" aufgedrückt zu bekommen. Mit seiner energetischen Genremischung, welche sowohl von progressiven als auch von elektroiden Pfaden gesäumt und zuweilen mit einer Prise tranciger Gefilde bestreut ist, hat er meinen Geschmack jedenfalls getroffen. Wer sich ebenfalls ein Bild der Tracks machen möchte, folgt am besten den wie immer unten im Text verlinkten Hörproben oder stattet der Myspace-Seite von Rowald Steyn einen Besuch ab. :yes:

    Nichts für Leute, die ihre tägliche Ration Harmoniewechsel brauchen - so könnte man man Hold Control zwar auch charakterisieren, würde dabei aber rigoros jegliches feinsinnig austarierte Detail dieses Tracks ignorieren. Das Ganze baut dabei auf einem überaus drückend gestalteten Drumming auf, welches vor allen Dingen nach einem ersten Kurzbreak, in dem elektroid wabernde Basslinefragmente in unterschiedlicher Intensität an der Tagesordnung sind, gehörig Fahrt aufnimmt. Schuld daran trägt eine schön nach vorne linsende Bassline, welche in zunehmend schiebender Manier das minimal arrangierte Stück von hinten aufrollt und zudem von immer wieder passend eingeworfenen Tonfolgen - mal mehr, mal weniger fragmentiert - ergänzt wird, welche eine eher düster angehauchte Ummantelung mit sich bringen, sich aber blendend mit dem drückenden Untergrund verstehen, sodass sich eine schon leicht technoid zu bezeichnende Atmosphäre zu entfalten vermag. Ein weiteres Break unterbricht schließlich den Lauf der Dinge und bietet nach anfänglichen Synthtönen kontrastreich einen kleinen Moment der Besinnung dar, der allerdings schnell wieder von der aus dem Untergrund hervorgrummelnden Bassline beantwortet wird. Zusammen mit monotonen Effekten sind es auch hierbei wieder die Synthtöne, welche für die "melodischen" Ausrufezeichen verantwortlich sind, im weiteren Verlauf aber erst einmal wieder den leicht techigen Tönen auf dem Drumming den Vortritt gewähren. Allzu lang währt dieser Zustand allerdings nicht, da sich die bekannten Tonfolgenfragmente wieder mehr und mehr dazwischenwerfen, das Stück in seiner letzten drückenden Phase unterstützen und schlussendlich auch den Rückbau des Ganzen gelungen begleiten. Alles in allem dürften dieser explosiven Mischung aus Progressive, Electro und Techno meine 5/6 jedenfalls sicher sein. :yes:

    Revolution macht seinem Namen von der Soundwahl her zwar keine große Ehre, sollte allerdings darauf auch nicht ausgelegt sein, sodass sich hier dennoch eine überzeugend drückende Electroprog-Stimmung breitmachen kann. Zu Beginn versucht sich das Ganze erst einmal an einem schön tänzelnden Beat aus minimalen Gefilden, der sich dezent unterklickern lässt und nach einer Minute auch den ersten Anzeichen einer monotonen Stakkatobassline sowie weiterer Klickerverschärfung nicht widerstehen kann. Im Hintergrund macht sich dabei bereits eine subtil melodische Ebene zu schaffen, welche im kommenden Break schließlich vollends den Track übernehmen darf, wenn sie in drückend elektroid inspirierter Instrumentierung eine markante Melodiefolge offenbart. Diese ist in ihrer Intensität zudem überaus wandlungsfähig und reicht dabei vom besagten dezenten Beginn bis hin zur aufschäumenden Version, die sich galant von den klickernden Tönen im Hintergrund unterstützen und die Beine des geneigten Hörers nicht mehr in ruhender Position halten lässt. Im Mittelteil muss sie sich dann erst einmal wieder zurückfallen lassen, sodass dem Stück in einem folgenden Break genug Raum und Zeit zum Durchatmen bleibt. Dies wird dabei vor allen Dingen zur sphärischen Entfaltung einiger tranciger Flächen genutzt, welche in wunderbar schwebender Manier einen mehr als gelungenen Gegenpart zur sonstigen drückenden Ausgestaltung bilden. Sind diese schließlich am Ende ihres Lateins angelangt, übernimmt wieder die bekannte Tonfolge das Ruder - zuerst noch schön subtil, aber zunehmend rauer und elektroider schiebt sie das Ganze im Anschluss noch einmal überdeutlich an. Doch auch ihre Zeit ist bald gekommen, sodass der Track sich nun klickernd verabschiedet und damit Platz schafft für meine euphorisierten 5,5/6... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Eindeutiges Votum für Rowald Steyn in dieser Woche, dem ich eigentlich mal einen eigenen Thread in unserer Tracksrubrik gönnen könnte, wo er sich hier schon so gut verkauft... ;)

    Mit Not Enough Time verlässt in der Tat mal wieder ein recht ansprechender Track, der vor allen Dingen durch seine überaus knarzig geratene Basslinewand von sich Reden macht, das Studio von Cosmic Gate. Denn diese hat sich ordentlich Inspiration aus elektroiden Gefilden geholt, schnauft mit düsteren Sphären im Gepäck zu Beginn in Solomanier vorweg und dürfte damit auch den letzten Staubkrümel aus den Lautsprechern des geneigten Hörers herauskitzeln. Zugunsten der ersten Vocaleinlagen von Emma Hewitt, welche sich glücklicherweise passend in den Gesamtfluss einfügen, schaltet der Untergrund dann allerdings erst einmal einige Gänge zurück und belässt es bei sporadischen dezenten Ausbrüchen à la "Ich bin übrigens noch nicht ganz weg vom Fenster!". Im weiteren Verlauf wird der Track zwischen den Gesangsphasen in Nullkommanix wieder vom überaus drückend ausgerichteten Untergrund überrollt, welcher zudem einen spannenden Gegenpart zu diesen bildet, bis die Elemente schließlich eine ernstzunehmend überzeugende Symbiose eingehen und damit ein episch angehauchtes Break heraufbeschwören. In diesem dominieren nach anfänglicher Zurückhaltung mit einigen dezenten Melodieandeutungen vor allen Dingen die Vocals, welche sich nun wesentlich flehender präsentieren und somit der Entfaltung einer sehnsuchtsvoll beladenen Atmosphäre Tür und Tor öffnen. Bestens ergänzt wird das Ganze zudem durch eine beruhigende Melodielinie, welche nicht viel Aufhebens um ihre gelungene sphärische Unterstützung macht und schließlich zusammen mit Flächen und Vocals langsam anschwillt. Knarzige Andeutungen im Hintergrund bereiten den Track dabei bereits auf die wieder nahende Basslinewand bevor, welche auf dem Höhepunkt das Geschehen an sich reißt und zusammen mit dem flächigen Pendant der Breakmelodie eine wunderbar intensive Mischung aus emotionalem Knarzen darbietet. Dürfen sich dazu auch noch einige dezente Vocalausschnitte entfalten, steht dem Hörgenuss, der sich auch im nächsten Kurzbreak fortsetzt, wenn die flehenden Vocals ihr letztes Stelldichein geben, nichts mehr im Wege. Die letzten Meter werden dann wieder kontrastreich von der düsteren Basslinewand beschritten, welche zudem als Garant für imho verdiente 5/6 fungiert. :D

    Mit Lost Luggage, das seinen Titel übrigens durch einige leidliche Erfahrungen der Protagonisten mit diversen Fluggesellschaften erhielt, liefert die Benelux-Kombo aus Jonas Steur und Leon Bolier mal wieder eine gelungene musikalische Zusammenarbeit ab. :yes:

    Der Original Mix summiert sich zwar nur auf relativ kurzweilige 5 Minuten auf, ist aber dennoch in der Lage, einen angenehm schaukelnden Groove zu entwickeln, der ein passendes Fundament für die elektroid-trancige Ausrichtung dieses Stücks darstellt. Anfangs versucht das Ganze zwar, dem gemeinen Hörer mit einigen klickernden Effekten einen minimalen Pfad vorzugaukeln, doch spätestens wenn sich die ersten Klänge einer trancig inspirierten Stakkatomelodie zusammen mit elektroid drückenden Basslinefragmenten paaren, dürfte sich dieser Gedanke schnell mit seinem Grab anfreunden. Unterschiedliche Intensität der Trackelemente sorgt dabei für die nötige Portion Abwechslung, sodass das Ganze immer wieder zwischen anschwillenden Euphorieschüben und aufs Wesentliche reduzierten Phasen schwankt, bis sich der Track schließlich doch noch entschließt, ein konventionelles Kurzbreak einzulegen. Dieses steht vor allen Dingen der melodischen Seite dieses Stücks gut zu Gesicht, wenn sie sich dort von unterstützender Flächenarbeit zu einem sphärisch intensiven Anschwillen überreden lässt und auch im Anschluss mit etwas mehr Nachdruck auf dem gemütlich groovenden Untergrund auftritt. Mitverantwortlich dafür zeigen sich vor allen Dingen weitere harmonische Begleittöne, welche die anheizende Rolle der Flächen aus dem Break übernehmen. Ein weiteres Kurzbreak rundet das Ganze schließlich ab, das sich im weiteren Verlauf mit den wieder in einen monotoneren Gang geschalteten Melodieelementen gelungen verabschiedet. Alles in allem haben wir es hier mit einem perfekten Beispiel für das Sprichwort "In der Kürze liegt die Würze" zu tun, welchem ich meine vorzeigbaren 5/6 nicht vorenthalten möchte. ;)

    Der Rank1 Remix präsentiert sich dann noch eine gute Ecke losgelöster von jedweder Genregrenze und interpretiert das Thema wesentlich techhousiger, ohne dabei die Vorzüge der Originalmelodien allzu sehr in den Hintergrund zu drängen. Zudem bewegt sich das Ganze nun in einem etwas schwungvolleren Rahmen, der zu Beginn nur einige Tonwellen auf seinem nach vorne ausgerichteten Drumming duldet, der Übermacht der stakkatierten Originalmelodie aber trotzdem bald nichts mehr entgegenzusetzen hat. Langsam, aber stetig befreit sich diese aus den Fesseln des Untergrund und erstrahlt im anschließenden Break sogar im bekannt intensiven Anschwillen, ehe sich nach dem Moment der Ekstase jäh eine monotone Alternativtonfolge zusammen mit dem Drumming an das Ruder setzt und ihr Vorbild in rasender Geschwindigkeit wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden sieht. Doch auch dieser Zustand hat nicht allzu lang Bestand, probt die Originalmelodie im Untergrund in flächig brodelnder Instrumentierung doch recht bald wieder den Auftstand, der ihr im kommenden Break dann auch wieder für einige Momente gelingen soll. Anfangs gehört das Parkett zwar noch einigen äußerst fragilen Alternativtönen, doch aus dem Hintergrund schnauft bereits der Express der Stakkatomelodie heran und versetzt der Atmosphäre auch hier einige euphoriegeschwängerte Stöße, bevor sich unvermittelt wieder die monotonen Techhouse-Klänge auf dem Höhepunkt einmischen und den Remix ihren drückenden Charakter aufbinden. Dass sich die restlichen Melodieelemente dies allerdings nicht gefallen lassen, dürfte in einem überaus schnell anschließenden zweiten Break deutlich werden, welches noch ein weiteres Mal die Originalmelodietöne flächig und intensiv anschwillen sieht, ehe sie im Anschluss in äußerst minimal-stakkatierter Form hervorragend kontrastreich auftreten. Dennoch lässt der Track es sich nicht nehmen, noch einen letzten anschwillenden Moment zusammen mit dem Drumming zu initiieren, welcher dann gleichzeitig auch den Startschuss für den Trackrückbau abgibt. Summa summarum ein sehr gelungener Remix der Jungs von Rank1, die für meinen Geschmack das Optimum aus dem Original herausholen und sich ihre 5,5/6 redlich verdient haben. :yes:

    Der Arnej Remix bildet in meinen Ohren dann das schwächste Glied dieser Platte und lässt sich viel zu sehr von techtrancigen Elementen tragen, welche sich überhastet der Originalmelodie annehmen. Ein knarzendes Basslinefragment in Kooperation mit typischen Tech-Spielereien- und -Schwurbeleien prägt das Ganze dabei auf seinen ersten Metern und schaufelt sich allmählich in einen rollenden Rhythmus, welcher nun vermehrt auch zerstückelte Melodiestrukturen in seiner Umnachtung fallen lässt. Ein erstes Kurzbreak fährt dann zur Abwechslung einige Alternativtöne aus dem Hintergrund auf, welche sich im Anschluss in Zusammenarbeit mit dem Drumming für meinen Geschmack aber viel zu hektisch vom Untergrund verführen lassen, sodass jeglicher sphärischen Entfaltung ein Riegel vorgeschoben wird. Mit dem Einsetzen eines weiteren Breaks ist es damit glücklicherweise schnell wieder vorbei, sodass das Hauptaugenmerk jetzt auf die gelungen zerhackstückelte Originalmelodie gelegt werden kann, welche alsbald aber ihre Lücken wieder schließt und zusammen mit dem techig-rollenden Drumming schließlich in wesentlich flächigerer Ausgestaltung zum Zuge kommt. Der Mittelteil gehört dann einer kurzen Solofahrt des Untergrund, an den sich noch einmal die Entwicklung der Melodiefragmente zum trancigen Flächenfüller anschließt, ehe sich der Remix düster schielend zu Ende arbeitet, wo bereits grundsolide 4/6 auf ihren Abnehmer warten. :hmm: