Beiträge von hammer

    Chapeau! Mit Rose Of Jericho meldet sich der amerikanische Produzent Brian Transeau alias BT nun in der Tat eindrucksvoll zurück - daran kann auch die rigorose Sperraktion von Black Hole Recordings bei Youtube nichts ändern, denn auch der hauseigene Album Edit weiß mit seinem herrlich progressiven Charme zu überzeugen. Das Ganze erinnert in seiner Gesamtheit zwar unverkennbar an die Hochzeit von Progressive Trance anno 2003/4/5, vermag diese Referenz aber dennoch in einer mehr als erfrischenden Umgebung und Instrumentierung unterzubringen. Eine deep wabernde Basslinewand im Untergrund des Tracks darf dabei natürlich ebenso nicht fehlen wie glöckchenartig tänzelnde Melodiebögen, welche dem Stück den sphärisch schwebenden Glanz verleihen und aus dem Hintergrund immer mal wieder passende Unterstützung in Form von dezenter Flächenarbeit erhalten. Dadurch zelebriert der Track nicht nur seine kontrastreichen Klänge zwischen eher düster dreinblickender Basis und heller Melodieebene, auch die Spannung kommt nicht zu kurz, wenn das Ganze immer wieder von einigen Breaks durchsiebt wird, welche die Melodietöne zuerst in den Hintergrund drängen, um ihnen anschließend einen heißen Tanz auf der düster schaufelnden Basslinewand zu gönnen. Aus diesem Drahtseilakt gehen die Melodiebögen auf jeden Fall gestärkt hervor und trumpfen in Kollaboration mit dem Drumming mit euphorischen Alternativtönen auf, die das Intensitätspegel der Atmosphäre noch ein wenig mehr nach oben ausschlagen lassen. Alles in allem ein hervorragend sphärisches Progressive-Machwerk - die Kreativpause hat Brian Transeau in meinen Ohren jedenfalls mehr als gut getan, sodass ich auch nicht mit meiner Bewertung geizen möchte und verdiente 5,5/6 in die Waagschale werfe. :D

    Bin mal gespannt, ob die Remixe das Niveau des Originals halten können...

    Und er kann es doch noch ohne Vocals! Schön, dass Andy Duguid jetzt endlich mal wieder diesen in meinen Ohren längst überfälligen Schritt getan und den sparsamen Schotten in ihm an der richtigen Stelle ausgepackt hat. ;)

    Hinter Signals versteckt sich auch sogleich ein gelungener Streich Progressive House mit tranciger Würzung, der zu Beginn zwar ein für Duguid-Verhältnisse recht typisches Drumming auffährt, auf diesem allerdings bereits nach wenigen Momenten mit den ersten spannenden Melodiefragmenten die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Aus dem Hintergrund heraus lässt sich auch eine elektroid gebadete Bassline bald vom Groove anstecken und tänzelt in stakkatierender Pose bald in die erste Reihe, bevor in der weiteren Entwicklung naturgemäß die vermehrten Melodieandeutungen diese Position für sich beanspruchen. Spielen diese sich nun zunehmend flächiger auf, steht auch schon das erste Break an, in dem sich die Fragmente nun in überzeugender Art und Weise zu einer sphärischen Melodiefolge in erfrischender Instrumentierung weiterentwickeln. Mit der Unterstützung von monoton wabernden Flächen und den ersten Basslineschüben kündigt sich dann das Ende des Breaks an, sodass die Melodielinie im Anschluss nicht nur ihre schwebende Ader ausleben kann, sondern in Kooperation mit dem groovenden Untergrund auch die nötige Portion Druck nicht auf halbem Wege vergisst. Mit flächigen Versatzstücken gerät dabei die atmosphärische Arbeit zudem in noch etwas intensivere Gefilde, ehe sich ein weiteres Break aus dem Hinterhalt heranschleicht und die markante Melodielinie ein weiteres Mal subtil in den Vordergrund stellt. Zur Abwechslung präsentiert sich diese im weiteren Verlauf in einer etwas tiefer gestimmten Instrumentierung und wischt damit in meinen Ohren auch den letzten Vorwurf der Belanglosigkeit locker vom Tisch. Das Ritardando zur Verabschiedung der Melodieebene will mir dann zwar nicht wirklich gefallen, der drumming-orientierte Abgang des Ganzen dafür umso mehr, sodass im Endeffekt verdiente 5,25/6 zu Buche stehen. :yes:

    Bei Neremiah haben sich dagegen die trancigen Töne im Großen und Ganzen durchgesetzt und verleihen diesem Track eine angenehm zurückgelehnte Mittsommeratmosphäre. Nach kurzer Standardeinleitung sind es dabei vor allen Dingen die ersten dezenten Melodieandeutungen im Hintergrund in Kombination mit dem immer wieder gene benutzten Stilmittel der klassisch gehauchten "Aaaaaahh"-Stimme, welche den Track stimmungsvoll beleben. Im Untergrund macht es sich derweil eine progressiv schiebende Basslinewand gemütlich, welche allerdings leider einen kleinen Maulkorb verpasst bekommen hat und so die potenzielle Kontrastarbeit im Vergleich mit den schwebenden Melodieklängen nicht richtig entfalten kann. Als Ausgleich offenbart sich dafür eine weitere Melodielinie, welche sich in überaus warmer Instrumentierung in ihrer flächigen Unbeschwertheit immer mal wieder aus dem Hintergrund herausbequemt und damit auch das anstehende Break initiiert. Wie zu erwarten lässt es sich die Melodieebene auch hier nicht nehmen, nach anfänglicher Zurückhaltung ihre glücklicherweise in der Tat alles andere als gezwungen sommerlich gehaltene Atmosphäre gelungen in Szene zu setzen. Wähnt sich diese in ihrer ansteigenden Lautstärke und Intensität schließlich auf dem Höhepunkt, so bringt sie das progressive Drumming schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. So müssen sich die melodischen Töne auch hier ihren Platz im Track erst wieder zurückerobern - und das gleich mehrfach, sodass das Stück vor allen Dingen aus dieser Spielart seine Dynamik schöpft. Alles in allem sind den überzeugenden 5/6 daher Tür und Tor geöffnet. :D

    Nachwuchstalent Matan Zohar besitzt einfach das gewisse Händchen für die immer wieder gern bediente Nische zwischen Progressive und Uplifting und beweist dies auch mit seinem neuen Track, der jahreszeitgemäß herrlich unbeschwert um die Ecke lugt, damit aber für meinen Geschmack dennoch nicht ganz an die Qualität der vielen großartigen Tracks in letzter Zeit heranreicht.

    Allzu viel falsch gemacht hat der blutjunge englische Produzent allerdings bei The Fractal Universe nicht, sodass er es auch ohne große Mühe mit einem weniger herausragenden Track schafft, seine Ausnahmestellung im momentanen Trancebereich zu behaupten. Sommerliche Melodieandeutungen in subtilen Arpeggios in Zusammenarbeit mit einer elektroid beflissenen Bassline entfachen schließlich bereits nach wenigen Momenten in sphärischer Hinsicht eine solch angenehme Wohlfühlatmosphäre, dass es ein Leichtes wäre, sich den Track als Hängematte vorzustellen, in der man seinen Astralköper am liebsten unter blauweißem Himmel fläzen würde. Die Melodiespielchen nehmen derweil zunehmend mehr Raum im großen Ganzen ein, aus dem sich nun eine wunderbar fluffige Melodielinie herauskristallisieren kann und dabei nicht nur das gefühlte Temperaturniveau weiter ansteigen lässt. Als passender Kontrast brummt dazu im Untergrund die elektroide Bassline, welche sich im weiteren Verlauf langsam aus dem Staub macht, um dem Stück schließlich den Weg in sein überaus melodiegespicktes Break zu ebnen. In diesem geraten die bisherigen Melodieelemente zwar zu Statisten einer sich galant aus dem Untergrund windenden Hauptmelodielinie, die atmosphärische Unbeschwertheit erreicht dafür einen nicht gekannten Schub an Unterstützung, von der sie sich eigentlich nicht mehr trennen möchte. Dennoch übernehmen am Ende des Break einige leicht schwurbelnde Töne in elektroider Aufmachung den Platz an der Sonne, welche in Kooperation mit dem Drumming allerdings schnell wieder bereit sind, melodischen Schmankerln in Form der nun wesentlich flächiger instrumentierten Melodiefolge keinen Stein in den Weg zu legen. Von dieser Geste sind dementsprechend auch die Töne aus dem Break begeistert, sodass sie es sich nicht nehmen lassen, mit ihrer Präsenz noch einen auf die schwebenden Sommerlaune draufzusetzen, bevor sich das Ganze wieder überaus unaufgeregt zurückzubauen pflegt. Alles in allem ein Track, der sicherlich gerade auch bei typisch mitteleuropäischen Sommerwetter (also beständig unbeständig) seine sphärische Klasse unter Beweis stellt und von meiner Seite daher mit nicht weniger als 5,25/6 bedacht wird. :yes:

    Nej nej nej, die digitale Version dieser EP enthält in der Tat noch drei zusätzliche Tracks (davon zwei Remixe von When Tears Are Dropping From The Sky), die sich keinesfalls vor den auf Vinyl gebannten Stücken verstecken müssen. :yes:

    Zum einen haben wir es dabei mit Max Cooper's 'Slave' Remix zu tun, welcher den Titeltrack in eine druckvolle Wanne tränkt und trotz des immer noch recht minimal inspirierten Aufbaus dem geneigten Hörer gründlich die Ohren wäscht. Bereits zu Beginn schimmern dabei Andeutungen der Originalmelodie - mal effektiert wabernd, mal wellenartig hereinschneiend - durch den Hintergrund hindurch, sodass sich das Ganze fast vom Start weg in eine überaus gelungene Mischung aus zwielichtiger Atmosphäre und düsterem Treiben entwickelt. Loopartig werden dabei immer wieder betont kalte Tonfolgen initiiert, bis sich in und besonders nach einem ersten Kurzbreak die ordentlich durch den Effekt-Fleischwolf gedrehte Originalmelodielinie wiedererkennen lässt. Auf die Mutation zur gänzlich unberührten Melodie kann man dabei zwar lange warten, doch auch in dieser sich stetig verändernden Formation macht es meinen Gehörgängen Spaß, sich den herrlich nebligen Atmosphärenschwaden hinzugeben. Sanft geht der Track schließlich in ein zweites Break über, in welchem erneut die düsteren Melodiefragmente, welche in ihrer stetig wechselnden Instrumentierung nicht die leiseste Ahnung von Langeweile aufkommen lassen, im Vordergrund. Der Kontrast mit dem monotonen Loop-Untergrund wird dann auch im weiteren Verlauf fortgeführt, wenn sich zu den Tonfragmenten noch einige subtile Melodieschwaden gesellen und das Ganze kurzzeitig noch etwas intensiver gestalten, bevor der Remix sich kaum merkbar langsam wieder zurückbaut. Alles in allem für meinen Geschmack nicht ganz so stark wie das Original, aber 5/6 sollten für den aufstrebenden Max Cooper dann doch ohne Widerrede drin sein! :D

    Für den Roland M. Dill Remix muss ich dann allerdings auf allzu viele Worte verzichten, da mir nicht mehr als die klassischen Hörproben in den einschlägigen Downloadportalen zur Verfügung standen. Die Zeichen bei dieser Überarbeitung dürften aber ebenfalls alles andere als schlecht stehen, wenn sich aus einer eher techhousig inspirierten Umgebung im Break galant die sphärisch dezenten Melodietöne erheben. Das Arrangement ist dabei nicht nur mit Sinn für Details aufgebaut, auch die stets begleitenden "Vogelschwärme" sorgen für eine angenehm sehnsüchtige Stimmung - und das auch in den drumming-orientierten Phasen. Ich würde mich dementsprechend sehr wundern, wenn hier nicht erneut die 5/6er-Marke fällt... ;)

    Das eigenständige Night Traffic stellt dann in der Tat auf dieser EP den eindeutigsten Bezug zur Tanzfläche dar. Anfangs dominieren zwar verwirrte Hochtöne in Zusammenarbeit mit flirrenden Effekten, bis zur Entfaltung eines groovenden Basslinefragments ist es allerdings nicht weit, sodass das Ganze mit seinem alles andere als alltäglichen Arrangement zunehmend Angriffe auf das Tanzbein vornimmt. Besonders ewähnenswert ist dabei vor allen Dingen ein immer wieder eingeworfener hohl scheppernder Klang, der sich vor innovativer Frische kaum noch retten kann und den Track in Gänze begleiten wird. Zusätzliche Tonschübe in Kombination mit wellenartiger Bassline-Intensivierung kündigen im weiteren Verlauf dann den Höhepunkt des Stücks an, welcher sich schließlich im anstehenden Break in Form einer einzigartig andersartigen Melodie in xylophonartiger Instrumentierung offenbart. In Kooperation mit dem knackigen Drumming sowie den immer wieder eingestreuten Effektwellen tänzelt diese dabei im Anschluss so gekonnt auf dem monoton groovenden Untergrund, dass einem um den Bewegungsradius auf der Tanzfläche angst und bange werden könnte. Variantenreich tröpfelnd verabschiedet sich die Melodielinie dann wieder, bevor sich das Stück in seiner verwirrten Soundstruktur technoid nach Hause schaufelt. Alles in allem sehe ich jedenfalls auch hier keine andere Möglichkeit, als überzeugende 5,25/6 aus dem Bewertungskeller hochzuhieven. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Nach meinen unzähligen Moonbeam-Rezensionen gehen mir allmählich die Einleitungen für die umtriebigen russischen Brüder Pavel und Vitali Khvaleyev aus. Da sich die beiden zudem noch erdreisten, trotz reger Veröffentlichungen auf diversen Labels partout keinen auch nur ansatzweise schlechten Track aus ihrem Studio hinauszuschicken, kann ich mich nur wiederholen: Unverkennbarer Stil, der zwischen den Genrestühlen von Progressive Trance, Minimal und Techhouse variiert, immer wieder frische Klänge und Einflüsse in den Tracks, die zusammen mit altbewährten Moonbeam-Sounds eine gesunde elektronische Mischung bieten sowie spannende Trackpfade durch düstere Atmosphären, die unter die Haut gehen. Mit der Anfang Mai auf Traum Schallplatten erschienenen 3-Track-EP When Tears Are Dropping From The Sky widmen sich die beiden wieder einmal ihrer etwas minimaleren Seite, nachdem sie in letzter Zeit fast ausschließlich mit Vocalstücken um die Ecke preschten. ;)

    Der Titeltrack When Tears Are Dropping From The Sky lässt bereits unverkennbar erahnen, dass das russische Brüderpaar sich einmal mehr von belanglosen Gute-Laune-Attacken distanziert und stattdessen mit subtil arrangierten Klängen eine herrlich zwielichtige Atmosphäre zu kreieren imstande ist. Zu Beginn schlürft das Ganze am bitteren Cocktail einer flirrenden Effektwelle, welche im weiteren Verlauf auch die ersten angespannten Flächenandeutungen sowie eine immer wieder passend ausbrechende Bassline in monotonen Klangfarben im Untergrund zu unterstützen vermag. Dezente Subbässe erhöhen alsbald die düstere Intention des Drummings, aus welchem nun langsam, aber stetig mehr und mehr Melodieanleihen herausschimmern und zusammen mit hölzernen Begleittönen eine in dieser Kombination noch nicht gehörte Trackgestaltung initiieren. Die Melodietöne schmiegen sich zwar schnell wieder an den Untergrund, im anstehenden Break lassen sie es sich dann aber doch nicht nehmen, wieder aus der Trackbasis hervorzulugen, wobei sie trotz ihrer sanften Gestalt nicht davor zurückschrecken, die düstere Ader des Ganzen weiter zu intensivieren. In Zusammenarbeit mit Drumming, wellenartigen Alternativflächen und den hölzernen Begleittönen erreicht der Track schließlich seine melodieorientierteste Phase, ehe im Anschluss wieder dem Minimalismus gefrönt wird. Alles in allem dennoch eine für meinen Geschmack mal wieder herausragende Produktion der Moonbeam-Jungs, welche sich keinesfalls vor ihren verdienten 5,5/6 verstecken muss. :yes:

    Im Vergleich zu Chirpy bewegt sich der Titeltrack in fast schon trancig zu bezeichnenden Gefilden, wird die geneigte Hörerschaft hier doch mit einem wesentlich minimaler ausgerichteten Arrangement konfrontiert. Für den nötigen technoiden Druck sorgt dabei eine lava-artig fließende Bassline, welche in Kooperation mit innovativem Moonbeam-Klickern zwar bald die ersten Begleitbässe aus der Reserve lockt, ihre Aversion gegenüber ausladenden Melodiekaskaden aber dennoch nicht so recht verbergen kann. So begibt es sich, dass sich erst einmal nur die bisherigen Elemente in unterschiedlichen Zusammensetzungen proben und dabei trotzdem eine Atmosphäre schwarz wie die Nacht zu entfalten vermögen. Im angedeuteten Break des Mittelteils erhält zwar auch eine recht monotone Loopmelodie Einlass in den Track, fügt sich aber bereits nach kurzer Einwirkzeit ebenso in den technoiden Reigen des Stücks ein. Für Moonbeam-Verhältnisse sicherlich ein Track am unteren Ende der Minimalismus-Skala, der mit seinen 4,25/6 meine Gehörgänge dennoch alles andere als schulterzuckend durchfließt. :D

    Otaria Ursina (lat. für Seebär) als Dritter im Bunde hat sich dann wieder etwas deutlicher mit melodischen Gefilden eingelassen und steht für meinen Geschmack zu Beginn am deutlichsten in den Fußstapfen des klassischen Moonbeam-Tracks. Angereichert mit einer düster drückenden Basslinewand im Hintergrund, welche sich mehr und mehr aus ihren subtilen Anfangsmomenten herausbewegt, erspielen sich spannend herumirrende melodische Anekdoten zunehmend Raum in diesem Track. Von diesen fühlt sich auch die Basslinewand angestachelt, mit einigen passenden Subbässen auf die Freundschaft zu trinken. Auf diesem Boden schaffen es nun auch die Melodieelemente vom Beginn, etwas mehr sphärische Struktur in ihren Tonfolgen zu etablieren, sodass sich in diesem Stück wieder eine herrlich deep anmutende Atmosphäre zu entwickeln weiß. Ein Kurzbreak lockert den progressiven Aufbau des Ganzen mit seiner Melodiekonzentration auf und schwört schließlich die entscheidende Wende in diesem Stück herauf, wenn sich statt der bisher überaus subtil agierenden Melodiekonstrukte ein aggressiv flehender Synthie die Melodieebene schnappt und trotz seiner leicht grenzwertigen Instrumentierung die Atmosphäre in innovativer Art und Weise für einige Momente intensiviert. Im Anschluss bereitet sich der Track bereits auf sein nahendes Ende vor, schließlich warten dort überzeugende 5/6 auf ihren (neuen) Besitzer. ;)

    Greetz,
    :: der hammer ::

    Erstmal vielen Dank für den Tipp, Yamchu! Mir ist dieser hervorragende Remix nämlich bisher leider vollkommen zu Unrecht entgangen, bei der Vielzahl an Remixen von Radiohead-Stücken gerät man schließlich allzu schnell ins Hintertreffen... ;)

    Bereits in seiner ursprünglichen Form entfaltet Nude jedenfalls eine solch erhabene Atmosphäre irgendwo zwischen schwebenden und myysthischen Klangwelten, wie sie in dieser Form nur Radiohead zu kreieren imstande sind. Sicherlich muss man die einzigartig andersartige Stimme von Thom Yorke mögen, um in diese Gefilde einzutauchen, denn da bildet auch der Ripperton 9$ Remix keine Ausnahme, schließlich ist es unter anderem der überaus gelungene Kontrast zwischen dem elegischen Gesang und dem anscheinend in der Tat direkt aus der Kalahari geborgten Techhouse-Drumming, welcher den aufmerksamen Hörer aufhorchen lassen sollte. Trotz der minimalen Instrumentierung mutiert der Untergrung mit der Zeit mehr und mehr zu einer entspannt groovenden Rhythmussektion, welche alsbald in einigen dezent eingesetzten Subbässen in leicht bedrohlicher Ausrichtung willkommene Unterstützung findet. Dennoch wird glücklicherweise auch die melodische Vorlage nicht außen vor gelassen, sodass zur Vocal-Drumming-Mélange nun vermehrt flächig-flirrende Andeutungen aus dem Original heranschweben und im folgenden Quasi-Break sogar in der Lage sind, auch ihren Freund und Kupferstecher in Form einer herrlich fadenscheinigen Melodielinie zu überreden, im hiesigen Track mitzumischen. Diese sorgt dabei in Zusammenarbeit mit dem Drumming auch erst einmal ohne die flirrende Flächenuntermalung, welche sich subtil in den Hintergrund verzogen hat, für eine nicht zu verachtende Intensivierung der mysthischen Atmosphäre. Mit dem Auftreten alternativer Flächen sowie wieder in Kooperation mit der Yorke'schen Gesangsebene schmeichelt das Ganze den Gehörgängen dennoch etwas eindringlicher. Dezente Arpeggios runden die melodische Ebene dabei ab, bevor das Stück sich allmählich fast unscheinbar wieder auf seine Basis zurückbaut und schlussendlich ein mehr als überzeugten hammer hinterlässt. Summa summarum bin ich daher auch nicht abgeneigt, mal wieder die verstaubten 6/6 aus dem Tresor zu holen, denn besser als Ripperton es hier getan hat, kann man Radiohead einfach nicht remixen! :yes:

    Zitat

    Original von deed
    hm, findest du echt, das use somebody in die schublade stadionrock gehört?
    sprich wie konsorten coldplay, snow patrol und und und?

    Jepp, in meinen Ohren ist das Stadionrock par excellence, der in dieser Form auch locker von einem U2-Album stammen könnte. Da reißt leider auch Caleb Followill's in der Tat einzigartig verruchte Stimme nichts mehr raus - für mich ein klassischer Skip-Track auf dem Album, das mit hervorragenden Stücken wie "Closer", "Crawl", "Cold Desert" und "Manhattan" diesen Tiefpunkt aber einigermaßen ausgleichen kann, wie ich dennoch finde. :yes:

    Ich bin mir nicht so sicher, ob ich die derzeitige Entwicklung der Kings of Leon vom schrammelnden 70ies-Garagenblues hin zum Stadionrock gutheißen soll. Der anfangs so herrlich unbedarft frische und juvenile Klang der Band (z.B. hier oder dort nachzuhören), die ich bereits seit dem ersten Album im Jahr 2003 verfolge, ist mit der Zeit irgendwie immer weiter verloren gegangen. Es ist zwar unbestritten positiv anzumerken, wenn sich eine Band nicht auf einen bestimmten Sound festzunageln scheint und auf jedem neuen Album eine gewisse "Weiterentwicklung" zu hören ist, aber muss es denn wirklich in solch anbiedernd-klebriger Stadionpopmasche vonstatten gehen wie in "Use Somebody", dem für meinen Geschmack übrigens nicht nur schlechtesten Stück auf Only By The Night, sondern des gesamten KOL-Schaffens!? Auch wenn auf diesem Album sicherlich immer noch ab und an das Können der Jungs aufblitzt, muss ich der großen Schar an Kritikern Recht geben: Das ist in der Tat das (für ihr Potenzial) schlechteste Album der Kings of Leon - nichtsdestotrotz würde sich manche glattgeleckte Formatrockband freuen, überhaupt erst einmal ein solch qualitativ immer noch sehr hohes Niveau erreichen zu können... :p

    Mit About You festigt das russische Brüderpaar mal wieder seinen exzellenten Ruf, düster quellende Atmosphären nicht nur in technoid inspirierten Instrumentalstücken zu entfalten, sondern diese auch in Zusammenarbeit sowohl mit männlichen (Blackfeel White) als auch mit weiblichen Stimmen (Avis Vox) in gewohnt intensiver Art und Weise zu positionieren. :yes:

    Freilich gelingt es den beiden natürlich auch nicht immer, Vocals und Trackarrangement in eine gelungene sphärische Einheit zu katapultieren, doch im hiesigen Original Mix ist diese Kunststück im Gegensatz zur letzten Moonbeam-Platte auf High Contrast Nu Breed, bei der ich mich eindeutig für den Dub Mix ausgeprochen hatte, für meinen Geschmack mal wieder überaus gelungen. Bereits zu Beginn trumpft das Ganze mit einem druckvollem Drumming auf, welches sich vor allen Dingen eine der dunklen Macht nicht ganz abgeneigten Schaukel-Bassline auf die Fahnen geschrieben hat und zunehmend erste sphärische Rauchzeichen in das deepe Trackgewand aussendet. Mit einer tröpfelnden Tonfolge in monotoner Bauart, einigen acid-inspirierten Begleitklängen im Hintergrund und wie immer herrlich austarierten Effektwellen nimmt das Stück nun zunehmend Fahrt auf für seine Reise in die Nebelschwaden der elektronischen Musik. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, fügen sich auch die bald einsetzenden Vocals von Avis Vox mehr als passend in dieses Konzept ein und überzeugen insbesondere durch ihre wehmütige Ausdrucksweise, welche der atmosphärischen Entwicklung des Tracks einen weiteren Intensitätsschub verleiht. Für die nötige Portion Abwechslung sorgt dabei nicht nur die immer wieder unterschiedlichen Zusammensetzungen der Trackelemente, auch eine recht trancig eingehüllte Melodielinie, welche die Vocals im Mittelteil ablöst, trägt ihren Teil dazu bei. Kaum merkbar legt das Ganze im weiteren Verlauf zwar eine kurze Breakpause inklusive erneuter Vocalübernahme ein, doch bald rollt der Wagen wieder, wenn sich das abwechslungsreiche Spiel aus Vocal- und Melodiephasen fortsetzt. Die russische Version der Vocals gefällt mir dabei noch einen Ticken besser, da sie durch ihren ungewohnten Klang die geheimnisvolle Atmosphäre des Ganzen noch verstärkt, nichtsdestototz dürften gleichwertige 5,5/6 mehr als angebracht sein. :D

    Der Terry Ferminal Remix auf der B-Seite geht seine Sache dann erstaunlicherweise technoider inspiriert an und kann sich in seiner Verschmelzung von progressiven und techigen Klängen ebenfalls sehen lassen. Mit einem Offbeat-Basslinefragment in recht monotoner Umgebung beginnt das Ganze dabei seine Reise, ehe sich nach einigen Momenten aus dem Hintergrund heraus die ersten melodischen Anleihen aus dem Original bemerkbar machen und in einem Kurzbreak schließlich auch die nun noch wesentlich dezenter auftretenden Vocals kurzzeitig heraufbeschwört. Im Anschluss konzentriert sich der Remix allerdings wieder auf sein heruntergeschraubtes Drumming, auf dem sich nun nacheinander mehrere Abwandlungen der Originalmelodien für einige Momente entfalten, meist aber schnell wieder in den Orbit entschwinden. Reichlich sphärische Gefilde streift der Remix dabei nicht, denn das Hauptaugenmerk liegt eher auf einer schiebenden Mininalprogtechhouse-Überarbeitung, welche alsbald ein weiteres Kurzbreak offenbart, in dem sich erneut Avis Vox mit ihrer Sangeskraft auszeichnet, gegen den Minimalismus des zwielichtig schielenden Untergrund aber dennoch nicht ankommt. Das ist aber auch gar nicht nötig, übernehmen doch trancige Stakkato-Alternativmelodien diese Position, ehe das Stück auf seinen letzten Metern wieder ohne diese, dafür aber mit einer weiteren Bassline sowie dem gewissen groovenden Druck antritt. Insgesamt eine interessante Alternative zum Original, welche mit nicht weniger als 5/6 beweihräuchert werden sollte... ;)

    Trotz der ansehnlichen Konkurrenz, welche von entspannten Proghouse-Klängen bei Kismet bis hin zu balearischer Sommeruntermalung bei Naico reicht, sehe ich in dieser Woche Mike Foyle vorn, dessen traumhaftes Gespür für unter die Haut gehende Melodiebögen einfach nicht erlischen will. ;)

    N'Abend zusammen!

    Bin beim Downloadshop-Durchstöbern in der letzten Woche mal wieder an einem ganz besonderen Schmankerl der elektronischen Musik hängengeblieben. Verantwortlich dafür zeigt sich der Hamburger Produzent Samuel Kindermann, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Einmusik, welcher vor einigen Tagen die dritte Veröffentlichung auf seinem Label Einmusika Recordings feiern durfte. Vor allen Dingen das erste Drittel der EP namens Atl Antis hat es mir dabei angetan und zeichnet sich durch melodisch feinsinnig austarierte Klänge irgendwo zwischen Tech House, Minimal und Neotrance aus, die bereits beim ersten Hördurchgang unweigerlich unter die Haut gehen und in dieser Disziplin so schnell auch erst einmal nicht wieder aufgeben. Das Ganze ist für meinen Geschmack wohl am ehesten mit der Trackbauweise von Guy Gerber zu vergleichen, sodass sich alle Sympathisanten seines Klangspektrums beim Besuch dieser Seite sicherlich ihre Freude haben dürften. :yes:

    Was Einmusik dazu bewogen, im Tracktitel Atl Antis aus dem untergegangenen Inselreich der griechischen Mythologie zwei Worte zu kreieren, hat sich mir bisher zwar noch nicht erschlossen, der Qualität des Stücks tut dies aber natürlich wie immer keinen Abbruch. Zu Beginn findet sich der Hörer erst einmal in einem minimal groovenden Trackbett wieder, welches allerdings bereits nach wenigen Momenten im Hintergrund die ersten subtil melodischen Andeutungen offenbart. Während diese sich nun klammheimlich immer weiter nach vorn arbeiten, bleibt auch das Drumming nicht untätig und holt sich stattdessen tatkräftige Unterstützung durch ein stakkatiertes Basslinefragment, welches sich ebenso der groovenden Ausrichtung des Ganzen verschrieben hat. Techhousige Effekte runden das Arrangement dabei ab und staunen nicht schlecht, wenn aus den zurückhaltenden Melodieandeutungen nun mittlerweile ernsthafte Anwärter auf die Vorherrschaft in diesem Stück werden und im Endeffekt durch ihre Präsenz einen Vorgeschmack auf die kommende sphärische Entwicklung geben. Diese hat sich nämlich vorgenommen, im anstehenden Quasi-Break eine überaus nahegehende Melodieinie in leicht retroidem Synthie-Anstreich aus dem Hut zu zaubern, sodass das Ganze nun in seinem loopartig-progressiven Vorgehen zusammen mit der herrlich sphärischen Melodiefolge unweigerlich an die Großtaten eines Guy Gerber erinnert. Die melodische Ebene erspielt sich im weiteren Verlauf mehr und mehr einen Lauf, der zudem durch flirrende Zwischentöne und subtile Flächenunterstützung die passenden Begleitklänge erhält. Die mysthische Ader des Ganzen gerät dabei auch in Kooperation mit dem Drumming nicht aus ihrer Bahn und dürfte alle Freunde des sogenannten "Atmospheric Techno" die Zunge schnalzen lassen. Auch die nötige Portion Abwechslung wurde nicht vernachlässigt, sodass sich die melodischen Vorzüge zwischendurch auch einmal für einige Momente zurückziehen müssen, sodass der Hörerschaft bis zum nächsten Break genügend Zeit bleibt, die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit der herrlichen Melodiefolge in schwindelerregende Höhen zu schrauben. Mit einer weiteren Melodiephase als Höhepunkt des Ganzen weiß das Stück jedenfalls ganz genau, wie es die Gehörgänge um den kleinen Finger wickeln kann, ehe es sich in wieder minimalerer Umgebung verabschiedet. Ich für meinen Teil komme summa summarum in meiner euphorischen Stimmung jedenfalls nicht um die Vergabe höchst überzeugender 6/6 herum... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Meine favorisierten Zehn im vergangenen Wonnemonat:

    {01} Dusty Kid - America --- Boxer Recordings
    {02} Ender - Permanent Lettering --- Klangwelt
    {03} Aris Grammenos - For Everything That Makes Me Cry --- No Border Recordings
    {04} Guy J - Lamur [Henry Saiz Remix] --- Bedrock Records
    {05} Bakke & Joni - Envision [Ilya Malyuev & Ormatie Remix] --- Enhanced Progressive
    {06} Stimming - The Kiss --- Diynamic Music
    {07} Moonbeam - When Tears Are Dropping The Sky --- Traum Schallplatten
    {08} Jaytech - Delta [PROFF Remix] --- AnjunaDeep
    {09} Mollono.Bass - Endlich Frühling --- Acker Records
    {10} Michael Cassette - Wateresque --- AnjunaDeep

    :huebbel:

    Gelungener zwanzigster No-Border-Streich, der unerklärlicherweise bisher an mir vorübergegangen ist und Aris Grammenos als Liebhaber progtranciger Melodieverwebungen entlarvt. ;)

    Das titelgebende Never Ending stellt sich dabei dennoch als schwächster Track der EP heraus und "trumpft" mit einer überaus unliebsam geratenen Offbeat-Bassline auf, welche zusammen mit typischer Deadmau5-Melodiethematik und der damit einhergehenden Übergänge stakkatierter in flächige Klänge und umgekehrt recht uninspiriert vor sich hinschlängelt. Auch die Breaks bieten neben dem altgedienten Laut-Leise-Schema und dem Aufkommen einiger subtiler Streicher keine allzu große Abwechslung und fügen sich damit nahtlos in die einschläfernde Atmosphäre des Stücks ein. Zudem machen sich immer wieder leichte Kopfschmerzen breit, wenn die Melodieelemente aus dem Break heraus vom einfallslosen Drumming hinterrücks überfallen und potenzieller sphärischer Intensität beraubt werden. Man kann dem Track seine vorhandenen guten Ansätze mit den melancholischen Melodieandeutungen sicherlich nicht absprechen, jedoch festigt sich in meinen Ohren mit jeder Sekunde mehr der Eindruck, dass Aris Grammenos hier mit seinem Machwerk wohl leider etwas zu früh zufrieden war. So kann ich diesem halbgaren Track auch nur durchschnittliche 3,5/6 auf dem Silbertablett servieren... :hmm:

    Wesentlich besser macht der Grieche es dann mit dem schon im Titel epochal aufspielenden For Everything That Makes Me Cry, welches genau die Kinderkankheiten ausmerzt, an denen sein Vorgänger in erheblicher Art und Weise litt. Denn hier wird der Hörerschaft nicht nur 10 Minuten sphärische Wärme (und das ohne jegliche Längen) vermittelt, sondern auch eine gewisse melancholische Ader mit auf die Reise genommen, welche sich in überaus gelungenen Melodiefolgen subtiler Bauart widerspiegelt und damit unabdingbar die Schwerelosigkeit dieses Stücks forciert. Zunächst noch subtil anschleichend nehmen die Melodieelemente aber schon bald das Ruder dieses Tracks in die Hand, sodass das Ganze sich in Zusammenarbeit mit einer galant rollenden Bassline bald vollkommen den tiefenentspannten Wohlfühlklängen hingeben kann. Auch im Break lassen sich diese nicht von einer langsam, aber stetig aus dem Untergrund liebäugelnden weiteren Bassline zurückdrängen und frönen ihrer sphärischen Durchschlagskraft, ehe dies im Anschluss dann doch noch gelingt und der Track dadurch für einige Momente sein abwechslungsreiches Drumming in den Vordergrund stellt. Gleichwohl sanft und durchdringend arbeitet sich das sommerlich melancholische Melodiegewand allerdings schnell wieder in seine ursrpüngliche Position, wobei sich nach wenigen Takten bereits das nächste Break ankündigt. In diesem werden dann in der Tat alle sphärischen Register gezogen, luxuriös ausgestattet mit weiteren Flächenklängen baut das Ganze nun eine wunderbar strahlende Klangkaskade, die einem unweigerlich unter die Haut geht, auf. Denn auch in Kooperation mit dem Drumming schafft es der Track, seine intensive Atmosphäre aufrecht zu erhalten und lässt den gemeinen Hörer mit einer Übermacht an progtranciger Eleganz nicht mehr los. Einfach nur groß und selbstredend mit überaus verdienten 5,75/6 garniert! :yes:

    Als Dritter im Bunde mangelt es Morning Touch zwar etwas an Eigeninitiative, da der Track im Großen und Ganzen doch sehr seinem Vorgänger in Arrangement, Aufbau und Atmosphäre ähnelt, doch auch hier kann die balearische Ausstrahlung des Stücks einiges von den angesprochenen Defiziten wieder wettmachen. Ein subtil im Untergrund grummelndes Basslinefragment bildet dabei die Basis des Ganzen, auf der sich alsbald die ersten warmherzigen Melodieandeutungen entfalten und auf mehreren Ebenen ihr sommerliches Arrangement offenbaren dürfen. Ein anstehendes Kurzbreak bringt in diesen Zusammenhang kurzzeitig eine an Saxophonklänge erinnernde Melodielinie ins Spiel, welche sich zwar nicht minder harmonisch in das sphärische Wohlklanggemälde einfügt, bis zum nächsten Break aber erst einmal wieder den bekannten Elementen den Vortritt lässt. Diese lassen ihre Chance dann auch nicht ungenutzt verstreichen und setzen sich dabei zunehmend in den Gehörgängen fest, ehe das besagte nächste Break nicht nur das Saxophon, sondern auch weitere Flächenwellen herauskramt, welche der sphärischen Entwicklung schließlich die Krone aufsetzen, sofern man davon in einer solch progtrancig-entspannten Umgebung überhaupt sprechen mag. Summa summarum nicht ganz so intensiv wie sein Vorgänger, aber mit runden 5,25/6 ebenfalls alles andere als schlecht bedient... ;)

    Nachdem die großartigen Progressive-Perlen Fanatic und Bali mittlerweile schon einige Jahre auf dem Buckel haben und ich eigentlich nicht mehr mit einer Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Terje Bakke und Joni Ljungqvist gerechnet hatte, freut es mich umso mehr, dass die beiden Skandinavier mit Envision jetzt noch einmal ihre Qualitäten im Doppelpack in unnachahmlicher Art und Weise unter Beweis stellen. :yes:

    Beim Original Mix packt mich jedenfalls bereits nach wenigen Momenten wieder dieses gewisse Progressive-Feeling anno 2004, wenn sich aus dem Hinterhalt die ersten sphärischen Flächen hervorarbeiten und bald zusammen mit einem angenehm schaufelnden Drumming einen wunderbar schwebenden Melodiefluss heraufbeschwören. Schon in dieser Phase schwingt eine gleichwohl deepe als auch unbeschwerte Ader in den Melodieandeutungen mit, welche sich im Laufe des Tracks mit zunehmender Intenisivierung der Melodieebene noch verstärken wird. Während sich dabei im Untergrund subtiles Basslinegrummeln etabliert, spielt sich im melodischen Bereich neben den hervorragend schwebenden Flächen eine weitere harmonische Melodielinie in den Vordergrund, sodass im anschließenden Break eine Welle voll sommerlicher Sehnsucht auf den gemeinen Hörer zurollt und ihn mit auf die Reise nimmt. Die wahrhaft progressive Melodieentwicklung lässt es sich dabei zudem nicht nehmen, noch zwei weitere sphärische Schmankerl zur Unterstützung hinzuzuziehen. Diese treten in Form von melancholischen Streichern und zurückhaltenden Gitarrenklängen auf und verhelfen der melodischen Ebene im Anschluss auch in Zusammenarbeit mit dem unaufgeregten Drumming zur Weiterführung der atmosphärischen Hängematte. Alles in allem ein nicht ungeeigneter Sommersoundtrack, der allerdings glücklicherweise nicht in seichten Gefilden ausgeschlachtet wird, sondern mit der nötigen Portion ausgereifter Tiefe daherkommt und daher insgesamt für meinen Geschmack mit nicht weniger als 5,5/6 belohnt werden sollte. :yes:

    Der russische Doppelsechser im Ilya Malyuev & Ormatie Remix streift dem Original dann ein am ehesten mit Neotrance zu übersetzendes Gewand über, welches sich in seiner Entwicklung zwar ebenso progressiv wie sein Vorbild zeigt, insgesamt aber ein gutes Stück sparsamer bzw. minimaler instrumentiert erscheint. Dies tut der atmosphärischen Entfaltung für meinen Geschmack allerdings keinen Abbruch, sodass der Remix bereits mit dem introhaften Flächendunst die sentimentale Ader des Originals mitgehen kann. Im Untergrund erscheint alsbald ein subtil klickerndes Drumming inklusive herrlich tröpfelnder Bassline, in dem sich zunehmend auch die Flächenandeutungen wohler fühlen und in wellenartigen Schüben die sphärische Intensität anschieben. Eine melancholisch seufzende Alternativmelodie in überaus heller Instrumentierung sowie weiteres Tontröpfeln entpuppen sich dabei als immens gehörgangsumgarnende Elemente, welche die sphärische Entwicklung allerdings nicht mehr so sommerlich ausschauen lassen, sondern wesentlich nachdenklichere Töne anschlagen. Vor allen Dingen in den unterschiedlichen Zusammensetzungen der Melodieelemente liegt dabei der Zauber dieses Remixes, welcher hinter jeder Ecke mit einer neuen Konstellation überrascht und damit die sphärische Intensität konstant hoch hält. Im letzten Drittel nimmt der Track dann in überaus subtiler Manier mehr und mehr Fahrt aus seinem Arrangement raus, bis sich schlussendlich nur noch die schummrigen Flächen vom minimalen Drumming umklickern lassen und dem Ganzen einen mehr als überzeugenden Abgang bereiten. Summa summarum ein Remix im wahrsten Sinne des Wortes, der dem Original locker die Stirn bietet und daher mit nicht weniger verdienten 5,5/6 bestückt werden sollte. :D

    Der Link zum Kris O'Neil & Simon Gain Remix ist leider tot, sodass ich eine Bewertung eventuell noch nachreiche, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass diese beiden mit ihrer Überarbeitung ihren Vorgängern das Wasser reichen können...

    N'Abend zusammen!

    Wenn uns da mal kein Wink mit dem Zaunpfahl ins Haus steht... Die neue Platte des israelischen Produzenten Guy J erinnert nicht nur im Titel in alles andere als subtiler Manier an die gute alte l'amour, sondern dürfte sicherlich auch von Freunden gut durchgewürfelter Genremischungen einiges von dieser ernten können. Lamur klingt jedenfalls in für meinen Geschmack in unwiderstehlicher Art und Weise nach einem sphärischen Rendezvous von Neotrance, Progressive House und Techhouse und festigt dabei den Eindruck, dass sich da drei fürs Leben gefunden haben. Auch die Labelfamilie Bedrock Records, auf dem das Ganze zusammen mit einem Remix des aufstrebenden Spaniers Henry Saiz Anfang Mai erschienen ist, dürfte sicherlich ob dieser glücklichen Zusammenkunft mehr als erfreut sein. Wer daran teilhaben möchte, sollte daher unbedingt unten folgende Links beachten. :yes:

    Der Original Mix trumpft dabei schon zu Beginn mit den ersten warm hallenden Flächen im Hintergrund auf, welche zusammen mit einem angenehm klickernden Drumming einen ersten Vorgeschmack auf die kommende sphärische Eleganz dieses Stücks bieten. Unaufgeregte Basslineandeutungen schleichen sich dabei in nicht minder beruhigender Manier in den Untergrund des Tracks und sorgen trotz ihrer zurückhaltenden Ästhetik für eine überaus groovende Weiterentwicklung in den tieferen Gefilden des Ganzen. Mit ersten angedeuteten Melodielinien, welche sich langsam aus der groovenden Basis herauskristallisieren, deutet das Stück im weiteren Verlauf dann sein eigentliches Schmuckstück an und erreicht bereits nach wenigen Momenten eine Intensivierung einer sommerlich-melancholischen Atmosphäre. Die Akkordwechsel vollziehen sich dabei - während die Melodieebene zunehmend mehr und mehr Raum ergreift - zudem in solch gemütsschmeichelnder Natur, dass es eine wahre Wonne ist, sich diesen hinzugeben. Erreichen die Melodieversatzstücke schließlich nach progressivem Anlauf ein Break, dürfte auch dem letzten die nun überaus trancig geratene Instrumentierung ins Auge springen, welche in ihren intensiven Klangfarben nun auch nicht davor zurückschreckt, den alten Anschwill-Trick aus der Mottenkiste herauszuholen. Da sich der Track dabei aber immer noch eine gepflegte Portion Subtilität bewahrt hat, wirkt die Entwicklung alles andere als heischend, sondern bewegt in einer herrlichen Balance aus trancigen Melodiestrukturen und auf dem Teppich gebliebenen Restarrangement. Im weiteren Verlauf schleichen sich die Melodielinien nach mehreren gelungenen Runden auf dem groovenden Untergrund dann wieder genauso entspannt in die Weite des sternenklaren Nachthimmels, wie sie in in ihrer schwebenden Manier von dort aus gekommen waren. Summa summarum sehe ich jedenfalls keine andere Möglichkeit, als an der Höchstwertung kratzende 5,75/6 zu verteilen. :yes:

    Der Henry Saiz Remix auf der B-Seite steht dem Original dann in keiner Facette nach und überzeugt mich wieder einmal vor allen Dingen mit seinem Steckenpferd, der abwechslungsreich-spannenden Melodieüberarbeitung, mit der mich der Spanier bereits seit geraumer Zeit mit jedem neuen Track aufs Neue vom Hocker reißt. Zu Beginn schwingen auch hier bereits die ersten Melodieandeutungen im Hintergrund mit und deuten schon in diesem Stadium mit ständig wechselnder Intensität und Instrumentierung die Stärke des Remixes an. Die sich anschickende Bassline scheint wiederum Anschauungsunterricht in elektroiden Gefilden genommen zu haben, schafft sie es doch, ihren knarzenden Druck schnell aus dem Untergeschoss und hinein in das Herz des Tracks zu beordern. Nach 2 Minuten schnellen dann auch die ersten Fragmente der bekannten Melodielinie aus ihrem wohlbehüteten Zuhause heraus und sorgen in immer intensiveren Klangschüben für eine im Vergleich zum Original nicht minder gespannte Atmosphäre, welche hierbei allerdings noch etwas düsterer zu Tage tritt. Die Instrumentierungen wechseln dabei in ähnlich schneller Reihenfolge wie Frauen ihre Schuhe und sorgen damit für ein in keinem einzigen Moment abfallendes Spannungsmoment, welches im anstehenden Break schließlich mit seinen Stakkato-Legato-Verwandlungen noch einmal alle Register zieht. Zur Beruhigung der Gemüter erteilt sich das Ganze im Anschluss erst einmal eine auf das Drumming reduzierte Verschnaufpause, in der besonders eindrucksvoll der elektroide Basslineverschnitt zum Tragen kommt, ehe die ersten Melodiefragenten bereits zur nächsten melodischen Invasion ansetzen. Auf mehreren Ebenen tanzen die Melodietöne dabei regelrecht von Instrumentierung zu Instrumentierung, von Oktave zu Oktave und schwillen zum sphärischen Höhepunkt des Ganzen nach einem weiteren Kurzbreak an, bis sich das Ganze allmählich auf den Weg zum Ausgang vorbereitet. Alles in allem 10 Minuten Ekstatse auf höchstem Niveau, die auch das Original noch leicht toppt und für meinen Geschmack mit nicht weniger als verdienten 6/6 überhäuft werden sollte. ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Klares Votum für Schulzes Alter Ego Dakota, dessen Track zwar mit überflüssiger Uplifting-Variante daherkommt, insgesamt aber dennoch die schwache Konkurrenz locker in Schach hält... ;)

    Sehr abgefahren und leidenschaftlich tritt auch immer Stephan Bodzin als Live-Act in Erscheinung - hatte bereits die Gelegenheit, ihn einmal live zu erleben und war ziemlich begeistert von der klanglichen Vielfalt, die er seinen ohnehin schon überaus genialen Tracks durch sein unentwegten Hin- und Herschrauben an seinem Equipment verleiht. Dütt und datt vermögen dabei nur einen kleinen Eindruck zu geben... ;)

    Nach den beiden etwas schwächeren Jahreszeiten-EPs (Winter und Summer) kehren die beiden Finnen Matti Heininen und Erkka Lempiäinen als Michael Cassette mit diesem frischen Two-Tracker in ihre Erfolgsspur zurück und liefern zwei in meinen Ohren mehr als gelungene Kostproben ihres retrosynthiebehafteten Progressive House mit unverkennbar tranciger Note ab. :yes:

    Die beruhigenden Himmels- und Klangfarben von Magenta Sunset orientieren sich zwar am typischen Michael-Cassette-Sound, heben sich durch ihre ausgeklügelte Melodiearbeit und Drummingstruktur aber dennoch vom etwas festgefahrenen Sound der beiden letzten Veröffentlichungen ab. Schon zu Beginn wird der Hörer mit subtil im Hintergrund schimmernden Flächen geködert, welche sich zunehmend mehr Raum im Track erarbeiten und in Zusammenarbeit mit den ersten stakkatierten Melodietönen das Ganze nicht nur in sphärischer Hinsicht in Richtung sommerlicher Gefilde schicken, sondern auch ein für MC-Verhältnisse zuerst noch recht zurückhaltendes Drumming heraufbeschwören. In diesem regiert eine heruntergeschraubte Bassline elektroider Natur, welche parallel zu den nach kurzzeitiger Zurückhaltung wieder erstarkten Flächen immer wieder in spannungstechnisch gelungener Manier auf und ab schlendert, um das Ganze schließlich in ein erstes Break zu entlassen. Dort trumpft erneut die stakkatierte Melodielinie auf, welche zusammen mit Flächen und Bassline ein angenehm atmosphärisches Umfeld aus gehörgangsschmeichelnder Wärme zu entfalten weiß und auch in Kooperation mit dem Drumming nicht nachlässt, dies zu betonen. Unterstützung erhält die Tonfolge zudem von einigen weiteren Melodieschnipseln, welche zwar etwas zu viel Deadmau5-Inspiration intus haben, dennoch aber auch in ihrer Solophase keinesfalls zu aufdringlich wirken. Elektroid angehauchte Melodietöne bestimmen auch das folgende Break, an dessen Anschluss wieder die beherrschende Tonfolge das Ruder an sich reißt, um dem Track in gelungen unaufgeregter Manier mit sommerlichem Glanz zu versorgen. Im letzten Break schleicht sich dann noch eine flirrende Tonebene in den Vordergrund, ehe die bekannten Melodieelemente ihr letztes Stelldichein in Form einer anschwillenden Klangwalze geben und das Ganze sich im Anschluss mit groovendem Basslineverschnitt und leicht verwirbelten Melodieandeutungen langsam aus dem Staub macht. Alles in allem sehe ich jedenfalls keinen Grund, weniger als grundgute 5/6 für dieses Stück zu vergeben. :D

    Noch etwas besser, weil variantenreicher, macht es dann im Anschluss Wateresque, welches die bekannt retrobehaftete Michael-Cassette-Mentalität mit einem düster groovenden Untergrund à la Komytea kreuzt und damit für meinen Geschmack seine Sache einfach noch runder klingen lässt. Mit seinen minimalen Effekten ist davon zu Beginn zwar noch nicht allzu viel zu erkennen, die stetige Steigerung des Tracks wird aber bereits nach wenigen Momenten Einwirkzeit offensichtlich, bis mit dem Einsetzen einer zwielichtig rollenden Bassline der erste lokale Höhepunkt erreicht ist. Diese versprüht in ihrer monotonen Bauweise sowie den dazugehörigen brummenden Subbässen nicht nur eine gesund düstere Atmosphäre, sondern fungiert auch als zunehmend beliebtere Spielweise für erste arpeggierte Melodieandeutungen. Das sphärische Spiel des Untergrunds gestaltet sich dabei nun zunehmend intensiver und ist auch nicht davor gefeit, mit weiteren Melodiearrangements in perlender Instrumentierung eine gelungene Symbiose einzugehen, welche besonders von ihrem kontrastreichen Zusammenspiel aus düster dreinschauender Basis und hell erleuchteter Melodieinvasion lebt. Kurz vorm Break lässt es sich der Untergrund allerdings nicht nehmen, noch einmal kurzzeitig die Melodieebene in einem Hinterhalt zu überwältigen, ehe im weiteren Verlauf das düstere Element erst einmal vor den strahlenden Synthieklängen kapitulieren muss. Ausgestattet mit dem gewissen Etwas fährt das Break dabei zwar wieder etwas beruhigendere Töne in der sphärischen Entwicklung des Tracks auf, bekommt aber durch die sich bald erneut aufschwingende Bassline schnell wieder willkommenen Gegenwind, der sich auch in der folgenden Phase nicht zu rasch wieder unterkriegen lässt. Die perlenden Melodieklänge vom Beginn schaffen es dennoch, das düstere Dickicht zu durchbrechen und erneut einen spannenden Kontrast heraufzubeschwören, der im Höhepunkt schließlich auch die herrliche Melodiefolge aus dem Break aus ihren Fesseln befreit. Dezente Rückbesinnung auf den Untergrund des Ganzen leitet schließlich die letzte Runde des Stücks ein, bei dem mich meine euphorische Ader gerade zu imho verdienten 5,75/6 hinreißen lässt... ;)

    In der Tat ein respektabler Organic-Nachfolger, den uns die beiden gestandenen holländischen Produzenten Marco Verkuijlen und Sander van Doorn hier mit What Say? auftischen! Schön auch zu beobachten, dass die beiden sehr großen Wert auf Gleichberechtigung in ihrer Zusammenarbeit legen, sodass das Ganze nun auf Sanders Label Doorn Records veröffentlicht wird und dieser auch der erstgenannte Trackverantwortliche ist, nachdem dies beim Vorgänger genau umgekehrt der Fall war. :D

    Der Original Mix braucht sich dabei jedenfalls nicht zu beschweren, mit zu wenig Druck auf die Welt gekommen zu sein, enthüllt er doch von Beginn an ein unverkennbar nach vorn ausgerichtetes Klangbett, welches mit allerlei Effektspielerei und ersten mysthischen Melodieandeutungen im Hintergrund deutlich die Marschroute vorgibt. Aufkommende Monotoniegedanken sind dabei ebenso gewollt wie der Auftritt von markanten Glockenspielklängen, welche sich alsbald aus dem effektgeschwängerten Untergrund lösen und dem Ganzen eine ähnlich verstörende Atmosphäre mit auf den Weg geben wie jüngst im "O (Omen)" von The Prodigy gehört. Mit subtiler Melodieunterstützung gestaltet sich zudem auch die Intensitätsentwicklung des Stücks im kommenden Break ähnlich, wenn nach anfänglicher Flüsterbedrohung wie Phönix aus der Asche eine überaus druckvolle Bassline-Ebene heranrauscht und schon nach wenigen Momenten den Track mit ihrer treibenden Klangspirale vereinnahmt hat. Denn auch in Kooperation mit dem bisherigen Drumming offenbart sich das unmissverständlich nach vorne ausgerichtete Potenzial dieses Tracks, welcher allerdings keinesfallls mit immer wieder passend eingesetzten "Beruhigunsphasen" geizt und damit in bester Manier das altbekannte Laut-Leise-Schema bedient. Zwischenzeitliche Break-Andeutungen mit dem verstörendem Glockenspiel sorgen dabei genauso für die gewisse Portion Abwechslung wie zurückhaltende Flächenwände im Hintergrund, welche der Düsternis frönen, sodass sich der gemeine Hörer im Anschluss noch intensiver der treibenden Kraft der Bassline-/Melodiefragment-Mélange hingeben kann. Mit der Rückkehr zu minimaleren Toneinwürfen begibt sich das Ganze schließlich auf seine letzten Metern, ehe es sich endgültig imho überaus verdienter 5,25/6 sicher sein kann. :yes:

    Reichlich technoidere Zutaten schaufelt im Gegensatz dazu dann der Koen Groeneveld Remix an, welcher sich des Originals erst einmal nur in Form eines Basslinefragments annimmt, welches mit kaum minder intensiver Ausstrahlung die Basis dieses Stücks bildet. Der Weg bis dorthin gestaltet sich dennoch weitaus weniger hektisch, da sich jenes seinen Platz langsam, aber stetig erarbeiten muss und nicht wie in einem Rausch zugespielt bekommt. Dadurch fällt der Blick erst einmal unvermeidlich auf die minimale Struktur des Ganzen, auf welcher sich die Bassline bald einzunisten versucht, sodass man sich statt in Raver-Pose in gepflegt groovendem Mitwippen wiederfindet. Einige kleine Bassline-Aussetzer begleiten das Trackgewand dabei, bis sich das Ganze auf ein Break einigt, welches mit den nebelumhangenen Flüstersamples auch die bekannte Glockenspielmelodie auffährt, die mit angenehm mysthischen Echoklängen versehen ist, dabei aber eine nicht ganz so verstörende Wirkung mit sich bringt wie im Original. Dafür versteht sie sich umso besser mit dem aus dem Untergrund langsam wiederauferstehenden Basslinefragment, welches allerdings am Ende des Breaks leider kurzzeitig in unsägliches Schwurbeln ausufert. Im Anschluss liefert der Remix dann wieder altbewährtes Grooven auf der technoid nach vorn schauenden Bassline sowie immer wieder passend eingeworfene Flüstereffekte und Soundspielereien ab, wobei aber im weiteren Verlauf in meinen Ohren die Spannung, die alte Sau, irgendwie falsch abgebogen zu sein scheint. Anders lässt sich der Verfall in recht beliebiges Techhouse-Rauschen, dem das Ganze im letzten Drittel erliegt und damit auch seine Wertung leicht auf 4,5/6 schmälert, für meinen Geschmack nicht erklären. :p

    Einer TOTM-Wahl würdig präsentieren sich für meinen Geschmack nur die beiden Herren Marco V und Gareth Emery mit ihren unmissverständlichen Peaktime-Gassenhauern... ;)

    Dass ich mal einen Track des französischen Dreamteams Caroline Hervé alias Miss Kittin und Michel Amato alias The Hacker im hiesigen Forum rezensieren würde, hätte ich mir vor nicht allzu geraumer Zeit sicherlich selbst nicht geglaubt. Mit 1000 Dreams, der ersten Singleauskopplung aus dem einfach und prägnant Two betitelten zweiten Album, ist allerdings eine solch synthielastig-sphärische Angelegenheit geworden, dass der Eintrag in unserer Tracksrubrik für meinen Geschmack mehr als gerechtfertigt erscheint. :yes:

    Der Original Mix, zu dem es (natürlich radiogerecht zurechtgeschnitten) hier auch ein unprätentiöses Lofi-Video zu bestaunen gilt, gibt sich jedenfalls von Beginn an keine Mühe, seine 80er-Synthie-Affinität zu verstecken und setzt sich mit seiner monotonen Stakkato-Bassline sowie charakteristischen Retro-Claps auch prompt im Tanzbein fest. Einige arpeggierte Melodieandeutungen bilden dabei den gelungenen Vorlauf für die sich bald entfaltende Melodielinie in flächiger Instrumentierung, auf der auch Miss Kittin alsbald ihre wie immer in gekonnt abgehangen-gelangweilter Ausdrucksweise gebettete Stimme erheben darf. Dass sie sich dennoch nicht auf diesen Gesangsstil reduzieren lässt, beweist wiederum der anstehende Refrain, in dem sie zunehmend weitere sphärische Unterstützung in Form von markant schwirrenden Flächen erhält und gelungen aus ihrer distanzierten Haltung ausbricht. Da sich das Stück recht songorientiert präsentiert, wiederholt sich dasselbe Melodiespielchen noch ein weiteres Mal im altbekannten Strophe-Refrain-Aufbau, sodass genügend Zeit und Raum für die Entfaltung der retrobehafteten Synthieklänge bereitsteht, in denen diese voll von spacigem Anmut die Atmosphäre in mysthisch-verträumte Gefilde katapultieren. Ein weiterer Glanzpunkt dieser Entwicklung stellt das mittige Break dar, in dem sich eine der Melodien auf Solofahrt begibt, ehe sich anschließend Miss Kittin und das restliche Arrangement wieder dazugesellen. Den Schlussspurt leitet schließlich eine kurze Bassline-Phase ein, welche sich allerdings schnell wieder mit den bekannten Elementen füllt und das Ganze mit seinen markanten Synthietönen hin zu letztendlich ziemlich überzeugenden 5,5/6 führt. :yes:

    Der Maxime Dangles Remix kann dann im Anschluss wie erwartet mit dem Original nicht mithalten, wenn er dieses in techhousige Gefilde entführt und dabei etwas zu spendabel mit einigen verwirrenden Effekten um sich wirft. Anfangs steht dabei ein zerfetztes Basslinefragment im Vordergrund, welches in nebelhornartiger Struktur die ersten durch den Fleischwolf gedrehten Vocalandeutungen heraufbeschwört. Auch die synthielastige Melodieebene zeigt sich dabei in einem grundlegend veränderten Konzept, in dem sie in loopartigen Wellenbewegungen viel von ihrer ursprünglichen Klarheit einbüßt und damit den repetitiven Charakter dieses Remixes verdeutlicht. Erstaunlicherweise greift man im ersten Break dann doch kurzzeitig auf die Originalvocals zurück, ehe sich das Ganze wieder mit seinen Fragmenten verschanzt, welche mit der Zeit zwar eine gewisse Eigendynamik entwickeln, die sphärische Intentität des Originals aber zu keinem Zeitpunkt mitgehen können. Ein weiteres Break bringt dann erneut Miss Kittin zum zweiten nicht-fragmentierten Einsatz, an den sich dann eine Orgie an wirr aufspielenden Effekten anschließt, welche ihren zwischenzeitlichen Rückzug nur andeutet und für meinen Geschmack in ihrer aufdringlichen Art irgendwie nicht so recht in das Remixkonzept passen mag. Ein letztes Kurzbreak schickt die Effekte dann zwar wieder ins Nirwana, die restlichen Momente gehören jedoch schon dem Trackrückbau, sodass ich mich im Endeffekt auf nicht mehr als recht durchschnittliche 4/6 einigen kann. :hmm:

    N'Abend zusammen!

    Der Hamburger Produzent Martin Stimming weiß mich nicht erst seit gestern immer wieder mit seinen ausgefeilten Tracks irgendwo zwischen Deep House, Neotrance und Minimal Techno zu begeistern und war sich daher auch im hiesigen Forum bereits einiger Rezensionszeilen von meiner Seite sicher. Mit Reflections steht seit Anfang April nun sein Debütalbum in den Startlöchern, auf dem er erneut beweist, wie gelungen filigrane Trackstrukturen mit subtilen Melodiekonstrukten einhergehen können. Als eindrucksvollster Track des Silberlings kristallisiert sich dabei für meinen Geschmack The Kiss heraus, was die Qualität der übrigen 10 Stücke (Anspielltipps: "Silver Surfer", "Song For Isabelle" und "Sunday Morning) allerdings in keinem Moment schmälern soll. Wer sein Herz gern für sphärische elektronische Musik abseits miefiger Genregrenzen öffnet und auch vor einer gewissen Minimal-Ästhetik nicht kapituliert, sollte daher schnellstens diesem Album sein Gehör schenken. Erschienen ist das Ganze übrigens - wie könnte es anders sein - auf Stimmings Label Diynamic Music. :yes:

    Auf dem Album fungiert The Kiss zwar als überaus gelungener Abschlusstrack, versprüht dabei aber eine solch einzigartig sphärische Mischung aus mysthischen und euphorischen Tönen, dass es dem gemeinen Hörer sehr schwer gemacht wird, einem weiteren Albumdurchlauf abgeneigt zu sein. Schon zu Beginn wird man von angenehm plätschernden Wellenklängen erwartet, welche einem sanft klickernden Drumming den Weg bereiten, sodass der Track es sich in Zusammenarbeit mit im Hintergrund agierenden, stakkatierten Melodieandeutungen in einem angenehm deepen Rahmen gemütlich macht. Die Melodieandeutungen pflegen dabei zwar erst noch ihre galante Zurückhaltung, in einem ersten Break lassen sie es sich dann aber doch nicht nehmen, langsam aber stetig aus ihrer beruhigenden Umgebung emporzusteigen und schließlich in zunehmend flächigerer Instrumentierung die Atmosphäre des Ganzen zu intensivieren. Beim Ausgang aus dem Break wirkt die Melodiestruktur zwar kurzzeitig deadmau5ig inspiriert, dieser Eindruck legt sich jedoch so rasch wieder, wie er gekommen ist, sodass man sich endlich vollends der nun wesentlich tranciger aufspielenden Stakkatomelodie hingeben kann. Diese greift schließlich unmissverständlich zur Vorherrschaft in diesem Track und lässt sich dabei auch nicht von immer wieder eingeworfenen Melodiesprengseln mysthischer Natur aus dem Konzept bringen. Vielmehr spielen sich die beiden Elemente immer wieder gekonnt die sphärischen Bälle zu und lassen den Track dadurch in einem abwechslungsreichen Zickzackkurs irgendwo zwischen frühlingshaften Euphorieschüben und deeper Eisheiligen-Ästhetik herumkurven. Ein letztes Aufbaumen der Melodiespur in Form von flächiger Aufplusterung leitet dann die letzten Momente des Stücks ein, das sich gekonnt von seinen überaus unaufgeregten Wellenklängen nach Hause tragen lässt und die Stakkatotöne wieder mit einem beruhigenden Schleier versieht. Die in meinen Ohren mehr als verdienten 5,5/6 kann dieser allerdings nur kurzzeitig versteckt halten... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Allein die in der Tat gelunge Remixarbeit von Cosmic Gate reicht für meinen Geschmack nicht für einen Spitzenplatz, wenn die restlichen Sachen jeweils ohne Ausfall im Kollektiv auskommen. Die Wahl gestaltet sich dennoch schwieriger als geplant, da sich Second Left, Andrew Bennett und Mr. Pit auf einem qualitativ ähnlich guten Niveau befinden... Habe also mal galant den fairen Würfel, welcher sich anscheinend Second Left verbunden fühlt, entscheiden lassen. ;)

    Das Label Klangwelt muss ich mir unbedingt merken und bedanke mich schon mal brav bei summer.sun für den Tipp, denn mit Permanent Lettering durchfährt der mir bisher unbekannte Produzent Ender in einer epischen Laufzeit von 11 Minuten ein solch herrlich intensives Sammelsurium an abwechslungsreichen Klangfarben, dass man beim Hören in einen beinah schon spirituellen-trancigen Zustand gerät. Schuld daran sind zum einen die melodischen Rafinessen, mit welchen der Track die gemeine Hörerschaft bereits zu Beginn zu fesseln weiß: Subtil-abstrakte Flächen kreieren dabei die ersten Andeutungen einer undurchdringbaren Deepness und lassen sich auch im weiteren Verlauf in Zusammenarbeit mit einem verschachtelten Drumming aus minimalen Gefilden nicht davon abbringen, die Atmosphäre des Tracks stetig, aber kaum merkbar zu intensivieren. In einem ersten Break vervielfacht sich die Melodieebene dann aber doch merklich und spielt mit experimentellen Stakkatowellen sowie einer unaufgeregten Bassline, welche die flirrenden Klänge in ihrer düster angehauchten Ruhe passend konterkariert. Die progressive Entwicklung der Melodielinien steht damit allerdings erst am Anfang, sodass dem Hörer im Anschluss zusammen mit dem minimalen Drumming eine interessante Mutation hin zu einer wabernden Struktur kredenzt wird, ehe sich die melodischen Töne wieder in den Hintergrund zurückziehen. Allzu lang hält dieser explosiv zischende Zustand allerdings nicht an, schälen sich doch alsbald erneut melodische Ausrufezeichen aus dem Untergrund heraus. Unterlegt mit schimmernder Flächenmonotonie zeigen sich diese als warme Fragmente, welche zunehmend flächiger agieren und mit einigen weiteren Flächen aus der ersten Trackhälfte auch sphärisch bald wieder erstaunlich intensiv zu überzeugen wissen. Auf dem Höhepunkt dieser Entwicklung spielt das Stück zudem gekonnt mit der Erwartungshaltung des Hörers und konfrontiert ihn statt eines majestätischen Anwachsen mit experimentellen Abwandlungen der Melodielinien. Die überaus spannungsreiche Entwicklung setzt sich schließlich in einem weiteren Break fort, in dem sich aus einer der bekannten Melodiefolgen ein herrlich melancholisches Kleinod entfaltet und dem Track auch auf seinen letzten Metern keinen Deut von seiner einnehmenden Wirkung stiehlt. Alles in allem eine wahnsinnig intensive Angelegenheit, welche genau meinen Geschmack trifft und mit nicht weniger als bescheidenen 6/6 belohnt werden sollte. :yes:

    M.I.K.E. stellt für mich in dieser Woche den einzig wählbaren Titel dar und hebt sich trotz seines gefühlt fünfhundersten Pseudonyms aus der restlichen Einheitsdudelei heraus. :yes:

    Zitat

    Original von Schippi
    und nun treffen mit Manu und Barca meine zwei internationalen Lieblingsclubs aufeinander...

    Hätte ich diesen Satz formuliert, wäre er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit einer mehr als gehörigen Portion Ironie gespickt gewesen... :dead:

    Chelsea hatte das Finale nach dem Spielverlauf für meinen Geschmack auf jeden Fall verdient - wenn da nicht der gewisse Antipathieträger namens Dusel in der Nachspielzeit gewesen wäre. Dafür hätte ich auch getrost auf die PS-Anmerkung von meinem Vorgänger verzichten können.

    N'Abend zusammen!

    Die Begutachtung frischer Tracklieferungen aus dem Hause Pig & Dan gleicht oftmals einer spannenden Wundertüte, da sich Igor Tchkotoua und Dan Duncan über die Jahre hinweg einen solch breiten musikalischen Horizont geschaffen haben, dass man im nächsten Moment sowohl in druckvoll-trockenen Techhouseklängen als auch in neotrancigen Gefilden landen kann. Im Optimalfall ergänzen sich die unterschiedlichen Einflüsse zu einem von allen Genregrenzen losgelösten Ganzen, was den beiden (Wahl-)Spaniern nicht nur mit ihrer letzten Platte auf Cocoon für meinen Geschmack erneut mehr als überzeugend gelungen ist, denn auch mit ihrer neuen EP auf Yoshitoshi schlagen sie ein weiteres überaus facettenreiches Kapitel ihrer noch nicht einmal im Entferntesten an so etwas wie Langeweile erinnernden Trackhistorie auf. Aussagekräftige Hörproben des im letzten Monat bisher nur digital erschienenen Two-Trackers findet ihr dabei wie immer unter den unten folgenden Links. :yes:

    Mit seinen echobelasteten Effekten schnappt sich Cubes jedenfalls schon zu Beginn im Handumdrehen die Aufmerksamkeit der werten Hörerschaft und untermauert seine druckvollen Maßstäbe sogleich mit einem satten Beat, unter welchen sich alsbald auch eine elektroid beeinflusste Bassline legen darf. Ausgestattet mit einem herrlich groovenden Drang nach vorn sowie einigen atonalen Ausreißern gestattet sich selbige erst einmal eine gelungene Solofahrt, ehe sich aus dem Untergrund fast wie Phönix aus der Asche eine Tonebene emporarbeitet und sogleich im nächsten Kurzbreak durch ihren anschwillenden Charakter für einen ersten Schwall spärischer Intensität sorgt. Als passender Kontrast reduziert sich das Stück im Folgenden allerdings wieder auf seine groovende Basis, in der die Bassline nun in leicht alternierter Form auftritt und in dieser Formation einige interessante Melodiefragmente heraufbeschwört. Diese sind zwar anfangs noch nicht in der Lage, in ihrer minimal inspirierten Struktur die sphärische Komponente des Tracks zu unterstützen, doch mit Hilfe der Bassline vom Beginn und der anschwillenden Tonebene entsteht im nächsten Kurzbreak eine nicht minder stimmungsvolle Klangcollage. Zudem funktioniert die eher düster angesiedelte Atmosphäre anschließend nun endlich auch in Zusammenarbeit mit dem restlichen Drummming und steht dabei in meinen Ohren in bester Neotrance-Tradition. Mutieren die Melodieelemente dann in zunehmend monotoner gestaltete Klangwellen, ist die Zeit für eine weitere Melodielinie gekommen, welche sich im letzten Drittel langsam, aber stetig aus dem Basslinegrummeln herausbeordert und schlussendlich den Track in einem mehr als überzeugenden Outro zu Ende bringt. Abwechslung wird hier also groß geschrieben und trägt ihren Teil zu imho überaus verdienten 5,75/6 bei. :D

    Mit Heat reicht das Produzentenduo zwar nicht ganz an die Qualität seinen Vorgängertrack heran, präsentiert aber dennoch eine mehr als passable Genremischung aus techhousigen, minimalen und progressiven Einflüssen. Das Ganze badet dabei zu Beginn noch in herrlich subtilen Klangtupfern, welche nach kurzer Einwirkzeit bereits die ersten minimalen Alternativtöne zur Seite gestellt bekommen und in Kooperation mit diesen schließlich eine stakkatierte Bassline aus ihrer Ruhestätte locken. Das Ende der melodischen Fahnenstange ist damit allerdings mitnichten erreicht, entfalten sich doch schon in der nächsten Phase, in der sich die Anfangstöne kurzzeitig zurückhalten, eine elektroid schimmernde Loopmelodielinie, die sich besonders auf dem stochernden Untergrund mehr als wohl zu fühlen scheint. Für die nötige Portion Abwechslung sorgen dabei immer wieder eingebaute Instrumentierungswechsel, welche die Melodieandeutungen in einem fluoreszierenden Klangwandel zu verewigen scheinen. Zwischenzeitlich darf allerdings auch die Bassline kurzzeitig einmal das Heft in Solomanier in die Hand nehmen, sodass sich das bekannte Melodiegesprenkel erst allmählich wieder in Komplettbesetzung zusammenfinden kann. Ein flirrender Synthie leitet dann - sofern man in einem solch progressiv aufgebauten Stück wie diesem überhaupt davon sprechen mag - den Höhepunkt des Ganzen ein, wenn er sich in überaus sphärischer Manier für einige Momente beschwichtigend über das bisherige Arrangement legt. Fast unbemerkt baut sich der Track dann im Anschluss wieder zurück und verpasst dabei fast die feierliche Übergabe hörens- und sehenswerter 5/6... ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    N'Abend zusammen!

    Nachdem die Drone EP vom kanadischen Produzenten Glenn Morrison bereits letzte Woche bei der TOTW-Abstimmung zur Auswahl stand und - wie sollte es auch anders sein - meine Stimme in Nullkommanix einzuheimsen wusste, möchte ich dieser facettenreichen EP nun auch ihren wohlverdienten Platz in der hiesigen Tracksrubrik zugestehen. Schließlich stellt Glenn Morrison mit dieser erneut eindrucksvoll seine klangliche Bandbreite in den progressiven Gefilden der elektronischen Musik unter Beweis, welche hierbei von ambienten Einlagen über deephousige und techhousige Strukturen bis hin zu trancigen Inspirationen reicht. Erschienen ist der 4(!)-Tracker jedenfalls digital beim hauseigenen Label Morrison Recordings, das sich ja mittlerweile auch unter den immer weiter expandierenden Armada-Fittichen befindet... ;)

    Den Höhepunkt der EP stellt für meinen Geschmack eindeutig Starship Road dar, welches mit seiner wunderbar deep gehaltenen Ästhetik eine beruhigend warme Atmosphäre zu verbreiten vermag. Anfangs schmeckt das Ganze mit seinen hypnotisierenden Melodieflecken, welche sich in zahlreichen Instrumentierungen auf einem entspannten Drumming einfinden, zwar unverkennbar nach Deep House, entwickelt sich im weiteren Verlauf aber zunehmend in Richtung progressiverer Gebiete, bis sich im Mittelteil schließlich sogar trancige Anleihen ausbreiten dürfen. Im ersten Kurzbreak stehen aber erst einmal die leicht stakkatierten Melodieandeutungen im Vordergrund, welche sich im Anschluss zugunsten einer herrlich subtil groovenden Bassline kurzzeitig zurücknehmen, dann aber doch sanft, aber stetig ihren Platz in diesem Track wieder zurückerobern, sodass sich der gemeine Hörer bereits in dieser Formation in eine atmosphärisch galant schwebende Hängematte legen kann. Nach einem weiteren Kurzbreak ist dann auch für die melodischen i-Tüpfelchen dieses Stücks kein allzu weiter mehr Weg zu beschreiten, um sich in herrlich zurückgelehnter Art und Weise in die Gehörgänge zu schmeicheln und diese mit ihrem frühlingsbeladenen Synthie-Umhang zu verwöhnen. In der weiteren Entwicklung halten sie sich zwar wieder zurück, doch die bekannten Melodiefragmente wissen mit ihrer abwechslungsreich progressiven Instrumentierung auch auf Solopfaden bestens die sphärische Fahne hochzuhalten, was besonders in einem ausnahmsweise einmal etwas länger gehaltenen Break hörbar wird, an dessen Schlusspunkt sich die groovende Bassline endgültig als die gute Seele dieses Tracks feiern lassen darf. Bevor sich das Ganze dann im Anschluss auf seine letzten Meter begibt, frönt die Melodieebene doch noch für einige letzte Momente den schwebenden Synthietönen und sorgt damit für einen mehr als versöhnlichen Abschluss, der die für meinen Geschmack verdienten 5,5/6 überzeugend untermauert. :yes:

    Für die anderen drei Tracks konnte ich zwar keine komplette Hörprobe ausfindig machen, die Ausschnitte bei den einschlägigen Downloadportalen vermittelten mir aber folgende Eindrücke:

    Reichlich technoide Einflüsse intus scheint Detune Your Drone zu haben, welches teilweise mit sägenden Effektwellen ausgestattet wenig Melodieauslauf zu bieten hat, denn auch ohne erstere herrscht hier gepflegt monotones Techhouse-Rauschen. Das Ganze hat bei mir zwar keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, bestätigt aber die Erkenntnis, dass Glenn Morrison auch der Sinn für Experimente noch nicht abhanden gekommen ist... :p

    Mit seiner leicht melancholischen Note entschädigt Yvette dann im Gegenzug aber mehr als nötig und verpasst der Hörerschaft mit seiner subtilen Synthie-Melodie und der herrlich deep geratenen Tröpfeltonebene im Untergrund eine intensive Klangdusche. Drummingtechnisch bewegt sich das Ganze zwar noch einen Tick reduzierter als Starship Road, macht dies duch seine melodische Feinjustierung aber mehr als wett - sehr starker Track, der sich qualitativ mit jenem absolut messen kann!

    Das Ambient-Abenteuer in I See You In Me ist dann abschließend ebenfalls alles andere als von schlechten Eltern und präsentiert in beruhigenden Downbeats erneut eher melancholisch anmutende Melodielinien, welche in ihren zahlreichen Variationen zwar nicht in die derzeitige Jahreszeit passen, aber der nächste Winter kommt bestimmt... :D


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Meine Favoriten im (fast) vergangenen April Zweitausendundneun haben sich in folgender Auflistung zusammengefunden:

    >01< Gui Boratto - No Turning Back --- Kompakt
    >02< Pryda - Melo --- Pryda Recordings
    >03< Cora Novoa - Unattainable Love [Charles Gudagåfva Remix] --- Natura Sonoris
    >04< Komytea - Afghanistan --- AnjunaDeep
    >05< Pig & Dan - The Heat EP --- Yoshitoshi Recordings
    >06< Dominik Eulberg - Sansula (Oder Der Letzte Grund) [Max Cooper's Lost In Sound Remix] --- Traum Schallplatten
    >07< Glenn Morrison - Starship Road --- Morrison Recordings
    >08< Mick Rubin - Fernweh EP --- Musik Gewinnt Freunde
    >09< Applescal - July Came Along [Alt Fenster Remix] --- Traum Schallplatten
    >10< Elfsong & Aeron Aether - Sylleptica --- Proton Music

    :huebbel:

    Meine Stimme geht in dieser Woche ebenfalls nach Belgien, wo sich M.I.K.E. mit seinem neuen Two-Tracker zwar nicht mit Ruhm bekleckert hat, aufgrund schwächelnder Konkurrenz aber dennoch spielend leicht die an meine TOTW-Spitze drängt. :D

    Mehr als das Prädikat "ganz passabel" kann ich diesem Two-Tracker von Audible bei allem Respekt nicht entgegenbringen, dafür fehlt für meinen Geschmack einfach eine gute Ladung Esprit...

    Zudem scheint der mir bisher unbekannte Produzent für seine possierliche White Mouse bei Wippenbergs Chakalaka wohl etwas zu oft auf der Repeat-Taste geklebt zu haben, anders ist die frappierende Ähnlichkeit im Leadsound in meinen Ohren nicht zu erklären. Zu Beginn schlackert der Track aber erst einmal schön vor sich hin, während er sich alsbald Verstärkung von einem acidlastig wabernden Basslinefragment holt, mit welchem er sich die nötige Portion durckvoller Abwechslung in seinen Untergrund holt. Dazu treten nun auch die ersten stakkatierten Melodieandeutungen in Erscheinung und führen die wabernde Suppe schließlich zum ersten Break, in dem sich besagte afrikanische Würzsaucenmelodie 2.0 zu entfalten weiß. Diese offenbart nicht nur eine überaus verwandte Instrumentierung in elektroider Ummantelung, auch ihr immer wieder aufplusterndes Gebahren zum Zwecke kleiner Höhepunkte wirkt für meinen Geschmack eher uninspiriert, denn aufweckend. Kleinere Breaks, in denen sich die Melodie entweder aus dem Unterhalt wieder hervorarbeiten muss oder in monotonen Stakkatoklängen auftritt, lockern die leicht düster gestimmte Atmosphäre auf und sorgen für einige gelungene Ausritte aus dem starren Konzept. Schließlich steht es ansonsten einzig der elektroiden Melodielinie zu, im Vordergrund des Tracks zu agieren, da sich das Restarrangement höflich zurückhält und erst auf den letzten Metern wieder etwas eindringlicher in die Gehörgänge dringt. Alles in allem trotzdem solide Wertarbeit, welche mit 4,5/6 mehr als zufrieden sein dürfte. :yes:

    Carbine versucht es dann weniger mit der Haudrauf-Methode, kann mich mit seinem melodisch orientierten Techhouse-/Progressive-Gewand allerdings ebenfalls nicht so richtig überzeugen - "klingt wie ne B-Seite von Pryda" war jedenfalls nicht ohne Grund meine erste Assoziation nach dem ersten Hördurchgang dieses Tracks. Zu Beginn fühlt sich das Ganze jedenfalls fast genauso wie sein Vorgänger an, nur die Bassline bewegt sich in wesentlich unaufdringlicheren Gefilden, wenn auch nach einiger Zeit erste elektroide Fragmente daraus emporwachsen und für etwas mehr Druck im Untergrund sorgen. Im Gegenzug tauchen auch schon die ersten monoton stotternden Melodietöne auf, welche im anschließenden Break nicht nur einen Ausflug in hektisches Flackern unternehmen, sondern damit nicht uneigennützig ein weiteres Melodiefragment heraufbeschwören, welches im Anschluss zusammen mit dem Drumming allerdings erst einmal eine ebenso monotone Loop-Ästhetik ausstrahlt. Wie gut, dass sich in dieser standardisierten Wischiwaschi-Atmosphäre im nächsten Break eine - wenn auch jener aus dem Vorgängertrack ähnliche - weitere Melodielinie zu entfalten vermag, welche dem Ganzen wieder etwas Schwung in die eingeschlafenen Füße liefert. In den Genuss der Kooperation mit dem Untergrund kommt diese allerdings nicht, sodass der Track neben seinen bekannten Melodie-Loops mit einigen sporadisch eingeworfenen "Pfeiftönen" vorlieb nehmen muss. Summa summarum sicherlich ganz nett zum Nebenbeihören, aber über mehr als 4/6 kommt das Stück imho nicht hinaus... :hmm:

    Die Vermischung von Vocals mit Powerprog kann, falls der Produzent das gewisse Händchen besitzt, einerseits intensive Klangerlebnisse heraufbeschwören, andererseits aber auch mächtig in die Hose gehen und uninspirierte Ladenhüter zum Nebenbeiplätschern hervorbringen. Boy Hagemann mit seinem stets anmaßend klingenden Aliasnamen Rex Mundi (lat. für "König der Welt") ist zum Glück ersteres gelungen und fesselt den gemeinen Hörer in Nothing At All, welches zudem einen verdienten Platz auf Markus Schulz' Toronto 09 gefunden hat, fast von der ersten Minute an. Hauptschuldig dafür bekennt sich vor allen Dingen die markant drückende Bassline, welche sich in elektroid schiebenden Fragmenten aus dem Hintergrund schält und bereits in dieser frühen Phase des Tracks einen passen Kontrast zu den ersten sphärischen Flächentönen monotoner Bauart bildet. In dieser Formation führt uns das Ganze schließlich zum ersten Break, in dem die auch die Vocals gelungen ins Geschehen eingreifen und in Kooperation mit düster schimmernden Flächen und zunehmendem Aufbau einer Basslinewand die Atmosphäre weiter anheizen. Kurz vorm Bersten des Untergrunds darf sich dann auch endlich das bisherige Drumming dazugesellen und in deep grollender Art und Weise die echobeladenen Vocals nach vorn schieben. Ziehen sich die Vocals im weiteren Verlauf wieder in ihr Schneckenhäuschen zurück, greift schließlich eine Flächenwand in das düstere Szenario ein, um der sphärischen Intensivierung mit ihren leicht sakralen Klängen keine Pause zu gönnen. Im Anschluss nehmen zwar die Vocals wieder den Platz der Flächen ein, doch schon im nächsten Kurzbreak tauchen weitere Melodieelemente auf, welche trotz ihres hellen Klangs nicht imstande sind, die zwielichtige Stimmung des Ganzen aufzubrechen. Dies stellt sich wiederum als Glücksfall heraus, kann sich der gemeine Hörer doch auch bestens mit den düster treibenden Powerprogklängen arrangieren. Alles in allem sehe ich jedenfalls keine andere Möglichkeit, als überzeugende 5,5/6 für diesen Track zu verteilen. :yes:

    N'Abend zusammen!

    Wenn es in diesem Jahr bisher noch keinen Track gab, für den sich das sorgsame Herauskramen jeglicher Superlative lohnte, dürfte spätestens mit No Turning Back vom brasilianischen Soundtüftler Gui Boratto sämtliche Zurückhaltung fehl am Platze sein. Enthalten ist das gute Stück auf dem dazugehörigen Album Take My Breath Away, welches für meinen Geschmack eigentlich einen Pflichtkauf für alle Freunde des Tellerrand-Überblickens darstellt, aufgrund Budgetüberschreitung aber leider immer noch nicht in meinen Besitz gelangt ist - meine Gehörgänge kann ich aber glücklicherweise auch hier verwöhnen. Stilistisch ist der Track jedenfalls irgendwo zwischen Minimal-/Neotrance und Electropop einzuordnen und dürfte wohl am besten als würdiger Nachfolger des Überfliegers Beautiful Life vom vorherigen Album beschrieben sein. Als separate Vinylsingle (wir sind ja schließlich bei Kompakt) ist das Ganze zwar noch nicht erschienen, aber das dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. :D

    Schließlich beheimatet No Turning Back eine solche Vielzahl an musikalischen Einflüssen, welche von 80er-Reminiszenzen über elektroide Einwürfe bis hin zu Indiepop reichen, dass es eine wahre Wonne ist, dieses herrlich elegisch abgemischte Klangpotpourri seinen Ohren zu gönnen. Schon zu Beginn strahlt der Track mit seinen ersten monotonen Melodieandeutungen, welche sich alsbald mit den minimalen Alternativtönen paaren, eine subtile, aber dennoch herzergreifend warme Atmosphäre aus, welche in dieser Phase zudem eine nicht zu vergessende beruhigende Komponente in sich eint. Dass sich diese Entspanntheit nicht über die komplette Spielzeit halten kann und damit Abwechslung groß geschrieben wird, dafür sorgen im weiteren Verlauf elektroid inspirierte Melodieschwurbel, welche sich langsam aus dem lockeren Untergrund emporarbeiten und nach einem Quasi-Break schließlich das Ruder dieser Melodiegaleere in die Hand nehmen, um zusammen mit einer rollenden Bassline erst einmal eine gelungene Druckphase zu initiieren. Die nächste Wendung ist allerdings nicht allzu weit entfernt, wenn angenehm verwirrte Synthieklänge das elektroide Treiben wieder in den Hintergrund drängen können und die gelungene Einleitung für die nun folgende Vocalphase bilden. Wie schon bei Beautiful Life ist auch hier Borattos Frau Luciana Villanova für diese verantwortlich und schenkt dem Track dabei in Kooperation mit den Melodieelementen vom Beginn wieder sein frühlingshaftes Wohlbehagen zurück, nur damit sich im Anschluss als passender Kontrast eine weitere Druckphase anschließen kann. Lässt sich diese im weiteren Verlauf dann wieder etwas zurückfallen, ist schließlich die Zeit gekommen für den wahren Hauptdarsteller dieses Tracks, welcher sich als wunderbare Pianomelodie vorstellt und Track und Hörerschaft gleichermaßen mit seinem leicht euphorischen Charme auf Wolke 7 schweben lässt. Dunkles Basslinegrollen und harmonische Arpeggios sorgen für die nötige Unterstützung, bis sich erneut die Vocals in einem Break nach vorn arbeiten. Der letzte Höhepunkt gehört dann noch einmal einer Druckphase, in welche sich nun sogar einige Gitarrenklänge gemogelt haben, um dem Ganzen einen würdigen Abschluss zu bereiten. Lange Rede, kurzer Sinn: 6/6, aber sowas von...! ;)


    Greetz,
    :: der hammer ::

    Mat Zo sollte bei seiner derzeitigen VÖ-Dichte aufpassen, dass er sein Pulver nicht zu früh verschießt, auch wenn dieses Gefühl bei diesem frischen Two-Tracker für meinen Geschmack noch völlig aus den Wolken gegriffen erscheint... ;)

    Equinox orientiert sich zwar wieder am typischen Mat-Zo-Trackaufbau irgendwo im Nischenbreich zwischen Uplifting und Progressive, ist aber dennoch in der Lage, durch seine vielseitigen Einflüsse jegliche Originalitätsverlust-Vorwürfe im Keim zu ersticken. Bereits zu Beginn trumpft der Track mit düster gestimmten Basslinewellen auf, welche sich mit aufgeregter Drummingarbeit und den ersten undurchsichtigen Vocalfragmenten paaren und damit den Hörer vom ersten Moment an zu fesseln wissen. Wie Phönix aus der Asche übernimmt nach einem ersten leichten Anschwillen zudem eine acid-belastete Bassline das Untergrundkommando, um dem Ganzen den nötigen Vorwärtsdrang zu verpassen, auf dem sich auch die ersten hellen Melodieandeutungen nun mit zunehmender Dauer wohlfühlen und einen gelungenen Gegenpart zur sphärisch eher dunkel triefenden Basis bilden. Das anstehende Break offenbart sich dann wieder in klassischer Mat-Zo-Manier - gewürzt mit nicht unerheblichem Glockengeläut bleibt die bereits angedeutete Melodielinie aber erst einmal noch im Hintergrund kleben, bevor auch sie sich in der nächsten Phase zusammen mit subtilen Begleitflächen endlgültig an die Oberfläche dieses Tracks schwingen und ihre herrlich luftige Euphorie verbreiten kann. Dennoch wollen die Glockenklänge in meinen Ohren nicht so recht mit der restlichen Melodieebene harmonieren, wenn sie mit ihrem provinziell-sakralem "Charme" um die Ecke biegen. Mit solchen Problemen muss sich der gemeine Hörer im letzten Drittel des Tracks allerdings nicht mehr herumschlagen, da das Hauptaugenmerk nach Ende des Breaks nur noch auf dem kontrastreichen Acid-Druck der Bassline liegt, welcher den Track mit sporadischen Vocalfragmenten in monotoner Art und Weise auf die letzten Meter führt. Alles in allem sicherlich kein schlechter Track, aber mit etwas mehr Feinjustierung (weniger Glocken, ruhig noch ein kleiner Melodiepart zusammen mit dem Drumming nach dem Break, usw.) wären hier sicherlich mehr als solide 4,25/6 drin gewesen! :yes:

    Dass der junge Londoner nämlich eigentllich genau weiß, wie er mit dieser Feinjustierung umzugehen hat, beweist er flugs im anschließenden Subaquatic Dream, welches sich zwar eine gute Ecke progressiver inspiriert zeigt, dabei aber dennoch stets das gewisse melodische Etwas in petto hat. Anfangs geht der Track seine Sache dabei aber erst einmal leicht klickernd an, wobei sich im Hintergrund bereits schnell die ersten flirrenden Arpeggios eingerichtet haben und einen mehr als gelungenen Einstieg in die hiesige gediegene Melodieentwicklung anpeilen. Als weiteres Schmuckstück dieses Stücks entpuppt sich im weiteren Verlauf die in zwielichtigen Klangfarben groovende Bassline, bei der besonders die offensiven Fragmente ins Auge fallen, welche aus ihrem eher subtilen Charakter herausstechen. Spätestens wenn sich darauf die ersten Andeutungen einer angenehm melancholischen Tonfolge entfalten, weiß der gemeine Hörer die Vorzüge dieser Untergrundarbeit zu schätzen. Der Melodielinie scheint es jedenfalls auf diesem groovenden Bett so gut zu gefallen, dass sie sich mehr und mehr aus ihrer Verpackung schält und kurz vorm Break sogar mit einem intensiv anschwillenden Zwischenruf vorfährt, sodass im Anschluss kontrastreiche Beruhigungsklänge den Track dominieren und in ihren deepen Klangstrukturen die Ästhetik einer schimmernden Unterwasserwelt zu projizieren wissen. Auch die bekannte Melodielinie lässt sich in diesem Szenario zum Schluss blicken und den Ausschlag des sphärischen Dichtepegels noch etwas mehr in die Höhe schnellen, ehe sie sich im Anschluss zusammen wieder mit dem groovenden Untergrund einlässt. Die Stärke dieses Tracks besteht allerdings auch darin, dass die melancholische Atmosphäre dabei in keinster Weise verloren geht, sondern mit subtilen Streichern sogar noch einen kleinen inoffiziellen Höhepunkt vorgesehen hat. Tritt die Melodieebene dann wieder zunehmend in den Hintergrund zurück, nähert sich das Ganze zwar mit Siebenmeilenstiefeln seinem Schlusspunkt, doch mit verdienten 5,5/6 garniert liegt der nächste Hördurchgang sicherlich nicht in allzu weiter Zukunft... ;)

    Meine Stimme ergattert sich in dieser Woche ebenfalls die Drone EP von Glenn Morrison, der sich trotz überaus starker Konkurrenz mit seinen insgesamt vier (!) neuen Tracks - angesiedelt in abwechslungsreich progressiv-gediegenem Ambiente - auf meinen persönlichen TOTW-Thron hievt. :yes: