Hallo,
es ist eben auch schwierig, sowas an einem Label festzumachen.
Nehmen wir Anjunabeats, weils Mar She brachte. Ich hoffe, Du bist jetzt nicht beleidigt.
Ich habe mit meinem DJ-Freund mal ne Exceltabelle angelegt. Unter anderem mit einer Spalte für den Style, also Uplifting, Techtrance, Slowtrance, Vocaltrance etc. Weil wir keinen anderen Ausdruck fanden, haben wir auch einen sogenannte "Anjunastyle" genommen. Das ist die Musik, bei der ich abgehe. Sachen wie z.B.:
Dinka - Paperangel
Soarsweep – Never grow up
The Madison and Simon J feat Aelyn – Angel (Willem de Roo Remix)
MeiHiLove – Daylight (Original Mix)
Novareese – Starmap (Original Mix)
etc etc.
Jetzt kommt der Knaller: Alles, was ich bei/von Dir gehört habe, lieber Mar She, geht in die Richtung. Deshalb versuche ich, wenn Du mal in der Nähe auflegst, auch hinzufahren.
Weiterhin legt Danny z.B. sehr geilen Abgehuplifting auf.
Das Problem ist einfach folgendes: Man erwartet von gewissen Künstlern einfach eine gewisse Playist.
Gehe ich z.B. zu Above and Beyond mit Jaytech als Vor-DJ (wenn man ihn überhaupt noch so nennen sollte, eher Mainact), habe ich eine gewisse Erwartung. Die wurde damals in Berlin erfüllt, die wurde bei der TATW 400 erfüllt. Ich wäre nicht begeistert, wenn sie plötzlich Sachen ala Markus Schulz oder Armin spielen würden.
Das Problem sind nicht die Labels sondern der Kommerz. Armin van Buuren etc vermarkten sich sehr erfolgreich. Deshalb werden ihre Hallen immer voll sein, während eben zwei Tranceveranstaltungen in Leipzig und eine in Dresden quasi flopten. Das waren aber definitiv Alternativen, wo sich so mancher hier aus dem Forum drüber gefreut hätte. Deshalb ist es auch schwierig über Kommerzialisierung zu sprechen und die Schuld der Trancecommunity daran, wenn Alternativen nicht angenommen werden.
Das waren aber echte!
Wir (mein DJ-Kumpel und ich) haben manchmal angeboten, bei Feiern bisl aufzulegen. Es heißt immer, spielt ihr House? Das verneinen wir dann und lassen es eben. Wir haben zwar nen ganz ordentlichen Anteil an Housemusic, aber der vergammelt eher auf der Festplatte. Damals gekauft, weil es eben "in" war. Das haben wir schnell gelassen. Inzwischen haben wir es (auch aus Frust) (fast) aufgegeben, uns zu bewerben oder bei Privatfeten aufzulegen, weil ständig die Frage nach Guetta etc kommt. Dann lassen wir es eben, aber "prostituieren" tun wir uns nicht.
Und Floortauglichkeit ist sowieso egal, weil das jeder anders interpretiert, wobei er abgeht. Und ehrlich gesagt habe ich auch etwas gegen solche Sachen wie Sanders Remix von Lady Gaga (dieser überpresenten, schlechtsingenden Kommerztussi). Undabhängig davon, das ich ihn überhaupt nicht toll finde. Auch wenn es nicht von LG wäre.
Mfg Zschipp