Verhältnis von männlichen DJs zu weiblichen DJs

GambaJo
How to DJ right --> ist das in englisch geschrieben?
Christina
Ja, How to DJ right ist in englisch, ist aber leicht verständlich geschrieben. Vor allem merkt man, daß die beiden Verfasser, die selbst DJ's sind, mit so viel Begeisterung und Leidenschaft von ihrem Job sprechen, das das auch so rüberkommt. Mich hat das Buch jedenfalls umgehauen, auch wenn es nur Theorie ist. Am faszinierendsten ist das Kapitel '' How to read a crowd''. Nachdem ich das gelesen hatte, konnte ich mich viel besser in den Job eines DJ's reinversetzen. ist ja auch nicht so einfach, an einem Abend die Musik auszuwählen, die allen Gästen gefällt.
David
Zitat:
Original von Christina
ist ja auch nicht so einfach, an einem Abend die Musik auszuwählen, die allen Gästen gefällt.

Das ist meiner Meinung nach schon unmöglich!
Es gibt keine Musik die allen gefällt und man sollte auch nicht versuchen, allen gerecht zu werden. Sowas versuchen sie am Ballermann oder bei Omas Geburtstag, aber in einem Club sollte das musikalische Programm in etwa vorgegeben sein und dann kommen auch die richtigen Gäste. Selbst dann gibts aber immer noch Leute, denen es z. B. zu schnell oder zu langsam ist, und das ist auch ok so.

Ich vertrete auch eher die Ansicht, dass man die Bücher nicht braucht. Klar, wenn sie interessant sind kann man sich sowas mal durchlesen, aber viel bringen wird einem das nicht. Praktisch lernt man viel mehr. Das ist genauso, wie wenn ich mir ein Sachbuch über Torhüter durchlesen. Ich weiß dann zwar, was eine Torwartecke ist, wie man seine Sprungskraft optimal verbessern kann und ob man besser ne kurze oder ne lange Hose trägt, aber wenn ich in der Praxis keinen Ball hallte, kann ich damit auch nirgendwo angeben.
GambaJo
Brauchst Du das Buch noch? Wenn ja, wie ist die ISBN?
Christina
@Gamba Jo

Ich hab mein Buch bei Amazon bestellt. Die ISBN ist 0-8021-3995-7
Ich weiß nicht, ob es das da noch gibt, hab meins letztes Jahr gekauft.

Zitat:
Original von David
Ich vertrete auch eher die Ansicht, dass man die Bücher nicht braucht. Klar, wenn sie interessant sind kann man sich sowas mal durchlesen, aber viel bringen wird einem das nicht. Praktisch lernt man viel mehr.


Ich hab ja schon geschrieben, daß ich es leider z.Zt. aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht schaffe, an einem Kurs bei der DJ Schule teilzunehmen. Ich bin aber weiterhin an einem DJ Workshop oder etwas in der Richtung interessiert, wenn es sowas gibt. Natürlich ist selbst auflegen besser als Bücher darüber lesen, aber dann muß einem auch erst mal jemand die Möglichkeit geben, es auszuprobieren. Da ich es nicht professionell machen will, kaufe ich mir auch nicht gleich Turntables.
Kathi
@ Christina: Du sagst, jeder könne die Technik lernen, aber so einfach ist das nicht. das ist so, als wenn du behauptest, jeder Mensch kann geige spielen lernen. So ist es nämlich ganz und gar nicht. es gibt nicht die eine richtige Technik. das wäre doch langweilig. jeder DJ hat seine eigene Technik. Und das kannst du nicht in einer DJ Schule lernen. Du brauchst ewigkeiten bis du deinen eigenen Stil entwickelt hast. Ich weiß noch als ich damit angefangen habe. da wusset ich im Grunde überhaupt nicht was ich da tue. Ich habe versucht mir irgendwelche Abläufe zu merken, die man mir gesagt hat, aber wenn ich da jetzt drauf zurück schaue, dann war das kein Auflegen.
Du musst da schon selber hinterkommen. Anders gehts nicht. Da ist ein Workshop rausgeschmissenes Geld. Ganz ehrlich. Spar dir das! Ich kenne zum Beispiel jemanden aus Dortmund, der dir bestimmt mal ein paar Handgriffe zeigen könnte. Mehr Brauchbares wirst du in so einer Schule auch nicht lernen. Und wer bitte schön sagt, dass man in eine Schule muss, wenn man professioneller Dj werden will? ich wette die wenigsten von den ganz Großen waren dort.
GambaJo
Das habe ich schon an anderer Stelle mehrfach gesagt:

Es ist überhaupt nicht verkehrt sich erst mal einen Überblick zu verschaffen, wie das Ganze im Groben abläuft, und ob es einem zusagt. Unser Freund skyk hier hat sich z.B. das ganze Equipment gekauft und nach ein paar Tagen festgestellt, dass es doch nix für ihn ist, und den ganzen Kram verkauft. Ok, er hatte Glück und hat kein Verlust gemacht, aber für die meisten hier ist eine Anschaffung dieser Größenordnung kein Pappenstiel.

Die Bücher an sich find eich auch nicht verkehrt, denn beim deejeeing ist es nicht anders, als bei anderen angesehenen Berufen, die nur von wenigen gemacht werden: Als Außenstehender sieht man meistens nur die eine Seite der Medaille. Für die meisten ist der DJ ein Halbgott (wenn er denn gut oder bekannt ist), ähnlich einem Rock-Star, der schnell seine Show abzieht, eine Menge Geld kassiert, von Frauen umschwärmt wird und auch noch Spaß dabei hat. Wer möchte so einen Beruf nicht ergreifen?
Die meisten haben aber keine Vorstellung, was hinter den Kulissen abgeht. Das es erst mal viel Zeit, Geld, Geduld, Willen und Glück braucht, um erst mal da hin zu kommen. Ein DJ ist auch ein Geschäftsmann, der sehen muss, dass er über die Runden kommt, was oft nicht so einfach ist, er muss sich um Verträge kümmern usw. Die Arbeitszeiten sind nicht gerade gesundheits- oder familienfreundlich. Man ist oft unterwegs. Bis man bekannt ist, muss man um Gigs betteln. Usw. usw. usw.
Diese Sachen wird man als DJ nicht einfach mit learning-by-doing lernen, ohne Fehler zu machen und Schaden zu nehmen. Man wird auch Fehler machen, wenn man so ein Buch gelesen hat, aber vermutlich nicht mehr die ganz Großen, wenn man sich nicht gerade blöd anstellt. Außerdem kann so ein Buch einem die Augen öffnen, so dass man für sich erkennt, dass das doch nichts für einen ist.

Mit dem Auflegen selbst sehe ich das auch anders. Wie Kathi selbst sagt, stand sie am Anfang davor und wusste nicht, was sie machen soll. Jetzt gibt es drei Möglichkeiten:

1. Man gibt gleich auf.
2. Man probiert so lange rum, bis einem der Geduldsfaden reißt, oder bis man es durch Zufall raus hat.
3. Man lässt sich am Anfang von Leuten die schon Erfahrung haben unter die Arne greifen.

Erste Möglichkeit wird keiner machen. Bei der zweiten Option wird man sich alle Haare vor Frust ausreißen und viel Zeit vergeuden, denn es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Bei der dritten Möglichkeit hat man einen Vorteil: Man lernt Grundtechniken von jemandem, der Ahnung hat, und spart somit Frust und Zeit. Die Zeit, die man spart, kann man dann aufwenden um zu üben, um an seinem Stil zu feilen. Und dafür kann man einem DJ über die Schulter schauen (aber nicht im Club, das nützt wenig), oder man geht eben in eine solche Schule, je nach Möglichkeiten.

Als ich angefangen habe, wusste ich noch nicht mal, dass EDM immer im 4/4 Takt gemacht ist. Und selbst, wenn ich es gewusst hätte, hätte ich damit nichts anfangen können.
Also bin ich 2 mal zum E-Trancer gefahren und 2 mal zum Darqtai. Waren insgesamt vielleicht 3 Stunden. Für das, was ich in diesen 3 Stunden gelernt hab, hätte ich ohne Hilfe vermutlich Wochen gebraucht, wenn nicht sogar noch länger. Aufbau der Tracks, wie und wann fange ich ein Übergang an, wie funktioniert Beatmatching, wie funktioniert ein Mixer etc. Das sind Grundtechniken, die jeder DJ drauf haben muss, und de auch mehr oder weniger immer gleich sind. Was spricht dann dagegen sich dabei Hilfe zu holen? Wie soll ich einen eigenen Stil entwickeln, wenn ich die Grundkenntnisse nicht hab? Usw.

Ich vergleiche das ganz gerne mit Fotografen. Das sind im Prinzip visuelle DJ’s für Standbilder. Jeder, der sich etwas mit dem Thema beschäftigt hat, weiß, dass es in den wenigsten Fällen so ist, dass es Fotograf einfach irgendwo hin geht, einen Schnappschuss macht, und ein Super-Bild hat. Jeder Fotograf muss auch erst mal die Grundkenntnisse erwerben: Belichtungszeit, Brennweite, Perspektive, Weißabgleich, Lichtempfindlichkeit, Anordnung, der goldene Schnitt, Bildbearbeitung usw.
Wenn er all diese Techniken drauf hat, ist er immer noch kein guter Fotograf, denn jetzt muss er kreativ werden, und Bilder nach seinem Stil schießen lernen. Dafür muss er aber erst mal mit der Kamera, Biltz umgehen können, wissen, wie man ein Motiv am besten ablichtet, wissen, zur welcher Tageszeit, welches Licht herrscht usw.


Ich bin eh der Meinung, wenn man etwas ernsthaft machen will, sollte man im Vorfeld so viel Info darüber sammeln, wie es nur geht, und erst dann selbst ausprobieren.

Dummerweise sind die meisten DJ’s wie Streber in der Schule. Wenn man von ihnen abschreiben wollte, verdeckten sie ihre Arbeit so, dass man sie nicht mehr lesen konnte. Als ob man ihnen was weglesen würde.

@Christina: Las dir von keinem was erzählen, Du machst das schon ganz richtig.