www.gamba-jo.de (DJ-School)

GambaJo
Ich bin im Moment dabei meine private Seite neu zu machen, und habe mir gedacht, dass man das doch gleich mit der Erstellung eines Online-Tutorials für DJ’s machen könnte.

Hab da ein paar Grundlagen zur Technik und zum Mixing aufgeschrieben.
Außerdem habe ich eine Extrasektion für die Übergänge inkl. Pics gemacht.

Wie schon beschrieben, erhebt das Tutorial keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit.

Ich bitte euch um euere Anmerkungen wie auch konstruktive Kritik (Dabei geht es mir im Moment weniger um den Seitenaufbau oder das Layout. Wichtig ist mir im Moment der Inhalt).

Vor allem in der Rubrik „Übergänge“ ist noch nicht viel drin. Schreibt mir euere Übergänge, dann werde ich sie auch in Text und Bild fassen und online stellen.

Hier die Seite:

www.Gamba-Jo.de
GambaJo
Hab mir eigentlich etwas Hilfe von den DJ’s hier erhofft, vor allem bei den Übergängen. Welche Techniken nutzt ihr?
Steve Brian
Wat willste denn genau wissen ?

Vom Kopfhörer aus bis zum Fader hoch gezogen ?

Also:

1.

Beide Platten sind im Kopfhörer zu hören. Man muss versuchen,
die Geschwindigkeit von der Platte, die man als nächstes
spielen möchte, an die Geschwindigkeit der gerade laufenden
Platte anzupassen. Dafür sind die "Pitch Regeler" rechts vom
Plattenspieler da.

Die meisten mixen auf Bassdrum/Kick; gleichen die Geschwindigkeit
so lange an, bis die Bassdrums aufeinander liegen (für längere Zeit).
Wenn man das geschafft hat, müsste man dadurch im Kopfhörer
schon einen sogenannten "Flanger Effekt" an den Bassrums hören.

Aber manche Experten, die total krass drauf sind, mixen auf
HighHat. Siehe Sonorous großes Grinsen

2.

Wenn der erste Schritt mit der Geschwindigkeit vollbracht ist, dann
kommt der Fader am Mixer ins Spiel.
Man sucht sich bei der gerade laufenden Platte die Stelle, wo man
anfangen möchte zu mixen.
Wenn man sich eine Stelle ausgesucht hat, lässt man zu dem Zeitpunkt
die andere Platte laufen, die aber nur unter dem Kopfhörer zu hören ist.
Der Fader von der einen Platte ist noch komplett hochgezogen und
der Fader von der gerade anlaufenden Platte komplett unten.
Unterm Kopfhörer hört man gerade beide Platten, die ja gerade
wie im ersten Punkt erklärt, angeglichen sind.

Nun zieht man langsam den Fader von der anderen Platte hoch.
Dabei sollte man beachten, dass:

- der Bass, oder die Mitten zum großen Teil rausgenommen werden.

- die Geschwindigkeit gleich bleibt bzw. das man die Platte mit dem
Finger anschiebt oder kurz festhält (jenachdem, ob die Platte zu
langsam der ein bischen zu schnell läuft)

- der Fader nicht zu schnell noch oben gezogen wird, weil sonst der
Übergang zu abrupt rüber kommt. Also eher den Fader in einem
Zeitraum von ca. 30s bis 60s hochzieht.

Gleichzeitig, wenn der Fader ganz oben ist, sollte man sehr schnell
reagieren und die Bässe bzw. Mitten von der neu aufgelegten
wieder in die Mitte setzt und zum selben Zeitpunkt den Bass
der vorher laufenden Platte komplett rausnimmt.

3.

Nun laufen gerade beide Platten und man muss sich jetzt stark
konzentrieren, weil genau jetzt der Zeitpunkt kommen kann,
wo man die Kontrolle verliert und die Geschwindigkeit beider Platten
auseinander geht. Also versuchen, die Platten wie im ersten Punkt
in einer Geschwindigkeit zu behalten.

Anschließend wird der Fader von der vorhigen Platte laaangsam
runter gezogen (vielleicht nebenbei ein bischen die Mitten/Höhen
rausnehmen), bis er ganz unten ist und nur noch die neu aufgelegte
Platte zu hören ist.


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Nun habt ihr die beiden Platten "souverän ineinander gemischt".

Das dann einfach ca. 1 Jahr lang üben, anschließend auf Privat-
Partys bzw. in kleineren Clubs spielen, sodass man das Gefühl,
vor Menschen aufzulegen, kennenlernt smile



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@ Gambajo: Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen großes Grinsen
GambaJo
Interessant.

D.h. Du Mixt sö ähnlich, wie ich es bei "weicher Übergang 01" beschrieben habe, nur daß Du bei der reinzumixenden Platte die Mitten am Anfang stärker rausnimmst?

Kannst Du den Begriff "Flanger Effekt" näher erklären? Ich kenne das nur von den Effekteinheiten.

Danke für deine Unterstützung.
Steve Brian
Also eigentlich nehme ich die Mitten eher raus, wenn
ich die vorhige Platte rausmixe.

Aber wenn ich eine Platte reinmixe, joa ist verschieden...
mal so mal so; manchmal nehme ich die Mitten ein bissl raus.

Flanger Effekt:

Es entsteht ein chorusähnliches Geräusch, wenn die Sounds
fast zeitgleich laufen.

Paul van Dyk benutzt den Flanger Effekt oftmals
in seinen Produktionen. (Snares z.B.)

Hhm, wie soll ich das genau erklären?
Man muss es einfach ausprobieren.

Hast du irgendeine Platte doppelt ?
Oder wenn du CD Player hast, dann brenne dir
einfach den selben Track auf 2 CDs.

Wenn du dann in beiden Laufwerken die CDs laufen lässt und
Fader hochziehst und die Geschwindigkeit
versuchst anzugleichen, dann hörst du es auf jedenfall !! großes Grinsen
t-low
kleine Zusammenfassung zu Phasing/Flanging, Kammfiltereffekt, aus dem tollen Handbuch der Tonstudiotechnik großes Grinsen

Ein Phasing/Flanging Effekt erreicht man durch eine sehr kurze Verzögerung des Originalklangs in der Größenordnung von 1ms z.B. mit einem Digital-Delay. Dadurch treten Phasenverschiebungen auf. Zur Unterscheidung nennt man den so erzeugten "Phasingeffekt" auch Flanging. Werden Originalklang und phasenverschobenes Signal zusammengeführt, werden bestimmte Frequenzen aufgrund der unterschiedlichen Phasenlage ausgelöscht. Mann nennt diesen Effekt auch Kammfiltereffekt (aufgrund der charakteristischen Wellenformdarstellung)

und kurz gesagt: sind es einfach Frequenzauslöschungen, die aus Überlagerung gleicher Schallwellen mit unterschiedlicher Phasenlage entstehen.

Hab leider auf die schnelle kein besseres Bild gefunden, aber man kann erkennen das die Phasen beider Frequenzen leicht verschoben sind. Bei einer Verzögerung von 1ms wird beispielsweise ein Ton von 500Hz ausgelöscht.

Und wie Steve Brain schon erwähnte, kann man den Flanger auch gern mal auf ne Snare oder auch HighHats einsetzen um so eine höhere Dynamik zu schaffen. Hört sich einfach lebendiger und nicht so statisch an. <-- das bezieht sich allerdings nur aufs "produzieren" (Flanger/Phaser als VST) und natürlich nicht aufs "auflegen" ...um Missverständnisse auszuschließen !
Clear_Blue
Ich weiß allerdings auch nicht, was du mit dem Flanger meinst....... Davon hab ich noch nix gehört. Meine Mixtechnik würde ich noch ähnlich wie deine bezeichnen, aber davon weiß ich nix...

Was vielleicht auch immer hilfreich ist, ist das Beatmatching. Das macht Übergänge runder und schöner.
Angenommen wir starten die reinzumixende Platte (ab jetzt kurz 2) beim ersten Beat, warten wir bis auf der rauszumixenden Platte (1) eine voller Loop abgeschlossen ist und lassen die 2 dann los. Die Tracks sind ja meist immer nach dem gleichen Muster aufgebaut... Einzelne Melodien sind meist 8, 16 oder 32 Bassanschläge lang. Da wir 4/4-Takt-Musik haben, läuft jede Melodie vier Mal und oft kommt nach 32 oder auch 64 Beats entweder etwas neues dazu, oder noch besser es kommt irgendein Effekt. An solchen Punkten kann man sich gut orientieren und dann kann man die 2. Platte dann starten, wenn auf der 1. Platte gerade ein Effekt zu hören ist. So kann man die 2 langsam reinfaden und bei Effekten, die dann bestenfalls parallel auf den Platten kommen, ruhig schonmal ein bisschen schneller mixen (so z.B. nach einem Effekt die Hihats der 2 voll reindrehen, während man die von der 1 rausdreht).

Natürlich kann ich nicht sagen, dass das bei allen Platten so funktioniert, aber der Großteil ist schon nach einem solchen Muster aufgebaut. Einfach ausprobieren, ich denke zur Orientierung müsste das genügen.
daniel85
Îch denke mal schon, dass du diesen flanging Effekt auch schon gehört hast nur vieleicht nicht wirklich beachtet hast, denn der Effekt kommt immer auf, weil es sich bei Audisignalen sich als Wellen ausbreiten und somit konstruktive - oder destruktive Interferenz (Verstärkung oder Auslöschung von Wellen) auftreten kann. Wenn also ein Wellenberg (Maximum) auf ein Wellental (Minimum) trifft gleichen sich die beiden aus (insofern die Amplitude, also die größte Auslenkung, beider Wellen gleich sind) oder veringern sich und der tön ist gelöscht/geschwächt. Das ist kein sehr intensiver Flanging Effekt, aber man kann es schon daran merken dass die Kick zwischendurch beim "synchronen" (wäre es wirklich synchron gäbe es das flanging nicht) abspielen teilweise mal leicht schwächer wird dann wieder mal normal klingt...
David
Ich arbeite bei Übergängen in erster Linie mit dem Bassregler. Die Mitten oder Höhen nehme ich nur selten raus. Am häufigsten schiebe ich den neuen Track unverändert rein und regel dabei beim laufenden Track den Bass runter. Manchmal drehe ich auch beim neuen Track den Bass ganz raus, schiebe ihn hoch und "tausche" dann nur die Bässe der beiden Tracks im richtigen Moment. Wichtig ist dabei, dass die Tracks etwa gleich laut sind. Wenn der neue Track zu leise ist, hört sich das nicht an.
Clear_Blue
Danke für die Erklärung, daniel

Ich denke, ich weiß jetzt was du meinst! Wenn ich aber einen richtig sauberen Übergang machen will, dürfte ich diesen Effekt dann doch eigentlich nicht hören...oder hab ich das falsch verstanden?
t-low
@ Clear Blue: noch nicht ganz ! es ist praktisch unmöglich 2 Platten wirklich zu 100 % Samplegenau abzuspielen, du wirst immer ein paar ms davor oder dahinter sein, daher wirst du mit diesem Phänomen konfrontiert...

wenn ihr alle in Clubs unterwegs seid, dann ist euch doch sicher mal aufgefallen, dass während dem Mix 2er Platten ab und zu die Kicks verschluckt, verstärkt werden oder sich seltsam anhören... das ist dieser Effekt !
daniel85
Zitat:
Original von Clear_Blue
Danke für die Erklärung, daniel

Ich denke, ich weiß jetzt was du meinst! Wenn ich aber einen richtig sauberen Übergang machen will, dürfte ich diesen Effekt dann doch eigentlich nicht hören...oder hab ich das falsch verstanden?


Nee, haste schon richtig verstanden smile
Ich mach gleich auch einfach noch ein Beispiel sample fertig.
Clear_Blue
Zitat:
Original von t-low
wenn ihr alle in Clubs unterwegs seid, dann ist euch doch sicher mal aufgefallen, dass während dem Mix 2er Platten ab und zu die Kicks verschluckt, verstärkt werden oder sich seltsam anhören... das ist dieser Effekt !


Alles klar, weiß ich Bescheid. Das ist das, was ich immer vermeiden will, aber das ist manchmal echt schwierig!
Robeat85
Nach welchen Kriterien muss man sich richten wenn man HighHat mixen will ? Die Geschwindigkeit spielt doch da keine so große Rolle, oder ?
Oder muss man das im Gefühl haben ?
daniel85
Zitat:
Original von Robeat85
Nach welchen Kriterien muss man sich richten wenn man HighHat mixen will ? Die Geschwindigkeit spielt doch da keine so große Rolle, oder ?
Oder muss man das im Gefühl haben ?


Die Geschindigkeit ist hier genauso wichtig wie bei Kicks, Snares oder allen anderen Elementen!!! (Alles in einem Track hat die selbe Geschwindigkeit!)
Würden die hats mir ner andern Geschwindigkeit laufen dann wurde sich das total durcheinander anhören. Die gesamte percussion und synths etc. müssen "in sync" sein.


Hier ist ein sample zum Thema flanging/phasing bei Kicks. Bei den ersten 2 Bars hört man zwei GANZ leicht unsynchrone Kicks zusammen laufen bei den nächsten 2 bars laufen sie ohne phasing, also synchron.

http://s46.yousendit.com/d.aspx?id=1T3J4...RX0UXKREPYF87CM


Und hier gibts zum Abschluss noch das passende Bild zu dem mp3 Beispiel von oben. Hier kann man sehr gut erkenne wie sich das Klangbild verändert. Die Amplitude wird durch die Interferenz beim Flanging/Phasing ziemlich geschwächt, also wir der Ton leiser und da auch ein paar Frequenzen fehlen verändert sich auch der Klang selbst.

http://s46.yousendit.com/d.aspx?id=0KJQ3LFZSA1Q2C4N1U22H93BK
t-low
'sch hab da mal wat vorbereitet klick

2 mal der gleiche Track, so kann man es wohl am besten raushören großes Grinsen

Am Anfang läuft der Track allein, nach paar sek. kommt 2te Spur (100% sync) dazu --> Amplitude verdoppelt sich (wird lauter) danach kommen einige Phaser die einfach durch minimale Verschiebung erzeugt wurden.

den Phasing Effekt kann man natürlich auch bewusst und gezielt einsetzten, einzige Voraussetzung das man 2 mal die gleiche Scheibe hat. Beim auflegen wandert und morpht sich dann der Effekt durch die Gleichlaufschwankungen beider Platten, kommt manchmal sehr geil !! kam auch schon vor das ich mir aus diesem Grund eine Platte 2 mal gekauft hab...