DoubleUS
Nun ganz so überraschend war die Reaktion gestern nach dem Spiel für mich nicht. Vor 2 Jahren ist der deutschen U21 nach einem gewonnenen Qualifikationsspiel nämlich ähnliches passiert; hat mich damals gewundert, daß es keine Sanktionen gab. Aber nach dem gestrigen Spiel wird die UEFA/FIFA hoffentlich aufwachen und den Türken mal eine zweijährige Sperre für alle internationalen Spiele aufbrummen.
Das Zuschauer bei so einem wichtigem Spiel emotional sind, ihre Mannschaft besonders anfeuern und den Gegner ein bisschen "psychologisch" unter Druck setzten ist ja Okay. Das gehört halt zum Spiel dazu. Aber das nach dem Abpfiff die türkischen Spieler ihrer Gegner attackieren, ist mit absolut nichts zu rechtfertigen. Ich kann mir kaum vorstellen, daß eine ausländische Mannschaft die nächste Zeit noch in der Türkei auflaufen wird; die müssen ja um Leib und Leben fürchten.
Hab früher eigentlich immer gedacht, dass die Türkei ein gastfreundliches Land wäre; bin aber jetzt zu einer anderen Einsicht gekommen; wird nix mehr mit dem Türkeiurlaub!
GambaJo
Trotzdem sollte man eine ganze Nation nicht auf einige Randalierer reduzieren. Denn wenn man das macht, sind wir auch keine Heiligen. Daher mein Einwand.
Leider puschen die Medien genau dieses Bild auf. Wenn die Medien im Ausland deutsche Hooligans zeigen, die sich oder z.B. mit Holländern kloppen, hat auch direkt jeder, der das sieht den Gedanken, dass alle Deutschen aggressive Nazis sind.
Denk mal darüber nach, welche Vorstellung sich die meisten Deutschen über Engländer machen, und wie die Meinung vorher von Medien manipuliert und geformt wurde.
Es gibt wesentlich bessere und richtige Argumente für oder gegen einen EU-Beitritt der Türkei, als eine Schlägerei und ein paar aufgebrachte Fans, denn wenn es danach ginge, wäre kaum ein Staat Mitglied der EU.
Was den Eu-Beitritt anbelangt, sehe ich ganz andere Probleme. So Metropolen wie Ankara oder Istanbul mögen ja stark westlich orientiert sein, aber die Türkei besteht aus mehr. Vor allem in den ländlichen Gegenden (wovon es sehr viele gibt) herrschen noch Sitten wie vor 200 Jahren. Da wären so Sachen wie eine Starke Bindung zwischen Religion und Staat, Menschenrechte, Todesstrafe, Blutfehde, Zwangsheirat, Rechte der Frauen, illegale Koranschulen, eine immer mehr konservative Regierung, usw. Die Türkei hat leider noch sehr viele interne Probleme.
Ich weiß auch gar nicht, wie sie das jemals hinbekommen wollen. Das die Kultur und die Mentalität komplett anders ist, als die unsere, ist klar und liegt begründet in der Geschichte der Türkei bzw. dem osmanischen Reich. Wenn die Türkei aber EU-Mitglied wird, muss sie sich unseren Werten, unserer Moralvorstellung und unseren Rechten anpassen. Das geht gar nicht anders. Es gibt ja das EU-Recht, was für alle Staaten gleich ist und über dem Gesetz des jeweiligen Staates ist. So wäre es möglich, dass Menschen, die aufgrund anderer Moral und Religion in der Türkei unrecht vor einem Gericht bekommen, dann vor das EU-Gericht gehen, und da recht bekommen. Das wäre für die Türkei in höchstem Maße unbequem, man denke da nur mal an die Rechte der Frauen, oder das Problem mit den Kurden.
Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich einen Bericht gesehen. Es wurde gezeigt, was mit Frauen passiert, die ihren Mann verlassen. Ein Mann hat auf seine Frau mitten auf einer belebten Straße mehrmals mit einem Messer auf seine Frau eingestochen. Er hatte nicht viel zu befürchten. In anderen Fällen hat der Vater seinen Sohn dazu angestiftet seine Schwester zu ermorden, weil diese entweder ihren Mann verlassen hat, oder mit einem „Ungläubigen“ in Schande zusammenlebt. Seine eigene Schwester! Da ist die Ehre mehr wert, als die Liebe zu seinem eigen Fleisch und Blut. Es gibt auch genug Berichte über jahrelange Misshandlungen von Ehefrauen, von denen jeder, auch die Staatsgewalt wusste, wo aber keiner was unternommen hat.
Das sind Differenzen, die erst mal überwunden werden müssen, was aber nicht von heute auf morgen passieren kann, denn das ist fest in den Köpfen von den Menschen dort verankert.
Das sind für mich so die Probleme beim EU-Eintritt der Türkei, und nicht irgendein Spiel.
David
Ich fand schon dieses Spiel gegen England heftig, wo glaube ich nicht ein einziger Fan aus England zugelassen war. Gestern dann der Höhepunkt. Ich will nicht abstreiten, dass die einzelnen vielleicht wenig dafür können und ich glaube auch, dass sowas in anderen Ländern eben so schnell passieren kann. Trotzdem muss man einfach was dagegen tun, denn eigentlich kann man doch die sportliche Auseinandersetzung als eine Art Ersatz für Gewalt sehen. Verschiedene Nationen messen sich miteinander, aber das Ganze ist ein Spiel und es gibt Regeln. Desweiteren gewinnt auch nicht der stärkste, sondern der, der das Spiel am besten beherrscht.
Generell finde ich es aber schon amüsant, dass die Türken bei unserer WM nicht dabei sind und jetzt vielleicht auch noch für die nächste gesperrt werden...
PS: Auch wenn es hier nicht hingehört: Ich gebe Gambajo mit dem EU-Beitritt recht.
Da prallen zwei Kulturen zusammen. Ich frage mich auch, ob die Türken wirklich den Beitritt wollen, oder ob es ihnen nur um die wirtschaftlichen Vorteile geht. Fakt ist ganz einfach, dass die EU größtenteils durch andere Religionen geprägt wurde als durch den Islam und die Türken müssten ein Stück weit ihre Traditionen aufgeben. Wenn sie dazu bereit sind, können sie gerne beitreten, aber ich habe eher das Gefühl, dass sie den Westen und die EU für ihre starke Trennung zwischen Politik und Religion hassen.
Ach so, auch wenn ich eher gegen den Beitritt bin, habe ich die SPD gewählt. Es wäre einfach falsch, jetzt nach jahrelangen Verhandlungen das Tor für die Türkei zu zumachen, so beschwört man Konflikte herauf.
Luk
Finds auch unglaublich was da abgegangen ist.
Das MUSS harte Konsequenzen nach sich ziehn, bin da klar eurer Meinung!
GambaJo
P.S.: Schweiz ist nicht mal in der EU.
DoubleUS
Ich will noch einmal feststellen: Das Problem gestern war nicht, dass ein paar Raufbolde Rabatz im Stadion gemacht haben (das kommt leider auf der ganzen Welt vor). Das Problem war, dass die türkischen Spieler zusammen mit den Sicherheitskräften auf die schweizer Spieler eingedroschen haben; vielleicht lieg ich da falsch, aber dass hat es bisher noch nirgendwo anders gegeben (höchstens vielleicht in Afrika, aber die Türkei will ja Europa sein).
Ach ja, vorher hab ich's vergessen:
Ich gratuliere natürlich den Schweizern zum Erreichen der WM-Endrunde und heiße sie recht herzlich im Jahre 2006 in Deutschland willkommen.
Pieter Baton
| Zitat: |
Original von DoubleUS
Ich will noch einmal feststellen: Das Problem gestern war nicht, dass ein paar Raufbolde Rabatz im Stadion gemacht haben (das kommt leider auf der ganzen Welt vor). Das Problem war, dass die türkischen Spieler zusammen mit den Sicherheitskräften auf die schweizer Spieler eingedroschen haben; vielleicht lieg ich da falsch, aber dass hat es bisher noch nirgendwo anders gegeben (höchstens vielleicht in Afrika, aber die Türkei will ja Europa sein).
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das hatte es vorher schonmal gegeben. Und zwar hatte es die Deutsche U21 auch in der Türkei erwischt.
Insgesammt war das jetzt der elfte Vorfall in 5 Monaten.
deed
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Original von Pieter Baton
| Zitat: |
Original von DoubleUS
Ich will noch einmal feststellen: Das Problem gestern war nicht, dass ein paar Raufbolde Rabatz im Stadion gemacht haben (das kommt leider auf der ganzen Welt vor). Das Problem war, dass die türkischen Spieler zusammen mit den Sicherheitskräften auf die schweizer Spieler eingedroschen haben; vielleicht lieg ich da falsch, aber dass hat es bisher noch nirgendwo anders gegeben (höchstens vielleicht in Afrika, aber die Türkei will ja Europa sein).
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das hatte es vorher schonmal gegeben. Und zwar hatte es die Deutsche U21 auch in der Türkei erwischt.
Insgesammt war das jetzt der elfte Vorfall in 5 Monaten. |
das hat doubleus doch in seinem beitrag ganz oben schon erwähnt
noch müde, pieter?
Pieter Baton
ok.......wurde spät gestern..ähem heute......einfach ignorieren....:P
GambaJo
Ich hab neue Infos:
Der Schweizer Nationalspieler Huggel und seine Familie haben Morddrohungen erhalten. Aus diesem Grunde musste das Online-Gästebuch auf der Seite des Spielers geschlossen werden. Sein Verein hat zusätzliches Sicherheitspersonal eingestellt.
Das türkische TV hat eine Szene ausgestrahlt, in der man sieht, wie Huggel den türkischen Co-Trainer von hinten tritt. So sieht Hubbel als der Provokateur und Verursacher der Randale aus. Es wurde aber nicht gezeigt, dass der Co-Trainer vorher einem Schweizer Spieler ein Bein gestellt hat. So sieht es für die meisten Türken aus, als wären die Schweizer schuld, weil die Medien ihnen das vorgaukeln.
BTW: Huggel ist zurückgetreten.
Die Fifa denkt jetzt darüber nach „heikle“ Spiele auf neutralem Boden auszutragen (z.B. Deutschland-Türkei in Island). Sie denken auch darüber nacht die Nationalhymnen nicht mehr zu spielen, um die Stimmung nicht noch mehr anzuheizen.
Ich persönlich finde es merkwürdig, dass die Fifa jetzt schon kapituliert.
Manchmal denke ich, es geht den Leuten nicht darum 22 Leuten zu zuschauen, wie sie einem Ball nachlaufen, sondern um ihre unterdrückten Aggressionen frei zu lassen.
Wäre ich der Verantwortliche eines Teams, dass in der nächsten Zukunft gegen die Türken spielen soll, ich würde das Spiel boykottieren und nicht antreten. Würden das alle so machen, würden die Türken ganz schön dumm dar stehen.
Pieter Baton
| Zitat: |
Original von GambaJo
Die Fifa denkt jetzt darüber nach „heikle“ Spiele auf neutralem Boden auszutragen (z.B. Deutschland-Türkei in Island). Sie denken auch darüber nacht die Nationalhymnen nicht mehr zu spielen, um die Stimmung nicht noch mehr anzuheizen.
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Ds mit den neutralen Spielorten klingt ja ganz vernünftig, aber die Hymnen abzuschaffen ist schwachsinn. Wenn gepfiffen wird, ist die Stimmung ja sowiesoschon angeheizt. Die Hymnen müßen bleiben.
Der Türkische Sportminister fordert ja auch, das die Führungsriege des Verbands zurücktritt, und alle verantwortcihen bestraft werden.
Scheinbar gibts da doch noch welche, die die Schuld nicht ursächlich bei den Schweizern suchen.
deed
| Zitat: |
Original von GambaJo
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BTW: Huggel ist zurückgetreten.
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von der nationalmannschaft??
GambaJo
Im Allgemeinem scheint es mir so, als wären die Fußballfans gewaltbereiter und brutaler, als die Fans anderer Sportarten.
Klar gab es schon mal hier und da Kloppereien zwischen Basketballspielern, bei Eishockey gehört es fast zum guten Ton. Das artet aber nur selten aus, und außerhalb der Spielstädte ist so wie so Friede, Freude, Eierkuchen.
Ich weiß nicht, ob dieses Bild nicht von den Medien explizit so verzerrt wurde/wird, aber wenn es richtig schlimme Prügeleien oder Ausschreitungen mit Verletzten oder Toten gab, dann doch meistens beim Fußball.
Das Fußball so weit verbreitet ist, ist kein Argument, da das wohl hauptsächlich auf Westeuropa und Südamerika einzugrenzen ist. In den anderen Gegenden wird zwar auch Fußball gespielt, ist aber nicht so dominierend, wie andere Sportarten. Und von diesen Sportarten hört man weniger von Krawallen.
Hat früher mal jemand die Spiele von Jo McEnroe gesehen? Die waren lustig.
deed
ganz besonders schlimm sind nicht die englischen fans wie viele immer annehmen, sondern die italienischen fussball-brüder ... ist schon irre, was da manchmal abläuft bei den spielen...
allgemein kann ich dir da schon zustimmen gamba. den eindruck das besonders fussball so "gewallttätige" fans hat habe ich auch gewonnen.
warum gibt es bei formel-1 rennen nicht solche szenen? oder bei handball-spielen oder golf-turnieren?
nun, denke schon, das es u.a. auch daran liegen kann das es so "weltbekannt" ist. es ist eine sportart die jeder kennt, die viele mögen, und sie so einfach zugänglich ist und quasi an der tagesordnung steht.
fussball = alkohol ... ? theorien?
GambaJo
Wie ich schon gesagt hab ist Fußball nicht überall gleichbeliebt wie hier. Nimmt man nur die USA als Beispiel. Baseball, Basketball und Football sind da die Vorreiter. Und bei denen geht es um richtig viel Geld, dagegen sind die Topverdiener der Bundesliga arme Würstchen.
In Asien weiß ich gar nicht, was die da so überwiegend schauen, ich weiß aber, dass z.B. in Japan Baseball und Fußball stark im kommen sind. Australien ganz klar Rugby und vielleicht noch Kricket. Afrika wohl teilweise auch Fußball mit Leichtathletik.
Man sieht und hört ja auch oft von diesen Hooliganszenen hier in Europa. Wenn man diese mit einer Sportart in Verbindung bringt, dann auch eigentlich nur mit Fußball.
Wenn man sich das so ansieht, kommt einem schon die Frage, warum dass ausgerechnet bei dieser Sportart so ist. Da liegt es doch nahe dieses Verhalten direkt mit der Sportart in Verbindung zu setzen. Macht Fußball aggressiv?
Lemieux
Ja gut, die Gewalttätigkeit der Fans hat ja im Grunde nichts mit der Sportart selbst zu tun, Fußball ist ja keine Gewaltverherrlichende Sportart. Man muss einfach den Stellenwert, den Fußball für die Leute hat, berücksichtigen. Wenn der Lieblingsverein absteigt, ist das für manchen wie eine Kündigung von seinem Arbeitgeber...
Würde Halma eine ebenso große Faszination auf Menschen ausrichten, so dass diese ihr Leben danach ausrichten oder dass die halbe Menschheit bei einem Weltmeisterschaftsfinale zuschaut, sähe man in den Medien wohl öfters auch mal sich kloppende Halmafans.
Aber so viele Menschen zieht eh nur Fußball in den Bann.
deed
ich spiel selber fussball.
hm,deine letzte frage hat mich nachdenklich gemacht... denn ich muss gestehen das ich auf dem platz manchmal wirklich sehr aggressiv bin.
gut. ist nicht verkehrt, wird dir dein trainer sagen. doch manchmal überschreite ich die gewisse grenze und ticke total aus bei manchen entscheidungen des schiris oder fouls des gegners. (dafür hab ich bisher aber wenig rote/gelb-rote karten bekommen

)
eine gewisse aggressivität brauchst du als spieler in dem sport auf jedenfall.
als fan auch?
nein.
wenn ich nicht spiele, mir andere spiele unserer gegner angucke, oder im stadion bei hannover bin, ist das ganz anders als auf dem platz. da steht der spaß im vordergrund.das man ein gutes spiel sieht, das man auch emotionen dabei hat ist klar. aber so negative?
ich verstehs ehrlich gesagt nicht,und kann mir das eigentlich auch nicht nur mit dem alkohol erklären.
da muss es noch was anderes geben...
langeweile?warum solch hass auf den gegner/die gegnerischen fans?
aber die richtigen hooligans suchen ja nur einen grund um sich zu prügeln,und den haben sie schon seit langer zeit im fussball gefunden...
god knows why...
edit:
ich glaube ehrlich gesagt nicht, das wir dafür eine rationale erklärung finden werden...
GambaJo
Fußball ist ja nicht die einzige Mannschaftssportart. Es gibt viele Sportarten, die ähnliche oder gleiche Merkmale aufweisen.
Football ist z.B. in der Welt sehr beliebt (ok, hier nicht). Der Superbowl wird live in 120 Länder übertragen. Und die Amis ballern gerne rum. Warum gibt’s da kaum Stress?
GambaJo
Es gibt ja dieses berühmte Zitat von Thomas Hobbes: „Homo homini lupus“ (lat. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.)
In einer solch großen und stark verzahnten Gesellschaft, wie der unseren sind Moral, Gesetze und Regeln unverzichtbar, da wir uns sonst gegenseitig platt machen würden.
Gewaltverbrechen werden fast ausschließlich von Männern begangen. Erstens weil sie physisch eher in der Lage dazu sind, und zum zweiten weil der Mann aggressiver durch die Ausschüttung des Hormons Tostesteron ist. Liegt in der Evolution begründet.
Da der Mann aber seine Aggressionen heute nicht so ausleben kann, wie es ursprünglich von der Natur vorgesehen war, unterdrückt er diese. Das geht aber nur bis zu einem gewissen grad. Oft staut sich das Unterdrückte an, und entlädt sich dann in voller wucht und zu einem falschen Zeitpunkt.
Sport hat unter anderem die Aufgabe als Katalysator für eben diese Aggressionen zu dienen. Denn beim Sport kann man seine Aggressionen, die man gegen andere Mitmenschen aufgebaut hat, auf einen leblosen Gegenstand wie einen Ball oder Sandsack projizieren und sie daran ausleben. Zumal man sich auspowert, und müde Menschen sind selten aggressiv.
Ich glaube, dieses Gefühl kennt jeder. Man ist wütend auf jemanden, und macht einfach irgendwas kaputt (nicht den, auf den man sauer ist). Man schmeißt einen Teller kaputt, oder sonst was anderes. Und es geht einem tatsächlich etwas besser. So ähnlich wirkt auch Sport.
Von daher ist Fußball eigentlich gar nicht so übel. Das Problem ist nur, wenn Menschen dieses Spiel zu ernst nehmen oder ihre Aggressionen nicht auf einen toten Gegenstand projizieren können/wollen.