Glaube

claus
Zitat:
Original von emotion
Aber auch nicht an einen alten Mann mit weißem Bart der irgendwo auf ner Wolke sitzt, umgeben von Engelchen *lach* großes Grinsen


@ emotion

tja, da muss ich dich leider enttäuschen!

beweis:



ps: nur spaß großes Grinsen
Solar Spectrum
Das ist kein Beweis, da fehlen die "Engelchen"! großes Grinsen
emotion
Zunge Zunge Zunge .... sehr witzig.... Zunge
UuuuHhhhhhHuuHhh , dann hier das Gegenstück:
http://www.meistertipp.de/mediadb/46952/...elchen_0705.jpg

...Doofnüsse ihr.... großes Grinsen
Victim
Im großen ung ganzen bin ich terrorkekses meinung und ansicht.

Hab zwar das volle Programm mitbekommen und werde jede Weihnachten in die Kirche gezerrt bin aber nicht sehr gläubig. Eigentlich bringt einen der Glaube an eine höhere Macht auch nicht weiter, da sie wenn mal not ist eh nich eingreift. Wie auch, der da oben hat schließlich so schon alle Hände voll zu tun mit was weis ich. darum bin ich der ansicht das man theoretisch, in welchem wieder "theo" vorkommt wie in "theologie" (sehr verdächtig), nur an sich selbst glauben sollte und kann.
David
Zitat:
Original von Victim
Eigentlich bringt einen der Glaube an eine höhere Macht auch nicht weiter, da sie wenn mal not ist eh nich eingreift.

Wie jetzt ? geschockt
Gleich behauptest du noch, dass es den Weihnachtsmann auch nicht gibt... autsch

Ich sags nochmal: Als eine Art "Verein" kann einem die Kirche durchaus helfen. Gerade ältere Menschen finden dort viele Gleichgesinnte mit denen sie über Schicksale oder Ähnliches reden können. Wenn man sich zurück lehnt und darauf hofft, dass Gott einem automatisch helfen wird, bringt das in meinen Augen garnichts.
Guitar
Zitat:
Original von Nachtschatten
@ Guitar:
Es wär nett, wenn du deinen versprochenen langen Beitrag mal hier posten würdest, ich würde ihn mit Sicherheit lesen, da mich das Thema auch sehr interessiert!


OK, du hast es ja so gewollt großes Grinsen !


Über den Wahrheitsanspruch von Religionen


Der Glaube an transzendente Phänomene und Wesen ist so alt wie die Menschheit selbst. Es ist zwar unmöglich, klar den Zeitpunkt zu benennen, an dem der Mensch sich als eigene Spezies von der Hominidenlinie abspaltete, doch ist es zweifelsohne seine höhere Intelligenz, die ihn unter anderem kennzeichnet und in die Lage versetzte, Fragen zu stellen und nach Erklärungen zu suchen. Diese Fähigkeit ermöglichte es ihm, seine Umwelt unter einem anderen, kritischeren Blickwinkel wahrzunehmen. Das dem Menschen bis heute inhärente Streben danach, für alle Fragen eine Antwort zu finden, ist, so scheint es, unvermeidlich auch der Nährboden für den Glauben an überirdische Kräfte in dem Wunsch, mit deren Wirken für die mit Logik unerklärbaren Dinge eine Erklärung zu finden, die keiner fassbaren Beweise bedarf. Es entstanden Kulte, die im vorchristlichen polytheistischen Heidentum mündeten. Aus ihm gingen schließlich die drei monotheistischen Weltreligionen hervor und mit ihm der Anspruch, der einzig wahre Glaube zu sein. Plötzlich gab es nur noch das eine überirdische Wesen, „Gott“, und das göttliche Gebot wurde missbraucht, um unmenschliches Handeln zu legitimieren – bis in die Gegenwart. Waren es früher etwa die Kreuzzüge oder der Genozid an den „südamerikanischen Heiden“, sind es heute der religiöse Terrorismus und die zahlreichen Glaubenskriege in Afrika und im Nahen Osten. Und noch etwas hat sich nicht geändert: Nach wie vor bietet die Religion Antworten auf Fragen, die die Wissenschaft nicht klären kann. Welchen Anspruch auf Wahrheit hat sie aber? So fragt der Atheist.
Die meisten Religionen und dabei vor allem das Christentum leiden an einem Makel, der automatisch deren Glaubwürdigkeit drastisch herabsetzt und sich mit einem Wort ausdrücken lässt: Anthropomorphismus. Mehr oder minder stark wird dem einen Gott oder den Göttern menschliche Eigenschaften zugeschrieben. Oberflächlich betrachtet ist es schlicht ein Ausdruck menschlicher Arroganz, die eigene Spezies als Krone der Schöpfung anzusehen, als Spezies, die Gott nach seinem Bilde schuf. Darstellungen zeigen Gott meist als einen alten weisen Mann mit langem weißem Bart. Gott ist ein überirdischer (omnipotenter) Mensch. Führt man sich allerdings die unvorstellbare Größe des Universums, die Abermilliarden Planeten darin vor Augen und wie klein der Mensch vor diesem Hintergrund erscheint, wie ganz und gar unbedeutend, muss die Frage gestattet sein, woher diese offensichtlich vollkommen abwegige Annahme rührt. Die Antwort ist zweigliedrig: Einerseits ist es gerade die annähernde Bedeutungslosigkeit im Gesamtgefüge, die dem Menschen Angst macht und ihn nach einer Möglichkeit suchen lässt, seinen tief verankerten Wunsch nach Wesentlichkeit zu rechtfertigen. Es ist eine unsagbar schmerzliche Vorstellung, dass der Mensch nur ebenso viel beziehungsweise wenig bedeuten könnte wie etwa eine Amöbe oder ein Stein, eine Vorstellung, die unweigerlich Fragen nach dem Sinn des Lebens aufwirft. Einfacher und minder deprimierend ist es, sich als Gottes Ebenbild zu betrachten. Der Sinn der Existenz klärt sich außerdem: ein gottgefälliges Leben führen, indem man den Geboten des Herrn – Gott ist schließlich ein Mann – Folge leistet.
Andererseits, und darin liegt der zweite Grund für Anthropomorphismen, ist eine Religion nur dann für den Menschen hilfreich, wenn das Wesen, an das sich der Glaube richtet, für ihn wägbar ist. Mit einem abstrakten Element, welches jeglicher Vorstellungskraft entsagt und dadurch bereits wesentlich glaubwürdiger wäre, kann er nichts anfangen. Wie könnte er beten, wenn er nicht einmal weiß, an wen oder was sich seine Gebete wenden? Der Mensch ist nicht das Ebenbild Gottes, sondern „Gott“ ist das Ebenbild des Menschen in seiner Perfektion. Gott ist die Vereinigung all jener Eigenschaften, die den guten (im Sinne von tugendhaften) Menschen auszeichnen. Dadurch wird „Er“ zum Vorbild, vor allem aber wird Er geistig fassbar. Einfach gesagt: Besäße anstelle des Menschen der Hund höhere Intelligenz – Gott wäre Lassie. Natürlich gibt es auch Ausnahmen; insbesondere im vorchristlichen Heidentum stellte man sich die Gottheiten häufig in Tiergestalt vor. Dennoch, auch damals besaßen sie in jedem Fall ein dem Menschen bekanntes Äußeres und auch ihnen wurden menschliche Charaktereigenschaften zugeschrieben. Es ist nun einmal so, dass der Mensch nur von sich selbst eine genaue Vorstellung im Kopf hat, also überträgt er genau diese Vorstellung auf Gott. So, wie der Mensch die Welt sieht, sieht auch Gott die Welt. In diesem Verhalten verbirgt sich allerdings ein eklatanter naturalistischer Fehlschluss: Wie könnte ein allmächtiger Gott, der sich um das ganze Universum zu kümmern hat, denselben eingeschränkten Blickwinkel wie die Menschen innehaben? Der Mensch weiß nichts, Gott weiß alles. Wieso sollte Er also dieselbe Vorstellung von Freude und Leid, von Gut und Böse, von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit haben?
Eine weitere Beeinträchtigung des Wahrheitsanspruchs von Religionen wird bedingt durch den wissenschaftlichen Fortschritt der Menschen und den damit verbundenen Erkenntnissen. Niemand, der sich nicht jeglicher Rationalität gänzlich verschließt, wird heute noch ernsthaft behaupten können, dass die Erde in sechs Tagen erschaffen wurde oder dass der Mensch Zentrum göttlichen Bemühens ist. Ein philanthropischer Gott – wie könnte er zulassen, dass seine Schäfchen immer wieder Opfer von entsetzlichen Naturkatastrophen werden? Wie könnte er eine solche Ungleichheit, wie sie zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern besteht – noch dazu, wo sich die frommsten Gläubigen in jenen unterentwickelten Ländern wieder finden – dulden? Warum lässt er Hunger, Mord und Terrorismus zu? Diese Fragen sind nicht neu, führten und führen unter Gläubigen immer wieder zu dem Versuch, die Existenz Gottes trotz der Einwände zu rechtfertigen (Theodizee). Tatsache ist: Ein omnipotenter und gütiger Gott, wie er in den Weltreligionen deklariert wird, besäße auch die Macht, all das menschliche Leid zu verhindern.
Man müsste daher meinen, dass Religionen mit zunehmendem Wissen der Menschen über die Welt, in der sie leben, an Bedeutung verlieren. Früher unerklärbare Phänomene wurden mit Hilfe von Wissenschaft und Technik erklärbar, der Blick in den Himmel auf der Suche nach einer Begründung erübrigte sich. Die Realität zeichnet ein anderes Bild: Unter der Weltbevölkerung stellen Atheisten die absolute Minderheit, Religionen nehmen nach wie vor den größten Einfluss auf die Menschheit, religiösen Fanatismus gibt es heute wie damals. Heute beantwortet der Glaube andere Fragen. Was macht also die ungebrochene Faszination der Religionen aus?
Religionen nähren sich vordergründig, vielleicht sogar ausschließlich von den Ängsten des Menschen. Die Angst vor bevorstehendem oder bereits eingetretenem Unheil lässt Menschen ein höheres Wesen anbeten, dass es ihnen helfen möge. Glaube bedeutet Hoffnung auch noch in den aussichtslosesten Situationen und hierin liegt die wahre Stärke der Religionen. Es spielt keine Rolle, ob sie Wahrheit oder Lüge verkünden. Selbst Gott ist letztendlich nur das Mittel zum Zweck: die Erleichterung des menschlichen Lebens und die Linderung der Leiden, die aus der Befähigung (oder dem Zwang) zu intensiverem Fühlen erwachsen. Die Ohnmacht gegenüber Schicksalsschlägen und dem vielfältigen Leid, dem er aufgrund seiner eigenen Vielfältigkeit ausgesetzt ist, weckt im Menschen den tiefen Wunsch nach Hoffnung. Da eine solche Hoffnung auf rationaler Ebene jedoch undenkbar ist, bedient er sich einer irrationalen Hoffnung. Er konzentriert seinen Glauben auf ein transzendentes Wesen, das in der Lage ist, alles Leid zu verhindern, obwohl es für die Existenz eines solchen Wesens keinerlei Beweis gibt. Das ist allerdings unwichtig, der Gottglaube wirkt wie ein Placebo: Glaubt der Mensch lange genug an Gott, wird Gott zur Gewissheit. Und wie ein Placebo hilft auch der Gottglaube schon durch Einbildung. Glaube spendet Hoffnung, Trost und neue Kraft, er macht resistent gegenüber chronischem Pessimismus und wirkt nihilistischen Anwandlungen entgegen. Hieran wird deutlich, was für ein emotionales Wesen der Mensch tatsächlich ist; sieht er eine Möglichkeit, Leid von sich abzuwenden, sieht er gerne über jegliche Vernunft hinweg.
Die größte Angst des Menschen ist die vor dem Tod. Die Gewissheit des Todes und die damit verbundene Endlichkeit zumindest jeder körperlichen Existenz verdrängt er gekonnt aus seinem Bewusstsein. Niemand spricht über den Tod. Jegliche Konfrontation mit ihm, zum Beispiel der Verlust eines Angehörigen, zählt zu den schmerzhaftesten Erfahrungen, derer der Mensch fähig ist. Die scheinbare Sinnlosigkeit, die ein endliches Leben birgt, fördert Depressionen. Doch auch dieses Leid können Religionen heilen: Der Glaube an ein Leben nach dem Tod oder an Wiedergeburt befreit von derartigen subversiven Gedanken. Religionen geben den Menschen heutzutage vorrangig Antwort auf Fragen der Metaphysik, eine weitaus tröstlichere Antwort, als sie die reine Vernunft nahe legt. Vorstellungen vom Paradies oder dem Himmel, wo alles Schlechte ausgemerzt ist, geben vor allem Armen und Kranken Hoffnung. So naiv ein solcher Glaube auch erscheinen mag, hat er doch den einzigartigen Effekt, das Augenmerk des Menschen gerade vom Jenseits weg auf das Diesseits zu richten. Da der gläubige Mensch weiß, dass er den Tod nicht als Ende seiner Existenz zu fürchten braucht, beschäftigt er sich auch weniger mit ihm. Vielmehr konzentriert er sich darauf, gottgefällig zu leben, um für seine Seele einen Platz im Himmel zu rechtfertigen. Dafür sind gläubige Menschen nicht zu belächeln oder gar zu verachten, sondern zu beneiden. Mögen sie auch von Fehlannahmen ausgehen und sei ein Leben nach dem Tod auch noch so vernunftwidrig – diese Menschen führen ein Leben ohne ständige Zweifel und ohne Angst vor dem Tod. Sie sterben ebenso, aber sie sterben mit einem Lächeln im Gesicht. Der Glaube bietet Lebenshilfe und Seelsorge bis zum letzten Atemzug und dies ist der größte Verdienst der Religionen, ein Verdienst, den kein Therapeut der Welt leisten könnte. Selig der, der glauben kann.
Allerdings wird auch hier deutlich, dass Religionen letztlich das Produkt menschlicher Fantasie sind. Der Mensch existiert nach dem Verlust der körperlichen Hülle weiter – und nur der Mensch. Niemand glaubt daran, dass Tiere oder Pflanzen den Weg in den ewigen Himmel finden könnten. Dabei ist die Abgrenzung zwischen diesen Lebensformen lediglich ein von Menschen erschaffenes Modell, das es ihm erleichtert, seine Umwelt zu erfassen. So gesehen ist alles Bestehende nur eine Anhäufung von Materie, jedoch mit verschieden komplexer Ausprägung. Wir Menschen mögen höher entwickelt sein als etwa Hunde, aber in der Natur gibt es keine festgelegten Arten. Die Evolution verläuft fließend. Wenn also ein Gott existiert, wie können wir dann davon ausgehen, dass er ausschließlich den Menschen nach seinem Tod zu sich holen sollte? Warum sollte nicht eine Amöbe, die ebenfalls zufällig aus der Evolution hervorgegangen ist, im Jenseits weiterexistieren?
Es wäre jedoch nicht richtig, die Anziehung, die Religionen früher wie heute auf den Menschen ausüben, ausschließlich mit dessen Ängsten zu begründen. In einer dynamischen Gegenwart, einer sich im rasenden Tempo verändernden Gesellschaft, in der Oberflächlichkeit und die Entfremdung des Menschen beständig zunehmen, einer Zeit, in der der Einzelne trotz vielfältiger Kommunikationstechnologien zunehmend vereinsamt, stellen Religionen etwas Konstantes dar, ein Anker, der Halt gibt und Menschen verbindet. Was sehen wir denn, wenn wir einen Blick in den Alltag der postmodernen Leistungsgesellschaft werfen? Wir sehen Menschen in einem einzigen Kampf um Profilierung, getrieben von Macht und Geld. Die Karriereleiter möglichst hoch zu erklimmen wird zur Tugend erhoben. Natürlich kann man nicht alle Menschen über diesen Kamm scheren. Tatsache ist jedoch, dass in einer sich globalisierenden Welt, in der immer mehr Länder auf das kapitalistische Ross aufspringen, einer immer kleiner werdenden Anzahl von Gewinnern eine immer größere Anzahl von Verlierern dieses Prozesses gegenübersteht. Am krassesten fällt diese Divergenz in den Entwicklungsländern aus, wo Fortschritt und Wohlstand noch keine Massenbasis bilden und so der mit Abstand größte Teil der Bevölkerung in Armut lebt ohne Hoffnung, irgendwann dem Elend entkommen zu können. Das Einzige, was diesen Menschen häufig Hoffnung gibt, ist der Glaube. Er ermöglicht es, dass sie trotz ihrer erbärmlichen Lage noch ein Licht in der Zukunft sehen. Dieser Umstand rückt Religionen, wie man zugeben muss, in ein äußerst positives Licht und erklärt auch ihren Reiz in der heutigen Zeit.
Es ist nicht zu erwarten, dass Religionen eines Tages „aussterben“ werden. Im Gegenteil: Verschärfen sich die Probleme auf diesem Planeten, mit denen der Mensch konfrontiert ist – klimatische Veränderungen, Umweltzerstörung, Bevölkerungsüberschuss – soweit, dass seine Existenz ernsthaft bedroht wird, wird der Glaube an ein überirdisches Wesen noch weitaus mehr Anhänger finden. Es heißt nicht umsonst, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Man könnte daher fast meinen, dass der Glaube wie ein Instinkt wirkt, der Menschen in aussichtlosen Situationen vor Hoffnungslosigkeit schützt.
Aus den vorangegangenen Betrachtungen ergibt sich, dass Religionen keinerlei Anspruch erheben können, die Wahrheit zu lehren. Es hat sich allerdings ebenfalls gezeigt, dass dies nicht wirklich wichtig ist. Im Endeffekt zählt bei Religionen keine objektive Wahrheit, die den Menschen nur vor neue Fragen stellt, sondern jene subjektive Wahrheit, an die jeder für sich selbst glauben kann und die dem Menschen als einem so kleinen und verletzlichen Wesen weit hilfreicher ist. Bildet man sich ein Urteil über Religionen, sollte man also nicht nur an die Verbrechen denken, die in ihrem Zeichen verübt wurden, sondern auch an den Beistand, den Trost und die Hoffnung, den sie über viele Jahrhunderte so vielen Menschen gegeben hat. Es wäre falsch, religiösen Menschen mit Verständnislosigkeit zu begegnen. Letztlich stehen wir alle vor demselben Problem: Irgendwann müssen wir sterben. Es ist nur recht, wenn man versucht, die begrenzte Lebenszeit, die man geschenkt bekommen hat, so angenehm wie möglich zu verbringen. Dabei sollte der Weg keine Rolle spielen.
GambaJo
Guter Aufsatz, mir fehlen aber ein paar Punkte.

Mit die wichtigsten Punkte für den Erfolg von Religionen sind Assimilation heidnischer Bräuche (viele christliche Bräuche stammen aus anderen Religionen), die Hortung von Wissen und Macht ohne dieses weiter zu geben (die Menschen wurden mit Absicht dumm gehalten), dann Gewalt um die Religion in der Breiten masse durchzusetzen und schließlich die Zwänge der Gesellschaft.
Die Religionen bzw. diejenigen, die sie verbreiten machen das ganz clever, denn sie packen uns schon im frühesten Kindesalter, wo wir uns noch nicht währen können, und auch keine feste Meinung haben. Hinzu kommt das Ansehen in der Gemeinde, man denke dabei nur an kleine Dörfer, wo sofort getuschelt wird, wenn man mal nicht zur Kirche geht.
Der Keim der Angst und des Hasses wird schon so früh gesät und dann gepflegt, dass der junge Mensch geprägt wird und nicht mehr anders denken kann. Man denke dabei nur an die palestinänsischen Kinder.

Zum anderen ist der Mensch von Natur aus faul. Statt sich umständlich Gedanken über diverse Zusammenhänge zu machen oder mal seinen Arsch hoch zu kriegen, und einige Sachen ausprobieren, ist es viel einfacher Sachen, die man nicht sofort versteht oder zuordnen kann, ist es viel einfacher diese Phänomene einem höheren Wesen zu zuschreiben. Da braucht man sich nicht den Kopf zu zerbrechen.

Für die Machthaber war die Religion immer ein willkommenes Mittel ihre Macht und ihre Reichtümer zu häufen und Hass gegenüber Feinden zu schüren. Wäre die Religion nicht ein so gutes Werkzeug dafür gewesen, wäre sie nicht so interessant für die, die was zu sagen hatten. Könnte sogar sein, dass sie dann nicht so bedeutend geworden wäre.
Guitar
@ GambaJo: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich von Inhalt und Geschichte der einzelnen Religionen nicht viel Ahnung habe, weshalb ich meinen Aufsatz auch recht allgemein gehalten habe. Die Punkte, die du aufführst, die deiner Ansicht nach ausschlaggebend waren für den Erfolg von Religionen, treffen nach meinem Wissen aber lediglich auf das Christentum zu!!!

Deine Meinung, dass Menschen aus Faulheit glauben, halte ich für falsch. Vor 2000 Jahren hatten die Menschen nicht die technischen Möglichkeiten, um Phänomene wie Naturkatastrophen oder Gewitter rational zu erklären. Wenn sie also an eine überirdische Kraft glaubten, dann nicht aus Faulheit, sondern aus Ehrfurcht. Und als der Mensch dann die Mittel hatte, um sich diese Phänomene erklären zu können, existierten die Religionen dennoch weiter. Ich weiß vom Christentum, dass dessen führende Persönlichkeiten der Wissenschaft aufgeschlossener gegenüberstehen, als man vielleicht denken mag. Man akzeptiert heutzutage zum Beispiel, dass die Erde nicht Zentrum des Universums ist. Die Kirche kritisiert nicht die Wissenschaft an sich, sondern deren übersteigerten Rationalismus in dem Verlangen, eines Tages alles wissen zu können.

Ich nehme jetzt nicht auf alle Punkte deines Beitrages Bezug, weil das schon wieder Stoff genug für einen zweiten AUfsatz wäre tot .
GambaJo
Das mit der Faulheit trifft ja auch nicht auf alle zu, aber ich denke doch, dass viele es sich einfach machen.

Die Kirche hat heute keine Wahl als zuzugeben, dass die Wissenschaft in vielen Dingen Recht hat, sie kann dem ja nichts Plausibles entgegensetzen, da ihre Macht geschwunden ist. Früher wurde man als Ketzer gefoltert und hingerichtet. Und wenn man sich vor Augen führt, ab wann die Kirche „bestätigt“ hat, dass die Erde nicht im Zentrum des Universums ist, bekommt man eine Vorstellung von dem, was da abgeht.

Trotzdem gib es in den USA eine starke Bewegung, die fordert, dass in der Schule die Schöpfungslehre nach der Bibel und nicht nach Darwin in den Schulen gelehrt wird, weil die angeblich die einzig richtige sind. Hab sogar mal so was wie Ausgrabungen von diesen Leuten gesehen, die nach einer Erdschicht gesucht haben, auf der Menschenspuren zusammen mit Dinosaurierspuren zu finden sind, um zu beweisen, dass alles zur gleichen Zeit erschaffen wurde.

Trotzdem ist für mich neben der Angst der gesellschaftliche Druck und das frühe Eingliedern in die Gemeinde die wichtigsten Gründe für den Erfolg von Religionen. Früher wurde die Hölle und der Teufel als Marketingstrategie erfunden um den Menschen Angst zu machen. Dann gab es ja Missionare, die in die Welt ausgeströmt sind, um den Glauben zu verbreiten. Manchmal mit Frieden, oft mit Gewalt.
Bei uns ist das nicht mehr so spürbar, weil wir relativ liberal und zum freien Denken erzogen wurden, und auch das Recht haben die Religion frei zu wählen. Früher war das hier (und ist immer noch in vielen Teilen der Erde), dass der Glaube von Oben befohlen wurde. Wer eines anderen Glaubens war, musste oft mit Repressalien und Verfolgung/Vertreibung rechnen.

Man stelle sich mal vor, wir würden nicht als Baby getauft werden, es gäbe hier viel mehr Moscheen oder budhistische Klöster und wir hätten z.B. mit 18 die Wahl, ich glaube nicht, dass dann hier der Katholizismus so stark verbreitet wäre, wie er es jetzt ist.
Kollege B
So sehe ich das auch...

Ich wurde auch als Kind dazu erzogen Sonntags brav in die Kriche zu gehen. Meine Mutter ging zu der Zeit auch immer mit, ließ dies aber irgendwann sein und so blieb ich auch zu Hause, bis der Religionsunterricht (der in der Kirche stattfand, denn als Neuapostole hat man halt seinen eigenen Unterricht und bleibt dem der Schule fern) und anschließend der Konfirmandenunterricht begann. Da dieser immer nach dem Gottesdienst anfing, bin ich halt auch direkt wieder zum Gottesdienst gegangen. Da waren alle ganz froh.

Und als ich dann konfirmiert war, sah ich keinen Grund mehr, zur Kirche zu gehen, außer diverse Selbstzweifel, die mir ins Gehirn gewaschen wurden. Ich brauchte lange um diese Gewissensbisse loszuwerden und zu merken dass es absolut richtig war, der Kriche fernzubleiben.

Besonders prägte mich der Moment im Konfirmandenunterricht, als uns nahegelegt werden sollte, dass es im Himmel nie dunkel wird und es keine Tränen gibt... Wer will den freiwillig sowas haben?

Wobei ich die neuapostolische Kirche, die soweit ich weiß Sektenstatus besitzt, aber offiziell anerkannt ist auch in Schutz nehmen möchte. Die ist für mich auf einer Stufe mit den anderen hier ansässigen christlichen Glaubensgemeinschaften.

Mein Onkel, der sowas von korrekt ist, ist da Priester, meine Großeltern sind jeden Sonntag da und es nahm mir auch niemand übel, dass ich da nicht mehr hinkam, so wie es z.B. bei den Zeugen Jehovas gewesen wäre.

Und das finde ich gut. Solange die Religionen einem seinen freien Willen lassen, sollen sie meiner Meinung nach weiterexistieren.

Sobald aber versucht wird mit Religion Politik zu machen, ist Schluss mit Lustig. Meiner Ansicht nach sollte sowas wie die CDU in Deutschland direkt verboten werden... Sowas bringt nur Unheil.

Ich selber glaube nur noch an das fliegende Spaghettimonster! Ich bin berührt durch seinen nudeligen Anhang! Niemand kann von der Hand weisen, dass das fliegende Spaghettimonster existiert! Und solange wir es weiterhin unterlassen uns mit Pirateninsignien zu schmücken werden die Naturkatastrophen weiter zunehmen! Ihr werdet schon sehen!

Über diesen lieben Gott, da kann man so viel diskutieren, dabei kann man diese ganze Diskussion auf eine Frage komprimieren:

Wenn Gott uns alle erschaffen hat, was erschuf dann Gott? Solange mir niemande diese Frage beantworten kann (außer mit der Antwort: unsere überforderten Gehirne) glaube ich auch nicht an ein solches Ding.

Und für die Leute die sich fragen, wo sie nach dem Tod hingehen hab ich folgende Anwort:

Da wo sie her kamen. Ich komme aus dem Nichts und da gehe ich auch wieder hin. Warum sollte ich davor Angst haben, ich war ja vorher auch schon da und hab keine negativen Erinnerungen daran, denn ich habe daran überhaupt keine Erinnerungen.

Wie sinnlos, da nach dem Sinn des Lebens zu fragen. Wir können froh sein, dass wir überhaupt aus dem Nichts entstanden sind. Das muss man ausnutzen und nicht mit dem Gedanken an einen Sinn des Lebens verschwenden...

So, ich schnall mir jetzt wieder meinen Säbel um und klapp meine Augenklappe wieder runter...
Guitar
Zitat:
Original von GambaJo
Das mit der Faulheit trifft ja auch nicht auf alle zu, aber ich denke doch, dass viele es sich einfach machen.


Was ist dagegen einzuwenden, wenn ein Mensch anstatt nach der objektiven Wahrheit zu forschen, die er doch nie begreifen kann und die ihn so deprimierend unbedeutend im Gesamtgefüge erscheinen lässt, an ein überirdisches Wesen glaubt, das ihm all seine Zweifel nimmt und ihn nicht ständig vor neue Rätsel stellt? Eigentlich sind sogar die Menschen die Deppen, die sich nie mit den vorhandenen Erkenntnissen zufrieden geben, die immer mehr wissen wollen über das Funktionieren der Welt. Ich frage: Welchen Vorteil bringt dieses Wissen der Menschheit? Kann es die Leiden vermindern, denen der Mensch aufgrund seiner höheren Intelligenz ausgesetzt ist (quälende Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach der Endlichkeit der Existenz u.ä.)? Niemals, es erhöht diese Leiden unter Umständen sogar, weil die Spezies Mensch immer kleiner erscheint im Universum. Mittlerweile ist es wahrscheinlich geworden, dass es im Universum noch anderswo Leben, durchaus auch intelligentes, gibt. Solange der Mensch an seine einzigartige Stellung glauben konnte, ging es ihm besser. Ein naiver Glaube an transzendente Kräfte macht es ihm in der Tat einfacher, indem er ihn von den quälenden Fragen befreit. Glaube (kein religiöser Fanatismus!) ist dem Menschen so gesehen wesentlich hilfreicher als alle Erkenntnisse über das Universum.

Zitat:
Original von GambaJo
...da ihre Macht geschwunden ist.


Falsch. In Europa mögen Religionen keine tragende Rolle mehr spielen, dafür ist ihre Bedeutung in weiten Teilen der Welt enorm gewachsen, zum Beispiel in Indien der Hinduismus aufgrund des extremen Bevölkerungswachstums oder der Islam aus demselben Grund. In den USA hat ein Kandidat für das Präsidentenamt keine Chance die Wahl zu gewinnen, wenn er sich nicht als gläubiger Christ bekennt. Die Macht und der Einfluss auf Menschen von Religionen ist ungebrochen.

Zitat:
Original von GambaJo
Trotzdem gib es in den USA eine starke Bewegung, die fordert, dass in der Schule die Schöpfungslehre nach der Bibel und nicht nach Darwin in den Schulen gelehrt wird, weil die angeblich die einzig richtige sind. Hab sogar mal so was wie Ausgrabungen von diesen Leuten gesehen, die nach einer Erdschicht gesucht haben, auf der Menschenspuren zusammen mit Dinosaurierspuren zu finden sind, um zu beweisen, dass alles zur gleichen Zeit erschaffen wurde.


Vorsicht. Jene Bewegung ist eine kreationistische. Kreationisten sind radikale Christen, die die Bibel wortwörtlich nehmen und auch heute noch daran glauben, dass die Erde vor 6000 Jahren entstand (etwa die Zeugen Jehovas). Die meisten "normalen" Christen akzeptieren heute die Schöpfungslehre.

Zitat:
Original von GambaJo
Früher wurde die Hölle und der Teufel als Marketingstrategie erfunden um den Menschen Angst zu machen. Dann gab es ja Missionare, die in die Welt ausgeströmt sind, um den Glauben zu verbreiten. Manchmal mit Frieden, oft mit Gewalt.


Diese Aussagen treffen wiederum nur auf das Christentum, nicht auf alle Religionen zu.
GambaJo
Zitat:
Original von Guitar
Was ist dagegen einzuwenden, wenn ein Mensch anstatt nach der objektiven Wahrheit zu forschen, die er doch nie begreifen kann und die ihn so deprimierend unbedeutend im Gesamtgefüge erscheinen lässt, an ein überirdisches Wesen glaubt, das ihm all seine Zweifel nimmt und ihn nicht ständig vor neue Rätsel stellt? Eigentlich sind sogar die Menschen die Deppen, die sich nie mit den vorhandenen Erkenntnissen zufrieden geben, die immer mehr wissen wollen über das Funktionieren der Welt. Ich frage: Welchen Vorteil bringt dieses Wissen der Menschheit?


Dann frag das noch mal, wenn deine Mutter, deine Freundin/Frau oder Du ins Krankenhaus eingeliefert werdet wegen z.B. einem Blinddarmdurchbruch. Heutzutage ein einfache Routineeingriff, früher sind die Menschen elendig daran verreckt. Hätten wir nicht Wissen gesammelt, würden wir heute noch glaube, dass das Gottes Strafe ist und der Kranke würde qualvoll sterben.

Das Nutzen unseres Verstandes und das Sammeln von Wissen ist für uns ein evolutionärer Akt, wie damals, als wir anfingen Werkzeuge zu nutzen, oder als wir häuslich wurden. Wir sind darauf programmiert uns und unsere Art zu erhalten, und wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir das nur fortsetzen können durch mehr Wissen. Irgendwann werden wir zu viele sein, die Ressourcen werden erschöpft sein usw. Entweder Gott wird uns davor bewahren oder uns eine andere Lösung bieten, oder wir machen es selbst. Was ist wahrscheinlicher?


Zitat:
Original von Guitar
Falsch. In Europa mögen Religionen keine tragende Rolle mehr spielen, dafür ist ihre Bedeutung in weiten Teilen der Welt enorm gewachsen, zum Beispiel in Indien der Hinduismus aufgrund des extremen Bevölkerungswachstums oder der Islam aus demselben Grund. In den USA hat ein Kandidat für das Präsidentenamt keine Chance die Wahl zu gewinnen, wenn er sich nicht als gläubiger Christ bekennt. Die Macht und der Einfluss auf Menschen von Religionen ist ungebrochen.


Das ist teilweise richtig. Es ist richtig, dass die Kirche bzw. Religionen in vielen teilen der Erde noch viel Einfluss auf Menschen hat, ich sprach aber von Macht. Früher hatten Bischofe und Päpste Armeen, mit denen sie Krieg führten. Ihre Interessen setzten sie durch Krieg, Gewalt, Folter und Mord durch. Und das war ganz legitim, denn man erfüllte ja Gottes Willen. Man muss sich ja nur daran Erinnern, was z.B. mit Galileo Galilei passierte.

Heute muss der Papst PR machen indem er hier große Feste veranstaltet wie den Weltjugendtag, weil sich hier kaum einer dafür interessiert.

Zitat:
Original von Guitar
Vorsicht. Jene Bewegung ist eine kreationistische. Kreationisten sind radikale Christen, die die Bibel wortwörtlich nehmen und auch heute noch daran glauben, dass die Erde vor 6000 Jahren entstand (etwa die Zeugen Jehovas). Die meisten "normalen" Christen akzeptieren heute die Schöpfungslehre.


Radikale gibt es genug. Die Gefahr liegt aber nicht unbedingt in ihrer Anzahl, sondern in ihrem Einfluss auf die Gesellschaft und Politik. Wenn solche Leute es schaffen, dass Kinder Lügen lernen sollen, dann finde ich das durchaus bedenklich, zumal das in einer Demokratie passiert und einem Staat mit Religionsfreiheit. Die ersten Siedler in den USA sind wegen ihres Glaubens ausgewandert, weil sie hier verfolgt wurden, oder weil man ihnen einen anderen Glauben aufgezwungen hat. Und nun passiert das wieder.


Zitat:
Original von Guitar
Diese Aussagen treffen wiederum nur auf das Christentum, nicht auf alle Religionen zu.


Das war nur ein Beispiel, weil ich mich hauptsächlich mit dem Christentum auskenne. Ich bin sicher, dass es z.B. im Islam ähnliche Vorgehensweisen gab.

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass wenn man Nutzen und Schaden einer Religion auf die Waage legen könnte, dass die Seite mit dem Schaden deutlich überwiegen würde.

An sich gebe ich dir Recht, Glaube kann Berge versetzen, kann Kranke heilen (bis zu einem Grad), kann inneren frieden geben.
Es kann aber auch als Machtmittel missbraucht werden, und das ist viel zu oft und auf viel zu brutale Weise passiert, und passiert noch heute, und wird noch lange passieren, solange die Menschen naiv und ungebildet sind.
Nachtschatten
Leider habe ich jetzt nicht die Zeit, die unteren, restlichen Beiträge zu lesen, aber erstmal möchte ich dir, Guitar, herzlich für das Posten dieses Essays (?!) danken! Es liest sich sehr überzeugend und genussvoll und ich stimme in praktisch allen Punkten überein. Wenn du das wirklich selbst verfasst hast, was ich gar nicht zu bezweifeln wagen will, dann möchte ich außerdem großen Respekt vor dem mehr als ordentlichen Schreibstil ausdrücken! Nur gegen Ende des Textes gefällt es mir nicht so, dass du leicht krampfhaft versuchst, Religionen positive Aspekte abzugewinnen. Nebenbei hat GambaJo sicher Recht, wenn er meint, dass der Text noch nicht wirklich vollständig ist - vollkommene Vollständigkeit ist allerdings bekanntlich auch wahrscheinlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Auf alle Fälle werde ich - hoffentlich morgen - noch etwas dazu schreiben, wenn ich eure unteren Beiträge gelesen habe.
daniel85
Nee, ich glaube nicht an Gott und kann Religionen im Generellen nicht leiden. Ich finde es toll für die Leute die sich darin wiederfinden können (natürlich ohne anderen ihren Religionskram näherbringen zu wollen), aber für mich selber hat das ganze keine Hand und Fuß. Eine besondrs gut ausgeprägte Abneigung habe ich gegen die superkonservativen und realitätsfremden Ideologien vieler religiöser Gruppen.

Meiner Meinung nach hat der Mensch Gott erschaffen und nicht umgekehrt !
Eardrum
Zitat:
Original von daniel85
Nee, ich glaube nicht an Gott und kann Religionen im Generellen nicht leiden.


Das ist ja ziemlich krass ausgedrückt, mein Lieber! Ich finde es ehrlich gesagt engstirnig, alle Menschen, die religiös sind, über einen Kamm zu scheren. Ich glaube auch nicht an Gott und stehe vielen Aspekten der Religionen kritisch gegenüber, aber gleich zu sagen, dass Religionen scheiße sind, finde ich sehr übertrieben und mal ehrlich: Du möchtest als Atheist sicher auch akzeptiert werden und viele religiöse Menschen tun das auch. Aber indem du sagst, du kannst Religionen nicht leiden, bist du in dem Sinne auch genau so konservativ und intolerant wie die Leute, die du verurteilst.
Ich finde, dass Religionen ein enormes Interesse wecken. Es gibt so viele Traditionen und Geschichten, ob sie nun wahr oder fiktiv sind, die mich persönlich doch fesseln und mich dazu bringen, mich auch ein wenig damit zu beschäftigen. Und wie Guitar und GambaJo schon geschrieben haben, Religionen geben vielen veilen Menschen auf der ganzen Welt Kraft und Hoffnung gibt. Diese Menschen sind keineswegs hirngewaschen oder so, sondern haben sich entweder aus freien Stücken für ihren Glauben entschieden oder sie wurden von ihren Eltern so erzogen, dass auch sie daran glauben wollen.

Zitat:
Original von daniel85
Meiner Meinung nach hat der Mensch Gott erschaffen und nicht umgekehrt !

Da stimme ich dir zu. Der Meinung bin ich auch. Aber wenn Menschen dennoch an Gott glauben, ist das ja ihre Sache und dem habe ich absolut nichts Negatives entgegenzusetzten. Das Einzige, was ich nicht mag, sind Leute, die versuchen, mich zu überzeugen. So geschehen gestern: Da standen zwei alte Damen von der Kirche vor meiner Tür und kauten mir ein Ohr ab, dass es doch gut für mich wäre, mich mit der Bibel und Co. zu beschäftigen. So was nervt dann doch etwas.
GambaJo
Zitat:
Original von Eardrum
Da standen zwei alte Damen von der Kirche vor meiner Tür und kauten mir ein Ohr ab, dass es doch gut für mich wäre, mich mit der Bibel und Co. zu beschäftigen. So was nervt dann doch etwas.


Und meistens haben genau diese Leute die Bibel nie gelesen.
Kollege B
Das Glaube auch negative Folgen haben kann, sieht man an der Osterinsel autsch

Ich finde, die haben der Menschheit eindrucksvoll bewiesenn, das man es mit dem Glauben nicht übertreiben sollte großes Grinsen
daniel85
Zitat:
Original von Eardrum
Zitat:
Original von daniel85
Nee, ich glaube nicht an Gott und kann Religionen im Generellen nicht leiden.


Das ist ja ziemlich krass ausgedrückt, mein Lieber! Ich finde es ehrlich gesagt engstirnig, alle Menschen, die religiös sind, über einen Kamm zu scheren. Ich glaube auch nicht an Gott und stehe vielen Aspekten der Religionen kritisch gegenüber, aber gleich zu sagen, dass Religionen scheiße sind, finde ich sehr übertrieben und mal ehrlich: Du möchtest als Atheist sicher auch akzeptiert werden und viele religiöse Menschen tun das auch. Aber indem du sagst, du kannst Religionen nicht leiden, bist du in dem Sinne auch genau so konservativ und intolerant wie die Leute, die du verurteilst.
Ich finde, dass Religionen ein enormes Interesse wecken. Es gibt so viele Traditionen und Geschichten, ob sie nun wahr oder fiktiv sind, die mich persönlich doch fesseln und mich dazu bringen, mich auch ein wenig damit zu beschäftigen. Und wie Guitar und GambaJo schon geschrieben haben, Religionen geben vielen veilen Menschen auf der ganzen Welt Kraft und Hoffnung gibt. Diese Menschen sind keineswegs hirngewaschen oder so, sondern haben sich entweder aus freien Stücken für ihren Glauben entschieden oder sie wurden von ihren Eltern so erzogen, dass auch sie daran glauben wollen.

Zitat:
Original von daniel85
Meiner Meinung nach hat der Mensch Gott erschaffen und nicht umgekehrt !

Da stimme ich dir zu. Der Meinung bin ich auch. Aber wenn Menschen dennoch an Gott glauben, ist das ja ihre Sache und dem habe ich absolut nichts Negatives entgegenzusetzten. Das Einzige, was ich nicht mag, sind Leute, die versuchen, mich zu überzeugen. So geschehen gestern: Da standen zwei alte Damen von der Kirche vor meiner Tür und kauten mir ein Ohr ab, dass es doch gut für mich wäre, mich mit der Bibel und Co. zu beschäftigen. So was nervt dann doch etwas.


Ich habe erstens schonmal gar nicht gesagt dass ich Religionen scheiße finde, ICH kann sie nur nicht leiden und das ist einfach nur MEINE Meinung und die steht mir auch zu ! Außerdem habe ich doch im 2. Satz von meinem Post noch ganz genau etwas dazu ergänzt : "Ich finde es toll für die Leute die sich darin wiederfinden können (natürlich ohne anderen ihren Religionskram näherbringen zu wollen), aber für mich selber hat das ganze keine Hand und Fuß". Deswegen kann ich jetzt nicht erkenne wo du in meiner Aussage Intoleranz wieder finde möchtest, da ich ja damit ganz KLAR meine Akzeptanz dafür ausgedrückt habe, ob es mir dann auch zusagt, steht doch in keinem Zusammenhang dazu!!!
Mich würde das ja echt mal interessieren wie du auf deine Schlussfolgerung zu meinem Post kommst !?
Guitar
Zitat:
Original von GambaJo
Zitat:
Original von Guitar
Was ist dagegen einzuwenden, wenn ein Mensch anstatt nach der objektiven Wahrheit zu forschen, die er doch nie begreifen kann und die ihn so deprimierend unbedeutend im Gesamtgefüge erscheinen lässt, an ein überirdisches Wesen glaubt, das ihm all seine Zweifel nimmt und ihn nicht ständig vor neue Rätsel stellt? Eigentlich sind sogar die Menschen die Deppen, die sich nie mit den vorhandenen Erkenntnissen zufrieden geben, die immer mehr wissen wollen über das Funktionieren der Welt. Ich frage: Welchen Vorteil bringt dieses Wissen der Menschheit?


Dann frag das noch mal, wenn deine Mutter, deine Freundin/Frau oder Du ins Krankenhaus eingeliefert werdet wegen z.B. einem Blinddarmdurchbruch. Heutzutage ein einfache Routineeingriff, früher sind die Menschen elendig daran verreckt. Hätten wir nicht Wissen gesammelt, würden wir heute noch glaube, dass das Gottes Strafe ist und der Kranke würde qualvoll sterben.


Wenn du mich schon zitierst, solltest du darauf achten, dass du dabei keine relevanten Absätze weglässt! Im folgenden Absatz gebe ich zu verstehen, dass das Wissen über den Ursprung des Universums u.ä. für den Menschen keinen praktischen Nutzen hat, da es das Leben in keiner Weise einfacher/erträglicher macht. Ich meine damit also nicht die medizinische Forschung, die sehr wohl einen praktischen Nutzen hat, oder ein Forschen im Bereich des Umweltschutzes, das unbedingt notwendig ist, wenn der Mensch noch lange die Erde bevölkern will. Insgesamt habe ich nie geschrieben, dass ich gegen den Gebrauch des Verstandes oder gegen den Fortschritt eingestellt bin; ich selbst gehöre keiner Religion an und glaube nicht an transzendente Kräfte, die auf unser Schicksal Einfluss nehmen. Ich greife dein Beispiel auf: Nehmen wir an, dass ein naher Verwandter von mir an einer nicht mehr heilbaren Krebserkrankung leidet. Er weiß, dass er sterben muss. Was hilft ihm in diesen schweren Stunden wohl mehr: eine Wissenschaft, die ihn lehrt, dass er nur ein Popel in der Milchstraße ist, dessen Tod für das Universum keine Rolle spielt oder der Glaube daran, durch den Tod erlöst zu werden und schon bald zu Gott zu treten? Genau diesen Punkt behandle ich ausführlich in meinem Aufsatz.

Zitat:
Original von GambaJo
Das Nutzen unseres Verstandes und das Sammeln von Wissen ist für uns ein evolutionärer Akt, wie damals, als wir anfingen Werkzeuge zu nutzen, oder als wir häuslich wurden. Wir sind darauf programmiert uns und unsere Art zu erhalten, und wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir das nur fortsetzen können durch mehr Wissen. Irgendwann werden wir zu viele sein, die Ressourcen werden erschöpft sein usw. Entweder Gott wird uns davor bewahren oder uns eine andere Lösung bieten, oder wir machen es selbst. Was ist wahrscheinlicher?


Wenn die Menschen denn etwas unternehmen würden! Wir brauchen nicht mehr Wissen, sondern Mäßigung in unserem Handeln. Solange die Menschen nicht ernsthaft in ihrer Existenz bedroht sind, solange Geld die Welt regiert, solange Wohlstand nur in finanzieller und materieller Anhäufung gesehen wird und nicht etwa in einer gesunden Umwelt - solange wird der Mensch auch nicht von seiner egoistischen Kurzsichtigkeit abweichen. Was interessiert mich die Zukunft, wenn es mir gut geht? So denken viele, teilweise gegen ihren Willen. Obwohl wir wissen, dass wir uns mit unserem maßlosen Handeln die eigene Lebensgrundlage entziehen, können wir nicht damit aufhören. Wie degeneriert erscheint das Menschlein doch vor diesem Hintergrund. Das Schlimme ist dabei, dass wir nicht nur uns selbst zerstören, sondern den ganzen Planeten in Mitleidenschaft ziehen. Jedes Jahr sterben Tausende Pflanzen- und Tierarten durch menschliche Eingriffe, etwa der Abholzung der tropischen Wälder, aus. Die meisten davon sind nicht einmal bekannt. Ein frommer Gläubiger (kein kapriziöser Fanatiker) kann eine solche Zerstörung des Werk Gottes nie und nimmer gutheißen. Die katholische Kirche fordert deshalb einen bedachtsamen Umgang mit der Natur. Ist sie damit nicht einsichtiger?

Zitat:
Original von GambaJo
Ich bin auch der festen Überzeugung, dass wenn man Nutzen und Schaden einer Religion auf die Waage legen könnte, dass die Seite mit dem Schaden deutlich überwiegen würde.


Da bin ich gänzlich anderer Meinung, wie man meinem Aufsatz entnehmen kann. In diesem Zusammenhang greife ich noch folgendes Zitat auf:
Zitat:
Original von Nachtschatten
Nur gegen Ende des Textes gefällt es mir nicht so, dass du leicht krampfhaft versuchst, Religionen positive Aspekte abzugewinnen.

Das stimmt nicht. Vorderrangig möchte ich mit meinem Aufsatz (Der ist nämlich von mir; danke für das Kompliment, als "Hobbyschriftsteller" weiß ich das sehr zu schätzen!) den Wahrheitsanspruch von Religionen erörtern. Ich komme zwar zu dem Ergebnis, dass sie diesen Anspruch nicht erheben können, aber mache schon im Mittelteil des Textes auf ganz andere Vorzüge aufmerksam. Ich versuche nicht am Ende krampfhaft positive Aspekte zu finden, sondern gehe bereits vorher intensiv auf diese ein. Im Schluss betone ich nur noch einmal meine insgesamt positive Einstellung zu Religionen - positiv deshalb, weil ich gerade der Ansicht bin, dass der Nutzen allemal den Schaden aufwiegt, GambaJo.

...

Zitat:
Original von Kollege B
Wenn Gott uns alle erschaffen hat, was erschuf dann Gott? Solange mir niemande diese Frage beantworten kann (außer mit der Antwort: unsere überforderten Gehirne) glaube ich auch nicht an ein solches Ding.


Eine äußerst interessante Frage. Aber Gott gibt es wirklich! Ich zumindest glaube fest daran. Allerdings definiere ich "Gott" anders als man den Burschen im herkömmlichen Sinne kennt (hoffentlich verfolgt er diese Diskussion nicht mit großes Grinsen ). Ich versuche es mal zu erklären:

Der Königsberger Philosoph Immanuel Kant formulierte einmal vier fundamentale Fragen der Philosophie.
Was soll ich tun?
Was ist der Mensch?
Was kann ich wissen?
Was darf ich hoffen?
Ich würde eine fünfte Frage ergänzen:
Warum existiert überhaupt etwas?
Betrachtet man sich die Komplexität allein des Ökosystems Erde, zu dessen Funktionieren so viele chemische, physikalische und biologische Prozesse notwendig sind, muss man sich fragen, ob es nicht einfacher wäre, wenn anstelle alle Existierenden einfach Nichts wäre. Das Nichts - keine Materie, kein ständiges Enstehen und Vergehen. Weshalb kam es dazu, dass etwas entstand? Ich glaube, dass das Universum (oder die Universen) die einzige Alternative zum Nichts ist: entweder vollkommene Ordnung (= Nichts) oder größtmögliche Unordnung. Unser Universum dehnt sich noch immer aus, die Unordnung in ihm nimmt beständig zu. Die Bewegung in ihm wird niemals zum Stillstand kommen, es wird sich ständig verändern und weiterentwickeln; dieser Prozess lässt sich sehr gut im kleineren Rahmen anhand der Evolution auf der Erde nachvollziehen. Wie dem auch sei, diese ständige Bewegung ist offenkundig die kompliziertere Variante gegenüber dem Nichts. Die Frage bleibt also:
Warum existiert überhaupt etwas?
Es muss eine Motivation, eine Triebkraft gegeben haben, aus dem Nichts auszubrechen und etwas entstehen zu lassen. Diese Triebkraft ist nach meinem Glauben Gott. Gott hat keine Gestalt und Gott besteht nicht aus Materie. Gott ist ein Prinzip, das oberste Prinzip, dem alles Existierende zugrunde liegt, er ist der Auslöser der ständigen Bewegung. Gott, das Prinzip der größtmöglichen Unordnung, steckt in allem (ich kann mich durchaus als Pantheisten bezeichnen). Er wurde nicht erschaffen, da er die Urkraft ist, auf die alles Existierende zurückzuführen ist.
Eardrum
Zitat:
Original von daniel85
Ich habe erstens schonmal gar nicht gesagt dass ich Religionen scheiße finde, ICH kann sie nur nicht leiden und das ist einfach nur MEINE Meinung und die steht mir auch zu ! Außerdem habe ich doch im 2. Satz von meinem Post noch ganz genau etwas dazu ergänzt : "Ich finde es toll für die Leute die sich darin wiederfinden können (natürlich ohne anderen ihren Religionskram näherbringen zu wollen), aber für mich selber hat das ganze keine Hand und Fuß". Deswegen kann ich jetzt nicht erkenne wo du in meiner Aussage Intoleranz wieder finde möchtest, da ich ja damit ganz KLAR meine Akzeptanz dafür ausgedrückt habe, ob es mir dann auch zusagt, steht doch in keinem Zusammenhang dazu!!!
Mich würde das ja echt mal interessieren wie du auf deine Schlussfolgerung zu meinem Post kommst !?


Es ist mir schon klar, dass es DEINE Meinung ist und die respektiere ich auch. Ich habe auch nicht gesagt, dass du veralgemeinerst oder sonst etwas in der Richtung. Aber du hast gesagt, dass "du Religionen im Generellen nicht leiden kannst" und ich sehe daraus aber keinerlei Begründung warum. Zu sagen, dass man etwas (wenn es nicht gerade um Essen oder andere banale Dinge geht) nicht mag hat für meine Begriffe nichts Plausibles. Zudem hat diese Aussage für mich einfach einen intoleranten Unterton. Sorry! Wenn dem nicht so ist, dann ist es doch OK. Deshalb brauchst du dich von mir nicht angegriffen fühlen. Dann habe ich dich einfach falsch verstanden. Dann hätten wir das wohl auch geklärt.