Hallo,
jaja, ist ein alter Thread, und dann solche Fragen

aber als lang erf. DJ - juckts mich halt.
1. (Klo) Das mache ich gründlich vor dem Set, und trinke nicht so viel während dem Set. (No alcohol während dem Set !). Man ist ja voll verantwortlich für den 100% igen Ablauf, muß die Technik ständig überwachen, und außerdem gucken die Leute immer auf den DJ.
Wenn`s los geht - it`s showtime !
Stell Dir vor, Du wärst auf dem Klo, Einer stellt Dir den Sound ab, oder es geht was schief, und der ganze Saal brüllt Protest ? Da kannst Du schneller rausfliegen, als Deine Platten im hohen Bogen, und brauchst Dich dort nie wieder blicken lassen.
Klar kann die Security das ganze Pult absichern, aber nicht die Technik korrigieren. Aufs Klo gehen eigentlich nur möglich, wenn ein anderer DJ das Pult und die TTs überwacht, und im Notfall sofort reagieren kann.
2. (Schlafstörungen) Kriege ich nur, wenn ich nicht ! nachts wach bin. Ansonsten tags viel schlafen, und nach Gigs nicht so dolle feiern.
3. (Hardware) Wie die Anderen schon posteten, nur keine Panik, alles wie überall. Man hat sowieso eigene Headphones dabei, und zur Sicherheit eigene Headshells mit Systemen und Nadel, und/oder Orto Concordes komplett dabei.
Falls Probleme, muß man blitzschnell reagieren können. Keine Zeit für Fragen, keine Zeit zum herumkramen.
4. (Ende des DJ-Jobs ?) ...... dann bin ich *ups* tot ?
Nur DJ ist finanziell für die Meisten schwer, und sie gebens nicht gerne zu. Wer kann da noch Rentenbeiträge zahlen ? Oder man denke evtl. an die Agentur- Provisionen. Und man gibt da viel Geld für neue Scheiben aus.
Hauptberuflich als residents kann vom Millieu her so sein, wie im Bordell, oder inner Kneipe. Kommt ganz auf die Locations und deren Chefs an. Manchmal staunte ich sehr, wenn ich dann z.B. bei älteren Herren in dunklen Anzügen und Krawatten in deren Büros vorsprechen mußte, die man selber in der Locations nie sieht, oder nur gelegentlich beim Geschäftsführer. Ist für die halt ein Investitionsobjekt, wie Anderes auch.
Klappts gut, gehts Dir im Moment gut, klappts schlecht, wirst Du gefeuert, und manchmal sogar sofort. An die Zukunft darf man nicht denken, sondern muß sich das parallel oder davor/danach sich aufbauen.
Wichtig: Vorher einen Beruf erlernen, und ein paar Jahre drin arbeiten. Danach kann man in den Beruf wieder rein schlüpfen, oder bekommt evtl. ne Umschulung v. Arbeitsamt.
Ansonsten lieber nebenher weiter, und falls es mit "der großen Kohle" doch klappen sollte, (äußerst selten, bitte nicht darauf spekuleren) kann man immer noch voll umsteigen, und sich privat zusätzlich absichern wg. Rente, usw.
5. (Tracks langweilig)
Gute Tracks/Records finden, ist m.E. das mühsamste am ganzen Job. Ich muß bis zu 100 Tracks checken, bis ich einen guten Track für mich finde.
Der ist dann aber so gut, dass er mir sehr lange gefällt. Und den Leuten erst recht, weil die den Track ja nicht so oft hören, wie ich.
Man darfs auch nicht übertreiben, wer spielt denn heute noch z.B. "Burning with desire" v. Armin im Set ? und das "Adagio for strings" wird auch bald overplaced werden, weil`s so viele spielen. Mir gefallen beide Nummern immer noch, aber auch noch den Leuten da draußen ?
So long-