In der Tat endlich wieder einmal eine hervorragende EP der
16 Bit Lolitas, die auch dem Tiefenanteil in
AnjunaDeep vollends gerecht wird.
Murder Weapon als Titeltrack legt dabei die progressive Bestmarke hin und betört den gemeinen Hörer ganze 10 Minuten lang mit seiner gelungenen Mischung aus düster stapfendem Untergrund und darauf fußenden melodischen Ausrufezeichen. Zu Beginn liegt es allerdings erst einmal an einigen flirrenden Effekten, den Startpunkt für einen gemächlichen Aufbau zu setzen, dem sich schon bald die Entfaltung einer drückenden Offbeat-Bassline anschließt. Diese macht es sich in den tieferen Etagen dieses Tracks erst einmal sichtlich gemütlich, bevor in Begleitung einiger fluffiger Begleiteffekte die ersten Melodiefragmente nach Landgewinn trachten. Ein folgendes Kurzbreak gewährt ihnen schließlich diese Freiheit, sodass sich nun auch die sphärische Komponente des Ganzen zu entwickeln vermag und nach kurzer Einwirkzeit bereits erste Anzeichen einer hypnotisch-mysthischen Stimmung trägt, welche besonders durch die schwelenden Looptöne der Melodiefolge zum Tragen kommen. Unterstützung naht zudem in Form von passend eingeworfener Synth-Flächen, welche es sich zur Arbeit gemacht haben, die bisherige Melodieebene in ihrer Abwechslung zu stärken. Ein weiteres Kurzbreak zeigt die Flächen dann in Eintracht mit weiteren arpeggierten Begleitmelodien und euphorisiert kurzzeitig die Atmosphäre, bevor sich das Ganze im Anschluss mit dem düsteren Untergrund und den Looptönen schnell wieder auf seine hypnotische Basis besinnt. Immerhin dürfen sich die Melodieelemente aus dem Break auch hier noch einmal aufschwingen und den Track schließlich in ein perfekt inszeniertes Outro lotsen, welches noch einmal die simple, aber überaus durchschlagskräftige melodische Seite dieses Stücks in den Vordergrund stellt. Insgesamt sehe ich so jedenfalls keine andere Wahl, als ebenso wie meine Vorgänger mehr als überzeugende
5,5/6 zu verteilen.
5 To 12 mag zwar eine alarmgeschwängerte Uhrzeit darstellen, in diesem Falle ist die Aufregung allerdings vollkommen unbegründet, versteckt sich hier doch nur ein schön groovendes Stück, welches sich Progressive House in seine Hauptschlagader injiziert hat. Das zeigt sich bereits zu Beginn, wenn sich das Ganze mit seinem wellenartigen Bassline-Verschnitt herrlich unaufgeregt in Mark und Bein pumpt. Aufbautechnisch ist man hier zudem noch eine gute Ecke gemütlicher aufgelegt, sodass man den ersten melodischen Schichten, die sich im weiteren Verlauf kurzzeitig aus dem Untergrund zu Wort melden, regelrecht entgegensehnt. Schnell verschwinden allerdings auch diese wieder im undurchschaubaren Zwielicht und lassen erst eine halbe Minute später wieder einige auflockernde Elemente hinzugleiten. Diese Melodietöne und Vocalandeutungen zeigen sich dabei in ähnlich groovender Manier wie der Rest des Tracks und leiten allmählich ein Break ein, in welchem das Ganze leicht anschwillende Flächenelemente präsentiert, welche die Intensität langsam, aber stetig steigen lassen und - sofern man davon in diesem überaus progressiven Machwerk überhaupt sprechen kann - einen kleinen Höhepunkt einleiten. An dessen Anschluss liegt es nämlich wieder am hypnotisch groovenden Drumming, den bisherigen Faden aufzunehmen, sodass auch die auflockernden Fragmente erneut nur vereinzelt die Fassade durchbrechen. Alles in allem sind mir die hiesigen 10 Minuten zwar etwas zu dick aufgetragen, da der Track zu Beginn einfach viel zu schleppend in Gang kommt, aber für clubbige
4,5/6 sollte es auf jeden Fall reichen.
Nobody Seems To Care!? - Im Gegenteil, dieses Stück besitzt einfach eine solch wunderbar beruhigende Wirkung, dass man nicht drumherum kommt, das Ganze nicht unbekümmert links liegen zu lassen. Das beginnt schließlich schon mit dem überzeugend sphärisch geratenen Intro, welches von mysteriös anmutenden Flächen zusammengehalten wird und bereits dabei voll in seinem entspannten Element ist. Gesellt sich dann ein trockener Beat dazu, schleichen die Flächen zwar kurzzeitig in den Hintergrund, doch auch in ihrem immer wieder angetäuschten Anschwillen wissen diese überaus zu gefallen. Zudem wirkt sich die Kooperation mit einigen exotischen Klangtupfern sehr positiv in Bezug auf die sphärische Entwicklung des Ganzen aus, welche alsbald auch die passende Unterstützung von entspannten Vocalandeutungen nicht mehr missen mag. Aus dem Untergrund entwickelt sich dazu aus den bisherigen sanften Flächen nun doch ein etwas bissiger zu Tage tretender Charakterzug, welcher mit einer gewissen Portion Druck für die passende Portion Abwechslung sorgt. Ein weiteres Break hat sich dann allerdings wieder mit Haut und Haar der entspannten Wirkung dieses Tracks verschrieben und offenbart neben den bisherigen Melodieelementen ergänzende Pianotöne, welche das Ganze zu einem gehaltvoll anschwillenden Übergang in die letzten beiden Minuten hinreißen lässt, in denen sich noch einmal alle melodischen Rafinessen dieses Stücks in herrlich schwebender Art und Weise gegenseitig anstacheln dürfen. Im Endeffekt bleibt mir jedenfalls auch hier nichts anderes übrig, als hervorragende
5,5/6 aus dem Hut zu zaubern und mit einem "Chapeau, 16 Bit Lolitas" zu enden...