Mensch Leute, ihr seid aber mal wieder geizig mit euren guten Bewertungen...
Metaverse mag zwar nicht der beste Track vom gleichnamigen Album sein, bietet für meinen Geschmack aber immer noch gelungen sphärische Kost in einem schön zurückgelehnten Rahmen aus progressiven Tranceklängen.
Beim
Original Mix fällt nach einem kleinen Intro aus an- und abschwillender Flächenarbeit sowie einiger obligatorischer Funksprüche natürlich erst einmal das Hauptaugenmerk auf das Drumming-Mitteldring, welches ich allerdings keinesfalls so negativ behaftet sehe wie gaehnchen. Vielmehr schafft es das Ganze dadurch, seinen eher entspannten Charakter zu unterstreichen, da durch ein ordentlich drückendes Bassline-Fragment ja bereits genug Antriebskraft in diesem Track vorhanden ist. Nach und nach werfen sich nun in schön progressiver Machart immer wieder passend auseinandergeschnibbelte Vocalfetzen sowie allerhand weitere Flächen in bekannt vorbeifahrender Manier auf das Stück und lassen sich in kurzen Breaks genauer unter die Lupe nehmen. Höhepunkt des Ganzen ist dann die Einführung einer leicht klimpernden Melodie, welche sich in einem kleinen Break erst einmal nur für kurze Zeit dem Hörer offenbart. Der weitere Verlauf gehört zwar wieder der Erhöhung des Druckpotenzials dieses Tracks, doch nach knapp 5 Minuten ist es endlich soweit und die besagte Melodie darf sich nun auch endlich mit den restlichen Melodieelementen vereinigen und die leicht schwebende Atmosphäre komplettieren. Insgesamt ist zwar auch mir eine gewisse Schwammigkeit - nicht richtig chillig, aber auch nicht richtig abgehfreudig - aufgefallen, meine Bewertung von
4,5/6 beeinflusst das allerdings nur rudimentär.
Als eigentlicher Gewinner dieser Platte, die übrigens natürlich genau wie das Album auf
AVA Recordings herausgekomme ist, geht für meinen Geschmack aber dennoch der
Gareth Emery Remix hervor, welcher das Original gelungen sommerlich-melancholisch überarbeitet. Könnte man zu Beginn vielleicht noch kurzzeitig zur Meinung gelangen, man befinde sich hier im nächsten Deadmau5-Track, wird man bereits sehr schnell durch ein erstes Break, in dem eine primär entspannte Alternativmelodie das Interesse auf sich lenkt, eines Besseren belehrt. Unterstützt durch Vocalfetzen und Polizeifunk spürt man nun auch den Atem des Originals, welcher allerdings während der gesamten Überarbeitung nur subtil im Hintergrund verweilt, da es sich Gareth Emery nicht nehmen lässt, weitere wunderbar sphärische Alternativmelodiereigen zu entfalten, welche zum einen als galante Flächengestaltung im Hintergrund und andererseits als fluffig-progressive Tonfolge in leicht melancholischer Ausrichtung zu Tage treten. Im Break gesellt sich schließlich noch eine recht dominant auftretende Synthie-Melodie dazu, welche im folgenden eine enorm drückende Phase einleitet, in welcher vor allen Dingen auch die bisher recht farblos gebliebene Bassline in knarziger Weise anzieht. Nach wenigen Momenten ist es damit aber wieder vorbei und die bisherigen Melodieelementen übernehmen wieder das Regiment, wodurch die leicht sehnsüchtige Stimmung allerdings nicht getrübt wird. Als "Rausschmeißer" bekommt die Synthie-Melodie aber dennoch kurz vor Schluss noch einen kleinen Auftritt, bevor sich das Ganze mit überaus soliden
5,25/6 in der flimmernden Weite des Horizonts verliert.