keine richtige Jugendbewegung mehr seit den 90ern

Teh'leth
Ein interessanter Artikel aus der Süddeutschen Zeitung zum Thema Jugendbewegungen bzw. dem aktuell nicht vorhandensein einer solchen:

Zitat:
Eigenartig. Seit Monaten reden alle von 1968, von der Energie, die damals, vor vierzig Jahren, die Jugend der halben Welt erfasste. Und auch an später erinnern sich viele gern, an Punk oder an die Popperzeiten der Achtziger. Und an Techno, die großen Raves der Neunzigerjahre, die Aufregung, die zeitweise eine ganze Altersgruppe befallen hat. Aber heute? Was ist heute? Gibt es eine große Strömung, die eine ganze Generation verbinden würde? Quelle: Macht doch, was ihr wollt!

Passend dazu kann ich auch die Kolumne "1666 Zeichen Hass" aus der aktuellen Raveline empfehlen, in dem es um den H&M-Schlampen-Einheitslook geht.


greetinx,
Teh'leth
Tom Forbes
mmh, bin mir gerade nicht sicher, ob sich es lohnt, sich überhaupt um dieses Thema Gedanken zu machen gruebel es scheint mir alles in der Suche nach einer Antwort etwas übertrieben dargestellt zu sein - ich mein, ich selber hab nicht das Empfinden, dass unsere jüngere Gesellschaft unbedingt eine "Bewegung" bräuchte; wenn man retrospektiv die Jahrzehnte mit Bewegungen deklarieren möchte, kann man die jetzige auch mit Begriffen wie "die Zeit der wirtschaftlichen Zurückhaltung" oder "die Phase der Neutsrukturierung unter Jugendlichen" beschreiben ... weiß der Geier; und wenn man in dem Artikel schon mit Begriffen um sich schmeisst, dann frage ich mich, ob die Adoleszenzgeneration unbedingt eine Jugendbewegung nötig hat!?

letztlich tun sich bei mir mehr Fragen auf, als beatwortet werden:

1. Was hat ein Ölkonzern, mit einer Studie über Jugendkultur zu tun?
2. Braucht man denn solch eine Klassifizierung, wie im Artikel gefordert wird?
3. Sind Statistiken zu diesem Thema wirklich relevant und aussagekräftig?
4. Haben wir tatsächlich eine pragmatische Jugendgeneration?
5. Warum beschäftigen sich Fachleute mit solch unnützen Fragestellungen?

naja, meiner Meinung nach alles halb der Rede wert ... zumal man sich auf Seite 2 fast alle Fragen selber zu beantworten glaubt Augen rollen
terrorkeks
Sehr interessanter Artikel über ein Thema, das mir auch schon oft Kopfzerbrechen bereitet hat.
Nachdem ich im Prinzip mit 3 Jugendkulturen aufgewachsen bin, finde ich es selbst äusserst befremdlich, unter den Jugendlichen kaum noch Individuen zu finden. Jeder sieht gleich aus, keiner vertritt mehr wirklich ein Statement, jeder hat im prinzip die gleichen Ziele - wenn er denn überhaupt welche hat.
Ich empfinde das als extrem langweilig.

Andererseits sind die Jugendbewegungen zum Großteil aus der Intention entstanden, sich von der älteren Generation abzugrenzen, was sich natürlich mit nem Hippie oder Punk als Mum/Dad schwierig gestaltet XD

Markus Kavka hats aufn den Punkt gebracht finde ich:

Zitat:
»Die Zugehörigkeit zu einer subkulturellen Bewegung würde auch physische Präsenz und Kommunikation einfordern, zwei Dinge, die als Gegenpart zunehmend der Rechner bzw. das World Wide Web besetzen.« Jugendliche können eben nicht nur im Internet alle beliebigen Informationen über Mode, Musik oder politische Ideen abrufen – sie können das, was sie daraus machen, auf demselben Kanal der Welt präsentieren. Und oft genügt das fürs Erste: Das Internet ist ein Experimentierfeld, auf dem man alle möglichen Wege der Selbstinszenierung testen kann, ohne sich richtig festlegen zu müssen. Wozu sich gleich mit Frisur, Kleidung und Plattensammlung einer bestimmten Gruppierung anschließen, wenn man erst mal in Onlineforen und Parallelwelten prüfen kann, wo man sich am wohlsten fühlt?
GambaJo
Über Sinn und Unsinn eines solchen Themas kann man streiten. Ich finde das Thema aber interessant, wenn man dabei als Ziel eine Art Analyse und keine „Lösung“ für das „Problem“ erwartet.

Dieses Phänomen ist mir auch schon aufgefallen, und ich habe mir so meine Gedanken dazu gemacht.
Ich würde die jetzige Jugend-Kultur als eine Art Social-Network/Internet/Multi-Media-Kultur betrachten. Ob das dann immer noch eine Kultur ist, sei mal dahingestellt.

Zum einen sehe ich ein Problem in den vielen Möglichkeiten für Jugendliche ihre Zeit und ihr Geld für etwas zu verwenden. Heutzutage gibt es viele Produkte (darunter verstehe ich auch Musik und Film), die sich stark ähneln und in immer kürzeren Releasezyklen erscheinen, so dass sich keine größeren und dauerhaften Anhänger-Gruppen bilden können. Es fehlt die Kontinuität und eine markante Differenzierung.
Das Problem liegt hier mal wieder im lieben Geld, wie schon im Artikel erwähnt wurde. Mit Jugend-Kulturen lässt sich heute viel Geld verdienen, daher werden sie ausgeschlachtet. So wird schon jede Abgrenzung und Kreativität im Kein erstickt.

Das andere Problem dürfte mit Sicherheit die Hochverfügbarkeit an Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten. Jeder hat ein Handy, Einheiten kosten heute nicht mehr so viel, fast jeder hat Internet, das Internet ist jetzt sehr gut ausgebaut mit Portalen, Foren, Chats, usw. Früher musste man rausgehen, um etwas zu erleben und Leute/Gleichgesinnte zu treffen, heute kann man das vom Kinderzimmer aus, ohne sich zu weit aus dem Fenster lehnen zu müssen.
Seine Ansichten und Zugehörigkeiten werden dann per Avatar und Signatur statt mit Kleidung und Frisur verdeutlicht.


Wenn es früher Jugend-Bewegungen gab, und heute augenscheinlich keine, stellt sich natürlich die Frage, ob man überhaupt welche braucht.
Eine Jugend-Kultur hat sich nie aus einem kollektiven Bedürfnis oder einer kollektiven Notwendigkeit heraus gebildet. Das würde nämlich eine Art Planung und Organisation voraussetzen. Es war vielmehr so, dass diese Bewegung zunächst im Kleinen entstand und sich dann viral verbreitete. Als dann eine kritische Masse erreicht war, und man es weder ignorieren noch rückgängig machen konnte, wurde es zu einer Kultur. So etwas funktioniert aber nicht, wenn man das von oben einimpft.
Meine Meinung ist, dass man zum nackten Überleben keine Jugend-Kultur braucht, aber sie bringen die Gesellschaft weiter. Zum einen wachsen Menschen heran, die es lernen sich ihre eigenen Gedanken über ihre Umwelt machen und Stellung zu beziehen. Wie wichtig solche Eigenschaften bei jungen Menschen sind, haben gerade wir Deutschen in unserer Vergangenheit erfahren.
Zum anderen ist jede Jugend-Kultur ein Spiegel unserer Zeit und eine Art Kritik an unserer Gesellschaft. Diese Kritik kann sich auch zu einer Wandlung der Gesellschaft entwickeln.
Hätte es z.B. die 68er nicht gegeben, würden wir heute vielleicht immer noch in einer stark autoritär geprägten Gesellschaft leben.

Ob eine Bewegung gut oder schlecht war, und ob sie tatsächlich etwas bewegt hat, zeigt sich meistens erst, wenn sie vergeht.
terrorkeks
Zitat:
Original von GambaJo

Meine Meinung ist, dass man zum nackten Überleben keine Jugend-Kultur braucht, aber sie bringen die Gesellschaft weiter. Zum einen wachsen Menschen heran, die es lernen sich ihre eigenen Gedanken über ihre Umwelt machen und Stellung zu beziehen.


Ganz genau....und ein Großteil der heutigen Jugendlichen hat genau das nicht gelernt, die hängen ihr Fähnchen in den Wind, rennen heute der und morgen dem Trend nach...oder haben eben gar keine Meinung tot
Mir grauts davor, wenn solche Leute erwachsen werden
Nils van Bruuk
Zitat:
Original von terrorkeks
Ganz genau....und ein Großteil der heutigen Jugendlichen hat genau das nicht gelernt, die hängen ihr Fähnchen in den Wind, rennen heute der und morgen dem Trend nach...oder haben eben gar keine Meinung tot
Mir grauts davor, wenn solche Leute erwachsen werden


Tja aber die gab es schon immer, besonders bei euch... und diese Leute haben diese "Generation" erst gemacht. Wieviele Eltern sind denn Schuld daran? Erziehung gabs da doch schon nicht mehr. Lieber vor die Glotze hängen statt sich mit dem Kind zu beschäftigen. Also Das hat nicht unsere Generation verbockt. Sondern die unserer Eltern zwinker

Aber es liegt mit auch am Internet & Handy, wenn ich mir überlege das es ohne Handy so garnicht mehr geht. Ich frag mich immer noch wie ich meine Kindheit ohne überlebt habe großes Grinsen Aber hat wohl geklappt zwinker

Naja, fakt ist das sich mit allem Geld verdient. Früher ging nen Kleidungstrend mal locker über 5 jahre und länger, heute muss man sich von Quartal zu Quartal neu einkleiden wenn es um die "Style-Experten" geht. Und auch bei anderen Sachen ist das so. Warum in einem Lexikon nachschauen, wenn ich viel detailliertere Infos bei Wikipedia & Co. finde.

Aufjedenfall muss ich zustimmen das sehr viele keine eigene Meinung mehr haben, und so durch das Leben trotten. Mal sehen was wir in 20 jahren dazu sagen großes Grinsen
GambaJo
Zitat:
Original von Nils van Bruuk
Wieviele Eltern sind denn Schuld daran? Erziehung gabs da doch schon nicht mehr. Lieber vor die Glotze hängen statt sich mit dem Kind zu beschäftigen. Also Das hat nicht unsere Generation verbockt. Sondern die unserer Eltern zwinker


Jugend-Bewegungen haben nur dann etwas mit der Erziehung zu tun, wenn sie sich genau gegen diese auflehnen (50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts).
Zu so etwas wird man nicht erzogen. Irgendwann kommt normalerweise der Punkt im Leben eines jungen Menschen, an dem er sich Gedanken über sich, seine Eltern und die Gesellschaft macht. Man erkennt, dass man oft andere Ansichten hat, und fängt an gegen die vorhandenen Ansichten zu „rebellieren“.
Heutzutage geht es der Jugend insgesamt aber einfach zu gut, als dass es nötig wäre gegen etwas zu rebellieren. Man hat alles, was man braucht, und auch vieles, was man eigentlich nicht braucht, die Eltern sind nachsichtig, Schule ist locker, man muss nicht direkt einen Krieg befürchten, das Leben plätschert so vor sich hin.
Wenn es einem gut geht, schwindet das Bedürfnis nach Veränderung und Rebellion.
Tranci
Okay. Das wird jetzt sehr sehr lang.

Erst Mal.
Bitte hört auf mit diesem "Früher war alles besser" geschreibsel.
Ich bin selbst so, und das ist schon schlimm genug!
Ich versuche aber die positiven Seite unser heutigen Zeit zu sehen seit letzem.

Ja.
Ich hab meine Kindheit auch ohne ein Handy überlebt aber heute ist das eigentlich doch schon eine tolle Sache wenn die Kids/Jugendlichen darüber kommunizieren können.

Das Problem ist nur.
Es wird falsch angepackt wo unter anderem Jamba und co schuld sind, die Jugendliche in arge Schwerigkeiten mit ihrem Kram bringen.

Zu dem heißt das absolute "Sprachverlernungswort" SMS.
Also früher am Telefon, da hat man noch normal mit einander gesprochen wenn man was abgemacht hat.

Jetzt heißt das nur noch so:
Hi
Has du am We Z?
HDGDL ...und so weiter wenn es ein Mädchen ist.

Ich brauchte verdammt lange bis ich verstand was HDL und so weiter überhaupt für einen Sinn, für eine Bedeutung haben.

Desweiteren weiß ich bis heute nicht was das hier *g* ^^ bedeutet.
Trifft man ja auch oft in Foren an-Hier auch gruebel


Und überhaupt laufen die Jugendlichen nur immer Trends in der Musik/Videospielen/Kleidung nach.
Also die leben so schnelllebig wo auch unsere Zeit drann schuld ist, das sie gar keine eigene Meinung mehr haben können!

Und so gibt es zwahlreiche Jugendliche, die sich jetzt ritzen (Ist ja in!), und sich völlig verunstalten (Ist ebenfalls in), und sich alle in einer Selbstfindungsphase befinden, und meinem, dass sie dann dazu gehören müssten und genau diese Musik (Emocore) hören müssten oder die andere Seite eben Hip Hop.

Ich weiß auch nicht.
Ich hatte das alles nie nötig.
Ich war immer normal gekleidet und bin es auch heute wieder, es sei denn ich gehe auf ne Gabberparty, dann zieh ich auch mal nen Thunderdomeshirt aus den 90ern an und so aber sonst eigentlich nicht.

Naja, und die House Musikliebhaber, die man anttrifft (Ich hab nichts gegen die Musik- Ich mag sie genau so wie Trance), meinen wohl, sie müssten lila Poloshirts und Sonnenbrille aufhaben...Keine Ahnung wieso eigentlich.

Aber alle über 18/20 haben diese Phasen ja meistens zum Glück hinter sich.
Egal was für eine Musik sie hören, und jeder der nur einen Musikstil lebt/bzw meint, dass das der einzig richtige ist, da könnte ich mir jedesmal an den Kopf fassen und den hier raus hängen lassen Augen rollen , da er nur in seiner kleinen Welt lebt was Musik angeht und es nicht für nötig hält, mal über den Tellerrand zu schauen!

Fazit:
Ich finde, dass wir keine Jugendbewegung in irgendwelchen Szenen brauchen sondern, dass der Mensch endlich lernen sollte, dass anzuziehen was ihm gefällt, die Einstellung zu haben, die ihm gefällt, die Lebensweise haben, die ihm gefällt und vor allem die Musik zu hören, die ihm gefällt und da ist es egal was das ist
GambaJo
Du reduzierst eine Jugend-Bewegung nur auf Musik oder irgendwelche Konsumgüter. Eine Jugend-Bewegung ist eher eine Art von Weltanschauung, die an sich nicht direkt etwas mit Musik zu tun hat. Die Musik ist dann meist die Folge dieser Weltanschauung.

Bei einer Jugend-Bewegung geht es auch nicht um Zwang. Selbstverständlich soll jeder tragen und hören, was er möchte. In einem gewissen Alter, in dem man für sich herausfinden muss, wer man ist, und was man möchte, wird eben viel experimentiert, vor allem auch Extreme, einfach um Grenzen auszuloten. Meist gibt es ja mehrere Jugend-Bewegungen parallel, so dass man sich für etwas entscheiden kann, wenn man das will.
Wie der Name schon sagt, es ist eine Jugend-Bewegung, d.h., sie ist meist zeitlich begrenzt. Die wenigsten bleiben Punks, Raver, oder sonst was ihr Leben lang. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu.
Maeijgo
Zitat:
Original von Tranci
Und überhaupt laufen die Jugendlichen nur immer Trends in der Musik/Videospielen/Kleidung nach.
[/b]


Das Kinder ggf. Jugendliche sich ein Idol suchen ist nichts neues das gabs auch schon vor 50 Jahren wo Marketing ggf. Mode und Pc-Spiele nicht ganz so herrausstachen oder überhaupt vorhanden waren.

Ich fänds aber sehr interessant mal 13 Jährige Mädchen anzutreffen die sich ihre Interessen und ihren "Trend" an Politik und Wirtschaft anpassen würden.
Wenn die über die Problematik der Wechselkurse diskutieren würden, wärest du glaube ich einer der ersten die rufen würden: "annormal!" großes Grinsen

Also das große Problem der Jugend ist sicherlich nicht Jamba wie du doch meinst -> nur weil sich ein paar Kinder das Geld aus der Tasche locken lassen, welches sie für Süßigkeiten ausgegeben hätten, geht die Jugend nicht vor die Hunde.
Ein Handy sowie ein Klamottenstil der in gewisser maßen geprägt ist durch Musik, ect macht einen Jugendlichen auch nicht zum Problemfall.

Zitat:
Original von Tranci
Desweiteren weiß ich bis heute nicht was das hier *g* ^^ bedeutet.
Trifft man ja auch oft in Foren an-Hier auch gruebel


*g*: soll ein grinsen darstellen (grins)
^^: sind zwei Augen - kommt denke ich aus dem Bereich Anime den wenn die Figuren dort lachen, grinsen ect sehen die Augen auch in etwa so aus.
Kollege B
Ich finde das ist ein sehr interessantes und auch wichtiges Thema. Beim Lesen dachte ich auch, was ist nur mit unserer Jugend los, wie soll das weitergehen und wo soll das noch hinführen...

Nachdem ich aber mal genau nachgedacht habe (großes Grinsen ) ist mir aufgefallen, dass ich ja auch zur angesprochenen Gruppe gehöre... Und ehrlich gesagt finde ich jetzt nicht, dass ich irgendwelchen Trends hinterherlaufe, mich von Werbung all zu sehr beeinflussen lasse oder mir von Werbung den Spaß an meiner Subkultur verderben lasse (im Gegensatz zum Großteil der User dieses Forums hier Zunge ). Vor allem bin ich nicht meinungslos gegenüber Politik und Weltgeschehen. Allerdings auch nicht aktiv, was aktive Veränderung dessen betrifft.

Aber das ist es ja was der Autor sagt: Mir geht es gut, warum sollte ich was ändern. Auch wenn meine Eltern gewiss keine 68er oder Punker oder Waver sind.

Das dieses Thema wichtig ist, finde ich schon. Ob es allerdings schlimm ist dass es keine wirkliche Jugendkultur mehr gibt, das weiß ich nicht.
Gerade durch die alten Jugendkulturen ist doch die Erwachsenenwelt, die daraus gewachsen ist, auf einem so tollen Niveau angekommen, dass es in der Tat keinen Grund mehr zum Rebellieren gibt.

Frieden haben wir schon durch, Umweltschutz auch, was bleibt denn sonst noch an großen genreübergreifenden Problemen? Das einzige Problem ist vielleicht diese Tabuisierung von Gefühlen heutzutage. Aber gerade das ist ja etwas, was gerade aus der Jugend wächst. Weil alles gut und schön ist, man sich aber dennoch abgrenzen will, muss man sich das Leben halt selber schlecht machen und sich Körperteile einritzen. Oder aber auch durch immer frühere alkoholische und sexuelle Eskapaden einfach versuchen die sinnlose Jugendzeit direkt zu überspringen und direkt erwachsen zu werden.

Naja, ich kann auch komplett daneben liegen mit meiner Analyse
Tranci
Zitat:
Original von Kollege B
Ich finde das ist ein sehr interessantes und auch wichtiges Thema. Beim Lesen dachte ich auch, was ist nur mit unserer Jugend los, wie soll das weitergehen und wo soll das noch hinführen...

Das wir uns gegenseitig vernichten.
Zitat:
Original von Kollege B
Nachdem ich aber mal genau nachgedacht habe (großes Grinsen ) ist mir aufgefallen, dass ich ja auch zur angesprochenen Gruppe gehöre... Und ehrlich gesagt finde ich jetzt nicht, dass ich irgendwelchen Trends hinterherlaufe, mich von Werbung all zu sehr beeinflussen lasse oder mir von Werbung den Spaß an meiner Subkultur verderben lasse (im Gegensatz zum Großteil der User dieses Forums hier Zunge ).

Also ich guck kaum bzw gar kein TV mehr.
Das kann man sich echt nicht mehr antun.
Außer Nachrichten, und einigen Serien, Filmen (Auf ZDF und ARD scheint der Filmwahn ausgebrochen zu sein aber das gute ist, da ist keine Werbung!) die ich noch gezielt schaue (Simpsons), ist das TV für mich Tod.
Zitat:
Original von Kollege B
Vor allem bin ich nicht meinungslos gegenüber Politik und Weltgeschehen. Allerdings auch nicht aktiv, was aktive Veränderung dessen betrifft.

Was heißt das?
Du gehst aber wählen oder?
Ich kann Kommentare wie "Die sind alle gleich schlimm" deshalb brauche ich nicht wählen gehen, nicht mehr hören!
Man sollte dann schon das kleinere übel wählen aber eben seine Stimme abgeben, damit nicht noch mal so ein Mist wie damals passiert!
Und ich nehme schon an, dass du dir einen Mülleimer suchst und nicht alles auf die Straße wirfst.
Das sind ja schon so kleine Dinge, die was verbessern.



Zitat:
Original von Kollege B
Aber das ist es ja was der Autor sagt: Mir geht es gut, warum sollte ich was ändern. Auch wenn meine Eltern gewiss keine 68er oder Punker oder Waver sind.

Vielleicht sollte er sich mal etwas genauer mit unser Welt befassen, und mit anderen Menschen/Ländern und nicht nur sich, und dann sehen, dass alles nicht so toll ist wie einige Menschen meinen, die nur für sich denken.

Das ist nämlich das Problem.
Ich glaube dieses "Ich, Ich Ich" war noch nie so schlimm wie in der heutigen Zeit.



Zitat:
Original von Kollege B
Frieden haben wir schon durch,

Wo siehst du bitte Frieden?
Ich seh den nicht.
Zitat:
Original von Kollege B
Umweltschutz auch,

naja..

Zitat:
Original von Kollege B
was bleibt denn sonst noch an großen genreübergreifenden Problemen?

Zu hohe Anfordeungen in der Schule schon von klein an.
Man hat das Gefühl man möchte aus unseren zukünftigen Erwachsenen eine Elite heranzüchten, wenn ich so sehe was nun auf den Grundschulen abgeht und dann den drauf folgenden Schulen.
Gereade in der Mathematik werden immer mehr Kinder überfordet.
Und Mathemtik wird so als das wichtigste angesehen, neben
Deutsch/Englisch.
Und ich hab da ein ungutes Gefühl warum das passiert, was da geplant wird und ich hoffe das ich nicht damit Recht behalte...



Zitat:
Original von Kollege B
Das einzige Problem ist vielleicht diese Tabuisierung von Gefühlen heutzutage. Aber gerade das ist ja etwas, was gerade aus der Jugend wächst.

Heute gilt doch nur bei denen eins noch.
Der härtere gewinnt, gehe über Leichen...nutze andere aus...mach sie platt...bildungstechnisch gesehen.

Und die Eltern, deren Aufagbe es sein sollte, den Kindern so was Gut und Böse bei zu bringen, dass vernachlässigen sie, setzen die Kinder vor die Konsole/PC/TV und lassen sie da alles lernen.

Ist doch herrlich einfach?



Zitat:
Original von Kollege B
Weil alles gut und schön ist,

Ich kenne keinen Jugendlichen der das jemals sagen würde.
Zitat:
Original von Kollege B
man sich aber dennoch abgrenzen will, muss man sich das Leben halt selber schlecht machen und sich Körperteile einritzen.

Ich sehe das anders.
Kein reden mit den Eltern möglich, nicht mit den Verwandten, keiner versteht sie, dass sind Hilfeschreie...aber nur die wenigstenen verstehen was da eigentlich abgeht.

Nur ich find es halt dämlich, dass einig meinen, dass wäre ja greade cool und machen es dann auch, auch wenn es Jugendliche gibt, die das nicht extra machen!

Zitat:
Original von Kollege B
Oder aber auch durch immer frühere alkoholische und sexuelle Eskapaden einfach versuchen die sinnlose Jugendzeit direkt zu überspringen und direkt erwachsen zu werden.

Nun ja...ich hab mich damals mal so richtig abeschossen, weil ich von dieser Welt nix mehr wissen wollte, dass hat aber erstens nicht geklappt, zweitens würden das meine Eltern/Freunde/Verwandte nie verkraften, es war nur ein arrogantes an sich selbst denken wofür ich mich heute schäme.

Aber ich sag mal so...wenn dieser Planet vor die Hunde geht und alles dem Erdboben gleich gemacht würde samt der ganzen Menschheit...da fänd ich nix schade drum...sondern nur gerecht.
Sunset Bass
Schweres Thema. Ich sehe die Entwicklung wie folgt:
Die Erziehung: Die Erziehung ist weitaus lockerer geworden. Kenne die frühere Erziehung zwar nur aus Erzählungen von Verwandten, aber das wird wohl so stimmen. Die Lehrer und die Eltern hatten früher Prügelstrafen. Auch wenn ich das nicht für gut heiße, würde ich mir in manch Erziehung mehr Disziplin wünschen. Viele Kinder machen einfach was sie wollen ohne Konsequenzen. Die Erziehung ist weitaus wichtiger für die Entwicklung des Menschen, als viele glauben.

Die Entwicklung der Welt: Die Technologie wächst. Insofern wächst die Jugend auch damit auf. Früher wurde meist draußen gespielt und die Freizeit sinnvoll gestaltet. Heutzutage hängt man viel rum vorm TV,Spielkonsolen, Chat etc. In extremen Fällen auch mit Alkohol oder Drogen. In Medien wird auch vieles verharmlost. Zum Teil auch in Hip Hop-Texten, was viele Jugendliche bevorzugen. Auch mit Sex wird es heutzutage ziemlich locker angesehen. Wenn man mal sieht, wie früh manche schon Sex haben bzw. schon Kinder bekommen.

Das Ansehen: Vielen ist ihr Ruf an erster Stelle. Anstatt ihr eigenes Leben zu leben ist denen ihr Ruf wichtiger. Klamotten spielen da eine wichtige Rolle. Wenn man sich die Jugend mal anguckt, was die alles für Marken tragen. Zum Teil haben 14-Jährige schon D&G-Kleidung. Hinzu kommt noch, dass meiner Meinung die Jugend sehr viel oberflächlicher geworden ist. Wenn jemand mal etwas dicker ist, oder keine Markensachen trägt, ist er gleich ein Außenseiter, ohne die inneren Werte zu beachten.
Hinzu kommt noch das Konkurrenz-Denken. Jeder will stärker sein und beliebter. Viele tragen Waffen bei sich.

Jobs: Früher war es so, dass die Arbeitgeber geworben haben um die Arbeitnehmer. Heutzutage muss man sich gegen viele Mitbewerber durchsetzen. Das große Problem, Arbeit zu finden ist es nicht, aber was für Drecksarbeit zum Teil. Hinzu kommt noch der Abzocker-Lohn. Auch die Hartz IV/ALG-Löhne sind zum leben zu wenig und zum sterben zu viel. Besonders für die heutigen Ansprüche der Jugend. Was da alles finanziert werden muss.... (Auto), Klamotten, Handies und vieles mehr. Die Ansprüche an Finanzierungen sind hoch. Manchmal weitaus höher als realisierbar. Da werden so einige kriminell.

Zumindestens ist es so im Großstadt-Leben. Wie es so in Dörfern/Kleinstädten ist, kann ich nicht beurteilen.
GambaJo
Interessant, aber ich verstehe nicht, wie das zu Thema passt bzw. da fehlt am Ende so eine Art Zusammenführung.
e-music
Zitat:
Zu hohe Anfordeungen in der Schule schon von klein an.
Man hat das Gefühl man möchte aus unseren zukünftigen Erwachsenen eine Elite heranzüchten, wenn ich so sehe was nun auf den Grundschulen abgeht und dann den drauf folgenden Schulen.
Gereade in der Mathematik werden immer mehr Kinder überfordet.
Und Mathemtik wird so als das wichtigste angesehen, neben
Deutsch/Englisch.
Und ich hab da ein ungutes Gefühl warum das passiert, was da geplant wird und ich hoffe das ich nicht damit Recht behalte...


Was soll denn bitte schön der Schwachsinn? Hast Du Dir mal überlegt wie die Welt ohne Mathematik aussehen würde? Mal Gedanken darüber gemacht, dass alles auf Mathematik basiert: Internet, Gebäude...... Mathematik ist überall und verdammt nochmal wichtig!
Ausserdem: zu hohe Ansprüche? Das Niveau der Schulen ist extrem gesunken in den letzten Jahren.
Was mir prinzipiell in den letzten Jahren aufgefallen ist: ein Jeder will sich selbst verwirklichen, irgendeine brotlose Kunst studieren (Politikwissenschaften etc. (Ja, die Frage wieviel Geisteswissenschaftler kann sich ein Staat leisten ist berechtigt!)) und an guten fähigen Ingenieuren fehlt es an allen Ecken und Enden!
Und warum? Weil keiner sich mehr bereit ist zu quälen und mal richtig zu lernen! Typische Aussage: Ingenieursstudium, Bäh zuviel Mathematik!

Prost Mahlzeit! Deutschlands einzige Ressource der letzten Jahre waren fähige gut ausgebildete Ingenieure! Und das scheint ja auch bald Geschichte zu sein.........
Timo K.
HipHop ist doch ne Jugendbewegung. Kollektives aggressives Auftreten, asoziales verhalten und Handy auf volle Lautstärke...

großes Grinsen
GambaJo
HipHop war eine Jugend-Bewegung, so in den 80ern und 90ern. Heute ist es ein Geschäft.
Kollege B
Oh man, dieses Thema ist zu breit um da detailliert jetzt auf irgendwas einzugehen.

Zu Tranci nur kurz:
Du hast mich anscheinend in mehreren Belangen nicht richtig verstanden, aber egal, ist mir zu müßig da nochmal drauf zurückzukommen.

Bis auf ein Thema:
Ich ich ich. Ich glaube das bringt die hier angesprochene Thematik am Besten auf den Punkt. Pluralisierung der Lebensstile. Auch in der Jugend. Deshalb kann auch kaum eine Bewegeung entstehen, da es viel zu viele Splittergruppen und Individuen gibt. Und warum? Hast du auch erklärt: weil es keine Jobs mehr gibt und die Konkurrenz steigt.

Zu e-music:
Ich weiß jetzt nicht, ob unser Problem ein großer Mangel an Ingenieuren ist, oder ein Mangel an guten Ingenieuren. Auch wenn ich bald Ingenieur sein werde, so fühle ich mich schuldig im Sinne deiner Anklage, denn ein wirklich klassisches Ingenieurfach ist die Raumplanung mitnichten. Und heutzutage weniger denn je. Ich zähle mich eigentlich als Raumplaner schon eher zu den von dir erwähnten Politikwissenschaftlern. Und bevor der Hayden hier wütend wird aufgrund deiner Aussage muss ich auch mal eine Lanze für Politikwissenschaften an sich brechen. Denn da geht es unter anderem auch um Kommunikation. Und das ist sehr wichtig heutzutage. Siehe Individualisierung etc...

Aber im Prinzip hast du schon Recht, man sollte zusehen, dass ein vernünftiges Gleichgewicht (über dessen Definition man sicher lange streiten kann) vorhanden sein muss. All die jungen Leute aber mit ihrer pisseligen Ausbildung in das Ingenieurstudium zu schicken ist aber wie ich bereits erwähnte nur ne quantitative Verbesserung. Und da stimme ich dir dann wieder zu und muss dem Tranci auch widersprechen: unsere Schulbildung muss mal wieder aufgewertet werden. Aber auch das Studium an sich. Hier in Schweden gibt es trotz der guten (wenn auch teils kritisierten, aber zumindest immer noch besseren als der deutschen) Schulbildung in den Ingenierustudiengängen ne Art Basisausbildung für Ingenieure. Keine Ahung, ob das im ganzen Land so ist und ob es das in D vielleicht auch schon gibt, aber da das jetzt sowieso abschweift ist das jetzt auch egal erstmal...

Und um dann doch nochmal auf Tranci zurückzukommen:
Natürlich wähle ich, aber das sehe ich als passive Veränderung an, denn aktiv sind nur die Politiker die ich wähle oder halt irgendwelche Aktivisten. Und meinen persönlichen Beitrag zur Rettung der Welt leiste ich durch mein Studium, und relativ vernünftiges Verhalten.

Zum Thema Frieden und Umweltschutz sind durch: damit meine ich die Bewegungen, nicht die Probleme. Aber so eine Bewegung kann die Probleme nicht lösen, das muss die gesamte Gesellschaft. Was die Jugenbewegungen allerdings erreicht haben ist, dass die Themen Frieden und Umweltschutz heute in aller Munde sind. Und mehr kann man nicht erreichen. Irgendann ist die Luft halt raus.
e-music
Zu Kollege B:
Ich will hier nicht die Geisteswissenschaften schlecht machen, die sind für die Moral und Ethik einer Gesellschaft eminent wichtig! Da gehen wir beide wohl konform.
Aber wie man aus Deinen Aussagen heraushören kann: es besteht ein extremes Ungleichgewicht zu Gunsten der Geisteswissenschaften in Deutschland! Un das trifft meine Meinung ziemlich genau auf den Kopf:-)
Maeijgo
Zitat:
Original von Timo K.
HipHop ist doch ne Jugendbewegung. Kollektives aggressives Auftreten, asoziales verhalten und Handy auf volle Lautstärke...

großes Grinsen


na da hat mal wer keine Ahnung, aber sich aufregen wenn man zuhören bekommt das Scooter und Aquagen Trance sei.

hmm