Cileos
Das mit den Back-Ups ist richtig, aber trotzdem ist es nur eine Datei. Da sträubt sich auch was in mir dagegen, Geld dafür auszugeben.... wenn ich meine CDJs habe, werde ich mich da wohl überwinden, aber vorher bleibe ich bei Southerns Methode: Platten!
Weshalb die Releases so lange dauern, würde mich auch mal interessieren! Nicht, dass mich das früher gestört hätte, aber auf 'Welsh Morphology' warten zu müssen tut mir im Herzen weh!
Clear_Blue
| Zitat: |
Original von Nachtschatten
Außerdem wusste ich gar nicht, dass ein Clear Blue oder ein S-Tune von ihrer Musik leben können ("werden viele kleine Musiker einfach keine Grundlage mehr haben um von der Musik leben zu können")... oder hab ich da falsche Zahlen gelesen, was ihren Anteil am Preiserlös von MP3s betrifft....
|
Du glaubst gar nicht, wie toll ich es fände, wenn ich davon leben könnte. Problem: Ich produzier doch gar nicht... Du meinst dann sicher meinen Namensvetter, den Cold Blue. Will mich hier nicht auf falschen Lorbeeren ausruhen!
Mit Platten- oder mp3-Verkäufen lässt sich heute kein Geld mehr verdienen. Ein Großteil der Künstler wird von Gagen von diversen Auftritten leben. Dass das die Industrie schmerzt, ist klar, aber das wird sich in Zukunft nicht ändern, davon bin ich überzeugt.
Ich muss allerdings sagen, dass mich zum Beispiel das iTunes-Modell vollständig überzeugt. Ich bekomme bei iTunes ein Album für einen fairen Preis von 9,99€, selten mal mehr. Da sind die Tracks einzeln enthalten, bei EDM-Alben gibt`s obendrauf sogar noch eine "gemixte" Version. Brennen kann ich die Sachen auch, also hab ich kein Problem, wenn die Festplatte sich mal verabschiedet. Und Backups sind so oder so von Zeit zu Zeit Pflicht.
Wege, die die Verkaufszahlen antreiben sollen, sehe ich ehrlich gesagt kaum. Eine strengere Gesetzgebung wäre hier natürlich von Nöten. Allerdings hilft das beste Gesetz nichts, wenn es nicht umgesetzt werden kann, weil der Aufwand dafür einfach zu groß sein wird. Man könnte zwar mit den Strafgeldern solche Positionen sicher locker finanzieren, aber ich schätze, dass das in naher Zukunft nicht passieren wird und daher die Achtung vor dem geistlichen Eigentum in der breiten Masse gering sein wird.
Nachtschatten

alter Fehler, sorry. Euch beide werde ich wohl in 10 Jahren noch velwechsern.
@ Hayden... die Raveline werd ich mir wegen diesem Artikel wohl nicht zulegen
Es ist ohnehin besser, wenn Künstler nicht allein vom Verkauf ihrer Tonträger/MP3s leben können, das tut dem Idealismus gut.
@ Clear Blue: aber genau das Booklet und die gepresste CD (qualitativ immer besser als gebrannt) sind doch der Grund, warum ich wie viele andere auch Alben als CDs und nicht als MP3s kaufen wollen. Eine gebrannte CD hat für mich keinen richtigen Wert, auch wenn die Musik darauf noch so toll ist.
Und wenn man MP3s statt CDs/Vinyls kauft, unterstützt mal leider nur den Niedergang der CD/Vinyl im elektronischen Bereich. Aber meine Meinung kennt ihr eh.
Skuz
| Zitat: |
Original von Andru
Also Herr Skuz, ich habe mir letztens ein Album bei Dancetunes geholt, das nicht eine riesige MP3-Datei ist, sondern schön jeder Track einzeln. Wenn Vonyc auf solche echt dämlichen Methoden zurückgreifen muss, tun die mir leid. Das Album hat übrigens € 9,99 gekostet und war das neue von Markus Schulz, also teuer ist das nicht.
|
Mag sein, aber das ist bei manchen Anbietern eben nicht der Fall.
Und ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich keine Lust hab mich x-verschiedenen Onlineportalen zu registrieren und dann überall ein wenig draufzuladen.
Hab mir eben Vonyc und Beatport rausgesucht, damits noch halbwegs übersichtlich bleibt.
Zum Thema Backup und verschwinden....a) wie schon mehrmals gesagt: macht jeder vernüftige Mensch, egal obs Musik, Betriebssystem(konfiguriert) oder persönliche Daten sind, b)bei manchen Shops gibs mal wieder mal ne Einkaufshistory und du kannst dir alle Tracks, die du gekauft hast dann auch nochmal runterladen(kostenfrei dann).
Tom Forbes
hmm, der Markt richtet sich ja nach der Nachfrage; daher wundert es mich auch nicht, warum das Digitale Rechte Management demnächst etwas gelockert werden soll; da die ganze Geschichte nicht wirklich verbraucherfreundlich ist, muss sich da also was ändern; iTunes überlegt ja auch schon, das DRM wieder zu entfernen, will aber dafür die Musikstücke auch um einiges teurer machen; es hat also alles Vor- und Nachteile; die sogenannten Wasserzeichen sind ebenfalls benutzerunfreundlcih, also dauerhaft auch keine Lösung;
und zum Thema Wartezit bei anstehenden Releases, kann ich nur sagen, es gibt verschiedene Gründe, warum das in manchen Fällen so lange dauert; ein Grund ist, dass sobald ein Artist einen Track fertiggezimmert hat, haut er diesen im Verteiler als Promo an die verschiedenen DJs raus, um Feedback zu bekommen; anschließend wird viel Zeit damit verbracht, mögliche Remixer zu ordern oder stattdessen doch noch ne ordentliche B-Seite dafür zu backen; und selbst wenn dann die Remixer ebenfalls ihre Arbeit abliefern, ist die Frage, auf welchem Label das Ding rauskommen soll; wenn dieser ganze Spaß im Kasten ist, stellt sich beim Label die Frage, stehen demnächst noch andere Releases an bzw. welches Release hat in der zeitlichen Anordnung Priorität; das sind alles mehrere Faktoren, die einzeln oder zusammen in dieser oder einer anderen Reihenfolge wirken können; persönlich könnte ich mir auch vorstellen, dass es mit der Zeit soviel Ouput im EDM Bereich vorhanden ist, dass man bei den verschiedenen Labels einfach nicht nachkommt mit dem releasen, d.h. letztlich ist es ja auch eine finanzielle Frage, ob ich beim Label XY arbeite und dort ein Release nach dem anderem raushauen kann und möchte, aber eben es finanziell nicht immer sofort machbar ist ...
im Falle von Welsh Morphology kann ich schonmal ankündigen, dass es da einen Remix von Gareth Emery geben wird;
GambaJo
| Zitat: |
Original von Clear_Blue
Mit Platten- oder mp3-Verkäufen lässt sich heute kein Geld mehr verdienen. Ein Großteil der Künstler wird von Gagen von diversen Auftritten leben. Dass das die Industrie schmerzt, ist klar, aber das wird sich in Zukunft nicht ändern, davon bin ich überzeugt. |
Das ist aber auch ein Problem. Die Plattenfirmen wollen Geld verdienen, da ist ja auch nichts Verwerfliches dran. Wenn sich aber Geld nur noch per Auftritte, Tantiemen und Werbung machen lässt, werden sich die Plattenfirmen Publikumsmagnete a la Tokio Hotel suchen.
Die meisten EDM-Produzenten bleiben doch im Hintergrund.
cartman
| Zitat: |
Original von Hayden
Ärgerlich finde ich aber das illegales Musik laden immer als Kleinigkeit abgetan wird, sogar von den Medien. Und ich finde es auch inzwischen schlimm das eine Generation heranwächst die es als selbstverständlich erlernt. |
Medienprodukte haben aber nun einmal die Eigenschaft, immer wieder verwendbar zu sein und sie können eben auch von vielen verschiedenen Personen - teilweise gleichzeitig - genutzt werden. Und durch die Digitalisierung lässt sich der Content eben auch wunderbar reproduzieren (was übrigens auch eine schöne Kostenersparnis für die Musikindustrie darstellt). Damit hat sich beispielsweise der Print-Bereich schon sehr gut mit abgefunden. Entweder man bleibt auf seinem Hosenboden sitzen und jammert über die guten, alten Zeiten oder man passt sich den neuen Anforderungen an und achtet vor allem auch die Wünsche der Kunden (eigentlich das A und O des Marketing). Wenn ich mir allerdings anschaue, wie die Musikindustrie bei den Download-Shops gezögert hat, nachdem ja das Filesharing mit Napster schon jahrelang am Laufen war, zweifle ich daran, dass diese Industrie auch nur irgendwie Interesse an ihren Kunden hat. Durch das Digital Rights Management, die weiterhin viel zu hohen Preise und die ständige Kriminalisierung (warum werde ich am Anfang einer Original-DVD mit einem "Raubkopierer sind Verbrecher"-Werbespot begrüßt?

) scheint es mir so, als ob das einzige Ziel der Musikindustrie daraus bestünde, all ihre Kundenbeziehungen zu beerdigen.
| Zitat: |
| Denn wenn das so weiter geht wie in den letzten Jahren werden viele kleine Musiker einfach keine Grundlage mehr haben um von der Musik leben zu können, und damit hätten die anfängliche Revolte gegen die Großen genau das gegenteil verursacht. |
Wenn noch jemand von der Musik leben kann, dann doch wohl "kleine Künstler" aus den diversen Musik-Subkulturen, in denen die Leute noch bereit sind, für ihre Musik zu bezahlen. Ein Beleg dafür ist doch beispielsweise die sprunghafte Steigerung bei den Vinyl-Verkäufen.
Die Jugendlichen sind doch alle schon längst in irgendwelchen Subkulturen verschwunden, die vom Musikfernsehen oder vom Radio gar nicht mehr bedient werden, die großen Plattenfirmen verschwinden auf Dauer, weil sie nicht nachhaltig Künstler fördern, sondern nur Casting-Stars einmalig abmelken - die Zukunft liegt bei den kleinen Labels. Die Frage ist nur, wann die Medien ihnen die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdienen? Zumindest bei Motor FM in Berlin funktioniert das sehr gut (dafür läuft der Radiosender definitiv nicht rentabel) und bei JAM FM oder Sunshine Live doch ebenso (auch wenn letztere ihr Programm immer mehr zusammenstreichen und formatieren).
Hayden
ich glaube du hast mich etwas falsch verstanden. Ich bin ja nicht gegen Digitale Musik. Werde ich in Zukunft auch verstärkt kaufen.
Mich stören nur die Leute die für Musik nicht zahlen wollen, weil man es ja auch umsonst saugen kann. Ich zahle gerne für die Musik die ich mir zulege, denn ich würdige damit auch irgendwo den Aufwand den der Künstler betreibt.
Gut du sagst nun das der kleine Musiker eher von der Musik leben kann, sehe ich bis jetzt etwas anders. Wäre mal interessant da ein paar Erfahrungen von Leuten zu hören die Betroffen davon sind. Weil so ganz vorstellen kann ich mir das nicht.
Clear_Blue
| Zitat: |
Original von GambaJo
Das ist aber auch ein Problem. Die Plattenfirmen wollen Geld verdienen, da ist ja auch nichts Verwerfliches dran. Wenn sich aber Geld nur noch per Auftritte, Tantiemen und Werbung machen lässt, werden sich die Plattenfirmen Publikumsmagnete a la Tokio Hotel suchen.
Die meisten EDM-Produzenten bleiben doch im Hintergrund. |
Das war mit CDs und Platten nicht anders. Logischerweise werden eher die gesignt, die erfolgsversprechender sind. Würde ich genauso machen, würde ich ein Label führen. Hand auf`s Herz - wer würde das nicht? Ausnahmen gibt es immer, das ist klar.
Genau das gleiche ist es aber mit den Konzerten. Je größer das Publikum, desto mehr bin ich bereit in die Band zu investieren.
| Zitat: |
Original von cartman
Wenn noch jemand von der Musik leben kann, dann doch wohl "kleine Künstler" aus den diversen Musik-Subkulturen, in denen die Leute noch bereit sind, für ihre Musik zu bezahlen. Ein Beleg dafür ist doch beispielsweise die sprunghafte Steigerung bei den Vinyl-Verkäufen. |
Lol...
Frag mal Cold Blue. Frag mal S-Tune. Frag mal, was die beiden pro verkauftem Track bekommen. Wenn du in der EDM-Szene einen Track 500 mal verkaufst, sind das gute Zahlen (oder irre ich mich? weiß das nicht genau!). Ich schätze aber, dass in der Realität viel niedrigere Absatzzahlen erzielt werden.
Gehen wir mal von ner mp3 für 1,99€ bei Beatport aus. Das Label will da natürlich auch was dran verdienen. Beatport will was verdienen. Was soll denn da für den Künstler übrig bleiben. Selbst wenn er nen Euro raus hat (und da wette ich dagegen, dass es soviel ist!), würden ihm bei guten Verkaufszahlen vielleicht 500€ bleiben. Lebst du davon? Ich nicht!!!
Die Global Player erzielen natürlich höhere Erträge, aber auch bei denen finanziert sich das Leben zu 99% aus Gagen.
| Zitat: |
Original von cartman
Die Jugendlichen sind doch alle schon längst in irgendwelchen Subkulturen verschwunden, die vom Musikfernsehen oder vom Radio gar nicht mehr bedient werden, die großen Plattenfirmen verschwinden auf Dauer, weil sie nicht nachhaltig Künstler fördern, sondern nur Casting-Stars einmalig abmelken - die Zukunft liegt bei den kleinen Labels. |
Oh, da widersprichst du dich aber selber. Wo soll denn Radiomucke herkommen, wenn keine großen Labels mehr existieren. Mainstream wird es immer geben. Und damit verbunden auch große Labels wie Sony, Universal oder Jive. Die kriegst du nicht tot. Da kannst du runterladen wie du willst. Zur Not schluckt ein Konzern den nächsten. Kleine Labels kratzen an ihrer Existenz, wenn nicht genügend Geld reinkommt. Die Gefahr ist eher, dass die Subkulturen verschwinden, was aber sicher auch nicht passieren wird. Irgendwie wird es schon gehen, auch wenn ein paar wohl auf Dauer verschwinden werden. Dann kommen neue und wieder alte verschwinden.
Alle paar Jahre werden die großen Labels dann eine Subkultur für sich entdecken. Die wird eine Weile gehypt und verschwindet dann wieder. Sowas hält das ganze aber auf jeden Fall am Leben. Zwar steigen natürlich die illegalen Downloads je höher der Bekanntheitsgrad ist, aber auch die legalen Absätze.
Tut man also was gegen die illegalen Downloads könnte dem ein Riegel vorgeschoben werden. Da sind wir aber wieder am Anfang...oder am Ende - wie man eben will!
Hayden
ich weiß auch sicherer Quelle das die neue Flesh Royal bei Beatport für 1,99 € bald verkauft wird. Davon gehen genau 0,75 € an die beiden Künstler die das Teil Produziert haben.
Dazu kommt eine Vinylstartauflage die für heutige Zeiten schon mal recht groß ist von 2000 Stück. Schätzt das da nicht wirklich viel mehr bei raus kommt als bei den MP3s und nun rechne mal einer aus was man am Ende so bekommt.
Da kann ich schon verstehen das gerade kleine Künstler gegen illegale Downloads sind.
GambaJo
| Zitat: |
Original von Clear_Blue
Wenn du in der EDM-Szene einen Track 500 mal verkaufst, sind das gute Zahlen (oder irre ich mich? weiß das nicht genau!). |
Ich denke schon, dass es etwas mehr ist. Je nach Musikstil und Bekanntheitsgrad natürlich.
Cold Blue
Also im Trance Bereich ist die Zahl 500 schon eine realistische Größe...
Also bei mittel bis gut laufenden Releases versteht sich...
Und wenn man dann berichtet bekommt, dass ein Track auf irgendeiner russischen Trance-Download Seite bereits am ersten Tag seines dortigen Erscheinens 500 mal illegal gezogen wird und die Leute dort sich herzlichst bei irgendeinem Verantwortlichen Bedanken und den Track in den Himmel loben...
dann könnte man als Urheber kotzen.
Genau so ist es Moonforce und mir mit Uxorious passiert und es waren wirklich 500 am ersten Tag auf nur EINER (von den unzähligen) Seite.
Und die meisten dieser Leute sind ja Trance-Liebhaber (und nicht unbedingt welche, die sich daran aufgeilen, mehr Musik auf der Festplatte zu haben, als sie jemals im Leben hören können).
Also Leute, von denen einige vor 5-10 Jahren die Musik wahrscheinlich noch gekauft hätten.
Dem gegenüber stehen dann so grob 500 verkaufte mp3s und wenns SEHR gut läuft, 500 verkaufte Vinyle... (allgemein jetzt, die Uxorious lief wohl schlechter).
So siehts aus...
S-Tune
Hm, schwierige Sache...
Kann allerdings sagen, dass die Absatzzahlen bei digitalen Downloads nicht sehr hoch sein können, wenn, um bei Audiojelly oder Beatport in die "Charts" zu kommen, nur wenige Downloads ausreichen...
Kenne welche, die mit 20 Downloads in den TopTen waren

(kann natürlich variieren) - oder Static Blue, der mal meinte, mit seinen 10 Dollar Erlös aus nem Mp3-Release könne er sich jetzt nen neuen Briefkasten kaufen
Bin übrigens skeptisch, ob es allein am Medium liegt und nicht eher an der nichtvorhandenen "Lust", sich etwas zu kaufen wenns dasselbe quasi umsonst im Netz gibt.
Weiß eben von DeepBlue, dass die CD´s z.B. keinen wirklich großen Absatz erzielen... die Frage ist, warum...
Edit:
Letztendlich weiß ich nicht, wie man die illegalen Downloads stoppen könnte. Nen DRM-System wie gerade schränkt den Käufer einer MP3 schon in gewisser Weise ein, zudem kommen die Releases ja auch auf anderem Weg (z.B. über gerippte CDs) ins Netz, d.h. User XY könnte sich bei nem Release dann trotz geschützter MP3´s den Track illegal downloaden.
GambaJo
| Zitat: |
Original von S-Tune
Nen DRM-System wie gerade schränkt den Käufer einer MP3 schon in gewisser Weise ein, zudem kommen die Releases ja auch auf anderem Weg (z.B. über gerippte CDs) ins Netz, d.h. User XY könnte sich bei nem Release dann trotz geschützter MP3´s den Track illegal downloaden. |
Außerdem kann man die DRM-Tags relativ einfach entfernen.
Lemieux
Ich halte es für einen Irrtum, dass das Internet schuld daran ist, dass Musik kopiert wird. Kopiert wurde schon immer, früher ging das sogar noch einfacher, da musste man 2 Tasten am Kassettendeck drücken, da ist ein Computer etwas komplizierter zu bedienen.
Klar hat der einzelne heute in der Menge mehr Kopien, was aber einfach an den Möglichkeiten der Technik liegt. Eine portable 200-GB-Festplatte ist schneller voll zu machen als 1000 MC. Viel wichtiger ist aber: hätte der durchschnittliche Musikhörer die Möglichkeiten (binnen Sekunden mehrer Stunden Musik zu kopieren) nicht, würde er sich auch nicht mehr CD's kaufen. Er würde trotzdem kein Geld dafür ausgeben.
Für mich ist das selbsverständlich und ich kaufe mir sehr gerne Original-CD's, ich bin damit aber so ziemlich der einzige in meinem Freundeskreis.
Die Versäumnisse der Musikindustrie wurden ja oben bereits erwähnt. Anstatt das Internet als hervorragende neue Vertriebsplattform zu etablieren, wurden CD-Käufer mit Kopierschutzmechanismen bestraft. Und jetzt werden Musikdateien mit DRM verkauft, reine Schickane. Wie will man denn so die Leute dazu bringen, für Musik zu bezahlen?
Kollege B
Genau so sehe ich das auch.
Und wenn ich mir wirklich alles kaufen würde, was mir gefällt, dann wär ich ne ganz schön arme Sau.
Um mal auf den Albenkauf und den damit angeblichen Onlinekaufvorteil zu sprechen zu kommen:
Ein Album ist ein Album. Nicht mehrere Singles. Ich käme ja nicht im Traum darauf, mir nen Album nur zu 3/4 zu kaufen, wenn mir 3 Tracks nicht gefallen. Für mich ist das der größte Nachteil am Onlinehandel. Da geht der Respekt vor den Künstlern verloren...
Alben gehören auf einen physischen Tonträger. Am Lächerlichsten finde ich diese Coveremulation bei Itunes. Das is doch nix halbes und nichts ganzes. Wenn ich mir eine Datei runterlade, was interessiert mich das Cover?
Das ist genau wie mit dem Papier. Irgendwann wird das vielleicht auch mal von Plastikfolien oder sowas abgelöst, aber das ist noch lange hin.
Durch ihr zu spätes Handeln hat die Musikindustrie es versäumt mich für ihre Online-Vertriebswege zu begeistern. Und da ich mir jetzt für viel Geld altmodische analoge Tonabnahmegeräte zugelegt habe, werde ich einen Teufel tun und anfangen überteuerte MP3s aus dem Netz zu laden mit Kopierschutz und verschiedenen Standards und was weiß ich.
Was her muss ist eine Flatrate. Nicht allgemein. Sagen wir so - ich wäre bereit im Monat eine feste Gebühr von sagen wir mal 10€ zu bezahlen. Das dürfen sich die Plattenfirmen einstecken und die Onlinehändler. Für jeden Track den ich mir dann runterlade wäre ich dann weiterhin bereit den Anteil zu zahlen, der an den entsprechenden Künstler geht. Sagen wir mal 50 Cent.
Irgendwie so. Für ein 12 Track Album würde ich dann 16 Euro zahlen. Für die nächsten allerdings nur noch 6. Von mir aus kann da dann auch noch ne Begrenzung rein. Die werden damit zwar an einer einzelnen Person weniger verdienen, aber ich denke mal sowas wird im großen Rahmen mehr Käufer anziehen und sich damit auch wieder für die Anbieter rentieren.
Tom Forbes
| Zitat: |
Original von GambaJo
Außerdem kann man die DRM-Tags relativ einfach entfernen. |
und so wird es auch immer bleiben, entwickelt man einen Sicherheitsmechanismus, braucht es nicht lange und man kann diesen mit anderen Progs wieder umgehen, der teuflische Kreislauf; hatte in meinem letzten Beitrag schonmal das Wasserzeichen angesprochen, welches jedoch auch Vor- und Nachteile besitzt; so könnte man den "Dieben" zwar auf die Schliche kommen, aber die die damit verbundene Freigabe persönlicher Daten (ähnliche Problematik wie beim biometrischen Persi) sind fragwürdig;
schade nur zu wissen, das man dieses Problem nie wirklich beheben/eindämmen wird...
GambaJo
| Zitat: |
Original von Lemieux
Ich halte es für einen Irrtum, dass das Internet schuld daran ist, dass Musik kopiert wird. |
Das Internet allein ist natürlich nicht der Grund. Dazu kommt, dass man sehr schnell sehr einfach eine Kopie guter Qualität erstellen kann.
Aber das Internet vereinfacht das Ganze immens. Wen man früher kopieren wollte, brauchte man jemanden, der das gewünschte Lied auf einem Tonträger hatte. Das grenzte die Auswahl erheblich ein. Mainstream war kein Problem, aber so ungewöhnliche Sachen, wie wir sie hier kennen, dafür brauchte man schon sehr gute Connections.
Ob man mehr CDs kaufen würde, weiß ich auch nicht, ich denke aber schon. Man würde bestimmt nicht alles kaufen, was man auch runterladen würde, aber man würde kaufen. Aber sobald man die Möglichkeit hat kostenlos dran zu kommen, wird zu 99% nichts mehr gekauft.
| Zitat: |
Original von Kollege B
Was her muss ist eine Flatrate. Nicht allgemein. Sagen wir so - ich wäre bereit im Monat eine feste Gebühr von sagen wir mal 10€ zu bezahlen. |
So etwas gibt es und nennt sich
www.napster.de
Man zahlt eine Pauschale im Monat und kann so viel hören, wie man will. Man kann die Tracks auch runterladen (DRM-geschützt) oder kaufen. Nachteil ist natürlich das DRM. Aber für einen Aufpreis und einem kompatiblen MP3-Player kann man die Tracks auch outdoor hören.
Ist eigentlich eine ganz gute Sache.
Kollege B
Jo, sowas meinte ich. Wenn jetzt noch das DRM weg wäre, wär es perfekt. Ich frag mich nur, warum das im Gegensatz zu Musicload und co. so unbekannt ist, zumal es ja zu illegalen Zeiten einst das berühmteste war.
GambaJo
Habe mich auch gefragt, wieso das so unbekannt ist, obwohl ab und zu sogar Spots im TV laufen und man auch viel Werbung im Netz findet.
Ich denke mal, das hat zwei Ursachen.
Zum einen verbinden viele mit dem Namen und Logo ein illegales Download-Portal und zum anderen ist dieses On-Demand-Geschäftsmodel vielen einfach suspekt. Man gibt für etwas Geld aus, was man nachher nicht besitzt. Viele kaufen lieber etwas, weil sie dann das Gefühl haben einen Gegenwert für ihr Geld bekommen zu haben.
An sich finde ich Napster ganz gut. Der Client ist nicht zu überladen, trotzdem bunt. Die Auswahl ist recht groß, es gibt sogar viele aktuelle Trance-Titel und Alben (letztens z.B. das neue von PvD und Cosmic Gate gehört).
Hört man ein Lied, werden Informationen zum Künstler eingeblendet und Links zu Künstlern mit ähnlicher Musik.
Es gibt auch alle paar Tage einige Neuvorstellungen (auch wenn das nur die Spitze des Eisbergs ist). Ich höre mich da immer kurz durch. So habe ich schon einige Künstler angehört, die ich sonst nie gekannt hätte. Mich stört nur, dass bei den Vorstellungen viel zu oft dummer USA-HipHop vorgestellt wird, der sich gleich anhört.
Außerdem kann es einige Zeit dauern, wenn man sich zu den Stoßzeiten durch Alben durchhören will. Die Server bräuchten etwas mehr Bandbreite.
Gut finde ich auch, dass es CDs von Comidians und einige Hörbücher gibt.
Napster kann man für ich glaub 14 Tage kostenlos testen. Probier es aus, vielleicht ist das was für dich.